Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Hexen
Die Hexen von Cleftwater von Margaret Meyer
Ich finde das Cover in seiner Farbgebung und mit der Distel absolut gelungen und habe aufgrund des Covers sofort den Klappentext gelesen und war auch davon angetan.
Ich habe schon so einige Bücher über Hexen und Hexenprozesse gelesen und mag besonders solche Romane, denen historische Ereignisse zugrunde liegen und die neben Informationen auch gut unterhalten.
Marthas Geschichte hat mich sehr berührt. Eine stumme Magd, die instrumentalisiert wird. Der Roman ist schonungslos, brutal und zum Teil verstörend, aber dennoch übertreibt er sicherlich nicht.
Der Schreibstil hat mir auch sehr gefallen; hier gibt es keine romantisierende Verklärung und die Geschichte ist ganz bestimmt nichts für zartbesaitete Gemüter und auch nicht für solche, die einen eher leichten historischen Roman lesen möchte. Das Buch hat mich gefordert und viel von mir abverlangt und wird sicherlich noch lange "nachhallen".
Sieben in einem Raumschiff
Star Bringer von Tracy Wolff; Nina Croft
Das Cover ist für mich der absolute Hingucker und als ich das Buch in der Hand hielt, habe ich noch mehr Details entdeckt und finde es noch schöner und so passend für dieses Buch.
Tracy Wolff hat dieses Buch gemeinsam mit Nina Croft geschrieben und es ist ein ganz anderes Buch als die "Katmere Academy" Reihe - und für mich persönlich war das gut, denn ich mag es, wenn Autor*innen mich überraschen können und etwas Neues erschaffen - zwar ist dieses Buch ungefähr demselben Genre zuzuordnen, aber eben nicht ganz, denn hier spielt der Science-Fiction-Faktor eine große Rolle und wir begeben uns in die Weiten des Weltalls.
Die Galaxie von Senestris ist in Gefahr und sieben ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten gelingt es, sich auf einem Raumschiff in Sicherheit zu bringen, als eine Konferenz stattgefunden hat. Was für ein zusammengewürfelter Haufen! Der Roman hat viel Witz, aber auch Action, Liebe und Erotik und lebt meiner Meinung nach aber vor allem von den unterschiedlichen Charakteren.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Ganz nett
Christmas at Tiffany's von Greta Milán
Mit einem Blick auf das Cover habe ich mich sehr auf einen romantischen Weihnachtsroman gefreut.
Ally hat sich mit ihrem Vater überworfen und von jetzt auf gleich ist sie zu Hause ausgezogen, hat alle ihre Kreditkarten zerschnitten und beschlossen, von nun an alleine klar zu kommen.
Beim Versuch einige ihrer Schmuckstücke bei Tiffany's wieder zu verkaufen, kann sie zwar nichts verkaufen, aber sie erhält eine Stelle als Verkäuferin und kann außerdem in eine WG einziehen.
New York in der Vorweihnachtszeit, da muss doch einfach Weihnachtsstimmung aufkommen. Aber leider hat es dem Roman gerade daran gemangelt, meiner Meinung nach. Es gab zwar einiges an weihnachtlichem Flair, aber das trat leider immer wieder in den Hintergrund.
Lucien hat mir sehr gut gefallen und die Erklärungen zu den Düften waren gut. Aber es war andererseits dann wiederum so klischeehaft, dass er gerade ein Franzose sein muss.
Ganz nett, aber mehr leider auch nicht.
Zuckersüß
Der späte Ruhm der Mrs. Quinn von Olivia Ford
Jenny Quinn ist 77 Jahre alt und fast 50 Jahre mit ihrem Mann Bernard verheiratet. Sie haben ein eigenes Haus mit einem Garten und einer Werkstatt, beides eher Bernards Reich. Jenny backt für ihr Leben gern und probiert auch immer wieder etwas Neues aus. Sie liebt Backshows und als sie sieht, dass man sich für ihre Lieblingsshow bewerben kann, bewirbt sie sich - hinter dem Rücken ihres Mannes, dabei haben sie sich doch immer alles gesagt.
Ok, nicht alles, denn da gibt es das eine große Geheimnis, über das Jenny nie gesprochen hat. Und was man im Verlauf des Buches recht schnell erahnen kann bis es zur Gewissheit wird.
Die Kapitel sind immer mit leckeren Backkreationen überschrieben; leider gibt es im Anhang keine Rezepte zum Nachbacken, was ich schade fand, denn mir ist so manches Mal das Wasser im Mund zusammen gelaufen.
