Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Tolles Sachbuch!
Auf gegen Napoleon! von Alexandra Bleyer
Die Historikerin Alexandra Bleyer beschäftigt sich in ihrem Buch mit der Frage ?Sind die Befreiungskriege gegen Napoleon wirklich Volkskriege, wie es uns die Propaganda weiß machen will? Oder sind es vielmehr von den jeweiligen Regierenden gesteuerte (manchmal auch ungewollte) kleinräumige Erhebungen von Menschen, die die Kriege und ihre Auswirkungen satt hatten??
Um diesem äußerst interessanten Thema näher treten zu können, muss erst die Ausgangslage analysiert werden.
Nach der Französischen Revolution und der Hinrichtung des Königspaars soll das revolutionäre Gedankengut in alle Welt getragen werden. Ganz klar, dass das den absolutistisch regierenden Monarchen in Europa nicht gefällt. Die Gegenmaßnahmen sind auch klar: Krieg gegen die Revolution und Wiederherstellung der alten Ordnung.
Doch hier macht ein ehrgeiziger General den Gegnern einen Strich durch die Rechnung: Napoleon Bonaparte. Er fegt mit seiner Armee, die er zuvor aus allen Bevölkerungsschichten Frankreichs ausgehoben hat, über Europa hinweg. Er erobert ein deutsches Fürstentum nach dem anderen, vertreibt die Machthaber und setzt Mitglieder seiner eigenen Familie als Regenten ein.
Gemeinsam mit seinen militärischen Erfolgen, die ihm den Nimbus des ?Unbesiegbaren? einbringen, benutzt er geschickt die Presse, bzw. deren Zensur, um kleine Siege größer und eventuelle Niederlagen ganz klein erschienen zu lassen. Seine täglichen Berichte von den Schlachtfeldern werden im ?Le Moniteur? veröffentlicht und verbreiten sich in Windeseile in ganz Europa.
Die wechselnden Allianzen, einzelne Separatfrieden und Uneinigkeiten in den verbündeten Herrscherhäusern zeigen die Zerrissenheit in Europas Herrscherhäusern. Langsam beginnt man Napoleons Kriegsberichterstattung zu kopieren und schönt die einzelnen Gefechte. Übertreibungen bei Truppenstärken, Verniedlichung der Verluste usw. sind an der Tagesordnung.
Von einem ?Volkskrieg? kann keine Rede sein, da es den Nationalismus wie er in Frankreich seit geraumer Zeit besteht, in den anderen Ländern nicht gibt. Deutschland ist in zahlreiche, kleine Herrschaftsbereiche unterteilt. Fürsten, Herzöge und Könige versuchen ihre Ansprüche mit und ohne Napoleon zu sichern. Selbst das Königreich Preußen ist noch lange nicht zu jener Größe herangewachsen, wie es (von den Preußen) gerne dargestellt wird. Die Habsburgermonarchie besteht aus vielen kleinen und größeren Gebieten (Erblande), die aus der geschickten Heiratspolitik der Vorgänger resultiert.
Alexandra Bleyer zeigt ein recht reales Bild der damaligen Zeit. Sie untermauert ihre Thesen mit Originalzitaten aus Briefen und Aktenvermerken. Es kommen sowohl Franzosen als auch alliierte Briefeschreiber zu Wort. Auch die Rolle der Schriftsteller(innen) im oft nicht von den Kriegshandlungen betroffenen Hinterland wird eingehend beleuchtet. So lesen wir häufig Lulu von Thürnheims und/oder Caroline Pichlers Briefwechsel ? beides wortgewaltige Damen der Habsburgermonarchie. In Deutschland versuchen die Literaten rund um Theodor Körner ein Hohelied auf die ?teutsche Tapferkeit? anzustimmen. Dieses praktizierte ?Deutschtum? führt manchmal zu rechten Auswüchsen. Adelige und Bürger, auf Grund der Erziehung meist der französischen Sprache mächtig, sind angehalten ausschließlich ?teutsche? Worte zu benutzen.
