Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von LeserinLu :

Emotional packend

Leute von früher von Kristin Höller

Marlene ist Ende zwanzig und hat soeben ihr Studium in Hamburg beendet, wo sie sich ein Leben mit guten Freunden und losen Partnerschaften aufgebaut hat. Um die Entscheidung, was sie nach dem Studium aus ihrem Leben machen will, noch ein wenig aufzuschieben, wird sie Saisonarbeiterin im historischen Erlebnisdorf auf der Insel Strand im nordfriesischen Wattenmeer, wo die Zeit scheinbar stillzustehen scheint.

Die detaillierte Beschreibung von Kleidung, Handwerk und Bräuchen auf der Insel lässt den Leser tief in die Atmosphäre eintauchen und wirkt sehr authentisch. Besonders gelungen ist die Darstellung des Erlebnisdorfes, das reiche Touristen anlockt und gleichzeitig das Leben der Saisonkräfte, wie Marlene, in einfachen Verhältnissen bestimmt. Diese Kluft zwischen Schein und Realität bildet einen zentralen Konflikt im Roman. Protagonistin Marlene, eine junge Frau am Scheideweg zwischen Vergangenheit und Zukunft, wird zum Spiegelbild der ambivalenten Welt von Strand.

Die Begegnung zwischen Marlene und Janne, einer Inselbewohnerin mit einem geheimnisvollen Hintergrund, ist dann der Ausgangspunkt für eine Liebesgeschichte, die zugleich von Geheimnissen und düsteren Ereignissen durchzogen ist. Höller gelingt es, die Spannung zu steigern, indem für Marlene zunächst undurchschaubare Dinge auf der Insel passieren und sie zugleich Verliebtheit und Nähe mit Janne ganz neu entdecken kann.

Besonders gefallen hat mir Höllers melancholischer und poetischer Schreibstil, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Sie entfaltet in ihrem Roman eine glaubwürdige Kulisse, in der Tradition und Moderne aufeinandertreffen - ich empfehle unbedingt, die Geschichte der Insel Strand im Verlauf des Romans einmal nachzuschlagen, ohne hier zu viel verraten zu wollen. Das emotional mitreißende Ende machte den Roman für mich schließlich zu dem, was Kafka als „Axt […] für das gefrorene Meer in uns“ bezeichnet hat. Große Empfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LeserinLu

Rezensionen von Sago:

Lor und die Faekönige

Trial of the Sun Queen von Nisha J. Tuli

Lor und ihre Geschwister wurden schon als Kinder in ein finsteres Gefängnis im Land des Fae-Aurorakönigs gesperrt. Das ist nun zwölf Jahre her und aus Lor ist eine äußerst abgebrühte junge Frau geworden. Als sie entführt wird, findet sie sich unerklärlicherweise im Land des verfüherischen Sonnenkönigs Atlas wieder und soll als eine von zehn jungen Frauen darum konkurrieren, seine Königin zu werden.

In der Hoffnung, ihre Geschwister befreien zu können, lässt sich Lor auf die gefährlichen Prüfungen ein. Umgeben von ungewohntem Luxus und intriganten Konkurrentinnen, scheint Lor immer deutlicher Atlas' Interesse zu wecken....

Der düstere Auftakt im grausamen Gefängnis von Nostrazza konnte mich sehr schnell von der Geschichte und der toughen Protagonistin überzeugen. Auch der Wechsel ins Land des Sonnenkönigs blieb faszinierend. Allerdings erinnerte mich der Kampf um Atlas' Hand doch etwas an die einschlägige Fernsehsendung mit Konkurrenz um den Junggesellen, vor allem, wenn es Lockenwickler-lastig wurde.

