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Rezensionen von nil_liest:
Nicht so meines
Das Buch des Totengräbers von Oliver Pötzsch
Wo anfange, wo aufhören bei diesem Kriminalroman. Gereizt hat es mich, weil ich gerne auch mal einen Krimi lese und das in historischem Setting von Wien reizend fand. Der Titel ist schon etwas reißerisch, aber nun gut, dachte ich mir, der Autor Oliver Pötzsch hat eine riesige Fangemeinde, warum also nicht.
„Das Buch des Totengräbers“ spielt 1893 in Wien. Der jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt ist neu und hat just seinen ersten Tag bei der Polizei. Er war zuvor schon Untersuchungsrichter in einer anderen Stadt, ist kein Wiener und neuen Ermittlungstechniken besonders offen gegenüber wie Fotoapparaten. Genau in der Nacht vor seinem ersten Tag geschieht dieser unfassbare Mord an einer jungen Frau auf mehr als brutaler Weise und er ist schon zur Stelle. Tja, das war kein guter Auftakt für von Herzfeldt, er eckt an und wird gemieden.
Dann gibt es da noch den Totengräber, Augustin Rothmayer, der seine Erkenntnisse über die Leichen in ein Kompendium zusammenfasst und dann doch im Laufe der Ermittlungen zu einem Verbündeten wird mit Herzfeldt.
Natürlich bleibt es nicht bei einer Leiche. So viel zum Inhalt, sonst verrate ich zu viel. Es gibt auch eine reizende junge Kollegin im Präsidium die Herzfeldt waghalsig unterstützt und noch andere Charaktere, die so angelegt sind, dass sie noch in weiteren Fällen vorkommen können. Denn es ist ja auch ein Auftakt einer neuen Reihe (Totengräber-Serie).
Ich fand die Geschichte nicht sonderlich um die Ecke gedacht. Spannend war es aus meiner Sicht nur bedingt, auch wenn es natürlich den Friedhofcharme und damit ein wenig Gothic in gesamte Story bringt. Da ich es lieber knifflig mag und auch die Art des Sterbens an meiner weiblichen Seele gerüttelt hat, fand ich es in der Summe eher weniger gelungen.
Was man Oliver Pötzsch zugutehalten muss ist das historische Wien, dass konnte ich mir gut vorstellen. Auch wie er Erneuerungen wie das Telefon in die Geschichte einband fand ich gut. Sonst war der Kriminalroman sprachlich ok, aber auch hier keine herausragende Leistung.
Rezensionen von Claudia R:
Kinderpädagogik fesselnd vermittelt ...
Kita KITOPIA von Mariele Diekhof
Klappentext:
Ein Tag der offenen Tür in der Kita KITOPIA. Dieses Buch beschreibt in faszinierend ungewohnter Art und Weise, wie gute Bildungsarbeit in Kitas gelingen kann: mit erfolgreicher Bildungsarbeit, fernab vom Überaktionismus und der allgemein verbreiteten Angebotspädagogik. Es ist eine Einladung zu einer abenteuerlichen und spannenden Reise, die in ein aufregendes Land führt, in ein Land voller Phantasie, Zauberei, Bildung und Lebenslust.
Alles spielt in der „KITOPIA“, in einer virtuellen Kita, in der die Kinder Kind sein dürfen und von herzlichen und professionellen ErzieherInnen begleitet werden. Das Buch schenkt unzählige Einblicke hinter die Kulissen, weckt die Neugier und eröffnet völlig neue Denkansätze. 24 Türen warten darauf geöffnet zu werden: Hinter jeder Tür verbergen sich bunte Bilder, Begegnungen und inspirierende Geschichten, die zum Staunen, Lachen und Nachdenken anregen. Die Leser werden kleinen und großen Menschen begegnen, von ihren Träumen, Wünschen und Visionen erfahren und sie im alltäglichen Tun begleiten. Sie sind mittendrin im pulsierenden Alltag, spüren die Lebenslust und die Leichtigkeit.
Cover:
Das Cover ist recht einfach, aber wunderschön gestaltet. Ein Baum und zwei darunter spielende Kinder sind erkennbar. Das Ganze wirkt sehr ausgelassen und fröhlich.