Die Conclusio dieses, 265 Seiten starken, Buches ist, dass das ?Volk? nur seine unmittelbaren Besitztümer verteidigt hat, diese dafür mit Zähnen und Klauen sowie Dreschflegel und Prügel. Die Bauern, Gewerbetreibenden usw. waren lediglich für einen temporären Verteidigungskampf in unmittelbarer Nähe ihres Besitzes zu gewinnen. Die weit entfernten Gebiete interessierten das Volk nicht.
Schreibstil und penible Recherche machen dieses Buch zu einem wertvollen Beitrag der Geschichte rund um die Napoleonischen Befreiungskriege. Für historisch Interessierte steht eine große Anzahl von weiterführender Literaturtipps im Anhang bereit.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
11 Krimis und 125 Ausflugstipps - ein Urlaub bei Freunden
Wer mordet schon in Kärnten? von Böhme Dorothea
Dorothea Böhme und Alexandra Bleyer halten in diesem Buch eine schöne Symbiose von Krimispannung und Ausflugszielen für ihre Leser bereit.
Anhand der Tatorte lassen sich Sehenswürdigkeiten Kärntens erwandern und erleben.
Dorothea Böhme treibt sich rund um die Landeshauptstadt Klagenfurt, den Weißensee und auch in Villach herum.
Eine gelungene Figur ist Wilma, eine Frau, die selbst kriminelle Energie besitzt. Sie kann sich das eine oder andere Mal recht gut in die Lage des Verbrechers hineinversetzen. Ihr Pendant auf der ?richtigen? Seite ist Chefinspektor Fritz Reichel, der mit Augenzwinkern manchmal Wilmas Vergehen übersieht.
Mitautorin Alexandra Bleyer ist promovierte Historikerin und deckt den Raum Millstätter See verbrechenstechnisch ab.
Köstlich auch ihre Hauptfiguren. Allen voran Dr. Franz-Joseph Hahn seines Zeichen pensionierter Jurist. Der Witwer ist auf der Suche nach einer neuen Frau. Doch die Damen, die zur Auswahl stehen haben einige ausgefallene Hobbys. Die eine kocht ein Bärlauchgericht zu einer Jahreszeit, in der das Grünzeug gar nicht mehr wächst. Damit kann sie sich zwar zweier undurchsichtiger Burschen erwehren, die ihr mittels Neffentrick, Geld abluchsen wollen. Doch ist sie die richtige Gemahlin?
Im Umfeld von Dr. Hahn pflegen immer wieder Leute das Zeitliche zu segnen. Auf einer Pensionistenreise stirbt plötzlich einer seiner Hauptkonkurrenten um die Gunst der Damen. Hat Franz-Joseph hier seine Finger im Spiel?
Ich habe über beide Autorinnen recht schmunzeln müssen. Gekonnt verknüpfen sie Verbrechen mit Lokalkolorit. Ihre Protagonisten haben Ecken und Kanten. Manchmal ist nichts wie es scheint ? und ein Verdächtiger wird selbst zum Opfer.
Schön finde ich die Beschreibung von Land und Leute sowie die vielen Ausflugstipps.
Das richtige Buch für Kärntenurlauber. Leicht und flüssig zu lesen und viele Tipps für Urlaub bei Regen und Sonnenschein.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein humorvoller Ratgeber für Eltern
Eltern werden ist nicht schwer.... von Alexandra Bleyer
Alexandra Bleyer, Autorin mehrerer Sachbücher und eines hinreißenden Krimis, schenkt uns diesmal humoristische Gedanken zum Thema ?Elternschaft?. Als Mutter von zwei quirligen Töchtern, weiß die Autorin, worüber sie schreibt.
Die gelernte Historikerin nimmt uns auf einen interessanten Streifzug durch die Geschichte mit.
Anhand von vielen Zitaten zeigt sie uns, dass man sich schon in der Antike Gedanken über die richtige Kindererziehung gemacht hat. Doch auch kritische Gedanken sind hier zu finden, wie z. B. aus Erziehungsratgebern aus der NS-Zeit oder das strenge Einwickeln von Säuglingen im Wickelpolster (Steckkissen). Beides wissenschaftlich längst überholt, doch manche von uns kennen die eine oder andere Geschichte noch von unseren Großmüttern.
