Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Doris Moser:
..... sprachlich durchaus ansprechend........... Die Botschaft hör ich wohl, ... allein sie berührt mich nicht. Eigentlich schade
Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga
Das Private und das Politische tragen ihren ungleichen Kampf auf dem Rücken, d.h. im Leben einer jungen Frau aus. Leidvoll, denn um Glückgeht es in dem Roman nicht (auch nicht um Birken oder Russen). Traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit in Baku, Verlust und Vertreibung halten die junge Mascha von einem unbeschwerten Leben in ihrer neuen Heimat Deutschland ab.
Als ihr vorsichtiges Glück in Gestalt von Elias an den Folgen einer Verletzung (beim Fußballspielen!!) stirbt, bricht alles mühsam Verdrängte wieder auf. Mascha, die aserbaidschanische Jüdin aus Deutschland, flieht nach Israel, um wieder Bodenunter die Füße zu bekommen. Aber welchen Boden, wo gehört sie, die fünfsprachige Dolmetschstudentin mit türkisch-französischen Vorfahren und internationalem Freundeskreis, hin?
Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive Maschas unsentimental, kühl, nahezu gefühlstaub. Die große Leere im Inneren der Hauptfigur wird deutlich spürbar, vor allem im Kontrast zu den vielen kleinen, durchaus amüsanten Passagen in Rollenprosa (Gespräche mit Freunden, kulturelle Divergenzen im Alltag, Familienszenen usw.).
Der Roman ist zwar sprachlich durchaus ansprechend, die Konstruktion hingegen trägt nicht. Für mich als Leserin bleibt die Figur so seltsam fern, wie sie sich selbst ist. Die Botschaft hör ich wohl, ... allein sie berührt mich nicht. Eigentlich schade.
Rezensionen von Doris Moser:
Wer den skurril-absurden Humor der Nordeuropäer (Paasilinna, Kaurismäki) mag, wird diesen Roman mit Genuss lesen
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas
Ein Hundertjähriger büchst am Tag seines Geburtstags aus dem Altersheim aus, stielt einen Koffer mit Drogengeld, quartiert sich bei einem wildfremden Kleinganoven ein und flieht mit neuen Freunden, einem Elefanten und einem Hund durchs ländliche Südschweden, derweilen ihn die Polizei des dreifachen Mordes verdächtigt und nach ihm fahndet.
In diese Rahmenhandlung ist Allan Karlssons Lebensgeschichte eingebettet ? und die hat es in sich.
Allan Karlsson ist ein gutgläubiger, aber heillos naiver Kauz, ein ?tumber Tor?, der Zeitlebens eine Maxime verfolgt hat: allem Politischen aus dem Weg zu gehen. Was ihm aber gründlich misslungen ist: Als eine schwedische Version des Soldaten Schweijk taumelt Allan Karlsson durch die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, wie ein literarischer Cousin von Woody Allans Zelig diniert und parliert er ? absichtslos und zufällig ? mit den mächtigen Männern der Zeit (Franco, Truman, Stalin, Mao, Churchill, usw.) oder sprengt für sie Dinge in die Luft, finalisiert in Los Alamos die Atombombe, setzt Wladiwostok in Brand, trocknet die Tränen des elfjährigen Kim-Jong-il. Allan mag die Menschen, ungeachtet ihrer Verbrechen, ohne Ansehen der Person. Er will ihnen helfen, er tötet sie nicht ? zumindest nicht mit Absicht ? und gerät von einer merkwürdigen Situation in die nächste.
In der Absurdität von Allan Karlssons Abenteuern zeigt sich das große Absurde, das die Weltgeschichte ausmacht. Dass letztlich nichts so ist, wie es zu sein scheint ? im Politischen wie im Privaten ?, macht den wesentlichen Reiz dieses Buches aus. Jedenfalls ist es eine verlockende Vorstellung, unter den großen Erzählungen über historische Gegebenheiten und Schauplätze auch noch eine andere Geschichte der Mächtigen vorzufinden, getragen von naiven, hinterlistigen, gutherzigen und ein wenig dämlichen Nebencharakteren wie Allan Karlsson, die das Große und Monströse auf Augenhöhe bringen und in ein befreiendes (oder doch irres?) Gelächter stoßen. Wer den skurril-absurden Humor der Nordeuropäer (Paasilinna, Kaurismäki) mag, wird diesen Roman mit Genuss lesen: hochkomisch über weite Strecken, mit Witz und Verve geschrieben, gegen Ende hin lahmen Handlung und Witz und es kalauert, dass es weh tut.?
Rezensionen von Doris Moser:
Fazit: eine provinzielle und biedere Angelegenheit
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas
Ein verschrobener, langweiliger Protagonist,
eine sich mühsam entwickelnde Handlung, sprachlich einfallslos,
kompositorisch eindimensional. Natürlich kann man das zum Programm des
Romans erklären, indem man das Etikett "Pulp" vorschiebt (siehe
Klappentext). Doch das macht den Roman noch nicht zu einem gelungenen
Stück Gegenwartsliteratur.
Eine Pulpgroteske stelle ich mir
jedenfalls fetziger, trashiger und phantasiereicher vor. Fazit: eine
provinzielle und biedere Angelegenheit ungeachtet des Schauplatzes
Berlin. Soll uns herkömmliche Provinzler das trösten? Bitte nicht...
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
...in Summe fehlt dem Kern dieser Geschichte viel Substanz.
