Kunden em pfehlungen
Rezensionen von jiskett:
Bittersüße Liebesgeschichte
"Bittersüße Leidenschaft" erzählt eine Geschichte, die - passend zum Titel - bittersüß ist. Einerseits passen Mitch und Summer gut zusammen, sie haben einige emotionale, romantische Momente und die Entwicklung ihrer Gefühle füreinander war schön dargestellt, auch wenn es vielleicht etwas zu schnell ging (gerade in Bezug auf ihr Vertrauen ihm gegenüber, da sie in der Vergangenheit sehr negative Erfahrungen hatte).
Andererseits haben beide ihre Päckchen zu tragen und Mitch ist ein Charakter, der es dem Leser nicht leicht macht, ihn sympathisch zu finden.
Schon im allerersten Kapitel, das aus seiner Sicht geschrieben ist, wird deutlich, dass er die Protagonistin nicht leiden kann, aber trotzdem plant, sie für Sex zu benutzen und zu vertreiben, unter anderem, um ihre Tante - die Freundin seines Vaters - zu verletzen. Das war nicht wirklich ein guter erster Eindruck und es hat deshalb eine Weile gedauert, bevor ich mit ihm warm werden konnte; die Autorin hat sehr gut dargestellt, was in ihm vor sich geht und dass die Situation für ihn nicht einfach ist, aber diese Gedanken haben bei mir trotzdem einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Geholfen hat, dass er sich im Laufe der Handlung verändert hat beziehungsweise gegenüber Summer aufgetaut ist, je besser er sie kennen gelernt hat und das war schön zu sehen. Zwar gibt es weiterhin Momente, in denen man ihn packen und schütteln könnte, gerade gegen Ende, doch insgesamt fand ich seine Charakterentwicklung glaubwürdig und gelungen.
Summer ist eine tolle Protagonistin; sie hat vor ihrem Umzug nach Australien einiges mitgemacht, lässt sich jedoch nicht unterkriegen, ist charakterstark und weiß sich durchzusetzen. Sie lässt sich auch von Mitch nicht alles bieten, was mir gut gefallen hat, selbst wenn sie ihm etwas zu oft nachgibt. Zudem war es leicht, mit ihr zu fühlen, vor allem in den letzten Kapiteln; es kam sehr viel (fast schon zu viel) zusammen und es gibt eine Enthüllung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen kann. Dieser Cliffhanger ist zwar irgendwie klischeehaft, sorgt allerdings dafür, dass man als Leser wissen will, wie es weiter geht. Hauptsächlich tut mir Summer aber einfach leid und ich hoffe, dass es für sie gut ausgehen und sie nicht alles verlieren wird.
Die Charaktere haben in "Bittersüße Leidenschaft" einiges erlebt und ihre Beziehung hatte viele Aufs und Abs, doch insgesamt hat ihre Liebesgeschichte mir gefallen. Die Chemie zwischen ihnen stimmt auf jeden Fall, sie scheinen einander gut zu tun und sich auch zu ergänzen. Mit den Entwicklungen am Ende bin ich nicht hundertprozentig glücklich, aber sie liefern viel Potential für den zweiten Band und es ist völlig offen, wie es weiter gehen wird, sodass ich neugierig auf die Fortsetzung bin.
3,5/5 Sternen
Interessant und lebendig erzählt
Land im Sturm von Ulf Schiewe
Ich war sehr gespannt darauf, "Land im Sturm" zu lesen, was nicht zuletzt daran lag, dass ich das Konzept interessant fand. Die Handlung ist in fünf Abschnitte unterteilt, die alle in einer unterschiedlichen Zeit spielen und jeweils eine entscheidende Entwicklung in der Geschichte der Deutschen behandeln.
Das Buch beginnt mit den Vorbereitungen auf einen möglichen Einfall der Ungarn im Jahr 955, thematisiert anschließend den Konflikt mit den Wenden, den Dreißigjährigen Krieg, die Befreiungskriege gegen Napoleon und abschließend die Revolution von 1848. Dabei begleitet der Leser die Nachfahren der Protagonisten aus dem ersten Teil und neben Namen, die über die Generationen hinweg in der Familie weitergegeben werden, gibt es auch noch ein Erbstück, das im Lauf der Handlung immer wieder auftaucht. Das hat mir sehr gut gefallen, da es die einzelnen Abschnitte miteinander verbunden hat und sich so ein roter Faden durch die 900 Seiten zieht.
