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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Bitte nicht öffnen 8: Kratzig! von Charlotte Habersack

Mit kratzig ist der 8.Band von Bitte nicht öffnen erschienen. Ich empfehle, die Bände der Reihe nach zu lesen. Denn: es geht um einen Spielzeugdieb und in diesem Band ist das Geheimnis um seine Figur ja schon gelüftet, es geht jetzt darum, seine Motive zu verstehen, ihn zu finden und auch darum, ihn von weiteren schwarzen Tränen auf Kuscheltiere abzuhalten.

Jedenfalls hat dieser Spielzeugdieb wieder ein Päckchen abgeschickt

AN NIEMAND
WO DER PFEFFER WÄCHST
AM ARSCH DER WELT

Diese Päckchen landen immer bei Nemo (warum lest ihr in Band 1). Fred, Oda und er widmen sich dann den Inhalt des Päckchens, einem Spielzeug, das zum Leben erweckt wird. Dieses Mal ist die Kiste aber schon leer. Dafür finden sich Kratzspuren und eine verängstigte Maus darin.... Die Kinder haben schnell eine Idee, welches Spielzeug es ist und wem.es gehört. Dennoch gibt es viel zu tun, dem Sturm zu trotzen (jedes verwandelte Spielzeug verursacht Wetterveränderungen im Ort Boring) und sich gegen die Bürgerwehr durchzusetzen.

Die Geschichte hat uns sehr gut gefallen. Es gibt viele Bezüge zu Band 1 und auch die durchgehende Handlung geht ordentlich voran. So sehr, dass wir kurzzeitig schon befürchteten, es wäre der letzte Band. Nun ist aber eine Leseprobe für Band 9 im Buch, also diese Befürchtung bewahrheitet sich nicht. Die Charaktere erhalten mit jedem Band mehr Hintergrundinformationen und es wird nie fad. Immer wieder fällt Charlotte Habersack noch was Neues ein. Mir persönlich hat der Band auch besser gefallen als erwa schleimig, rostig oder winzig (der Sohn neben mir meinte auch, schleimig und winzig haben ihm weniger gefallen als der). Auch meinem 9 Jahre alten Zwerg hat der Band gut gefallen. Die Bilder haben Wiedererkennungswert und lockern das Buch auf. Die Kapitel sind von der Länge her gut gewählt und insgesamt ist man schon eine Weile beschäftigt, dass die Geschichte auch etwas Spannung aufbauen kann und tiefe bekommt. Eine spannende Leseempfehlung ab 8 zum Vorlesen. Fürs selbst lesen noch lange für 8.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

LESEZUG/1. Klasse: Mein Tag in der Tierklinik von Barbara Schinko

Die große Besonderheit ist, dass es die einzige Reihe in österreichischer Fibelschrift ist. Ich finde Fibelschrift leichter zu lesen als das klassische Erstlesebuch. Auch ist der Text bedeutend kürzer als bei vielen anderen Büchern für Ende der 1. Klasse. Ich finde diese Bücher perfekt für wirkliche Leseanfänger.

Auf jeder Seite findet sich ein großes Bild, sowie ein bis zwei Sätze.

Das Buch ist für uns vom Thema her sehr ansprechend. Auch die anderen Themen der Reihe sind durchwegs Alltagsthemen. Ich mag viele Bände der Reihe, einfach weil ihr Inhalt so "normal" ist. Ein Besuch beim Tierarzt oder der Tierklinik, ein kleiner Urlaub in Österreich, ein Ausflug,... Es ist nah am Alltag der Kinder und trotzdem nicht fad. Der Band mit der Tierklinik hat uns einfach angesprochen, weil wir solche Tierfans sind. Die Abläufe werden gut geschildert, viele Haustiere kommen vor und werden auch sehr schön illustriert. Es gibt kaum schwere Worte und unser Sohn, der jetzt im Herbst Schule begonnen hat, hat schon begonnen, erste Wörter davon zu lesen. Das hat ihm total gefallen und war ein schönes Erfolgserlebnis. Es gelingt ihm leichter als bei anderen Büchern, die wir haben, die Buchstaben wiederzuerkennen. Sie schauen wirklich genau aus wie im Schulheft.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Tom Turbo - Lesestark - Wer hat Fohlen Fanny entführt? von Thomas Brezina

