Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
Mini Dystopie
Sterbewohl von Olivia Monti
Sterbewohl von Olivia Monti ist eine kleine Dystopie.
Deutschland hat eine neue Parte-die BP (Bürgerpartei) und nichts ist mehr so wie wir Deutschland und die Welt kennen. Nadja, Max, Fred und Anna sind Senioren, fitte und bis auf Fred lebensfrohe und lebensbejahende Senioren. Da bekommen sie alle gleichzeitig eine Einladung zum "Sterbeseminar" nach Fehmanrn.
Allen ist bekannt, dass der Staat diese durchführt um die Gesellschaft zu entlasten und wer kostet mehr Geld und Ressourcen als alte Menschen. Es wird immer von Freiwilligkeit geredet, doch niemand kennt jemanden der von einem Sterbeseminar nach Hause gekommen ist. Unbehaglich regeln alle ihren Nachlass, den natürlich der Staat für sich beansprucht...mangels Angehörigen.
Was die 4 auf Fehmarn erleben und erdulden müssen verrate ich an dieser Stelle nicht.
Sterbewohl ist als Krimi angepriesen, dafür fehlt mir ein wenig die Spannung und das Ungewisse. Die Story ist gut durchdacht, wenn auch sehr vorhersehbar geschrieben. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet mit ihren Ecken, Kanten, Lebensgeschichten und Gefühlen. Ein Buch zum lockeren nebenher Lesen.
Rezensionen von nil_liest:
Montreal – Schaurige Weihnachtzeit.
Aus dem Schatten des Vergessens von Martin Michaud
Mit diesem Thriller können die Feiertage getrost kommen und man muss sich keine Sorgen machen das durch fehlende Verabredungen Langeweile aufkommt! Der franko-kanadische Bestseller von Martin Michaud mit dem Titel "Aus dem Schatten des Vergessens“ spielt hauptsächlich in Montreal. Wer die Stadt kennt wird seine Freude haben an den vielen Plätzen, Orten und Straßennamen die vorkommen.
Da ich Montreal noch nicht besucht habe, habe ich mir in der Stadt ab und an den Stadtplan angeschaut und auch die Satellitenfunktion genutzt. Hier wäre ein grober Ortsplan mit Schauplätzen in der Klappbroschüre nett gewesen.
Aber zum Inhalt: Mit diesem Reihenauftakt begegnen wir zum ersten Mal Victor Lessard der die Ermittlungen in diesem Fall, ach, in diesen Fällen aufnimmt. Der Sergent-Détective ist ein Mann mittleren Alters mit Ecken und Kanten, auch ein paar Macken, vor allem eitel und mit einer jüngeren traumhaften Freundin gesegnet. Im krassen Gegensatz dazu steht ihm eine immer futternde Partnerin Jacinthe Taillon zur Seite. Ein in der Tat amüsantes Duo, die sich inhaltlich ergänzen und aufeinander zählen können. Die beiden haben nun mehrere Fälle im Auge, die dann natürlich eine Verbindung haben. Da gibt es einen Anwalt der Hals über Kopf verschwindet, eine tote Psychologin und ein Penner der sich vom Hochhaus stürzt und fremde Brieftaschen bei sich trägt….
Nett zu wissen, dass der Thriller kurz vor Weihnachten startet, also genau richtig momentan!
Sprachlich rund ausgearbeitet und der frankophile Einfluss ist deutlich zu merken, da der Thriller aus dem (kanadisch) Französischen übersetzt wurde. An der ein und anderen Stelle zieht es sich für den Moment, ist aber recht schnell auch wieder überwunden.
"Aus dem Schatten des Vergessens“ enthält alle Elemente die ich mir in einem guten Thriller wünsche: Mehrere Tote, Ungereimtheiten, hohes Tempo, Spannung, Brutalität und Einblick in das Privatleben des Hauptermittlers. Fast schon ein wenig zu klassisch, aber darüber kann man Hinweg sehen.
Rezensionen von Landrea:
überraschend und ergreifend
Only One Song von Anne Goldberg
Theo arbeitet abends immer wieder in einer Londoner Bar, in der noch fast unbekannte Bands ihre zumeist ersten Konzerte geben. Eigentlich hätte es ein Abend wie jeder andere im „Poolhaus“ werden sollen. Eine volle Bar, gute Musik und viel Arbeit. Doch zuerst sagte ihr eine Kollegin ab und dann stellt sich heraus, dass die Aushilfe ein Fotomodel von Instagram war.
