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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daffodil:

So ist das Leben

Lied der Weite von Kent Haruf

Amerika, kleinstädtisch-ländliche Gegend. Verschiedenste Charaktere, durchschnittliche Menschen, Einzelschicksale. Zum Beispiel Victoria: sie ist 17, Schülerin und schwanger. Die Mutter wirft sie aus der Wohnung, der Freund verschwindet. Bobby, Ike, ihr Vater. Die Mutter dazu ist schwer depressiv und lässt die Familie im Stich.

Die Jungs kämpfen sich ziemlich allein gelassen durch. Ihr Vater ist überfordert, müht sich mit Erziehung und Job.
Die McPherons: sympathisches altes Bruderpaar. Bewirtschaften eine Rinderfarm, arbeiten hart, sind sich eigentlich selbst genug. Beweisen viel Herz.
Sie und andere werden unaufgeregt beschrieben. So gut, dass man sie förmlich vor sich sieht. Man könnte sie kennen. Ihr Leben beinhaltet so schmerzhafte Erlebnisse, dass das Lesen schwerfällt. Ein wunderbarer Roman, zutiefst menschlich, zutiefst anrührend, trotz allen Widrigkeiten optimistisch.

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Wer ist der Mörder?

Lied der Weite von Kent Haruf

Verena beginnt einen neuen Job auf einem Gut in Meck–Pom, ihre verwaiste Nichte im Schlepptau. Sie soll sich um Jemanden kümmern, der einen Unfall hatte und in dessen Folge an Gedächtnisproblemen leidet. Dieser Jemand ist ein attraktiver Profiler, der auf dem luxuriösen Anwesen seiner Tante residiert.

Optimale Bedingungen für Verena und Nichte, die absolut verwöhnt werden. Nur: der smarte Carl ermittelt in einem Mordfall und braucht dabei Hilfe. Anfangs zögerlich, kniet sich Verena voll in die Ermittlungen hinein, erlebt aufregende Dinge, gerät in eine Prügelei und hat gute Ideen. Und sie greift aktiv ins Geschehen ein. Mehrere Leichen werden gefunden. Treibt hier ein Serienmörder sein Unwesen? Leicht und gut zu lesende Lektüre. Sogar die Liebe kommt nicht zu kurz. Manches ist zu vorhersehbar. Schön der Bezug zur Fontaneschen Ribbeck– Ballade. Nicht so schön, das abwertende „Dunkel Land“ im Titel. Passt zum Cover. Dieses wiederum passt nicht ganz so gut zum Inhalt. Trotzdem drei Sterne für entspannende Lesezeit.

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Süchtig

Nachtlichter von Liptrot Amy

Nachtlichter“ ist wunderbar und zugleich schwer zu lesen. Kaum zu ertragen sind die schrecklichen alkoholbedingten Abstürze der Autorin. Kann man tiefer sinken? Ja, doch, aber Amy Liptrot will dem Teufelskreis der Sucht entkommen.
Aufgewachsen auf einer menschenarmen Orkney–Insel, mit einem manisch–depressiven Vater und einer zur Religion abgewanderten Mutter, sucht sie Abwechslung, Coolness und Karriere in London.

Der Kick stellt sich nur nach immer mehr Alkohol ein. Peinliche Vorfälle, Jobverluste, Wohnungsnot, der Verlust des Freundes folgten. Versuche, trocken zu werden, ihre Unzufriedenheit abzulegen, scheitern mehrfach.
Ein erster Erfolg: mit Hilfe eines dreimonatigen Programms bleibt sie erstmals längere Zeit trocken. Eine Flucht zurück zu ihrem Geburtsort soll weiter helfen. Die Ablenkung durch harte Arbeit ist nur teilweise erfolgreich, die Lust auf Alkohol bleibt. Amy hat stets das Gefühl, dass etwas fehlt. Sie taucht tief ein in die Natur, erforscht verschiedenste Gebiete und analysiert sich selbst. Sie nimmt den Leser schonungslos ehrlich mit in ihre Welt. Dabei wird so viel Wissen eingewebt! Orkneys Einwohner heißen Orkadier. Was für Wolkenarten gibt es, was hat es mit dem Wachtelkönig auf sich, wie baut man Trockenmauern, woher kommen einige merkwürdige Worte, was passiert beim Ablammen? Kleinste Inseln, seltene Tiere, Grabhügel werden erforscht, Sagen erzählt.
Amy verbringt den Winter auf Papay. Dort leben 70 Menschen. Auch über ihre Bräuche erfährt der Leser Einiges: Muckle Supper, First Footing, Papay Gyro Nights. Genaue Naturbeobachtungen über die „Merry Dancers“, Luftspiegelungen, geografische Auffälligkeiten, Nebelwarnsysteme faszinieren.
Trotzdem ist da noch immer das bekannte Gefühl, abgelehnt zu werden, etwas zu verpassen. Amy stellt sich immer neuen Herausforderungen.
Ein sehr ehrliches, umfassendes Buch, das eine Lebensetappe anschaulich und offen beschreibt. Gleichzeitig eine liebevolle Beschreibung der Schottischen Inselwelt. Absolut lesenswert.

