Kunden em pfehlungen
Rezensionen von milky:
spannend, aber nicht 100 % überzeugt
Komm spielen von Linwood Barclay
Der Thriller "Komm spielen" handelt von der New Yorker Schriftstellerin Annie, die nach einem schrecklichen Jahr mit ihrem Sohn eine Auszeit im Ort Castle Creek verbringt, um wieder zu sich zu finden und Abstand zu gewinnen. Das gelingt auch zunächst ganz gut, bis plötzlich seltsame und unerklärliche Dinge mit ihr und ihrem Sohn Charlie passieren.
Zeitgleich wird im Buch auch beschrieben, wie es zu den Morden im Ort Lucknow kam und wie das mit Annie und Charlie zusammenhängt.
Der Thriller ist in verschiedene Teile aufgeteilt, die abwechselnd das Geschehen um Annie und das um den Ort Lucknow erzählen. An sich ist der Text gut geschrieben, sodass ein stetiges Zuhören ohne abzuschweifen möglich ist, jedoch hätte ich - ausgehend vom Klappentext - erwartet, dass sich die Geschichte hauptsächlich um Annie dreht und die Vergangenheit von Lucknow nur nebenbei erklärt wird. Ich glaube, mir hätte das Buch besser gefallen, wenn das der Fall gewesen wäre. Vielleicht, weil ich diese Erwartung hatte, vielleicht auch weil ich mir gehofft hätte, mich dann noch besser in Annie hineinversetzen zu können und näher an der Geschichte gewesen wäre.
zu oberflächlich
Nächstes Mal für immer von Lucien Marant
Der Roman "Nächstes Mal für immer" handelt von der Hamburgerin Mona, die 1999 ein Auslandssemester in Paris verbringt. Dort wohnt sie mit ihrer irischen Mitbewohnerin Lou in einem kleinen Apartment, findet Freunde und lernt auch Thibauld kennen. Nach 20 Jahren kehrt Mona nach Paris zurück und trifft zufällig wieder auf Thibauld, den sie nie ganz vergessen konnte.
Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut, genauso wie die Verarbeitung und die hervorstehenden Buchstaben des Titels. Es verkörpert das Gefühl, das man sich vom Leben in Paris vorstellt.
Was mir auch gut gefällt ist der Aufbau des Buches: die Geschichte wird abwechselnd im Jahr 1999 und 2019 erzählt. Dadurch wird etwas Spannung aufgebaut und ich war als Leser daran interessiert, wie es in der jeweiligen Zeit weitergeht.
Zu den Figuren selbst konnte ich leider keine Verbindung herstellen und mich in sie hineinversetzen. Es war, als ob ich alles durch eine dicke Glaswand beobachte und die Gefühle einfach nicht bei mir ankommen. Ein gutes Buch macht für mich aus, dass ich mit den Hauptfiguren mitfiebern, -weinen und -lachen kann und ihre Emotionen verstehen kann. Hier war das leider nicht der Fall, sondern eher neutral und aus der Vogelperspektive erzählt. Das war sehr schade, da das Setting und der Paris-Flair gut beschrieben war und auch die Geschichte Potential hätte, die Leser zu berühren.
Heilung
People in Love von Claire Daverley
Der Roman People in Love von Claire Daverley handelt von Nora und Bren. Beide sind als Nachbarn aufgewachsen und waren unzertrennlich bis sich Bren, fast 18, nach einem Schicksalsschlag auf Reisen in die weite Welt macht und nicht mehr nach Hause zurückkehrt, aber sporadisch mit Nora in Kontakt bleibt.
Nora hingegen bleibt in der Heimat, lebt ihr Leben weiter und lernt Robin kennen. Obwohl sie eigentlich nie heiraten möchte, sagt sie Ja, Ja, Ja! als Robin ihr einen Antrag macht. An ihrer Verlobungsfeier steht plötzlich Bren vor Noras Tür und ihre Gefühlswelt gerät durcheinander.
Die Geschichte wird sowohl aus Noras als auch aus Brens Perspektive erzählt und ab und an aus Robins, was dem Leser einen guten Überblick gibt und die Möglichkeit, eine Verbindung zu den drei Hauptfiguren aufzubauen.
Was erstmal nach einer 08/15 Geschichte klingt, hat so viel mehr zu bieten. Es geht um Heilung, Freundschaft, Verzeihen, Familie und Liebe. In diesem Roman stecken viele Themen, die ich dort erst gar nicht erwartet hätte.