Jede der fünf Erzählungen legt den Fokus darauf, wie die bedeutsamen historischen Ereignisse die Menschen beeinflusst haben, weshalb die politischen Hintergründe und größeren Zusammenhänge ein wenig in den Hintergrund treten und eher nebenbei in die Handlung einfließen. Das alltägliche Leben an sich wurde durch viele Details lebendig dargestellt und die Schilderungen wirkten authentisch und in den Kontext der damaligen Zeit eingebettet. So haben die Figuren beispielsweise zu Beginn keine Nachnamen, sie vertreten Ansichten, die zu ihren jeweiligen Umständen passen und es werden zeitgenössische Personen und Geschehnisse erwähnt. Durch die episodenhafte Darstellung begleitet man die Charaktere immer nur für eine vergleichsweise kurze Zeitspanne, die aber immer sehr entscheidend und prägend ist; zwar hätte ich in jedem Abschnitt gerne noch mehr erfahren und das Ende der Erzählungen kam mir teilweise ein wenig abrupt vor, doch Schiewe hat immer einen mehr oder weniger runden, passenden Abschluss gefunden und so kann man seine eigene Fantasie spielen lassen, wie es weiter gegangen sein könnte, was ich irgendwie interessant fand.
Die Protagonisten selbst haben nicht unbedingt eine privilegierte Stellung (wobei es auch adelige Personen gibt), sondern müssen oft um ihr Überleben kämpfen und werden dabei mit Krieg, Leid und Elend konfrontiert. Dadurch war es leicht, mit ihnen zu fühlen und zu hoffen, dass für sie alles gut ausgehen wird, doch der Autor hat stets darauf geachtet, dass die Darstellungen realistisch waren, selbst wenn dies Verluste und noch mehr Schmerz bedeutete. Der Titel "Land im Sturm" ist daher sehr passend, da das Land und seine Bevölkerung durch die verschiedenen Kampfhandlungen und deren Folgen aufgewühlt werden. Zugleich spielten aber auch Emotionen und private Probleme eine wichtige Rolle, sodass eine gute Balance gehalten wurde.
Obwohl die Namen sich wiederholen, fand ich es leicht, den Überblick über die Charaktere zu bewahren und da sie nicht nur von Mal zu Mal andere Lebensverhältnisse haben, sondern sich auch charakterlich voneinander unterscheiden, bestand keine Gefahr einer Verwechslung und sie waren klar voneinander abgegrenzt. Positiv zu erwähnen ist ebenfalls, dass alle ihre Stärken und Schwächen hatten, selbst wenn es Nebenfiguren gab, die schwarz/weiß gezeichnet wurden; sie erfüllten eine gewisse Funktion und kamen oft nur recht kurz vor, also hat mich dieser Punkt nicht gestört.
Insgesamt hat das Buch mir sehr gefallen. Es war interessant, die Entwicklung der deutschen Geschichte anhand des Schicksals einer Familie zu betrachten und dabei war es immer leicht, sich in die unterschiedlichen Charaktere und die jeweilige Zeit hineinzuversetzen. Der Fokus auf den Auswirkungen, die die großen Konflikte auf die Menschen hatten, war gut gewählt und hat für mich auf jeden Fall funktioniert, da bekannte Ereignisse so aus einer anderen Perspektive erzählt wurden.
Unterhaltsam, fesselnd und zauberhaft
Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen von Neil P. Harris
"Mr Vernons Zauberladen" ist eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Geschichte. Im Mittelpunkt steht Carter, der nach dem Verschwinden seiner Eltern von einem Onkel, der Menschen betrügt, austrickst und bestiehlt, aufgezogen wurde. Deshalb ist der Protagonist sehr skeptisch, wenn es um Zauberei geht - obwohl er selbst eine Begabung dafür hat und fest entschlossen ist, sie niemals zu missbrauchen.
Doch dann reißt er eines Tages aus und trifft auf Mr. Vernon, dessen Tochter und vier weitere neue Freunde, die auch zaubern können und deren Tricks niemandem zu schaden scheinen...
