Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vicky:
Eine Wanderin zwischen den Welten
Wir nannten es Freiheit von Silke Schütze
'Wir nannten es Freiheit' ist ein historischer Roman der Autorin Silke Schütz.
Das Buch umfasst zweiundzwanzig Kapitel sowie einen Epilog. Unter 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf die Geschichte rund um die Lehrerin Lene und ihren Verlobten Paul holen.
Das Cover ist recht einfach gehalten aber dennoch ansprechend gestaltet und sehr passend zur Geschichte gewählt.
Mir persönlich gefällt es gut, ich stelle mir immer vor dort Lene zu sehen wenn sie auf dem Weg zur Schule ist :-)
Ich fand den Einstieg eher schwierig, anfangs ging es bei mir mit dem Lesen nur langsam und schleppend dahin. Allerdings bessert sich dieses Gefühl bald und ich bin von der Geschichte gefangen. Die ‘Frauenrechtlerinnen‘ bzw. Lene’s Kolleginnen gefallen mir, sie sind unterhaltsam und wollen, trotz den Widrigkeiten der Zeit, für ihre Rechte eintreten! Das finde ich gut.
Hier muss ich ein Zitat aus dem Buch erwähnen da ich es sehr passend fand und finde das man sich das auch in der heutigen Zeit noch öfters in Gedanken rufen sollte: >>Wenn du am Morgen erwachst, denke daran, was für ein köstlicher Schatz es ist, zu leben, zu atmen und sich freuen zu können.<<
Fazit: Wegen der anfänglichen Schwierigkeiten ziehe ich einen Stern ab. Ich empfehle das Buch aber dennoch allen, die sich gerne ins Berlin des Jahre 1916 begeben und Lene bei ihrem Kampf für ihre Rechte begleiten möchte!
Ich persönlich habe hier bezüglich der Geschichte einiges neues lernen dürfen. Zum Beispiel kannte ich bisher die Zölibatsklauseln für Lehrerinnen nicht, das fand ich sehr interessant!
Rezensionen von KimVi:
Spannender Krimi
Der Hunger der Lebenden von Beate Sauer
Im Juni 1947 wird Köln von einer Hitzewelle heimgesucht. Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei wird bei einem Mordfall an einer ehemaligen Kollegin als Unterstützung angefordert. Der Fall scheint klar, da die vermeintliche Mörderin mit der Tatwaffe am Tatort angetroffen wurde. Doch Friederike fallen Ungereimtheiten auf.
Deshalb überschreitet sie ihre Kompetenzen und beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Diese werden erleichtert, als Richard Davies von der Royal Military Police wieder nach Deutschland zurückkehrt, um die Ermordung britischer Soldaten aufzuklären....
"Der Hunger der Lebenden" ist nach "Echo der Toten" der zweite Fall für Friederike Matthée. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Wichtige Hintergrundinformationen zu beruflichen und privaten Nebenhandlungen fließen so in die Handlung ein, dass alles gut verständlich und nachvollziehbar ist.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet und ist in einzelne Kapitel unterteilt. Da diese mit Handlungsort und Datum gekennzeichnet sind, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte und Personen problemlos vorstellen und so ganz in die kniffeligen Ermittlungen eintauchen. Es gelingt der Autorin außerdem hervorragend, nicht nur die Hitzewelle, sondern auch die Sorgen und Nöte, die in der damaligen Nachkriegszeit herrschten, in die Handlung einzuflechten, sodass die Hintergrundkulisse authentisch wirkt.
