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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Schlafmurmel:

spannung pur

Eric Holler: Buerer Roulette von Roman Just

Der neueste Krimi von Erich Holler, dem Privatdetektiv aus Gelsenkirchen, verspricht erneut Spannung pur. Die Geschichte beginnt mit einem Rückblick, der den Leser sofort in den Bann zieht. Die anfängliche Vermutung, dass Kommissar Werthofen etwas Wichtiges verschweigt, entwickelt sich zu einem zentralen Element der Handlung und zieht sich durch das gesamte Buch.

Holler wird von einem 80-jährigen Klienten beauftragt, dessen Frau zu finden, die mit einem millionenschweren Lottoschein verschwunden ist. Der Fall scheint zunächst simpel zu sein , nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als die Frau plötzlich stirbt und der Lottoschein entwendet wird. Die Geschichte wird durch zwei Ereignisse komplexer und führt den Leser auf eine rasante Jagd nach der Wahrheit. Besonders beeindruckend sind die überraschenden Wendungen, die der Autor geschickt in die Handlung einwebt. Der Krimi verfügt über einen sehr hohen Spannungsbogen, und die Geschichte lässt sich flüssig und fesselnd lesen. Die kurzen politischen Anspielungen die man im Text lesen kann, sorgen für zusätzliche Würze und spiegeln den Charme der Krimi-Reihe wieder. Die Gedankengänge und Schlussfolgerungen des Detektivs sind größtenteils nachvollziehbar und logisch, obwohl einige Details möglicherweise etwas unrealistisch erscheinen. Dennoch beeinträchtigen diese kleinen Unstimmigkeiten nicht das Lesevergnügen. Die Auflösung des Falls im letzten Drittel ist sehr kreativ und überraschend, besonders mit der Einbindung eines Stammzellenspenders. Insgesamt bietet der Krimi "Überraschende Wendungen" einen angenehmen Lesestoff. Der Schreibstil des Autors trägt dazu bei, dass die Geschichte leicht zugänglich ist und einen Wohlfühlfaktor bietet, Geldwäsche, Treulosigkeit und Einsamkeit, in einem Spielhallenumfeld werden geschickt miteinander verknüpft und tragen zu einer faszinierenden Handlung bei. Ein weiterer gelungener Beitrag zur Gelsenkrimi-Reihe von Roman Just.

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Rezensionen von Tiroler Zeilenreisende:

Walzernächte im historsichen Wien

Die Ballkönigin - Walzernächte in Wien von Mara Andeck

Manchmal ist es leichter zu wissen, was man nicht will, als sich darüber klar zu sein, was man will. Vor allem, wenn man erst 18 ist. Daher ist die Denkweise von Protagonistin Clea durchaus nachvollziehbar. Gleichzeitig ist sie abenteuerlustig, mutig und neugierig, was ihrer Geschichte den nötigen Aufwind verschafft.

Es ist interessant mitzuerleben, wie Clea ihren Weg findet und zu Selbstbewusstsein gelangt.
Besonders gut haben mir die Beziehungen zwischen den Charakteren gefallen. Denn anders als es im Klischee zu erwarten wäre, spielt Cleas Mutter nicht die "Böse", obwohl ihre Pläne zumindest scheinbar in eine vollkommen andere Richtung gehen. Die Rolle der weiblichen "älteren" Generation ist äußerst sympathisch. Die Muttertochterliebe und auch die Freundschaft zwischen den Schwestern ist schön dargestellt. Sehr gut beschrieben ist auch der historische Hintergrund, die österreichische Kultur des neunzehnten Jahrhunderts wird mMn hervorragend eingefangen (was auch durch das nebensächliche Vorkommen historischer Persönlichkeiten geschieht, die geschickt in die Handlung eingeflochten werden).
Kurzweilig ist außerdem die Art und Weise des Schreibens: es wird ausschließlich aus Cleas Sicht erzählt, in Gegenwart und Ich-Perspektive; in Handlungen und Absichten anderer Charaktere wird man mithilfe von Briefen und Zeitungsartikeln einsichtig, was ich raffiniert finde und dem Spannungsbogen ein gewisses Etwas verleiht. Nikolaj ist sehr sympathisch und in seiner Rolle als Naturwissenschaftler herrlich bodenständig.
Am Ende geht dann alles recht schnell, was mich persönlich absolut nicht stört. Ich habe das Buch sehr genossen und hoffe, dass es einen zweiten Teil gibt, in dem Sophies Geschichte erzählt wird. Das ist lt Autorin allerdings noch offen.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Nichts ist, wie es scheint

