Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Chrrrp
Ein Vogel namens Schopenhauer von Tom Diesbrock
Das Buch ist in Italien angesiedelt und erzählt von der Freundschaft zwischen einem Mann und einen Vogel. Einer der seltenen Waldrapp ist bei dem Rentner Matteo im Garten gelandet, da er einen verletzten Flügel hat.
Matteo, ein Philosoph, freut sich über den Besuch, beschließt dann den Vogel nach Bayern in Deutschland zu bringen.
Denn dort gibt es das Projekt, die fast schon ausgestorbenen Waldrappe wieder anzusiedeln.
Diese Fahrt hat Matteo mit dem Fahrrad geplant und es sind hunderte von Kilometern. Eine lange Reise, mit einigen Begegnungen, und auch Erinnerungen. Zwischendurch telefoniert er immer wieder mit seiner sympathischen Nachbarin Leyla. Auch dadurch lernt man als Leser Matteo besser kennen.
Das Buch wird umworben als Buch für Leser von Carsten Henn und Fredrick Backman und das ist gar nicht so falsch.
Matteo ist einem Mann namens Ove nicht unähnlich und der Schreibstil ist so zugänglich wie der von Henn.
Ein Vogel namens Schopenhauer ist ein harmonisches Lesevergnügen. Zwar harmlos, aber empfehlenswert für unbeschwerliche Lesestunden.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Glück in Bad Ischl von Christine Grän; Hannelore Mezei
Chefinspektor Martin Glück flüchtet vor dem Glück, seiner Jugendliebe Rosemarie bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen zu müssen. Für beide ist es die zweite Ehe und dennoch sieht er dieser Wiederholung mit gemischten Gefühlen entgegen. Da kommt ihm der drängende Wunsch seiner alten Kärntner Freundin Romana, nach Bad Ischl zu reisen, um sich der Drohbriefe, die Mike Hansen, ihr Ex-Lover erhält, der nun mit einer reichen Erbin verheiratet ist und in Ischl ein Hotel führt, anzunehmen, gerade recht.
Martin Glück findet die Ausrede elegant, ja beinahe grenzgenial, und überlässt das Feld der Hochzeitsvorbereitungen seiner Braut und seiner Mutter.
Nach einer nicht ganz unkomplizierten Fahrt in einem E-Auto in Bad Ischl angekommen, geht er es einmal ruhig an und hängt seinen eigenen Gedanken nach, genießt den berühmten Zauner-Stollen in der gleichnamigen Konditorei. Wenig später gibt es die erste Leiche. Mozart liegt tot im Garten. Glück stochert zunächst inkognito ein wenig herum und hört sich bei Petra, Elisabeths Freundin um.
Das Hotelier-Ehepaar hat mit dem üblichen Sisi-und-Franzl-Gedöns, pardon mit der k.und k.Tradition, wenig am Hut und daher ein Stress mit den Obmännern der Traditionsvereine. Und dass Mike die „Metallica“ für ein Konzert als modernen Beitrag für das Jahr der Kulturhauptstadt vorschlägt, sorgt für Aufruhr. Dass Mike kein Guter ist, erfahren die Leser vor Martin Glück, der allerdings deutlich sieht, wie es sein kann, wenn die Ehefrau vermögend und der Ehemann ein armer Schlucker ist. Ob ihm mit Rosie ähnliches blüht?
Noch während er noch über den Sinn der Ehe nachdenkt, trifft die Nachricht ein, dass Elisabeth Hansen bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist.
Jedenfalls hört Martin Glück genau hin, als die vor kurzem in Ischl angekommene Romana über Mikes Kindheit und ihre gemeinsame Vergangenheit erzählt. Als sich herausstellt, dass die Bremsen von Mikes Auto manipuliert worden sind und daher ein Mord vorliegt, ersucht die örtliche Polizei Martin, sie zu unterstützen, zumal gerade ein tödlicher Bergunfall gemeldet wird. Doch, dass Martin ermitteln soll, stößt nicht unbedingt auf Gegenliebe bei den Ischlern:
„Ich mag keine Wiener. Ich mag keine Polizisten. Und Wiener Polizisten mag ich schon gar nicht.“
Sollte wirklich Elisabeth sterben, oder hat der Anschlag eher Mike gegolten? Immerhin wird er ein paar Tage später am Golfplatz von einer Drohen attackiert. Aber, ist es wirklich so einfach?