Die Lesestart mit Tom Turbo Reihe hat wie alle Tom Turbo Bände interaktiven Charakter. Es gibt immer wieder Rätsel zu lösen. Die Besonderheit sind hier die Sticker. Diese sind durchnummeriert und geben die Lösungen der Rätsel preis. An manchen Stellen kann man die Botschaft des Stickers auch nicht erraten, in den meisten Fällen aber schon.

Wir haben es so gemacht, dass ich den Stickerbogen gehalten habe und die Sticker gegeben habe, damit die Rätsellösungen nicht vorher gesehen werden. Wer mehr die Zahlen trainieren möchte und die Feinmotorik, kann es auch so machen, dass dieser Teil vom Kind übernommen wird.
Die Geschichte selbst ist klassisch Tom Turbo, er setzt viele Tricks ein und besticht durch seine Beobachtungsgabe. Die Zeichnungen sind modern und dennoch klassisch Tom Turbo, ich denke, der/die eine oder andere Mama oder Papa wird da in Erinnerungen schwelgen.

Textlich hat es für eine Lesestart Reihe super gepasst. Es war nichts zu schwer und auch die Textmenge pro Seite hat gut gepasst.

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Rezensionen von Lesebienchen36:

Eine spannende Fortsetzung

Die Töchter der Ärztin von Helene Sommerfeld

Nach dem erfolgreichen ersten Band „Die Töchter der Ärztin – Zeit der Sehnsucht“ hat das Schriftstellerduo Helene Sommerfeld nun ihr neustes Werk „Zeit der Hoffnung“, dass im November 2023 im DTV – Verlag erschienen ist, vorgelegt. Bereits nach Beendigung des ersten Teils wartete ich schon voller Neugierde auf die Fortsetzung und war gespannt wie es mit Antonia und Henny weitergehen wird.

Endlich war es soweit und so begab ich mich nach Berlin.

Wie schon bei den vorherigen Büchern von Helene Sommerfeld konnte mich der flüssige und leichte Schreibstil auch hier wieder begeistern. Während des Lesens merkte ich, wie mich dieser immer mehr und mehr in seinen Bann zog und ich problemlos in die Geschichte von Antonia und Henny ein und abtauchte. Zu dem wunderbaren Schreibstil gesellt sich der brillante Erzählstil, der mich erneut mitten ins Geschehen katapultiert. Ein wahres Kopfkino fand statt, das ich auch den authentischen und facettenreichen Charakteren zu verdanken hatte.

Mittlerweile schreiben wird das Jahr 1929. Die zweifache Mutter Henny ist wieder mit Viktor zusammen, der als erfolgreicher Filmproduzent arbeitet. Sein Weg führt nach Amerika. Aber wird Henny ihn dorthin begleiten, da sie gerade die Praxis ihrer Mutter übernommen hat? Ein Überfall trifft die Entscheidung.
Nach einem schweren Unfall in Afrika kehrt Antonia „Toni“ nach Berlin zurück, wo sie als Ärztin arbeiten möchte. Leider ist dies nicht ganz so einfach und als sie dann auch noch Adam kennen und lieben lernt, ist das Chaos perfekt. Wird sie beruflich und auch privat die richtige Entscheidung treffen?

Aber nicht nur für die beiden Schwestern stehen schwere Zeiten an, auch für ihre Heimat Berlin. Politische Unruhen sorgen für Aufsehen, jüdische Überfälle nehmen immer mehr zu und die NSDAP will an die Macht. In dieser Partei ist auch ein guter Freund von Tony und Henny: Graf Franz von Freystetten. Seine politischen Ansichten sind den beiden ein Dorn im Auge. Liegen sie mit ihrem Verdacht richtig und wie wird sich dies auf die Freundschaft der beiden Familien auswirken?