Fazit: aufgrund dieser Überraschung gibt es fünf Sterne, auch wenn Liebesromane eigentlich nicht mein Lieblingsgenre sind.
anders als erwartet
Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett
In "Fünf Tage im Licht" spielt Sophie die Hauptfigur: sie verbringt mit ihren drei Freundinnen fünf Tage auf einer griechischen Insel, um von einer der Freundinnen den Junggesellinnenabschied zu verbringen. Nach den fünf Tagen sollen die jeweiligen Partner nachkommen, um noch weitere gemeinsame Tage zu erleben.
Sophie befindet sich in einer Sinnkriese und stürzt sich Hals über Kopf in eine Affäre mit dem Griechen Ky.
Die Stimme von Henriette Schreurs passt total gut zum Roman und sie füllt die Geschichte mit Leben.
Das Cover hat mir gleich zu Beginn total gut gefallen, weil es so schön frisch und sommerlich aussieht und genauso habe ich mir auch das Gefühl beim Lesen vorgestellt. Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen, aber für mich war die Hauptfigur Sophie nicht richtig sympathisch und auch die Stimmung im Roman war die meiste Zeit eher bedrückt, sodass der Sommer-Vibe bei mir leider nicht aufkam.
Die Lebensfragen, die sich Sophie stellt, sind gerade in den späten 20ern und 30ern relevant und auch gut thematisiert im Buch. Diesen Part hat die Autorin gut umgesetzt.
unentschlossen
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Der Roman "Insel der Ratten" spielt in einer Welt, in der eine schwere Pandemie herrschte und anschließend das System zusammenbrach. Nur noch die Reichen können sich sicher fühlen und ein - den Umständen entsprechend - angenehmes Leben führen. Für den Rest der Menschen heißt es, sich möglichst mit einer Bande zusammenzutun, um eine gewisse Sicherheit zu erhalten.
Die Geschichte dreht sich vor allem um einen der reichsten Männer, Colin Lowe, seinen Sohn Brad sowie Colins engsten Freund und Juristen Will. Brad ist Anführer einer Bande und entführt Wills Tochter. Eine zentrale Frage des Romans ist, ob Will auf Rache aus ist oder dem noch ansatzweise bestehenden Rechtssystem vertraut.
Erzählt wird in der Ich-Perspektive von zwei Charakteren. Trotzdem konnte ich mich bei beiden nicht vollständig in sie hineinversetzen. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, jedoch wird kaum Spannung aufgebaut, was dazu führte, dass ich nicht gefesselt war und nicht den Drang hatte, unbedingt weiterlesen zu wollen.
Fazit: die Welt im Roman wurde von Jo Nesbø sehr gut aufgebaut, allerdings hat mich die Geschichte an sich nicht vollständig überzeugt.
Spannender Fantasyroman
Dragon Cursed - Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe) von Elise Kova
Das Buch "Dragon Cursed" von Elise Kova handelt von der 18-jährigen Isola, die zusammen mit weiteren 18-jährigen ein Tribunal durchlaufen muss, um in ihrer Heimatstadt Vingard als Vollbürgerin zu gelten. Neben Isola nimmt unter anderem ihre beste Freundin Saipha und Lucan teil, der Isola seit längerem beschattet.
Das Tribunal dient vor allem dazu, diejenigen auszusortieren und zu töten, die den Drachenfluch in sich tragen.
Erzählt wird in der Ich-Perspektive und chronologisch in einem Zeitstrang.
Zu Beginn war es trotz Ich-Perspektive schwierig für mich, in die Geschichte einzutauchen. Nach einiger Zeit hat sich das jedoch gelegt und ich habe eine gute Verbindung zu Isola und den Geschehnissen aufbauen können. Die letzten 150 bis 200 Seiten waren total spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Handlung im zweiten Buch der Dilogie weitergehen wird.
Wo ist Juli?
Weil sie lügt von Caroline Seibt
Weil sie lügt von Caroline Seibt handelt von Anna, einer jungen Frau, deren Schwester Juli spurlos verschwunden ist. Die Polizei geht von einem Mord aus, aber da nie eine Leiche gefunden wurde, forscht Anna weiter und versucht zu verstehen, wer Juli das angetan hat.
Die Geschichte wird aus zwei Sichtweisen, jeweils in der Ich-Perspektive, erzählt: zum einen von Anna und zum anderen von der Polizistin Katharina, die den Fall um Juliane Brunner bearbeitet.