Aber an dem Abend kam alles anders.
Liest man den Klappentext, würde man eine Geschichte über einen Rockstar vermuten, dessen größtes Problem es ist, Karriere und Freundin unter einem Hut zu bekommen. Aber nicht mit Anne Goldberg. Sie lenkt die Aufmerksamkeit der Handlung in eine komplett andere Richtung und punktet definitiv damit. So viel sei gesagt, die Herzen beider Protagonisten schlagen nicht nur füreinander.
Wir begleiten Theo in den ersten Kapiteln bei ihrer routinierten Arbeit in der Bar und bekommen so einen guten Einblick in ihre Leben. Wie in vielen Büchern geschieht in besagten Kapiteln immer etwas Unerwartetes und dann kommt die Sache ins Rollen. Auch in Anne Goldbergs Roman bringt eine Begegnung die Handlung ins Laufen. Aber Theo und „Instagram“, wie sie ihre neue Bekanntschaft nennt, krempeln ihr Leben nicht komplett um, nur weil sie nun aneinander kennen. Beide gehen ihren Alltag nach und erst nach einigen Tagen nehmen sie wieder Kontakt zueinander auf und lassen so den jeweils anderen Textnachricht für Textnachricht in ihr Leben. Aufgrund der Textnachrichten werden Missverständnisse oder Aussagen nicht sofort erklärt und das trägt definitiv zur Spannung bei.
Wichtig ist auch zu sagen, dass Handlung in sich schlüssig und nachvollziehbar ist.
Das Cover macht Stimmung und passt perfekt zu Theo und Winston. Hier wäre nur zu erwähnen, dass die Frisur des abgebildeten Mannes nicht mit der des Protagonisten übereinstimmt. Winstons Frisur trifft nicht ganz meinen Geschmack, tut der Handlung aber nichts ab. Als Lesewurm habe ich Übung im Überlesen von Details betreffend das Aussehen. Ich stelle mir die Protagonisten gerne selbst vor.
Ein Plus mit Sternchen bekommen auf jeden Fall die ergreifenden Songtexte und die unglaublich geistreichen Aussagen von Alfie Donnelly. Schön finde ich auch, dass nicht immer der gesamte Lyrics zu lesen ist, sondern nur der wirklich besondere Teil. Es wird langweilig, wenn Songs über mehrere Seiten reichen.
Zusätzliche Spannung erzeugen die vor jedem Kapitel abgedruckten Textnachrichten von Theo an ihre Mutter, hinter denen sich langsam ein Muster erkennen lässt.
Auch die Titel der Kapitel weisen auf einen Countdown hin, was es unmöglich macht, das Buch nur für wenige Sekunden aus der Hand zu legen. Auch spielt die Autorin mit unseren Gefühlen. Viele überraschend Wendungen lassen das Herz schneller Schlagen, im positiven wie auch im negativen Sinne.
„Only one Song“ von Anne Goldberg ist auf jeden Fall als „Wiederholungstäter“ einzustufen. Eine erfrischende Story, die definitiv mit ihren wirklich unvorhersehbaren Wendungen und Entwicklungen punktet. Ein Muss für alle Lesebegeisterten, für die Nervenkitzel und eine herzzerreißende Liebesgeschichte genauso überlebensnotwenig ist, wie Kaffee und Schokolade.
Rezensionen von Nele33:
Nesbo mal anders
Ihr Königreich von Nesbø Jo
Viele kennen bestimmt die Harry Hole Reihe des Autors Nesbo. Mit "Ihr Königreich" zeigt der Autor eine ganz andere Seite, es ist mehr ein Familiendrama denn ein Thriller, obwohl teilweise schon spannende pypsychologische Aspekte vorhanden sind.
Er erzählt die Geschichte zweier Brüder, aufgewachsen in einem kleinen norwegischem Dorf.
Brüder die unterschiedlicher kaum dar gestellt werden können. Da ist Roy, ein Einzelgänger, der im Dorf geblieben ist und Carl, der damals schnell gegangen ist, ein Liebling anderer.