Das Flüstern im Eis von Lenz Koppelstätter

Just als Commissario Grauner seinen Vorgesetzten über seinen Pensionsantrag informieren will, wird er zu einem Toten in einer Sporthalle gerufen, in dessen Brust eine Mistgabel steckt.

Gleichzeitig findet in Sulden am Fuße des Ortlers ein Bewerb im Eisklettern statt, bei dem die weltbesten Eiskletterinnen, eine Südtirolerin und eine Iranerin, sich messen.

Der Gipfelsieg geht an die Iranerin, die beim Abstieg plötzlich verschwindet. Bei der Suchaktion entdeckt man ihren Eispickel am Rande einer Gletscherspalte. Ist sie dort hineingestürzt? Dafür findet man eine iranische Begleitperson, tot im Hotel.

Grauner, Saltapepe und Tappeiner müssen sich in die unwirtliche, aber faszinierende Welt der Bergsteiger begeben. Besonders der Neapolitaner und Meeresmensch Claudio Saltapepe erlebt hier einen wahren Höhenrausch.

Meine Meinung:

Diesen 9. Fall für das Ermittler-Trio habe ich sehr gerne gelesen. Ich habe ja nach dem 8. Fall befürchtet, dass Commissario Grauner seinen Beruf an den Nagel hängen wird. Doch er hat weder mit diesem fesselnden Fall noch mit den Vorstellungen seines Chefs gerechnet. So wird es wahrscheinlich (hoffentlich) noch einen 10. Fall geben.

Auch wenn sich bald die Hinweise verdichten, was hinter dem sportlichen Event steckt, ist die Auflösung rundum fesselnd und stimmig. Wir Leser dürfen am Seil mit Saltapepe und den Bergführern gehen und erleben die gefährliche Suche nach der vermissten Bergsteigerin auf dem Ortler, des höchsten Berg Südtirols, hautnah mit.

Die Charaktere dürfen sich weiterentwickeln und so kann der Neapolitaner Saltapepe, der die Enge der Südtiroler Täler und die hohen Berge so gar nicht leiden konnte, eine neue Heimat finden. Spannend finde ich, dass der immer gesetzestreue Grauner nun dieselben ein wenig zu beugen versucht.

Jedenfalls freue ich mich auf die angekündigte neue Krimi-Reihe von Lenz Koppelstätter rund um die Journalistin Gianna Pitti.

Fazit:

Gerne gebe ich Commissario Grauners 9. Fall 5 Sterne.

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Rezensionen von Leserin:

Man trifft sich immer zweimal im Leben.

A Rebel's Kiss von Lisa Marten


Man weiß ja oft nie, was sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Die Buchbeschreibung kann das Interesse wecken und man beginnt zu lesen.
Manchmal entpuppt sich dann ein wahrer Schatz im Innern.

Dazu gehört diese Geschichte auf jeden Fall dazu! Sie ist mit wunderbaren Charakteren ausgestattet, die mich sofort für sich eingenommen haben.

Luna und Sam kommen abwechselnd zu Wort und legen ihr Innerstes offen. Durch die Einblicke in die Vergangenheit versteht meine beide besser und es ergibt sich ein schlüssiges Bild.

Sehr schön geschrieben, bildhaft, voller Emotionen und mit spannenden Momenten!
Man fiebert mit, man leidet mit und man hofft mit. Das volle Programm!

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Rezensionen von Tobias Kallfell:

Packend, kreativ und innovativ

Gestehe von Henri Faber

Hey Sebastian Fitzek, mach Platz da! Hier kommt Henri Faber. Der Meister der unvorhersehbaren Wendungen. Von „Kaltherz“ war ich damals begeistert (vgl. eine frühere Rezension). Das war kein 0815-Einheitsbrei, den Faber da vorgelegt hat. Und so viel darf ich schon vorweg nehmen: Das ist in seinem neuesten Thriller „Gestehe“ nicht anders.

