Kunden em pfehlungen
Rezensionen von jiskett:
Schöne Liebesgeschichte
Maybe this Time - Und auf einmal ist alles ganz anders von Jennifer Snow
"Maybe this Time - Und auf einmal ist alles ganz anders" erzählt die Geschichte von Abigail, die sich vor kurzem von ihrem langjährigen Partner - einem professionellen Eishockey-Spieler - getrennt hat, und Jackson, dem besten Freund ihres Exmannes. Die beiden kennen sich schon seit einigen Jahren, doch als Freunde kann man sie dennoch nicht bezeichnen, da Jackson ihr immer aus dem Weg gegangen ist, was sie nie verstanden hat.
Nach ihrer Rückkehr in ihre frühere Heimatstadt entstehen nun allerdings einige Verbindungspunkte zwischen ihnen, angefangen damit, dass Abigails Tochter Eishockey spielen möchte und er ihr Coach ist, wodurch sie oft miteinander zu tun haben. Und plötzlich ist, wie der Titel schon sagt, alles anders und die beiden kommen sich langsam, aber sicher näher... obwohl sie nicht sicher sind, ob sie sich wirklich aufeinander einlassen wollen.
Mir hat gut gefallen, dass das Gefühlschaos der Charaktere und ihre jeweilige Motivation realistisch geschildert wurden. Es war nachvollziehbar, dass Abigail nicht wusste, ob sie so kurz nach ihrer Trennung eine neue Beziehung beginnen wollte und auch die Überlegung, ob Jackson die beste Wahl wäre, war verständlich, vor allem, da die Scheidung schmerzhaft war und er zu Beginn das Verhalten seines Freundes zu unterstützen schien. Zudem will sie nie wieder einen Eishockey-Spieler daten, während er davon träumt, eine professionelle Karriere zu beginnen, was ebenfalls gegen eine Romanze spricht. Trotz aller dieser Hindernisse und den scheinbar logischen Gründen, wieso sie kein Paar werden sollten, können sie jedoch nicht gegen ihre Gefühle ankommen und Snow hat sehr schön dargestellt, wie ihr Verhältnis zueinander sich mit der Zeit verändert hat. Dabei erfährt man, dass in der Vergangenheit nicht alles so gelaufen ist, wie gerade die Protagonistin zu wissen glaubte und die kleinen Einblicke in die Jugendjahre der beiden waren interessant.
Es gibt ein paar Klischees, doch die Entwicklung der Liebesgeschichte war definitiv überzeugend und es wird deutlich, dass zwar auf den ersten Blick viel gegen eine Beziehung zwischen den Charakteren spricht, sie aber gut zusammen passen würden. Ich fand die beiden sehr sympathisch, muss allerdings sagen, dass ich ihr Verhalten manchmal ein bisschen frustrierend fand, beispielsweise, wenn sie sich ihre eigenen Gefühle nicht eingestehen wollten - selbst wenn ich aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen verstehen konnte, wieso gerade Abigail unsicher war und Angst hatte, erneut verletzt zu werden. Umso schöner war es zu sehen, dass sie sich nach und nach mehr geöffnet und ein neues Liebesglück in Betracht gezogen hat. Die verschiedenen Probleme, die ihnen im Weg stehen, wurden ebenfalls angemessen thematisiert und ich mochte das Ende sehr, auch wenn ich gerne noch weiter gelesen hätte. Ich bin nun sehr gespannt auf die anderen Bände, deren Protagonisten man in diesem Buch schon kennen gelernt hat.
Weitgehend gelungene Fortsetzung mit einer etwas schwächeren dritten Geschichte
Dream Maker - Lust von Audrey Carlan
Es fällt mir schwer, den zweiten Sammelband der "Dream Maker"-Reihe zu bewerten, was vor allem daran liegt, dass ich die drei Geschichten unterschiedlich gut fand. Die erste - "Mailand" - hat mir sehr gefallen und auch "San Francisco" mochte ich weitgehend, doch die dritte der Erzählungen hat mich nicht hundertprozentig überzeugt.