Carter ist auf jeden Fall ein sympathischer Protagonist und es war leicht, mit ihm zu fühlen. Ich mochte sehr, dass das harte Leben, das er dank seines Onkels geführt hat, Konsequenzen und Auswirkungen auf sein Verhalten hatte - es wäre nicht realistisch gewesen, wenn er alles einfach abgestreift und problemlos hinter sich gelassen hätte. Gleichzeitig war es dadurch aber besonders toll zu sehen, wie er langsam begonnen hat, seinen neuen Freunden zu vertrauen und sich in seiner Haut wohler zu fühlen; seine Entwicklung hat mir gut gefallen. Die anderen Charaktere kann man auch alle schnell ins Herz schließen, obwohl sie ein wenig schwarz/weiß gezeichnet sind, und ihre Freundschaft war sehr schön dargestellt. Davon abgesehen liegt der Charme des Buches klar in der großen Rolle, die die Zauberei spielt.
Im Laufe der Handlung passiert so einiges und das Abenteuer, das die Magischen Sechs erleben, ist unterhaltsam, spannend und interessant geschrieben. Zwar ist viel vorhersehbar, aber das hat mich hier nicht gestört und ist bei einem Buch für Kinder zu entschuldigen, vor allem, da der Erzähler die Ereignisse so lebendig wiedergegeben hat. Er hat eine ganz eigene Persönlichkeit und da er den Leser gelegentlich direkt anspricht, kann man das Gefühl bekommen, selbst in die Geschehnisse involviert zu sein, sodass "Mr Vernons Zauberladen" mich von Anfang an gefesselt und unterhalten hat. Die Gestaltung ist ebenfalls positiv zu erwähnen. Die Illustrationen sind sehr schön und unterstreichen die Handlung perfekt, doch zudem gibt es noch Anleitungen, wie man selbst Zaubertricks lernen kann, und in der Geschichte versteckte Rätsel, die zu lösen mir Spaß gemacht hat.
4,5/5 Sternen
Interessante Darstellung einer grausamen Welt
Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern von Vic James
In "Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern" ist die Gesellschaft streng in zwei Gruppen unterteilt. Zum einen gibt es die Ebenbürtigen, die privilegierte Leben führen und Magie beziehungsweise Geschick beherrschen, zum anderen die Gewöhnlichen, die diese Begabung nicht haben und zudem gezwungen sind, im Laufe ihres Lebens zehn Sklavenjahre abzuleisten, während denen sie keine Rechte haben.
Die Autorin hat ihre Welt sehr gut herausgearbeitet und es wird die ganze Zeit deutlich, wie grausam und ungerecht sie in vielerlei Hinsicht ist. Menschen werden misshandelt, Geschick wird zu unlauteren Zwecken eingesetzt und die Elite sieht das alles als gut und richtig an, weil sie davon profitiert. Die Sklaven sind ihrem Willen absolut ausgeliefert und es wurde eindringlich dargestellt, was sie alles durchstehen müssen; ihnen bleibt eigentlich nichts erspart und deshalb war es leicht, Mitgefühl für sie zu haben und zu hoffen, dass irgendetwas passieren würde, um die schreckliche Situation zu korrigieren. Leider wäre es nicht realistisch, wenn ein solches System sich schnell oder leicht stürzen ließe, aber es war trotzdem interessant zu sehen, was unternommen wurde und wie die einzelnen Charaktere gegen ihr Schicksal ankämpften.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von verschiedenen Figuren erzählt, die teilweise zu den Ebenbürtigen, teilweise zu den Gewöhnlichen gehören. Dadurch bekommt man differenzierte Einblicke in die Geschehnisse und es war irgendwie faszinierend, wie unterschiedlich ihre Wahrnehmung von gewissen Ereignissen war. Zudem haben diese Kapitel dazu beigetragen, dass man auch eine andere Sicht auf die Charaktere selbst bekam. Man hat neue Einzelheiten über sie erfahren und konnte besser verstehen, was sie antrieb, was auf jeden Fall dabei geholfen hat, sie sympathischer zu finden. Trotzdem hatte ich am Ende noch das Gefühl, nur über wenige der Protagonisten wirklich viel zu wissen, wodurch ich eine gewisse Distanz zu ihnen hatte. Dies hat auch dazu geführt, dass ich nicht richtig mit ihnen mitleiden konnte; gerade bei diesem Buch war das ein bisschen kontraproduktiv, da ihnen sehr viel zustößt und sie schreckliche Schicksale erleiden könnten.
Die Handlung selbst ist wendungsreich und gerade am Ende passiert einiges, das alles auf den Kopf stellt. Ich bin nicht mit allen Entwicklungen wirklich glücklich, aber sie sind stimmig und passen zu der grausamen Welt, die James hier erschaffen hat. Zudem gibt es dadurch viel Potential für den zweiten Band, sodass ich neugierig darauf bin, wie es weiter geht.
