Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katharina01:
Actionreiche, aber etwas flache Weltraumjagd
Die Krone der Sterne von Kai Meyer
Iniza, eine junge Adelige aus der Galaxie Tiamande, wurde als Braut für die Gottkaiserin ausgewählt, die gemeinsam mit ihrem Hexenorden über die Galaxie herrscht. Niemand weiß, was genauso wie dabei erwartet - aber vermutlich ist es nichts Gutes. Gemeinsam mit ihrem Geliebten Glanis, dem Kopfgeldjäger Kranit und der kleinkriminellen Alleshändlerin Shara tritt sie die Flucht an.
Was folgt, ist eine rasante Jagd durch das All.
***
"Die Krone der Sterne" ist das neueste Buch des Fantasy-Bestsellerautors Kai Meyer, der sich damit an ein für ihn neues Genre herangewagt hat. Der Klappentext versprach eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction, weshalb ich zugegriffen habe, obwohl ich normalerweise kaum Science Fiction lese. Tatsächlich war das Buch dann aber sehr techniklastig und richtete sich wohl an erfahrenere Science Fiction-LeserInnen. Zumindest fühlte ich mich zwischen all den Plasmawaffen, schwarzen Löchern und Raumschifftypen manchmal ein wenig verloren. Hilfreich waren jedoch die Bilder zu Beginn des Buches.
Die Charaktere waren durchwegs interessant. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten und ihre Geheimnisse, die erst langsam enthüllt wurden. Interessanterweise gefielen mir Kranit und Shara, die beiden Nebencharaktere, besser die die Protgaonistin, die (genauso wie ihr Geliebter) demgegenüber eher farblos blieb. Kranit und Sharas Charaktere waren dafür für meinen Geschmack schon fast zu überzeichnet und wirkten teils wie Karrikaturen von sich selbst (etwa was die ständige Gewaltanwendung betrifft).
DIe Handlung konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Auf einen fulminanten und actionreichen Einstieg folgte bis zum Schluss des Buches eine einzige lange Flucht, ohne allzu Dramarturgie. Die Hintergründe blieben dabei recht nebulös, mir wurde beispielsweise bis zum Schluss nicht klar, warum der Hexenorden Iniza so dringend haben möchte oder was der Hexenorden überhaupt genau ist. Für mich hat sich das Buch wie ein einziger langer Prolog zu einer größeren Geschichte gelesen und tatsächlich ist meines Wissens eine Fortsetzung geplant.
Zusammengefasst bietet "Die Krone der Sterne" daher eine solide geschriebene Weltraumjagd mit interessanten Charakteren und neuen Ideen. Spannung kam bei mir jedoch keine auf, weshalb ich die Fortsetzung nicht lesen werde.
Rezensionen von Landbiene:
Die Krone der Sterne
Die Krone der Sterne von Kai Meyer
Eigene Inhaltsangabe:
Die Adlige Iniza wurde ausgewählt um eine Braut der Gottkaiserin zu werden die einen Hexenorden beherrscht. Auf dem Weg zur Gottkaiserin gelingt Iniza allerdings die Flucht. Mehr schlecht als Recht! Denn urplötzlich hat sie die Alleshändlerin Shara und einen Waffenmeister namens Kranit am Hals.
Zu allem Überfluss ist auch noch ihr heimlicher Geliebter Glanis verschwunden. Gemeinsam beginnt die Flucht, Suche und das Abenteuer.
Schreibstil:
Der Schreibstil von Kai Meyer ist zwar flüssig, dennoch kam ich immer wieder ins stocken und schweifte mit meinen Gedanken komplett ab. Das führte dazu, dass ich gar nicht mehr so richtig wusste worum es ging und einiges doppelt las. Er hat fantastische Planeten und Raumschiffe erschaffen, aber die Charaktere und die Geschichte an sich konnten mich rein gar nicht fesseln. Die ganzen unbekannten Dinge wurden mir zu wenig beschrieben, sodass meine Fantasie nicht genug angeregt wurde. Ich hatte nur Hyperschleusen, Blaster und was für Dinge auch immer im Kopf. Vielleicht ist das dem Genre anzulasten, aber ich hab auch schon andere Fantasy-Bücher gelesen in denen es nicht so Technik lastig daher ging. Beginnen tut die Geschichte mit zwei verschiedenen Erzählsträngen die dann ineinander fließen, aber auch später gibt es verschiedene Perspektiven der Protagonisten. Ansonsten sind die Kapitel nummeriert und haben eine angenehme bis kurze Leselänge.
Allgemeine Meinung:
Eigentlich hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut, da ich von Kai Meyer bis jetzt nur Gutes gehört habe und ?Die Seiten der Welt? Band 1 mir gefallen hat. Leider bin ich aber wirklich enttäuscht. Es fing damit an das ich der Geschichte einfach nicht richtig folgen konnte. So viele unbekannte Dinge, Wörter, Planeten, Waffen usw. zu denen ich kein richtiges Bild in den Kopf bekommen habe und dazu die Geschichte die ich irgendwie langweilig fand. Am schlimmsten war für mich das ich zu den Protagonisten einfach keine Beziehung aufbauen konnte. Ich kann auch nach dem Lesen des Buches noch nicht mal sagen, ob ich Iniza sympathisch fand oder nicht. Die meisten Protagonisten sind für mich völlig farblos und somit unbekannt geblieben. Es hat einfach an den Emotionen der Charaktere gefehlt die eine Geschichte spannend macht und den Leser fesselt. Da kann noch so viel Action sein?.Lediglich der Waffenmeister Kranit konnte mich etwas erreichen, sowie die Muse. Ein Robotermädchen das mehr Gefühl zeigt, wie Iniza ihrem Verlobtem gegenüber. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Lesechallenge gelesen, hätte ich bei S. 120 abgebrochen. Im Nachhin, wäre es für mich persönlich auch die richtige Entscheidung gewesen!