Dies lag vor allem daran, dass es mir so vorkam, als würde der Konflikt künstlich in die Länge gezogen werden. Es war verständlich, dass Parker, der in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind ist, von den Vorkommnissen verletzt war und seine erste Reaktion war ebenfalls glaubwürdig und realistisch, doch im Laufe der Geschichte fand ich es immer weniger nachvollziehbar, dass er dem klärenden Gespräch weiter aus dem Weg gegangen ist und stattdessen über destruktives Verhalten nachgedacht und sich selbst gequält hat. Die Aussprache hätte ihn verletzen können, ja, doch so hat sein Handeln dafür gesorgt, dass "Montreal" mich nicht richtig packen und begeistern konnte. Hinzu kam auch, dass ich den Auftrag nicht besonders spannend fand, aber dafür muss ich sagen, dass die Ereignisse am Ende auf jeden Fall neugierig darauf machen, was im nächsten Band passieren wird.
Die anderen beiden Erzählungen haben mir, wie bereits erwähnt, gefallen und vor allem die erste war wirklich gut. Die Kunden waren ein bisschen schwierig und die Aufträge interessant sowie in mancher Hinsicht ganz anders als die im vorherigen Buch, was für Abwechslung gesorgt hat. Ich mochte außerdem, wie es bei Parker und Skyler weiter ging und Carlan hat die Entwicklung ihres Verhältnisses überzeugend und zugleich schön dargestellt. Ich fand die Schauspielerin schon in "Sehnsucht" sehr sympathisch und dieser Eindruck hat sich hier nur verstärkt. Ich mochte, dass nicht alles glatt lief, beide Fehler gemacht und sie sich manchmal falsch benommen haben, doch aufgrund der jeweiligen Charakterisierung der beiden und ihrer vergangenen Erfahrungen war das alles zu erwarten und die Autorin hat gut herausgearbeitet, wieso sie zusammen passen und dass sie einander trotz allem glücklich machen können. Es gibt natürlich wieder einige erotische Szenen, doch ich mochte vor allem die liebevollen oder alltäglichen Momente, die von enormer Bedeutung waren.
Ebenfalls gefallen hat mir, dass bekannte Figuren wieder aufgetreten sind und der 'Money Maker' etwas mehr in den Fokus gerückt ist, sodass man mehr über ihn, seine Vergangenheit und seine Zukunftspläne erfahren hat. Das war definitiv interessant und ich fand es schön, dass die Freundschaft der drei Männer wieder eine große Rolle gespielt hat. Ich hoffe, das wird in der Fortsetzung wieder der Fall sein, vor allem, da Royce und Bo beide toll zu sein scheinen und ich ihnen ein privates Glück gönnen würde.
"Dream Maker - Lust" bekommt von mir 3,5/5 Sternen. Die ersten beiden Geschichten hätte ich mit knappen 4 Sternen bewertet, doch die dritte hat mich leider lange nicht richtig überzeugt und ich fand das Verhalten des Protagonisten nicht immer nachvollziehbar. Trotzdem bin ich sehr gespannt, wie es weiter gehen wird, gerade, da das Ende dieses Buches viel offen lässt.
Sehr emotionale, mitreißende Liebesgeschichte
All In - Tausend Augenblicke von Emma Scott
"All In - Tausend Augenblicke" erzählt eine emotionale, bewegende und mitreißende Geschichte. Es geht um Kacey, die zwar sehr stark ist, aber ihre eigenen Dämonen hat, und Jonah, der ebenfalls mit einigen gewichtigen Problemen kämpfen muss. In vielerlei Hinsicht sind die beiden das genaue Gegenteil voneinander: Sie ist oftmals sehr direkt, selbstbewusst und zudem ein Rockstar (auch wenn sie mit diesem Leben nicht wirklich glücklich ist), geht oft feiern und versucht, sich mit Alkohol von der Realität abzulenken.
Er widmet seine ganze freie Zeit der Glasbläserei, hat einen strikt durchgeplanten Alltag und ist im Vergleich zu ihr sehr besonnen und ruhig. Auf den ersten Blick haben sie nicht viel gemeinsam, aber all diese Unterschiede sorgen dafür, dass sie einander perfekt ergänzen; dadurch können sie einander geben, was sie brauchen, und es war schön zu sehen, wie sie das Leben des jeweils anderen bereichert haben.