Der Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos, da das Interesse am Fall sofort vorhanden ist. Man kann Friederikes Zweifel an der Schuld der vermeintlichen Täterin nachvollziehen und verfolgt deshalb gespannt Friederikes Bemühungen, mehr über diese Frau und ihren Hintergrund zu erfahren. Friederike wirkt sehr sympathisch und ihre Handlungen nachvollziehbar. Man kann beim Lesen spüren, wie beschränkt ihre Kompetenzen sind und mit welcher Hingabe sie dennoch versucht, Licht ins Dunkle zu bringen. Dabei kommt es zu einigen Wendungen, die dafür sorgen, dass man erst spät erfährt, was wirklich geschehen ist. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis sehr gut unterhalten, da ich von Anfang an in den Sog der Geschichte geriet und unbedingt erfahren wollte, was hinter dem Mord steckt und wer dafür verantwortlich ist. Die historische Hintergrundkulisse wirkte auf mich so authentisch, dass ich mühelos in die damalige Zeit und den spannenden Kriminalfall eintauchen konnte. Obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe, konnte ich der Handlung mühelos folgen und die spannenden Ermittlungen genießen.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Requiem für Tat'ka, in Dankbarkeit
Fünf Tage im Mai von Elisabeth R. Hager
Man ist versucht, die Beschreibung des vorliegenden Romans mit "Alles neu macht der Mai" zu beginnen, denn jeweils fünf Tage im Mai, verteilt über mehrere Jahre, verändern nachhaltig das Leben von Illy. Angefangen mit der verunglückten Erstkommunion über markante Stationen der ersten Liebe bis hin zum seelischen Neubeginn nach dem Tod des geliebten Urgrossvaters muss und darf sie sich in ihrem jungen Leben neu orientieren.
Dieser Urgrossvater Korbinian, von ihr zärtlich Tat'ka genannt, war von jeher die aufrechte, starke Säule der Familie und ganz besonders in ihrem eigenen Leben. Ein knorriger Tiroler Fassbinder, unbeugsam und lebensklug, stirbt kurz vor seinem 100. Geburtstag. Doch zuvor gibt er seiner Urenkelin aus seinem reichen Erfahrungsschatz mit, was sie braucht, um den eigenen Schmerz bezwingen zu können. "Das Glück is a Vogerl, gar liab, aber scheu. Es lasst si schwer fangen, aber fortg'flogn is glei."
In "Fünf Tage im Mai" geht es um Entscheidung und Verantwortung, um Verlust und Schuld über Generationen hinaus, aber vor allem um eins: um bedingungslose Liebe. Es ist ein Requiem, wie es nur von einer Seelenverwandten angestimmt werden kann, mit einem dankbaren, leuchtenden Lächeln. Man schliesst Illy und ihren Tat'ka sofort ins Herz und ist tief betroffen, wenn das Unglück sie trifft. Mit dem hoffnungsvollen letzten Satz aber schliesst man lächelnd das Buch.
Geschrieben in einer frischen, sehr farbigen Sprache, die zusätzlich durch Dialektteile in der wörtlichen Rede belebt wird, ist das Werk ein reines Lesevergnügen. Mich erinnert es ein wenig an Vea Kaisers "Blasmusikpop". Mit Tempo führt Elisabeth R. Hager durch die einzelnen Maitage und die Zeit dazwischen. Gut gefallen hat mir die zarte Holzstruktur der Buchdeckel, ein Hinweis auf Tat'ka, einen der letzten Fassbinder Tirols.
Alles in allem: einfach hervorragend! Ich hoffe, noch viele Werke von dieser jungen Autorin lesen zu können.
Rezensionen von jiskett:
Eine weitgehend schöne Liebesgeschichte mit etwas zu viel Drama
Fünf Tage im Mai von Elisabeth R. Hager
"Versuchung küsst finnisch" ist auf den ersten Blick eine typische Rockstar-Liebesgeschichte, allerdings gibt es einen großen Unterschied. Es geht um eine eher schüchterne Frau, die einen berühmten Musiker kennen lernt, sich sofort zu ihm hingezogen fühlt und eine Beziehung jedweder Art mit ihm beginnt.
.. doch Emilia ist zum Zeitpunkt ihrer ersten Begegnung bereits verheiratet.