3,5 Sterne
Aufwühlend und komplex
Twisted Love von L. J. Shen; L. J. Shen
Da mich im ersten Band der Reihe, "Vicious Love", fasziniert hat, wie unglaublich vielschichtig der Protagonist dargestellt wurde, war ich sehr gespannt, wie mir die Geschichte um Dean und Rosie gefallen würde. Man hat die beiden zuvor bereits kennen gelernt und es gab ein paar vielversprechende Andeutungen, doch diese konnten "Twisted Love" nicht gerecht werden.
Schon Deans Charakterisierung war sehr interessant; er ist nicht so grausam, wie Vicious es sein kann, doch auch er hat sehr viele Probleme, einige harte Kanten und dunkle, eher hässliche Seiten, die man zuvor nicht an ihm kennen lernen konnte. Er ist ein weitgehend sympathischer Charakter, aber besonders gut fand ich tatsächlich, wie real, komplex und zerstörerisch seine Probleme dargestellt wurden. Hätte die Autorin etwas beschönigt oder es für Fehltritte keine Konsequenzen gegeben, wäre das unglaubwürdig gewesen, doch so ist die Balance zwischen düsteren und erfreulichen Momenten gut geglückt. Shen schildert die Probleme, die ihre Figuren haben, einfach unglaublich greifbar, sodass man sich in sie hineinversetzen kann, selbst wenn sie falsch handeln.
Die Liebesgeschichte der Protagonisten hat mir insgesamt sehr gefallen, aber ich mochte vor allem, wie sie miteinander umgehen, dass sie sich in vielerlei Hinsicht ergänzen und in der Lage sind, einander zu verstehen. Natürlich gibt es Konflikte zwischen ihnen und nicht nur die vergangenen Jahre, sondern auch Rosies Krankheit machen die Situation kompliziert und teils sehr schmerzhaft, doch trotz dieser düsteren Seite fand ich die Romanze wirklich schön und es gibt ein paar emotionale Szenen. Der Autorin gelingt es, die Gefühle der Leser aufzuwühlen, gerade gegen Ende, und auch ansonsten hat die Handlung sich in mancher Hinsicht unvorhersehbar entwickelt, sodass die Geschichte fesselnd blieb. Dass das Paar aus dem ersten Band nach wie vor eine recht große Rolle spielte, war ein weiterer Pluspunkt, genauso wie die Hinweise bezüglich der Fortsetzung; ich freue mich schon auf "Scandal Love".
FAZIT
"Twisted Love" ist für mich eine gelungene Fortsetzung. Es ist der Autorin erneut gelungen, einen männlichen Charakter mit schwerwiegenden inneren Konflikten und Dämonen zu erschaffen, der Fehler macht, aber trotzdem interessant und (in diesem Fall) sympathisch ist, und die Liebesgeschichte der Protagonisten konnte mich überzeugen. Trotz einiger problematischer Entwicklungen war sie schön und bewegend.
Humorvoll und abenteuerlich
Die Prophezeiung des magischen Steins von Stephan M. Rother
"Die Prophezeiung des magischen Steins" erzählt eine Geschichte voller fabelhafter Wesen, die gemeinsam Abenteuer bestehen. Parallelen zu anderen Fantasywerken sind offensichtlich und es gibt ein paar Klischees, doch der Autor hat sie gut eingesetzt und verschiedene kreative Wendungen eingebaut.
Zudem ist schon der Protagonist selbst eher ungewöhnlich, unter anderem, weil er Lehrling eines Barden ist.
Zu Beginn fand ich das Buch etwas zäh und alles kam mir eher undurchsichtig vor; es ist mir schwer gefallen, einen Überblick über die verschiedenen Charaktere und ihre jeweilige Motivation zu bewahren, aber das hat sich zum Glück schnell gelegt und danach war es einfach, der Geschichte und den Entwicklungen der Figuren zu folgen. Alle haben ihre gewissen Eigenarten und Macken, sodass das Zusammenspiel zwischen ihnen eine einzigartige, interessante Dynamik ergibt und einige humorvolle Momente liefert.