Das Autoren-Duo hat es, dank der ständig wechselnden Perspektiven, geschafft, eine lebendige Geschichte zu erzählen, die zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langweilig wird. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die knapp 500 Seiten flogen nur so dahin und man wünscht sich, dieses Buch würde nie enden. Leider passiert dies und ich finde es sehr schade, dass ich mit diesem Teil Abschied von dieser Familie nehmen muss.

Eine tolle Fortsetzung, die unterhaltsame Lesestunden bereitet.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnd bis zur letzten Seite

Monster von Nele Neuhaus

Der elfte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff) verlangt den Ermittlern einiges ab. Immer dann, wenn Kinder oder Jugendliche Opfer von Verbrechen werden, ist das Team des K11 ziemlich dünnhäutig.
Als die 16-jährige Lissy ermordet aufgefunden wird, und Zeugenaussagen sowie DNA-Spuren zu einem Asylwerber hinweisen, lassen Oliver und Pia nichts unversucht, den Asylwerber zu finden, denn der ist wegen einer Vergewaltigung bereits aktenkundig.

Trotz landesweiter Fahndung bleibt der Mann verschwunden.

Wenig später läuft ein halb nackter, schwerst misshandelter Mann panisch vor ein Auto, wird von dessen Fahrer erfasst und stirbt. Die Identität steht bald fest, denn auch dieser Mann ist ein verurteilter Straftäter. Er hat bei einem illegalen Straßenrennen eine schwangere Frau und das ungeborene Kind getötet.

Bei ihren Ermittlungen stoßt Bodensteins Team auf eine Reihe ungeklärter Todes- und Vermisstenfälle, die allesamt verurteilte Straftäter betrifft.

Und dann wird Oliver von Bodenstein Zeuge, wie sich Richter Konstantin Hawelka gemeinsam mit zwei Angeklagten und deren Verteidigern im Gerichtsgebäude in die Luft sprengt, nicht ohne zuvor noch seine Lebenspartnerin Kathrin Fachinger, eine Polizistin aus Bodensteins Team, mit einem gezielten Kopfschuss töten.

»Ich habe vollstes Verständnis für alles, was Sie gerade vorgebracht haben. Bei der Polizei haben wir auch immer wieder mit denselben Tätern und Problemen zu tun. Und ich bin Ihrer Meinung: Man muss das aussprechen dürfen! Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Zustände zu verbessern und …«
»Entweder sind Sie ein Idealist oder ein Idiot, Herr von Bodenstein«, unterbrach Hawelka ihn und lachte. »Und beides ist schlecht! Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich war nämlich auch mal ein Idealist.«

Als man Fachingers und Hawelkas Vergangenheit durchleuchtet, kommen ähnlich Biografien zum Vorschein: Fachingers Eltern wurden bei einem Raubüberfall vor den Augen der damals Zehnjährigen ermordet und Hawelkas Familie stirbt bei einem Unfall, den ein sogenannter Gully-Werfer verursacht hat.

Folgender Satz des Richters macht Bodenstein und sein Team stutzig:

«Ich hätte euch niemals kennenlernen dürfen – Wolf, Markus, deinen Bruder und dich. Ihr habt aus mir ein Monster gemacht.«

Verbirgt sich hinter dieser Geiselnahme und Selbstmord etwas viel Schlimmeres?

Meine Meinung:

Dieser ziemlich komplexe Fall zehrt an den Nerven der Ermittler. Die Gefahr eines Ermittlungsfehlers ist greifbar nahe. Zumal die Bevölkerung zuerst gegen Asylwerber und Ausländer hetzt, sich dann aber auf Lissys Mathe-Lehrer einschießt, der sie angeblich sexuell belästigt hätte. Daher wird eine kompetente Ermittlern aus Düsseldorf zur Verstärkung geholt. Die Sicht von außen bringt andere Ideen, ändert den Blickwinkel und kann verfahrene Situationen entschärfen.

Neben den Emotionen, die bei den Ermittlern hochgehen, erhalten wir Einblick in Lissys Familie sowie in Saras Gedanken. Sara ist Lissys beste Freundin und fühlt sich von ihr hintergangen, weil sie von Lissy nicht in ihre letzten Geheimnisse eingeweiht war. Daher versucht sie, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen.