Meinung:
Ein Fachbuch für Erzieher, Pädagogen und Eltern, welches auf sehr lebendige Art und Weise den Leser anspricht und dabei sehr viel Wissen um und über Kinder vermittelt und eine sehr liebevolle Sichtweise auf die kleinen und großen Dinge im Alltag der Kinder vermittelt. Man bekommt hier unterschiedliche Sichtweisen aufgezeigt, was den Umgang, aber auch verhalten und Ideen betrifft.
Das Buch ist in sehr viele größere Kapitel, mit weiteren Unterkapiteln gegliedert. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich sehr locker lesen.
Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm, verständlich und flüssig. Man kann den Beschreibungen und Situationen sehr gut folgen. Anhand von Bespielen und Situationsbeschreibungen werden hier die unterschiedlichen Themen angesprochen und behandelt. Dabei werden einem unterschiedliche Tipps und Ideen gegeben, wie man was lösen und anpacken kann.
Man bekommt hier sehr viel Anregungen bei der Arbeit und den Umgang mit Kindern. Nicht nur für Erzieher und Lehrer ist dies hilfreich, auch für Eltern und jede Person, die mit Kindern zu tun. Auch für Kindergruppen und Babysitter hat dieses Buch sehr viele Anregungen und Ideen. Zumal verschafft es einen liebevollen Blick auf die Kindheit und die Entwicklung. Es gibt Ideen zur Förderung und Unterstützung der Kinder, sowie Ideen zu Problemlösungen und allerhand Anregungen und kleine Tricks, die den Umgang mit Kindern erleichtern.
Ich finde dieses Buch sehr schön, ideenreich und wissenswert. Viele tolle Tipps und Tricks erhält man hier und wird durch eine ansprechende Erzählweise durch das Buch geleitet.
Auch die Gesamtgestaltung des Buches hat mir sehr gut gefallen, mit kleinen Illustrationen, die das Ganze etwas auflockern und auch kleinen Bildern, die die Kapitel einleiten. Auch das Hervorheben von Ideen und einfach die gesamte Gestaltung ist hier sehr schön und passend gewählt.
Eine Mischung aus Abenteuer-Fachroman und Sachbuch. Hier wird Wissen auf fesselnde Weise vermittelt und als Art Geschichte erzählt, bei der man nebenbei Tipps und Anregungen in Sachen Pädagogik erhält. Eine sehr tolle und gelungen Idee, die gut umgesetzt wurde.
Fazit:
Eine Mischung aus Abenteuer-Fachroman und Sachbuch. Hier wird Wissen auf fesselnde Weise vermittelt und als Art Geschichte erzählt.
Rezensionen von Caroline :
Leichte Lektüre für zwischendurch
Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky von Jean-Paul Didierlaurent
Ambroise ist ein Thanatopraktiker. Ein Beruf, den ich zwar kannte aber nicht mit dieser Bezeichnung verbunden habe. Ambroise ist Einbalsamierer und dazu kommen noch alle notwendigen Prozeduren, um die Aufbahrung eines Menschen so ästhetisch und hygienisch zu machen wie möglich. Eigentlich hätte er Medizin studieren sollen und in die riesigen Fußstapfen seines Vater treten sollen.
Mit seiner Wahl hat er die Beziehung zu seinem Vater völlig abgebrochen.
Manelle ist eine Frau, die sich täglich um Senioren kümmert, um ihren Alltag zu bewältigen. Sie mag ihre Arbeit, wenn sie auch nicht jeden ihrer Klienten gern mag. Samuel Dinsky dagegen mag sie besonders gern. Auf seinem Unterarm findet sich eine tätowierte Zahl und damit erzählt er schon eine bewegende Geschichte. Als er eine furchtbare Diagnose erhält, steht für Samuel Dinsky fest, wie er damit umgehen will und leitet alle notwendigen Schritte in die Wege.
Somit machen sich Ambroise, seine Großmutter, Manelle und er selbst auf eine Reise.