Leider nur 2 von 5 Sternen!
Rezensionen von Josetta:
Vorsicht, Weltraumsuchtgefahr...
Die Krone der Sterne von Kai Meyer
Zusammen mit ihrem Hexenorden, herrscht die allmächtige Gottkaiserin über das galaktische Reich Tiamande. Der Orden sucht in regelmäßigen Abständen nach Mädchen, die ihr als Bräute zugeführt werden. Deren zukünftiges Schicksal ist nahezu unbekannt. Niemand hat sie je wieder zu Gesicht bekommen.
Die adlige Iniza ist die nächste auserwählte Braut. Diese Zukunftsaussicht gleicht einem Alptraum für die junge Frau. Darum plant sie mit ihrem Leibwächter und Liebhaber Glanis die Flucht von einer Raumkathedrale, die sie auf direktem Weg zu den Hexen bringen soll. Ihr heimliches Ziel ist der Planet Noa, dessen Existenz nur eine Gruppe von Weltraumpiraten kennt. Inizas abtrünniger Onkel Fael ist der Anführer dieser gefürchteten Gesellschaft von Schurken und Banditen. Er gestattet dem Liebespaar Asyl. Leider vereitelt der Söldner und legendäre Waffenmeister Kranit die geplante Flucht der Beiden. Er hat eigene Pläne mit der jungen Dame. Widrige Umstände veranlassen eine Zusammenarbeit von Kranit, Iniza und Glanis. Kurze Zeit später mischt auch die Alleshändlerin Sarah Bitterstern tatkräftig mit.
Die Vier werden nicht nur vom Orden verfolgt. Auch Inizas verhasster Onkel Hadrath ist dem Gespann dicht auf den Fersen. Sein Ziel ist glasklar: Noa. Denn er hat noch eine Rechnung mit seinem schlimmsten Feind zu begleichen, seinem Bruder Fael?
Das Buch von Kai Meyer punktete bereits mit seinem Cover und den Skizzen, die auf den ersten Seiten zum Vorschein kamen. Skizzen von Tiamande und seinen Bewohnern, die ich erst mal minutenlang betrachten musste. Das galaktische Reich bekam am Anfang des Buches sofort ein Gesicht. Einfach toll.
Dieser Roman war mein erster Ausflug in ferne Welten, sprich mein erstes Buch aus dem Genre SciFi/Planeten/Weltraumkämpfe usw. Ich kann nicht beurteilen, ob die Gefechte und Jagten mit Raumschiffen, Weltensprüngen und fremden Galaxien schon tausende Male in ähnlichen Büchern geschildert wurden.
Tatsache ist, ich wurde hervorragend unterhalten. Mir hat ?Die Krone der Sterne? richtig gut gefallen. Der Spannungsbogen war immer vorhanden. Im Gegenteil, einige Male wäre ich gerne länger auf den jeweiligen Planeten verweilt, mich faszinierten die vielen verschiedenen Welten von Kai Meyer.
Der Autor verpasste allen Charakteren ein liebevolles Etwas. Egal ob streitsüchtige Shara, Eigenbrötler Kranit, tapfere Iniza oder liebenswerte Muse. Man muss sie gern haben.
Ich freue mich über eine Fortsetzung von Tiamande. Der nächste Band wird zu 100% wieder in meinem Bücherregal zu finden sein. Denn einzig der Schluss hat nicht wirklich befriedigt. Es fehlt der berühmte Cliffhanger. Aber auch so lege ich mein Buch zufrieden zurück an seinen Platz und gebe eine klare Leseempfehlung für alle, die mit besonderen Charakteren eine äußerst spannende Reise zu fernen Galaxien unternehmen möchten. Es lohnt sich.
Rezensionen von Gaby 2707:
Vom Untergang einer Nordseeinsel
Fluch über Rungholt von Franziska Steinhauer
Auf Rungholt, einer kleinen Nordseeinsel geht es bügelhoch her. Ausschweifungen und Sünden, Verschwendungs- und Spielsucht, Eitelkeit ? Pfarrer Rierd Asmus wird seiner Schäfchen nicht mehr Herr. Als kurz nacheinander zwei junge Frauen eines unnatürlichen Todes sterben und dann auch noch ein Mann in einem Salzbottich tot aufgefunden wird, verdächtigt man einen Fremden ? den Zeitreisenden Shahid.
Franziska Steinhauer nimmt mich mit in das Jahr 1362, wo angeblich im Januar eine Sturmflut die Nordseesiedlung Rungholt und ihre Bewohner unter sich begraben hat.
Shahid, ein Zeitreisender mit spektakulärem Gedächtnis, taucht in Rungholt auf. Er ist sich sicher, dass die beiden jungen Frauen keines natürlichen Todes gestorben sind. Durch seine Methoden macht er sich verdächtig und die Bewohner haben schnell ihn als den Mörder in Verdacht. Er ist so ein ganz anderer ?Ermittler?, der hier auch seine eigene Geschichte kurz erzählt.