Raffiniert wurden aber gelegentlich Kapitel aus Sicht des Auroraprinzen Nadir eingestreut, der das Geheimnis um Lors Entführung zu ergründen sucht. Im Laufe des Buches zeigt sich auch, dass alles von der Autorin wohlkalkuliert angelegt wurde. Hatte ich zum Beispiel den Eindruck, dass Altas' und Lors Verbindung eher körperlich und oberflächlich geschildert wurde, erschloss sich der Sinn nach und nach und führte zu einem äußerst überraschenden Ende, das mir ausnehmend gut gefiel. Ich bin wirklich gespannt, wie es in den drei Folgebänden weitergehen wird!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sago

Rezensionen von manu63:

Audrey und Clayton

Wiedersehen der Liebe von Karin Bell

Bell. Dieses Buch ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Herzklopfen in Little Falls.

Dieses Mal geht es um Audrey und Clayton die sich bereits seit Kindertagen kennen und sich immer gezankt haben. Bei der Hochzeit des Paares aus dem ersten Band stoßen sie wieder aufeinander.

Geht es dieses Mal ohne Streit ab? Die Bewohner der kleinen Stadt mischen auf jeden Fall wieder ordentlich mit.

Die Geschichte ist gut lesbar und es ergeben sich immer wieder kleine Spannungsmomente. Die Charaktere werden gut gezeichnet und die Nebendarsteller passen gut ins Bild. Die Dialoge und Szenen sind humorvoll und ließen mich immer wieder schmunzeln. Gerade die Senioren der Stadt geben der Geschichte ihre eigene Würze. Man muss den ersten Band nicht unbedingt kennen, es erhöht aber den Lesegenuss wenn man die vorherigen Geschehnisse und die Personen kennt.

Insgesamt eine schöne Reihe mit liebenswerten Charakteren die einige Stunden Lesefreude verspricht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63

Rezensionen von nil_liest:

Schein und Sein in Südfrankreich

Tahara von Emanuel Bergmann

Wer, wenn nicht jemand der 20 Jahre lang Filmkorrespondent eines Filmmagazins war, kann so authentisch das Flair von Cannes hinter den Kulissen einfangen. Dieser verarbeitete Erfahrungsschatz macht dieses Buch so gut. Emanuel Bergmann der uns zuletzt mit dem guten Roman „Der Trick“ beglückt hat, schrieb nun einen neuen tollen Roman: „Tahara“.

Diese kompakte Liebesgeschichte mit 275 Seiten ist in den durchwachten Nächten beim Hütten seiner Zwillinge in den ersten Lebensmonaten entstand ist. Explosiv. Intensiv und ein einziges Abenteuer. Ist es denn überhaupt eine Liebe?
Hier treffen zwei Menschen mit Lebensgepäck aufeinander. Der deutsche Journalist Marcel Klein trifft auf Héloïse, eine Französin, die Deutsch unterrichtete. Beide kommen ins Gespräch, sie hat kürzlich ihren Mann verlassen und er fühlt sich stark von ihr angezogen. Sie reiben sich und arbeiten sich aneinander mehr ab als sich näher kommen. Zunächst einmal. Immer wieder kommen Geheimnisse ans Licht und neue Aspekte brechen das Geglaubte wieder auf. Die beiden verlassen Cannes und eine kurze gemeinsame intensive Zeit beginnt.
Was mir so gut an dieser Geschichte gefällt, ist das es eine erwachsene Liebe ist, Charaktere mit Ecken und Kanten und echtem Leben, nicht Schwarz und Weiß, auch Grauschattierungen sind vorhanden. Und natürlich, ist die imaginierte Sonne Südfrankreichs eine Wohltat.
Ich hab den Roman sehr sehr gerne gelesen und kann ihn allen ans Herz legen, die eine Brise Côte d'azur mögen, den Trubel von Cannes erspüren wollen und vor allem zwei Menschen im einer undefinierten Gemengelage folgen wollen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nil_liest

Rezensionen von knappinger@l-w-k.at:

Geht so!

Trümmertote von Harald Gilbers

Weder sprachlich noch vom Spannungsaufbau noch von den Charakteren überzeugend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von knappinger@l-w-k.at

Rezensionen von Arambol:

weniger spannend als erwartet

Mörderfinder – Stimme der Angst von Arno Strobel


"Ich drücke es mal so aus: Ich denke, einer von uns beiden ist intelligenter als Sie."