Sowohl Bodenstein als auch Sander sind durch private Probleme belastet. Vor allem Pia Sander muss sich entscheiden, ob sie ihrem Mann Christoph ein Jahr nach Afrika folgt und wie es mit ihrer dementen Mutter weitergehen soll. Pflegeheim oder 24-Stunden-Hilfe oder weiterwursteln wie bisher? Ausgerechnet Pias Ex-Mann Prof. Kirchoff findet eine passable Lösung.

Wie wir es von Nele Neuhaus gewöhnt sind, ist auch dieser Fall packend erzählt. Die Autorin schaut auch dem Volk „aufs Maul“. Die folgenden Worte aus Richter Hawelkas Mund sind nicht von der Hand zu weisen.

»Ein Mordopfer ist für immer tot. Ein Mensch, der von einem Raser getötet wurde, ist für immer tot. Kinder sterben. Eltern sterben. Familien werden für immer zerstört«, sagte er. »Die Täter sind aber nach ein paar Jahren – oder sogar sofort – wieder auf freiem Fuß. Das ist nicht gerecht. Wer denkt an die Opfer und ihre Familien? Allein im letzten Jahr wurden hier in Frankfurt sieben hochgefährliche Straftäter wegen zu langer Verfahrensdauer aus der Untersuchungshaft entlassen! Fünf von ihnen wurden nur wenige Stunden oder Tage nach ihrer Entlassung sofort wieder straffällig. Keiner dieser sieben Straftäter hatte die deutsche Staatsbürgerschaft, aber das sei nur am Rande angemerkt.«

Der eine oder andere wird sicher ähnliche Gedanken haben. Vermutlich auch einige Polizisten, denn nichts ist frustrierender, als wenn Täter endlich überführt sind und beim anschließenden Gerichtsverfahren mit Hilfe von Winkeladvokaten entweder überhaupt frei gehen oder nur zu geringen Haftstrafen verurteilt werden.

Die Charaktere entwickeln sich weiter. Auch wenn sich das eine oder andere Mal ein Mitglied der Truppe für eine Auszeit verabschiedet, bleibt das Stammpersonal dasselbe. Es scheint, als würde der nächste Fall ohne Pia Sanders gelöst werden. Aber, das werden wir bestimmt bald erfahren ...

Fazit:

Ein spannender 11. Fall, der durch einen hohen Spannungsbogen zu fesseln weiß. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Echt oder Fake?

Die besten falschesten Zitate aller Zeiten von Gerald Krieghofer

Wer kennt das nicht? Gesprächspartner, Freunde oder Arbeitskollegen brüsten sich mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten, um sich einen intellektuellen Anstrich zu geben? Aber, kommt es nicht vor, dass das eine oder andere Zitat einer anderen Person zugeschrieben wird? Und dann auch noch falsch zitiert wird?

Gerald Krieghofer ist diesem Phänomen nachgegangen und betreibt seit 2014 einen Blog, auf dem er erwiesene falsche Zuschreibungen und sogenannte „Kuckuckszitate“ entlarvt.

Der Autor sagt, dass mindestens die Hälfte der populären Zitate, die berühmten Personen wie Einstein, Marx oder Freud zugeschrieben werden, gar nicht von diesen Personen stammen (können). Oft sind die Zitate viel jünger und werden dann jemandem wie Einstein zugeschrieben - ″Kuckuckszitate″ eben.

Gleichzeitig ist Gerald Krieghofer Anlaufstelle für Ratsuchende und gilt als Experte für Falschzitate im gesamten deutschen Sprachraum.

In vorliegendem Buch erklärt er im Vorwort die Geschichte der Parömiologie und wie es dazu kommen kann. Anschließend hat er eine Auswahl an Personen getroffen, die besonders häufig falsch zitiert werden oder denen oft bestimmte Bonmots in den Mund gelegt werden - häufig Jahre nach ihrem Tod.