Meine Meinung:
Dieser siebente Krimi mit Chefinspektor Martin Glück wirkt ein wenig nachdenklich, fast schon melancholisch auf mich. Es ist keine Kleinigkeit, Ehemann einer steinreichen Witwe nach einem russischen Oligarchen zu werden. Prinzgemahl sozusagen, ein ähnliches Schicksal wie Prinz Philipp, der immer zwei Schritte hinter seiner Lilibeth, pardon Queen Elizabeth, hinterher dackeln musste. Seinen Beruf müsste er auch aufgeben, will er das? Kein leichte Entscheidung, doch die ist nun wieder einmal ein bisschen hinausgeschoben.
Mir gefallen die leisen Töne, die das Autorinnen-Duo anschlägt, dennoch ist auch dieser Krimi spannend. Das komplizierte Geflecht der Beziehungen in einer Kleinstadt, in der man sich ständig über den Weg läuft, mitunter verwandt, verschwägert oder sonst irgendwie verbandelt ist, bietet eine interessante Kulisse.
Wie wir es von den Autorinnen schon kennen, sind einfache Auflösungen ihre Sache nicht. Und so kommt es doch anders, als vermutet.
Fazit:
Auch der siebente Krimi mit Chefinspektor Martin Glück hat mir gut gefallen, weshalb er 5 Sterne von mir erhält.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Kein Urlaub für KHK Pia Korittki
Ostseefinsternis von Eva Almstädt
In diesem, ihren 19. Fall will Pia Korittki nichts anderes, als gemeinsam mit ihrem Sohn Felix und Lebenspartner Marten die Ferien an der Ostsee verbringen. Wieder einmal wird nichts draus, denn auf Grund der Personalnot muss Pia in den Nachbarort, an dem sich ein unklarer Todesfall ereignet hat, Nachschau halten.
Der geneigte Leser weiß, was nun folgen wird: Statt mit ihren Männern die Ostsee zu genießen, muss Korittki ermitteln, denn es stellt sich heraus, dass der Tote, Benno Hagendorf, vergiftet worden ist. Sofort werden von den Dorfbewohnern die Mitglieder der Familie Böttcher als mögliche Täter präsentiert, liegen doch erstens die Familien Hagendorf und Böttcher seit Generationen im Clinch und andererseits wurde Stella Böttcher erst vor kurzem überfallen. Pikanterweise haben Benno und Stella eine Liebschaft, was von keiner der Familien gut geheißen wird, zumal Benno verheiratet ist.
Gemeinsam mit ihrem alten Kollegen Broders versucht Pia Korittki die Wahrheit herauszufinden. Doch nach jeder Vernehmung scheint die Anzahl der Verdächtigen zuzunehmen.
Als sich dann noch herausstellt, dass Felix gemeinsam mit den Töchtern eines verdächtigen Paars einen Schwimmkurs besucht, bekommt ihre latente Angst um Felix wieder neue Nahrung. Natürlich hängt auch der Haussegen ein wenig schief.
Meine Meinung:
Dieser Krimi schließt ziemlich nahtlos an den Vorgänger („Ostseenebel-18“) an. Pia und Marten probieren das Zusammenleben, zumal jetzt endgültig klar ist, dass Felix ihr gemeinsamer Sohn ist. Das weiß er allerdings noch nicht. Diese Ferienwoche soll so etwas wie ein „Beschnuppern“ im Alltag sein. Pia macht sich natürlich große Sorgen, doch die sind, wie man sehen wird, unbegründet.
Und Pia ist nicht die einzige, die private Probleme wälzt, auch ihr alter Kollege Broders, der mit einem Mann zusammenlebt, hat so seine Sorgen, wenn auch der anderen Art.