Die Protagonistin führt ein unglückliches Leben und eine eher lieblose Ehe, was schon aus der Inhaltsangabe hervorgeht, aber die dort verwendete Formulierung, sie fühle sich "unverstanden", ist fast zu harmlos; ihre Mutter und ihr Mann bringen ihr keinerlei Zuneigung entgegen und es ist deutlich, dass sie sich damit abgefunden hat, weshalb es leicht war, Mitgefühl für sie aufzubringen. Aus diesem Grund ist auch nachvollziehbar, wieso sie sich auf Panu einlässt; er ist attraktiv, zeigt Interesse an ihr und bringt frischen Wind in ihr Leben, ganz zu schweigen davon, dass es zwischen ihnen knistert. Natürlich fand ich es nicht gut, dass sie ihren Ehemann betrogen hat, doch es wurde deutlich, dass sie einen Anstoß brauchte, um eigene Entscheidungen zu treffen und sich auszumalen, dass sie Optionen hat und nicht so feststeckt, wie sie es zuvor glaubte. Es war schön zu sehen, wie sie nach und nach offener geworden ist und größere Wagnisse einging, auch wenn mir das ganze zunächst etwas zu schnell ging; zum Glück wurde das Tempo dann durch Rückschritte, Missverständnisse und Kummer ausgebremst. Die Hindernisse für eine Beziehung waren weitgehend realistisch und es wurde gut damit umgegangen, obwohl es für meinen Geschmack zu viel Drama gab, gerade in der zweiten Hälfte.
Panu selbst mochte ich ebenfalls und er war ein gut ausgearbeiteter Charakter, aber es gab ein paar Momente, in denen ich seine Gedankengänge gar nicht nachvollziehen konnte, was wohl unter anderem daran lag, dass Emilias Perspektive dominanter war und ich deshalb eher mit ihr sympathisiert habe. Auch seine Arbeit als Musiker kam mir fast schon zu kurz, was ich schade fand, weil die Dynamik der Bandmitglieder Potential hatte. Allerdings bin ich darüber gestolpert, dass es Parallelen zu der Band Sunrise Avenue zu geben schien - so heißt beispielsweise die Gruppe Moonset Road und die Namen 'Panu' und 'Samu' klingen irgendwie ähnlich. Dies hat mich ein wenig von der eigentlichen Erzählung abgelenkt, da ich mich immer wieder gefragt habe, ob diese Band und der Sänger selbst als Inspiration dienten.
Der Schreibstil ist locker und lässt sich gut lesen. Die Handlung betrachte ich ein wenig zwiespältig; zwar haben mich die Klischees, die es gibt, nicht besonders gestört, da die Geschichte von den dramatischen Entwicklungen abgesehen trotzdem schön ist, doch das Buch war mir manchmal ein wenig zu kitschig und teilweise nicht emotional genug. Dagegen hat mir gefallen, wie Emilia langsam begonnen hat, neue Erfahrungen zu sammeln und mehr für sich einzustehen. Auch das Ende an sich war sehr gelungen und macht neugierig auf mehr. Ich mochte zudem, wie stark und durchgängig präsent die Verbindung zwischen den Protagonisten war; man spürt, dass sie zusammen passen würden und wünscht sich für sie ein Happy End, was für mich bei einem Liebesroman entscheidend ist. Da "Versuchung küsst finnisch" mich deshalb alles in allem gut unterhalten hat, vergebe ich trotz der genannten Kritikpunkte drei Sterne.
Rezensionen von manu63:
Selbstfindung
Fünf Tage im Mai von Elisabeth R. Hager
Eine Heimat in den Highlands von Morag McAdams erzählt die Selbstfindung von Juliane die unter der lieblosen Beziehung mit ihrem Verlobten Hannes leidet. Während einer Auszeit in den schottischen Highlands findet sie Unterkunft und Arbeit beim verschlossenen Bauern Harry McNeill. Harry und seine Familie umgeben etliche Geheimnisse, denen Juliane nach dem plötzlichen Tod von Harrys Tante auf die Spur kommt.