Unter diesen Personen finden sich unter anderem Johann Wolfgang von Goethe, Fürst Metternich, Konrad Adenauer oder Albert Camus, Marilyn Monroe (Ja, auch ihr wurde ein Kuckuckszitat untergeschoben) und nicht zu vergessen der omnipräsente Kuchensager von Marie Antoinette, der sie den Kopf kostete, aber gar nicht von ihr stammt.

Den Abschluss bildet das Kapitel „Die Top 10 der beliebtesten angeblichen Zitate“.

Welche das sind? Das müsst ihr schon selbst lesen.

Ich zitiere hier meine Großmutter, die immer gerne gesagt hat: „Normal sein ist die leichteste Form von Schwachsinn.“ Ob das auch ein falsches Zitat ist?

Fazit:

Diesem kurzweiligen Kompendium für BesserwisserInnen oder jenen, die bloß wissen wollen, wer was gesagt hat, gebe ich 5 Sterne.

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Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

Tom Turbo - Lesestark - Die Pizza-Piraten von Thomas Brezina

Die Lesestart mit Tom Turbo Reihe hat wie alle Tom Turbo Bände interaktiven Charakter. Es gibt immer wieder Rätsel zu lösen. Die Besonderheit sind hier die Sticker. Diese sind durchnummeriert und geben die Lösungen der Rätsel preis. An manchen Stellen kann man die Botschaft des Stickers auch nicht erraten, in den meisten Fällen aber schon.

Wir haben das Video vorgedreht, da konnte der Zwerg den Zettel auch selbst halten mit den Stickern. Es kostete ihm etwas Überwindung, nicht alle Lösungen gleich anzuschauen, aber er hat alles super allein gemacht.
Die Geschichte selbst ist klassisch Tom Turbo, er setzt viele Tricks ein und besticht durch seine Beobachtungsgabe. Die Zeichnungen sind modern und dennoch klassisch Tom Turbo, ich denke, der/die eine oder andere Mama oder Papa wird da in Erinnerungen schwelgen. Unserem Sohn hat die Geschichte noch besser als das Fohlen Fanny gefallen. Es geht um eine Pizza, auf der eine Schatzkarte gebacken wird....

Textlich hat es für eine Lesestart Reihe super gepasst. Es war nichts zu schwer und auch die Textmenge pro Seite hat gut gepasst.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Leseempfehlung

Aspergers Schüler von Laura Baldini

Die britisch-deutsche Doktorandin Sarah forscht in Wien für ihre Doktorarbeit über Dr. Hans Asperger (1906-1980), jenen Kinderarzt und Heilpädagogen, der als erstes die nach ihm benannte Form des Autismus beschrieben hat.

Man schreibt das Jahr 1986 und die Diskussionen über den Bundespräsidenten Kurt Waldheim, der wegen seiner NS-Vergangenheit nur mehr von Diktatoren empfangen wird und dessen Name auf der „Watch-List“ der USA steht, ist erst vor Kurzem abgeflaut.

An der Uni Wien trifft Sarah auf Stefan, einen Publizistik-Studenten, der einen Zeitungsartikel über den „Spiegelgrund“schreibt. An jener psychiatrischen Einrichtung, die in der NS-Zeit, Hunderte Kinder ermordet hat, hat auch Asperger gearbeitet. Grund genug für Sarah, sich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen. Doch das, was die gemeinsamen Recherchen mit Stefan ergeben, bringt ihre Verehrung für Hans Asperger gehörig ins Wanken. War der Arzt für den grausamen Tod der Kinder verantwortlich?