Der mühsame Alltag der Ermittler wird recht authentisch geschildert. Nicht wilde Verfolgungsjagden prägen die Arbeit, sondern mühevolle Kleinarbeit mit schweigsamen, lügenden oder auch aggressiv auftretenden Familienmitgliedern, ist eher die Regel.
Erst recht spät wird der Grund der Familienfehde enthüllt, der wieder beweist, dass der gefährlichste Ort für Mädchen und jungen Frauen die eigene Familie ist.
Eva Almstädt legt wieder zahlreiche Spuren, die vielfach in Sackgassen münden. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und locker, leicht zu lesen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 19. Fall für Pia Korittki 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine berühmte Meuterei im historischen Kontext, abseits von Hollywood
Meuterei im Paradies von Simon Füchtenschnieder
Wer „Bounty“ sagt und nicht den gleichnamigen Schokoriegel meint, denkt unwillkürlich an den Hollywoodfilm aus 1962 mit Marlon Brando als Fletcher Christian, jenen charismatischen Anführer jener Besatzungsmitglieder, die sich gegen den Leute schindenden Kapitän William Bligh, auflehnten. Doch was als Stoff für Hollywood und andere Verfilmungen gedient hat und noch immer dient, entspricht nicht immer den Tatsachen.
Die Meuterei, wie sie in Filmen und Romanen beschrieben worden ist, hat es so nicht gegeben. Simon Fürchtenschnieder rekonstruiert an Hand von Briefen, Log- und Tagebüchern sowie den Akten aus dem Prozess um Kapitän William Bligh die Geschichte, die hinter den Abenteuerromanen steckt.
Der Autor schildert die Reise der Bounty, die Meuterei und das Schicksal der Besatzungsmitglieder sowie jenes von Kapitän Bligh und den anderen achtzehn, die in einem kleinen Beiboot ausgesetzt werden.
Und genau hier setzt das Buch ein: William Bligh, der Seekarten und andere wichtige Unterlagen sowie wenigen nautischen Instrumente und Waffen, ausgestattet ist, gelingt das Husarenstück nach 3.618 Seemeilen (rund 6.700 km) und 28 Tagen, am 14. Juni 1789, in Osttimor anzulegen. Nicht alle Gefährten haben überlebt. Bereits 1791 macht Blight sich auf, den eigentlichen Auftrag der „Bounty“, nämlich Brotfruchtbäume von Tahiti auf die Westindischen Inseln zu bringen, zu erfüllen. Diese Bäume sollen die Sklaven in den Zuckerrohrplantagen billig ernähren.
Genau einen Monat nach Blighs Ankunft in Osttimor, also am 14. Juli wird in in Paris die Bastille von der hungernden Bevölkerung gestürmt: Startschuss für eine Revolution, die nicht nur König und Königin die Köpfe kostet, sondern einen mehr als 25-jährigen Krieg entfesselt, der erst 1815 beendet werden kann.
Der Autor geht der Frage nach, ob zwischen der Meuterei und der Revolution ein Zusammenhang stehen könnte. Hier wie dort werden durch eine kleine Gruppe streng hierarchische (Macht)Strukturen ausgehebelt.
Anhand von weiteren Beispielen erzählt Simon Fürchtenschnieder, dass Meutereien auf Schiffen keine Seltenheit waren. Er beleuchtet die Rolle der Royal Navy bei wissenschaftlichen Expeditionen, die auch gleichzeitig bislang unbekannte Territorien für die Krone in Besitz nahm, sowie deren Interesse an Stützpunkten, die sowohl Handels- als auch militärischen Interessen dienten.
Wir erfahren einiges über die Betriebsformen von Zuckerrohrplantagen, das Leben der Sklaven sowie die Handelsschifffahrt. Simon Fürchtenschnieder ist Anglist und Geschichtswissenschaftler, der sich ganz der britischen Seefahrtsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts verschrieben hat. In diesem Buch kann er aus dem Vollen schöpfen.
Jede These ist wissenschaftlich fundiert dargelegt, was auch die mehr als 150 Seiten von Quellen, weiterführender Literatur sowie zahlreichen Abbildungen belegen.
