Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Das Buch hat mich auf mehreren Ebenen sehr tief berührt
Massimo Marini von Rolf Dobelli
Das Buch hat mich auf mehreren Ebenen sehr tief berührt. Zum einen als Rechtsanwalt, zum anderen aber hat es mich in meine Kindheit zurückgeführt, in der ich einige Kontakte zu so genannten ?Gastarbeitern? und deren Lebensbedingungen in Baracken in Vorarlberg miterlebt habe.
Losgelöst von diesen persönlichen Berührungspunkten hat mich das Buch in seinen Bann gezogen.
Die Verflechtung der einzelnen Erzählebenen und deren jeweilige Zusammenführung zu Schnittpunkten hat mich dazu gebracht, dass ich das Buch quasi in einem Stück durchgelesen habe.
Für mich hat sich das Buch "wie aus einem Guss" gelesen. In mancher Hinsicht habe ich Parallelen zu Martin Suter erkannt, allerdings gefällt mir die von Rolf Dobelli gewählte Sprache und sein Erzählstil wesentlich besser, weil die Handlungsabläufe bei Rolf Dobelli bei mir kein so bedrückendes Gefühl der Ausweglosigkeit ausgelöst haben, wie in den meisten Büchern von Martin Suter.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Ich werde .... dieses Buch ein zweites Mal lesen....
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Das Buch "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge habe ich gelesen, nachdem die Rezension in der Zeit erschienen ist, und ich hatte dann so meine Vorbehalte in Richtung, die Lektüre wird ganz schön schwer.
Nach den ersten Seiten konnte ich erkennen, dass ich mich getäuscht habe; das Buch liest sich leicht, obwohl der Stoff ( Buddenbroks light in Zeiten der DDR ) selbiges eben nicht ist und nicht sein kann ( oder auch soll ).
Eugen Ruge veranstaltet in diesem Buch ein für mich faszinierendes Wechselspiel zwischen der Enge des gelebten deutschen Sozialismus, dem Bemühen von Stolz auf diese Staatsform und dem Bestreben, diesen Sozialismus mit deutscher Gründlichkeit zu gestalten. Trotz der Tragik des Themas baut Eugen Ruge ein ordentliches Maß subtilen Wortwitz ein und versprüht gekonnt an einigen Stellen erfrischenden Zynismus ( zB.: auf Seite 31 unten am Beispiel des "Rückübertragens" von in de DDR enteigneten Häusern oder auf Seite 106 mitte beim Vergleich der aztekischen mit der christlichen Kultur in Anbetracht des Templo Mayor in Mexico City ).
Ich werde auch dieses Buch ein zweites Mal lesen, bin gespannt, was ich noch entdecken werde
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Aarto Paasilinna x 2 + etwas Weltgeschichte verteilt auf viele, viele Seiten mit Situationskomik = Jonas Jonasson! Viel Spaß beim Lesen
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Roman . 29.08.2011. Hardback. von Jonasson Jonas
Nachdem ich das Buch ein zweites Mal durchgelesen habe - das tue ich äußerst selten - ergänze ich meine erste, spontane Kritik.
Jonas Jonasson schreibt ähnlich wie Aarto Paasilinna, hat aber die viel feinere und dauerhaftere "Klinge". Er schafft es, die feine, skurrile, aber nicht lebensfremde Komik bis zum Ende ohne Qualitätseinbruch durchzuhalten und am Ende sogar noch ein Schäuferl draufzulegen, indem er Anzeichen für Körperwahrnehmungen schildert, die wegen eines operativen Eingriffes in der Jugend des über 100-jährigen nicht mehr vorhanden sein dürften.
Trotz aller Komik vermittelt die Geschichte des Helden auch ein gewisses Maß an Lebensphilosophie, nämlich Gelassenheit.
Wer sich Weltliteratur erwartet, wird enttäuscht sein. Wer aber Freude an Situationskomik, Wortwitz und lebensnaher Skurrilität hat, wird dieses Buch vermutlich verschlingen ( wozu ich aber empfehle, dieses Buch nicht am Abend im Schlafzimmer zu lesen, weil durch die unvermeidlichen Lacher der Schlaf der Anderen gestört werden könnte ).
Zusammengefasst also: Aarto Paasilinna x 2 + etwas Weltgeschichte verteilt auf viele, viele Seiten mit Situationskomik = Jonas Jonasson. Viel Spaß beim Lesen!
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Astrid Rosenfeld ist offenbar eine Meisterin der deutschen Sprache.
Adams Erbe. von Rosenfeld Astrid
Das Buch hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen.
Auf der einen Seite bewirkt das Thema dieses Buches in mir Gefühle der Enge und der Ohnmacht. So habe ich meinen Lesefluss mehrmals für mehrere Tage unterbrochen, um es schließlich doch zu Ende zu lesen.
Abgesehen von diesen höchstpersönlichen Aspekten hat mich das Buch sehr begeistert.
Astrid Rosenfeld ist offenbar eine Meisterin der deutschen Sprache. Sie bringt das Kunststück zusammen, diesem (zumindest für mich) beklemmenden Thema durch ihren Wortwitz eine erfrischende Leichtigkeit zu geben, die aber sehr subtil zum Nachdenken anregt.