Obwohl der Gegenspieler ein bisschen blass geblieben ist, war er eine überzeugende Bedrohung und es wurde schnell deutlich, wie gefährlich er sein kann. Mir hat ein wenig die Spannung gefehlt, doch am Ende, als sich alles zugespitzt hat, war sie auf jeden Fall vorhanden. Generell hat mich das Buch gut unterhalten und es war durchaus fesselnd, es hat mir einfach nur etwas gefehlt. Vielleicht lag dies am eher lockeren Schreibstil und dem sehr präsenten Humor; an sich fand ich beides gut und es passt definitiv zu einer Geschichte, die Leser ab 12 Jahren ansprechen soll, aber die Dramatik und der Ernst der Lage kamen so für mich nicht hundertprozentig rüber.
Die in der Inhaltsangabe erwähnte Liebesgeschichte spielte eine viel geringere Rolle, als ich erwartet hätte, doch sie hat mir alles in allem gefallen und ich mochte die Interaktionen der beiden Charaktere. Auch das Ende fand ich gut, allerdings hat sich für meinen Geschmack alles etwas zu glatt gefügt, selbst wenn mich das nicht wirklich gestört hat. Ob ein zweiter Band geplant ist weiß ich nicht, aber an sich finde ich den Abschluss der Geschichte rund und nötig wäre eine Fortsetzung nicht. Interessant sein könnte sie trotzdem, je nachdem, worum es geht.
3,5 Sterne
Ein guter Krimi
Souffle of Suspicion von Daryl Wood Gerber
"A Soufflé of Suspicion" ist das zweite Buch über Mimi Rousseau, die Besitzerin eines Bistros, deren Leben erneut durch einen Mordfall durcheinandergebracht wird. Zwar wird sie dieses Mal nicht selbst verdächtigt, aber dafür eine ihrer Angestellten und Freundinnen, weshalb sie versucht, den Fall zu lösen.
Mir hat gefallen, dass die Autorin einen guten Grund gefunden hat, um die Protagonistin zum zweiten Mal in Ermittlungen zu involvieren, da ich mich nach dem Lesen des ersten Bandes gefragt hatte, wie sie das tun würde. Die Serie ist nach dem Bistro benannt und somit ist das Setting mehr oder weniger darauf beschränkt, weshalb ich gespannt bin, wie es sich in den nächsten Bänden ergeben wird, aber hier war Mimis Arbeit am Verbrechen definitiv plausibel. Der Fall selbst war interessant; es gab viele verschiedene Theorien und die meisten der involvierten Personen hatten sowohl ein starkes Motiv als auch die Gelegenheit zur Tat, weshalb es nicht leicht war die Wahrheit herauszufinden. Ich habe die ganze Zeit versucht den Täter zu erraten und ich mochte, dass die Auflösung erst kurz vor dem Ende deutlich wurde, da es einige gute Verdächtige gab. Die falschen Fährten waren überzeugend und die Protagonistin musste ihre Theorien mit jedem neuen Hinweis, den sie entdeckte, in Frage stellen. Das hat mir gefallen, umso mehr, da der Konflikt zwischen dem Glauben an die Unschuld der Freundin und dem Versuch, objektiv zu sein, schön dargestellt war.
Obwohl ich das Buch insgesamt gut fand gab es doch ein paar Aspekte, die mir nicht gefallen haben. Schon beim ersten Band hatte ich kritisiert, dass Mimi manchmal zu leicht an Informationen kam und dass der Sheriff keine große Rolle gespielt hatte. Das ist hier leider wieder der Fall, auch wenn ich sagen muss, dass der Sheriff für mich wichtiger zu sein schien, was ich mochte. Es ist ebenfalls anzumerken, dass es Zeugen gab, die wütend auf ihre Anschuldigungen oder Fragen reagiert haben und nicht jeder bereit war, ihr alles zu erzählen. Trotzdem gab es Szenen, in denen jemand ihr einfach so jede Menge Informationen gegeben hat. Es ist nur ein kleiner Kritikpunkt, hat mich aber gestört.
3,5 Sterne
Eine nicht unbedingt realistische, aber unterhaltsame Lektüre
Dream Maker - Sehnsucht von Audrey Carlan
Da ich "Calendar Girl" und "Trinity" gerne gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die neue Reihe von Audrey Carlan. Ihr Konzept ist dem von "Calendar Girl" sehr ähnlich - es gibt zwölf Geschichten, der Protagonist/die Protagonistin erlebt in jeder etwas ganz Neues und natürlich gibt es auch erotische Szenen.
