Kunden em pfehlungen
Rezensionen von milky:
Neubeginn
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Das Cover des Romans gefällt mir sehr gut. Es ist beruhigend, stellt durch die Blumen und den Himmel die verschiedenen Phasen des Lebens dar und man beginnt beim Lesen des Titels sofort einmal ruhig ein- und auszuatmen.
Der Roman handelt von Marlene, der ehrgeizigen Kandidatin für den Posten des CEO eines Konzerns.
Ihr Alltag besteht zum Großteil aus ihrer Arbeit, sie ist als Chefin und Kollegin distanziert, fordernd und nicht gerade empathisch. Aufgrund dieser Tatsachen wird sie von ihrem Chef dazu gezwungen, an einem Achtsamkeitsseminar teilzunehmen, wo die Geschichte ihren Lauf nimmt.
Maxim Leo erzählt mit einer flüssigen und ruhigen Art, aber auch mit humorvollem Unterton. Dadurch hat das Lesen stets Spaß gemacht. Wer große Spannung erwartet, ist hier falsch, was aber keineswegs bedeutet, dass der Roman langweilig wird. Die Figuren von Marlene, Alex, Matthiesen und Conny besitzen ihren eigenen Charakter und sind mir schnell ans Herz gewachsen.
Die Stimme und Vortragsweise von Vera Teltz hat gut zum Roman gepasst. Sie hat es mir leicht gemacht, direkt zu Beginn in die Geschichte einzutauchen.
Abgedrehte Geschichte
Tödliches Angebot von Marisa Kashino
Der Psychothriller "Tödliches Angebot" handelt von Margo und ihrem Ehemann Ian, die verzweifelt auf der Suche nach einem perfekten, aber dennoch bezahlbaren Eigenheim sind. Während Ian die Suche gelassen angeht, wird sie für Margo bald zu ihrem gesamten Lebensinhalt.
Das Thema ist im Genre des Psychothrillers eine Abwechslung und bringt etwas neues auf.
Insgesamt war das Buch für meinen Geschmack zu sehr auf das Haus fixiert. Die erste Hälfte des Buches zog sich sehr und erst in der zweiten wurde es originell und spannend.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut. Der Text ist sehr gut geschrieben und war stets nachvollziehbar und verständlich, teilweise auch humorvoll.
Die Sprecherin des Hörbuchs, Rebecca Veil, hat eine angenehme Stimme und durch ihre Betonung und Sprechweise konnte ich ihr gut folgen.
Fazit: ein sprachlich gut geschriebenes Buch, das mich von der Geschichte an sich aber nur teilweise überzeugt hat.
Einfühlsamer Roman
Und alles zerbricht (Paper Hearts 1) von Maxine Reuker
Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut, da es thematisch sehr gut zur Geschichte passt: es werden alle wichtigen Bereiche in Milas Leben abgedeckt. Die Farbgestaltung und den Farbschnitt finde ich auch sehr gelungen.
Mila ist 16 Jahre alt und hat das perfekte Leben in Berlin: sie hat tolle Eltern, ein großes Haus und ihre beste Freundin und deren Mutter direkt in der Nähe und sie können jede freie Minute gemeinsam verbringen.
Plötzlich ziehen Mila und ihre Familie nach Zürich und ihr Leben gerät aus den Fugen. Dort gerät Mila in eine Essstörung und findet sich bald in einer Klinik wieder, wo sie sich in den mysteriösen Nicolas verliebt.
Die Autorin Maxine Reuker erzählt in ihrem Roman sehr feinfühlig und empathisch von Milas Leben und den Umständen, die sie in die Essstörung treiben. Ihre Schreibweise ist sehr angenehm und trotz des schwierigen Themas bleibt der Ton stets positiv und liebevoll.
Fazit: ein toller Roman, den jedes junge Mädchen lesen sollte - you are enough.
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees
Der Roman "You and Me, Die zweite erste Liebe" handelt vom Ehepaar Adam und Jules. Beide fühlen sich im Alltagstrott gefangen und fühlen sich nicht mehr verbunden. Nach einem Streit entdeckt Adam durch Zufall eine Möglichkeit, mittels deren alten Mixtapes in die Vergangenheit zu reisen.
