Kunden em pfehlungen
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Philosophisch komplexer und literarisch ansprechender Pageturner
Das andere Tal von Scott Alexander Howard
Wie findest du Romane übers Zeitreisen?
Ich liebe solche Geschichten und „Das andere Tal“ war für mich ein absolutes Highlight dieses Genres!
Aber bevor jetzt Missverständnisse aufkommen: ich rede hier natürlich nicht von Sci-Fi Ware von der Stange, wie es beim Diogenes Verlag wohl auch kaum zu erwarten wäre.
Nein, wenn ich von einem Highlight des Zeitreise-Genres spreche meine ich hier literarische, philosophische und spannende Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau.
Ich bin schlichtweg begeistert.
Howards Idee ist nicht ganz neu, er verbindet örtliches Reisen mit zeitlichem Reisen. Seine Figuren leben in einem abschlossenen Tal und wenn sie Richtung Osten ins nächste Tal reisen, gelangen sie 20 Jahre in die Zukunft und in Richtung Westen gelangen sie ins gleiche Tal, aber um 20 Jahre zurück in die Vergangenheit.
Damit potentielle Reisende nicht permanent Zeitreise-Paradoxien auslösen, sind die Talübergänge strengstens überwacht und die Reisen in die benachbarte Täler strengstens reglementiert. Nur in seltenen Ausnahmefällen, wenn jemand eine mittlerweile verstorbene Person in der Vergangenheit noch ein letztes Mal sehen will, genehmigt ein Kremium, das Conseil, den Antrag für einen Besuch.
Aber auch dann sind diese Besuche strengstens überwacht um eine Veränderung der Vergangenheit oder gar Begegnungen mit der jüngeren Version von bekannten Personen zu vermeiden.
Ein Platz im Conseil ist die höchste Würde im Tal und nur den moralisch einwandfreisten und geschultesten Personen zugänglich.
Um einen solchen Platz bewirbt sich die 16-jährige Odile, auf Drängen ihrer Mutter hin, die sich eine solche Karriere für ihre Tochter wünscht.
Odile ist von diesem Ehrgeiz überfordert, sie verbringt viel lieber Zeit mit Freund*innen. Nach einer Weile findet sie allerdings Gefallen an den Beispielfällen und den Lektionen des Kurses und sie stürzt sich großer Ernsthaftigkeit in die Vorbereitungen für das Auswahlverfahren…
Die Komplexität und Stimmigkeit, mit der Howard sowohl die Atmosphäre des Tal und seines streng reglementierten Lebens schildert, als auch die psychologische Ausarbeitung seiner Figuren und ihrer Beziehungen, ist wirklich bemerkenswert.
Ich kann die fortschreitenden Desillusionierung und Abwendung vom System eines Mädchens und später einer Frau verfolgen. Ich kann ihre Persönlichkeitsentwicklung nachvollziehen.
Über seinen Roman und über das Thema Zeit legt Howard einen melancholischen, manchmal nostalgischen Filter, der mir ausgesprochen gut gefällt.
Freundschaft, Verrat und Schuld sind der Grundtenor seines ungemein spannenden und hoch entwickelten Plots.
Howard gelingt mit seinem Debüt einen ungeheuer spannenden, aber auch philosophisch komplexen und literarisch ansprechenden Pageturner!
„Das andere Tal“ war für mich ein absoluter Volltreffer und ein glänzendes Highlight in meinem doch recht hohen Verschleiß an literarischen Romanen.
Dringende Leseempfehlung!
Rezensionen von Das Echo vom Alpenrand:
Die blaue Legende
Der blaue Salamander von Luca Ventura
Dass nach dem Mord an der Modedesignerin Rosalinda, ausgerechnet der unbedarfte Straßenreiniger Salvatore in den Focus der ermittelnden Kommissare gerät, entbehrt für den Inselpolizisten Rizzi jeglicher Grundlage. Doch die Kollegen aus Neapel sind uneinsichtig und nehmen den in ihren Augen eindeutigen Mörder umgehend in Gewahrsam.
Notgedrungen beschließt Rizzi die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Davon ausgehend, dass der Schlüssel zum Mord beim Opfer selbst liegen muss, beginnt Rizzi die letzten Aktivitäten Rosalindas nachzuvollziehen. Nach und nach setzt sich dabei ein Bild für ihn zusammen, dass am Ende nur noch einen einzigen logischen Schluss zulässt.
FAZUT
Eine gemütliche Story, die sich vorzugsweise um das Privatleben der Protagonisten dreht und mehr von unterhaltsamer Urlaubslektüre, als von einem spannenden Krimi hat.