Der erste Sammelband der "Dream Maker"-Reihe hat mich aber nicht ganz so sehr überzeugt wie "Calendar Girl: Verführt".
Die Idee der Agentur 'International Guy', die ihren Kunden dabei helfen will, ihr Leben zu verbessern und bereit ist, sie in jeder Hinsicht zu beraten, fand ich interessant und ich mochte, dass die drei vorgestellten Aufträge alle unterschiedlich waren. Obwohl "Paris" eine gute Einleitung war, muss ich sagen, dass ich diese Erzählung von den drei hier enthaltenen am wenigsten überzeugend fand. Ich mochte die Kundin selbst, aber irgendetwas hat mir gefehlt, alles blieb ein bisschen oberflächlich und die Geschichte hat mich deshalb nicht gepackt. Die anderen beiden Geschichten haben mir dagegen insgesamt gefallen; die Arbeit mit den Kunden war schön dargestellt und ich fand diesen Aspekt des Buches eigentlich am interessantesten. Mir ging die Erfüllung der Aufträge zwar immer ein bisschen zu leicht und alles war irgendwie unrealistisch, was vor allem der kurzen Zeitspanne geschuldet ist, die das Team an einem Ort verbringt, doch letztlich geht es - wie der Titel schon sagt - darum, die Träume der Kundinnen zu ermöglichen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Deshalb hat es mich nicht gestört, wenn genau dies am Ende eingetreten ist, obwohl ich gerne mehr Details und stellenweise einen größeren Fokus auf der Arbeit des Protagonisten gehabt hätte. Ich fände es gut, wenn Band 2 komplexere Aufträge behandeln würde, da die Probleme der Kunden hier keine große Herausforderung zu sein schienen.
Mir hat gut gefallen, dass der Auftrag in der ersten Geschichte so bedeutsam war, dass alle drei Partner - darunter Parker Ellis, der Protagonist - beteiligt waren, da man so die Charaktere und ihre Dynamik kennen lernen konnte. Royce und Bo sind auf jeden Fall interessant und ich hoffe, sie werden in den nächsten Bänden eine etwas größere Rolle spielen. Was ich von Parker selbst halten soll, weiß ich noch nicht genau. Er ist mir nicht unsympathisch, doch ich fand irgendwie fragwürdig, dass es ihm im Umgang mit den im Buch behandelten Kundinnen oft um Sex zu gehen schien - selbst wenn die Frauen damit einverstanden waren - und gerade in "Kopenhagen" war sein Verhalten für mich oft nicht verständlich, besonders am Ende. Die in der Inhaltsangabe angedeutete Liebesgeschichte hat allerdings durchaus Potential; die Chemie zwischen den beiden stimmt und Skyler ist toll, sodass die Erzählung, in der es um sie geht, mir von den dreien am besten gefallen hat.
"Dream Maker: Sehnsucht" hat mich, obwohl es in vielerlei Hinsicht unrealistisch ist, gut unterhalten. Ich fand die verschiedenen Aufträge der Agentur interessant und besonders die letzten beiden Geschichten haben mir gefallen. Meiner Meinung nach ist aber die Balance zwischen der Arbeit von 'International Guy' und der sexuellen Spannung mit den Klientinnen nicht hundertprozentig gelungen, da Parker dadurch gelegentlich unprofessionell wirkte, selbst wenn seine Methoden Erfolg hatten.
3,5 Sterne
Fesselnde Geschichte, deren Tempo etwas zu hoch ist
Dream Maker - Sehnsucht von Audrey Carlan
Ich war sehr gespannt auf "Paheli: Spiel um alles oder nichts"; die Kombination von Jumanji und einem 'orientalisch' anmutenden Setting klang interessant und die Inhaltsangabe versprach eine spannende, packende Geschichte. Diese hat das Buch auch auf jeden Fall geliefert, aber ich muss sagen, dass mir die Handlung teilweise zu schnell voranging - es kam mir vor, als würden die Charaktere einfach von Herausforderung zu Herausforderung springen, mit nur kleinen Verschnaufpausen dazwischen.
Das war natürlich insofern realistisch als dass es bei sehr vielen Spielen nur darum geht, das nächste Level zu erreichen oder die nächste Aufgabe zu meistern, aber hier wurde mir die Geschichte etwas zu sehr vom Plot und zu wenig von den Charakteren selbst getragen. Farah ist zwar eine recht gut ausgearbeitete Protagonistin und ebenso wie ihre Freunde sehr sympathisch, aber ich hatte am Ende des Buches leider nicht das Gefühl, wirklich viel über die drei zu wissen.