Meine Meinung:

Dieser historische Roman basiert auf wahren Begebenheiten und wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen in der Vergangenheit zwischen 1932 bis 1945 und in der Gegenwart von 1986. Hauptfigur der Vergangenheit ist der kleine Erich, dessen Figur aus mehreren realen Vorbildern, deren Krankenakten im Archiv des „Spiegelgrunds“ erhalten sind. Wir lesen die Gedanken des fiktiven Erichs und müssen mehrmals den Atem anhalten, ob der grausamen Behandlung durch die Ärzte. Einer davon, Heinrich Gross, war maßgeblich an den Tötungen beteiligt, und hat nach der NS-Zeit weiter als Psychiater und Gerichtsgutachter gearbeitet. Ihm wird erst 1997 der Prozess gemacht. Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen dieses Prozesses und der Aufarbeitung haben Friedrich Zawrel (1929-2015), der damals als Kind zahlreichen unmenschlichen medizinischen Experimenten ausgesetzt war und später durch ein psychiatrisches Gutachten von Gross Jahrzehnte in Haft verbringen musste, sowie engagierte Journalisten und Dr. Werner Vogt.

Autorin Laura Baldini, hinter diesem Pseudonym steckt niemand anderer als Beate Maly, die als Kleinkindpädagogin und Frühförderin Erfahrung mit Kleinkindern hat, wie wir es von ihr gewöhnt sind, umfassend recherchiert. Dieser historische Roman steckt voller Zeitgeschichte, denn es wird nicht nur die NS-Zeit beleuchtet sondern auch die Zeit des Bürgerkrieges und des Ständestandes davor. Dies wird durch die Rückblenden und Erzählungen zahlreicher Personen elegant in die Handlung eingeflochten. Nie hat der Leser den Eindruck mittels Infodumpf über die Ereignisse informiert zu werden.

Die Charaktere sind gut ausgefeilt, doch Sarah kommt mir allerdings ziemlich naiv vor. Okay, 1986 stehen zahlreiche Informationsquellen noch nicht zur Verfügung. Aber, es scheint, dass sie Hans Asperger als Idol sieht. Die Recherchen kratzen allerdings an seinem Saubermannimage, was Sarah doch zu schaffen macht. Ich habe recht bald entdeckt, dass Sarah ein höchst persönliches Interesse an Asperger und seiner Arbeit hat. Sarah ist nicht nur naiv, sondern hat auch einige Vorurteile. Als sie hört, dass ihre Vermieterin seit 1938 in der Jugendstil-Villa lebt, hat sie das Fräulein Weichsel sofort in Verdacht, eine Nutznießerin der NS-Zeit zu sein, zumal die alte Dame Gespräche über diese Zeit total abblockt. Ein typisches Verhalten in diesen Jahren. Was aber Sarah betroffen macht, ist die Tasache, dass diese Morde bereits recht früh bei den Alliierten bekannt war. Die Royal Airforce hat im September 1941 Flugblätter abgeworfen, die über die Mordtaten von Dr. Erwin Jekelius aufklärten, der von 1940-1942 Leiter der Nervenklinik war. Mehr war, so scheint es, „nicht drinnen“.

Laura Baldini hat hier einen aufwühlenden Roman geschrieben, der den erlittenen Qualen der Kinder vom Spiegelgrund gedenkt. Spät, aber doch haben diese rund 800 Kinder im Jahr 2002 ein Mahnmal vor dem Jugendstiltheater auf den „Steinhof-Gründen“ erhalten. Die sterblichen Überreste (Feuchtpräparate, histologische Schnitte, Paraffinblöcke) von mehr als 600 Kindern wurden im April 2002 auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem aufwühlenden, aber dennoch feinfühlig verfassten historischen Roman 5 Sterne.

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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Georg Wilhelm Pabst als tragische Figur

Lichtspiel von Daniel Kehlmann

Daniel Kehlmann dürfte den meisten durch sein Erfolgsbuch „Die Vermessung der Welt“ bekannt sein. Auch in seinem neuesten Werk „Lichtspiel“ widmet er sich einer historischen Figur: Dem Regisseur Georg Wilhelm Pabst. Und eines gleich vorweg: Der Roman hat mir sehr gut gefallen.

Schon der Einstieg ist klasse.

Franz Wilzek (eine fiktive Figur!), selbst Regisseur und ehemaliger Kameraassistent von G. W. Pabst, wird in die Sendung „Was gibt es Neues vom Sonntag“ von Heinz Conrads eingeladen. Was diese Rahmenhandlung so besonders macht, ist der geistig verwirrte Zustand, in dem sich Wilzek befindet und der gut zum Ausdruck kommt. Er wirkt orientierungslos und überfordert, hat Schwierigkeiten sich zu erinnern und kann nicht angemessen auf die Fragen des Moderators reagieren. Die Folge seiner Demenzerkrankung.

Danach folgt ein Schwenk nach Hollywood. Pabst ist inmitten von Verhandlungen für einen neuen Film. Man will ihn mit amerikanischer Freundlichkeit überreden, einen Film zu drehen, der nicht nach seinem Geschmack ist. Pabst lehnt zunächst ab, bleibt kategorisch bei seinem „Nein“. Eine sehr humorvolle Passage. Die interkulturellen Missverständnisse, das schlechte Englisch von Pabst, all das wurde hervorragend gestaltet und wirkt amüsant.

Danach folgen immer wieder Sequenzen aus dem Leben des Regisseurs. Einzelne Stationen werden szenenartig aneinander gereiht. Dazwischen immer wieder Zeitsprünge. Und ich stoße bei meiner Lektüre immer wieder auf Highlights: z.B. die Unterredung mit Greta Garbo, die eine von Pabst angebotene Rolle ablehnt. Sie ist zwar dankbar, dass Pabst sie berühmt gemacht hat, aber ihre Dankbarkeit kennt Grenzen. Auch Pabsts Rückkehr mit dem Zug in seine Geburtsland blieb mir im Gedächtnis: Er weiß genau, welche politischen Zustände im Land herrschen. Trotzdem verordnet er sich, seiner Frau und seinem Sohn zu schweigen. Wie er wirklich über die politischen Veränderungen denkt, erfahren wir nicht. Er bezeichnet sich selbst als nichtpolitischen Menschen. Eine weitere gut arrangierte Textstelle ist Pabsts Gespräch mit Goebbels. Es wird deutlich, dass Pabst eigentlich gar keine Absicht mehr hat, weitere Filme zu drehen. Propaganda ist ihm zuwider. Doch der Propagandaminister legt ihm Worte in den Mund und droht ihm subtil. Der Regisseur kann sich nicht behaupten und knickt ein. Und man fragt sich als Leser:in automatisch die alles entscheidende Frage: Wie hätte man selbst gehandelt?

Deutlich wird auch, was für eine tragische Figur Pabst ist. In den USA will sich der Erfolg nicht so recht einstellen, sein erster Film schlägt nicht ein und er kassiert Absagen von weiblichen Darstellerinnen. Er weicht zunächst in andere Länder wie z.B. Frankreich aus, doch es gelingt ihm einfach nicht, an alte, erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Er entschließt sich in seine Heimat zurückzukehren, trotz des Wissens um die dort herrschenden politischen Zustände. Und als er seinen Fehler erkennt und ihn korrigieren will, bricht der Krieg aus, die Grenzen werden geschlossen und Pabst sitzt mit seiner Familie fest. Es gibt kein Zurück mehr. Und das Regime ist bereits auf ihn aufmerksam geworden. Er wird, wie schon erwähnt, vom Propagandaminister Goebbels nach Berlin eingeladen und kann dem auf ihn ausgeübten Druck nicht widerstehen. Er dreht wieder Filme und muss sich mit dem Regime arrangieren.

Ich bin mit der Erwartungshaltung an das Buch gegangen, dass Pabst ein Opportunist ist. Dies würde ich nach der Lektüre aber nicht mehr so sehen. Pabst hält sich einfach heraus, er will nicht sehen, was um ihn herum passiert. Er nimmt zwar stellenweise wahr, was um ihn herum passiert (das wird v.a. bei den dargestellten Dreharbeiten deutlich), schweigt aber dazu und behält seine Gedanken für sich. Dennoch wird für mich an vielen Stellen deutlich, dass er mit dem Regime hadert und längst nicht mit allem einverstanden ist. Doch er harrt im Land aus und stürzt sich in die Arbeit. Das Drehen von Filmen ist seine Ablenkung. Pabst wird zunehmend „umgebungsblind“, ihm geht es nur darum, wieder einen großen Erfolg einzufahren. Das zeigt sich vor allem bei den Dreharbeiten zu seinem Film „Der Fall Molander“. Und man kann sich wieder fragen: Welche Wahl hat er auch? Er muss sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Hat er eine Alternative? Wenn ja, welche? Es lohnt sich auch, das Vater-Sohn-Verhältnis genauer in den Blick zu nehmen, um Pabsts Ansichten zum Krieg auszuloten. Eine Entfremdung zwischen den beiden wird nur allzu deutlich. Und es zeigt sich auch am Beispiel des Sohnes, wie das Sein das Bewusstsein bestimmt.

