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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

derb

Blaumann von Harald Darer

Harald Darers Roman Blaumann ist ein satirisch angehauchter Roman über die Arbeitswelt vor 25 Jahren. Das Buch ist recht derb und spielt reichlich mit Klischees.
Der Ton selbst kommt mir, der ich auch eine handwerkliche Ausbildung absolviert habe, bekannt vor, aber auch ein wenig übertrieben und was dann die ausführlichen Abschnitte über Hämorrhoiden soll, erschließt sich mir nicht.

Aber Stimmungen erzeugen kann der Autor. Dazu gehören neben den Beschreibungen der Arbeitswelt auch der Brief der Frau des Protagonisten an seinen Kollegen.
Dennoch verpufft das meiste leider wirkungslos.
Fazit: Ich habe den Roman, der auf der Longlist des Österreichischen Buchpreis steht, mit Interesse gelesen, aber gefallen hat er mir leider nicht.

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absorption

Jorinde Voigt von Harald Darer

Jorinde Voigt ist eine interessante Berliner Künstlerin. Ihr Werk besteht aus vielen Bildtafeln mit außergewöhnlichen Formen und vermag zu faszinieren, besonders die intensiven Farbexplosionen.

Den farbfreudigen Immersion I bis X folgt das Integral in dunkleren Motiven.

Schließlich folgt ein Text der Kunstkritikerin Jeso Khadivi über Joringe Voigts Immersion und das gleich in mehreren Sprachen.

Schließlich wechseln sich dunkle und helle Bilder ab und entwickeln entsprechend Wirkung.
Es bleibt etwas hängen und der Name Jorinde Voigt wird dem Betrachter im Gedächtnis bleiben.

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Stimmungsvolles Sportbuch

Miro von Ronald Reng

Ronald Rengs Sportbiografien ragen heraus aus dem was auf dem Markt erscheint. Miro macht da keine Ausnahme.

Miroslav Klose war ein Fußballer, dessen Art zu spielen mir immer gefallen hat, auch sein bescheidenes Auftreten war angenehm. Er wurde Meister in der Bundesliga, Pokalsieger und Weltmeister.

Mit seinem zurückhaltenden Wesen war er eine Ausnahmeerscheinung in der Bundesliga. Über den Mensch Miroslav Klose wusste ich wenig und dieses Buch hat die Lücke geschlossen.
Es werden auch die jungen Jahre erzählt, unter anderen wie Miro mit seiner Familie nach Deutschland gekommen ist. Sein Weg ist teilweise auch nicht leicht.

Nebenbei werden auch wichtige Momente in der Fußballgeschichte mit Intensität erzählt. Man erlangt tiefe Einblicke in Details des Fußballs, die in der Öffentlichkeit wenig diskutiert werden.
Ich finde es auch gut, dass die Biographie erst nach Beendigung von Klose Fußballkarriere erscheint. Biografien, die schon zu aktiven Zeiten erscheinen, bieten ja doch nur ein unvollständiges Bild.

Zum Ende hin gibt es viel Pathos, aber insgesamt kann man sagen: Ronald Reng hat ein Sportbuch gestaltet, das sich für mich spannend wie ein Thriller las. Mehr kann man wirklich nicht verlangen!

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August 1939

Funkenflug von Hauke Friederichs

Hauke Friederichs wirft in Funkenflug einen Blick auf die Zeit unmittelbar vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Es ist August 1939. Natürlich werden die offensichtlichen Namen genannt.
Einige Figuren durchziehen das Buch, z.B. Einstein, die Mitglieder der Familie Mann (Thomas Mann, Katia, Klaus, Golo, Monika, Erika) oder Sophie Scholl.

Natürlich in erster Linie auch die Personen dds Regimes, die die schlimmsten Täter dieser Zeit waren.

Das Buch ist recht informativ, wobei die Passagen denen, die schon viel über diese Zeit gelesen haben, auch sehr bekannt sind. Das Offensichtliche spart Hauke Friederichs nicht aus, dann kann das Buch auch langweilig sein. Doch die meisten Abschnitte konnten mich interessieren.

Einen guten Einblick in die Stimmung der Zeit geben auch die vielen Zitate und Meldungen vor den Kapiteln.

