Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Das Geheimnis des Perlenschmucks
Aimées geheimer Wunsch von Kelly Doust
Aimee wird von ihrem dominanten Vater erzogen und verheiratet. Für ihr Hochzeitskleid fertigt sie einen prächtigen Kragen. Um diesen dreht sich das Buch. Er gelangt in die Hände einer Zofe, einer Artistin, einer Tänzerin, eines Models ... und landet schließlich bei Maggy. Maggy arbeitet erfolgreich in einem Auktionshaus.
Bei einem Fernsehauftritt erkennt eine ehemalige Besitzerin das Schmuckstück und hat den dringenden Wunsch, seine Herkunft zu erfahren. Die Suche beginnt, aber birgt dieser Kragen möglicherweise ein unheilvolles Geheimnis? Und ganz nebenbei: wie schafft frau den Spagat zwischen Tochter, aufmüpfiger Stieftochter, Mann, egozentrischer Mutter, Versuchung und Job?
Eine reizvolle Idee, dem Kragen durch die Jahrzehnte zu folgen. Ausführlich beschrieben die Faszination dieses Stücks. Viele Erzählstränge werden angerissen. Vielleicht zu viele? Trotzdem gut zu lesen, nette Unterhaltung.
Gefühlvoll mit tollen Rezepten
Aimées geheimer Wunsch von Kelly Doust
Nora ist jung vewitwet und leidet stark unter Julians Tod. Jeden Sonntag kocht sie Marmelade ein und lagert diese in Julians Zimmer. Ihre Freundin Katharina und ihre Mutter versuchen, sie wieder für das Leben zu begeistern, aber erst die Antwort auf einen von Julians Briefen reißt sie aus ihrer Trauer.
Sie besucht ihre Schwiegeroma, das schwarze Schaf der Familie. Klara hütet ein Familiengeheimnis, kennt fantastische Rezepte und rekrutiert Nora zu ihrer Unterstützung. Die Enkelin ihrer Bekannten, Mandy, ist Nora sofort sympathisch und beide unternehmen so einiges. Fast nebenbei kommen sie dem Familiengeheimnis auf die Spur.
Anschaulich und nachvollziehbar geschrieben, habe ich das Buch gern gelesen. Liebevoll werden Personen und Landschaften beschrieben, ein Happyend deutet sich an.
Schöne Entspannungslektüre in locker-leichtem Schreibstil.
Als Bonus gibt es interessante Rezepte; einige davon werde ich ganz sicher ausprobieren.
Bewegend
Überleben ist ein guter Anfang von Ulmer Andrea
Anja, Ende 40, verheiratet, eine erwachsene Tochter. Sie hat Brustkrebs. Durch Zufall und Überredung landet sie in einer Selbsthilfegruppe. Angenehm überrascht stellt sie fest, dass hier nicht gejammert wird, sondern man gibt sich Tipps, lacht zusammen, pflanzt einen Baum. Eine der Frauen, fast 83, stirbt, bevor sie ihren Plan - eine Weltreise- umsetzen kann.
Die Planung dafür und das nötige Geld hinterlässt sie ihren fünf Gefährtinnen. Anja, Gret, Hertha, Sabine und Marion beschliessen, diese Reise selbst zu unternehmen. Fünf Stationen sind geplant und werden abgearbeitet.
Wie die Frauen das managen und zugleich die Zuhaus-Gebliebenen einbezogen werden, beschreibt Andrea Ulmer sehr liebevoll. Natürlich ist das eine Riesenherausforderung für die krebskranken Frauen. Ob das wirklich so relativ problemlos bewältigt werden kann?
Egal. Die Autorin, deren Mutter selbst an Krebs verstarb, hat ein optimistisches Buch geschrieben. Was bleibt, ist das unbestritten Mut machende Motto: Nie aufgeben, kämpfen!
Wie jetzt?
Projekt Rahanna von Wohlers, Uli
Es dauert ein wenig, um hinter die erste Grundidee des Buches zu kommen. Die zweite erschliesst sich erst ziemlich am Ende.
Bornholm soll in den Zustand, der zu Wikingerzeiten gegeben war, zurückversetzt werden: jeder hat etwas Land, Vieh, intakte Natur. Weg mit Industriefutter, Massentierhaltung, korrupten Politikern.
Dazu verwandeln sich einige Inselbewohner in König Knud, Blut-Eigil, Gullinbursti oder Berserker. Diese besetzen strategisch wichtige Orte wie Armeestützpunkt, Radiosender, setzen die Inselleitung auf See aus, bestrafen Großbauern und öffnen Tierställe mehr oder weniger gewalttätig. Zwei Ordnungshüter versuchen u.a. aus einem alten Nazibunker heraus den Widerstand und holen einen vulgären NATO- Kommandeur zu Hilfe. Norwegerinnen besetzen eine Festung und scheinen zunächst nichts zu tun.