Es gab zu Beginn ein paar Szenen, die ich nicht hundertprozentig realistisch fand, wenn man die Umstände bedenkt, doch Scott hat die besondere Verbindung zwischen den Protagonisten von Anfang an sehr gut dargestellt. Durch viele kleine Momente hat sie gezeigt, wie zwischen ihren Charakteren Vertrauen, Freundschaft und schließlich romantische Gefühle entstanden sind und die Tiefe dieser Emotionen wurde unglaublich echt und greifbar geschildert, ganz zu schweigen davon, dass die einzelnen Szenen toll beschrieben wurden, sodass ich mir sie leicht vorstellen konnte. Es war daher alles andere als schwer, sich in Jonah und Kacey hineinzuversetzen, mit ihnen zu fühlen, zu bangen und zu hoffen. Die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatten, wurden realistisch, schonungslos und zugleich einfühlsam thematisiert und gerade in den letzten Kapiteln gab es einige Szenen, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Das Buch schickt den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle und sowohl die schönen, glücklichen und unbeschwerten als auch die traurigen und schwierigen Augenblicke sind der Autorin sehr gelungen.
Für meinen Geschmack gab es gerade später ein paar erotische Szenen zu viel, auch wenn das den emotionalen Momenten keinen Abbruch getan hat, und ich muss sagen, dass die Andeutungen bezüglich der Entwicklungen im zweiten Band mich nicht begeistern konnten, wobei das nur ein kleiner Kritikpunkt ist. Ich bin von dem Konzept der Fortsetzung noch nicht ganz überzeugt, aber da "Tausend Augenblicke" mir gut gefallen hat, will ich sie auf jeden Fall lesen. Der erste Band hat mich sehr bewegt, die Handlung konnte mich überzeugen, die Emotionen der Figuren wirkten echt und ich fand die Protagonisten sympathisch; ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei "Zwei Versprechen" anders sein wird.
Eine berührende Geschichte
Cinder & Ella von Kelly Oram
"Cinder & Ella" beginnt damit, dass das Leben der Protagonistin, Ella, sich von Grund auf verändert. Sie ist in einen Autounfall verwickelt, bei dem ihre Mutter stirbt, weshalb sie nun bei ihrem Vater und dessen neuer Familie leben muss, obwohl sie ihn seit Jahren nicht gesehen hat. Zudem wird sie selbst schwer verletzt und trägt Narben und bleibende Verletzungen davon, was ihr einige Probleme bereitet.
Obwohl ich die Liebesgeschichte, die in diesem Buch erzählt wird, sehr berührend fand, muss ich sagen, dass die Darstellung dieser körperlichen Behinderung und ihrer Folgen mir am besten gefallen hat. Es war für mich ein origineller Ansatz, um das Aschenputtel-Motiv zu verarbeiten, die Autorin hat eindringlich geschildert, wie hart es für Ella war, mit ihrer neuen Realität umzugehen, und es war bewundernswert, wie sie sich durch ihr absolutes Tief durchgekämpft hat. Ich fand gut, dass ohne Beschönigungen damit umgegangen wurde, wie viel sich durch solch schwerwiegende Verletzungen verändern kann, nicht nur in Bezug auf die Belastungen im Alltag, sondern auch, was die Reaktion der Mitmenschen betrifft.
Es war schrecklich zu sehen, wie die Protagonistin gemobbt und verspottet wurde und dass andere sie als gezeichnet und voller Makel wahrgenommen haben, aber wirklich beklemmend und herzzerreißend war es, wie sehr sie selbst unter ihren Narben gelitten hat. Oram hat dies sensibel und einfühlsam behandelt und das komplexe Innenleben ihrer Hauptcharaktere wurde ausgiebig thematisiert. Besonders gut und realistisch war, dass diese veränderten Umstände für keine der Figuren leicht waren, schon gar nicht für Ellas Familie. Zwar war es keineswegs richtig oder fair, wie sie teilweise behandelt wurde, doch ich mochte, dass verdeutlicht wurde, in welchem Ausmaß alle dazu beigetragen haben, wie schwierig und verkrampft die Lage sein konnte. Ich fand gut, wie der Konflikt am Ende aufgelöst wurde und es war schön, die Weiterentwicklung einiger Charaktere zu verfolgen.