Ein Wort reicht, um Fabers neuestes Werk zu beschreiben: inhaliert (an einem Tag!).

Schon die Einführung des Ermittlers Jacket ist ungewöhnlich. Wir lernen den berühmten Polizisten bei Dreharbeiten eines Films zu dessen Leben kennen. Jacket ist ein nationaler Held. Im Alleingang hat er einen Organhändlerring gesprengt und dabei ein kleines Mädchen gerettet. Nun tingelt er als Werbefigur der Polizei durchs öffentliche Leben in Österreich. Von seinen Kollegen allerdings wird Jacket nicht ernst genommen, er gilt vielen als Witzfigur. Als Kontrast dazu lernen wir den Ermittler Mohammad (Kurzform „Mo“) kennen – Jahrgangsbester der Polizeischule, aber trotz seines Alters von 39 Jahren noch in keiner Führungsposition. Mo blickt anfangs mit Neid auf Jacket. Die Chemie zwischen beiden Figuren ist reizvoll angelegt.

Gegenüber von Jackets Wohnhaus findet man eines Tages in einem Gebäude eine Leiche. Bei der Tatortuntersuchung stoßen Jacket und Mo das erste Mal aufeinander. Ein feindseliges Knistern liegt zwischen beiden in der Luft. Doch Jacket wünscht sich Mo als Partner an seiner Seite und hofft darauf an erfolgreiche alte Ermittlungszeiten anzuknüpfen und mal wieder einen Erfolg einzufahren. Mo hingegen ist aber zunächst überhaupt nicht begeistert von dieser Idee. Es läuft auf ein interessantes Zusammenspiel der beiden Ermittler hinaus. Werden sie zueinander finden?

Jacket ist der Gegenentwurf zu Mo. Jacket agiert prahlerisch und unprofessionell, doch eigentlich ist er ein psychisches Wrack. Er hat ein Traum davongetragen, leidet immer noch unter Alpträumen und Schlaflosigkeit, nimmt Medikamente. Doch nach außen zeigt er dies nicht. In der Abteilung wird schlecht über Jacket geredet. Viele Gerüchte ranken sich um seinen einstigen Einsatz, bei dem er zum Helden wurde. Mo hingegen ist pflichtbewusst und gewissenhaft. Allerdings stößt er aufgrund seiner Hautfarbe auf Widerstände. Am seinem Beispiel wird also auch das momentan sehr angesagte Thema „Rassismus“ gestreift (was ich gut finde!). Was gut zum Ausdruck kommt, sind auch die vielen Frotzeleien und ironischen Schlagabtausche innerhalb des Ermittlungsteams. Überhaupt ist die sprachgestalterische Seite bei Faber wieder einmal lobenswert (nein, dieses Mal sind es nicht die asyndetischen Reihungen und Parataxen). An vielen Stellen beweist er kreative Sprachspielereien, baut flotte Sprüche ein und greift auf Elemente von Bildlichkeit zurück. Mir hat das sehr gut gefallen.

Als man eine zweite Leiche findet, wird klar, dass jemand die Morde Jacket in die Schuhe schieben möchte. Jacket erkennt Hinweise, die der Täter hinterlässt und die an ihn persönlich gerichtet sind. Der wahre Täter verweist auf ein Manuskript, das Jacket allerdings noch nicht veröffentlich hat. Doch wie ist das möglich? Woher weiß der wahre Täter von dem unveröffentlichten Manuskript und wie gelangte er an Inhalte daraus? Und Jacket verhält sich irrational. Er hat Angst davor, mit den Taten in Verbindung gebracht zu werden und schweigt gegenüber seinen Kollegen. Macht er dadurch nicht noch alles schlimmer? Es läuft darauf hinaus, dass er sich seinen inneren Dämonen von früher stellen muss.