Die Geschichte wird zum größten Teil aus der Sicht von Juliane erzählt und kommt eher in leisen Tönen daher. Der Schreibstil ist ruhig und die Ereignisse reihen sich langsam fließend aneinander. Julianes Gedankenwelt ist gut nachvollziehbar, auch wie sie in die Fänge des eher tyrannischen Hannes geraten ist. Etwas nervig fand ich die Geheimniskrämerei rund um die Schafherde. Auch Harry blieb eher blass und wenig greifbar. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht rund um Harry und sein Leben. Auf jeden Fall ist das Buch eher was für ruhige Lesestunden mit wenig Aufregung und es war auch nicht so spannend das ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Insgesamt hat es mir gut gefallen und ich habe es gerne gelesen.
Rezensionen von BarbaraM:
Ein wunderbares Elfenabenteuer für Leseanfänger, das zum Mitfühlen und Mitfreuen einlädt!
Lara und die freche Elfe in der Schule - Leserabe 1. Klasse - Erstlesebuch für Kinder ab 6 Jahren von Anja Kiel
Lara darf in der Schule einen Vortrag über etwas, das fliegt, halten und sie hat sich das Thema „Elfen“ ausgesucht. Nach kurzer Zeit fangen ihre Mitschüler an zu lachen und Nick behauptet sogar, dass es überhaupt keine Elfen gibt. Lara ist traurig und wütend. Aber zum Glück gibt es Ben, der sie tröstet, aufheitert und zu Lara hält und natürlich ist da auch noch die kleine Elfe, die in der Schule nun allerhand Unfug anstellt.
Ob die Mitschüler von Lara doch noch anfangen, an Elfen zu glauben? Lest selbst!
Mit ihrem Band „Lara und die freche Elfe in der Schule“ aus der Leserabenreihe (1. Lesestufe) ist Anja Kiel ein witziges und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Ravensburger Verlag erschienen ist und 43 Seiten umfasst.
Das Buch ist in großer Schrift und einfach gehaltener Sprache verfasst und in vier Kapitel unterteilt. Also absolut für Leseanfänger geeignet und eine tolle Lesemotivation. Die Lust auf das Lesen wird sicherlich auch noch durch die beigelegten Sticker unterstützt, die nach dem Lesen eines jeden Kapitels eingeklebt werden dürfen und am Ende des Buches wartet sogar noch ein schönes Lesequiz.
Passend zur Geschichte sind viele ausdrucksstarke Zeichnungen von Illustratorin Elke Broska zu finden. Sie ergänzen und unterstreichen das Gelesene und sind wunderschön anzusehen.
Die Geschichte um die kleine Elfe weist viele schöne Ideen auf, die zum Mitfühlen und auch Nachdenken einladen und aus dem Lebensalltag von Kindern gegriffen sind. So wird Lara bei ihrem kleinen Vortrag von den Mitschülern etwas ausgelacht und muss mit dieser Situation umgehen. Doch zum Glück ist da Ben, der ihr glaubt und eine gute Stütze ist. Eine solche Situation haben bestimmt schon viele Kinder erlebt und können sich wunderbar in Lara hineinversetzen, überlegen, wie es ihr genau geht und auch erkennen, dass Ben ein toller und wichtiger Freund für Lara ist. Für meine Kinder war das beim Lesen ganz wichtig und auch die kleine „Bestrafung“ der kleinen Elfe für die Mitschüler, die Lara ausgelacht haben. So hat sich alles gut die Waage gehalten.
Fazit: Wir sprechen eine Empfehlung aus, für Kinder ab 6 Jahren, die ein spannendes und lustiges Abenteuer selbst erlesen wollen. Zum Vorlesen ist es sicherlich schon ab 5 Jahren geeignet.
Meinen Kindern hat das Buch sehr gut gefallen und das Einkleben der Sticker und das Leseraben-Leserätsel am Ende war natürlich ein großer Ansporn.
Rezensionen von manu63:
Schattendieb
Das Erbe der Macht - Band 15: Schattendieb von Andreas Suchanek
Band 15 der Das Erbe der Macht Reihe des Autors Andreas Suchanek trägt den Titel Schattendieb. Dieser Band führt die Freunde von Alex zurück in eine dunkle Vergangenheit wo sie sich einer großen Gefahr gegenüber sehen. Schaffen sie es rechtzeitig zurück zu sein und Alex zu retten?