Nachdem ich "Die Sehnsucht des Vorlesers" so unglaublich gemocht habe, musste dieses Buch natürlich auch bei mir einziehen und lag bis vor kurzem auf meinem SuB. Aber es ist auf meiner Liste #12booksin12months für 2021. Jetzt habe ich es endlich zur Hand genommen und wenn es auch längst nicht so gut ist, wie "Die Sehnsucht ..." konnte es mich dennoch sehr gut unterhalten. Mit den vier Figuren, die auf eine sehr besondere Reise gehen, hat der Autor eine Fahrgemeinschaft gegründet, die ihres gleichen sucht.
Zwar werden in dem Buch manche schwere und traurige Themen nur kurz angesprochen und am Rande abgehandelt, das macht aber auch den Reiz der Geschichte aus. Damit behält sie eine Leichtigkeit, die ich anfangs so nicht erwartet habe.
Ja, das Ende lässt ein wenig zu wünschen übrig. Passt aber für mich ausgezeichnet zur restlichen Handlung.
Man hat das Buch recht schnell gelesen, da es keine Schwermut aufkommen lässt und das ist doch manchmal auch erwünscht und gewollt.
Rezensionen von Caroline :
Kleinstadtgeschichte mit Tiefgang
Wo niemand uns sehen kann von Chancellor Bryn
18 Jahre Ungewissheit, 18 Jahre quälende Fragen, 18 Jahre Selbstvorwürfe. Maud vermisst ihre Tochter und immer noch glaubt sie, dass Jess sich ein neues Leben irgendwo aufgebaut hat. Sie selbst bleibt im Sycamore für den Fall der Fälle.
Der auch eintritt, aber Jess taucht nicht plötzlich wieder auf, sondern ihre sterblichen Überreste werden in einer Schlucht gefunden.
Damit beginnt für Maud eine neue Zeitrechnung und auch die Bewohner des Ortes fragen sich, was passiert sein könnte und warum Jess sterben musste.
Dieses Buch hat mich gefordert. Denn es wird aus recht vielen Perspektiven erzählt und ständig zwischen den Zeitebenen gewechselt. Dem zu folgen, fiel mir zeitweise recht schwer. Ich empfehle, dieser Geschichte die gesamte Aufmerksamkeit zu schenken. Selbst wenn es anfangs nicht so einfach ist der Handlung zu folgen oder gar den Figuren besondere Sympathien zu schenken. Dazu kommt noch die bedrückende Stimmung. Jess will nicht in Sycamore sein. Sie ist eine Einzelgängerin, die nur schwer Freundschaft schließt. Sie ist eine junge Frau, die unscheinbar ist und dennoch auffällt.
Als klar wird, dass Jess tot ist, beginnen alle in ihrem früheren näheren Umfeld sich zu erinnern. Wann sie Jess zu letzten Mal lebend gesehen haben? Welche Umstände damit verbunden waren?
Dachte ich, dass diese dunkle Welt ins hoffnungslose driften könnte, wurde ich eines besseren belehrt. Die Geschichte entwickelt sich langsam aber stetig. Eine Geschichte, die als gesamtes richtig wirkt. Leise erzählt, ohne Eile, in feinen Worten, die nachhallen und mit einem Ende, das gefallen kann aber nicht muss.
Geschichten, die in einer Kleinstadt spielen, sind immer außergewöhnlich. So hat mich auch dieses Buch in seinen Bann gezogen, wenn auch erst als ich mich voll und ganz darauf eingelassen habe.
Rezensionen von heinoko:
Bewegend
Unzertrennlich von Irvin D. Yalom; Marilyn Yalom
Wer sich je mit Psychotherapie beschäftigt hat, sei es beruflich, sei es aus persönlichem Interesse, dem wird der Name des angesehensten und einflussreichsten Psychotherapeuten Amerikas, Irvin D. Yalom, bekannt sein. Unvergleichlich seine Gabe, die Grundpfeiler der existentiellen Psychotherapie, die weit ins Tiefenpsychologisch-Philosophische hineinragen, anhand von „Therapiegeschichten“ unterhaltsam-verstehbar zu machen (z.
B. „Die Liebe und ihr Henker“ u.v.a.). Als seine Frau Marilyn, hochgebildete Kulturwissenschaftlerin und Autorin, todkrank wird, beschließen sie, über diese letzte gemeinsame Zeit miteinander ein Buch zu schreiben, das erste und einzige gemeinsame Werk. Vergangenen Herbst starb Marilyn und Irvin musste das Buch alleine fertigstellen.