Einerseits ist die Geschichte an sich in meinen Augen leider nicht spannend und unterscheidet sich im Grunde von anderen Romanen oder Filmen über das Thema Zeitreise kaum.
Deshalb gibt es wenige unerwartete Wendungen und auch das Ende war für mich wenig überraschend.
Andererseits hat es mir trotzdem viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen, da mir der Schreibstil gut gefallen hat. Ich konnte das Buch jederzeit flüssig lesen und es wurde nie langweilig dabei. Dass jedes Kapitel abwechselnd aus Sicht von Jules und Adam erzählt wurde, hat mir gut gefallen und hat das Ganze aufgelockert.
Fazit: Wer eine Ablenkung sucht und gut unterhalten werden möchte, ist hier genau richtig. Wer allerdings eine spannende und unerwartete Geschichte sucht, sollte dieses Buch lieber nicht lesen.
Zwischen Verletzlichkeit und Hoffnung
Mit beiden Händen den Himmel stützen von Lilli Tollkien
In „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ erzählt Lilli Tollkien eine einfühlsame Geschichte über Verlust, innere Stärke und die leise Kunst, trotz allem weiterzugehen. Der Roman entfaltet seine Wirkung nicht durch Drama oder Spannung, sondern durch feine Zwischentöne und eine Sprache, die gleichzeitig poetisch und klar bleibt.
Im Zentrum steht Lale, die mit den Bruchlinien ihres Lebens konfrontiert wird. Was zunächst wie eine persönliche Krise erscheint, entwickelt sich zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Identität, Trauer und Selbstannahme. Es gelingt, emotionale Schwere mit Momenten von Wärme und Hoffnung zu verbinden. Besonders beeindruckend ist dabei die Art, wie innere Prozesse sichtbar gemacht werden: Gedanken, Zweifel und Sehnsüchte wirken authentisch und nahbar.
Der Titel wird zur Metapher für den Versuch, das scheinbar Unhaltbare festzuhalten – sei es eine Beziehung, ein Traum oder das eigene Selbstbild. Gerade in dieser Symbolik liegt die große Stärke des Romans: Er ermutigt, ohne kitschig zu sein, und spendet Trost, ohne einfache Antworten zu liefern.
Stilistisch überzeugt das Buch durch ruhige, dichte Beschreibungen und glaubwürdige Dialoge. Manche Passagen laden zum Innehalten ein, andere treiben die Handlung sanft voran. Wer temporeiche Spannung sucht, wird hier weniger fündig; wer jedoch literarische Tiefe und emotionale Ehrlichkeit schätzt, findet ein berührendes Werk.
Insgesamt ist „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ein stiller Roman, der lange nachhallt – ein Buch, das zeigt, wie viel Kraft im Weitermachen liegt.
Zerrissenheit
Zugwind von Iryna Fingerova
Das Cover des Romans finde ich sehr interessant und ungewöhnlich, sodass es neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Die Farbgestaltung und die Schriftart finde ich besonders gut gelungen.
"Zugwind" handelt von der Ärztin, Mutter und Ehefrau Mira Zehmann. Sie ist in Odesa geboren, lebt aber mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Deutschland.
Als der Krieg in der Ukraine beginnt, nistet sich ein Zugwind bei ihr ein, der sie nicht mehr vollständig verlässt und ihr keine Ruhe lässt.
Ich finde es sehr passend, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Dadurch kann man sich als Leser gut in Mira hineinversetzen, auch wenn sie an manchen Stellen noch distanziert bleibt. Ihre Zerrissenheit zwischen dem Alltag in Deutschland und den Schuldgefühlen bezüglich des Krieges - sie ist hier in Sicherheit, während ihre Familie und Freunde dem Krieg ausgesetzt sind - wird sehr gut dargestellt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wirkt an einigen wenigen Stellen jedoch etwas abgehackt.
Alles in allem ist es ein lesenswertes Buch, das ein sehr wichtiges Thema behandelt.
Italienisches Lebensgefühl
Villa Rivolta von Daniel Speck
Mit Villa Rivolta legt Daniel Speck einen vielschichtigen Roman vor, der Geschichte und persönliche Schicksale kunstvoll miteinander verwebt: große Gefühle vor historischer Kulisse – atmosphärisch und zugleich gut recherchiert.
Das Cover mit seiner warmen, mediterranen Gestaltung passt perfekt zur Thematik des Romans und hat mir auf Anhieb gefallen.