Währenddessen sollen Chloe, Elliot und Crowley einen Auftrag für Ellis ausführen der sie in ein Splitterreich führt.
Auch in diesem Band führt der Autor die Charaktere an ihre Grenzen und setzt sie mannigfaltigen Gefahren aus. Als Leserin habe ich mitgefiebert und gebangt ob die Protagonisten ihre Ziele erreichen. Band 15 endet mit einer überraschenden Wendung die neue Abenteuer nach sich ziehen wird.
Schreibstil und Dialoge sind gewohnt gut und flüssig lesbar, die Spannungsbögen bleiben durchweg erhalten und geben der Geschichte Tempo und Fluss. Die neu hinzukommenden Figuren werden gut integriert.
Rezensionen von KimVi:
Für mich hätte es etwas spannender sein dürfen
Jetzt gehörst du mir von Carver Tania
Innerhalb kurzer Zeit werden in Colchester drei Männerleichen gefunden. Sie alle haben nicht nur große Ähnlichkeit mit DI Phil Brennan, sondern tragen eine Tarotkarte bei sich, auf der Phils Name vermerkt ist. Der Verdacht liegt nahe, dass Phils Stalkerin, die Frau, die der verstorbenen Fiona Welsh ähnelt und ihren Namen nutzt, zurück ist.
Phil muss nach Colchester, um die Lage vor Ort in Augenschein zu nehmen. Doch dort trifft er nie ein.....
Nach "Entrissen", "Der Stalker", "Stirb mein Prinz", "Jäger", "Morgen früh, wenn du willst", "Du sollst nicht leben" und "Er will dein Herz", ist dieser Band bereits der achte Fall für Phil Brennan und Marina Esposito. Obwohl man den aktuellen Ereignissen wahrscheinlich auch dann folgen kann, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat, ist es dieses Mal nicht empfehlenswert, ohne Vorkenntnisse einzusteigen. Denn es gibt einige Rückblicke in vergangene Fälle, die man einfach besser in Zusammenhang bringen kann, wenn man die Vorgeschichte kennt. Außerdem könnten die eingestreuten Informationen sonst die Spannung verderben, falls man die Vorgänger dann doch noch lesen möchte.
Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, denn bereits die ersten Seiten wecken das Interesse an der Handlung. In diesem Teil der Reihe erfährt man einiges aus dem Leben der Frau, die Phil stalkt und sich als Fiona Welsh ausgibt. Nach und nach schaut man hinter ihre Fassade und bekommt einen Eindruck davon, warum sie so auf Phil fixiert ist. Das ist aber nur ein Handlungsstrang, denn aus wechselnden Perspektiven betrachtet man sowohl die Ermittlungen der Kollegen aus Colchester, die alles daran setzen sollten, Phils Aufenthaltsort herauszufinden und dabei von Imani unterstützt werden, als auch Marina Espositos Bemühungen ihren Ehemann zu finden, und bekommt außerdem einen Einblick, wie Phils Gefangenschaft verläuft.
Durch die häufig wechselnden Perspektiven, die oft an entscheidenden Stellen stoppen, gerät man relativ früh in den Sog der Handlung. Dramatische Szenen, bei denen man allerdings nicht zu zartbesaitet sein sollte, unterstützen diese Wirkung. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen lebhaft vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Doch leider kann die früh aufgebaute Spannung nicht durchgehend gehalten werden, denn irgendwann stellt sich das Gefühl ein, dass man auf der Stelle tritt und das es nicht richtig voran geht. Dadurch wirken Teile der Handlung langatmig und wenig spannend. Zum Ende hin steigt die Spannung dann allerdings wieder an, obwohl das große Finale dann doch etwas enttäuschend wirkt.
Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und die ersten Fälle geradezu verschlungen. Doch bereits "Er will dein Herz" konnte mich dann nicht mehr ganz so stark begeistern. Dennoch war ich natürlich gespannt auf diesen Teil, da ich unbedingt erfahren wollte, was es mit Phils Stalkerin auf sich hat. Über weite Teile war die Spannung für mich deutlich spürbar und mein Interesse an den Hintergründen entsprechend groß. Doch leider konnte dieser Band mich nicht durchgehend fesseln, da er für meinen Geschmack stellenweise etwas zu langatmig war und das Finale auf mich eher enttäuschend wirkte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb drei von fünf Sternchen. Eine Leseempfehlung für Fans der Reihe spreche ich aber dennoch aus, da man hier alles über die Stalkerin und ihr Motiv erfährt.
Rezensionen von jiskett:
Emotional und durchaus packend
Das Licht in meiner Dämmerung von Sarah Saxx
"Das Licht in meiner Dämmerung" erzählt die Liebesgeschichte von Eleonore, die bei einem Überfall ihren Bruder verloren hat und anschließend entführt wurde, und Ethan, der sie bei ihrer Flucht gefunden und - zunächst eher widerwillig - mit nach Hause genommen hat, um sie zu verstecken.
Die beiden geraten recht schnell aneinander, da er sehr zurückgezogen lebt und eine gewisse Abwehrhaltung fremden Menschen gegenüber hat, während sie nicht bereit ist, sich von ihm alles gefallen zu lassen. Zugleich fühlen sie sich aber zueinander hingezogen und je mehr Zeit sie durch die außergewöhnlichen Umstände miteinander verbringen, desto wohler fühlen sie sich in der Gegenwart des jeweils anderen.
Die Annäherung der Protagonisten wurde sehr schön dargestellt. Die Funken zwischen ihnen sprühen von Anfang an, doch Saxx hat auch verdeutlicht, wie aus einer Art Zwangsgemeinschaft mehr wurde. Es war meiner Meinung nach glaubwürdig, wie sie sich näher gekommen sind und die Rückschritte und Hindernisse für ihre Beziehung wurden ebenfalls ausgiebig beleuchtet. Beide wurden von bisherigen Erlebnissen geprägt; Eleonore trauert um ihren geliebten Bruder, den sie gerade erst verloren hat, und zudem ist ihr eigenes Leben in Gefahr, weshalb sie sich an einem ihr unbekannten Ort verstecken muss. Ethan dagegen hatte in seiner Kindheit ein traumatisches Erlebnis, das noch all die Jahre später große Auswirkungen auf sein Verhalten und die Beziehungen, die er sich aufbaut, hat, weshalb es trotz seines oftmals ruppigen Benehmens leicht ist, mit ihm zu fühlen. Dies wurde von der Autorin sehr sensibel, aber dennoch eindringlich geschildert und mir hat gefallen, wie sein Charakter sich im Lauf der Handlung verändert hat, doch vor allem, dass es ein langsamer Prozess und keine schnelle Wunderheilung war. Allerdings muss ich gestehen, dass es Szenen gab, bei denen ich mich nicht wohl gefühlt habe, gerade im Zusammenhang damit, wie er seine früheren Bettgefährtinnen behandelt hat. Sein Verhalten war nicht akzeptabel und ich war froh, dass er bei Eleonore nicht zu solchen Extremen gegriffen hat, da eine detailliertere Beschreibung hiervon für einige Leser vielleicht ein Trigger sein könnte. Davon abgesehen hat mir gefallen, wie die Figuren dieses Problem thematisiert haben und auch, mit wie viel Verständnis und Zuneigung sie aufeinander eingegangen sind.