Während der Lektüre des Buches habe ich mir die zahlreichen Fotos im Buch immer wieder neu angesehen. Viele wirken gestellt, gewollt, in Szene gesetzt. Dem Leser wird kaum ein spontaner Einblick gewährt. Und diese Distanz spüre ich auch über die gesamte Lektüre hinweg durch die meist eher intellektuell-rationale Erzählweise. Was ich aber auch spüre, und das ist sicher nicht überraschend: Wie die Schilderungen des Buches mich persönlich anpacken. Denn der Abschied, das Weggeben, das Weggehen, das Verlassen und Verlassen-Werden, das Sterben und der Tod in seiner Endgültigkeit sind große Themen des Menschseins, und genau diesen begegnet der Leser ganz direkt. Alles, wirklich alles dreht sich im Buch letztlich um Nietzsches Satz „Stirb zur rechten Zeit“. Im Wechsel erzählen Marilyn und Irvin von ihrem gelebten Leben, von Erfahrungen, von Hoffnungen, von geistigen Begleitern, von Kindern, Enkelkindern und Freunden. Marilyn bleibt lange stark für Irvin, bis sie ans Ende ihrer Kraft gelangt und den in Amerika erlaubten begleiteten Suizid wählt. Unerwartet war für mich zu lesen, dass Transzendenz kein Thema für das Ehepaar Yalom war, auch nicht im direkten Angesicht des Todes. Oder dass für Musik kein Platz war im Leben der Beiden. Das letzte Drittel des Buches muss Irvin schließlich allein schreiben. Er schildert darin in vielen Facetten seine unfassbar tiefe Einsamkeit nach Verlust seiner geliebten Frau, Partnerin und verlässlichen Stütze im Leben wie im intellektuellen Miteinander, wie sie es über die unglaublich lange Zeit einer 65-jährigen Ehe war.
„Trauern ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir den Mut haben, andere zu lieben.“
Fazit: Ein bewegendes, ein wichtiges Buch für alle, die sich mit Leben, Liebe und Tod gleichermaßen beschäftigen.
Rezensionen von Claudia R:
Lebensabschnitte ...
Wir für uns von Barbara Kunrath
Klappentext:
Für ein Leben, das genau jetzt ganz neu beginnt.
Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang Vierzig, und ihre Wünsche hat sie immer auf »später« aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens.
Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden. Auch Kathi hat so vieles auf »später« verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet.
Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf »Los«.
Cover:
Das Cover finde ich sehr schön gestaltet mit den vielen Pflanzen und den kleinen Vögelten. Auch von der farblichen Gestaltung, in den überwiegend grünlich, gelben Tönen, empfinde ich es als sehr gelungen. Mir gefällt das Cover gut und es gibt eine sehr harmonische und natürliche Stimmung wieder.
Meinung:
Ein sehr schönes, aber auch emotionales und tiefgründiges Buch, in dem verschiedene Lebensabschnitte angesprochen und angerissen werden.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Man kommt schnell in die Ereignisse und Geschehnisse hinein. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, was dem ganzen eine zusätzliche Spannung verleiht, bzw. einen kleinen fesselnden Aspekt mit hinein bringt. Teils wird in der Ich-Perspektive aus Josies Sicht erzählt und teils aus Kathis Sicht, aber da in der dritten Person.
Diese wechselnden Perspektiven haben mir sehr gut gefallen, aber manchmal hat man das Gefühl, dass wichtige Gespräche hier übersprungen wurden und nur leicht in Gedankenfetzen angerissen werden. Auch die teils sehr melancholisch Stimmung bringt eine gewisse Schwere mit hinein, die dem Ganzen ein wenig an Leichtigkeit nimmt.
Die Charaktere kommen sehr authentisch und real rüber, auch wenn ich mit Josie zu Beginn so meine Schwierigkeiten hatte, so habe ich mich immer mehr in sie hinein gefunden. Beide Frauen, sowohl Josie, wie auch Kathi, stehen an einem wichtigen Lebensabschnitt und blicken sowohl auf die Vergangenheit zurück, aber auch auf das was kommt. Es wird sich hier mit Verzicht, unerfüllten Träumen, Unzufriedenheiten beschäftigt, aber auch Aufarbeitung, Selbsterkenntnis und Freude kennzeichnen dieses Buch.