Im Zusammenhang mit dem Manuskript werden viele schöne Irritationseffekte erzeugt, die mir sehr gut gefallen haben, weil sie für Verunsicherung beim Lesen sorgen (ein Fest für jeden Germanisten). Erzählte und reale Welt vermischen sich. Doch ich will hier nicht zu viel verraten. Ich fand es äußerst amüsant. Es hätte nur noch gefehlt, dass Jacket uns als Leser direkt anspricht und um Hilfe bittet. Und gleichzeitig wird mit dem Roman „Blutnacht“ noch ein Roman im Roman integriert. Auch hier vermischen sich verschiedene Erzählebenen. Toll arrangiert und sehr innovativ, wie ich finde! Für alle Freunde der Erzähltheorie eine wahre Freude.

Was mir ebenfalls gefallen hat: die eingeschobenen Täterkapitel in Form innerer Monologe, die mit „Er“ überschrieben sind und die den Fall weiter verrätseln. Und zum Ende zieht das Maß an Tempo, Spannung und Action noch einmal deutlich an. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Alles wirkt rund und in sich schlüssig. Das Ende ist überzeugend und überraschend. Faber nimmt sich auch genügend Zeit, den Inhalt auszuerzählen. Ich finde tatsächlich nichts, was ich an diesem Buch kritisieren kann. Von mir gibt es 5 Sterne!

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Fesselnder historischer Roman

Die rote Mütze von Daniel de Roulet

Autor Daniel de Roulet hat von seinem Vater einen goldgerahmten Stich geerbt. Das Bild zeigt Jacques-André Lullin de Châteauvieux (1728-1816). De Roulet recherchiert das Leben seines Vorfahrens und fördert eine ziemlich unrühmliche Lebensgeschichte zutage.

Es stellt sich heraus, dass er Inhaber eines Söldnerregiments unter Ludwig XVI.

war. Als die Söldner 1790 wegen des ausstehenden Soldes meutern, lässt er den Aufstand blutig niederschlagen und die Rädelsführer in ein Straflager nach Brest verfrachten.

Der Autor hat die Namen und Schicksale von insgesamt 41 Meuterern des Regiments Châteauvieux ausfindig gemacht und webt aus den Geschichten von sieben geschickt seinen historischen Roman.

Samuel Bouchaye
Josephe Boucher
Gédéon Viviand
Pierre Monnoye
Jacques Grosjean
François Besançon
François Harpin

Im Fokus dieser Geschichte steht der junge Samuel Bouchaye, ein Tischler aus Genf, der bereits als Kind mit den revolutionären Gedanken einer Helvetischen Republik in Kontakt gekommen ist und deswegen mit seinem Vater Genf verlassen muss.

„In Genf ist die Revolution gescheitert, aber bald wird ganz Europa unserem Beispiel folgen.“ sagt Samuels Vater Antoine Bouchaye in prophetischer Weitsicht. (eBook S. 12)

Samuel Bouchaye und seine Kameraden können dem Massaker an den Schweizern am 14. Juli 1789 gerade noch entkommen. Als sie 1790 wegen des ausstehenden Soldes meutern, greifen die Vorgesetzten hart durch. Einige Dutzend der Meuterer werden hingerichtet, für andere wie Samuel heißt das Urteil dreißig Jahre ab auf die Galeere nach Brest. Um sie von jenen zu unterscheiden, die eine lebenslängliche Strafe verbüßen, erhalten Samuel und seine Kameraden rote Mützen.

Im März 1792 werden sie wegen ihrer roten Mützen zu ungewollten Helden der Revolution, deren Symbol die phrygische Mütze ist und fahren, diesmal ohne Ketten, im Triumphzug nach Paris.

Meine Meinung:

Da ich von Autor Daniel de Roulet vor einiger Zeit den historischen Roman „Zehn unbekümmerte Anarchistinnen“ gelesen habe, der mich beeindruckt hat, war ich auf diesen hier sehr neugierig. Ich bin nicht enttäuscht worden.