Rezensionen von Sago:
Unwiderstehlich
School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe von Jennifer Alice Jager
"Nichts ist so unwiderstehlich wie der Kuss einer Nixe," verspricht der Klappentext. Ich behaupte, wenn man originelle Fantasy mit Dark Academia Vibes mag, wird man diesem Buch nur schwer widerstehen können!
Devin wurde von ihrer Granny immer eine diffuse Angst vor Nixen eingeredet. Aber sie wäre nie auf die Idee gekommen, sie selbst könnte eine Nixe sein und gar andere in Gefahr bringen.
Als ihr Schwarm nach einem Kuss mit ihr ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, findet Devin sich unversehens an der verborgenen School of Myth and Magic wieder, wo sie ihre Kräfte in den Griff bekommen soll. Aber Devins Nixenerbe droht tatsächlich dunkler zu sein als das anderer Nixen. Und etwas Unheilvolles scheint ihr an dir Schule gefolgt zu sein...
Die Grundidee mag nicht neu sein, aber die Umsetzung hat mich mitgerissen. Die Schule und all die Wesen, die sie besuchen sind so farbenprächtig und überzeugend geschildert, dass man Bilder vor Augen hat. Devin ist mit ihrer Mischung aus Unsicherheit und Schlagfertigkeit authentisch und sympathisch ersonnen. Und wo hat man schon einmal einen gutherzigen, attraktiven Faun getroffen, der der Untermieter eines Katers ist?
Devins Abenteuer sind so spannend, dass ich keinen Cliffhanger am Ende gebraucht hätte, um mir den zweiten Teil der Dilogiie jetzt schon vorzumerken.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Zwischen Wein, Schokolade und Ballett
Die verlorene Tochter von Soraya Lane
Mich cachte der Klappentext, doch als ich sah, dass es sich dabei um den ersten Band einer achtteiligen Reihe ging, wurde ich skeptisch. Alles hört sich nach einem Dupe der "Die verschwundenen Schwestern" von Lucinda Riley an. Deshalb blieb dieser Band auch lange auf meinem SuB. Dann wagte ich es aber doch, und, ich nehme es voraus, bin mega begeistert von "Die verlorene Tochter".
Soraya Lane baut ihre Tochter-Reihe zwar ähnlich auf, es geht hier aber um Babys, die in London im Hope's House geboren wurden. Das Hope's House, betrieben von Hope Berenson, nahm kurz vor der Geburt stehende Frauen auf und gab den jungen Müttern die Gelegenheit in Ruhe zu entscheiden, was mit ihren neugeborenen Babys passieren soll. Ob die Mütter ihre Töchter behalten, zur Adoption aufgeben, sie können sich auch spontan umentscheiden, alles in sehr liebevoller Atmosphäre. Dies passierte in den 40er Jahren. Hope lernt man in Band 2 ein wenig kennen.
In der Gegenwart werden einige Briefe aus einer Kanzlei verschickt, man solle doch bitte an einem bestimmten Termin zur Kanzlei kommen. Adressatinnen sind sieben junge Frauen, Nachfahrinnen von diesen neugeborenen Babys, die (bis Band 2 jedenfalls) die Grossmütter der Frauen sind.
Wie zum Beispiel Lily hier in diesem ersten Band. Ihre Grossmutter ist vor wenigen Monaten gestorben, deshalb denkt sie erst, die Kanzlei lade sie deswegen ein. Doch es kommt anders und Lily erfährt, dass ihre Grossmutter adoptiert wurde und deren leibliche Mutter, also Lilys unbekannte Urgrossmutter, im Hope House eine kleine Schachtel hinterlassen hatte. Diese und die weiteren Schachteln gefunden hat kürzlich Hope's Nichte Mia Jones und will die Schachteln nun den Erbinnen zukommen lassen.
In der kleinen Schachtel findet Lily ein altes italienisches Rezept und ein ebenso altes Programm der Mailänder Scala. Da Lily eh schon auf dem Weg nach Italien ist, wo sie als assistierende Kellermeisterin einige Monate auf einem Weingut verbringen will, passt das ganz gut und sie kann quasi vor Ort Nachforschungen anstellen, um ihre Neugier zu stillen.
