Kunden em pfehlungen
Rezensionen von milky:
Reise durch die Zeit
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
In "Die Mitternachtsreise" von Matt Haig zieht das Leben von Wilbur Budd nach seinem Tod nochmal an ihm vorbei. Zu Lebzeiten war er ein erfolgreicher und bekannter, aber auch einsamer Mann.
Mit hat es gut gefallen, dass es im Roman viel um das Lesen und Bücher geht. Gleichzeitig ist es tiefgründig und stellt die Prioritäten im Leben in Frage.
Die Geschichte wird allein aus Wilburs Sichtweise in der personalen Erzählweise (Er-Form) geschrieben. Dadurch besitzt man als Leser zwar noch eine gewisse Distanz zur Hauptfigur, jedoch konnte ich trotzdem eine gute Verbindung zu Wilbur aufbauen und mich in ihn hineinversetzen.
Der Schreibstil ist eher ruhig und bedacht und liest sich sehr flüssig und angenehm.
Fazit: wer ein spannendes Buch sucht, das er kaum aus der Hand legen kann, ist hier falsch. Wer aber ein Buch voller Tiefgang, Lebensphilosophie und Liebe zu Büchern sucht, ist hier genau richtig.
Viele Verdächtige und überraschende Wendungen
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Der Thriller "Home Before Dark" von Eva Björg Ægisdóttir handelt von Marsibil und ihrer älteren Schwester Stina, die im Winter 1967 beinahe spurlos verschwindet - nur ihre blutige Jacke wird am Wegesrand gefunden. Der Fundort der Jacke ist derselbe, an dem sich Marsibil mit ihrem Brieffreund das erste Mal treffen wollte.
Zufällig auch genau zum selben Zeitpunkt, an dem Stina verschwindet. Diese Tatsache lässt Marsibil nie los und zehn Jahre später beginnt sie, nach ihrer Schwester zu suchen.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven und Zeitsträngen erzählt: Stina im Jahr 1967 und Marsibil im Jahr 1977. Für beides wurde die Ich-Perspektive gewählt, was mir gut gefallen hat, da ich schnell zu den beiden Schwestern eine Verbindung aufbauen konnte. Auch die Stimme der Sprecherin hat dabei geholfen. Die Betonungen und die Veränderungen in der Stimmlage waren sehr passend.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu hören und baut über das ganze Buch hinweg eine Spannung auf. Es macht Spaß, Marsibil zu begleiten und zu erraten, wer etwas mit Stinas Verschwinden zu tun hat und da gibt es einige Verdächtige. Während der Geschichte gab es einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte.
Enttäuschend
Beth is Dead von Katie Bernet
Der Thriller "Beth is dead" von Katie Bernet handelt von den vier Schwestern Beth, Jo, Amy und Meg. Beth wird zu Beginn des Buches tot im Park aufgefunden und das Rennen zur Ermittlung des Täters beginnt - selbst die Schwestern scheuen sich nicht davor, sich gegenseitig zu verdächtigen.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt: vorher (vor Beths Tod) und heute.
Zusätzlich gibt es vier Perspektiven, jeweils als Ich-Erzähler: Beth (nur "vorher"), Jo, Amy und Meg.
Insgesamt habe ich mir sehr viel vom Buch versprochen, jedoch fehlt es meiner Meinung nach den Hauptfiguren an Tiefe. Es gibt zu viele Perspektiven, die sich schnell abwechseln als dass man sich gut in jede der Schwestern hineinversetzen könnte.
Die Schreibweise lässt zwar ein flüssiges Lesen zu, jedoch ist der Text leider nicht spannend geschrieben. Auch wenn man rational weiß: das soll jetzt spannend sein, aber der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen.
Die vier Stimmen der Sprecherinnen waren leider etwas ähnlich, sodass ich nur anhand der Stimme nie so richtig wusste, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Die Betonung und der Übertrag der Emotionen war bei allen gut gelungen, auch wenn der Text bzgl. Emotionen leider nicht viel her gab.
Fazit: die Grundidee hinter der Geschichte ist klasse, leider hat mich der Thriller nicht berührt und ich konnte mich auch nur schwer eine Verbindung zu den Schwestern aufbauen.