Wie bereits erwähnt hat mir auch die Romanze von Ella und ihrem Chat-Freund Cinder sehr gefallen. Es war schade, dass man ihr Kennenlernen und die Entstehung ihrer Freundschaft nicht verfolgen konnte, da das Buch Jahre nach ihrem ersten Gespräch einsetzt, aber die enge Verbindung zwischen ihnen war dennoch offensichtlich und es wurde glaubwürdig dargestellt, dass zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft und romantische Gefühle entstanden sind. Die Parallelen ihrer Geschichte zu den "Aschenchroniken", der liebsten Buchreihe der beiden, wurden gut herausgearbeitet und es gibt ein paar emotionale, berührende Momente, die sehr schön waren. Zudem waren die Wortgefechte, die sie sich geliefert haben, amüsant. Zwischendurch war das Buch ein bisschen kitschig, allerdings hat mich dies nicht gestört, weil es zu der irgendwie märchenhaften Stimmung gepasst hat. Vor allem das Ende war unglaublich bewegend und ich hätte gerne gleich den zweiten Band gelesen, um Brian und Ella weiter zu begleiten.
Konnte mich voll und ganz überzeugen
Der Spielmann von Oliver Pötzsch
"Der Spielmann" war mein erstes Buch von Oliver Pötzsch, aber bestimmt nicht das letzte. Die Geschichte konnte mich von der ersten Seite an fesseln, sie war sowohl spannend als auch interessant und die Charaktere waren gut ausgearbeitet. Der Protagonist ist Johann Georg Gerlach, 'Faustus' genannt, dessen Leben als Vorlage für die bekannte Erzählung um Doktor Faust und seinen Pakt mit dem Teufel angesehen wird.
Der Autor hat einige Parallelen eingebaut und sogar mehrere Zitate aus Goethes Werk verwendet, was sehr interessant war, obwohl mir vermutlich einiges entgangen ist, da ich "Faust" zuletzt vor einigen Jahren gelesen habe.
Trotz der Länge von knapp 800 Seiten fand ich das Buch durchgehend packend. Der Werdegang von Johann verläuft alles andere als geradlinig und durch seine Reisen an unterschiedliche Orte ist es Pötzsch möglich, vielfältige Einblicke in das Leben in der damaligen Zeit zu gewähren und die Darstellungen kamen mir dabei authentisch vor. Besonders gefallen hat mir, dass die ganzen Einzelheiten zu großen Teilen beiläufig in die Handlung einflossen, da der Fokus auf Johann, seinen Erlebnissen und auch seinen Studien lag. Das Wissen, das er sich angeeignet hat, wurde ebenfalls gut vermittelt; wenn im Detail auf etwas eingegangen wurde, fand ich die Erklärungen leicht verständlich und nicht zu kompliziert, während zugleich deutlich wurde, dass der Protagonist sich mit Dingen befasst, die die Kenntnisse vieler Menschen - und vor allem seiner Zeitgenossen - übersteigen. Sein großer Wissensdurst spielte für die Geschichte eine entscheidende Rolle und ich mochte, wie sein Verhalten davon beeinflusst wurde, doch obwohl er wirklich bedeutsam ist, macht er nur eine Facette seines Charakters aus. Johann hat gute, aber auch einige negative Eigenschaften und seine Ecken und Kanten wurden ausgiebig beleuchtet; zudem ist deutlich, dass er sich im Lauf der Handlung weiter entwickelt und von seinen Erfahrungen stark geprägt wird, was ich gut und mehr als glaubwürdig fand. Die Nebenfiguren wurden ebenfalls gut ausgearbeitet.
Tonio, der Johann in jungen Jahren bei sich aufnimmt und ihm einiges beibringt, war ein sehr interessanter Charakter, dessen Präsenz beinahe durchgehend zu spüren war. Man erfährt nur wenig über seine Vergangenheit und auch seine vollständige Motivation wird erst spät enthüllt, doch dadurch ist er sehr geheimnisvoll und die Bedrohung, die von ihm ausgeht, wurde beinahe greifbar dargestellt. Es gibt einige unheimliche, übernatürlich anmutende Szenen und es war zwar beklemmend, aber faszinierend zu spekulieren, was hinter seinem Verhalten stecken könnte und worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Die Spannung wird über das ganze Buch aufrecht erhalten, obwohl es durchaus Abschnitte gibt, in denen die düsteren Elemente in den Hintergrund treten; die Balance war meiner Meinung nach sehr gelungen. Am Ende überschlagen sich dann die Ereignisse geradezu und es war sehr leicht, mit den Figuren mitzufiebern und auf einen guten Ausgang zu hoffen. Einige der Entwicklungen haben mich überrascht, doch der Abschluss der Erzählung hat mir gut gefallen und er macht neugierig auf den zweiten Band, der nächstes Jahr erscheinen soll. Das Nachwort, in dem der Autor auf die Entstehungsgeschichte des Buches eingeht und erklärt, was sich historisch belegen lässt, war ebenfalls lesenswert.