Auf einer Beerdigung trifft Max Bischoff eine Frau, die seiner vor fünf Jahren ermordeten großen Liebe Jennifer zum Verwechseln ähnlich sieht. Als er sie anspricht holen ihn die Dämonen aus seiner eigenen Vergangenheit mit aller Wucht ein.

Fallanalytiker Max Bischoff ist wieder da und steckt in "Stimme der Angst" fast augenblicklich bis zum Hals in heftigen Schwierigkeiten.

Im neusten Mörderfinder treffen wir auf viele alte Bekannte: Max' Schwester Kirsten, seine Ex-Polizeikollegen Horst Böhmer und Jana Brosius, sowie auch auf die Kriminalrätin Eslem Keskin. Ebenfalls wieder mit dabei ist der auf sympathische Art und Weise etwas andere Rechtspsychologe und Schriftgutachter Dr. Marvin Wagner, der im aktuellen Mörderfinder eine sehr zentrale Rolle einnimmt.

Der Spannungsbogen ist leider nicht ganz so hoch wie in den vorherigen Serienteilen. Gleichzeitig war mir schon recht früh klar, wer bzw. was hinter den Geschehnissen steckt. Die Erzählung ist klar strukturiert, bietet aber leider keine größeren oder gar überraschenden Wendungen, sie ist durchschaubar und hat mich nicht restlos überzeugen können.
Erstaunlich: wiederholt handelt Max - für meinen Geschmack - ungewohnt und unnötig naiv und bringt sich selbst dadurch in kritische und schwierigste Situationen. Nicht glaubwürdig.

Solide, aber auch vorhersehbar, schreibt Arno Strobel den inzwischen siebten Einsatz von Max Bischoff herunter. Die Geschichte nimmt mehrfach Bezug auf ältere Bände der Serie, die man zum Verständnis nicht zwingend gelesen haben muss; idealerweise sollte man den aktuellen Teil aber erst im Anschluss an die anderen Bände lesen.

Das auffallende Buchcover reiht sich nahtlos in das prägnante Design der vorherigen Bände ein und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit: Die "Stimme der Angst" erreicht nicht ganz das Spannungsniveau der vorherigen Mörderfinder-Bände, hat mich aber bestens unterhalten. Die finalen Ereignisse weisen dann sehr deutlich auf weitere, kommende Serienteile hin.

Ich bleibe dabei, wenn es mit Max weitergeht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Arambol

Rezensionen von miriamB:

Phantomschmerz

Baumgartner von Paul Auster

Paul Auster erzählt in seinem Roman vom Überleben nach Verlusten. Nach Verlusten, die einen Riss in der persönlichen Zeitrechnung darstellen, die das ganze Leben in ein Davor und ein Danach teilen.

S. T. Baumgartner, 71jähriger Phänomenologe, hat vor 9 Jahren seine Frau verloren. Er hat redlich versucht, sein Leben neu zu orientieren, aber so ganz gelingt es nicht.

Wie auch? Manche Verluste können nicht heilen, Erinnerung wird zu Phantomschmerz.
Es sind die zahlreichen gedanklichen Exkursionen in die Vergangenheit, die die Geschichte einer großen Liebe erzählen. In Gedankensprüngen und Erinnerungen werde Vergangenheit und Gegenwart ineinander verknüpft. Dazu kommen noch die literarischen Skizzen der Protagonisten, die dieses berührend ehrliche Bild vervollkommnen.
Ein Roman, in dem sich wieder zahlreiche Hinweise auf Austers Vorbilder finden lassen, aber auch viele Anspielungen auf sein eigenes Werk und sein eigenes Leben, sein Altern, seine Erkrankung.

Es mag schon sein, dass dieses Buch nicht sein bestes ist, aber dieser kurze Text überrascht und fesselt mit Tiefe und literarischer Souveränität. Es ist ein kleines, melancholisches Kunstwerk.
Auch wenn das offene Ende mich ein wenig unzufrieden zurücklässt, so ist mir doch klar, dass es kein anderes Ende geben konnte! Großartig – Paul Auster eben!

