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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Konfrontation

Tage im warmen Licht von Kristina Pfister

Da mir schon "Ein unendlich kurzer Somme" von der Autorin gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihren neuen Roman, der mir thematisch sogar noch ansprechender erschien. und wow, der hat mir richtig gut gefallen. Die Autorin hat eine besondere Art ernste, wichtige Themen in einen warmen, sicheren Rahmen zu setzen.

Hier treffen wunderbar unbeschwerte Momente auf die harte Realität des Lebens.

Zum Inhalt: Maria steht vor den Scherben ihres Lebens in München: arbeitslos, die Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt, ihr Exmann ist mit seiner neuen Familie ausgelastet und findet keine Zeit für die gemeinsame Tochter. Da fällt ihr das Haus ihrer Großmutter ein, das sie geerbt hat und so wagt Maria einen einen Neuanfang in ihrer alten Heimat- dem Ort wo sie als Jugendliche schöne Momente verlebte, auch auch viel Schmerz erfahren kann. Kann sie ihre Vergangenheit aufarbeiten um einen Neustart zu wagen?

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. In Rückblenden erfährt man viel darüber, wer Maria und ihre Freunde als Jugendliche waren und was zum Bruch zwischen ihnen geführt hat. Das Thema bahnt sich langsam an, ist aber schon relativ früh im Buch ersichtlich und steigert sich kontinuierlich. Das finde ich eigentlich geschickt erzählt. Es gibt genug Hinweise, damit man als Leser nicht überrascht wird- eine vorsichtige Annäherung an das Thema, was ich sehr gelungen fand.

Daneben stehen im Handlungsstrang der Gegenwart vor allem die Themen Freundschaft, Familie und Zusammenhalt im Fokus. Denn in Marias Heimat kümmert man sich noch umeinander. Allen voran Martha, die engste Freundin ihrer Großmutter, die wie ein Schutzgeist über die Frauen des Ortes wacht. Die ermutigenden, wohlwollenden Untertöne kommen hier richtig gut raus und ich mochte es, wie hier Frauen und ihre Geschichten in den Fokus gerückt werden.

Das Buch liest sich ganz wunderbar, schafft es scheinbar spielerisch zwischen leichten und ernsten Momenten zu wechseln und schafft gleichzeitig ein Bewusstsein für die Probleme mit denen Frauen sich rumschlagen, als auch dafür, dass man damit nicht allein ist. Das Buch hat mich nicht nur toll unterhalten, es hat mich auch berührt
Kann ich nur empfehlen- ein ganz wundervolles Buch.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

schönes Setting, aber weniger weihnachtlich als gedacht

Only for the Holidays von Abiola Bello

Ich lese total gerne winterlich/weihnachtliche Romane, gerne auch nach kitschig amerikanischem Vorbild, weil das vor mich der Inbegriff von Behaglichkeit ist. Das Cover mutet sehr weihnachtlich an, dabei spielt die Geschichte an sich vor Weihnachten und ist eher winterlich ausgelegt. Da die Protagonisten noch im Highschool-Alter sind stehen stattdessen Partys, Freundschaft, Familie und Liebe im Fokus der Geschichte.

War trotzdem schön.

zum Inhalt: Tias Familie hatte ein schwere Zeit hinter sich, doch passend zur Weihnachtszeit scheint sich nun alles zum Guten zu wenden. Bis ihr Freund Mike verkündet, dass er eine Auszeit braucht. Und dann will ihre Mutter mit der ganzen Familie die Weihnachtsferien auf Landgut Saiyan Hedge verbringen. Dabei hatte sich Tia grade einen Plan überlegt, wie sie Mike zurückgewinnen kann. Da schließt die einen Pakt mit Quincy, dem Sohn der Gutsbesitzer, der dringend eine Fake-Freundin für den Winterball braucht und ihr im Gegenzug hilft, zu Mikes Geburtstag nach London zu kommen.

Entsprechend dem Alter der Protagonistin fallen die anfänglichen Reaktionen auf Beziehungsauszeit und Urlaub auf dem Land eher motzig und trotzig aus und ich hatte kurz Angst, dass Tia mir als Protagonistin bis zum Ende unsympathisch bleiben würde. Und sie gibt sich auch alle Mühe, aber zum Glück taut sie im verlauf der Handlung auf und lässt ihre genervten Attitüden hinter sich. Tatsächlich hatte ich zunehmend Spaß ihre Interaktionen mit Quincy zu verfolgen.
Ich muss aber gestehen, dass mein heimliches Highlight die weniger offensichtlichen Beziehungen waren und ich es zum Beispiel auch total toll fand, dass auch das Liebesleben der Mutter beleuchtet wird. Es stehen zwar eindeutig die jungen Erwachsenen im Fokus, aber es war einfach toll, dass die Eltern und Geschwister nicht bloß Statisten innerhalb der Geschichte waren.