FAZIT:
"Der Spielmann" konnte mich voll und ganz überzeugen; Pötzsch schreibt atmosphärisch dicht, die Handlung war fesselnd, es gab sowohl emotionale als auch angemessen unheimliche Momente und der Protagonist war ein faszinierender, vielschichtiger Charakter, dessen Werdegang sehr interessant geschildert wurde.
Liebesgeschichte mit einer komplexen Dynamik
Gestohlene Gefühle von Raywen White
"Gestohlene Gefühle" erzählt, wie die ersten drei Bände der Reihe, eine Liebesgeschichte voller Extreme, was schon damit beginnt, dass die Protagonisten eine Diebin und ein Assassine sind. Die beiden sind zudem charakterlich recht unterschiedlich und verfolgen verschiedene Ziele, weshalb es zu Auseinandersetzungen und Spannungen kommt; sie geraten bereits in den ersten Kapiteln aneinander und man kann daher nicht unbedingt sagen, dass es zwischen ihnen große Sympathien gibt, obwohl die Chemie definitiv stimmt und sie sich sehr zueinander hingezogen fühlen.
Die Wortgefechte, die sie sich liefern, waren durchaus amüsant und mir hat gefallen, dass Shaira sich nicht alles bieten lässt und sie Veyd oft Kontra gibt, selbst wenn sie für meinen Geschmack ein paar Mal zu nachgiebig reagiert.
Ich muss sagen, dass ich die Dynamik zwischen den beiden am Anfang ein wenig unbequem fand. Das lag hauptsächlich daran, dass Veyd ein sehr undurchsichtiger Charakter ist und er durch seine Ausbildung zum Assassinen gelernt hat, seine Emotionen zu verschließen und zu verdrängen. Aus diesem Grund reagiert er Shaira gegenüber oft kühl, ist ausdruckslos und will bedrohlich wirken und es dauert eine Weile, bevor deutlich wird, dass es in ihm ganz anders aussieht, als er vorgibt; durch sein Verhalten ist es mir zunächst schwer gefallen, ihn wirklich sympathisch zu finden, auch wenn sich das mit der Zeit gelegt hat. Trotzdem war es hilfreich, seine Sichtweise lesen zu können, da man so Einblicke in sein Innerstes bekommen hat und ihn besser verstehen konnte. Shaira mochte ich von Anfang an, doch auch sie hat ihre Fehler und Schwächen. Letztlich sind beide komplexe und gut ausgearbeitete Figuren, die auf jeden Fall zusammenpassen, sodass ich gerne über sie gelesen habe.
Die Entwicklung der Liebesgeschichte beziehungsweise der romantischen Gefühle kam mir realistisch vor und die Mischung aus erotischen Szenen, liebevollen Momenten und hitzigen Diskussionen ist gut gelungen. Auch die Gefahr, in der sie schweben, war gut dargestellt und die Autorin hat ihre Flucht sowie die Kampfszenen sehr spannend beschrieben. Den Charakteren wird einiges zugemutet und sie müssen wirklich viel durchleiden, aber dadurch war die Geschichte unglaublich fesselnd. Sehr gefallen hat mir zudem, dass Kane und Tanja sowie Ashra und Bael, die Protagonisten aus Band 1 und 2, hier eine große Rolle gespielt haben und man mehr über ihre Beziehungen erfahren hat.