Lilys Mutter ist ein Freigeist und geniesst zur Zeit das Leben mit ihrem neuen Partner. Lilys Vater war Winzer und ist verstorben, als Lily 19 Jahre alt war. Lily hat den Beruf ihres Vaters erlernt und möchte sich nun in Memoriam ihre gemeinsamen Träume erfüllen. Das Weingut, auf dem Lily arbeiten wird, wird von Roberto und Francesca Martinelli betrieben. Beide nehmen sie sofort in der Familie auf und auch mit deren Kindern Vittoria und Antonio versteht sich Lily gut. Der zweite Sohn Mauro ist nur selten vor Ort, aber mit Geschäftsführer Antonio verbringt Lily viel Zeit. Die Liebe zum Wein ist ihre Verbindung, ausserdem hilft er Lily das Geheimnis der Schachtel zu entlocken.
Lilys Urgrossmutter heisst Estée, was Lily erst mit der Zeit erfährt. Ebenso Estées Geschichte. Estée lernt 1937 mit etwa 12-13 Jahren Felix Barbieri kennen - und verliebt sich in ihn. Sie wird von ihrer Mutter bedrängt fürs Ballett alles zu geben und hat praktisch keinerlei Leben ausserhalb ihres Trainings. Felix ist der Spross einer bekannten Bäckerei in Alba, er soll den Betrieb übernehmen und eine bestimmte Frau, Emilie, aus guter Familie heiraten. Estée und Felix mögen zwar beide ihre Berufe, möchten aber entgegen dem Wunsch ihrer Familien ihren eigenen Weg gehen. Während dem Krieg haben sie keinen Kontakt zueinander, danach finden sie sich wieder, mittlerweile erwachsen, aber Felix steht noch immer unter der Fuchtel seiner Eltern.
Die Kapitel wechseln zwischen Lilys und Estées Geschichte. Ich bedauerte es jedesmal, wenn ein neues Kapitel und somit ein Szenenwechsel vorkam, gerne hätte ich die entsprechende Geschichte weiter erlebt. Aber kurz darauf war ich wieder voll drin, so dass ich den erneuten Szenenwechsel wieder bedauerte. Beide Geschichten sind wahnsinnig spannend und gleichermassen interessant, das kommt in diesem Ausmass bei Zeitebenen-Romanen nur selten vor.
Mich hat "Die verlorene Tochter" begeistert und berührt. Es ist eine tragische, aber auch echt tolle Geschichte, die sich Soraya Lane ausdachte.
Der einzige (und sehr kleine) Kritikpunkt hat somit auch nichts mit der stimmigen Handlung oder dem fesselnden Schreibstil zu tun, sondern mit einer Namensgebung: Estée ist ein französischer Name und mich wunderte, dass eine italienische Familie in den 1930er Jahren ihrer Tochter einen französischen Namen gab. Ansonsten ist der Roman uneingeschränkt toll.
Fazit: Eine unglaublich schöne Lovestory und Pageturner durch und durch. Ein Auftakt, der Lust auf die weiteren Bände macht.
5 Punkte.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Melancholische Reise nach Kuba
Die vermisste Tochter von Soraya Lane
Da mir der erste Band total gut gefallen hatte, war ich auf den zweiten Band gespannt. Es gibt ja Autor*innen, die sämtliche Bücher in etwa gleich aufbauen und das war ehrlich gesagt auch hier meine Befürchtung (wie in meiner Rezension zu Band 1 schon geschrieben, hatte ich einige, bis jetzt nicht zutreffende, Vorurteile gegenüber dieser Reihe) - die zum Glück nicht eingetroffen ist.
Man merkte dies bereits zu Beginn, als der Termin bei der Kanzlei ansteht. Auch Claudia erfährt, dass ihre Grossmutter adoptiert wurde. In Claudias Schachtel befindet sich eine Visitenkarte eines gewissen Christopher Dutton und eine Zeichnung eines Familienwappens. Ihr Vater findet heraus, dass das Wappen zu einer ehemals sehr bekannten Familie aus Kuba gehört.
Claudia lebt in London, verkauft selbst renovierte Immobilien. Da sie gerade ein Projekt fertig gestellt hat und Zeit hat, fliegt sie spontan nach Kuba, um zu sehen, ob sie dort irgendetwas herausfinden kann. Claudia ist eine sympathische Frau, sie geht offen auf Leute zu, ist aber auch ein bisschen zurückhaltend. Sie geniesst ihre Zeit in Havanna und freut sich immer, wenn sich eine neue Spur auftut - mit Hilfe von Matteo und der Familie von Carlos und der Tatsache, dass sich um die Familie Diaz einige Gerüchte verbreitet haben, gelingt dies recht gut.