Carl kommt nach Jahren zurück ins Dorf und hat große Pläne-einen Wellness-Tempel und Aufschwung für seine alte Heimat. In ein Dorf in dem er seine Eltern durch einen Unfall verloren hat. Doch war wirklich alles so wie es scheint? War es ein Unfall, oder gab es einen Grund warum die Eltern sterben mussten.
Dunkle Geheimnisse, Ängste und alte Schuld werden ans Licht gezerrt.
Nesbo hat mich mit diesem Buch ausserhalb der Hole Reihe mit einer bedrückenden Geschichte gut unterhalten, die Charaktere sind facettenreich ausgearbeitet. Als Leser bekam ich eine ganze Bandbreite an Emotionen und Spannung geboten.
Rezensionen von brauneye29:
Schönes Buch mit Botschaft
Das Wunder von R. von Francesca Cavallo
Zum Inhalt:
Als die Geschwister Manuel, Camila und Shonda kurz vor Weihnachten mit ihren beiden Mütttern in R. ankommen, sind alle irritiert, weil sie mit soviel Misstrauen empfangen werden. Dann bittet der Weihnachtsmann die Geschwister um Hilfe bei den Geschenken für R. Können die Geschwister damit da Misstrauen vertreiben?
Meine Meinung:
Das Buch macht schon auf den ersten Blick einen total wertigen Eindruck und schon das Cover ist sehr schön illustriert.
Diese wunderschönen Illustrationen ziehen sich durch das gesamte Buch und haben mir sehr gefallen. Schön fand ich auch, dass die Protagonisten mal in einer anderer Familiensituation als üblich lebten, was gerade in Kinderbücher eher nicht so ist. Aber die Welt ist bunt und das sollte auch schon in Kinderbüchern so sein. Die Geschichte ist schon und gut geschrieben. Auch ich als Erwachsener habe die Geschichte gerne lesen.
Fazit:
Schönes Buch mit Botschaft
Rezensionen von brauneye29:
Gruselig
Sterbewohl von Olivia Monti
Zum Inhalt:
Ist Deutschland etwa keine Demokratie mehr? Nadja, Anna, Max und Fred glauben auf jeden Fall nicht mehr daran und erst recht nicht mehr als sie kaum über 65 Jahre alt die Einladung zum Sterbeseminar bekommen. Hier soll ihnen frühzeitig schmackhaft gemacht werden eine sogenannte Sterbepille zu schlucken um die Allgemeinheit zu entlasten.
Natürlich auf freiwilliger Basis. Aber ist das wirklich so?
Meine Meinung:
Puh, das Buch ist schon ein wenig gruselig und am Ende des Tages ein stück weit leider auch noch vorstellbar. So wie früher bestimmt Volksgruppen ausgelöscht wurden, werden hier eben die Alten aussortiert. Natürlich freiwillig. Schüttel. Mit hat das Buch recht gut gefallen, es war sehr kurzweilig und hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Hoffentlich wird es nie zu solchen Entwicklungen in der Gesellschaft kommen.
Fazit:
Gruselig
Rezensionen von KimVi:
Nicht ganz so mitreißend, wie die vorherigen Teile der Reihe
Chicago Devils - Für dich allein von Brenda Rothert
Eishockey-Profi Alexei Petrov hat richtig Mist gebaut! Nach einem Autounfall, bei dem er betrunken am Steuer saß, liegt er in der Klinik. Er bekommt eine letzte Chance, seine Karriere zu retten. Dafür muss er allerdings in eine Entzugsklinik, um sich seiner Alkoholsucht zu stellen und diese in den Griff zu bekommen.
Alexei will das Programm so schnell wie möglich absolvieren und plant, Therapeutin Graysen mit seinem Charme einzuwickeln. Doch die durchschaut den Plan sofort und fordert Alexei dazu auf, sich seiner Sucht zu stellen....
"Für dich allein" ist bereits der fünfte Teil der Reihe um die Profi-Eishockeyspieler der Chicago Devils. Man kann die Bände aber unabhängig voneinander lesen, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Es ist auch nicht nötig, die Reihenfolge dieser Serie einzuhalten, da jedes Mal ein anderes Paar im Mittelpunkt steht und bereits bekannte Charaktere aus den vorherigen Teilen nur kleine Nebenrollen spielen.