Schon in den Vorgängern gab es einige Hinweise darauf, dass die Welt, in der die Figuren leben, auf einen großen, allumfassenden Konflikt zusteuert und in "Gestohlene Gefühle" hat die Lage sich erneut zugespitzt. Gerade die Entwicklungen gegen Ende machen neugierig auf mehr und ich frage mich, wozu all dies führen wird; man bekommt hier in paar neue Informationen darüber, was passieren könnte, doch es bleibt nach wie vor viel offen, sodass ich schon sehr gespannt auf den nächsten Band bin.
Eine tolle Liebesgeschichte
Verliebt für eine Weihnachtsnacht von Sarah Morgan
Da die Geschichte um Harriets Zwillingsschwester mich nicht hundertprozentig überzeugen konnte, ich die anderen Bücher der Autorin und vor allem ihre Weihnachtsgeschichten aber bisher toll fand, hatte ich gemischte Gefühle, was "Verliebt für eine Weihnachtsnacht" anging. Ich habe natürlich gehofft, dass dieses Buch mir wieder besser gefallen und mich begeistern würde - und das war zum Glück der Fall.
Harriet ist eine tolle Protagonistin. Sie ist eher zurückhaltend und wäre gerne mehr so wie ihre selbstbewusste Schwester, doch im Lauf der Handlung entwickelt sie sich weiter und erkennt, dass sie auf ihre eigene Art und Weise stark sein kann. Sie hat sich auch immer wieder neuen Herausforderungen gestellt und war bereit, ihre Komfortzone zu verlassen, was ich wirklich mutig und bewundernswert fand; es ist definitiv eine gute Idee, wenn man seinen eigenen Horizont erweitern und neue Dinge wagen möchte. Auch Ethan war mir sehr sympathisch und ich mochte, wie verschieden die beiden waren. Durch die Unterschiede und Kontraste zwischen ihnen haben sie sich gut ergänzt, einander in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und ihr Leben auf jeden Fall gegenseitig bereichert. Deshalb war es schön zu sehen, wie aus der anfänglichen knisternden Spannung langsam mehr wurde und sie sich immer besser kennen gelernt haben. Die Nebencharaktere waren ebenfalls recht gut ausgearbeitet.
Die Entwicklung der Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Die beiden standen sich ein wenig selbst im Weg, aber aufgrund ihrer Persönlichkeiten und den Erfahrungen in ihrer jeweiligen Vergangenheit waren die Hindernisse für eine Beziehung zwischen ihnen glaubwürdig und die Darstellung der Gefühle beider Charaktere kam mir überzeugend und echt vor. Die Romanze war sehr gefühlvoll geschrieben und es war auch leicht, sich in beide Protagonisten hineinzuversetzen, sodass ich auf jeden Fall ein Happy End herbeigesehnt habe. Ein Bonus war zudem die weihnachtliche Stimmung, die Morgan auch in diesem Buch toll herausgearbeitet hat; gerade am Ende gab es ein paar wunderschöne Momente und man kann sich problemlos vorstellen, wie die Figuren durch die verschneite Stadt laufen.
4,5/5 Sternen
Eine schöne, anrührende Geschichte
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
"Heute schon für morgen träumen" erzählt die Geschichte von Emilia, die eher schüchtern und zurückgezogen lebt, und ihrer Großtante Poppy, die versucht, ihr Leben immer in vollen Zügen zu genießen. Nun möchte sie zu ihrem achtzigsten Geburtstag nach Italien zurückkehren und will, dass Emilia und deren Cousine Lucy sie begleiten - unter anderem, weil sie versucht, den beiden die Augen zu öffnen und ihnen zu zeigen, dass ihr Leben ihnen mehr zu bieten hat, als sie bisher für möglich gehalten hätten.
Es war leicht, sich in Emilia hineinzuversetzen und von Anfang an mit ihr zu fühlen. Sie war sehr sympathisch, doch es war offensichtlich, dass sie ein sehr beengtes Leben geführt hat und nicht viele Risiken eingegangen ist; aus diesem Grund war es schön zu lesen, wie sie sich im Laufe der Handlung nach und nach geöffnet, neue Erfahrungen gesammelt und dabei mehr über sich selbst erfahren hat. Nicht alles, was sie erlebt hat, war positiv, doch jedes Erlebnis hatte eine besondere Bedeutung und es war toll, die Protagonistin auf ihrer Reise zu begleiten und zu sehen, wie sie sich weiter entwickelt hat. Auch die anderen Charaktere waren gut ausgearbeitet; es gab zwar eher unsympathische Figuren, doch mir hat sehr gefallen, dass es verschiedene Graustufen gab und die Autorin hat deutlich gemacht, dass alles zwei Seiten hat. Besonders toll fand ich aber Poppy. Sie ist wirklich eine unglaublich starke Frau, die unbeirrt ihren Weg geht und beharrlich an ihre Träume glaubt und das fand ich sehr beeindruckend.