Die winterlichen Aktivitäten, die beschrieben werden tragen auch alle zur beschaulichen Stimmung der Geschichte bei, wobei durch die etlichen Partys diese gemütliche Grundstimmung immer wieder durchbrochen wird. Generell wird hier einfach viel an der Oberfläche gekratzt, sowohl was die Motive der beiden, als auch die Aufarbeitung ihrer Probleme betrifft. Hier wurde viel einfach nur angerissen, um am Ende eben noch zu einem Happy End zu kommen, was ich etwas übers Knie gebrochen fand.

Insgesamt liest sich die Geschichte aber leicht und flüssig, ist bunt und unterhaltsam, mit einem ganz wundervollen Setting, das man mehr hätte ausreizen können. Es ist ein schöner seichter Liebesroman für die kalten Tage.

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Rezensionen von yellowdog:

witzig und melancholisch zugleich

Schwätzer von Sven Pfizenmaier

Sven Pfizenmaiers zweiter Roman „Schwätzer“ erzählt von 2 Freunden, Meikel und Eddi, in Berlin.
Die Figuren sind etwas älter als die Jugendlichen aus Pfizenmaiers ersten Buch. Beide haben schon einiges durchgemacht, waren sogar drogensüchtig, sind jetzt jedoch clean.
Gemeinsam gehen sie auf Meteoritenjagd in Brandburg, damit Eddi vom Geld seine Wohnung behalten kann.

Eine weitere Figur ist Farina und damit ein zusätzlicher Handlungsstrang. Im zweiten teil kommt ein icherzähler hinzu. Der Roman wird gut gefüllt und erhält eine Dichte.
Viele Kapitel sind brillant und versprühen eine besondere Stimmung.
Es ist eine irrwitzige Handlung, die Pfizenmaier spielerisch gestaltet.
Der Autor verfügt über viel Wortwitz und überzeugt außerdem durch gut ausformulierte Beschreibungen sowie ausgezeichneten Dialogen.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Ein gefährlicher Job

Tainted Dreams von Kim Nina Ocker

Da ist die letzte Dilogie von Nina Ocker absolut grandios fand, habe ich mich sehr auf die neue Reihe gefreut. Ich würde sagen, dass es sich auch hier wieder um Romantic Suspense handelt, auch wenn es ehrlicherweise in diesem Band weder eine echte Lovestory, noch wirkliche Thriller-Elemente gab. Als Auftaktband ok, hat mich aber dieses mal nicht begeistert.

Zum Inhalt: für Charlotte kommt das Jobangebot aus Miami wie ein himmlischer Segen: sie soll als Personenschützerin für eine der reichsten und mächtigsten Familie Miamis arbeiten. Der Arbeitsvertrag ist knallhart und dann fühlt Charlotte sich auch noch ausgerechnet zu ihrem Klienten hingezogen. Doch das ist nicht ihr größtes Problem.

Ich muss gestehen, dass ich den Einstieg echt langatmig fand. Bis circa zur Hälfte des Buches passiert praktisch gar nichts und selbst danach ist der Spannungsbogen ziemlich flach und kommt einfach nicht auf den Punkt. Mag daran liegen dass weitere Bände folgen, aber es hat hier einfach noch nicht klick gemacht bei mir.

Die Personen finde ich durch die Band weg super unsympathisch. Charlotte wirkt immer wieder total unprofessionell und überfordert, sodass ich mich auch mit ihr schwer getan hab. Dabei dachte ich anfangs noch, dass sie eine ziemliche coole und toughe Protagonistin ist. Von Gideon fang ich gar nicht erst an.

Die Storyline hat mich noch nicht so recht überzeugt. Das ist alles tu schwammig, mit zu vielen Andeutungen, die in alle möglichen Richtungen deuten könnten. Morally grey Characters finde ich eigentlich immer super catchy, aber hier passts noch nicht.