Ich finde es immer klasse, wenn verschiedene (aber nicht zu viele) Perspektiven beschrieben wird. So entsteht mehr Spannung und man besitzt außerdem ein umfassenderes Bild.
Der Schreibstil hat ein ruhiges, flüssiges und sehr angenehmes Lesen ermöglicht und gleichzeitig sehr viel Spannung aufgebaut. Zudem konnte ich eine gute Verbindung zu den beiden Hauptfiguren aufbauen und mich in sie hineinversetzen. Während des Lesens, vor allem am Ende, gab es einige wirklich unvorhersehbare Plot Twists, was genial war.
Einen Punkt Abzug gibt es (leider) nur deshalb, weil sich die Geschichte bei ca. einem Drittel des Buches etwas gezogen hat und nicht wirklich viel passiert ist. Sobald diese Stelle überwunden war, ging es wieder rasant weiter.
Witzig und amüsant
Verlorene Schäfchen von Madeline Cash
"Verlorene Schäfchen" von Madeline Cash handelt vom Familienleben der Flynns: Bud Flynn, seiner Frau Catherine und deren drei Töchtern Abigail, Louise und Harper. Es ist das reinste Chaos in dieser Familie, aber so witzig und amüsant erzählt, dass man diese Familie einfach lieben muss.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Sichtweisen.
Die jeweiligen Familienmitglieder machen zwar den Hauptteil aus, aber auch andere Nebenfiguren kommen zum Zug, was das Ganze abwechslungsreich gestaltet. Schön ist auch, dass jede der Hauptfiguren einen eigenen, verrückten Charakter hat und sich in einer einzigarten, abgedrehten Lebenssituation befindet. Dadurch wird die Geschichte sehr sympathisch und urkomisch.
Der Roman hat sich perfekt geeignet, um abschalten zu können und stets ein Lächeln auf den Lippen beim Lesen zu haben.
amüsant
Hope Joanna,2 Audio-CD, 2 MP3 von Horst Evers
Der Roman "Hope Joanna" handelt von der Polizistin Joanna, die in einem außergewöhnlichen Mordfall ermittelt. Dabei wurde ein Händler von einer Schlange gebissen und Joanna macht sich auf die Suche nach dem oder der Täter:in.
Die Geschichte wird von einem personalen Erzähler erzählt, der manchmal Joanna begleitet, aber auch diverse andere Charaktere in dem Buch.
Das hat meinen Geschmack gut getroffen, da man als Hörer einen allumfassenden Blick erhält.
Insgesamt hat man beim Hören ständig ein Grinsen auf den Lippen, da die Geschichte sehr amüsant und mit viel Humor geschrieben ist. Der Autor hat die Geschichte im Hörbuch wirklich hervorragend vorgelesen. Das hat mich positiv überrascht. Hingegen der Kriminal-Teil ist dafür etwas zu kurz gekommen. Zwar handelt es sich um die Bearbeitung eines Mordfalls, jedoch kommt keinerlei Spannung auf. Da es dafür mehr Humor beinhaltet, war der Tausch von Spannung und Humor in Ordnung. Wer aber einen spannenden Kriminalroman lesen möchte, ist hier eher an der falschen Stelle.
Nicht meins
Die Straße,4 Audio-CD von Robert Seethaler
Der Roman "Die Straße" von Robert Seethaler handelt von den Bewohnern der Heidestraße. Die Dauer der Geschichte umfasst ein Jahr und der Roman beschreibt die Augenblicke der unterschiedlichen Anwohner in dieser Straße.
Ich kann nur von der Hörbuchversion sprechen, aber der Roman ist nicht mein Fall.
Als Hörer habe ich keinen Bezug zu den Figuren aufgebaut, vor allem, weil sie keine Namen hatten und die einzelnen Kapitel sehr kurz waren. Der Sprecher Matthias Brandt hat meiner Meinung nach das Beste aus dem Roman geholt, insbesondere durch Anpassung der Stimme und Beton bei den jeweiligen Bewohnern. Jedoch war es als Hörer trotzdem schwierig zu verstehen, wann die Sichtweise gewechselt wird, obwohl eine Pause zwischen zwei Perspektiven gelassen wurde.
Insgesamt war es schwierig zu verstehen, etwas wirr und ohne eine Verbindung zu den Personen, was ich sehr schade finde.