Lesenswert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von miriamB

Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:

Ich werde nicht warm mit diesem Buch

Cosima und der Diamantenraub von Laura Noakes

Ich habe "Cosima und der Diamantenraub" nach 50 Seiten abgebrochen, weil ich weder mit den Protagonistinnen warm werde, noch in die Geschichte hineinkippe.

Die Buchidee mit den Mädchen, die Beeinträchtigungen haben, und gemeinsam Abenteuer erleben, fand ich ganz großartig, vor allem, weil ich mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Inklusion arbeite und daher immer wieder auf der Suche nach Außergewöhnlichen Helden und Heldinnen bin, die als Identifikationsfiguren dienen können.

In diesem Buch jedoch sind die Erwachsenen sehr plump und stereotyp dargestellt, und auch handlungsmäßig weiß ich nicht genau, wohin es gehen wird, auch wenn der Titel da viel vorweg nimmt. Ganz besonders mit Cosima, der "Nummer 1" als ersten Bewohnerin und Anstifterin der meisten Regelübertretungen kann ich mich gar nicht anfreunden.

Danke trotzdem an den Verlag für ein digitales Rezensionsexemplar.

Fazit: Falls man sich nicht sicher ist, ob man das Buch lesen möchte, lieber in der Leseprobe überprüfen, ob man mit dem Schreibstil warm wird. Ich habe mich mehrmals zum Weiterlesen aufgerafft und dann doch wieder aufgegeben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gelesengelauschtgemacht

Rezensionen von Sheilo:

Tolle Geschenkidee ab zwei Jahren

Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Auf dem Land von Susanne Gernhäuser

Auf dem Land gibt es eine Menge zu entdecken und dieses tolle Wimmelbuch zeigt es den Kindern. Durch das große Format des Buches gibt es die Möglichkeit, sehr viele kleine und liebevolle Details auf den jeweiligen Doppelseiten mit ihren kindgerechten Zeichnungen zu entdecken. Wie es für Wimmelbücher typisch ist, gibt es jeweils einen kurzen Text zu den Seiten sowie einige ausgewählte Dinge, die auf den Bildern zu finden sind.

Dabei können sich die Kinder in diesem Buch auf die beliebten Klappen freuen, hinter denen es immer etwas interessantes zu entdecken gibt.
Die Themen im Buch sind sehr vielfältig, ein klassischer Bauernhof, ein Badesee oder ein Waldkindergarten sind nur einige Beispiele. Die Jahreszeiten auf den Grafiken variieren dabei auf den verschiedenen Doppelseiten.
Ich habe das Buch zum zweiten Geburtstag verschenkt und es ist auf große Freude gestoßen. Daher kann ich es gerade als Geschenkidee oder auch für die eigenen Kinder sehr empfehlen, da die Kinder so auf spielerische Weise viele neue Wörter lernen können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sheilo

Rezensionen von Petra:

Rückkehr

Krummes Holz von Julja Linhof

Jirka, der inzwischen 19 Jahre alt ist, kommt nach fünf Jahren, in denen er in einem Internat gelebt hat, das erste mal zurück auf den elterlichen Hof. Weshalb er gekommen ist bleibt irgendwie unklar. Denn obwohl die Schwester ihn immer wieder gebeten hat, dass er sie im Kampf gegen den dominanten Vater unterstützt, blieb er im Internat.

Er trifft auf einen heruntergewirtschafteten Hof. Die Großmutter ist dement, der Vater nicht da und die Schwester hüllt sich in Schweigen.
Jirka hat mit seinen ungelösten Konflikten zu kämpfen, die dem Leser nach und nach erst klar werden.
Ich hatte teilweise Mühe den Zeitsprüngen zu folgen.
Während die Autorin sehr anschaulich die Landschaft beschrieben hat, gelang es mir nicht zu den einzelnen Protagonisten eine Beziehung aufzubauen.
Obwohl ich es für ein sehr tiefgründiges Buch halte, gibt es wenig Handlung und teilweise recht absurde Szenen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra