Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nepomurks:

Das, was Glück ausmacht...

Angela Krumpen trifft mit ihrem Buch „Unser Inselleben“ wohl unerwartet einen Nerv der Zeit. Sie, die vor vielen Jahren eher zufällig auf ein Urlaubsziel traf, das manchen abschrecken würde, erzählt hier von „ihrer Insel“ in der irischen See: Illauntannig. Sie erzählt von Freiheit, vom Loslassen und von der Muße.

Und man kauft ihr die Liebe zu ihrer Insel sofort ab, möchte im Grunde selbst gleich los und das kleine Einod entdecken.

Obwohl die Autorin mit ihrem Buch sehr persönliche und private Eindrücke und Erlebnisse schildert, liest es sich unglaublich ergreifend und beinahe spannend. Man taucht durch den sehr eingängigen Schreibstil ab in die Welt von Illauntnnig und fühlt sich irgendwann gar nicht mehr fremd. Bob, der Fischer, dem die Insel gehört, der sich für die Versorgung der Gäste verantwortlich zeichnet und ein waschechter Ire ist, wirkt mehr und mehr vertraut. Die Insel, auf der nur 1 einziges Haus steht: man kann sie sich gut vorstellen und spürt zudem beinahe die Wellen, die sich dort an der Küste brechen und riecht das Salz des Meeres. Die einzelnen Geschichten sind unglaublich gut zu lesen und an Emotion oder gar Identifikation mangelt es hier beim Lesen nicht. Angela Krumpen versteht es, ihre Erzählungen derart zu transportieren, dass man sich zum Ende hin beinahe „eingelullt“ fühlt, aber wohlig.
Auf mich wirkten nur 2 oder 3 Passagen fast ein wenig zu kitschig oder ‚esoterisch‘. Möglicherweise hat die Autorin den Bogen an diesen kurzen Stellen dann doch noch ein wenig überspannt. Aber im Gesamten fällt es wiederum nicht auf, ganz im Gegenteil. Die Schilderungen und Empfindungen wirken einfach durchweg sehr authentisch und ehrlich. Zum Beispiel die Freiheit, die die Autorin durch den zwangsläufigen Verzicht auf jegliche „Luxusgüter“ auf dieser kargen, einsamen Insel erlebt(e). Was braucht der Mensch schon zum Leben? Die Ruhe, die einsetzt und ggf. nur durch Vögel und Schafe oder Sturm „gestört“ wird (naja, und scheinbar neuerdings auch von manchem Sportler vor der Küste Illauntannigs). Oder schlichtweg das Erleben einer Muße, die wir hier schön beschrieben wird, nicht die Zeit der Erholung ist sondern erst im Anschluss daran anknüpft und beginnt. Nach den ausführlichen Erzählungen der Autorin könnte man sagen, dass Illauntannig wohl ein (wie es heute heißt) Sehnsuchtsort für viele Menschen sein dürfte. Angela Krumpen jedenfalls hat sehr eindrücklich geschildert, wie viel dem Menschen doch ein solch wertvoller Platz wie diese, bzw. „ihre Insel“ im Leben bedeuten kann. Glück, ganz einfach!

Das Buch ist jedenfalls absolut lesenswert und ich kann es definitiv nur weiterempfehlen! Ein wunderbares kleines Einmaleins des „Abtauchens“ mit diversen Bildern. 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nepomurks

Rezensionen von CanYouSeeMe:

Der Vater, der vom Himmel fiel

Der Vater, der vom Himmel fiel von Henderson J. Paul

Schon der Klappentext verspricht einen außergewöhnlichen Familienroman mit einer guten Portion Humor. Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut, er lässt sich gut und flüssig lesen, er hat einen besonderen Witz, wie schon im Klappentext angekündigt.
Die Charaktere konnten mich jedoch nicht so begeistern.