Sehr gut hat mir hier auch die Gestaltung der einzelnen Teile gefallen. Die Teile werden optisch hervorgehoben und durch ein sehr schönes einleitendes Bild einer Pflanze gekennzeichnet. Die einzelnen Abschnitte sind sehr gut gewählt und auch die Überschriften der Namen, deutet darauf hin aus welches Sichtweise gerade erzählt wird, was das Ganze sehr übersichtlich macht.
Eine sehr schöne, emotionale und tiefgründige Geschichte, welche die unterschiedlichen Lebensabschnitte näher beleuchtet und dabei den Leser sehr gut unterhält. Mir hat die Geschichte der Frauen sehr gut gefallen und konnte mir einige schöne Lesemomente bereiten.
Fazit:
Ein sehr schönes, aber auch emotionales und tiefgründiges Buch, in dem verschiedene Lebensabschnitte angesprochen und angerissen werden.
Rezensionen von Gaby 2707:
Guter Auftakt einer Familien-Trilogie
Das Limettenhaus von Valentina Cebeni
Als Eva Morris die Verlobung mit Miguel Ferrer löst um dessen bis dahin besten Freund Fernando Fontamara zu heiraten, beginnt eine Familienfehde, die darin gipfelt, dass Eva, die ihren Fernando schon nach 12 Jahren Ehe verloren hat, Kuba nach einem großen Brand mit ihren Kindern Gabriel, Diana, Myriam und Nesthäkchen Clio verlässt.
Sie kommen in Italien in der Nähe von Rom bei Fernandos Bruder Giacomo unter. Hier, wo Kultur und das politische Leben so ganz anders ist, wie in ihrer alten Heimat, fällt es besonders Diana schwer, sich einzuleben. Sie will ihre gerade erst beginnende Liebe zum Sohn des Widersachers Miguel Ferrer nicht aufgeben. Aber auch die anderen Familienmitglieder tun sich mit der neuen Situation nicht leicht.
Der Schreib- und Erzählstil von Valentina Cebeni ist so leicht und einfühlsam, die Beschreibungen so bildhaft, dass ich beim Lesen alles regelrecht vor mir gesehen habe. Sie vermittelt eine trügerische Idylle inmitten von Zypressen und Limettenbäumen im stilvollen Anwesen „La Goioisa“.
Beim Zugang zu den Protagonisten habe ich mich sehr schwer getan. Vielleicht sind es einfach zu viele Fontamaras, denen ich hier plötzlich gegenüber stehe. Am besten ist mir das noch bei Eva gelungen. Und bei der 16-jährigen Diana, die ich in ihrem Herzschmerz und ihrer Verwirrtheit so gerne in den Arm genommen und getröstet hätte. Alle Anderen sind mir nicht sehr nahe gekommen, blieben für mich bisher ohne Tiefe. Da dies der Auftakt einer Trilogie über die Frauen der Fontamara-Familie ist, werden sich die anderen Figuren, allen voran Myriam, Clio, Viola, Angela und Lia noch entwickeln, denke ich. Und darauf freue ich mich schon.
Gut eingearbeitet finde ich die politischen Wirrungen, die hier gerade auch Italien heimsuchen. Homosexualität und Judenverfolgung, das auch in unserer Zeit leider noch immer oder wieder ein Thema ist, werden hier z.B. anhand von Freundschaften, eingebunden.
An dem Mandelgebäck, das Myriam für Diana bäckt, werde ich mich bestimmt auch mal versuchen.
Trotz der kleinen Kritik hat mich die Geschichte um die Familie Fontamara mit ihren Frauen und Gabriel sehr gut unterhalten. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie es den Menschen, die ich hier kennengelernt habe, weiter ergeht.
Der erste Teil der Trilogie bekommt von mir 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Bibliomarie:
Toller Krimi
Zuagroast von Martina Parker
In Buchschachen im südlichen Burgenland will der erfolgreiche Stararchitekt Paul – allerdings teilt kaum jemand seine eigene Einschätzung – einen Neuanfang machen. Pläne für ein Ferienhausprojekt hat er schon und mit finanziellen Anreizen sind die Lokalpolitiker immer gern dabei, egal ob der Grund Naturschutzgebiet ist oder nicht.