Ein gutes Buch, wenn auch nicht unbedingt das Beste seiner Art! Das bleibt für mich noch immer 1913 von Florian Illjes.

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Emotionen im hohen Maß

Funkenflug von Hauke Friederichs

Der lange Weg zu Dir ist ein Buch über zwei Kinder. Sonia und Adam.

Während Adam den Tod seines Hundes Rufus nicht verwinden kann und in düsterem verharrt, sind die Stimmung und Bilder um Sonia und ihre Katze viel heller. Doch ihr langer Weg ist auch nicht leicht und manchmal gefährlich. Sie hat oft Hunger und die Menschen sind nicht immer freundlich.

Bösartig sogar der Zirkusdirektor, der Sonia ihr Geld und ihre Katze wegnimmt. Doch Sonia ist gewitzt. Nach der Befreiung der Katze geht es weiter.

Ort und Zeit der Handlung sind nicht einfach zuzuordnen. Das gibt der Handlung etwas universelles. Gut gemacht!

Man teilt die Emotionen der Kinder in hohem Maße. Das Buch ist kurz, aber keine Kleinigkeit.
Die Abbildungen sind einfach nur herrlich gezeichnet. Die Zeichnungen von Emilia Dziubak und der Text von Martin Widmark passen gut zueinander und verschmelzen fast!

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Gelassenheit

Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer von Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß hat ein Buch geschrieben, dass sich durch seine Gelassenheit im Erzählen auszeichnet und das auch nicht ohne Witz ist.

Erstaunlich, wie Gauß von seinen Gegenständen in der Wohnung in Salzburg zu ganzen Ereignissen der Geschichte kommt, zum Beispiel von seinem Brieföffner, der von 1910 stammt.

Von einer Firma, dessen Gründer auch ein Erfinder eines Baustoffes war.
Bei Gegenständen, die Gauß von Verwandten geerbt hat, löst das Erinnerungen aus wie z.B. ein Aschenbecher, der einst dem Onkel seiner Mutter gehörte.

Es gibt noch mehr Themen, z.B. seine nicht veröffentliche Bücher, die doch Teil seines Werks sind, für ihn genauso wichtig wie die veröffentlichten
Oder wie Briefe für ihn immer noch Bedeutung haben als Emails. Das gilt auch für Bücher, die in seiner Wohnung viel Raum einnehmen.

Zu ein paar Stellen hatte ich nicht so viel Bezug, aber es gibt viele Passagen, die zu lesen wirklich ein Vergnügen war. Ich glaube nicht, dass ich in meiner Wohnung so viel finden würde, daher war es schön, Karl-Markus Gauß auf seiner Reise zu begleiten. Und ich vielleicht sehe ich mir ein paar Dinge in meiner Wohnung jetzt doch genauer an.

Ein weiteres Buch des Autors ist bereits bestellt.

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Vergangenheit, die nicht bewältigt werden kann

Schotter von Florjan Lipuš

Der 1937 geborene Florjan Lipus ist ein auf slowenisch schreibender Österreicher.
Wenn man liest, dass der Autor als sechsjähriges Kind miterleben musste, wie seine Mutter verhaftet wurde, und dann ins Konzentrationslager Ravenbrück kam, wo sie ermordet wurde, kann man sich vorstellen, dass es ein bestimmtes Thema ist, das den Autor beschäftigt.

Aus seiner Geschichte Schotter wird deutlich, dass die Verarbeitung auch nach langer Zeit nicht abgeschlossen ist. Stattdessen herrscht Verdrängung vor.

Eine Gruppe aus einem Dorf besuchen das KZ, auf den Spuren ihrer lange Zeit toter Angehörigen. Auch das Zusammenleben von den Nachfahren der Opfer und Täter im Dorf, ist auch unbewältigt.
Florjan Lipus entwickelt ein ganz eigenen, schwebenden Ton. Auffällig auch, dass die Zeiten verschwimmen. Die Kinder, die das KZ wegen ihrer Großmutter besuchten, sind wenige Seiten später erwachsen, dann wieder werden die Gefangenen und ihr Schicksal wie gegenwärtig betrachtet.