Die beiden Brüder Billy und Greg könnten unterschiedlicher nicht sein, beide waren jedoch für meinen Geschmack zu vorhersehbar gestaltet. Jeder Charakter in diesem Buch hat eine Macke, wie es menschlicher nicht sein könnte. Aber viel mehr war dann nicht zu holen, ich habe ein bisschen mehr Facettenreichtum erwartet. Insgesamt sind die Charaktere allesamt sehr humorvoll beschrieben und sie sind durchaus liebenswert (nun gut, bis auf Billys Frau Jean…) aber für mich nicht sehr authentisch.
Die Handlung ist auch von dem alles begleitenden Witz geprägt, ich musste oft schmunzeln und habe mich gut unterhalten gefühlt. Insgesamt war der Ablauf jedoch recht vorhersehbar, an einigen Stellen wurde ich jedoch überrascht. Die Handlungen einiger Charaktere waren für mich jedoch wenig nachvollziehbar. Trotz der eher humorvollen und flapsigen Ausgangslage des Buches verstecken sich auf den Seiten viele Aussagen, die mich zum Nachdenken angeregt haben.
Insgesamt ist ‚Der Vater, der vom Himmel fiel‘ ein humorvoller Roman, der gut unterhält uns es dennoch schafft einen nachdenklich zu stimmen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe

Rezensionen von B?cherwurm78:

Die Vergangenheit ruht nicht

Kreuzschnitt von Øistein Borge

Der Prolog des Buches erzählt davon, wie jemand die Frau und Tochter von Bogart Bull (dem Kommissar um den es in diesem Buch geht) als Geisterfahrer mit dem Auto umbringt. Wie man ein paar Seiten später erfährt, war dieser Jemand Richard Torp, den er vor über 3 Jahren hinter Gitter gebracht hat und sich dieser nun an Bull gerächt hat.

Bull verlor sich daraufhin in Alkohol und wird jetzt, nunmehr „trocken“ als norwegischer Ermittler bei Europol eingesetzt.
Nur ein paar Tage später wird ein schwerreicher norwegischer Unternehmer, Axel Krogh, in seiner Villa in Südfrankreich ermordet. Der Täter unterhält sich vor dem Mord noch mit Krogh und teilt ihm mit, dass er etwas Bestimmtes aus dessen Villa mitnehmen möchte. Was ist das und wer ist der Täter? Hat er ein Motiv?


Dieser Kriminalroman hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Borge gefällt mir sehr gut. Gute, präzise Beschreibungen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Es ist flüssig geschrieben, keine faden oder langatmigen Passagen im Text. Mit den ersten Seiten wird gleich Spannung und Neugier geweckt, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Die Spannung bleibt auch das ganze Buch lang erhalten. Mir gefallen die „2 Gesichter“ des Buches sehr gut. Auf der einen Seite die Geschichte um den Kommissar Bogart Bull, der seine Frau und Kind verloren hat. Hier ist sehr gut und einfühlsam beschrieben wie er mit der Vergangenheit kämpft und versucht doch wieder ins Leben zurückzufinden. Auf der anderen Seite natürlich der Mordfall. Hier wird der Leser auch auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen, die in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt und dann vor allem in der Zeit des 2. Weltkrieges spielt. Mir hat diese Verknüpfung des Hintergrundes mit dem Mordfall an Axel Krogh gut gefallen, es ist gut umgesetzt und auch schlüssig.

Fazit: Oisten Borge hat es geschafft, mich als Leser sowohl durch Spannung als auch durch eine emotionale Seite an das Buch zu fesseln. Ich freue mich schon auf einen neuen Fall für Bogart Bull.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von B?cherwurm78

Rezensionen von Gaby 2707:

"Wer ist Elisabeth"

Kreuzschnitt von Øistein Borge

Miriam Raven lebt mit ihrem 5-jährigen Sohn Max in Hamburg-St. Georg. Seit ihr Mann, der als Fotojournalist im gleichen Verlag arbeitete wie sie, vor 2 Jahren bei einem Auslandseinsatz ums Leben gekommen ist und sie daraufhin ihr Baby verloren hat, kümmert sie sich nur noch um Max und ihre neue Arbeit bei der Frauenzeitschrift Anabel.