Schwerarbeit, sich durch das Buch zu ackern. Gewaltexzesse, Verbrüderungen, obzöne Sprache, einfältige Inselbewohner - nicht meins. Eine nette Idee, schlecht umgesetzt.
Lernen Sie Frau Scholz kennen
Weit weg ist anders von Sarah Schmidt
"Weit weg ist anders", meint Edith Scholz. Sie ist Anfang 70 und eine zickige Alte, wie sie im Buch steht. Grantig, brummelig, direkt bis zur Unhöflichkeit. Nach einem Sturz und folgender OP soll sie zur Reha an die Ostsee und will dort Nichts ausser ihrer Ruhe haben. Allerdings ist dort auch Christel Jacobi.
Die sucht Anschluss und erntet eine derbe Abfuhr. Ist sie doch Ediths Gegenteil: harmoniebedürftig, schnell zu verschrecken und etwas naiv. Ausserdem hat sie Probleme mit ihrer Familie. Und wer soll helfen??? Das Abenteuer beginnt.
Sarah Schmidt gibt einen wunderbaren Einblick in die Gedankenwelt von Frau Scholz, weckt Verständnis für ihre Schroffheit und zeichnet eine gut beobachtete Charakterstudie der alten Damen.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Mir gefällt der Schreibstil; manche Sätze sind nicht vollständig, brauchen sie aber auch gar nicht zu sein.
Gut zu lesen, nachdenklich stimmend. Klare Leseempfehlung.
Eine Liebesgeschichte und mehr
Weit weg ist anders von Sarah Schmidt
Harlow ist 23, durchorganisiert und verantwortungsbewusst. Eliza, ihre Großmutter, ist lebhaft, abenteuerlustig, optimistisch. Nur: sie hatte einen Schlaganfall, liegt teilgelähmt im Krankenhaus. Beim Aufräumen findet Harlow eine Bucket-List. Eliza kann sie nicht mehr abarbeiten, also zwingt Harlow sich, das für ihre Oma in Angriff zu nehmen.
Nicht wirklich schwer: auf einen anderen Kontinent reisen. Mit Überwindung machbar: auf einer Bühne stehen, einen Matrosen küssen... Aber: auf den Mond fliegen, ein Leben retten? Harlow fliegt also nach Seattle und alles, aber wirklich alles, wird ganz, ganz anders.
Ein Buch voller Gefühle, mit einem absolut idealen Mann (kann es so ein Prachtstück wirklich geben?) und einer jungen Frau, die eine wunderbare Reise erlebt und am Ende eine Andere als zum Anfang ist.
Gut zu lesen, der lockere Schreibstil und die teilweise sehr originelle Art der Ausführung der Aufgaben machen dieses Buch zu einer unterhaltsamen und entspannenden Lektüre.
Historisch und persönlich
Die Schwester des Tänzers von Eva Stachniak
Bronislawa Nijinska, im Jahre 1939, auf einem Schiff zwischen Europa und Amerika, versinkt in Gedanken an die Vergangenheit. 1890 (?) geboren, erinnert sich an ihre erste Begegnung mit dem Tanz, der ihr Leben bestimmen wird: sie war vier Jahre alt. Sie und ihre zwei älteren Brüder werden zu Baletttänzern ausgebildet.
Waslaw ist hochbegabt, ehrgeizig, erzielt schnell Erfolge und Berühmtheit. Streng fordert er auch von seiner Schwester Höchstleistungen. Sie bewundert und verehrt ihn, verlangt ihrem Körper alles ab. Im Rampenlicht steht immer zuerst Waslaw, entwickelt neuartige Ideen und revolutioniert das russische klassische Ballett. Bronia unterstützt ihn selbstlos. Verschiedene Engagements führen sie um die Welt, überall erregen sie Aufsehen. Bis Waslaws Geist sich trübt, er unberechenbar wird.
Schon vorher choreografierte Bronia, erzielte ebenfalls bedeutende Erfolge, heiratete, bekam Kinder, durchlebte die russischen Revolutionen, Bürgerkrieg, Theaterpleiten, persönliche Tragödien.
Ein faszinierender Einblick in Zeitgeschichte, besonders im vor- und nachzaristischem Russland und in die Welt des Ballets.
Sehr gut zu lesen, mitunter etwas zu ausschweifend, aber insgesamt ein tolles Buch. Sehr persönlich, ohne Selbstmitleid, sehr glaubhaft und realistisch.