Teilweise fehlen einen die Worte für dieses Buch. Sprachlich ist das Buch, das ohne Dialoge auskommt, nicht zu unterschätzen. Dank der Nominierung zum Österreichischen Buchpreis konnte ich den Autoren entdecken und habe das Gefühl, das ich weitere Bücher von ihm lesen muss.

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Norwegische Literatur vom Feinsten

Meine Gedanken stehen unter einem Baum und sehen in die Krone von Kjersti Annesdatter Skomsvold

Die norwegische Literatur bekommt momentan zum Glück mehr Veröffentlichungen in Deutsch, da Norwegen dieses Jahr Partnerland bei der Frankfurter Buchmesse ist. Kjersti Annesdatter Skomsvold gehört klar zu den Autorinnen, denen man mehr Aufmerksamkeit wünscht und mit „Meine Gedanken stehen unter einem Baum und sehen in die Krone“ hat sie einen beachtenswerten aktuellen Roman.

Das Buch ist kurz, aber dicht. Es sind Reflektionen einer Frau, die Schriftstellerin ist und gerade ihr zweites Kind bekommen hat. Es ist aber nicht so, dass das Buch in erster Linie eine Baby-Idylle zeichnet. Sie sieht auch ganz realistisch die negativen Seiten der Umgebung. Genauso wichtig sind auch Erinnerungen an die Vergangenheit, z.B. an ihren früheren Freund, der Alkoholiker war und Suizid beging.
Ihr jetziges Leben mit Bo und den Kindern kann man als glücklich bezeichnen. Und auch das wird literarisch verarbeitet.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Autorin auch zur Frankfurter Buchmesse kommt!

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Happy Valley-Clique

Kenia Valley von Kat Gordon

In Kenia Valley erzählt die britische Schriftstellerin Kat Gordon von authentischen Begebenheiten um die Happy Valley-Clique in Kenia in den zwanziger Jahren.

Der junge, unerfahrene 15jährige Theo kommt aus Schottland mit seiner Familie nach Kenia und lernt Freddie und Sylvie kennen, die einen elitären, kolonisierten Lebensstilführen.

Sie beeinflussen Theo stark und er taucht in ihre oberflächliche Welt ein.
Nach einigen Jahren hat sich aber viel geändert, auch die politische Stimmung von einigen politisch irregeführten. Ein Niedergang setzt ein, zum Verderben aller Beteiligten.

Meiner Meinung nach wird die Handlung mit der zweiten Hälfte, als Theo schon erwachsen ist, spannender und die Figuren gewinnen an Tiefe z.B. Maura, die engagierte Schwester.

Interessant, auch ganz gut geschrieben, aber fasziniert hat mich das Buch nicht.

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Ein unschlagbares Team: Poirot und Mrs.Oliver

Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie

Hercule Poirot habe ich Miss Marple immer vorgezogen, weil er die witzigere Figur ist. Die Ironie besteht in seinem manchmal etwas lächerlich manirierten Auftreten und seiner Menschenkenntnis. Ich glaube, dass die noch wichtiger ist als sein scharfer Verstand.
In diesem Buch bekommt Poirot am Anfang Besuch von einem alten Kommissar, der von der Unschuld eines zum Tode verurteilten Mannes ist, dafür aber keine beweise hat.

So bezieht Kommissar Spence den berühmten Hercule Poirot mit ein. Eine originellere Art, Poirot persönlich zu motivieren.

In diesem Buch stört mich manchmal, dass einige Figuren zu sehr den englischen Klischee entsprechen, aber das ist auch ein Teil der Ironie von Agatha Christie. Ohne diese Ironie wäre das Buch nahe an Trivialliteratur.

Einfach ist der Fall nicht. Poirot spricht mit den Beteiligten, aber erst ein kleines Detail lässt ihn stutzen. Eine Flasche Tinte!

Clou des Buchres ist schließlich der Auftritt einer Mrs.Oliver, eine erfolgreiche Schriftstellerin und somit ein selbstironisches Selbstportrait der Autorin herself!

Da auch Kommissar Spence weiter mitwirkt, ist dieser Fall tatsächlich ausnahmsweise mal echte Teamarbeit.

Das Buch wurde 2 mal verfilmt. Ich empfehle die Langfolge aus der Fernsehserie Agatha Christie´s Poirot mit David Suchet als Hercule Poirot, da sie näher am Original ist.

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