Sprachlich ist das dann nicht ganz so perfekt. Immer wieder gibt es Redundanzen. Allerdings ist das Buch im Gegensatz zu anderen Bücher über die „Meuterei auf der Bounty“ kein Abenteuerroman.
Ach ja, Kapitän Bligh ist in einem Prozess vor dem Seegericht übrigens vom Vorwurf der Leuteschinderei frei gesprochen worden. Ohne Disziplin und Hierarchie kann der Alltag an Bord nicht funktionieren.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem informationsreichen Buch, das einen interessanten Einblick in eine spannende Epoche bietet, 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Die Kriminalistinnen. Acht Schüsse im Schnee von Mathias Berg
Man schreibt den März im Jahre 1970. Die sechs Aspirantinnen für den Kriminaldienst durchlaufen die verschiedenen Abteilungen. Nach wie vor werden sie als „Experiment“ geführt und manche der Vorgesetzten sehen mit skeptischen Blicken auf die jungen Damen, die aus unterschiedlichen Gründen bei der Polizei angeheuert haben.
Die Bewährungsprobe ist dann der Mord an Millionär Theo Ellerbeck, der vor seiner Villa mit acht Schüssen getötet wird. Lucia Specht, derzeit gerade der Sitte zugeteilt, wird in das Mordermittlerteam eingebunden, da sie am Tag zuvor Ellerbecks minderjährige Tochter Michaela bei einer Razzia in einer Disco mit einem gefälschten Ausweis aufgegriffen hat. Das Mädchen will nur mit Lucia sprechen. Michaela gibt an, den Mord vom Küchenfenster gesehen haben zu wollen.
Die Ermittlungen laufen im Düsseldorfer Polizeipräsidium auf Hochtouren, war doch Ellerbeck ein Mann mit großen Einfluss. Feinde, so sagen die Menschen in seinem Umfeld, hatte er keine. Warum also, wurde er dann regelrecht hingerichtet? Wer profitiert von seinem Tod? Je tiefer Lucia Specht und ihre KollegInnen in den Fall eindringen, desto mehr Widersprüche kommen zum Vorschein.
Meine Meinung:
Dieser zweite Krimi rund um die sechs ersten weiblichen Kriminalbeamten für die Bereiche Gewaltverbrechen in Deutschland ist an ein wahres Verbrechen angelehnt. Bisher werden Polizistinnen eher für Recherchearbeit oder bei der Sitte oder zur Unterstützung der Fürsorge eingesetzt.
Ich kenne den ersten Fall „Der Tod des Blumenmädchens“ leider nicht und habe den schon bestellt. Es gibt zwar einige Rückblenden, was die Herkunft und die Motivation der jungen Frauen in den Kriminaldienst einzutreten betrifft. Im vorliegenden Fall ist Lucia Specht quasi die Hauptperson. Sie will den mysteriösen Tod ihre Mutter aufklären und nützt dafür den Polizeiapparat.
Mir hat dieser zweite Krimi aus dieser Reihe, die hoffentlich noch einige Fortsetzungen haben wird, sehr gut gefallen, vor allem auch deswegen, weil er uns die Zeit von 1970 näherbringt. Ehefrauen dürfen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Ehemanns arbeiten, was bei Petra, die mit einem Staatsanwalt verheiratet ist und von einem Team, das gemeinsam Verbrecher jagt träumt, mit häuslicher Gewalt endet.
Andererseits sind die Frauen ständig sexuellen Belästigungen durch Kollegen und Vorgesetzte ausgesetzt. Das Abweisen von Avancen mündet häufig in Versetzung in das sprichwörtliche „Besenkammerl“ und schlechter Beurteilung. Wie sich die Frauen gegen diese Übergriffe wehren, ist unterschiedlich. Lilly nimmt seit einiger Zeit an einem Boxtraining teil, während Lucia es bislang geschafft hat, ihre Widersacher verbal niederzuringen.
Daneben sind noch zahlreiche Kollegen wie Müller, die schon während der NS-Zeit bei der Polizei waren und ihre Ansichten über Frauen und Homosexuelle nicht geändert haben. Einige der Männer fühlen sich quasi kastriert, wenn nun auch weibliche Kriminalbeamte Waffen tragen dürfen. Also eine Gemengelage, die es in sich hat.
