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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Margit Kofler:

Ein interessantes Buch, anders als erwartet und emotional nicht recht zuordenbar

In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Der Roman beschreibt das Leben einer Familie in der ehemaligen DDR über fast vier Generationen, Menschen unterschiedlichster Herkunft und Lebensläufen - der Zeitraum umfasst die letzten sechs Jahrzehnte. Vielfältig: Tod und Lagerhaft einerseits, starker Idealismus mit Aufstieg innerhalb der Parteistrukturen andererseits, Zufall und Willkür liegen knapp beieinander.

Dazu kommt das krampfhafte Festhalten der Alten an ihren Denkmustern. In diesen Jahrzehnten bis zur Wende sehen wir Charaktere beschrieben mit Reformstreben, andere mit Rückzug in die innere Emigration, um nicht Stellung beziehen zu müssen, ein Ausweichen vor Denunziation. Es gibt ein Hoffen auf einen Wechsel von außen, ausländische Sender tun das ihre dazu. Der Enkel begeht Republikflucht - ein Eklat. Dies alles wird gelebt.
Man möchte glauben, dass nun, wenn das Leben als Staatsbürger schon auf mehreren Ebenen - in Parteidoktrin, in Meinungsfreiheit und Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern , schon gewaltigen Beschränkungen unterworfen ist, nun gerade höchster Wert auf Familienglück, Harmonie und Zusammenhalt gelegt würde. Dies nur teilweise , überall treten Brüche auf. Familienrituale sollen über Ablehnungen und Kränkungen hinwegtäuschen. Blitzlichtartig werden Daten und Geschehnisse über den langen Zeitraum beleuchtet und beschrieben. Von humorvoll bis bedrückend.
Der 1. Oktober 1989 allerdings, der 90. Geburtstag des Patriarchen der Familie, wird aus der Sicht beinahe aller Familienmitglieder beschrieben.
Ein interessantes Buch, anders als erwartet und emotional nicht recht zuordenbar.

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Rezensionen von Margit Kofler:

der jungen Autorin .. ist ...ein ungewöhnlich schönes Buch gelungen.

Die Tigerfrau. von Obreht Téa

Meiner Meinung nach ist der jungen Autorin Tea Obreht mit ihrem Roman " Die Tigerfrau" ein ungewöhnlich schönes Buch gelungen.
Sehr einfühlsam wird die liebevolle Beziehung zwischen Großvater und Enkelin beschrieben. Der Tod des Großvaters ruft in der jungen Ärztin Natalia viele Erinnerungen an Begebenheiten wach.

Zeit und Örtlichkeiten sind in diesem Roman nur sehr vage angegeben, man spürt jedoch die Wehmut und die Zerrissenheit, die die Jahre des Krieges in den Seelen der Menschen angerichtet hat. Voll Poesie wird mit Schmerz und Zerstörung umgegangen.
Wir erfahren vom Leben des Großvaters als Kind, als Arzt und die gemeinsamen Jahre in der Familie. Natalia denkt an die kindliche Verbundenheit, die gemeinsamen Zoobesuche, das Buch das er immer bei sich trug.

Mir gefielen besonders die beschriebenen Szenen, wie z.B. die nächtliche Wanderung hinter einem Elefanten durch die schlafende Stadt. Zwei unwirkliche Geschichten, jene von der "Tigerfrau" und die vom Mann, der nicht sterben konnte, sind mit seinem Leben verbunden -handelnd in einer Umgebung von Unwissenheit und Aberglauben.
Diesen beiden Geschichten, die die junge Frau als Kind aufnahm, geht später die Ärztin nach und versucht zu hinterfragen und letztlich eine Erklärung für sich zu finden.

Ein Roman voller Gefühle von Liebe, Verlust und Traurigkeit und das Schwinden von Vertrautem in unruhigen Zeiten.
Dieses Buch fand ich sehr schön zu lesen.

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Rezensionen von Margit Kofler:

Für mich war es ein Buch, das ich nicht mehr weglegen konnte.