Insgesamt ist es ein Roman, der mit recht wenig Problemen auskommt. Angedeutete Probleme lösen sich oftmals in Luft auf. Ein wenig mehr Spannung, Aufregung und Probleme und weniger Wohlfühl-Harmonie-Faktor hätte dem Buch meiner Meinung ganz gut getan.
Aber insgesamt doch ein schöner, zuckersüßer Roman, insgesamt nur ziemlich unaufgeregt.
Papperlapups!
Der Weihnachtszwölf von Lucy Astner
Einen Weihnachtself kennt jeder, aber mal ehrlich: die sind doch total langweilig, immer nur fleißig und totale Spaßbremsen. Mit einem Weihnachtszwölf hat man einfach viel mehr Spaß - das findet zumindest Wilson, der immerhin ein waschechter Zwölf ist und genau zwölf Tage vor Weihnachten bei Familie Briggs einzieht.
Alfie wird es nun nicht langweilig mit den ständigen Streichen und verrückten Ideen von Wilson. Und das lenkt ihn immerhin etwas davon ab, dass dieses Jahr Weihnachten für ihn und seine Geschwister wohl ausfallen wird, denn seine Eltern sind auf Ausgrabungen weit weg und Tante Gunilla hat keinerlei Interesse an Weihnachten.
Ein unheimlich süßes und lustiges Kinderbuch mit wunderbaren Illustrationen und ganz viel Witz. Also ich hätte ja auch unglaublich gerne so einen Weihnachtszwölf und vor allem Eichhörnchen, die ruckzuck alles aufräumen und putzen.
Ein Buch, das sehr gut in die Vorweihnachtszeit passt und kleine und große Leute zum Lachen bringt.
Guter Abschluss
Die Hafenärztin. Ein Leben für die Hoffnung der Menschen von Henrike Engel
Auch das Cover des abschließenden Bandes der Reihe um die Hafenärztin Anne Van de Zwaan bzw. Anne Fitzpatrick hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt gut zu den Covern der Vorgänger.
Das Buch lässt sich sicherlich auch ohne Vorkenntnisse lesen, allerdings habe ich mit Spannung und Vorfreude auf diesen Band gewartet, da mich die Hintergrundgeschichte ebenso fasziniert wie die einzelnen Fälle, mit denen es die Figuren zu tun bekommen.
Anne ist kurz davor vor Gericht zu erscheinen, um eine Aussage gegen ihren Vater zu machen, als eine ihrer Patientinnen an einer Überdosie Heroin stirbt. Wie sich bald herausstellt, ist sie nicht das erste Opfer. Heroin hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch einen ganz anderen Status und wurde gerne gegen alle möglichen Beschwerden verschrieben, allerdings war es teuer und längst nicht jede/r konnte es sich leisten; Annes Patientinnen definitiv nicht.
Auch Kommissar Berhold beschäftigt sich mit diesen Fällen, aber nebenbei ist er mit der bevorstehenden Hochzeit mit Helene beschäftigt, als plötzlich seine Frau wieder auftaucht...
Helene strebt ein Psychologiestudium an, aber musss sich um ihren Bruder kümmern.
Auch der vierte Band bietet einen guten Einblick in das Hamburg des Jahres 1911, quer durch die Gesellschaftsschichten. Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt und die Reihe hat einen gelungenen Abschluss.
Zwei Reisen nach Indien
Yoga Town von Daniel Speck
Ich habe bereits einige Romane von Daniel Speck gelesen und mich deshalb auf sein neues Werk gefreut. Auch hier ist der Schreibstil gewohnt flüssig und durch die beiden unterschiedlichen zeitlichen Perspektiven ist die Geschichte sehr abwechslungsreich.
Es beginnt in der Gegenwart damit, dass Lucys Mutter Corinna verschwunden ist.
Ihre Eltern, Lou und Corinna, leben schon lange getrennt, sind aber dennoch Freunde geblieben. Die Mutter ist in den Medien erfolgreich geworden, bekannt und recht reich. Der Vater hingegen scheint ein wenig in seiner Hippie-Phase stecken geblieben zu sein. Lucy ist Yoga-Lehrerin in Berlin, allerdings steckt sie gerade in einer Sinnkrise. Als die beiden herausfinden, dass Corinna vermutlich in Indien, in Rishikesh, ist, reisen Vater und Tochter dorthin. Lucy ist gefühlt die einzige Yoga-Lehrerin, die noch nie in Indien war bzw. nie dorthin wollte. Dabei ist sie in Indien gezeugt worden.
Die Geschichte erzählt neben diesem Handlungsstrang die Geschichte von Lous erster Indienreise, die er gemeinsam mit seinem Bruder Marc und seiner damaligen Freundin Marie antritt. Corinna stößt später dazu.