Die Herausforderungen selbst waren interessant dargestellt, auch wenn sie mir fast schon zu rasch abgehandelt wurden und ich den einzelnen Regeln nicht immer vollständig folgen konnte; das ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt, da die Autorin sehr gut herausgearbeitet hat, was für ihre Protagonisten auf dem Spiel steht, sollten sie nicht gewinnen. Die Dringlichkeit, die damit einhergeht, hat dafür gesorgt, dass das Buch sehr fesselnd war und die Tatsache, dass Farah ihren kleinen Bruder finden musste, hat den Einsatz noch einmal erhöht. Mir hat außerdem gefallen, dass der Zusammenhalt der Freunde entscheidend war, um dieses Abenteuer zu bestehen.
Paheli selbst wurde toll beschrieben, sodass man das Gefühl haben konnte, selbst durch die Welt des Spiels zu wandern und alles zu bestaunen. Das war für mich ein großer Pluspunkt.
"Spiel um alles oder nichts" bekommt von mir 3,5 Sterne; es war spannend und durchgängig packend, aber das Tempo der Geschichte war mir teilweise zu hoch und die Charaktere sind ein bisschen blass geblieben. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und ich bin gespannt auf den zweiten Band, obwohl ich mir momentan noch nicht vorstellen kann, worum es gehen soll.
Wieder ein guter Mopskrimi
Mopshöhle von Martina Richter
Nachdem Holmes in "Mopssturm" mit seinem bisher persönlichsten Fall und den daraus entstehenden dramatischen Konsequenzen für seine Familie konfrontiert wurde, behandelt "Mopshöhle" die Nachwirkungen dieser Ereignisse. Der Mops selbst hat mit einem Trauma zu kämpfen, was ihm in vielerlei Hinsicht das Leben erschwert, und das belastet natürlich auch alle um ihn herum.
Mir hat gefallen, dass die Autorin ausführlich darauf eingegangen ist, wie schwer es sein kann, nach solchen Erlebnissen zurück in die Normalität zu finden; es kam mir sehr realistisch vor und ich mochte, dass seine Besitzer und Freunde das Problem ernst genommen haben.
Watersons Idee, Holmes zu einem Beamtenaustausch in die Provence mitzunehmen, war definitiv gut und hat dafür gesorgt, dass einige bereits bekannte Charaktere wieder aufgetreten sind, beispielsweise eine Tochter des Protagonisten, die nun in Frankreich lebt. Allerdings ist der Aufenthalt dort für den Polizeimops keineswegs so entspannt und friedlich, wie alle gehofft haben dürften, da er schnell wieder in Ermittlungen involviert wird; diese haben eine gewisse Brisanz, weil der Täter immer zu einem gewissen Zeitpunkt zuschlägt und dieser Tag sich rasch nähert. Dadurch kommt gerade gegen Ende des Buches Spannung auf, aber der Fall war generell gut aufgebaut und interessant. Zwar hat er sich teilweise vorhersehbar entwickelt, doch andere Aspekte waren überraschend und es gibt überzeugende falsche Fährten. Die Auflösung fand ich stimmig, auch wenn ich gerne noch ein bisschen mehr über das Motiv des Täters erfahren hätte.
Besonders gefallen hat mir, dass Holmes zwar noch traumatisiert ist, er aber trotzdem zeigt, wieso er für die Polizei eine so unschätzbare Hilfe ist. Seine außergewöhnliche Intelligenz ist von großer Bedeutung, obwohl es wieder Skeptiker gibt, die erst davon überzeugt werden müssen, was zu einigen unterhaltsamen Szenen führt. Ich fand ebenfalls gut, dass die unterschiedlichen Familienmitglieder - Menschen und Tiere - wieder eine wichtige Rolle für die Geschichte gespielt haben und ihre Zusammenarbeit entscheidend war, um den Fall aufzuklären.
Der sechste Teil der Reihe bekommt von mir, wie die Vorgänger, 4 Sterne. Es ist ein fesselnder Krimi, der nicht nur einen interessanten Fall liefert, sondern auch sehr gut mit den Nachwirkungen der Ereignisse aus dem vorherigen Band umgeht und zugleich schöne Familienszenen und humorvolle Momenten enthält.