Was mich während der Lektüre ständig umtreibt, ist die Frage, was tatsächlich historisch verbürgt ist und was fiktiv ist. Kehlmann verwebt Fiktion und Fakten. Es gibt fiktive Figuren wie z.B. Franz Wilzek aus der Rahmenhandlung und weitere. Auch die Gespräche zwischen den Figuren sind fiktiv. Mich verunsichert so etwas immer, denn ich möchte mir ungern etwas Falsches merken. Doch Kehlmann geht es nicht darum, einen historischen Roman zu schreiben (hier empfehle ich eher Bücher von Ulf Schiewe). Trotzdem hätte ich mir ein informativeres Nachwort gewünscht, in dem der Autor evtl. darlegt, was Wirklichkeit ist und was nicht. Mein Wunsch nach einem umfangreicheren Nachwort führt aber nicht zu einem Sternabzug. So komme ich für dieses lesenswerte Buch auf 5 Sterne!

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Rezensionen von Jule:

Eine etwas andere Familie

Die mörderischen Cunninghams. Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen von Benjamin Stevenson

"Die mörderischen Cunninghams - Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen" von Benjamin Stevenson entführt uns in die schneebedeckten Berge Australiens, zu dem mörderischen Familientreffen der Cunninghams. Und bei den Cunninghams hat wirklich jeder jemanden auf dem Gewissen.
Auch Ernest Cunningham, aus dessen Sicht dieses Buch geschrieben wurde.

Er ist ein leidenschaftlicher Krimi-Autor und das bekommt man als Leser zu spüren.
Angefangen bei der Auflistung der "10 Gebote des Detektivromans" von Roland Knox, auf die im Verlaufe der Handlung immer wieder hingewiesen wird, bis hin zu weiteren Tipps, mitten in dem Buch, wie man einen guten Krimi schreibt.

Der Schreibstil ist in jedem Fall besonders, denn immer wieder werden wir, als Leser;innen, persönlich angesprochen und das hat mich oft aus dem Lesefluss gebracht, genauso wie die Hinweise von Ernest auf bereits gelesene Dinge, die wieder eine wichtige Rolle spielen könnten. Ich war oft kurz davor wieder zurück zu Blättern und die Stellen zu suchen, die genannt wurden, habe es schlussendlich aber nicht getan, weil es mich irgendwann nur noch verwirrt hat. Und so ging es mir auch bei den Familienverhältnissen, bei denen ich mir am liebsten einen Stammbaum gezeichnet hätte, um zu verstehen, wer wie mit wem welches Verhältnis hat.
Generell wurde an manchen Stellen zu viel gewollt.

Der eingebrachte Humor wirkte auf mich irgendwann zu gewollt, genauso wie der Aufbau der Geschichte, der sich Punkt für Punkt an die 10 Gebote des Kriminalromans hält.
Nichtsdestotrotz war das Buch recht unterhaltsam, wenn auch phasenweise anstrengend und verwirrend.

Die Auflösung des Falls am Ende hat mir erstaunlich gut gefallen, denn schlussendlich hat doch alles Sinn ergeben und das ist sehr wichtig.
Festzuhalten ist aber, dass an manchen Stellen zu viel gewollt wurde und die Geschichte oft überzogen wirkte. Trotzdem wird Unterhaltung geboten und es gibt bestimmt viele Leser;innen, die an diesem Buch große Freude haben.
Deshalb sollte man sich selbst ein Bild machen.

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