Dieses Mal stehen Alexei, der Bruder von Teamkapitän Anton, und die Therapeutin Graysen im Mittelpunkt. Die Handlung wird abwechselnd aus Antons und Graysens Perspektive erzählt. Dadurch kann man nicht nur hautnah in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern auch beobachten, was sie voneinander halten und wie sie aufeinander wirken. Beide Charaktere wirken sehr sympathisch, wodurch man gerne das Knistern, das zwischen den beiden spürbar ist, auf sich wirken lässt.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und stellenweise sehr humorvoll. Es macht deshalb Spaß, die Geschichte der beiden zu verfolgen. Allerdings ist diese etwas vorhersehbar, denn es läuft alles ziemlich glatt. Überraschende Wendungen sucht man leider vergeblich. Man gönnt es den beiden zwar, doch insgesamt gesehen plätschert dieser Teil der Reihe etwas vor sich hin.
Nichtsdestotrotz kann man auch mit diesem Band unterhaltsame und gefühlvolle Lesestunden verbringen, auch wenn die vorherigen Teile mitreißender waren.
Rezensionen von Claudia R:
Hundeleben ...
Chicago Devils - Für dich allein von Brenda Rothert
Klappentext:
Eine Biografie über 12 Jahre Hunde-Leben einer Neufundländer-Dame und einer Landseer-Dame. Momo und Elfe teilen Erinnerungen, Gedanken, Reminiszenzen, Heiteres und Anmerkungen zum Alltag aus über 12 x 12 Monaten ihres Daseins. Die Autorin ist ihre Ghostwriterin und steuert die Fotos bei.
Cover:
Ein toll gestaltetes Cover, welches den Charakter eines Tagebuches, durch die beschriebene Seite und den Füller, sehr gut aufgreift. Dazu die Porträts der Hauptdarsteller, machen das ganze perfekt.
Meinung:
Der Schreibstil der Autorin, in dem Fall der "Ghostwriterin", ist Wiedererwarten sehr lebendig, flüssig und locker. Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen, und wurde auch hier nicht enttäuscht.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Es wirkt alles sehr lebendig und authentisch. Man kommt sehr gut und die Gedankengänge der Hunde hinein.
Die Autorin schafft es, den Leser mitzunehmen und zu unterhalten und dabei aus dem Leben der beiden Hunde Momo und Elfe, auf humorvolle, aber auch emotionale und unterhaltsame Weise , zu berichten.
Die Geschichte ist aus Hundesicht verfasst und die Autorin dient hier nur als Ghostwriterin, die die Gedanken und Geschehnisse der beiden Hauptpersonen schildert und zu Papier bringt, damit die Pfoten, der beiden sauber bleiben.
Mir hat diese Schreib- und Erzählweise sehr gut gefallen. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und kommen sehr authentisch und real rüber. Man fühlt sich, als würde man in den Köpfen der Hunde stecken.
Wer kennt das nicht auch, dass man überlegt, was sein Vierbeiner gerade denkt und wie dieser die Situation wahrnimmt. Hier wurde die sehr niedlich und mit sehr viel Herzblut umgesetzt.
Tolle Geschichten und Abenteuer werden hier von Momo und Elfe erlebt und man begleitet diese auf ihrem spannenden Hundeleben vom Welpen zum Senioren.
Ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch, welches nicht nur für Hundefreunde und Hundeliebhaber geeignet ist, sondern auch für jeden, der eine lockere, leichte und unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch sucht.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und mich auch sehr gut unterhalten. Es ist sehr niedlich aufgebaut und die vielen tollen Fotos unterstreichen das Ganze zusätzlich.
Die Fotos der Hunde in den verschiedensten Situationen und Altersstufen veranschaulichen die gelesenen Szenen und machen es so noch authentischer. Es ist toll, dass man durch die Fotos noch mehr Teil haben kann an dieser Geschichte. Die Fotos unterstreichen das Ganze zusätzlich.
Ein wunderschönes und sehr unterhaltsames Buch, mit einer gewissen Priese Humor, aber auch emotionalen und ernsten Ansichten und Geschehnissen. Mir hat es sehr gut gefallen.
Fazit:
Ein lockeres, unterhaltsames und humorvolles Buch über das Leben der beiden Hunde Momo und Elfe, untermalt durch wunderschöne Fotos.