War insgesamt ok und hat sich wieder gut lesen lassen, hat mich spannungstechnisch aber bisher nicht erreicht.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Absolut nervenaufreibend

Happy End von Sarah Bestgen

Meine Güte, ich hatte absolut gar nicht erwartet, dass dieses Buch mich so aufwühlen und mitreißen würde. Es wurde gefühlt mit jeder Seite spannender und perfider. Ein unerwarteter Pageturner.

Zum Inhalt: der Albtraum jeder Mutter wird für Isa zur bitteren Realität als ihr kleiner Sohn Ben spurlos verschwindet.

Als sie Hoffnung auf Antworten schon fast aufgegeben hat, taucht er Monte später genauso plötzlich wieder auf. Doch irgendwas stimmt nicht.

Der Einstieg in die Geschichte war geradezu lächerlich banal im Vergleich dazu, wohin sich die Handlung entfalten würde und genau darin liegt für mich das große Talent der Autorin. Sie wiegt den Leser zuerst in alltäglicher Sicherheit, erschafft ein Szenario, dass zwar furchtbar, aber nahbar ist, nur um ihn dann mit aller Härte aus der Bahn zu werfen.

Die unterschwellig angespannte und bedrohliche Atmosphäre war gut ausgearbeitet und die Handlung verdichtete sich zusehends zu einem Netz aus Misstrauen, Lügen und Zweifeln. Sehr stimmungsvoll ist dabei vor allem Protagonistin Isa angelegt, die kontinuierlich abdriftet, sich in ihren Gedanken verliert, zunehmend wahnhaft und paranoid wirkt. Wirklich unglaublich stark, wie ihre Emotionen zu mir transportiert worden sind.

Die Geschichte ist sehr wendungsreich, packend und absolut schockierend. Die Auflösung bringt alles nahtlos zusammen, wenn auch fast ein bisschen zu idealisiert, was aber für mich nur ein kleines Manko ist. Alles in allem ein richtig guter Thriller.

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Weckruf

Was wir nicht kommen sahen von Katharina Seck

Wow, ich weiß gar nicht was ich sagen soll, ich habe ja schon einige Bücher von Katharina Seck gelesen, aber noch keins mit dieser Durchschlagkraft. Was natürlich auch dem Thema geschuldet ist- brisant, aktuell, eindrücklich und absolut erschreckend. Sollte man gelesen haben.

Zum Inhalt: an einem ganz normalen Abend verlässt Ada das Haus.

Ihren Eltern sagt sie, sie übernachte bei ihren besten Freundin Kim. Doch Ada kommt nicht bei Kim an, sie springt von einer Brücke und beendet ihr Leben. Zurück bleiben Schockstarre, Vorwürfe und Selbstzweifel. Und die Frage nach dem Warum.

Natürlich ist Katharina Seck nicht die Erste, die über die Gefahren des Internets, Cybermobbing und anonyme Hetze der Internet-Trolle schreibt. Aber sie tut das in einem Rahmen der für Leser aller Altersklassen nahbar und emotional greifbar ist, da die Handlung sowohl aus Sicht der Schülerin Ada, als auch ihrer Mutter Jenny beschrieben ist. Das fand ich einen tollen Kniff, da es das Davor mit dem Danach verbindet und eine Brücke schafft.

Die Handlung ist eindrücklich und ergreifend geschildert. Immer wieder habe ich zwischen ungläubigem Entsetzen und leidvollem Wiederkennen aus meiner Jugend geschwankt. Ich finde Katharina Seck hat da den Ton und Nerv der Zeit gut getroffen. Dir Sprache ist modern, in Adas Abschnitten auch viel Jugendsprache- muss man mögen, mir erschien es passend.

Ich hab regelrecht an den Seiten gehangen und konnte das Buch nicht weglegen.
Fands richtig stark, sowas sollte meiner Meinung nach an Schulen gelesen werden.

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Will Trent Undercover

Schwarze Wut von Karin Slaughter

Wenn Super-Ermittler Will Trent Undercover geht, kann es eigentlich nur ein brandheißer Fall werden. Und diesmal ermittelt er zwar nicht in den eigenen Reihen, es treten aber wieder ein paar bekannte Gesichter aus dem vorherigen Band auf. Obwohl ich finde, dass man die Bände dieser Reihe gut auch einzeln lesen kann, würde ich hier empfehlen erst Band 5 gelesen zu haben.

Karin Slaughter zeigt hier auf jeden Fall wieder, was sie kann.