Auch die weiteren Personen sind so menschlich und natürlich gezeichnet, die Örtlichkeiten so naturgetreu wiedergegeben, dass ich schnell mitten in der Geschichte drin bin. Ich meine den Schmutz auf den Straßen und am Markt riechen zu können, meine die Hitze in der Salzsiederei auf meiner Haut zu spüren und laufe mit den Pferden sehr vorsichtig durch die Torfregion um nicht einzusinken. Der Unterschied zwischen den wenigen durch das Salz reich Gewordenen und dem armen hart arbeitenden Volk kommt sehr gut rüber. Die Behandlung der Untergebenen und auch des kleinen Kindes eines Salzsiedereibesitzers und seiner Frau haben mich etwas entsetzt. Dass die Frauen damals überhaupt keine Rechte, sondern nur dem Manne untertan zu sein hatten, kann ich heute kaum noch verstehen, wird in der Geschichte sehr klar heraus gestellt.
Leid getan hat mir Pfarrer Asmus, der einen sehr schweren Stand in seiner Gemeinde hat und es nicht verwinden kann, wie sich alles zum Negativen verkehrt.
Vielleicht liegt es an der damaligen Zeit, dass ich außer mit Shahid mit keiner der Personen richtig ?warm? geworden bin. Er hat mich mit seiner so ganz anderen Art gefesselt und beim Lesen gehalten.
Für mich besonders interessant finde ich die Seiten nach der Geschichte. In Legende und Wahrheit erfahre ich vieles aus der vergangenen Zeit und auch über Rungholt. Und wer mag, kann sich in den Informationen zur Zeitgeschichte mit weiterem Lesestoff versorgen.
Für alle, die mittelalterliche Geschichten mit interessanten Figuren und einem guten Plot mögen ? hier bitte zugreifen.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
In Todesnähe gibt es eine besondere Art von Wirklichkeit, die alle Schutzmaßnahmen niederreißt, bis man gezwungen ist, dem Leben ohne Hoffnung auf Verschonung zu begegnen
In jedem Augenblick unseres Lebens von Malmquist Tom
In Todesnähe gibt es eine besondere Art von Wirklichkeit, die alle Schutzmaßnahmen niederreißt, bis man gezwungen ist, dem Leben ohne Hoffnung auf Verschonung zu begegnen
"Der Oberarzt tritt den Kipphebel an Karins Patientenbett fest. Mit lauter Stimme informiert er die Krankenschwestern, die Karins Top und Sport-BH aufschneiden: Patientin schwanger, Kind laut Angaben wohlauf, dreiunddreißigste Woche, vor etwa fünf Tagen grippeähnliche Symptome, Fieber, Husten, leichte Atemnot, der Schwangerschaft zugeschrieben, heute akute Verschlechterung, schwere Atemnot, vor einer Stunde hier in der Geburtsklinik erschienen.
" S. 7 Das sind die ersten zwei Sätze des Buches - sie läuten die ersten knapp 100 Seiten ein, die genau das beschreiben, was man aus dem Klappentext erwartet: Karin, bis dahin völlig gesund, werdende Mutter, Lebensgefährtin von Autor Tom Malmquist, liegt plötzlich in lebensbedrohlichem Zustand im Krankenhaus.
Ich konnte mich auf das Thema einlassen, kenne kleineren Dramen mit gutem Ende - dieses Gefühl des aus-der-Welt-Fallens in den Fluren eines Krankenhauses und konnte mich darin wiederfinden. Der Autor war bis dahin mit Gedichten in Erscheinung getreten, mit Songtexten, dies ist sein Debüt. Er (be-)schreibt mehr die Fakten als vordergründig über die Emotionen, gerade auch in der ersten Zeit nach dem Tod seiner Frau, zurückgelassen mit der neugeborenen Tochter. Die Trauer merkt man mehr in den Neben-Informationen, den fortgesetzten Gesprächen mit der Psychiaterin, den Reaktionen von Freunden und Familie, dem Schlafmittelbedarf - alles wenig verwunderlich. Er funktioniert.
Man muss sich an den Schreibstil des Buches, das nach meiner Meinung eher Biographie denn Roman ist, gewöhnen, an stream-of-consciousness-Manier ohne gekennzeichnete wörtliche Rede und häufig ohne klar benannte Sprecher. "Wie alt ist eigentlich Karins Bruder?, fragt Alex. Vor etwa einem Monat haben wir seinen Vierzigsten gefeiert, wieso?, will ich wissen. Ich war ihm noch nicht begegnet, und was machen Karins Eltern, fragt Alex. Du meinst, was sie arbeiten?, frage ich." S. 89 Der Text würde dann auch glatt als Dialoganweisung für ein Fernsehspiel taugen. Der Effekt war dann auf mich auch tatsächlich der, ganz unmittelbar am Geschehen dran zu sein, nicht einmal von bestimmten Sprachnormen gefiltert. Dazu gibt es auch häufige zeitliche Rücksprünge auf frühere Zeiten, so, wie es gerade in die Erinnerung hineinfällt.
Ich habe den Roman zügig und mit einer gewissen Sympathie gelesen, mag gelegentlich gerne Biographien über interessante historische Persönlichkeiten. Ich kann nachvollziehen, dass man bei einem Schicksalsschlag, besonders bei Trauer, das Bedürfnis verspürt, darüber zu reden, vielleicht Tagebuch zu schreiben - ein Buch daraus zu machen, ist für mich dennoch immer grenzwertig zu "Betroffenheitsliteratur". In diesem Dilemma bin ich auch hier.
Ein tolles Buch, das Malmquist seiner Tochter geben kann darüber, wie ihre Mutter war, wie ihre Eltern einander kennengelernt haben, wie die erste Zeit ohne ihre Mutter war, die sie nie kennenlernen durfte, wohl aber die Trauer des Vaters; vielleicht auch ein tolles Buch für die Familie, Freunde, für sich selbst.