Die Handlung selbst hat mir ebenfalls gefallen, obwohl einige Entwicklungen vorhersehbar waren. Es gibt humorvolle, aber auch ernste Momente und zudem einige sehr berührende Szenen. Ich habe schnell eine Verbindung zu den Charakteren aufgebaut und deshalb mit ihnen gelitten und gehofft und gebangt, dass für sie alles gut ausgehen würde. Interessant war dabei, dass die Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt wurde und die Vergangenheit sehr relevant für die Gegenwart war; die beiden Handlungsstränge wurden geschickt miteinander verknüpft und jede neue Enthüllung hat die Reise, auf der die drei Frauen sich befinden, bedeutsamer gemacht. Es werden wichtige Themen behandelt und die Botschaften, die in dem Buch stecken, sind sehr wichtig, regen zum Nachdenken an und wurden gefühlvoll übermittelt.
"Heute schon für morgen träumen" bekommt von mir 4 Sterne. Es ist eine sehr schöne, anrührende Geschichte mit toll ausgearbeiteten Charakteren. Gegen Ende war das Buch ein bisschen kitschig und vorhersehbar, aber es hat mich dennoch gut unterhalten und bewegt.
An sich schöne Liebesgeschichte mit zu viel Drama
Just two hearts von Iris Fox
Es fällt mir schwer, "Just two hearts - Ole & Leon" zu bewerten. Ich war sehr gespannt darauf, die Geschichte der beiden zu lesen, da ich sie im ersten Band sympathisch fand, und die Autorin hat hier auch gezeigt, dass sie gut zusammen passen. Es gibt süße Momente zwischen ihnen, die Probleme, die sie lösen müssen, passen an sich sehr gut zu ihrer Situation und ihre Beziehung hat sich glaubwürdig entwickelt.
Dennoch ist es mir nicht leicht gefallen, richtig mit den beiden mitzufiebern, selbst in den letzten Kapiteln, als es einiges an Drama gab und beide leiden mussten. Dies lag unter anderem daran, dass ich Schwierigkeiten damit hatte, mich in Leon hineinversetzen. Seine Sichtweise war gut dargestellt, doch es gab ein paar Momente, in denen ich ihn überhaupt nicht verstehen konnte und seine 'Stimme' kam mir nicht durchgängig authentisch vor, auch wenn ich leider nicht genau beschreiben kann, woran das lag. Es war trotzdem leicht, mit ihm zu fühlen, da die Erfahrungen mit seinem Exfreund ihn sehr geprägt haben und dies sein Handeln verständlicherweise immer noch beeinflusst hat; ebenso war er mir nach wie vor sympathisch und seine Freundschaft zu Lea (der Protagonistin des ersten Bandes) sowie seine aufkeimende Romanze mit Ole haben mir gefallen.
Ole selbst war ebenfalls gut ausgearbeitet und er hatte, wie Leon, seine Stärken und Schwächen. Ich mochte sehr, wie er damit umgegangen ist, dass er sich plötzlich - zum ersten Mal - zu einem Mann hingezogen gefühlt hat, da er zwar unsicher war, den für ihn neuen Gefühlen aber nicht ausgewichen ist. Diese Reaktion passte zu seiner vorherigen Charakterisierung und es ergab sich dadurch eine interessante Dynamik zwischen den Protagonisten. Ihre Annäherung wurde schön dargestellt und ich mochte, wie sie damit umgegangen sind und dass sie (weitgehend) miteinander kommuniziert haben. Die Geschichte war zwar ein bisschen kitschig, doch das hat mich nicht gestört.