Zum Inhalt; Will Trent hat sich verdeckt in eine Gang in Macon eingeschleust. Ein Cop Killer namens Big Whitey soll die Stadt als Drogenumschlagspunkt nutzen. Doch der Fall nimmt eine brisante Wendung als Bewaffnete in das Haus von Polizistin Lena Adams eindringen und auf sie und ihren Mann Jared schießen. Will muss Whitey stoppen, wenn nicht noch mehr Cops sterben sollen.

Der Fall ging erstmal eher unspektakulär los. Drogen, Gangs- das ist ja erstmal alles nichts neues. Mit Auftauchen von Lena Adams hatte ich kurz die Befürchtung es könnte anstrengend werden, weil alte Fehden nochmals aufgerollt werden. Aber dem war zum Glück nicht so.
Stattdessen wird der Fall zunehmend interessanter und aber auch brutaler. Explizite Gewaltschilderungen sind vor allem in der zweiten Hälfte des Buches in rauer Menge vertreten. Da war es aber auch ordentlich temporeich und nochmal richtig spannend.

Will Trent steht hier zwar wieder als Person im Fokus, den wichtigsten Teil der Arbeit haben aber eigentlich bereits andere gemacht. Auch sein Spürsinn was Menschen betrifft, lässt ihn diesmal ziemlich im Stich, sodass er diesmal nicht ganz so glänzend erscheint.

Das Buch liest sich trotzdem wieder fantastisch und der Fall ist unter dem Strich mitreißend.

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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Starker zweiter Band

Haunted Reign von Mona Kasten

Ich bin ehrlich: Band 1 war nicht so ganz meins. Irgendwie zu viel Drama und zu wenig konkreter Einsatz der unterschiedlichen Fähigkeiten. Band 2 hatte in meinen Augen eine konkretere Bedrohungslage und eine Protagonistin, die endlich Zugang zu ihrer Gabe gefunden hat, wodurch ich die Geschichte stärker geplottet und deutlich atmosphärischer fand.

Zum Inhalt: Zoe versucht noch immer ihre Banshee-Kräfte unter Kontrolle zu bekommen und mit ihrer neuen sozialen Position an der Schule klarzukommen, als das Jahresabschluss-Turnier ansteht. Doch irgendwas scheint in diesem Jahr anders zu sein, die Aufgaben bedrohlicher und Zoe ist sich sicher, dass da mehr dahinterstecken muss,

Ich bin fast ein bisschen traurig, dass man nicht nich mehr, neue Fähigkeiten in diesem Band gesehen hat. Dabei hätte der Plot rund um das Turnier und die äußere Bedrohung das absolut hergegeben. Dafür gibt es einiges an zwischenmenschlichen Entwicklungen bei den bereits bekannten Charakteren. Freundschaft und Liebe sind hier wieder zentrale Elemente.

Die zwei Prüfungen des Turniers waren an sich schon cool angelegt, auch hier hätte es für meinen Geschmack gerne mehr sein können. Die Handlung ist kompakt und temporeich gehalten, was sich leicht und zügig lesen lässt, für mich ging das zulasten der inhaltlichen und emotionalen Tiefe.

Prinzipiell fand ich diesen zweiten Band stärker als den ersten und in Kombination miteinander sehr solide, wenn auch kein Highlight in meinen Augen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Und er schaut von oben zu

What a Way To Go von Bella Mackie

So würde ich die Geschichte von „what a way to go“ von Bella Mackie in Kurzform beschreiben.
Selfmade-Milionär Anthony Wistern, CEO der Wismere Holdings, feiert seinen 60. Geburtstag mit einer von seiner Frau Olivia arrangierten ausschweifenden Party. Seine Gäste behalten ihn aber nicht wegen des fantastisch illuminierten Gartens und Sees in Erinnerung.

Nein, im Laufe des Abends wird er von Fred und Giles aufgespießt auf einem der Metallstäbe, die die wunderschönen Leuchtkugeln tragen, gefunden. Wie konnte das passieren?
Anthony landet erst mal im Aufnahmezentrum, der Vorkammer von Himmel und Hölle, und soll sich erinnern, wie es zu diesem Unglück kam. Von hier hat er einen guten Blick auf sein Zuhause und auf seine Familie, denen er nun von oben aus zuschaut und kommentiert. Bis auch seine Frau Olivia dieses Vorstufe zum Himmelreich erklimmt.
Bloggerin Jade Evans, die sich dem True Crime verschrieben hat, wittert hier ihre Chance auf eine ganz große Story. Beginnend mit 197 Menschen, die ihrem Blog folgen, schnellen ihre Followerzahlen bald in astronomische Höhen. Aber dann…
Was dann alles passiert, das müsst ihr in dieser wunderbar schwarze und irrsinnig launischen Komödie selbst lesen.