Diese fesselnde Geschichte zeigt, dass die Revolution nicht ausschließlich mit jener in Paris begonnen hat, sondern dass es zuvor bereits Bestrebungen gegeben hat, sich der reichen Patrizier zu entledigen. Genf ist dabei die Hochburg, die die aufklärerischen Schriften eines Jean-Jacques Rousseaus von Freiheit und Gleichheit ernst nimmt. Über die Schweiz und ihren Weg in die heutige Form, weiß man im Allgemeinen viel zu wenig. Dieser historische Roman lüftet einen kleinen Zipfel der verdeckten Geschichte.

Dem Roman gehen, wie Daniel de Roulet im Nachwort schreibt, umfangreiche Recherchen in verschiedensten Orten und Archiven voran. Im Bagno von Brest entdeckt er die Namen der Verurteilten und setzt sieben von ihnen stellvertretend für die 41 Männer sowie André Soret, der übrigens der Letzte gewesen ist, der mittels der barbarischen Strafe des Räderns hingerichtet worden ist, ein literarisches Denkmal.

«Aus diesen Namen habe ich Figuren gemacht. Die Mächtigen erdrücken einen mit ihrem Erfolg. Ihren Sklaven, den weniger vom Glück Begünstigten, erteilt nur die Literatur das Wort.»

Und sein Vorfahr Jacques-André Lullin de Châteauvieux (1728-1816)? Wie man aus den Lebensdaten ersieht, hat er nicht nur das große Köpferollen überlebt, weil er den seinen rechtzeitig eingezogen hat, sondern hat sich Napoleon angedient, wird von ihm ausgezeichnet, nur um sich, just als der 1814 in die Verbannung nach Elba geschickt worden ist, um seine letzte Auszeichnung, das „Großkreuz des Militärverdienstordens“, von Ludwig XVIII. ratifizieren zu lassen.

Ein Opportunist, wie er im Buche steht.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser bislang wenig bekannten Facette der Geschichte der Revolution(en) 5 Sterne.

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Rezensionen von Leserin:

Ein Stück Zeitgeschichte

Der Porzellaner von Annick Klug

Mich hat dieses schöne zarte Buchcover sofort angesprochen.
Die Geschichte des Meissner Porzellans in einem fiktiven Roman zu verarbeiten gefällt mir. Dabei kommt der reale geschichtliche Hintergrund natürlich nicht zu kurz und wurde gut mit eingewoben.

Im Jahre 1706 macht sich der junge Bergmann Samuel Stöltzel 1706 nach Meissen auf, um bei dem berühmt berüchtigten Alchemisten Friedrich Böttger das Goldmachens zu erlernen.

Das es sich dabei nur um eine Täuschung handelt ahnt er nicht. Stattdessen gelingt es ihnen feinstes Meissner Porzellan herzustellen, dass noch heute einen großen Namen in aller Welt hat.

Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Dank ihres Schreibstils fühlt man sich direkt zurückversetzt in die damalige Zeit und erlebt alles hautnah mit. Eine Reise an die original Schauplätze lohnt sich auf jeden Fall! Auf den Spuren dieser Geschichte zu wandeln ist ein Erlebnis!

Neben den realen Figuren wie August dem Starken. König von Polen, Großherzog von Litauen und Kurfürst von Sachsen. seiner Mätresse Gräfin Gosel, Johann Friedrich Böttger und Samuel, gibt es noch einige andere sehr interessante Charaktere.

Samuel, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat, ist mein Favorit. Seine Figur wurde gut in Szene gesetzt und belebt die Geschichte ungemein.
Ich fand es aufregend ihm zu folgen, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten und die Beziehung zu Sophie zu verfolgen.

Dieser Roman ist nicht nur ein Stück Zeitgeschichte, er ist auch sehr lehrreich und informativ.
Spannend, emotional und ungemein fesselnd!

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Rezensionen von Claudia R:

ergreifend ...

Wer sagt, dass die Welt sich weiterdreht: Mein Leben mit einer Fehlgeburt von Sylvia Halcour

Klappentext / Inhalt:

Als Sylvia Halcour in der zwölften Woche der Schwangerschaft eine Fehlgeburt erleidet, gerät ihr Leben aus den Fugen. Sie verliert die Verbindung zu ihrem Mann, zu Freunden und zu sich selbst. Bald gibt es nichts mehr, das ihr Freude bereitet, und sie tritt ein in die dunklen Räume der Depression.