Nach und nach erfährt man so mehr über die Hintergründe und die Zeit in Indien, als die vier sogar die Beatles getroffen haben. Allerdings liegt über allem ein großer Schatten, den ein Mitglied der Gruppe ist in Indien gestorben. Das Ende führt die Geschichten gut zusammen und ist gut gelungen.
Manches in dem Buch war mir zu "yogi-mäßig", anderes hat mir wiederum gut gefallen. Daniel Speck kann gut erzählen, aber mir haben seine anderen Romanen einen Tick besser gefallen, was sicherlich auch mit am Thema liegt. Aber das ist nun ein Jammern auf hohem Niveau.
Nicht mein Buch
Die geheime Gesellschaft von Sarah Penner
Das Cover finde ich sehr gelungen und es passt zu dem, was der Klappentext verspricht.
Ich habe mich sehr gefreut, dass die Handlung dieses Mal in Paris spielen sollte; allerdings spielt sie dann doch vorrangig in London. Nachdem ich allerdings bereits mit "Die versteckte Apotheke" nicht so recht warm geworden bin, wollte ich dem neuen Buch der Autorin eine Chance geben.
Lennas Schwester wurde ermordet und mit Hilfe des Mediums Vaudeline versuchen sie einen weiteren Mordfall aufzuklären, weswegen sie nach London gerufen werden, geraten dann jedoch in Gefahr.
Ich glaube jedoch, dass ich nicht die richtige Zielgruppe bin, denn es gab für meinen Geschmack hier leider zu viele Fehler und Anachronismen, die mir persönlich wichtig sind und die anderen bestimmt gar nicht erst auffallen oder nicht so wichtig sind.
Aber es lag nicht nur an dem historischen Rahmen der Geschichte; ich bin leider auch mit Vaudeline D’Allaire und Lenna Wickes nicht so recht warm geworden.
Klingt spannend und mysteriös, aber war es für mich leider nicht so sehr. Vielleicht bin ich auch einfach zu realistisch und habe hier mehr historischen Roman und weniger Übernatürlich erwartet.
Der Roman wird sicherlich seiner Leserschaft finden, die er begeistert, auch wenn mein Geschmack nicht getroffen wurde.
Einstein
Einstein, der kleine Pinguin von Iona Rangeley
Wie einladend schon das Cover dieses süßen Kinderbuches ist! Der kliene Pinguin auf der Türschwelle, mit dem roten Schal und dem Tornister auf dem Rücken - dem muss man ja wohl Einlass geben und ihn in seinem Haus willkommen heißen.
Auch die Illustrationen im Inneren des Buches, die teilweise ganzseitig sind, teilweise weniger Raum einnehmen, sind einfach wunderbar und unterstützen die Geschichte dieses besonderen Pinguins namens Einstein, der das Familienleben der Stewarts ganz schön durcheinander wirbelt.
Einstein ist auf der Suche nach seinem Freund und muss die Hobbydetektivin Imogen natürlich helfen, mit der Unterstützung ihres Bruders Arthur. Und der Zusammenhalt ist wichtig, denn es taucht immer wieder ein unheimlicher Fremder auf, der bestimmt nichts Gutes im Sinne hat.
Ein sehr warmherzige Geschichte, die sich wunderbar zum Vorlesen eignet. Bedeutende Themen wie Freundschaft und Hilfsbereitschaft werden hier thematisiert und das Buch war sehr unterhaltsam.
Tanzen
Lindy Girls von Anne Stern
Beim Anblick des Covers in Verbindung mit dem Titel des Buches war schon sofort meine Neugier geweckt und da ich die Bücher von Anne Stern gerne lese, war ich natürlich gespannt.
Hier wird man schon auf den ersten Seiten des Buches direkt ins Geschehen "geworfen" und am besten liest man dieses Buch, während man im Hintergrund die passende Musik dazu hört.
Am Anfang liest man von der perfekt aufeinander abgestimmten Tanzweise der acht Frauen, aber bis dahin ist es ein langer Weg.
Wally ist die treibende Kraft, sie möchte mit den Lindy Girls eine Show von Tänzerinnen bieten, die auch als Frauen gesehen werden und nicht nur als Beiwerk.
Wir begleiten die Frauen auf ihrem Weg und gerade aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen erhalten wir ein breites Bild und erfahren nicht nur die Sonnenseite, sondern auch die Schattenseite der Zwanzigerjahre in Berlin.
Ich habe Wally, Thea, Gila und Alice gerne begleitet, was nicht nur an der guten Geschichte, sondern auch an dem tollen Schreibstil und der guten Recherche von Anne Stern lag.