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Glück = 13 Millionen?

Herrn Haiduks Laden der Wünsche von Florian Beckerhoff

Herr Haiduk betreibt einen Laden, groß wie ein Nadelöhr, verkauft Zeitungen, Zeitschriften, Süßkram, Zigaretten, nimmt Pakete an und ab und verkauft Lottoscheine. Er mag seine Kunden, ist ihnen gern behilflich. Eine junge Frau, die Französin Alma, kommt oft, liest Magazine durch, spricht nicht, geht wieder.

Ausgerechnet sie findel einen Lottoschein, der 13 Millionen Euro wert ist. Selbst einlösen kommt für sie nicht in Frage, sie möchte den Verlierer ausfindig machen. Zudem fragt sie sich, ob der Besitzer mit einem solchen Gewinn glücklich sein könnte. Herr Haiduk findet das naiv, er möchte Alma schützen und lässt sich auf einen verrückten Plan ein. Die junge Frau bestellt also alle, die behaupten, dass der Schein ihnen gehört, zu einem Gespräch. Sie ist sich sicher, den Richtigen zu erkennen. Ob das gelingt? Schnell erkennt sie die offensichtlichen Schwindler, wird aber auch bedrängt und gerät in unübersichtliche Situationen. Haiduks muskulöser Gehilfe Adamo und er selbst versuchen, sie so gut wie möglich zu schützen. Ist Alma eine unfehlbare Glücksfee, die ein Lottokönig-Casting durchführt?
Der erfolglose Schriftsteller Paul bekommt diese Story - nicht ohne Hintergedanken- von Herrn Haiduk geschenkt.
F. Beckerhoff präsentiert eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Geschichte. Unterschiedliche Charaktere werden treffend gezeichnet, egal, ob gierig, verzweifelt, betrügerisch oder hoffnungsvoll. Wer bekommt den Jackpot? Spannend bis zum Schluss.

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Was ein Chor bewirken kann

Der Frauenchor von Chilbury von Ryan Jennifer

1940, England, Chilbury. Die Männer und Söhne mussten fast alle in den Krieg ziehen. Der Gemeindechor soll aufgelöst werden. Gegen den Widerstand der bisherigen Dorfsprecherin trauen sich die Damen, einen Frauenchor zu gründen. Schon bald finden sie Trost und Freude am Singen. Im Verborgenen finden Dramen, Liebesgeschichten und Konkurrenzkämpfe statt.

Der reiche Gutsbesitzer braucht einen Sohn als Erben, eine Hebamme plant Betrug, die Dorfschönheit bricht Männerherzen, ein Mädchen träumt von einer Karriere als Sängerin, eine besorgte Mutter bekommt unerwünschte Einquartierung.
In Form von Tagebucheinträgen und Briefen bekommt man Einblick in Gedanken und Geschehnisse in Chilbury. Und der Krieg kommt näher....
Man fühlt sich ein wenig voyeuristisch, durchlebt aber gern mit den Dorfbewohnerinnen freudige und berührende Momente, verachtet gewissenlose Verhaltensweisen und erhofft für alle ein gutes Ende.
Durch kurze Abschnitte gut zu lesen. Die einzelnen Einträge, aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben, zeigen, wie wichtig der Chor nicht nur für seine Mitglieder, sondern auch für die Dorfgemeinschaft und darüber hinaus sind. Ein Buch, das Mut macht und anders als die üblichen Berichte aus dieser Zeit daher kommt.

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Landidyll, Liebe und Mord

Mord im Cottage von Anna Bednorz

Aoife schreibt Herz-Schmerz-Liebesgeschichten. Leider hat sie eine Schreibblockade und ist gerade verlassen worden. Ihr Verleger schickt sie zu einer Auszeit in ein idyllisches Cottage, irgendwo im Süden Irlands, am Meer. Das gefällt ihr zunächst so gar nicht. Schockiert ist sie, als sie eines ihrer Bücher mutwillig zerstört im Garten entdeckt.

Wer tut so etwas? Und warum? Tags darauf der nächste Büchermord: ein Exemplar wird verbrannt. Eines wird an die Pub- Tür genagelt, andere mit Farbe beschmiert.
Der sympathische Pubbesitzer Tom wird einbezogen. Leider bekommt auch die neugierige Nachbarin, die das ganze Dorf herumkommandiert, Wind von der Sache.
Verdächtige gibt es mehrere. Wer war es? Der Ex? Der Dorfdruide? Die Nachbarin ....?
Leicht zu lesender Sommerlesestoff, teilweise vorhersehbar, aber gleichzeitig entspannende Urlaubslektüre.
Schade, dass in einigen Sätzen Worte fehlen, das müsste noch einmal überarbeitet werden.

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Letzte Worte

Targa. Der Moment, bevor du stirbst von Schiller B.C.