Sie bekommt wie so oft in den letzten Tagen einen Stapel Post. In den großen Umschlägen sind Bewerbungen für den mit € 25.000,00 dotierten „Preis für Zivilcourage“, den die „Lady mit dem Löwenherzen“, wie die verwitwete Reederswitwe Dorothea Sartorius von den Hamburgern genannt wird, ausgelobt hat und der im Mai im Schauspielhaus übergeben werden soll. Diesmal ist aber noch ein anderer Umschlag mit dabei. Reinweiß, ohne Absender mit einem einzigen Satz auf einem weißen Blatt Papier „Fragen Sie Dorothea nach Marguerite!“ Unterschrift Elisabeth. Miriam, die diese Briefe ab jetzt jeden Tag erhält, versucht sie zunächst zu ignorieren. Aber als der 14 Brief kommt, beginnt sie zu recherchieren. Bei einem Interview mit der Mäzenin spricht sie sie auf diese Briefe an. Der einzige Kommentar von Frau Sartorius: Fragen Sie Elisabeth – Elisabeth Manzel.
Bei einem Besuch in einem Kloster an der Schlei kommt sie dem Geheimnis und einem Drachenbauer Bo sehr nahe.

Miriam war mir von Anfang an sehr sympathisch. Ein paar Tage bevor der Todestag ihres Mannes sich zum 2. mal jährt, kämpft sie wie so oft mit ihrer Trauer, die für sie nicht weniger zu werden scheint. Bei ihr ist es ein schwarzer Rabe, der unter ihrem Rippenbogen sein Unwesen treibt. Ich denke, jeder, der eine solche Zeit schon mitgemacht hat, kann sich sehr gut in die junge Frau hineinversetzen. Auch ihre Schuldgefühle, die der Rabe aufrüttelt, wenn sie beginnt sich etwas Neuem zuzuwenden, ist sehr anschaulich beschrieben. Ebenso wird die Trauer ihres kleinen Sohnes Max stark thematisiert und wie Miriam versucht mit seinen Wutausbrüchen klarzukommen und umzugehen. Ich hab den Knirps sofort in mein Herz geschlossen.

Katrin Burseg hat einen Schreib- und Erzählstil, der es mir schwer gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Sie wertet nicht, was ich sehr gut finde. Ich kann mir mein Urteil über die Personen und ihr Handeln selbst bilden. Ich denke, dies ist ein Buch bei dem man über Einiges sehr gut diskutieren kann.

Vielleicht sollte man sich, bevor man an diese Lektüre geht, mit den politischen Hintergründen in Deutschland in den 70er Jahren, dem RAF-Terror und dem sogenannten Deutschen Herbst vertraut machen. Es wird zwar auf einiges eingegangen, aber ich war froh, dass ich doch ein Grundwissen über diese Zeit hatte.

Das Geheimnis, das sich um die Reederswitwe rankt, bringt in die Geschichte eine gewisse Spannung, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Ganz langsam kommt Miriam dem Ganzen auf die Spur – und ich bin mittendrin und voll dabei. Dabei stellt sich auch mir die Frage: Liegt die Wahrheit wirklich nur im Auge des Betrachters? Und gibt es wirklich so viele Zufälle, wie sie sich hier häufen?

Eine sehr berührende Geschichte über Trauerbewältigung, Neuanfang, Schuldgefühle und den Mut auch im Nachhinein zu seiner Vergangenheit zu stehen. Ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Rezensionen von AngiF:

Unruhen

Scherbennacht von Nicole Neubauer

Ein Polizistenmord erschüttert München. Auf einem ehemaligen Sportplatz, nun Schuttabladeplatz einer Baufirma, wird Kriminalhauptkommissar Leo Thalhammer aufgefunden, hingerichtet mit einem Kopfschuss. Die Zeugin, die den Toten findet, ist ausgerechnet Sandra Benkow genannt Sunny, Polizeiobermeisterin bei der Eliteeinheit Unterstützungskommando Bayern.