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas
Man wähnt sich des Öfteren in einem schlechten Reiseführer von Berlin, wenn es darum geht, warum die U8 nicht fertig gestellt wurde. Als Nichtberliner kann man den vielen Wegbeschreibungen mit exakter Straßenbenennung ohne Stadtplan nicht folgen. Schafft das gar ein Berliner? Was würde es auch bringen?
Ansonsten erstaunt das unmoralische Leben des jungen Protagonisten ? er hat ein Téte á Téte mit der Freundin, deren Mutter und einer Prostituierten (!) - und lässt somit diesen Provinzroman auf kurzen Strecken humorvoll und unterhaltsam erscheinen.
Aber in Summe fehlt dem Kern dieser Geschichte viel Substanz. Das Lesen wird durch den unkonventionellen Stil, der die Interpunktion neu definiert, reichlich erschwert.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Ein großes Lesevergnügen......
Adams Erbe von Rosenfeld Astrid
D
ie Autorin erzählt stilvoll eine Liebesgeschichte aus der NS-Zeit, in die sie sehr gekonnt feinen Humor einfließen lässt, so dass die Geschichte trotz der zu erahnenden Ausweglosigkeit nichts an gespannter Erwartung verliert.
Ein großes Lesevergnügen, ein gelungenes Debüt von Astrid Rosenfeld!
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
....fade und schleppende Geschichte......?
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas
Jonasson verstand es ausgezeichnet, und dafür gebührt ihm ein großes Lob,
mich doch noch jung fühlen zu lassen. Ich fragte mich nämlich beim Lesen
immer wieder, ob ein bestimmtes Lebensalter notwendig ist, um in diese
teilweise fade und schleppende Geschichte eintauchen zu können. Vielleicht
liest sie sich im Alter der Protagonisten besser.
(Wenn es die betagten
Augen noch zulassen!) Außerdem fand ich einen enormen Unterschied der
Humorempfindung der Nordländer (Schweden) gegenüber der Südländer
(Österreich). Die Pisspantoffel ließen meine Mundwinkel nicht nach oben,
sondern angeekelt nach unten wandern.
Leider würde ich dieses Buch nicht weiter empfehlen, geschweige denn
jemandem schenken, ausgenommen als Mitbringsel zu einem privaten Essen, bei
dem dem Koch ein ausgesprochen schlechter Ruf vorauseilt.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Humorvoll und mit einem ungeheuren exakten auf die Darsteller abgestimmten Stil, versteht Ruge es, den Leser durch seine Geschichte zu führen.
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Eugen Ruge erzählt hier eine interessante Familiengeschichte über vier Generationen in der es natürlich im Wesentlichen um die Liebe geht.
Aber weniger um die zwischenmenschliche Liebe als eher um die Liebe zu einer politischen Richtung. Aus dieser anfänglichen Liebe heraus erleben die Protagonisten eine Weltreise über Mexiko, Russland und ins kommunistische Deutschland der Nachkriegszeit.
Wie bei Liebesgeschichten zweier Personen entwickelt sich hier die ungemein große Sympathie zum Hass.
Humorvoll und mit einem ungeheuren exakten auf die Darsteller abgestimmten Stil, versteht Ruge es, den Leser durch seine Geschichte zu führen.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
...ein kurzweiliges Lesevergnügen, besonders wenn man ?schräge? Geschichten liebt.
Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga
Olga Grjasnowa lässt den Leser am jungen Leben von Mascha teilhaben, die fünf Sprachen fließend und ein paar weitere so "wie die Ballermann-Touristen Deutsch" spricht.
Neugierig und voll Spannung folgt man ihren Erlebnissen und man erkennt, dass Mascha auf der Suche nach dem großen Glück ist.
Wie eine Pilzesammlerin nimmt sie aber auf der Suche nach dem größten Glück(-sPilz) auch alles andere, was der Wald sonst noch zu bieten hat mit - Beeren, Kräuter und giftige Pilze.
Irritationen löst aber ihr ungemein profaner Lebensweg aus, der sie ausgerechnet nach Israel führt. Aber wie so oft im realen Leben ist vieles nicht schlüssig. Trotzdem, ein kurzweiliges Lesevergnügen, besonders wenn man ?schräge? Geschichten liebt.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Dieser Roman ist eine glanzvolle Debütleistung.
Die Tigerfrau von Obreht Téa
Dieser Roman ist eine glanzvolle Debütleistung
Die Autorin berichtet gekonnt vom Leben des Großvaters der Protagonistin, die als Ärztin im ehemaligen Jugoslawien arbeitet. Wenn man offen für zwei Realitätsebenen und somit bereit für Mythen und Märchen ist, taucht man in eine sprachgewaltige Geschichte der aktuellen Historie des Balkans.
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Ich benötigte 14 Tage für dieses Buch!
Der Sohn. von Durlacher Jessica
Gleich vorweg: Ich benötigte 14 Tage für dieses Buch!
Aber nicht, weil ich im Lesen nicht geübt bin, sondern viel mehr deshalb, weil ich mich kopfschüttelnd von Kapitelchen zu Kapitelchen schleppte. Jessica Durlacher schaftte es, einem mittelmäßigen Inhalt durch dilettantische Prosa den Dolchstoß zu geben.
Wo findet sich ein Tisch mit einem um 2,4 cm zu kurzen Bein?