Die Charaktere sind sorgfältig und ziemlich authentisch dargestellt. Die Frauen zeichnen sich durch den Zusammenhalt in ihrer Gruppe aus und stellen Fragen, die Männer so nicht in den Sinn gekommen wären. Das liest sich dann so:
»Ich habe da einen Gedanken«, sagte sie laut, »hört mal bitte zu.«
Menden blieb stehen. Wir sahen Mieze aufmerksam an.
»In meiner Zeit bei der Vermisstenabteilung habe ich eines gelernt: Wenn Menschen freiwillig verschwinden, ist es so, dass sie sich an Orten aufhalten, an denen sie sich sicher fühlen. Orte, die anonym sind oder die sie aus ihrer Vergangenheit kennen, die positiv belegt sind für sie oder einen Sehnsuchtsort darstellen. Ich dachte mir gerade: Was ist, wenn es bei Michaela anders ist? Wenn für sie der beste Ort, um sich zu verstecken, der wäre, an dem sie niemand vermutet? Ein Ort, den sie selbst furchtbar findet. Denn dort würden wir nicht suchen.«
Mieze sah uns erwartungsvoll an. Menden drehte sich langsam um die eigene Achse. Er straffte die Schultern und sah zu Lenzian.
»Warum kommst du nicht auf solche Ideen?«, sagte er zu ihm.
Der Kriminal Theo Ellerbeck ist komplex und führt sowohl Ermittler als auch uns Leser in so manche Sackgasse. Die Auflösung ist für mich nicht ganz überraschend, aber schlüssig.
Der Cliffhanger auf den letzten Seiten ist echt fies!
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der uns in das Jahr 1970 und in die Anfänge der weiblichen Kriminalpolizei zurückführt, 5 Sterne.
Rezensionen von Claudia R:
humorvoll
Mascha das Betrügerhuhn - Der verrückte Eierklau von Julia Bierkandt
Klappentext / Inhalt:
Ein tierisch lustiges Bauernhofabenteuer mit einem cleveren Huhn, das seine Eier gerne selbst behalten möchte.
Was für eine Schummel-Ei!
Mascha ist ein Huhn und lebt auf einem kleinen Bauernhof. Schön ruhig ist es dort, es riecht gut und alle sind freundlich zueinander. Doch eines Tages traut Mascha ihren Augen kaum: Voller Stolz hat sie ihr allererstes EI gelegt - es ist glatt und rund und einfach wunderbar -, da kommt die Bäuerin vorbei und mopst es sich.
WAS FÜR EINE FRECHHEIT! Das wird ihr kein zweites Mal passieren, beschließt Mascha. Und so grübelt sie, tüftelt und näht - bis der perfekte Plan steht. Mal sehen, wer hier wem die Eier klaut!
Cover:
Das Cover zeigt ein Huhn an einem Seil, welches versucht sein Ei zu retten. Das Cover ist toll und lustig gestaltet und zudem sehr großflächig und farbenfroh umgesetzt. Es erzeigt bereits Spannung und ist toll umgesetzt.
Meinung:
Eine wundervolle und lustige Kindergeschichte. Mascha hat endlich ihr erstes Ei gelegt, aber schwups ist es weg. Aber nicht mit Mascha, denn die möchte ich ihre Eier behalten und lässt sich etwas einfallen.
Ob Mascha es schafft ihre Eier zu behalten und was sie sich deswegen alles einfallen lässt, erfahrt ihr in dieser bunten und humorvollen Geschichte. Zu viel vom Inhalt möchte ich hierzu jedoch noch nicht verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und locker. Viel Wortspielerei und fließt hier mit ein und die Eier Thematik wird sehr toll umgesetzt. Das Text-Bildverhältnis ist stimmig und passt sehr gut zur Altersgruppe. Die kurzen Texte sind verständlich und die großflächigen Bilder geben den Inhalt und das Gelesene sehr gut wieder. Die Bilder sind sehr detailreich und toll umgesetzt. Auf den Bildern kann man viel erleben und zudem sind diese sehr humorvoll und farbenfroh umgesetzt. Die Illustrationen sind wirklich toll und passend ausgewählt.