Im Zentrum der Geschichte steht eine Familiengeschichte, die sich über Generationen spannt und eng mit historischen Umbrüchen verbunden ist. Schauplatz ist Italien, dessen gesellschaftliche und politische Entwicklungen eine bedeutende Rolle spielen.
Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und gut recherchiert. Besonders gelungen finde ich die authentischen Figuren, die mit ihren Stärken und Schwächen glaubwürdig wirken. Manche Passagen sind etwas ausführlich, verleihen der Geschichte aber Tiefe.
Fazit: Für alle, die epische Familiengeschichten lieben, sich für europäische Geschichte interessieren und gern in detailreiche, stimmungsvolle Welten eintauchen, ist es genau das richtige.
Erster Fall des neuen Ermittlerduos
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Das Cover gefällt mir total gut. Das Motiv und die Farbgestaltung sind passend zur Geschichte und die gestanzten und folierten Elemente vermitteln einen hochwertigen Eindruck.
Der Thriller handelt von Luisa Menkhoff, die als kleines Kind entführt wurde und nun als junge Erwachsene eine Vermisstenanzeige der Frau vorfindet, die damals die Lebensgefährtin ihres Entführers war.
Damit beginnt eine Spannende Geschichte um die Vermisste, Luisas Vergangenheit und Gegenwart sowie um den ermittelnden Hauptkommissar Ramin Brunner.
Aufgrund des gewählten Schreibstils ist die Geschichte sehr gut und flüssig lesbar, sodass man als Leser nur so über die Zeilen fliegen kann. Des weiteren baut Arno Strobel über das gesamte Buch durchgängig Spannung auf, die erst ganz zum Schluss wieder abfällt.
Die Kapitel werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wodurch der Leser einen umfassenden Blick auf die Geschichte erhält und zudem sowohl zu Luisa als auch zu Ramin eine gute Verbindung aufbauen kann.
Fazit: ein durchaus gelungener Krimi, der bis zum Schluss spannend bleibt.
Der Doppelagent und der Dichter
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Die beiden Hauptfiguren des Romans könnten unterschiedlicher nicht sein: Dieter Germeshausen, der ungesellige, pessimistische Doppelagent und Jakob Dreiser, der positive, redselige, international gefeierte Dichter. Beide machen sich zusammen auf eine Mission nach Kasachstan.
Magnussons Roman "Die Reise ans Ende der Geschichte" hat mich sofort in seinen Bann gezogen.
Der Schreibstil war so locker, beschwingt und mit viel Humor, dass sich das Buch wie von selbst gelesen hat. Obwohl die Hauptfiguren und deren Vergangenheit nicht bis ins letzte Detail beschrieben waren, fühlt man sich im Buch total wohl und kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen.
Ich finde es positiv, dass dem Roman ein geschichtlicher Rahmen gegeben wurde und das damalige Lebensgefühl sehr gut transportiert wurde.
Fazit: ein humorvoller und kurzweiliger Roman, der für jedermann geeignet ist.
Unfassbar spannend
Firewatch von Colin Hadler
Das Cover ist total gut gelungen. Das Bild und die Farben sind sehr passend zur Geschichte gewählt und insgesamt wirkt das Buch qualitativ sehr hochwertig.
Aaron, Robin und Haley sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Als sie Mitte 20 sind, muss Aaron einen Ferienjob im Nationalparkt zu übernehmen.
Dort ist er im Firetower stationiert, um Brände frühzeitig zu erkennen. Aaron kehrt jedoch nie zurück und wird seitdem vermisst. Robin hat einen Verdacht, wer für Aarons Verschwinden verantwortlich sein könnte und versucht dessen Vertrauen zu gewinnen, um ein Geständnis zu entlocken.
Der Thriller ist sehr spannend und flüssig geschrieben, sodass man beim Lesen die Zeit vergisst. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Durch die Ich-Perspektive konnte ich mich sofort in Robin hineinversetzen und mitfühlen.
Zusätzliche Spannung und Abwechslung wird durch die sechs kleinen Kapitel, die durch ihre schwarzen Seiten gekennzeichnet sind, erzeugt. Bis zum Schluss ist unklar, um welche Person es sich dabei handelt.