Attraktiv ist er, ausserdem wohlhabend, gebildet, angesehen. Und ein Serienkiller. Falk Sandmann ist besessen davon, die letzten Worte Sterbender zu hören, zu archivieren und geht dafür buchstäblich über Leichen. Aber allein gibt ihm das nicht den gewünschten Kick. Er sucht eine Gehilfin.
Targa lebt abgeschieden in einem alten VW-Bus.

Sie meidet Kontakte, ist mit der Gesellschaft von Hund zufrieden. Manchmal wird sie aufgrund ihrer Fähigkeit, extrem rational zu denken und zu handeln zu besonderen Einsätzen einer Spezialeinheit herangezogen. So trifft sie auf Sandmann, der bisher verdächtig, aber nicht zu stellen war. Geschickt nähert sie sich ihm an, er sieht in ihr die ersehnte Gefährtin. Er unterzieht sie als Prüfungen, die er Liebesbeweis nennt. Targa stößt an ihre Grenzen, entdeckt aber auch Schwachstellen bei dem Mörder. Sie ist überzeugt, dass sie ihn besiegen wird.
Fast durchweg spannend, viele Überraschungen und rasante Aktionen.
Ein Nebenschauplatz in einem Hochsicherheitsgefängnis. Das ist ausbaufähig.
Habe ich in einem Rutsch durchgelesen und meine, B.C.Schiller ist ein packender Thriller gelungen.

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Der Kick

Targa. Der Moment, bevor du stirbst von Schiller B.C.

Alice sucht Nasti, ihre beste Freundin. Wie konnte aus der selbstbewussten und coolen Freundin so ein menschliches Wrack werden? Es fing mit einem Video an... Ein Junge spaziert auf einem Eisenträger hoch über der Erde und filmt sich dabei. Das beeindruckt Nasti, sie verliebt sich in einen Roofer, Trasher.

Er gehört zu einer Gang, die mit waghalsigen Aktionen auf sich aufmerksam machen. Trasher tut alles für den Kick. Das verlangt er auch von Nasti, einen angeblichen Liebesbeweis. Und Nasti lässt sich darauf ein.
Jutta Wilke beschreibt anschaulich das Denken und die Verhaltensweisen einer Gruppe von Jugendlichen, die Aufmerksamkeit suchen, damit Ängste überspielen, ihren Weg (noch) nicht gefunden haben.
Klare Leseempfehlung für jugendliche Leser.

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Interessante Verbindung

Yummy Books! von Cara Nicoletti

Die Idee: gern gelesene und bekannte Bücher vorstellen, Rezepte herauspicken, nachkochen und nach Gusto abwandeln. Man entdeckt viel bisher Überlesenes und sieht die Bücher aus einem völlig neuen Blickwinkel. Geschickt gemacht ist die Dreiteilung in Kinder-(bücher), Jugend-(literatur) und Erwachsenen(lektüre)-Zeit.

Viele der vorgestellten Werke kennt und mag man, es macht Spaß, sie hier wiederzufinden.
Die 50 Rezepte selbst sind durchweg interessant, wenngleich Cara Nicoletti sehr viel Salz verwendet. Die Namen machen Appetit, die Autorin benutzt dafür die Buchtitel, z.B. "Der Indianer aus der Hosentasche", "Hexen hexen", "Der geheime Garten"... . Wer würde da nicht mehr dazu wissen wollen? Ich dachte oft: "Das koche ich nach", und habe das Buch mit Lesezeichen gespickt.
Apropos Buch: der Einband ist aus dicker Pappe, das Cover ziert ein Foto im 60-er Jahre-Style. Schöne Idee. Bilder der Gerichte runden den Lesespaß ab.
Für alle, die sowohl gern lesen als auch kochen, eine klare Empfehlung.

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Wer sagt die Wahrheit?

Das Buch der Spiegel von Chirovici E.O.

Peter Katz, Literaturagent, bekommt den Anfang eines Manuskripts. Beschrieben werden die Jugendjahre von Richard Flynn, angehender Autor, seine Liebe zu einer Mitbewohnerin und Arbeit und Tod eines bekannten Psychologieproffessors. Eindeutig Mord, aber wer ist der Täter? An der spannendsten Stelle endet das Manuskript.

Das könnte ein Bestseller werden, sind diese Geschehnisse doch real. Aber Mr. Flynn ist gestorben. Eine Spurensuche beginnt. Erste Recherchen bringen neue Erkenntnisse. Nichts passt mehr zusammen.
Spannend, wie immer neue Fakten zutage treten. Wer hat Prof. Wieder wirklich ermordet? Und warum? War es seine Lieblingsstudentin, Flynn, ein Krimineller oder Jemand ganz anderes? Geschickt werden mögliche Lösungen präsentiert. Aber sie bringen nicht weiter. Ein anderer Erzähler unternimmt einen neuen Versuch, die Wahrheit zu finden.
Durchweg spannend, packend erzählt. Gut zu lesen, ein Leckerbissen für Leser, die es lieben, verschlungenen Pfaden zu folgen und Unerwartetes mögen.

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