Der Sohn. von Durlacher Jessica

Diesen Roman empfand ich als äußerst packend, nicht nur wegen der fast zu dichten und gewalttätigen Handlung – sondern auch im Rückblick auf den NS-Wahnsinn des Holocaust, der hier in diesem Buch drei Generationen betrifft.
Hauptfigur ist Sara Silberstein, Tochter, Gattin und Mutter, in einer gut situierten, intakten jüdischen Amsterdamer Familie lebend.

Im Laufe der Geschehnisse beginnt sie Charakter und Handlungsweisen ihres geliebten toten Vaters besser zu verstehen, zuletzt voll von Mitleid mit seinem Schicksal. Berührende Briefe tauchen auf.
Plötzlich ein unerklärlicher Überfall auf sie. Unverständlich erscheint vorerst die Entscheidung ihres Sohnes Mitch, die Ausbildung zu einem US-Marin zu beginnen. Da beide Kinder in den Staaten geboren sind – vermutlich aus einem tief verwurzelten Sicherheitsdenken des Gatten heraus, ist dies möglich. Man versteht Saras Fassungslosigkeit und Unverständnis und ihre gewaltigen Ängste um das Leben ihres Kindes. Als Mutter zweier Söhne konnte ich voll und ganz nachempfinden.
Recherchen in der Vergangenheit des Vaters ergeben eine Achse zur Gegenwart. Die einzige Heilung von Wut, Schmerz und Hass verlangen nach Rache und Vergeltung, und diese geschieht.
Letzten Endes beginnt sie den Sohn zu verstehen. Dessen Verbundenheit mit dem Großvater, die ihm zeigte, wie furchtbar die Hilf- und Machtlosigkeit war, die seine Familie durchlitt.
Ein Roman – doch trotzdem weiß man, dass wahre Schicksale in dieser gnadenlosen Zeit tausendfach ähnlich waren.
Für mich war es ein Buch, das ich nicht mehr weglegen konnte.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Ivana Bodrozic erzählt einfühlsam

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Ein langersehnter Urlaub am Meer wird für ein neunjähriges Mädchen eine Reise ohne Wiederkehr. Ihre Heimatstadt Vukovar wird besetzt, ihre Familie vertrieben. Die Suche nach einer neuen Bleibe wird zu einer wahren Odyssee über 6 Jahre. Ist es kurzfristig die Verwandtschaft in Zadar, die sie aufnimmt, sind es später staatliche Unterkünfte, Wohnheime, leerstehende Wohnungen, die einfach besetzt werden und Hotels, die sich über Jahre als Bleibe anbieten, die sie mit Mutter und Bruder teilt, während der Vater verschollen ist.

Ivana Bodrozic erzählt einfühlsam die Geschichte aus der Perspektive eines pubertierenden Mädchens mit allen Facetten eines Teenagers, mit Leichtigkeit und ohne Sentimentalität. Und immer spürbar die Sorge um den verschollenen Vater und die Sehnsucht nach Vukovar.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Gut komponiert und zumindest drei Viertel packend geschrieben

Der Sohn. von Durlacher Jessica

Die Tragödie einer jüdischen Familie, die ihren Ursprung schon zu NS-Zeiten hat. Die heile Welt einer gutbürgerlichen Familie gerät aus den Fugen, als ein Unbekannter sein Zerstörungswerk beginnt. Jessica Durlacher erzählt gekonnt die Geschichte einer Heimsuchung, die mit dem Tod des Vaters beginnt; Vergewaltigung, Einbruch, Zerstörung, Plünderung und rohe Gewalt folgen.

Von Anfang an ist klar, dass alles, was geschieht, nur aus der Vergangenheit resultiert und da niemand die Hintergründe kennt, Angst und Schrecken verbreitet. Der Sohn, ein Marine aus Amerika, macht schließlich dem Horror auf seine Weise ein Ende. Ein Brief aus dem Jahre 1942 macht die Geschehnisse erklärbar. Gut komponiert und zumindest drei Viertel packend geschrieben.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Seine Monologe lesen sich durchaus amüsant, aber manchmal bleibt einem doch das Lachen im Hals stecken...

Er ist wieder da von Vermes Timur

In einer skurrilen Satire lässt Timur Vermes Adolf Hitler 2011 auf einem unbebauten Grundstück in Berlin wiederauferstehen, unversehrt und 56 Jahre alt. Auch wenn er nicht weiß, wie ihm geschieht, macht er als Hitler-Parodist Fernseh-Karriere, bekommt eine eigene Talkshow aus dem ?Führerquartier?.