Währenddessen erfahren die Leserinnen im zweiten Erzählstrang, was sich tatsächlich in der Familie Diaz ereignet hat. Die Frau des Zuckerbarons ist verstorben und er erzieht seine vier Töchter selbst. Die Älteste, Esmeralda, nimmt er 1950 sogar auf eine Geschäftsreise nach England mit, wo sie den Geschäftspartner ihres Vaters kennenlernt. Der erste Mann in ihrem Leben, für den sich Esmeralda interessiert.
Soraya Lane nimmt uns in diesem zweiten Band der "Die verlorenen Töchter" mit ins Kuba der 1950er Jahre und ins Kuba der Gegenwart. Man erfährt viel einiges über die Geschichte des Landes und seiner Bewohner, die Entbehrungen aufgrund Kubas Politik und vieles mehr. Trotz aller Farben und Fröhlichkeit durchzieht diese Geschichte eine grosse Melancholie und Traurigkeit, zudem spürt man durchgehend eine Zurückhaltung, nicht nur in der Person von Claudia. Das ist nicht negativ zu verstehen, sondern einfach eine Grundhaltung und macht den Unterschied zu "Die verlorene Tochter" aus.
Darüber, wie Hope Berenson im Hope's House gearbeitet hat und was ihr wichtig war, wird hier in "Die vermisste Tochter" einiges erzählt. Das fand ich interessant, besonders da man in Band 1 nicht so viel darüber erfahren hat.
Mir hat dieser Band gut gefallen, auch hier konnte ich diesen lesenswerten Roman kaum auf die Seite legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie alles endet.
Man kann - zumindest bisher - die einzelnen Bände separat lesen und muss die Reihenfolge nicht einhalten, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind und Hope's House die einzige Verbindung ist. Vielleicht ändert sich das noch im Laufe der Reihe, vielleicht aber auch erst in den letzten beiden Bänden. So jedenfalls meine Vermutung. Dennoch würde ich trotzdem empfehlen, der Reihe nach zu lesen.
Ich freue mich, dass Band 3 bald erscheint, denn irgendwie macht die Reihe süchtig nach mehr.
Fazit: Eine melancholische und tragische Reise nach Kuba, die ich sehr gerne gelesen habe.
4 Punkte.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Trauerbewältigung und Neuanfänge
Neuanfang im kleinen Cottage von Kate Forster
"Im Leben gab es immer etwas, worauf man sich freuen konnte. Man musste nur lange genug danach suchen und all die schlechten Nachrichten ausblenden, die man nicht ändern konnte."
Ihr liebt gefühlvolle Small-Town-Liebesromane voller Hoffnung, Neuanfänge, Weisheit und Romantik? Dann habe ich hier den perfekten Read für euch! Aber seid gewarnt – ihr werdet beim Lesen bestimmt die ein oder andere Träne verdrücken.
Das zauberhafte Cover hält jedenfalls, was es verspricht: pure Wohlfühlliteratur. (An dieser Stelle fühle ich mich zu Warnung Nummer 2 verpflichtet: Es werden stellenweise auch enorm ernste Themen angesprochen – Missbrauch und seelische Grausamkeit, Trauer und Verlust.)
Den Schreibstil habe ich als äußerst angenehm und bildreich empfunden, fühlte mich von Anfang an wohl mit dem Erzählton.
Normalerweise bin ich kein Fan von Slow-Burn-Romanzen, aber im Falle der beiden Hauptfiguren, Clara und Henry, machte die gemächliche Annäherung absolut Sinn – beide haben sowohl mit ihrer eigenen Trauerbewältigung als auch mit alltäglichen Problemen zu kämpfen. Vor allem Henry trägt gleich die doppelte Verantwortung, immerhin muss er auch an seine kleine, entzückend-schelmische Tochter Pansy denken.
Mein persönliches Highlight des Romans waren allerdings die warmherzigen Nebenfiguren. Insbesondere Rachel, eine junge, verschüchterte Frau, die unter der Fuchtel ihrer grausamen Mutter steht, legt im Laufe der Handlung eine wundervolle Entwicklung zur selbstsicheren, selbstbestimmten Person hin. Ich habe es so gefeiert! … und finde es großartig, dass die Autorin ein wichtiges Thema anspricht: Man ist seinen Familienangehörigen gegenüber nicht zu bedingungsloser Akzeptanz von deren toxischem Verhalten verpflichtet. Immer wieder predigt die Gesellschaft: 'Aber sie ist doch deine Mutter. Aber er ist doch dein Vater. Aber es sind doch deine Eltern.' – Ganz genau! Und Eltern haben sich nicht lieblos und verletzend zu verhalten, Punkt. Blutsverwandtschaft ist kein Freifahrschein für herzloses Verhalten ohne Konsequenzen.