Die Geschichte selbst ist lustig umgesetzt und am Ende fragt man sich, wer nun wen beklaut hat und das Ende ist sehr versöhnlich und liebevoll umgesetzt.
Die Charaktere sind toll gestaltet und die tierischen Protagonisten machen viel Freude. Die Gestaltung ist passend und toll gelungen. Ein wundervolles Kinderbuch, welches für richtig gute Unterhaltung sorgt.
Fazit:
Humorvolles Kinderbuch, mit tollen Illustrationen und tierischen Protagonisten, die für eine Menge Unterhaltung sorgen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Western einmal anders
Letztes Gefecht am Saber River von Elmore Leonard
Bei uns flimmern in (un)regelmäßigen Abständen diverse Western (oder was man seinerzeit in der Cinecittà dafür gehalten hat) über die Mattscheibe. Ob „40 Wagen westwärts“, „High Noon“, „Die glorreichen Sieben“ und natürlich die Italo-Western aus meiner Jugend wie „Django“ oder die Dollar-Trilogie und den Klassiker aller Spaghetti-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“, (die wenigen Dialoge können mein Mann und ich problemlos mitsprechen).
Literatur, die das Western-Genre bedient, ist mir schon länger nicht untergekommen, weshalb ich bei diesem Buch neugierig zugegriffen habe.
Den historischen Hintergrund zu diesem Western bietet der Amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) oder auch Sezessionskrieg genannt, in dem sich die Nordstaaten (Unionsstaaten) und die Konföderierten (Südstaaten) in einem erbittert geführten Wirtschaftskrieg gegenüber stehen.
Paul Cable war für die Konföderierten in den amerikanischen Bürgerkrieg gezogen. In Tennessee hatte er sich dem 8. Texas-Kavallerie-Regiment angeschlossen, das unter dem Befehl von General Nathan Bedford Forrest stand. Als Cable im November 1864 mit seinen Kameraden den Duck River überquerte, um die Unionskavallerie zurückzudrängen, wurde er schwer verwundet. Von da an war der Krieg für ihn vorbei, obwohl im Osten des Landes noch gekämpft wurde. Er kehrt mit seiner Familie nach Arizona zurück, um sein altes Leben wieder aufzunehmen. Aber in Arizona haben sich die Dinge geändert. Vor dem Gesetz gilt Cable als Rebell, und zwei Brüder, beide Anhänger der Union (Auszug aus dem Klappentext).
Gleich auf Seite 9, musste ich herzlich lachen. Der Konföderiertenveteran Paul Cable, er ist mit Frau und drei Kindern auf dem Weg zu seinem Zuhause am Saber River, trifft auf Janroe, der sich in Denamans Laden, dem Geschäft von Pauls Nachbarn breit gemacht hat, und dessen Beschreibung wie folgt lautet:
„Er war groß, kräftig gebaut, aber schlank, mit schwarzem Haar und einem Schnurrbart. Vielleicht Ende dreißig. Sein linker Arm fehlte zwischen Schulter und Ellbogen.
Mein Kopfkino ist sofort angesprungen. Wie ist der arme Mann seines Oberarms verlustig gegangen? Hängt der Unterarm samt Hand, wie bei einen Cyborg an Drähten dran? Oder kann hier bei der Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch ein Hoppala passiert sein?
Und Janroe ist nicht der einzige, der sich eine Ranch unter den Nagel gerissen hat. In Paul Cables Haus hockt eine Gruppe Unions-Soldaten, deren Anführer Vern und Duane Digston behaupten, das Gesetz (des Stärkeren?) auf ihrer Seite zu haben, denn Rebelleneigentum sei von der Union beschlagnahmt. Sich vom eigenen Grund und Boden vertreiben zu lassen, ist für das Ehepaar Cable jedoch keine Option.