Sie verschweigt den ermittelnden Beamten jedoch, dass sie dort mit einem ihrer Kollegen verabredet war. Keine leichte Aufgabe für das Team rund um den Ersten Hauptkommissar Michael Waechter. Nicht genug, dass Kriminaldirektor Zöller wegen des Drucks aus Öffentlichkeit, Presse und Politik den noch immer krankgeschriebenen Hannes Brandl in den Dienst zurück beordert, nein, sie stoßen während ihrer Ermittlungen immer wieder auf Blockaden von Seiten der Zeugen und auch die anderen Polizeibeamten geben nicht gerade bereitwillig Auskunft. Besonders schwer hat es jedoch Hannes, der schwer traumatisiert ist seit seinem letzten Einsatz vor einem halben Jahr; Panikattacken erschüttern ihn immer wieder, diese versucht er jedoch vor allen sogar vor seiner schwangeren Frau Jonna zu verheimlichen.

Auch in diesem dritten Band der Serie um das Team von KHK Waechter faszinieren mich die Charaktere, wirklich jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und doch arbeiten sie alle höchst professionell und unerbittlich. Meine Lieblinge sind ganz klar Waechter und Hannes. Aber auch die Nebenfiguren fügen sich hervorragend in die Geschichte ein und perfektionieren sie zu einem brillanten Gesamtbild. Die Sprache der Autorin ist bestechend frisch und real und die Dialoge sind kurzweilig und voller Leben geschrieben. Die Story selbst um Gentrifizierung, autonome Gruppen und Rauschgift könnte brisanter und aktueller nicht sein. Hier hat Nicole Neubauer ihren Finger am Puls der Zeit.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Krimifans werden es lieben und verschlingen, wie ich es getan habe und für Fans des Teams Waechter ist die Lektüre sowieso ein „Must read“! Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den dritten Band in der Serie, doch auch für Neueinsteiger ist es gut zu lesen und sie werden schnell in die Story hineinfinden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von AngiF

Rezensionen von TanyBee:

Das erste Abenteuer für die drei Magier

Die drei Magier - Das magische Labyrinth von von Bornstädt Matthias

Ein Buch zu einem Spiel? Da war ich erst ein wenig skeptisch. Aber schon ein kurzer Blick in die Leseprobe konnte mich neugierig machen auf dieses Buch. Und was soll ich sagen? Es ist ein absolutes Highlight!
Aber erst mal zum Inhalt:
In Algravia wütet der böse Zauberer Rabenhorst. Er geht sogar so weit, dass er süße kleine Lunies gefangen nimmt, um ihnen Magie zu stehlen.

Lunies sind flauschige und leuchtende kleine Wesen und man muss sie einfach vom ersten Moment gern haben.
Derweil muss Conrad sich mit Schulproblemen und einer neuen, etwas vorlauten Mitschülerin herumschlagen. Doch bei einem Badeausflug mit Vicky und seiner Schwester Mila wird er plötzlich in die Welt von Algravia hineingezogen und dort werden sie als die drei neuen Magier willkommen geheißen. Wie kann das denn sein?
Die Welt von Algravia ist so wunderbar! Es ist richtige eine kleine Fantasy-Welt, die da erschaffen wurde, aber auch schon für jüngere Kinder geeignet. Da gibt es sprechende Bäume und schlaue Kater, wilde Trolle und sehr haarige Wesen. Die Kinder glauben erst nicht daran, dass sie die drei Magier sind, aber dann bestehen sie doch tapfer ihr Abenteuer. Und das ist ganz schön spannend! Ich hatte ein bisschen Sorge, dass meine Kinder zwischendurch das Atmen vergessen vor lauter Mitfiebern. Und witzig ist es noch dazu. Ich habe mich sehr gerne überreden lassen, bitte noch ein Kapitel vorzulesen. Und noch eins. Und so weiter.
Die Illustrationen sind einfach genial und sehr passend. Man hat das Gefühl, dass die Lunies richtig leuchten, so schön sind die dargestellt. Und die Bilder machen neugierig. Sehr gerne möchten wir Haarmut näher kennen lernen.
Das Buch hat eine schöne Länge. Viele Bücher ab 8 sind sehr umfangreich, was ich auch mag, aber meine Tochter würde das noch nicht zum Selbstlesen durchhalten, „Bleiwüsten“ schrecken sie zu sehr ab. Hier ist die Schrift relativ groß und immer wieder durch farbige Bilder aufgelockert, so dass die Kinder schneller ein Erfolgserlebnis haben. Außerdem ist das Buch so spannend, ich glaube, damit kann man auch Lesemuffel zum Lesen bringen.
Zum Vorlesen ist es auch schon für jüngere geeignet, mein Sohn ist 6 und mochte es super gern. Genauso wie ich. Ich freue mich sehr auf den zweiten Band, weil ich unbedingt mehr über Algravia erfahren will! Der wird also sehr bald bei uns einziehen. Für dieses tolle Kinderbuch möchte ich eine ganz große Empfehlung aussprechen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von TanyBee