Neben der Liebesgeschichte spielt die Gefahr, in der die Protagonistin schwebt, eine große Rolle und sie ist im Hintergrund immer präsent. Da Eleonores Flucht ausführlich geschildert wird, sind die ersten Kapitel besonders packend, doch zwischendurch gibt es ebenfalls fesselnde Momente, obwohl der Fokus oft vollständig auf der Entwicklung der Charaktere und ihrer aufkeimenden Beziehung lag. Die Zuspitzung des Konfliktes war interessant, allerdings wurde für meinen Geschmack alles zu schnell aufgelöst und abgehandelt, sodass ich auch das an sich schöne Ende etwas überstürzt fand. Da das Buch ein paar Abschnitte hat, in denen vergleichsweise wenig passiert ist, hätte mir hier eine andere Gewichtung besser gefallen. Davon abgesehen mochte ich "Das Licht in meiner Dämmerung" aber; die Figuren sind toll charakterisiert, die Autorin macht deutlich, dass sie zusammen passen und der Schreibstil passt sehr gut zu der Geschichte, sodass die Emotionen mehr als deutlich wurden. Auch die Spannung war durchaus vorhanden, obwohl diese mir aufgrund der konstanten Bedrohung fast schon ein bisschen zu kurz gekommen ist. Deshalb - und aufgrund der Ereignisse, mit denen ich mich ein wenig unwohl gefühlt habe - vergebe ich 3,5 Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Was aus einem Krimispiel alles werden kann
Tiefe Stille von Susanne Rößner
Maria Wagner ist seit 2 Jahren verwitwet und hat nun beim Jahreshauptwettbewerb des Deutschen Krimiklubs, dem sie sich angeschlossen hat, einen der drei Hauptpreise gewonnen: Eine Krimirallye am wunderschönen Schliersee. Wie schnell man dabei in einem echten Kriminalfall landen kann, war ihr bestimmt nicht bewusst.
Kriminalhauptkommissar Lukas Zieringer hat sich von der Mordkommission in München in eine kleine Dienststelle in Miesbach versetzen lassen. Dass es hier genau so kriminell zugehen kann wie in München, hätte er nicht vermutet, bis er mittendrin steckt.
Mich hat das Cover auf das Buch aufmerksam werden lassen. Ich habe zwar gedacht, dass ich ins Ruhrgebiet entführt werden würde – aber nein, auch am Schliersee wurde früher mal Kohle aus dem Berg geholt. Und das Cover passt absolut zum Inhalt des Buches.
Susanne Rößner hat mit ihrem Krimi „Tiefe Stille“ eine Geschichte erzählt, die am Schliersee gesettet ist. Da ich als Münchnerin dort immer mal wieder meine Wochenenden verbringe, habe ich bei den Beschreibungen der Landschaft, der Orte und der Menschen immer ein klares Bild vor Augen, was mein Kopfkino noch intensiver laufen lässt.
Die Personen sind, bis auf ganz wenige, sehr sympathisch, kommen menschlich rüber und sind gut vorstellbar. Neben den Hauptdarstellern, die meine Sympathien schnell ergattert haben, haben sich Herr Schmiedl und eine alte Dame im Café fest in mein Herz geschlichen. Besonders die alte Dame lockert die kriminelle Handlung auf und ich kann auch mal schmunzeln.
Nicht so gut gefallen haben mir die gedanklichen Abschweifungen vom eigentlichen Fall. Vielleicht auch deswegen, weil Mann mir zutiefst unsympathisch ist. Im Gegensatz dazu fand ich die Geschichten, die Herr Schmiedl über den Stollen und seine Vergangenheit erzählt sehr interessant.
Die Autorin spannt ab der ersten Seite einen Spannungsbogen, der sich, mit einem kleinen Zwischentief, bis zum Schluss recht hoch hält. Ich kann mit rätseln, mit fiebern und bin froh, als sich am Ende alles zur Zufriedenheit auflöst.
Der erste Fall, den der neue Kommissar in seiner neuen Dienststelle zu lösen hat besticht mit interessanten Charakteren, einer Geschichte, bei der ich auch noch einiges gelernt habe, einem spannenden Fall, bei dem ich froh war, dass alles gut gegangen ist und einem Setting am wunderschönen Schliersee.
Ich hoffe, Lukas Zieringer bekommt bald einen neuen Fall zugeteilt.