Wer ist Doe?
King - Er wird dich besitzen von T. M. Frazier
Doe wacht auf: hungrig, frierend, obdachlos; vor allem aber ohne Kenntnis ihrer Identität. Um zu überleben, hört sie auf den schlechten Rat einer dubiosen Freundin und sucht einen Beschützer in Bikerkreisen. King, gerade aus dem Gefängnis entlassen, ertappt sie bei einem vermeintlichen Diebstahl und beschließt, dass Doe jetzt sein Eigentum sei.
Die findet ihn faszinierend und akzeptiert das wenig später. Herausragende, immer wieder geschilderte Liebhaberqualitäten bestimmen jetzt ihren Alltag.
Kings Kumpel sind nett zu Doe, organisieren Drogengeschäfte, geraten in Konflikt mit einem anderen Drogenhändler und leben ein unstetes, wildes Bikerleben. Wenn King und Doe mal nicht im Bett sind, verfolgt er das Ziel, seine Tochter zu sich zu holen. Dafür schreckt er auch nicht vor einer Verzweiflungstat zurück.
Erwartet hatte ich eine unterhaltsame Story, vielleicht in Richtung Bonnie- und-Clyde. Bekommen habe ich eine Geschichte, in der traurige Schicksale, einige interessante Lesemomente und viele Bettszenen vorkommen. Nett.
Packender Psychothriller
King - Er wird dich besitzen von T. M. Frazier
Johanna erwacht im Krankenhaus; schwer verletzt und ohne Erinnerungen an die letzte Wochen. Wer hat sie überfallen und warum? Hatte sie Schmuck oder andere wertvolle Gegenstände bei sich? Aber es gibt viele Ungereimtheiten, ein Raub war es wohl doch eher nicht. Johanna möchte ihre Gedächtnislücken schließen, findet aber keine Anhaltspunkte und bekommt ernsthafte psychische Probleme, Panikattacken, Verfolgungswahn, leidet ausserdem an physischen Einschränkungen.
Gegenstände verschwinden, Kollegen benehmen sich merkwürdig. Wer ist Freund, wer Feind?
Und immer mehr wird die Johnna von vor dem Unfall unsympathisch, hat sie wirklich ihre Ärztin verklagt? Ihren Freund betrogen?
Viele Spuren werden gelegt, alle sind vielversprechend, sämtliche Männer könnten es gewesen sein.
Anna Martens baut geschickt Spannung auf, man fiebert mit und kann Johannas Ängste sehr gut nachvollziehen. Das möchte man selber nicht erleben. Aber zu lesen war es bestens, ein toller Psychothriller.
Die faszinierende
Die Spionin von Coelho Paulo
Mata Hari - geheimnisumwittert, faszinierend; ist im Gefängnis, wird abgeholt zu ihrer Erschießung.
Aufgewachsen in einem langweiligen holländischem Städtchen, missbraucht in einer Internatsschule, sucht sie ein besseres Leben durch eine Heirat mit einem älteren, sadistischen Offizier, der Dienst in Ostindien ableistet.
Gedemütigt und misshandelt verlässt sie ihn und flüchtet nach Paris. Voller Ehrgeiz schreckt sie buchstäblich vor gar nichts zurück, um berühmt und reich zu werden. Mit erfundenen exotischen Tänzen erreicht sie ihr Ziel. Eine steile Karriere beginnt, auch in der Politik wird man auf sie aufmerksam.
Aber wieso wird sie verurteilt und hingerichtet? Als sie altert und keine absolute Sensation mehr ist, wird sie nach am Vorabend des Ersten Weltkrieges nach Deutschland engagiert und soll als Spionin tätig werden. Das offenbart sie den Franzosen. Sie liefert nichts, allenfall ein wenig Klatsch. Aber ein erfolgloser Minister braucht Erfolge und klagt sie als gefährliche Spionin an. Viel zu spät erfasst Mata Hari den Ernst der Lage, hat sie doch durch Geltungsucht und Arroganz ihren Ruf ruiniert. Vermag ein Anwalt zu helfen?
Spannend zu lesen, wusste ich doch bisher wenig über das Leben der berühmtesten Spionin ever. Geschickt, den Brief ihres Anwaltes zu nutzen, um die "Beweise", die gar nichts beweisen, offen zu legen. Berührend, wie diese Mata Hari, nicht unbedingt sympathisch, aber gefühlvoll und authentisch dargestellt wird.
Coelho hat seinen eigenen Stil, schreibt präzise und schafft es, hinter die Fassade seiner Figuren zu schauen. Ich meine, "Die Spionin" ist sein bisher gelungenstes Buch.