Rezensionen von LadyIceTea:

Dieses Buch hat mich völlig in seinen Bann geschlagen

Dann schlaf auch du von Leïla Slimani

Myriam und Paul wollen perfekt sein. Zwei Kinder, Pariser Altbauwohnung und angesehene Jobs. Als Myriam sich nach ihrer Schwangerschaft entscheidet, wieder arbeiten zu gehen muss eine Nanny her. Sie finden Louise und glauben, mit ihr den Hauptgewinn gezogen zu haben. Louise bändigt nicht nur die Kinder, sie macht sauber, kocht und hält unbemerkt die Familie zusammen.

Sie wird immer mehr ein fester Teil des Familienglücks.
Doch niemand hat erwartet, wie tief die Einsamkeit in ihrer Seele sitzt und welche Abgründe sich in Louise auftun. Bis die Dunkelheit über die Familie einbricht.

Ich wusste nicht wirklich, was ich von diesem Roman zu erwarten hatte. Einerseits klang es mir nach Thriller aber andererseits eben nicht nach Fitzek und Co. Bekommen habe ich ein Buch, welches ich so nicht erwartet hätte.
Schon auf den ersten Seiten werden wir mit dem schrecklichen Ausgang des Buchs konfrontiert. Das hat mich überrascht. Es geht in diesem Buch tatsächlich nur darum, wie es zu diesem Ereignis gekommen ist. Wir wissen also schon direkt wer, was und wo. Nur das Warum klärt sich erst auf den nächsten Seiten.
Die Geschichte wird von Beginn erzählt. Wie Myriam wieder arbeiten möchte, wie schlecht sie sich fühlt und wie dann Louise auftaucht und alles wieder in Ordnung bringt. Wir erleben alles aus einer Erzählperspektive, die meistens Louises Sicht darstellt, jedoch von außen betrachtet. Dadurch wirkt es oft wie eine schaurige Erzählung und lies mich dieses Buch geradezu verschlingen.
Louise erscheint perfekt, bis man mehr über sie, ihre Vergangenheit und ihre Gedanken erfährt. Schnell merkt man, dass nicht alles Gold ist was glänzt und das Louise nicht perfekt ist. Ab diesem Punkt stieg die Spannung für mich, weil ich nur noch wissen wollte, wie es zu diesem Ereignis kommen konnte.
Das Ende hat mich auch in einer gewissen Weise überrascht. Denn es gibt viel weniger her, als man erwartet. Es legt nicht, wie ein typischer Thriller alles Geschehene noch einmal vor dem Leser aus, damit er auch bloß alles versteht. Nein, es gibt dem Leser die letzten fehlenden Informationen und lässt ihn den Rest selbst zusammenreimen, denn im Buch wurde alles gesagt.
Für mich ein wirklich spannendes und geniales Buch. Eine Thriller-Erzählung, die ich so noch nicht kannte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LadyIceTea

Rezensionen von Krimine:

Ein nervenzerreißender Thriller

Todesreigen von Andreas Gruber

Eine Serie von Selbstmorden unter langjährigen Kollegen lässt Sabine Nemez stutzig werden. Aber nicht nur ihr unerklärliches Ableben sorgt dafür, dass die versierte Ermittlerin Interesse an ihren Fällen zeigt. Auch die Tatsache, dass immer einer ihrer Angehörigen kurz zuvor ermordet wurde, lässt sie an eine Verschwörung denken.