Trotz aller Widerstände sehr erfolgreich. Seine Monologe lesen sich durchaus amüsant, aber manchmal bleibt einem doch das Lachen im Hals stecken.

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Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

Die Stärke des Buches liegt für mich in seiner Leichtigkeit!

Polarrot von Patrick Tschan

Die Geschichte eines schlitzohrigen Toggenburger Bauernsohns auf dem Weg nach oben, unnachahmlich erzählt von Patrick Tschan. Seinen Arbeitsplatz in einem Luxushotel in St. Moritz verliert Jack Breiter nach dem ungeschickten Versuch, sich eine russische Millionärin zu angeln. Den Job als Vertreter für Senf und Kaffeeersatz gibt er auf, als ihm eine lukrative Stelle in einer Fabrik für textile Farbstoffe angeboten wird.

Sein Ehrgeiz macht ihn schließlich so erfolgreich, dass es ihm gelingt, den Nazis das Rot für Ihre Hakenkreuzfahnen zu verkaufen. Sein einträgliches Geschäft mit dem Schmuggel von Goldbarren fliegt auf, er wird verhaftet.
Nach zwei Jahren Gefängnis schafft er sich mit einem kleinen Bauernhaus im Jura sein eigenes Refugium, prädestiniert für seine nächsten Aktivitäten. Nun ist es nicht nur Wein, den er auf gefährlichen Schleichpfaden aus Frankreich über die Schweizer Grenze bringt, es sind vor allem Menschen.
Die Stärke des Buches liegt für mich in seiner Leichtigkeit, einfach die Beschreibung des Lebens als Folge von Unabwägbarkeiten.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :

....das Buch ist stark durch Wahrhaftigkeit....

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Das Buch ist stark durch Wahrhaftigkeit.
Ivana Bodrozic erzählt die Geschichte der kroatischen Kriegskinder, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt, verstoßen und völlig vergessen sind.
Spätsommer 1991, die 9 jährige Ich-Erzählerin, ihre Mutter und ihr älterer Bruder wurden von Vukovar vertrieben.

Ihr Vater, der kroatische Patriot bleibt in der Stadt mit 1400 kroatischen Soldaten. Er kämpft gegen Panzer und Artillerie der jugoslawischen Arme. Der Vater ist verschollen.
Die heranwachsende Erzählerin wohnt über 6 Jahre in einer existenziellen Ausnahmesituation. Als Kriegskind lebt sie den Alltag ihrer Pubertät ? erste Regel, erster Zungenuss, erster Vollrausch. Die Vertriebene bemüht sich das Traumata ? Warten auf Papa auf ihre eigene Weise zu bewältigen, liest die Bücher um sich ihrer Umgebung zu entziehen und schreibt auch selber. Die Kraft gibt ihr die Liebe der Mutter, die die Zukunft der Kinder in der Ausbildung sieht.
Sie leben nach dem Motto: das Erreichte genießen, auch wenn es von außen, als noch zu wenig erscheint

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :

Zeitweise lustig, zeitweise staut es sich.

Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana

Eine Berliner-Pulpgroteske, zwischen S-Bahn- und U-Bahnlinien vielen humorvollen Liebschaften, Verbrechen , Politik, Korruption. Zeitweise lustig, zeitweise staut es sich.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :

Das Buch ist vom Anfang bis Ende spannend.

Massimo Marini von Rolf Dobelli

Das Buch ist vom Anfang bis Ende spannend. Rolf Dobelli zeigt uns wie die menschliche Identität wandlungsfähig ist um nur dem ungeheuren Bedürfnis nach Existenz nachzukommen. Die scharfsinnige Sprache ist auf den Punkt genau formuliert. Die alltäglichen Themen wie Immigration, Depression, Liebe und die dadurch verbundenen Emotionen sind fabelhaft recherchiert.

Er zeigt die Extreme der emanzipierten Frau ? zwischen Frauen die nicht wählen durften bis zu jenen die sich in einen jüngeren Mann verlieben. Und die Antwort auf die Frage, wem gehört meine Identität in der Gesellschaft, muss jeder für sich selbst finden!

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