Hier geht es nicht, wie ich erwartet hatte, um die „Ermittlungen“ der Bloggerin Jade. Die spielt eher eine wenn auch aktive Nebenrolle. Vielmehr geht es um die Familie Wistern. Um Anthony, der nichts von Loyalität und Ehrlichkeit hält, von dem seine Geschäftskunden und Liebeleien nicht im Positiven berichten. Um seine eher unnahbare und kalt wirkende Ehefrau Olivia, und die vier Kinder Jemima mit Ehemann Will, Fred, Lyra und Clara. Wobei mir die unangepasste Clara noch die Liebste ist. Eine Familie, die eigentlich keine ist. Hier ist sich jeder selbst der Nächste, sucht seinen eigenen Vorteil und schaut, wie er den Patriarch immer wieder um sein Geld erleichtern kann. Und obwohl mir keiner dieser Menschen sympathisch ist, habe ich gerne meine Lesezeit mit ihnen verbracht.
Ich folge hier drei sich abwechselnde Perspektiven. Anthony, der die Geschehnisse nach seinem Ableben aus einer Art Zwischenwelt verfolgt und sehr unterhaltsam kommentiert. Durch Olivia bin ich bei den Geschehnissen in der Familie live dabei. Und Jade, die mit ihren „Ermittlungen“ aus ihren trostlosen Leben ausbricht, ihren Klickzahlen nach jagt und ihre eigenen Theorien zu diesem Fall entwickelt. Wobei sie da schon sehr dilettantisch vorgeht. Dazwischen berichten kurze Zeitungsartikel der Boulevardpresse immer wieder über den Stand der Ermittlungen und die Familie selbst.
Das Ende hat mich nochmal überrascht und zum Lachen gebracht.

Mir hat es großen Spaß gemacht diese unterhaltsame, tempo- und facettenreiche Familientragödie mit einem Touch ins Skurrile zu lesen.

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Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:

Kein Ruhmesblatt, keine Lobeshymne

O du mein Österreich von Christoph Janacs; Ludwig Laher; Gerhard Ruiss

Hymnen, wie wir sie heute kennen, sind Symbole einer Gemeinschaft und als solche besonders geschützt. Auch die österreichische Bundeshymne und die acht Landeshymnen stehen für gemeinsame Werte, wer sie herabwürdigt oder verändert, kann bestraft werden.
Hymnen erklingen nur zu besonderen Anlässen, man ist schon froh, wenn man die erste Strophe noch kann und die Töne einigermaßen trifft.

Zeitgemäße Anpassungen erfolgen, wenn überhaupt, erst nach heißen Diskussionen.
Wo aber kommen die heutigen österreichischen Hymnen her, wer hat sie geschrieben, in welchem Umfeld und mit welcher politischen Haltung sind sie entstanden? Und wie sollen wir heute mit ihnen umgehen?
Das neue Buch "O du mein Österreich" von Christoph Janacs, Ludwig Laher und Gerhard Ruiss stellt alle diese Fragen, es führt quer durchs ganze Land und macht einige Abgründe bewusst. Man findet bei den Landeshymnen etliche Textdichter und Komponisten mit NS-Verbundenheit, mit offen antisemitischer Haltung, Ausgrenzung von Minderheiten, aber auch Texte über Gebietsansprüche aus Kaisers Zeiten, weil das Lied vor dem Untergang der Monarchie entstanden ist und erst später zur Hymne erhoben wurde, und andere Anachronismen…
Alles das ist eigentlich schon bekannt, aber nur wenige wollen darüber nachdenken, wenn sie ihre Hymne singen. Ganz selten kommt es zu großen öffentlichen Diskussionen, einzig die "Töchter und Söhne" haben es nach langen Streitigkeiten in die Bundeshymne geschafft.
"O du mein Österreich" ist ein interessanter Denkanstoß und ein lesenswerter Blick in die österreichische Geschichte. Janacs/Laher/Ruiss wollen mit dem Buch die Argumente einer Initiative der IG Autorinnen und Autoren aus dem Vorjahr noch einmal zusammenfassen Ob es an den Hymnen etwas ändern wird?

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