Da die beiden recht früh eine Beziehung beginnen, war mir klar, dass sich ihnen noch Hindernisse in den Weg stellen würden, da das Buch sonst vorbei gewesen wäre. Tatsächlich passiert noch so einiges und ich muss leider sagen, dass das Drama für mich ein wenig konstruiert wirkte, obwohl die Probleme sich aus der Handlung ergeben haben; durch die Vorgeschichte und die Ansichten der Figuren waren ihre Reaktionen stimmig und es war weitgehend nachvollziehbar, wieso sie so handelten, aber diese Entwicklungen haben mir trotzdem nicht richtig zugesagt und ich fand sie teilweise unnötig, vor allem, wenn man bedenkt, wie sich am Ende alles aufgelöst hat. Die Konflikte an sich waren realistisch, doch der Umgang damit beziehungsweise die Umsetzung konnten mich nicht überzeugen; die Darstellung kam mir irgendwie überspitzt vor, weshalb es mir wie bereits erwähnt schwer gefallen ist, mit den Charakteren zu fühlen.
Bei der Bewertung schwanke ich zwischen 3 und 3,5 Sternen. Die erste Hälfte des Buches fand ich, von kleineren Kritikpunkten abgesehen, schön und die Entwicklung der Liebesgeschichte hat mir sehr gefallen; die zweite Hälfte fand ich dagegen ein wenig frustrierend und obwohl die Probleme der Charaktere theoretisch gut zu ihrer Situation gepasst haben und hier viel Potential für emotionale Momente bestand, konnte mich die Umsetzung nicht wirklich bewegen oder fesseln.
Eine schöne, emotionale Liebesgeschichte
Just one dance - Lea & Aidan von Iris Fox
"Just one dance - Lea & Aidan" erzählt eine schöne, emotionale Liebesgeschichte, deren Protagonisten in vielerlei Hinsicht sehr verschieden sind. Aidan hat bisher ein recht behütetes Leben geführt (was aber nicht bedeutet, dass er wunschlos glücklich ist), während Lea mit einem alkoholabhängigen Vater umgehen muss und in sehr bescheidenen Verhältnissen haust.
Dadurch haben sie auch unterschiedliche Sichtweisen und es war interessant, das Buch aus der Perspektive beider zu lesen, vor allem, da man so das Aufkeimen ihrer Gefühle füreinander besser verfolgen und auch verstehen konnte, was passiert ist, wenn einer von ihnen einen Fehler machte oder für den anderen unverständlich handelte. Ich fand besonders gut, dass beide eine ganz eigene 'Stimme' haben, die zu ihrem jeweiligen Charakter gepasst hat.
Schon bei ihrem ersten richtigen Zusammentreffen ist offensichtlich, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen, doch es gibt einige Aspekte, die eine Beziehung zwischen ihnen erschweren und sie stehen sich auch oft selbst im Weg; gerade Aidan trifft einige ein wenig fragwürdige Entscheidungen. Das fand ich aufgrund seines Hintergrunds und seiner Persönlichkeit realistisch, aber mir hat sehr gut gefallen, dass Lea sich nicht alles hat bieten lassen und es Konsequenzen hatte, wenn er sie (und sei es unbeabsichtigt) verletzt hat. Das hat auch gezeigt, wie sehr sie sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt hat, da sie zu Beginn eher zurückhaltend und schüchtern aufgetreten ist; der Wandel wurde realistisch geschildert und mir hat gefallen, dass sich dies in allen Aspekten ihres Lebens widerspiegelte. Obwohl Aidan sich nicht immer perfekt verhält, fand ich ihn ebenfalls sympathisch und auch er verändert sich nach und nach. Hier wurde sehr deutlich, dass sie sich gegenseitig beeinflusst haben; sie ergänzen sich, harmonieren gut und unterstützen einander und diese emotionale Nähe wurde, ebenso wie das Knistern zwischen ihnen, toll dargestellt.
Es gibt ein paar Klischees, doch diese wurden gut umgesetzt und haben mich nicht gestört. Die Handlung konnte mich von Anfang an fesseln und die Liebesgeschichte war überzeugend und zugleich bewegend; es war leicht, mit den Charakteren zu fühlen und auf ein glückliches Ende für sie zu hoffen. Besonders schön fand ich jedoch, dass das Tanzen - Leas Traum - eine große Rolle spielte und es auch dazu benutzt wurde, um die Handlung voranzutreiben.