Es scheint nur einen Ausweg zu geben - ein neues Kind. Doch das lässt auf sich warten.
Fast ein Drittel aller Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. Dennoch spricht kaum jemand darüber. In dieser autobiografischen Erzählung berichtet Sylvia Halcour von ihrer Fehlgeburt und der Abwärtsspirale aus Trauer, Scham und Schuldgefühlen, die ihr folgte, bis sie wieder neue Hoffnung fand.

Cover:

Das Cover bringt die Scham und Zurückhaltung der Thematik gut herüber. Zeichnerisch wird dies gut verbildlicht dargestellt und auch die Farbwahl finde ich sehr passend.

Meinung:

Berührend, emotional und ergreifend, eine Thematik die häufig mit viel Scham und einem Tabu versehen ist, wird hier sehr emotional aufgegriffen. Jede Schwangerschaft ist besonders und eine Fehlgeburt ein schwerwiegendes Ereignis, was vieles verändert.

Inhaltlich möchte ich hier gar nicht so viel ins Detail gehen und halte mich daher mit weiteren Angaben dazu zurück.

Die Autorin schriebt hier von ihren eigenen intimen Erlebnissen und der Verarbeitung ihrer Fehlgeburt. Man bekommt die Emotionen und Gefühle ganz Haut nah mit und kann sich tief in sie hinein versetzen. Man merkt, wie nach und emotional dies geht und die Autorin schafft es ihre Erlebnisse und Gedanken authentisch zu teilen. Man wird bewegt und berührt zugleich.

Eine Thematik, die häufig tabuisiert wird und der Umgang mit diesem Erlebnis wird hier sehr emotional dargestellt und gibt sicherlich vielen Betroffenen Hoffnung und soll diese Thematik aus dem Tabu holen und mehr dafür sensibilisieren.

Der Schreibstil ist angenehm, emotional und bildlich. Man kann den Handlungen, Geschehnissen und Emotionen gut folgen. Die Gliederung und Gestaltung hat mir gut gefallen. Das Buch ist in mehrere Teile und weitere Kapitel untergliedert. Die Anfänge sind dabei gut und deutlich erkennbar. Die einzelnen Kapitel haben eine gute Länge und lassen sich gut lesen.

Man merkt die Emotionen, die Entwicklungen, der Umgang, die depressiven Phasen, die Hoffnung und die Entwicklungen, die das Leben mit sich bringt. Die Höhen und Tiefen werden hier sehr gut beleuchtet und auch als Leser wird man tief berührt. Ein Buch, welches tief wirkt und nicht einfach nebenbei gelesen werden sollte, sondern hier die Emotionen wirklich auf einen wirken. Mich hat es tief berührt und ich empfehle es allen Freuen, die sich mit dem Thema Schwangerschaft und Fehlgeburt beschäftigen.

Fazit:

Emotional und ergreifend, ein Buch, dass tief nachwirkt.

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Rezensionen von Claudia R:

toll umgesetzt

Drei Kinder und ein kleiner Hund von Maria Braig; Ursula Maria Wartmann

Klappentext / Inhalt:

Nele und Toni sind sauer. Statt, wie versprochen, über holländische Kanäle zu schippern, sollen sie die ganzen Sommerferien bei Oma Birgit verbringen. Doch dann kommt alles ganz anders. Oma Birgit hat nämlich oft eigene Pläne. Und deshalb dürfen Nele und Toni auch mal in der Gartenkolonie übernachten.

Dort ist es ganz schön aufregend: Gibt es einen Schatz im alten Keller? Verstecken sich wilde Tiere im Gebüsch. Wieso steht die Tür offen – hat sich etwa ein Einbrecher in die Hütte geschlichen? Nein! Es ist Jo mit Willi, seinem Hundewelpen. Jo hat ein schlimmes Geheimnis. Aber die Kinder halten zusammen, schmieden Pläne. Holen sich Hilfe. Und bringen die Welt schließlich wieder in Ordnung.
In deutschen Kinderbüchern sind die meisten Protagonistinnen und Protagonisten weiß. Schwarze Kinder haben kaum Möglichkeiten, sich angemessen in den Geschichten wiederzufinden und mit den handelnden Personen zu identifizieren. Die derzeitige gesamtgesellschaftliche Debatte zu Rassismus und Vielfalt zeigt auf, wie dringend das geändert werden muss.