Deshalb nimmt sie Kontakt zu ihrem ehemaligen Ausbilder und Kollegen Maarten S. Sneijder auf und bittet ihn um Hilfe. Sneijder, der aufgrund einer Suspendierung nicht mehr im aktiven Dienst verweilt, ist der einzige Polizist, dem Sabine wirklich vertrauen kann. Allerdings rät er ihr die Finger von weiteren Ermittlungen zu lassen und schon bald muss Sabine erkennen, warum sogar er diesmal einem Verbrechen nicht auf den Grund gehen will.

"Todesreigen" ist der vierte Fall für den Misanthropen Maarten S. Sneijder, der in seiner Freizeit Bücher klaut und Marihuana raucht und seine einstige Studentin Sabine Nemez. Zwei Ermittler, die eine ganz besondere Beziehung zueinander hegen. Deshalb sind sie auch diesmal wieder ein Team, das sich nicht scheut, bis zum Äußersten zu gehen und sogar ihr Leben dem anderen anzuvertrauen. Und das steht in diesem Fall ordentlich auf der Kippe. Geht es schließlich darum, einen seit Jahrzehnten existierenden Ring aus korrupten Kollegen auszuheben.

Ursprünglich als Trilogie geplant, wurde die erfolgreiche Serie um das ungewöhnliche Ermittlerteam von Andreas Gruber zur Freude aller Thrillerfans weitergeführt. Und auch diesmal werden sie nicht enttäuscht. So wartet der neue Fall mit einer überaus spannenden und gleichermaßen undurchsichtigen Handlung auf und lässt den Leser regelmäßig die Nackenhaare zu Berge stehen. Dabei ist es egal, ob ein Amokfahrer auf der Autobahn gestoppt werden muss oder die erhoffte Unterstützung in einer überaus brenzligen Situation ausbleibt. Andreas Gruber versteht es, mit knappen Worten und einer bildhaften Sprache das Grauen lebendig werden zu lassen und die Nerven aller Beteiligten bis zum Zerreißen zu spannen. Da stört es auch nicht, dass sich Sneijder oft merkwürdig und unrealistisch benimmt. Denn ein brillanter Fallanalytiker kann eben nicht gewöhnlich sein.

Fazit:
"Todesreigen" ist ein überaus spannender Thriller, der tief in menschliche Abgründe blicken lässt und der die Hoffnung seiner Leser schürt, dass es noch weitere Fälle mit dem ungewöhnlichen Team des BKA Wiesbaden gibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Krimine

Rezensionen von Haliax:

Ein Auftakt voller Intrigen und Geheimnisse.

Beautiful Liars, Band 1: Verbotene Gefühle von McGee Katharine

In New York des Jahres 2118 leben die Menschen in einem 1000-stöckigen Hochhaus, das sie nicht verlassen müssen, da sich ihr ganzes Leben in dem Wolkenkratzer abspielt. Ob Parks, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Arbeitsplätze - der Tower inkludiert jeden Teil des Lebens.
Die Grenze zwischen Arm und Reich ist genau gezeichnet.

Die Armen leben im unteren Teil und die Reichen im oberen Teil. Im Leben von 5 Teenager droht jene Grenze zu schwinden, als sie sich näher kommen und einsehen, dass Geheimnisse, sowohl bei reichen als auch bei armen Menschen, gleich zerstörerisch sein können.

Es herrscht ein Perspektivenwechsel der 5 Charaktere nach jedem Kapitel. Man taucht ein Stück in jede Welt ein. Erin, Avery und Leda zeigen den Wohlstand und die Seite der Reichen, während Watt und Rylin, das harte Leben wiederspiegeln. Es braucht die ersten 100 Seiten, bis man ein Gefühl für die Charaktere und für die futuristische Welt bekommt. Diese Anlaufzeit sollte man dem Buch geben. Das futuristische Setting ist ausführlich beschrieben, bedenkt man die technischen Fortschritt und Geräte, die in diesem Buch eine Rolle spielen.

Was mir an diesem Buch gut gefallen hat, waren die Emotionen, die so beschrieben wurden, dass sie auch bei mir angekommen sind. Als man ein Band zu den Charakteren hergestellt hat, was ab der Hälfte des Buches passierte, war es eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Einmal lachte man, einen Augenblick später war man bekümmert und wütend zugleich.