Eine weitere Bereicherung der Geschichte ist die liebenswerte Tassiana McIver – sie ist so eine gute Seele, jemand, den man einfach nur knuddeln möchte.
Fazit:
Da ich generell nah am Wasser gebaut bin, hätte es für meinen Geschmack gerne etwas weniger Trauer/Drama sein dürfen, nichtsdestotrotz war es ein unterhaltsamer Read mit sympathischen Figuren und viel Gefühl.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Schöne Small-Town-Vibes
Lichter über Golden Creek von Birgit Loistl
Feel-Good-Stories sind bei mir generell immer willkommen, insbesondere jene mit heimeligen Small-Town-Vibes - aber gerade die kuschelige Jahreszeit Herbst ist in meinen Augen geradezu prädestiniert für Romane dieser Art. Folglich war ich enorm gespannt auf das vorliegende Werk und in puncto Kleinstadt-Feeling hält es tatsächlich, was das idyllisch anmutende Cover verspricht.
Der Schreibstil der Autorin ist locker und modern, nur hin und wieder hätte ich mir eine detailliertere Ausarbeitung einiger Szenen gewünscht, was aber sicherlich dem relativ geringen Umfang geschuldet ist - zusätzliche 100 Seiten hätte ich definitiv begrüßt und sehr gerne gelesen.
Was ich wirklich schade fand: Die vielen Rechtschreibfehler. (… "bis der die Sturzflut nachgelassen hatte"; "sie konnte nicht ihn so recht einordnen"; "sie gehört meine Tochter", "Das er […] alleinerziehender Vater war", etc.) Solche Sätze haben mir das Leseerlebnis etwas holprig gestaltet. Sicher, man kann schon mal darüber hinweglesen und bei ein, zwei Fehlern hätte ich diesen Punkt wahrscheinlich nicht mal erwähnt, aber aufgrund der Häufigkeit dachte ich mir, dass der Hinweis für zukünftige Auflagen gewiss sinnvoll wäre.
Hinzu kamen weitere stilistische Kleinigkeiten, die einzeln gesehen nicht tragisch waren, dem Ganzen aber etwas den Zauber raubten. So ist die abwechselnd aus Ritas und Lukes Perspektive erzählte Story durchgehend in der 3. Person erzählt … in einer Szene heißt es bei Rita jedoch plötzlich "Soweit ich es beurteilen konnte". Solche Fehler bringen mich kurzzeitig total raus, weil ich dann direkt in den Analysemodus schalte (à la 'Habe ich bisher etwas überlesen? Ist das womöglich die Stimme der Autorin, mit der sie sich jetzt quasi in die Handlung einklinkt?!).
Mit der Klappentext-Formulierung, dass Luke Rita einst das Leben zur Hölle gemacht hätte, gehe ich nicht 100%ig d’accord. Es las sich für mich anders. Weiterhin hätte ich mich über mehr Hundeszenen gefreut, immerhin hält Luke 24 Hunde auf seiner Ranch.
Im Hinblick auf die Versteigerung fühlte ich mich ein klein wenig an Kelly Morans Redwood-Love-Reihe erinnert, was ich durchaus als Kompliment meine. Sehr gut gefiel mir zudem die Tatsache, dass im obligatorischen Drama-Moment kurz vor Schluss ein positiver Twist steckte - sehr erfrischend!
Fazit:
Der zweite Band der Maple-Leaf-Reihe stellt eine unterhaltsame Second-Chances-Romance dar und lässt sich problemlos als Einzelband lesen (ich selbst kannte den Reihenauftakt auch nicht), allerdings wird die nächste Story so verlockend angeteasert, dass ich nun unbedingt erfahren möchte, was das Schicksal für Lou und Cooper bereithält - "Stürmische Zeiten in Golden Creek" erscheint im Januar 2024 und ich freue mich schon jetzt darauf, bald zu den Creeks zurückzukehren!
Rezensionen von yellowdog:
Familie
Wir sitzen im Dickicht und weinen von Felicitas Prokopetz
Mit Wir sitzen im Dickicht und weinen kann man die österreichische Schriftstellerin Felicitas Prokopetz entdecken.
Ihr Roman ist eine komplex aufgebaute Familiengeschichte, die schließlich sogar mehrere Generationen abdecken.