Meine Meinung:
Der Western entwickelt auf den 256 Seiten eine fesselnde Eigendynamik, denn es gibt neben dem Kampf um die Ranch weitere Interessen. Da ist vor allem der undurchsichtige Janroe, der einen Händler gibt, Luz Acaso, die eingeschüchtert bei ihm lebt sowie Lorraine Digston, die intrigante Tochter von Duane Digston.
Die Lage spitzt sich zu. Jederzeit muss mit einem Hinterhalt oder einem offenen Schusswechsel gerechnet werden. Auf dem Höhepunkt der Geschichte ereilt die Kontrahenten die Nachricht, der Bürgerkrieg ist beendet. Das dreht die Geschichte in eine unerwartete Richtung. Denn nun sehen sich zwei ehemalige Gegner gemeinsam einem Dritten gegenüber.
Die Charaktere sind - für einen Western aus dem Jahr 1959 - recht interessant und differenziert gestaltet. Da haben wir zunächst Paul Cable, der für seine Überzeugung in der Südstaatenarmee kämpft und mehrmals verwundet wird, bevor er entlassen wird. Er ist ein treusorgender, liebender Ehemann und Vater. Bemerkenswert, dass er sich Menschlichkeit und Gerechtigkeitssinn in diesem Krieg bewahrt hat. Seine Ehefrau Martha ist stark, emanzipiert, selbstsicher und auf Augenhöhe mit Paul. Sie würde für Mann und Kinder alles, wirklich alles tun.
Janroe ist, wie wir im Laufe der Geschichte lesen werden, ein Fanatiker und Intrigant.
Eine für mich komplexe Figur ist Vern Digston. Ein geborener Anführer, der seine Ziele erbarmungslos verfolgt, aber dem ebenbürtigen Paul Cable seinen Respekt zollt, obwohl sie während des Sezessionskrieges auf unterschiedlichen Seiten standen.
Ziemlich unüblich für einen Western dieser Schreibepoche, dürfen die drei Frauen Martha, Lorraine und Luz andere Rollen spielen, als die der braven Hausfrau oder der Prostituierten. Hat mir gut gefallen.
Fazit:
Eine Geschichte aus der Vergangenheit der USA, die sie so oder so ähnlich zugetragen haben könnte. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von robertp:
Blau wie das Meer
Der blaue Salamander von Luca Ventura
Blauer Salamander:
1. Lucertola Azzurra (blaue Eidechse): weist eine blaue Pigmentierung der Schuppen aus und ist nur in Capri (Italien) beheimatet.
2. Eine Handtasche deren Existenz nur einmalig bekannt ist (Eignerin Sofia Loren), wurde aber ursprünglich für Giorgio De Lulla exklusiv angefertigt, der sie seiner Frau schenkte daher gibt es zwei Exemplare.
Der Autor Luca Ventura (Pseudonym) hat eine Serie von Büchern über die Polizsten der Insel Capri geschrieben und nimmt die Geschichte des blauen Salamanders als Basis seines neuesten Romans.
Die bekannten Modistin Rosalinda Fervidi wird im Beichtstuhl der Kirche von Capri erdrosselt aufgefunden. Als mutmaßlicher Täter wird der Straßenkehrer Salvatore von den ermittelnden Beamten aufs Festland überführt. Der einheimische Polizist Enrico Rizzi ist jedoch von seiner Unschuld überzeugt und nimmt die Suche nach dem Täter auf der Insel auf. Gemeinsam mit seiner Kollegin Antonia Cirillo verfolgen die „Agenti“ verschiedene Spuren und stoßen so auch auf das Geheimnis der blauen Salamander Handtasche.
In diesem Fall wird die Zusammenarbeit des Duos stark belastet. Cirillo empfindet die bestimmende Art ihres Kollegen, der die Unschuld des Straßenkehrers als gegeben ansieht, als unprofessionell. Sie selbst möchte nach allen Seiten korrekt ermitteln (wurde sie doch nach Capri zwangsversetzt) um möglichst rasch wieder aufs Festland zu ihrem Sohn zurückzukommen.