Allen jenen Eltern, die gerade mitten in der Pubertät ihrer Kinder stecken, sei gesagt: es dauert nicht mehr lange und auch diese Durststrecke geht vorüber.
Freut euch auf eure zukünftige Rolle als Großeltern ? da könnt? ihr die Enkel hemmungslos verwöhnen!
Das Buch ist als Hardcover und Leinenrücken hochwertig verarbeitet. Auch das Lesebändchen fehlt nicht.
Das mit viel Witz und historisch fundierten Geschichten aufbereitete Büchlein ist ein hervorragendes Mitbringsel für alle jene, die gerade Eltern werden oder geworden sind.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Tatort Oberkärnten
Waidmannsdank von Alexandra Bleyer
Am Fuße seines neu errichteten Hochstandes findet der Land auf Land ab als Querulant bekannte Aufsichtsjäger Sepp Flattacher die Leiche von Ernst Huber. Wollte ihm der Jagdkamerad den Einserhirsch vor der Nase abknallen?
Und noch viel schlimmer ? wer wagt es, in seinem Aufsichtsrevier zu wildern? Sepp hat einen Verdacht.
Doch nicht nur Flattacher ist ein verschrobener Geselle. Auch der mit den Ermittlungen betraute Polizist Martin Schober hat so seine Eigenheiten. War er doch vor Jahren der Enge des Mölltales entflohen, um sich in die Weiten (und Abgründen) der Landeshauptstadt Klagenfurt und anschließend in denen der Bundeshauptstadt Wien von den Wurzeln der Oberkärntner Heimat zu befreien.
Ja, er wollte wieder zurück nach Kärnten (?Peck-to-te-Rotz? wie sein Chef, der Postenkommandant Georg Treichel zu sagen pflegt). Aber muss es gleich Obervellach sein? Villach wäre doch auch schön oder eine andere Stadt, aber sein Heimatdorf?
Doch das Schicksal verdammt die beiden Eigenbrötler zur Zusammenarbeit.
Wird es ihnen gelingen, den oder die Mörder zu fassen?
Erzählstil/Spannung:
Mit diesem Krimi beschert uns Alexandra Bleyer ein ständiges Lachmuskeltraining. Obwohl Menschen (und ein paar Tiere) getötet werden, bleibt kein Auge trocken.
Im breitesten Kärntner Dialekt geschrieben (keine Sorge es gibt ein ausführliches Glossar) zeichnet die Autorin ein humoristisches Bild der Jagdgesellschaft.
Dass sich hier nicht alle grün sind, ist recht bald klar.
Geschickt führt uns Alexandra Bleyer in die Irre. Wie ein Jagdhund verliert der Leser manchmal die Witterung der Jagdbeute. Durch überraschende Wendungen und etwas unorthodoxe Ermittlungsmethoden, finden Sepp und Martin die Spur des Täters bald wieder.
Ein Seitenhieb auf die Mitarbeiter des LKA, die, wie die berühmten Elefanten im Porzellanladen, in der Dienststelle in Obervellach herumstiefeln, und glauben, sie hätten die "Weisheit mit dem Löffel g'fressen", darf auch nicht fehlen.
Charaktere:
Da ist als erstes Sepp Flattacher zu nennen. Trotz aller Bemühungen der Autorin ihn in schlechtes Licht zu rücken, ist der pensionierte Eisenbahner aufrecht und von einem fast schon beinahe fanatischen Gerechtigkeitssinn. Dass er dabei einigen Mitbewohnern auf die Zehen steigt, ist vorprogrammiert. Mir ist der knurrige Alte durch seine Bauernschläue so richtig ans Herz gewachsen. Außerdem, fackelt er nicht lange und greift zu Wildtierkameras um den Wilderer zu ertappen. Was er allerdings hier zu sehen bekommt, ist eine andere Geschichte...
Martin Schober, der ?Heimkehrer wider Willen?, findet einen Zugang zum bärbeißigen Flattacher. Mit den Frauen klappt es leider nicht so. Bettina, einer der Gründe, warum er das Mölltal verlassen hat, schmeißt sich ihm regelrecht an den Hals. OK, man kann die Sorge um ihren etwas einfältigen Bruder dafür als Motiv gelten
lassen. Aber muss das so plump sein? Martin weiß gar nicht, wie ihm geschieht.
Ein exzellenter Charakter ist auch Postenkommandant Georg Treichel. Der gemeinhin "Papa Schlumpf" genannte Chef steht leider mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß, was aber den Leser zu Lachstürmen hinreißt.
Oder der Bürgermeister, der plötzlich seine Meinung über Flattacher ändert, als hätte er eine Gewindestange im Hals statt einer Wirbelsäule, oder Vater und Sohn Guggenbichler usw. usw.
Ein Feuerwerk an Gags ? einfach spitze. Richtig schöner trockener Humor
Fazit:
Ich habe Tränen gelacht! Bitte, bitte unbedingt mehr davon!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Drei Frauen - ein Schicksal??
Tod am Wörthersee von Andrea Nagele
Ännchen, eine junge Dirigentin wird ermordet am Ufer des Wörthersees aufgefunden. Gina, die Frau eines Polizisten verschwindet spurlos. Alice kann ihrem Mörder gerade noch entkommen. Was haben die drei Frauen gemeinsam?
Weitere Charaktere in diesem Psychokrimi:
? ein alkoholkranker Ermittler, der mit seinem eigenen Schicksal hadert
? der Direktor eines Gymnasiums, der immer wieder unvermittelt bei Alice auftaucht
? der Mörder, der lange Zeit im Dunklen agiert und kaum festzumachen ist.
Der Perspektivenwechsel in den Erzählsträngen gibt tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.
Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und in ihren psychologischen Facetten gut herausgearbeitet.
Die Sprache ist schnörkellos, gerade, beinahe schon technisch und dennoch sehr einfühlsam. Die Rückblenden auf die Vergangenheit aller (noch lebenden) Mitspieler sind manchmal kaum auszuhalten, erklären aber die Handlungen der Gegenwart.
Geschickt lockt die Autorin ihre Leser auf falsche Fährten. Manchmal ist es notwendig, zurückzublättern und die eine oder andere Szene nochmals zu lesen.
Als Psychotherapeutin kennt Andrea Nagele Schicksale vieler schwer traumatisierter Menschen. Geschichten, die sie hier gekonnt einbaut.
Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen und habe es in einer Nacht ausgelesen. Niemals kommt Langeweile auf.
Ein wirklich gutes Krimi-Debüt, aber nichts für Zwischendurch.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Abgründe der menschlichen Seele
Tod auf dem Kreuzbergl von Andrea Nagele
Die Autorin, in ihrem Brotberuf Psychotherapeutin, kann in ihrem zweiten Krimi wieder aus dem reichen Erfahrungsschein ihres Berufes schöpfen.
Klagenfurt am Wörthersee:
Die dreizehnjährige Julia verschwindet, just einen Tag nachdem ein Kindermörder aus der Haft entlassen wurde.
Kurz darauf wird die fünfjährige Maisy vermisst.
Kathi kennt beide Mädchen ? Julia ist ihre Freundin und zu Maisy geht sie Babysitten.
Hängen die beiden Fälle zusammen? Welche Rolle spielen die beiden Klassenkameraden Willi und Robby?
Ein Wettlauf um das Leben der Kinder beginnt.
Zu Beginn des Psychokrimis werden scheinbar zusammenhanglos die verschiedenen Familien mit ihren Problemen vorgestellt. Da ist einerseits Waltraud, Kathis Mutter, die von schlimmsten Alpträumen geplagt wird und die mit dem Alkoholiker Gerald verheiratet ist. Andererseits Marisa, Julias Mutter, die entdecken muss, dass ihr Mann fremd geht. Oder Robert, der Kindermörder und Viktor sein Bewährungshelfer.
Erst langsam fügen sich die losen Handlungsstränge zu einem dicken Zopf.
Die Charaktere sind plastisch beschrieben. Die Leser können an der hektischen Suche nach den Kindern teilnehmen. Es gibt viele Nebenhandlungen, die sich harmonisch und stimmig in die Haupthandlung einfügen.
Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe die ganze Nacht durchgelesen.
Ein toller Psycho-Krimi, der überall in Europa spielen könnte.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Düstere Geheimnisse an der oberen Adria
Grado im Regen von Andrea Nagele
Eine alte, von Dämonen der Vergangenheit geplagte Frau sieht eine Meerjungrau ertrinken. Niemand glaubt ihr, bis eine zweite Frau spurlos verschwindet.
Commissaria Maddalena Degrassi kennt die Verschwundene, ist sie doch die Ehefrau ihres Kurzzeitlovers. Doch dank eines Hinweises eines kleinen Mädchens erkennt Degrassi die Zusammenhänge.
Wird sie die Vermisste rechtzeitig finden? Dass bei der Aufklärung der Verbrechen Maddalenas Familiengeheimnis ans Tageslicht kommt, lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Das offene Ende ist nämlich ganz schön fies.
Düster und schwermütig liest sich der Krimi. Keineswegs eine sommerlich leichte Stimmung in Grado.
Man merkt, dass Andrea Nagele eine ausgebildete Psychotherapeutin ist. Menschliche Abgründe sind ihr nicht fremd. Sie spielt mit Figuren und deren Empfindungen.
Sprachlich gut umgesetzt, ist der Krimi beinahe schon Psychothriller.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein vielschichtiger Krimi
Tod in den Karawanken von Andrea Nagele
Andrea Nagele hat wieder einen vielschichtigen Krimi rund um den Kriminalbeamten Simon Rosner, der zur Zeit in einer Entzugsklinik weilt, geschaffen.
Lilo, eine Lehrerin, will ihre Auszeit von Familie und Beruf in Grado genießen, als ihre 13-jährige Tochter Lena spurlos verschwindet. Mit dem schwierigen Charakter einer Pubertierenden vertraut, macht sie sich im Gegensatz zu ihrem Mann Hanno wenig Gedanken.
Noch dazu ist sie in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen, wird sie doch erpresst. Wieso und warum?
Genauso wie Simon Rosner von den Dämonen der Vergangenheit gequält wird, ist Lilos Vorgeschichte eine Achterbahn der Gefühle von Hass und Liebe.
Mit vielen Andeutungen kommen die Leser bislang streng gehüteten Geheimnissen auf die Spur.
Ein überraschendes Ende lässt den Krimi bis zur letzten Seite spannend sein.
Fazit:
Wer Krimis von Andrea Nagele liest, muss sich mit den Abgründen der menschlichen Seele auseinander setzen. Gerne vergebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Nelebooks:
Die Krone der Sterne
Die Krone der Sterne von Kai Meyer
Cover: Das Cover ist erst einmal recht auffällig und auch in der Buchhandlung würde ich es mir näher anschauen, wenn ich es nicht kennen würde. Mit dem Blau und Gold gefällt es mir überaus gut. Auch die Schrift und der Mond gefallen mir gut. Die abgebildeten Gestalten gefallen mir hier weniger.
Schreibstil: Der Schreibstil von Kai Meyer ist gut und ich konnte recht zügig und flüssig lesen. Einige Passagen waren etwas langatmig, die ich dann einfach etwas überflogen habe, wodurch es mich nicht gestört hat.
Charaktere: Die Charaktere hätten für mich detaillierter beschrieben werden können - vom Charakter her konnte ich sie mir zwar gut vorstellen und einschätzen, aber vom Äußerlichen her war das für mich alles sehr verschwommen. Iniza ist mir von Anfang an sehr sympathisch gewesen. Sie hat mir gut gefallen und ich habe sie gerne begleitet. Über Glanis konnte ich mir die ganze Zeit über nicht richtig ein Bild machen - er war für mich eher neutral, weder sympathisch noch unsympathisch. Shara und Kranit sind beide vom gleichen Schlag und auf ihre Art sind sie mir beide sympathisch geworden. Die Muse war ganz niedlich, doch konnte ich sie auch nicht richtig einschätzen.
Handlung: Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Gleich zu Anfang geht es schon mit action los, weshalb es mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Immer wieder passieren neue Dinge und die ganze Handlung war für mich unvorhersehbar und überraschend, was es beim Lesen abwechslungsreich, interessant und kurzweilig gestaltet hat. Ich fand es interessant und spannend, weshalb ich schnell durch das Buch geflogen bin. Lediglich einige Passagen waren wie oben erwähnt etwas langatmig, was für mich der Geschichte jedoch keinen Abbruch getan hat. Die Beschreibungen der Schauplätze fand ich sehr gut und konnte sie mir daher gut vorstellen. Allerdings fand ich, dass Emotionen nicht herauszulesen waren und ich das Ganze ohne große Gefühle (Gefühlsveränderungen) gelesen habe. Da es auch um Liebe und Gefahr geht, hätte da schon etwas mehr sein können.
Den Punktabzug gibt es für die fehlenden Emotionen und die äußerlich spartanischen Beschreibungen der Personen.
Fazit: Eine schöne Geschichte, die ich jedem Kai Meyer-Fan empfehlen kann.
Rezensionen von Xirxe:
Vom Alter und der Einsamkeit
Betrunkene Bäume von Dorian Ada
Der über 80jährige Erich ist verlassen von Frau und Kindern und lebt nur noch für 'seine' Bäume, die er als Wissenschaftler sein Leben lang untersuchte. Katharina, die gerade einmal 17 Jahre alt ist, fühlt sich verlassen von Vater und Mutter und ist nun Erichs Nachbarin. Sie lernen sich kennen und ganz langsam entsteht eine Vertrautheit zwischen den beiden so unterschiedlichen Menschen, von denen jeder die Hilfe des Anderen braucht.
Sie sind sich ähnlicher als sie denken, denn beide wollen sie unabhängig sein, was sowohl Katharina wie auch Erich nicht möglich ist - wenn auch bei jedem auf andere Weise.
Es ist kein großer Roman, den man hier auf etwas mehr als 260 Seiten liest. Erich versucht jeden Tag auf's Neue selbständig zu bleiben. Und Katharina bemüht sich, am Leben zu bleiben. Durch mehrere Erzählstränge lernt man die beiden Hauptfiguren genauer kennen, wobei aufgrund des höheren Alters meist die Vergangenheit von Erich dominiert. Was dieses Buch zu etwas Besonderem macht, ist die wunderbare Sprache der Autorin, in der ich mich sofort wohl fühlte. Es ist schwer zu beschreiben, denn weder findet man hier extrem bildhafte Darstellungen noch eine übermäßig poetische Wortwahl. Der Text ist schlicht mitfühlend und passt einfach perfekt zu den Figuren und den Geschehnissen, die er schildert. Man liest und liest und möchte nichts als weiterlesen, auch wenn man Katharina manchmal wegen ihrer Blauäugigkeit schütteln möchte oder Erich wegen seiner Sturköpfigkeit. Doch man lebt und fühlt mit ihnen und so ist es fast schon ein Gefühl der Trauer, wenn man die Beiden verlassen muss.
Und warum trotzdem nicht die volle Punktzahl? Weil manche der Beziehungen nicht wirklich überzeugend wirkten. Wolodja soll Erichs bester Freund gewesen sein? Und von ihm hat er am meisten gelernt? Obwohl sie praktisch nicht miteinander geredet haben? Seine geliebte Frau Dascha lässt er einfach ziehen? Obwohl er Sibirien auch so liebt? Noch einige solcher Sachverhalte sind mir aufgefallen, die ich mir nicht erklären kann, was meine Freude am Text damit etwas minderte. Dennoch, ein schönes Buch! Und ich bin gespannt, was die Autorin als Nächstes schreibt.
Übrigens, die 'Betrunkenen Bäume' gibt es tatsächlich, wenn auch nicht in Sibirien. Zumindest habe ich darüber nichts gefunden, doch einen Wald mit solchen Bäumen gibt es am Kurischen Haff. Auch wenn der Grund dafür offenbar ein anderer ist als im Buch.