Jedenfalls hat Paul für sich und seine Frau schon eine entsprechende Villa mit viel Glas und Beton in den Ort gesetzt. Nur Eva fühlt sich dort überhaupt nicht wohl. Aber mit Paul, der sie gern „Würmchen“ nennt und auch so behandelt, gäbe es wohl kaum einen Wohlfühlort.
Vera ist freischaffende Journalistin mit sehr kleinem Einkommen und da ist sie froh, dass sie das Haus der Uroma geerbt hat, wo sie und ihre Tochter wenigstens günstig wohnen. Probleme macht nur der Garten, denn die Schnecken fressen die Gemüsesetzlinge schneller ab, als sie sie pflanzen kann.
Aber es gibt ja den Gartenclub in Buchschachen und Johanna hat für jedes Problem das passende Kraut. Das spürt auch Paul, denn seit Eva dort Freunde und Hobby gefunden hat, spurt sie nicht mehr so, wie der Obermacho das erwartet.
Das Krimidebüt von Martina Parker hat mich begeistert. Witzig, hintergründig und bitterböse war das Buch das reinste Lesevergnügen. Die Autorin hat sich eine Frauenriege ausgedacht, die sich gewaschen hat, da ist keine ganz so harmlos, wie es auf den ersten Blick scheint. Diese Charaktere haben mir viel Spaß gemacht und dass die männlichen Protagonisten dagegen kaum ankommen, noch mehr.
Nicht nur mit dem schönen Cover fällt dieser Burgenland-Krimi aus dem Rahmen, die Verbindung Gartenglück und Krimi und der ewige Kampf einheimisch gegen „zuagroast“ bietet jede Menge spannender und witziger Szenen, sondern auch frische und lebendige Dialoge.
Ja, das ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte. Die Spannung wird durch einen geheimnisvollen Prolog und „Trauerarbeit“ genannte Gedanken einer unbekannten Person verstärkt.
Und dann gibt es noch einen ganz besonderen Bonus: Jedes Kapitel beginnt mit einem Wissenshäppchen aus der Tier- oder Pflanzenwelt. Manchmal so skurril, dass ich sogar mit dem Lexikon das nachgelesen und vertieft habe.
Chapeau Martina Parker!
Rezensionen von Claudia R:
Zeitsprung ...
Aroda von Kerstin Panthel
Klappentext:
Aroda im Mittelalter. Die Völker, deren Vorfahren einst hierher flüchteten, sehen einem langsamen, unausweichlichen Aussterben entgegen: Auf ganz Aroda werden kaum mehr Kinder geboren. Die Ursache? Unbekannt.
Die Chumta - Bewahrer der Völker und gewählte Vertretung - steht vor der schier unlösbaren Aufgabe, ihrer aller Fortbestand zu sichern.
Doch sind sie gewillt, Menschen von der Erde den Weg nach Aroda zu öffnen? Obwohl sie alle dort ihre Wurzeln hatten, finden sich nur wenige Befürworter, darunter Nos-Por, der größte Magier Arodas, Krigmar von Dunkelwald - und Nisur.
Die Chumta ist gespalten.
Nisurs Leben, von einem nicht lange zurückliegenden einschneidenden Ereignis geprägt, wird nicht eben leichter durch ihre Rolle als jüngste und einzige weibliche Chumta. Die Probleme und Stolpersteine mehren sich noch, als Nos-Por von seiner "Reise" zur Erde zurückkehrt - mit einem Menschenmann: Martius, der Buhlerei mit einer Hexe verdächtig, ist auch auf Aroda nicht willkommen.
Cover:
Das Cover zeigt abermals eine Tür, die hell umrandet, leuchtet. Auch der erst des Covers ist von der Gestaltung ähnlich den restlichen drei Covern der Reihe. Ein großes Unterscheidungsmerkmal ist diesmal jedoch die Farbe. Während die vorherigen Cover sehr ähnlich von der Farbe in grau, bläulich und grünlich gehalten sind, hebt sich dieses Cover in orange-braun sehr von den anderen ab. Ein Wiedererkennungseffekt der Reihe ist aber hier auf jeden Fall vorhanden.