Cover:

Das Cover ist frei gezeichnet und die bunten Farben runden es sehr schön ab. Karten spielende Kinder in einem Garten, voller wunderschöner Blumen, sind hier erkennbar.

Meinung:

Eigentlich hatte Neue sich bereits auf den Bootsurlaub durch Holland schon sehr gefreut. Aber dann kommt alles anders und sie und ihre jüngere Schwester Toni verbringen die Ferien bei ihrer Oma im Garten. Was sie dort erleben, erfahrt ihr in diesem Buch.

Zu viel vom Inhalt sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Mit weiteren Details dazu halte ich mich zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und locker lesen. man kommt schnell in die Handlungen und Charaktere hinein. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und machen viel Freude. Es gibt viele lustige Stellen, die zumeist auf die Kreativität und Fantasie von Toni zurückzuführen sind. Die Textpassagen sind durchgängig in den Kapitel, was teils für das Alter etwas lang erscheinen mag, aber im Großen und Ganzen hat mir die Gliederung und Gestaltung gut gefallen. Die Kapitelanfänge sind gut und deutlich erkennbar und auch die Überschriften sind gut gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten.

Die bunten Illustrationen sind recht übersichtlich, aber die vorhanden sind sehr schön umgesetzt und integriert.

Die Geschichte ist interessant und geschickt werden aktuelle Themen miteingebaut. Freundschaft, Dunkelhäutigkeit und Trauer speilen hier eine wichtige Rolle. Wichtige Themen werden hier kindgerecht mit eingebaut. Die Geschichte ist spannend, unterhaltsam und emotional umgesetzt und lässt sich dabei locker und gut lesen. Für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

Fazit:

Ein toller Kinderroman, der aktuelle und wichtige Themen in sich vereint.

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Rezensionen von Harakiri:

Psychopath oder Genie?

Gestehe von Henri Faber

ER
JACKET
MO
In diese 3 Perspektiven ist der neue Thriller von Henri Faber aufgegliedert. „Gestehe“ ist nicht einfach nur ein Thriller. Irgendwie ist er ein Statement. Die Handlung prägt sich ein und regt dazu an, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Zudem sorgen einige Wendungen wieder dafür, dass der Thriller ein unverwechselbarer „Faber“ ist.

Das Buch startet gleich spektakulär mit einigen Schockern und ich brauchte eine Weile bis ich alle Handlungsfäden zusammensortiert hatte. Leider gab es dann eine kleinere Länge, die sich etwas zog, bis die Story dann so richtig Fahrt aufnahm.
Die Grundidee ist relativ einfach: ein unveröffentlichtes Buchmanuskript, das nur Jacket bisher kennt und das Morde genauso beschreibt, wie sie geschehen. Dadurch gerät Jacket in Verdacht. Und da dieser sich selbst nicht mehr sicher sein kann, ob nicht vielleicht doch sein erlittenes Trauma für Aussetzer seinerseits und die Morde andererseits zuständig ist, ist es der Leser natürlich auch nicht und ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte.
Faber hat seinen ganz eigenen Sprachstil. Er kann grausam, aber auch humoristisch, was schon allein die Namensgebung seiner Charaktere beweist. Mit Jacket ist ihm ein Charakter gelungen, den zu mögen es schwerfällt. Auf der einen Seite ist er traumatisiert und nur durch Tabletten wirklich lebensfähig, zudem aufbrausend. Auf der anderen Seite ist er ein sehr guter Polizist, der dem Täter immer nur einen kleinen Schritt hinterherhinkt.
Wie das Ganze dann aufgelöst wird, fand ich sehr gut gelöst und schlüssig.
Fazit: wieder ein Stand-Alone in dem ganzen Serienthriller-Genre, der überzeugt, allerdings aber auch ein paar Längen aufweist.

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