Ich lese gerne über Freundschaft, Intrigen, Geheimnisse, Zickenkrieg usw., da es der Geschichte einen natürlichen Antrieb verschafft, aber bei diesem Buch war es mir zeitweise zu viel. Ohne viele Details auszuplaudern, möchte ich anmerken, dass es dramatische Situationen gibt, die entweder unnötig dramatisch dargestellt wurden oder einfach übertrieben erschienen. Da ich kein Teenager bin, kann es für die angesprochene Zielgruppe eventuell genau richtig erscheinen. Außerdem nervte mich der Handlungsstrang mit Leda, denn sie handelt für mich übertrieben und die Beweggründe für ihren fanatischen Hang wurden wenig erläutert.

Fazit
Ein schöner Jugendroman, der viel Potential hat, jeden Jugendlichen anzusprechen. Da ich kein Jugendlicher bin, war es mir ab und zu etwas zu viel Drama. Dennoch bietet das Buch eine genaue Zukunftsvorstellung mit echten Charakteren, deren Emotionen überzeugen konnten. Ein netter Auftakt einer Reihe, die ich weiter verfolgen werde.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Haliax

Rezensionen von Haliax:

Jede Seite Spannung pur - unbedingt lesen!

Beautiful Liars, Band 1: Verbotene Gefühle von McGee Katharine

Seit Jahren hat Evan dem Projekt Orphan den Rücken gekehrt. Er behält den Namen „Nowhere Man“, hilft den Unschuldigen und befreit sie vor dem Bösen. Alles was sie dafür tun müssen, ist die Nummer 1-855-2-NOWHERE zu wählen und Evan eilt ihnen zur Hilfe. Bisher konnte er seine Aufträge gekonnt im Schatten erledigen, doch jemand ist ihm dicht auf den Fersen ohne das Evan etwas merkt.

Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich ab der ersten Seite mit der Geschichte vollkommen mitgerissen werde. Bei Projekt Orphan von Gregg Hurwitz wird der Spannungsbogen am Beginn gelegt und durchgehend weiter gezogen, sodass keine Zeit für eine Pause aufkommt. Dieses Buch garantiert eine durchgehende Spannung, die durch einige Pageturner begünstigt wird. Jeder, der unerwartete Wendungen mag, der hat mit diesem Buch sicher eine Freude.

Da es mein erstes Buch von Gregg Hurwitz ist, war ich positiv überrascht von seiner mitreißenden Schreibweise. Seine Schilderungen sind wie ein Sturm, der über einen hinwegfegt. Man wird einfach mitgezogen! Der Autor schafft es Szenen deutlich zu beschreiben, sodass der Leser ein Bild vor Augen hat, was als Drehbuchautor nicht verwunderlich ist, aber dennoch herausgehoben gehört.

Evan ist ein Hauptcharakter, der auf der einen Seite durch seinen scharfen Verstand und auf der anderen Seite, durch seine verletzliche Seite besticht. Er hat in seinem Leben schon viele Dinge einstecken müssen, was man sehr an seinem Naturell merkt.
Die Geschichte um Evan wurde bereits in Orphan X aufgegriffen. Projekt Orphan ist der zweite Teil dieser Reihe. Dennoch ist es problemlos möglich, den zweiten Teil zu lesen, ohne den ersten Teil gelesen zu haben. Es sind einige Rückblenden vorhanden, die meiner Meinung aber nicht allzu viel verraten und lediglich dazu dienen, nicht den Anschluss zu verlieren. Es könnte möglich sein, dass sich noch mehr Details verbergen, die mir als Erstleser nicht aufgefallen sind.

Fazit
Dieser hervorragende Thriller, der durch seinen authentischen Protagonisten und seiner spannenden Geschichte überzeugt. Jeder, der unerwartete Wendungen mag, der hat mit diesem Buch sicher eine Freude. Der zweite Teil kann auch problemlos ohne die Informationen des ersten Teils gelesen werden. Dieses Buch war definitiv ein Highlight meines bisherigen Lesejahres und ich empfehle: Unbedingt lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Haliax