Es beginnt zunächst mit Valerie, die alleinerziehend sehr auf ihren 16jährigen Sohn Toby fixiert ist, bis ihre eigene Mutter Christina an Krebes erkrankt und sie auch braucht.
Mich hat die Sensibilität der Hauptfigur beeindruckt, da ist aber auch eine unterdrückte Wut vorhanden.
Geschickt flicht die Autorin noch die Geschichten von Valerie Großeltern mit ein und auch die ihrer Eltern. Das verlangt dem Leser einiges ab, da man die Figuren nicht immer sofort zuordnen kann. Doch auch Martha, Charlotte, Roman sind interessante Figuren und die Verästelungen zwischen ihnen werden allmählich klar.
Der Roman zeigt einige Konflikte und wie sie sich auswirken.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Interessante Persönlichkeit mit tragischem Schicksal
Sisis Schwester von Eva-Maria Bast
"Sisis Schwester" stellt den 17. Band der bei Piper erschienenen Reihe 'Bedeutende Frauen, die die Welt verändern' dar und war für mich aus zwei Gründen ein Must-Read:
1. Stichwort: Sisi - ich verschlinge sämtliche Romane, Filme und Dokumentationen über das Leben der legendären Kaiserin.
2. Ich habe in diesem Jahr bereits mehrere Bücher der Autorin Eva-Maria Bast lesen dürfen, die mir aufgrund ihres angenehmen Schreibstils allesamt gut gefallen haben.
Während der Lektüre kam mir die Redewendung "Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt" in den Sinn: Die junge Sophie Charlotte schwärmt nämlich kurzzeitig tatsächlich für ihren musikbegeisterten Cousin Ludwig (= König Ludwig II) … der ihre Verlobung allerdings bald auflöst (und ohnehin eher an Männern interessiert ist), verliert ihr Herz letztlich an einen Mann, mit dem es kein Happy End für sie geben kann … und heiratet anschließend wiederum einen anderen Mann, mit dem sie sogar Kinder bekommt.
Ich wünschte, ich könnte nun berichten, dass diese unkonventionelle, überaus sympathische Frau somit ihr Glück gefunden hätte - leider war ihr dies nicht vergönnt. Stattdessen erleidet Sisis jüngste Schwester ein grausames Schicksal, das mich gleichermaßen fassungslos wie bestürzt zurückgelassen hat.
Gekonnt entführt uns die Autorin mittels lebendiger, atmosphärischer Beschreibungen in die damalige Zeit, in welcher Frauen sich dem Willen der Männer unterordnen mussten und ihr Leben nicht nach den eigenen Vorstellungen gestalten durften. Die Handlung ist zwar mit allerlei historischen Fakten gespickt, zu Unterhaltungszwecken aber selbstverständlich auch mit Fiktion angereichert worden.
Fazit:
Eine sehr lesenswerte Romanbiografie, die mich wunderbar unterhalten hat.
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Etwas langatmig aber schön
The Love Code. Wenn die widersprüchlichste Theorie zur großen Liebe führt Chemistry Lessons von Susannah Nix
Das Hörbuch rund um die IT-Spezialistin Melody, die nach ihrem Studium und einem Schicksalsschlag neu in LA startet, hat mich gleich zu Beginn in den Bann gezogen. Die Hörbuchsprecherin wirkt sehr sympathisch und ihre Stimme passt gut zur Protagonistin. Melody ist mir sehr sympathisch und ich konnte ihr Handeln über große Strecken gut verstehen.
Einzig, warum sie mir dem Yoga anfängt, war mir nicht so ganz klar, war aber dennoch alles dann rückblickend stimmig. Der männliche Protagonist machte es einem doch schwerer. Durch die sich nicht ändernde Perspektive (das ganze Buch wird aus der Sicht von Melody erzählt) erfahren wir weniger über seine Motive und können teils nur erahnen, warum er so gehandelt hat. Manches Verhalten in der Vergangenheit macht ihn nicht gerade sympathisch, ebensowenig wie seine Ex und auch sein ganzer Freundeskreis. Mit diesem musste ich erst langsam warm werden. Die Geschichte entwickelt sich langsam und es gab mehrere Momente, wo ich schon dachte, jetzt passiert gleich mehr... Aber gerade dadurch entstand ein wunderschöner Spannungsbogen, wenngleich es zum Ende hin auch etwas wiederholend war aus Melodys Sicht, wie sie die Situation empfand. Umso schöner, dass es doch noch ein Happy end hab!