Meinung:
In diesem vierten Band taucht man weiter ein in die Vergangenheit und befindet sich im mittelalterlichen Aroda. Im Gegensatz zu den vorherigen Bände 1-3 in der Gegenwart, ist dies schon ein ziemlicher Sprung und zu Beginn ist es garnicht so leicht all die Namen und Geschehnisse richtig einzuordnen. Aber wenn man erst einmal drin ist, ist es einfach fantastisch.
Es sei auch nochmal darauf hingewiesen, dass dies hier bereits der vierte Bans ist und die Ereignisse und Geschehnisse aufeinander aufbauen, daher sollte man meiner Meinung nach, die vorherigen Bände auf jeden Fall gelesen haben, um hier das Buch und die Geschehnisse in Gänze zu verstehen.
Zwar sind die vorherigen Bände auch bei mir schon eine Weile her, aber dennoch kamen die Erinnerungen beim Lesen zurück und wie bereits erwähnt, unterscheidet sich dieser Band auch ziemlich von den vorherigen.
Gut finde ich, dass zu Beginn im Vorwort, bereits auf diesen Zeitsprung hingewiesen wird. Auch sehr praktisch und hilfreich empfand ich das Glossar mit einem Namensregister am Ende des Buches.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und bildlich und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Durch die Beschreibungen und detaillierten Erzählungen kann man sich alles sehr gut bildlich vorstellen und kommt gut in das Geschehen und auch die mittelalterliche Zeit hinein.
Die Autorin schafft es, den Leser mit sich zu reißen und für die Ereignisse und Geschehnisse zu interessieren. Es wird hier keines Wegs langweilig, da die Handlungen immer spannend und lebendig beschrieben werden.
Ein wichtiger Band, welcher vereint und vermittelt, warum Aroda in der Gegenwart mit den herrschenden Auswirkungen zu kämpfen hat. Hier erklärt sich einiges und es ist ein besonderes Bindeglied zwischen den Ereignissen und Zeiten.
Auch die Gestaltung des Buches hat mir hier wieder sehr gut gefallen. Die Kapitel sind zwar etwas länger, lassen sich aber sehr angenehm lesen. Auch die optische Gestaltung der Kapitelanfänge finde ich sehr gut gelungen und auch die verschnörkelte Schriftart, die hier zum Einsatz kommt, finde ich sehr passend und gut gewählt.
Die Ereignisse sind spannend und mitreißend erzählt. Sie erklären die Geschehnisse und sind nachvollziehbar beschrieben. Zu Beginn braucht man ein bisschen um in das Mittelalter einzutauchen, aber dann wird man von der Geschichte und den Geschehnissen mitgerissen. Nun bin ich auf den fünften Band gespannt und hoffe, nicht allzu lange darauf warten zu müssen.
Fazit:
Ein Zeitsprung, an den man sich erst gewöhnen muss, der aber einiges klärt, kommt hier in diesem Band zum Tragen.
Rezensionen von brauneye29:
Hochsapnnung
Eskalation von Nora Benrath
Zum Inhalt:
Was machst du, wenn du allein auf der Autobahn bist und per Telefon und durch ein dich auffahrendes Auto bedroht wirst? Genau das erlebt Dina. Als sie in dann in eine Polizeikontrolle gerät, keimt Hoffnung auf, doch dann ein Schuss und der Alptraum nimmt Fahrt auf.
Meine Meinung:
Das war mal ein richtig spannendes Buch.
Zunächst fand ich das Cover ja nur bedingt passend zum Buch, je länger man aber liest umso passender erscheint das Cover. Ich fand das Buch ungeheuer mitreißend und ich hatte bis zum Schluss auch keine Ahnung, wer hinter allem stecken könnte und das finde ich bei einem Thriller besonders wichtig. Man will nicht schon früh eine Ahnung haben sondern miträtseln. Der Schreibstil war sehr gut, die kurzen Kapitel verführten auch enorm dazu immer noch ein Kapitel zu lesen. Die Protagonisten fand ich sehr interessant. Und für ein Erstlingswerk finde ich diesen Thriller wirklich beachtlich.
Fazit:
Hochspannung