Lustiges Detail – scheinbar gibt es nur einen Straßenkerhrer auf Capri, denn als dieser verhaftet wird steigt das Müllaufkommen der Touristen sichtbar und man befürchtet neapolitanische Verhältnisse.
Ich habe keinen der vier vorangegangenen Romane gelesen, konnte mich aber rasch in die italienische Mentalität einlesen. Die Agenti sind mir schnell vertraut geworden und ihre Probleme waren für mich nachvollziehbar und im Kontext des Romans verankert.
Jetzt im Nachhinein erinnert mich der Roman an die Geschichten von „Bruno Chef de police“ von Martin Walker. Auch hier ermittelt ein Polizist inmitten seiner Freunde, kocht mit ihnen, streitet und verträgt sich wieder.
Also für alle die Italien und Vespa fahren lieben, sowie bei einem Krimi auf Blut verzichten können.
Rezensionen von brauneye29:
Mega spannend
Die Dämmerung,2 Audio-CD, 2 MP3 von Marc Raabe
Zum Inhalt:
Als eine bizarr arrangierte Leiche, halb Mensch, halb Tier, gefunden wird, steht schnell die rebellische Tochter Leo unter Verdacht. Die Tote ist eine bekannte Wohltäterin, die für einen Preis nominiert war. Als eine weitere Frau, die ebenfalls nominiert war, tot aufgefunden wird, deutet bei dieser Toten nichts auf Leo.
Oder doch? Und was hat es mit der seltsamen Aufzeichnung auf Kassette auf sich?
Meine Meinung:
Das war mal wieder ein Thriller vom Feinsten, das hat der Autor auf jeden Fall drauf. Man wird in die Irre geführt, neue Beweise tauchen auf. Eine neue Tote, die keinerlei Verbindung zur möglichen Täterin hat oder doch? Man weiß es nicht. Zum Ende in spitzt sich alles nochmal richtig zu und es wird mega spannend. Ich hatte die Chance sowohl Hörbuch als auch Buch zu genießen und das war klasse, denn beim zweiten Mal, nimmt man das ein oder andere anders war. Ganz klare Leseempfehlung.
Fazit:
Mega spannend
Rezensionen von chabli:
Berührend
Yours Truly von Abby Jimenez
Yours Truly ist ein Liebesroman aus dem Jahr 2024 von Abby Jimenez. Jacob kommt als neuer Notfallmediziner in das Krankenhaus, in dem Briana arbeitet. Sie fühlt sich hintergangen, weil sie Angst hat, dass der Job als Nachfolgerin des Chefarztes nun möglicherweise an ihn gehen könnte. Aus diesem Grund will sie nichts mit ihm zu tun haben und nennt ihn still und heimlich „Dr.
Death“. Nach einigen Wendungen kommen die beiden jedoch nähern die beiden sich jedoch an (sehr langsam, da Jacob unter Zwangsstörungen leidet) und merken, dass sie einerseits eine tolle Freundschaft und vielleicht sogar mehr teilen können.
Das Buch hat mir außerordentlich gut gefallen. Es ist eine leichte Lektüre, die man unbedingt weiterlesen möchte. Die Charaktere haben sehr viel Tiefe (was unter anderem mit Krankheiten und psychischen Störungen zusammenhängt) und man kann sich bereits nach wenigen Seiten komplett in die Story fallen lassen. Auch der Schreitstil ist sehr flüssig und wirklich angenehm zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass mir im Laufe des Buches die Arbeit in der Klinik ein wenig zu kurz kommt. Als eingefleischter Greys Anatomy-Fan hatte ich mir da ein wenig mehr erhofft. Auch bin ich nicht immer mit den Entscheidungen, die getroffen werden, einverstanden und hatte mehr als einmal das Bedürfnis, die beiden mit dem Kopf zusammenzuhauen, damit sie endlich klar sehen und mit ihren Grübeleien aufhören.
Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, was schöne Lesestunden bietet. Es ist alles darin, was man sich von einem guten Liebesroman wünscht: Witz, Romantik, Leichtigkeit, Konflikte und noch vieles mehr. Ich gebe eine klare Leseempfehlung