Kann Malmquist eindringlich schreiben: ich finde, ja.
Ein tolles Buch für jedermann: ich finde - nein. Dazu ist das zu sehr eine rein persönliche Geschichte, bei der der Autor aber natürlich jegliches Recht hat, diese offen kundzutun.
4 von 5 Sternen, weil mich der Text berührte.
Nachtrag:
Ich schreibe üblicherweise erst meinen Kommentar und lese dann die von anderen - dabei ergänze ich gelegentlich, wenn ich einem häufigen Tenor nicht beipflichte. Ich habe "kalt" als Beschreibung für Malmquists Buch gelesen, "gefühllos" - nein, nicht nach meiner Meinung. Malmquist beschreibt bereits sein Handeln im Krankenhaus als von Panik getrieben. Er beschreibt die Angst, mit seiner Tochter etwas falsch zu machen - er beschreibt keine Weinkrämpfe, ist eher lakonisch, vielleicht auch erstarrt. Ich mag nicht, dass heute nur als "authentisch" gilt im Zeitalter von Castingshows, wer geradezu hysterisch, laut wird. Erst mit den letzten Seiten scheint Malmquist sich aus dieser Erstarrung zu lösen, teilt er seine Tränen mit. Von dort stammt auch das Zitat, das zu meinem Titel führte, er redet dabei seine Partnerin direkt an und erinnert sich "?du siehst mich an und erzählst, dass es in Todesnähe eine besondere Art von Wirklichkeit gibt, eine, die alle Schutzmaßnahmen niederreißt, bis man gezwungen ist, dem Leben ohne Hoffnung auf Verschonung zu begegnen.." S. 288
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Nein, dieses Buch will ich NICHT mit jedem teilen - dazu ist es zu einzigartig!
Die Stierin von Andrea Stift-Laube
Ich bin beeindruckt nach der Lektüre. Teilen will ich das Buch NICHT mit jedem - dieses Buch möchten bitte nur die Leser zur Hand nehmen, die bereit sind, sich auf ein ganz spezielles Erlebnis einzulassen. Sie werden belohnt werden.
Grandios: Doppelbödig, mythologische Komponenten, fesselnd, verstörend, sehr eigen, (heraus-)fordernd, komplex, lässt innehalten: belohnt
Mythologische Komponenten:
Die keltische Maeve, Halbgöttin und Königin, ist eine zentrale Figur der irischen Mythologie, für ihre Mannstollheit bekannt, stark und unerbittlich.
Im wohl bekanntesten Epos Irlands will Maeve mit ihrem Mann gleichziehen, der im Gegensatz zu ihr einen sehr starken Stier besitzt. Als sie den von ihr daraufhin erworbenen Stier in den Kampf gegen seinen schickt, endet das für beide Tiere mit dem Tod.
sehr eigen: Maeve trifft auf Maeve, die keltische Sage wird transponiert in die Gegenwart. Die Maeve der Gegenwart besitzt einen Käseladen. Die keltische Maeve wurde mit einem Stück Käse getötet. Ein Chor. Das klingt eigen und ist es, ist aber (ganz definitiv) kein Fantasyroman, sondern ein von den reinen Worten her nicht abgehobener, aber sehr literarischer, sehr reicher und symbolhafter Text, denn was hier gemein(sam) ist, ist
verstörend: es wird berichtet von männlicher Gewalt, damals ? und heute. "Vor einigen Tagen zwang er mich auf die Knie und ich musste so verharren. Das war alles." S. 22 Das bleibt nicht 2alles". Beide Frauen verschweigen die Tat. "Man hätte sie mit Mitleid, mit Gerüchten und abschätzigen Blicken ein zweites Mal in den Schmutz getreten." S. 124
(heraus-)fordernd, komplex, lässt innehalten: die "nur" 176 starken Seiten habe ich aus der Anregung der Leserunde in drei Abschnitten gelesen. Diese haben mir gut getan; die wenigen Seiten sind so komprimiert, dass ich vielfach zurück- und vorgeblättert habe. Der Text ist unglaublich überdacht konstruiert, da ist nichts Zufälliges - selbst die Symbole über den Texten zum Chor haben ihren Sinn.
Ich habe drei Abende lang gelesen - immer wieder musste das Buch hingelegt werden, um Platz zu schaffen für die hervorströmenden Assoziationen und Gedankenspiele, die mich auch durch die Tage begleiteten. Da geht es um männliche Gewalt und weibliches (Er-)Dulden, um Rache, um Kampf, um weiblichen Neid, um Selbstwert. Ich fühle mich belohnt ? und empfehle die Lektüre, bitte erst nach Austesten anhand der Leseprobe. Dieses Buch ist zu toll, um schlechte Bewertungen anhand einer falschen Erwartungshaltung zu verdienen. http://www.kremayr-scheriau.at/assets/buxmedia/9c9f9fb47562fc98e341896908b85a91.pdf
Übrigens macht der Verlag Kremayr & Scheriau alles alles richtig bei der Gestaltung seiner Bücher, dies waren meine ersten (gleichzeitig mit "Fliegenpilze aus Kork"). Da gibt es Lesebändchen selbst bei einer geringen Seitenzahl von knapp unter zweihundert Seiten, diese sind auf haptisch angenehmem (und gut duftendem!!) Papier gedruckt, es gibt zusätzlich zum Umschlagdesign ein dazu passendes Design des eigentlichen Einbandes - die roten Haare setzen sich fort. Auf dem Vorsatzblatt sind die roten Haare spiegelverkehrt; also rote Farbe als Hintergrund und die Haare in weiß. Und die eigentlichen Buchdeckel des Buches unterhalb des Schutzumschlages sind wiederum dazu gespiegelt. Das Foto davon hängt an. Das ist genial (ich mag keine Cover - aber so etwas ist schon ein bisschen sehr cool) - und die verschiedenen Bücher des Verlages sind bei sonst unterschiedlicher Gestaltung von den Buchrücken her eindeutig zueinander passend. Etwas für alle Sinne, das freut das Bücherherz!
Rezensionen von Dorothy:
Dieses Buch feiert das Leben
Ich wollte nur, dass du noch weißt ... von Trunko Emily
Bevor ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, hatte ich noch nie von dem Blog gehört. Es war in mehr als einer Hinsicht Liebe auf den ersten Blick. Die Idee hat mich verzaubert, der Erfolg der Autorin und der Seite begeistert und die Briefe tief bewegt und nicht mehr losgelassen.
DAS BUCH
Mich hatte schon das Cover angesprochen, die vielen bunten Tropfen, die bunten Farben.
Es hatte etwas Lebensbejahendes, Kreatives, Beschwingtes. Als ich dann auf den Inhalt geschaut habe, wusste ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Manche der Tropfen glänzen metallisch, was sehr hübsch ist, das Cover ist fest und die Prägung gibt einem das Gefühl, als hätte man Stoff in der Hand. Die Ecken sind abgerundet, es gibt ein Lesebändchen - schon allein der Einband ist mit viel Liebe gestaltet.
Aber das ist noch kein Vergleich zum Inneren des Buches. Alle Seiten sind bunt, thematisch mit dem passenden Design hinterlegt, die Texte kreativ und farbig ausgearbeitet und aus festem, stabilem Papier - einfach wunderschön. Das ganze Buch wirkt mit so viel Liebe gefüllt, mit so viel Gefühl, dass schon das durchblättern Spaß macht und einen mit großer Vorfreude erfüllt. Das Buch ist ein Schatz für all diejenigen, die es zu schätzen wissen. Lisa Congdon - die Illustratorin des Buches - hat hier eindeutig viel Herz bewiesen.
DER INHALT
Neben einem Vorwort von Emily Trunko finden wir zahlreiche Briefe der verschiedensten Art. Es gibt keine Seitenzahlen, dafür aber immerhin Kapitel, nach denen die Briefe unterteilt sind (und das Lesebändchen!). So finden wir uns in Themen wie Familie, Freunde, unerwiderte Liebe, Herzschmerz und Verlust wieder. Und anderen Themen, die die meisten von uns kennen und auf die ein oder andere Art bereits erlebt haben. Auch hier sind die Titelblätter natürlich wunderschön bunt und passend gestaltet. Die Briefe sind alle sehr unterschiedlich, und sich in ihrer Unterschiedlichkeit aber auch oft sehr ähnlich. Manchmal hat man mehrere Briefe hintereinander, die im Grunde das gleiche sagen, aber andere Worte dafür wählen. Manche sind unglaublich kurz, manche gehen über zwei Seiten - das waren mir die Liebsten.
Ich habe ein schlechtes Gewissen es gedacht zu haben und jetzt auch hier zu schreiben, aber manche Briefe wirken sogar etwas 'banal', etwas zu einfach, ohne eine große Aussagekraft. Unpersönlich. Aber so ist das Buch und der Blog nun einmal. Es geht nicht wirklich um die Leser, es geht um diejenigen, die schreiben, sich öffnen, ungeschickte Briefe und unausgesprochene Worte endlich in die Welt entlassen. Manch ein Brief mag vielleicht banal wirken, aber für die Person war es das sicher nicht - für manche haben diese kurzen Eingeständnisse schon viel Kraft und Mut gekostet. Dass ist nun einmal das Leben. Demnach unterscheidet sich auch der Schreibstil, je nach Briefschreiber und das ist auch gut und richtig so. Es gibt einen Brief der die Reaktion auf einen anderen, in dem Buch abgedruckten, Brief ist - das mochte ich sehr. Manche Briefe habe ich eher überblättert, manche haben mich zum Innehalten gezwungen und mir Tränen in die Augen getrieben. Das Kapitel 'Verlust' habe ich komplett durchgeweint.
Zu Beginn - beim Durchblättern - habe ich mich sehr darüber gefreut, dass das Buch mit dem Kapitel 'Danke' endet, schließlich waren ihm einige manchmal recht schmerzvolle Kapitel vorangegangen. Aber dass das Kapitel ausgerechnet nach 'Verlust' kommt, hat mich doch stark aus dem Konzept gebracht - hier bedarf es auf jeden Fall ein paar Stunden Pause zwischendurch. Allgemein ist das Buch mit Sicherheit nichts, dass man einfach in einem Zug durchlesen sollte, sondern Stück für Stück, Brief für Brief manchmal mit einer kleinen und manchmal mit einer größeren Pause genießen sollte. Das Buch erzählt nicht eine große Geschichte, sondern hunderte. Auch wenn sie letztlich alle vom Leben erzählen.
EMILY TRUNKO UND DER BLOG
Emily Tusko ist zum jetzigen Zeitpunkt 16 Jahre, sie hat den Blog 'Dear my Blank' vor fast zwei Jahren gegründet - damals bestand er aus unzähligen Briefen, die sie selbst geschrieben und niemals abgeschickt hat. Heute folgen tausende Menschen ihrem Beispiel. Aber auch wenn die Briefe anonym sind, ist es die Seite in vielerlei Hinsicht nicht, es ist eine Cummunity entstanden, eine Familie. Die Leser unterstützen die Schreibenden, Leser fühlen sich verstanden, versuchen zu helfen, teilen ihre Gefühle, ihre Gedanken und Geheimnisse. Es ist nicht das erste wundervolle Projekt, das Emily Trunko ins Leben gerufen hat - aber auch dazu findet ihr mehr, wenn ihr das Buch selbst lest. Das Buch ist ein Schatz und ein Juwel - aber der Blog ist ein Geschenk und ein Zufluchtsort für so viele Menschen geworden.
FAZIT & MINIMALE KRITIK
Es ist unmöglich, dieses Buch nicht zu lieben. Nicht mitzufühlen und über das Leben und seine eigenen Erfahrungen nachzudenken. Zumindest war es das für mich. Es ist ebenfalls fast unmöglich eine normale Rezension über dieses Buch zu verfassen, weil es so anders ist, so besonders - aber ich wollte es zumindest versuchen. Das Buch hat mich motiviert, selbst einmal ein paar Dinge nieder zuschreiben, die längst einmal hätten gesagt werden müssen, zu deren Aussprechen mir aber der Mut fehlt. Das Buch hat mich sehr bewegt, mich manchmal zum Lachen und oft zum Weinen gebracht. Oft waren es vor allem die langen Briefe, die mich bewegt haben - was denke ich, natürlich ist, weil man sich leichter in die Situation einfühlen kann, als wenn es nur zwei Sätze sind, zu denen uns der Hintergrund fehlt. Aber auch insbesondere ein kurzer Brief - wenn nicht gar einer der kürzesten - hat mich nach Luft schnappen lassen und direkt ins Herz getroffen. Von manchen Briefen habe ich mich verstanden gefühlt, anderen hätte ich entgegen brüllen wollen. Mit manchen habe ich mitgefiebert und wünsche den Verfassern von Herzen alles Glück dieser Welt.
Der einzige Kritikpunkt - und auch hier habe ich geradezu ein schlechtes Gewissen, bei diesem wundervollen Buch einen Kritikpunkt anzubringen - ist die Auswahl der Briefe. Tausende erreichen Emily Trunko immer und immer wieder und ich weigere mich zu glauben, dass es nicht manchmal mehr Themen gegeben hätte, als die der abgedruckten. So drehen sich im Kapitel 'Danke' viele um ehemalige Beziehungen - was natürlich ein guter Aspekt ist, aber es gibt so viele Dinge für die man dankbar sein kann, dass ich bei diesem Kapitel und manchmal auch bei einem der anderen, etwas vermisst habe.
Zum Schluss fand ich es manchmal sogar etwas traurig, dass die Illustration so schlicht und jugendlich ausgefallen ist. Für dieses wundervolle Buch hätte man die größten Künstler begeistern können - aber eigentlich stimmt das nicht. Lisa Congdon IST eine Künstlerin voller Herz und hat dieses Buch zu dem gemacht, was es jetzt ist. Die Illustration passt perfekt zu dem Buch, es passt zur Autorin und es passt zum Leben. Manche Briefe sind traurig, andere wütend, andere voller Liebe und Dankbarkeit - aber die bunten Seiten, die verschiedenen Schriften, das feste Papier in den Händen und die passenden Bilder feiern das Leben mit jedem Mal, das wir umblättern.
Für mich ist das die Aussage dieses Buches. Wir haben alle viel erlebt, wir leiden und lachen und lieben. Wie erleben. Manchmal mit unseren Freunden und Familien, manchmal allein. Aber wir alle haben diese Gefühle, wir alle spüren das Leben. Manchmal fühlt es sich nur nicht so an.
'Ich wollte nur, dass du noch weißt' zeigt uns auf jeder Seite was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Danke.
Rezensionen von yellowdog:
Ganz besondere Geschichten
Ab morgen wird alles anders von Anna Gavalda
Die bekannte französische Autorin Anna Gavalda hat mit ?Ab morgen wird alles anders? großartige Erzählungen vorgelegt.
Anna Gavaldas symbolhafte Kurzgeschichten vermögen zu berühren. Gerade auch die erste Geschichte mit dem Hund. Eine tragische Familiengeschichte.
Gavaldas Storys sind abwechslungsreich.
Wie anders ist z.B. dann die längste Geschichte ?Mathilde, über eine junge Studentin in Paris in der Krise. Sie überdramatisiert, aber ihre Situation ist prekär. Das nimmt noch zu, als sie die besondere Begegnung mit Jean-Baptiste hat.
Mathildes innere Gedankengänge sind ironisch gehalten. Das hat seine eigene Komik.
Schließlich wird das ganze unerwartet zu einer Art Lebensbeichte. Anlass ist der Fund eines Briefes in der einst verlorenen Handtasche.
Es folgt Meine Kraftpunkte. Eine eindrucksvolle, aber etwas sentimentale Familiengeschichte, die einen Vorfall in der Schule in den Mittelpunkt stellt. Schade, eigentlich, dass das Geheimnis der Geschichte schließlich doch gelüftet wird.
Dann kommen mit Yann und Minnesang noch 2 Stories, auf die ich jetzt inhaltlich nicht mehr eingehe, weil sie mich nicht ganz so stark erreicht haben, wie die 3 vorhergehenden und um den Rahmen nicht zu sprengen.
Die Autorin vermag es, einen Einblick in die jeweilige Lebenssituation zu geben, ein Zeichen für ihre Empathiefähigkeit, die sie auch an ihre Leser weitergeben kann.
Mein einziger Kritikpunkt an Anna Gavaldas Stil wäre, dass sie manchmal etwas schneller auf den Punkt kommen könnte. Aber sie schreibt lieber zwei Sätze mehr, als einen zu verdichten. Quasi als Ausgleich dafür enthält Gavaldas Sprache einen hohen Detailreichtum.
Die Geschichten funktionieren und beeindrucken durch ihre Originalität. Dafür sind vier fette Sterne mehr als verdient.
Rezensionen von thora01:
Die Vergangenheit läßt grüßen - schöne aufschlussreiche Fortsetzung
Ab morgen wird alles anders von Anna Gavalda
Inhalt/Klappentext:
Nach dem Schockerlebnis am See versucht Jess, einen Sinn hinter dem Handeln ihrer Mutter zu finden. Gemeinsam mit Will und Kendra rätselt sie, wie sie bekommt, was ihr zusteht. Jaydee findet langsam zurück in sein Leben und erholt sich vom Fieberwahn. Er erzählt Abe von seinen Erlebnissen und überlegt, wie er in all den Lügen und Geheimnissen, die ihn sein Leben lang begleitet haben, einen Sinn finden kann.
Auch Akil stellt sich seinen Aufgaben und tritt - gemeinsam mit Ben - in eine Welt ein, die ihm mehr abverlangt, als er je angenommen hat. Er erhält eine weitere Vision, in der er abermals ein Leben retten muss. Dieses Mal von jemanden, den er kennt - und es könnte bereits zu spät sein.
Meine Meinung:
Sehr schöner wenn auch etwas ruhiger Teil. Sehr spannend war es Antworten auf viele in den Vorbänden aufgetauchten Fragen zu bekommen. Der Schreibstil ist wie eh und je genial. Die Idee mehrere Stränge parallel verlaufen zu lassen finde ich sehr gut. Die Protagonisten werden immer tiefgründiger und zeigen immer mehr ihre ganz besondere Eigenheiten. Sehr gut gefällt mir, wie Nicole Nebenprotas aus den Anfangsbänden wieder in die Geschichte integriert hat. Sehr spannend finde ich wie Entscheidungen der Protas die Reihe beeinflusst haben und beeinflussen. Der Schluss ist ein wenig dramatisch und macht Lust sofort weiterzulesen.
Mein Fazit:
Tolle Fortsetzung. Er ist weniger actionreich aber dennoch sehr spannend. Die Zusammenhänge werden immer klarer und die Protagonisten immer mehr gefordert.
Rezensionen von TheUjulala:
Großartig aufregende Achterbahn der Gefühle zwischen prickelnden Funken und verblüffenden Wendungen
GötterFunke 1. Liebe mich nicht von Marah Woolf
Zugegeben, anfangs hatte ich doch etwas Angst davor: Marah Woolfs erstes Buch, welches in einem Verlag veröffentlicht wurde. Und es wurde in den Medien ziemlich gepusht. Ich kenne alle Bücher der Autorin und bin immer wieder fasziniert davon, wie großartig raffiniert sie das Spiel des Gefühls-Ping-Pong beherrscht.
Als großer Marah Woolf Fan war dieses Buch natürlich ein absolutes Muss, und was soll ich sagen - sie hat mich mal wieder total begeistert!
Das Cover:
Zugegeben, das Cover erschlägt mich ein bisschen. Es wurden verschiedene Schriftarten eingesetzt, und diese auch großflächig über die gesamte Seite verteilt. Außerdem liegen viele ornamentale Ebenen übereinander. Das Porträt ist hübsch, obwohl für mich das eher eine reifere Frau ist, als eine junge Erwachsene. Die Augen wären wahrscheinlich besser heraus gekommen, wenn das Wort "liebe" nicht ganz so prägnant auf der Stirn platziert wäre. Das Besondere aber an dem Cover ist, dass es aus einem geriffelten Strukturpapier besteht, und nur der Satz ?liebe mich nicht? in Blindprägung einen Glanzlack erhalten hat. Das macht das ganze Cover ziemlich edel und ich habe das Buch tatsächlich ehrfürchtig in den Händen gehalten. Ja, ich bin beeindruckt. Im Buchhandel wäre ich auf jeden Fall magnetisch angezogen worden. Und ja, ich finde es etwas zu kitschig - aber wer hat behauptet Kitsch wäre doof?
Die Handlung:
Die beiden besten Freundinnen Jessica und Robyn wollen ihre letzten gemeinsamen Sommerferien mit ihren Freunden Cameron und Josh in einem 6 wöchigen Feriencamp verbringen. In dem Camp lernen sie zudem Athene, Apoll und Cayden kennen, jedoch wissen sie nicht, dass die drei Götter sind. Auch nicht der Grund ihrer Anwesenheit, der Wettstreit zwischen Zeus und Prometheus, der sich auf der Erde den menschlichen Namen Cayden gegeben hat. Diese Aufgabe, die Prometheus erledigen muss, um seinen sehnlichsten Wunsch endlich sterblich zu werden, stellt die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen auf eine harte Probe. Denn erst, wenn ein von Athene gewähltes Mädchen seiner Verführung widerstehen kann, wird Zeus ihm seinen Wunsch erfüllen. Und dafür hat Prometheus nur alle 100 Jahre 3 mal die Chance. Obwohl sich Jess geschworen hat, sich nicht zu verlieben, muss sie sich eingestehen, dass sie Cayden verfallen ist. Aber sein zwiespältiges Verhalten treibt sie fast in den Wahnsinn.
Was mir nicht so gut gefallen hat:
Die Handlung ging mir zu Beginn ein bisschen zu zäh los. Nach nicht ganz 200 Seiten steigt die Spannung erst ein bisschen. Über die Zwischeneinschübe von Hermes bin ich mir nicht so sicher, ob sie mir wirklich gefallen. Sie verraten dann doch teilweise zu viel, was der Leser sich aber eigentlich schon denken konnte. Manchmal sind sie gut, manchmal empfinde ich sie als überflüssig.
Was mir gut gefallen hat:
Trotz leichten Startschwierigkeiten hat die Spannung und der Handlungsbogen dann aber stetig zugenommen. Vor allem das Wechselbad der Gefühle geht immer mehr auf Achterbahnfahrt! Ab da hatte es mich dann gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Grandios, wie raffiniert Marah Woolf mal wieder mit den Gefühlen der Protagonisten und des Lesers spielt! Ich bin total von den Socken. Ich liebe es, wenn das Protagonisten-Pärchen sich nicht sofort findet und sich durch den ganzen Roman schlappernd aneinander hängt.
Ich konnte mir die Figuren wunderbar vorstellen. Josh und Apoll hatte ich sofort in mein Herz geschlossen, Leah und Athene waren mir von Anfang an sympathisch, sowie mir die heimlichen Beschützer sehr gefallen haben. Robyn mit ihrer arroganten Art konnte ich von Beginn an nicht leiden und der Verlauf der Geschichte bestätigte nur meine Meinung über sie. Sie hat einen Wandel durchgemacht, den ich nicht gehofft, aber leider erwartet hatte. Aber wer weiß, ob da nicht jemand seine Finger im Spiel hatte...
Auch wenn man als Leser besser als Jess informiert ist, tat sie mir unheimlich leid. Nicht nur wegen Cayden, sondern auch wegen der bröckelnden Freundschaft mit Robyn. In Jess konnte ich mich immer sehr gut einfühlen. Sie war zwar manchmal etwas naiv und auch teilweise dickköpfig, aber das hat sie mir trotzdem sympathisch gemacht. Sie macht auch im Laufe der Handlung eine interessante Wandlung durch. Zunächst ist sie eher das arme Hascherl, das im Schatten ihrer Freundin Robyn steht. Von jeglichen Phobien gebeutelt und aus einem traurigen Elternhaus, vom Vater verlassen, die Mutter Alkoholikerin, beginnt sie doch immer mehr Selbstbewusstsein aufzubauen.
Cayden - tja, der Titanensohn, der ebenso göttlich arrogant aber auch leidenschaftlich sein kann. Da sägt aber jemand gewaltig an Cassians Thron des bockigsten und launischsten Wesen in der Fantasy-Welt. Ich bin super begeistert, wie Marah das wieder geschafft hat. Ich bin mir auch sicher, dass die Autorin Cayden bewusst so ambivalent und ungreifbar erscheinen lies. Und es versüßt mir auch die Wartezeit auf FederLeicht 5. Sie schafft es auch die Figuren so bildlich auszuformen, ohne auf das ?göttliche? Aussehen herum zu reiten, und ohne ständig den "besonderen Duft" und die "harte Brust" pausenlos zu erwähnen. Auch baut sie immer wieder einige überraschende Momente ein - und kaum denkt man, "okay, jetzt ist alles klar" - ZACK - ist gleich wieder alles anders und selbst mein Herz ist dabei gebrochen. Kaum schlägt das Buch prickelnde Funken - ZACK - zerfließt man in Jess? Verblüffung und Trauer.
Der Schreibstil ist wie immer unglaublich leicht, flüssig aber bildhaft und vor allem auch charmant witzig. Ich habe immer wieder herzlich gelacht! Ich sage nur: ?Schieb deinen Hintern doch einfach zur Seite, du blöde Tussi. Dann hat Leo auch noch Platz auf der fucking Holztür. Beim Ertrinken muss man nicht erster Klasse reisen.? (S. 399, Gebundene Ausgabe 2017). Flotte Sprach-Scharmützel wechseln sich immer wieder mit Funken schlagenden Momenten ab, ... lasst Euch überraschen!
Und trotzdem gibt es einige sehr schöne philosophische Stellen, die einem doch auch zu denken geben. Besonders berührt hat mich die Unterhaltung zwischen Jess und Zeus über das Gut und Böse. Da schwingt auch ganz viel Kritik an unsere heutige Zivilisation mit. Dass wir dabei sind, uns selber zu zerstören und es dafür eigentlich keine göttliche Apokalypse benötigt. Mir gefällt auch, dass Jess die Besonderheit nicht schulterzuckend annimmt, sondern sich darüber lange den Kopf zerbricht und versucht sich dafür eine realistische Erklärung zu schaffen - die gar nicht so abwegig sein könnte.
Die Autorin flechtet auch immer sehr gekonnt und dezent die Geschichte der griechischen Mythologie ein, ohne langweilig oder belehrend zu werden. Ich konnte alles wunderbar nachvollziehen und verstehen, ohne der große Mythologie-Checker zu sein. Großartig - es hat mich sehr fasziniert!
Mein Fazit:
Man muss es einfach mögen, das Hin und Her, der ?Eiertanz" der Gefühle, das permanenten Abreisen der Gänseblumen-Blütenblätter ?Er liebt mich - er liebt mich nicht?. Ansonsten sollte man dieses Buch erst gar nicht lesen. Wer Marah Woolf kennt, und weiß, wie prickelnd sie dieses Spiel auf die Spitze treiben kann, dem wird dieses Buch gefallen. Ja, es werden die gängigen Klischees bedient, aber ansonsten bräuchte ich das Buch gar nicht lesen, wenn ich das nicht mögen würde. Und ich liebe es! Trotz Cliffhanger - der ganz schön gemein ist.