Rezensionen von S.:
Vom Wert jedes Lebens
Sterbewohl von Olivia Monti
Nadja, endlich in Pension, bekommt eine Einladung zu einem Seminar an der Ostsee, schickes Hotel, Luxusspeisen und Anfahrt gratis. Aber sie freut sich so gar nicht, ist es doch eine Fahrt zu einer Sterbewerbungsveranstaltung. Die Alten und Kranken sind zu teuer für den Staat! Die EU ist aufgelöst, die D-Mark zurück, der Staat ist knapp bei Kasse.
Also sollen Nichtarbeitende die Pille Sterbewohl freiwillig einnehmen, so als staatsbürgerliche Pflicht.
Nadja und ihre Freunde Anna, Max und Fred sind misstrauisch, treffen aber ihre Vorbereitungen und fahren letztendlich ins Heim „Paradies“. Dort werden sie verwöhnt, war ihre Skepsis voreilig?
Olivia Monti hat einen horrorhaften Thriller mit enormem Gruselfaktor geschrieben. So schockierend, weil alles möglich scheint. Die Geschichte hat es gezeigt. Beim Lesen ist mir regelrecht schlecht geworden. So manipulativ, so überzeugend werden „Argumente“ vorgebracht, so eng vernetzt sind systemtreue Behörden, so gierig sind skrupellose Figuren. Weit hergeholt???
Lesen!
Olivia Monti, imSelbstverlag, erstellt bei neobooks.com.
Rezensionen von yesterday:
Blut, Gewalt und Egozentrik
Der Spiegelmann von Kepler Lars
Ich mag Thriller. Ich mag auch Thriller mit Blut und Action. Ich mag skandinavische Thriller. Ich mag Joona Linna. Und ich mag große Teile der Reihe von Lars Kepler. Tolle Voraussetzungen also für den “Spiegelmann” würde man meinen.
Und ja, es gibt vieles an diesem 620-Seiten-Machwerk, das ich mag und das ich gelungen fand.
Und großteils unterhält der neue Thriller auch mit seiner Spannung, den undurchsichtigen Charakteren und den Plottwists.
Die Handlung ist nachvollziehbar und interessant aufgebaut, wenngleich es im Mittelteil etwas Länge und übertrieben Grausigkeiten gibt, die für die Krimigeschichte an sich so nicht nötig gewesen wären. Natürlich weiß man um die Ausrichtung dieser Reihe und man erwartet eine gewisse Menge Blut. Eine zu gute Vorstellungskraft könnte hier aber definitiv hinderlich sein.
Kurz zum Inhalt: Entführte Kinder sind Garant für Mitgefühl und furchtbare Verbrechen und beides trifft auch für dieses Buch zu. Bei Joona Linna folgt eine Jagd auf den oder die Täter von der er nicht eher lassen wird, bis jemand gefasst oder tot ist. Das trifft auf Verdächtige und auf Polizisten gleichermaßen zu. Leichen pflastern Joonas Ermittlungen, aber daran gewöhnt man sich.
“Der Spiegelmann” ist Band 8 mit und um den Stockholmer Kommissar mit finnischen Wurzeln und da ich einige der bisherigen 7 kenne, habe ich das Gefühl, dass sich das Muster über so viele Jahre nur mehr schwer steigern lässt. Den “alten” Joona zu Beginn (“Der Hypnotiseur” oder “Flammenkinder”) mochte ich, weil er unkonventionelle Ideen hatte, weil ihm Details auffielen die andere nicht sahen. Er war dennoch noch bescheiden und wog Risiken ab.
Mittlerweile nimmt die Gewalt immer mehr zu, mit der Joona konfrontiert wird und durch die Erfolge (denn er liegt letztlich so gut wie immer richtig) scheint er ein sehr selbstzentiertes, rechthaberisches Weltbild entwickelt zu haben. Er übersteht zudem auch viele brenzlige Situationen und überlebt schwerste Verwundungen. Das Image des “Unbesiegbaren” gepaart mit der unfehlbar-Attitüde schwächt meiner Meinung nach die Reihe zunehmend.
Tempo, Stil (Präsens) und Handlung alleine sind ein sehr guter Thriller, die Längen und die Charakterentwicklung und die damit einhergehenden unwahrscheinlichen Szenen schwächen den Gesamteindruck für mich etwas ab.