Ich bin überzeugt, dieses Buch wird für Astrid Rosenfeld ein großer Erfolg.
Rezensionen von anna purna:
Reinhold Stecher: Spätlese
Spätlese von Reinhold Stecher
Mit 90 Jahren nimmt der Tiroler Altbischof Reinhold Stecher an seinem Schreibtisch Platz und verfasst ein sehr nachdenkliches, berührendes und überaus offenes Buch. Er erinnert sich an seine Jugend, die in Innsbruck von der unmenschlichen Nazi-Zeit geprägt war. Auch Stecher wurde von der Gestapo eingesperrt, danach in den Krieg geschickt.
Er erlebte eine grausame Zeit, sah furchtbare Dinge und entkam nur mit viel Glück. Natürlich wusste auch er von den schrecklichen Deportationen und Konzentrationslagern. Doch sehr viele, schreibt er heute, haben dennoch "weggesehen und verdrängt und vergessen und am Schluss nichts mehr gewusst."
Seine Zeit des Lernen: Von den Professoren an der Universität, von den Kindern und Jugendlichen an den Schulen, von den Menschen da draußen. Sein Appell für eine offene Kirche. "In Zeiten wie diesen muss sich die Kirche den Fragen stellen, die ihre Gläubigen haben. (...) Eine Dialog verweigernde Kirche kann ihrer Aufgabe in dieser Welt nicht gerecht werden." Seine Erinnerung an das Schreiben der kleinen Katharina: "Lieber Bischof! Es war sehr schön, dass du bei uns in der Schule warst. Es war eine große Hetz. Die Mama sagt, du sollst nicht zurück schreiben. Meine Adresse ist . . ."
Mittlerweile hat Reinhold Stecher "schon längst den Hirtenstab mit dem Malerpinsel vertauscht." Deshalb finden sich in seiner "Spätlese" zum Glück auch manche seiner farbenfrohen Aquarelle wieder. Und noch einige andere Themen, die aufrütteln und nachdenklich stimmen, die auf offene Wunden weisen und Hoffnung geben. In Summe also ein Buch, welches uneingeschränkt zu empfehlen ist.
Rezensionen von re.maier-henze@web.de:
Sind Träume Schäume?
Spätlese von Reinhold Stecher
Ausgangsgedanke des Buches ist die Überzeugung der Autorin, dass alle Menschen einander brauchen (10) und insofern jeder aus mitgeteilten Erfahrungen anderer lernen kann.
Eine Möglichkeit, aus dem Erlebnis eines fremden Menschen etwas für sich zu gewinnen,sind Träume. Viele solcher Nachtgesichte sind in der Hl.
Schrift, besonders im Alten Testament festgeschrieben.
Die Autorin versucht, Altes und Neues zu verbinden (11), indem sie den Gehalt einiger biblischer Träume für die Gegenwart verdeutlicht.
Im Traum sieht Jakob eine Himmelsleiter (Gen 28,12), der Himmel ist offen, Engel steigen auf, sie kommen also von der Erde, dem Ort seines Scheiterns. Der offene Himmel signalisiert Zuversicht und Hoffnung, Jakob wird Frieden finden (28,18). Erlebt also ein Träumender einen angenehmen Traum, so rät sie, ihn auszukosten und zu bewahren (20), ihn zu malen, zu modellieren und an einem angenehmen Ort aufzuheben. Die so ermöglichte Erinnerung schenkt neue Lebensfreude und Zuversicht.
Anhand der Erzählung vom Kampf Jakobs (Gen 32) legt sie zunächst dar, wie ihm nächtliche Angst zum Segen wurde (22). Anschließend erläutert sie den Sinn und die Botschaft von Angstträumen und gibt praktische Ratschläge zur Bewältigung (30-39).
Für den Frommen sind Träume nicht nur tiefenpsychologische Phänomene, sondern vielmehr eine Gabe Gottes, die dem Menschen zur Aufgabe wird. So gesehen sind Träume ein Medium, durch welches Gott dem Menschen etwas mitteilt. Joseph erfuhr im Traum Orientierung als ihm der Engel sagte, er solle Maria zu sich nehmen (Mt 1,20.24), die Frau des Pilatus warnte auf Grund eines Traumes, der ihr eine neue Einsicht verlieh, ihren Mann (Mt 27,19).
Träume sind also nicht, wie der Volksmund sagt, Schäume, sondern ernst zu nehmende Reaktionen unseres Unbewussten. sie verdienen Beachtung, weil sie Lebensveränderungen ermöglichen.
Es gelang der Autorin hervorragend, den Wert des Traumes zu erschließen und auf diese Weise suchenden Menschen Möglichkeiten zur inneren und äusseren Veränderung des persönlichen Lebens anzubieten.
Rezensionen von Mag. Martina Weitlaner:
Ein Meisterwerk
Und Nietzsche weinte von Irvin D. Yalom
Es ist wissenschaftlich ein sehr wertvolles Buch, da Yalom genau die Krankheiten beschreibt, unter denen Nietzsche zu leiden hatte. Nietzsche wird einem auf eine sehr originelle Weise näher gebracht.
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Spannend und lehrreich
Das Spinoza-Problem von Irvin D. Yalom
Es ist ein sehr spannendes und lehrreiches Buch, das ich jedem nur empfehlen kann. Man lernt Geschichte und Philosphie. Einfach toll! Deshalb liebe ich die Bücher von Yalom so sehr.
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Das Spinoza-Problem von Irvin D. Yalom
„Ich habe dieses Buch im Urlaub gelesen und war vom ersten Satz weg fasziniert von der für mich phantasievollen Schreibweise und vom „Spiel“, das der Autor mit mir als Leser aufgeführt hat.
Beim Lesen hatte ich den Eindruck, etliche Parallelen zu „Im Schatten des Windes“ wahrzunehmen.
Welches Buch ich allerdings – von der Stimmungslage her – eher als bedrückend empfunden habe.
Auch wenn „Die Landkarte der Zeit“ phasenweise Brutalität literarisch widerspiegelt, schafft es Felix J. Palma durch seinen Stil und das Kernthema des Romans das Gefühl von Bedrücktheit, welches mich bei harten oder belastenden Szenen überkommt, sofort wieder aufzulösen.
Deshalb steht „Die Landkarte der Zeit“ in meinem persönlichen Ranking ganz weit oben.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Der Plot des Romans hätte das Zeug zu wirklich guter Unterhaltung! Gelangweilt hat mich ? der Erzählstil
Das Spinoza-Problem von Irvin D. Yalom
Zur wirklichen = wirksamen Spannung von H. G. Wells’ Time Machine (1895) und War of the Worlds (1898) könnten bei Palma weitere Spannungsmomente hinzu kommen; angelegt sind
- die Rezeptionsgeschichte als Entstehungsgeschichte der – wertmäßig ja nicht unumstrittenen – Gattung Science fiction (es gibt hervorragende literarische Werke in dieser Gattung!),
- physikalisch-technische Entwicklungen der letzten hundert Jahre,
- die Kriminal-Aspekte mit ihrer (historischen und zeitlos menschlichen) Psychologie und
- die darin verwobene Liebesgeschichte, auch mit ihrer sozial- und gendergeschichtlichen Problematik.
All diese Möglichkeiten scheinen mir verschenkt, und das gleich aus zwei Gründen:
1. Innerhalb der dargestellten Welt wird die Zeitreise nach ein, zwei früheren Andeutungen bereits am Beginn des XVII. Kapitels endgültig als platter Betrug entlarvt, also auf S. 262 von 714 Seiten. Nur eine gelangweilte, teils sensationslüsterne, teils naive zeitgenössische Öffentlichkeit fällt darauf herein – wo wäre eine Identifikationsfigur à la good guy, diabolischer bad guy (N. Tesla, S. 262!), sympathischer underdog oder auch großer Forscher, großer Liebender? Auf den letzten 450 Seiten hat mich keine der handelnden Figuren in ‚ihre Sache’ hineingezogen, in keinem der Probleme der handelnden Figuren konnte ich einen Menschen von heute wieder finden – geschweige denn eine ernst zu nehmende historische Perspektive, die der auktoriale Erzähler ja wiederholt zurück weist („Ich hingegen sehe alles und höre alles“). Welche Rolle spielt die Titel gebende Zeit überhaupt (z. B. in ihrem Verhältnis zum menschlichen Bewusstsein oder zum physisch-physikalischen Raum)? Mir scheint, eigentlich gar keine.
Was bleibt, sind eine Gauner-Geschichte ohne psychologischen oder sonstigen Reiz und eine Liebesgeschichte, die ob ihrer sozialen Abfederung weltfremd und steril konstruiert wirkt.
2. Gelangweilt hat mich auch der Erzählstil. Palma schreibt wie der typische Autor von Fortsetzungsgeschichten, der nach Zeilen honoriert wird:
- In seinen Beschreibungen häuft er Merkmale an, als wäre Länge ein Qualitätskriterium und per se schon spannend.
- Die erlebte Rede der Figuren trägt deren Bildungsniveau und aktuellem Seelenzustand kaum Rechnung; so könnte z. B. Tom Blunt’s Überlegung „Jetzt war er bereit zu sterben, sehnte den Tod sogar herbei, denn ihm würde auf der Welt nichts anderes bleiben, als weiter in Löchern zu hausen und dahinzuvegetieren, was ihm jetzt entsetzlich mühsam und sinnentleert vorkam [...]“ (S. 495) mutatis mutandis auch fast allen anderen Figuren in den Mund bzw. ins Hirn gelegt werden. Gerade unter völlig Mittel- und Bildungslosen, die allein mit dem täglichen Überleben beschäftigt sind, ist die Selbstmordrate hingegen bekanntlich gleich Null.
- Die oben genannten Möglichkeiten zur Herstellung von Spannung werden nur additiv eingesetzt. So muss halt ein neuer Bösewicht her, nachdem Gilliam Murrays Potential verbraucht ist – warum der kühle Denker Wells diesem plötzlich ganz naiv Glauben schenkt, bleibt ein Rätsel ...“