Das Meer gibt nichts zurück
Meeresdunkel von Till Raether
Der Thriller Meeresdunkel von Till Raether handelt von zwei deutschen Familien, die scheinbar durch einen Buchungsfehler für denselben Zeitraum dieselbe Finca auf Mallorca gebucht haben. Zunächst scheint alles gut zu laufen, doch dann zieht ein Sturm auf und die Ereignisse überschlagen sich.
Die Geschichte ist abwechselnd aus der Sicht von Henrike, Samuel und Juri geschrieben; jeweils als personaler Erzähler.
Henrike ist eine der beiden Familienmütter, Samuel ist der Vater der anderen Familie und Juri ist der achtjährige Sohn von Samuel. Diese Aufteilung ist eher ungewohnt, vor allem Juris Sicht, jedoch rundet sie die Geschichte ab. Der Autor schreibt stets nachvollziehbar und unkompliziert, sodass ein flüssiges und angenehmes Lesen gut möglich ist.
An sich passiert während der Geschichte nicht viel: sie spielt sich zum Großteil in der Finca ab. Die Spannung wird eher dadurch erzeugt, was die Personen voneinander erfahren und wie ihre Vergangenheit nach und nach aufgedeckt wird. Insgesamt hätte der Autor den Leser noch etwas mehr auf die Folter spannen können.
Spannend und überraschend
Du musst mich vergessen von Rosie Walsh
Der Roman "Du musst mich vergessen" handelt von Carrie, einer Chirurgin aus London. Sie verliebt sich sofort in Johan, die beiden führen eine intensive und leidenschaftliche Beziehung und heiraten schließlich in Thailand. Es ist alles perfekt bis Polizisten den Strand stürmen und Johan umgehend verhaften.
Zwölf Jahre später führt sie ein ruhiges Leben mit ihrem Ehemann und den Zwillingen bis Carrie durch Zufall im Internet auf Johan stößt.
Die Geschichte von Carrie wird ausgesprochen gut erzählt und ein flüssiges und angenehmes Lesen ist stets möglich. Carrie als Hauptfigur wird realistisch beschrieben und besitzt eine gewisse Tiefe. Auch in die anderen wichtigen Figuren kann man sich gut hineinversetzen.
Mir gefällt, dass die Geschichte in unterschiedlichen Zeiträngen erzählt wird und immer aus der Ich-Perspektive von Carrie. Dadurch baut sich Spannung auf und man erfährt erst nach und nach, was wirklich passiert ist.
Fazit: es handelt sich zwar um einen Liebesroman, der aber nie kitschig oder aufgesetzt wirkt. Vielmehr geht es darum, gemeinsam mit Carrie herauszufinden, was damals wirklich passiert ist und das birgt einige Überraschungen, auf die man als Leser nie gekommen wäre.
Freundinnen auf einer einsamen Insel
Bachelorette Party von Camilla Sten
Annelieses Junggesellinnenabschied verspricht ein voller Erfolg zu werden: beste Freundinnen zusammen auf einer einsamen, abgeschiedenen Insel, Yogasessions, Achtsamkeitsübungen und digital Detox – gemeinsame Zeit verbringen ohne den Alltagsstress. Die Hauptperson Tessa sowie ihre Schwester sind Teil der Gruppe und Tessa ist sowohl neugierig auf die kleine Insel als auch ehrfürchtig.
Zehn Jahre zuvor wurden vier Freundinnen, die ebenfalls auf dieser Insel waren, als vermisst gemeldet und nie wieder gefunden.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der Großteil findet in der Gegenwart statt und ist in der Ich-Perspektive von Tessa geschrieben. Zudem gibt es Rückblicke, um die Geschehnisse der vier Freundinnen zehn Jahre zuvor aufzuklären. Unterschiedliche Zeitstränge empfinde ich immer als positiv, da es aufgrund der Abwechslung nicht langweilig wird und bei beiden Zeitsträngen die Spannung erhalten bleibt.
Einige Handlungen fand ich leider vorhersehbar, die Beweggründe für die Handlungen waren jedoch überraschend. An sich war das Buch schon spannend, es ist jedoch noch Luft nach oben vorhanden.
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte
Solange ein Streichholz brennt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Christian Huber
Das Hörbuch "Solange ein Streichholz brennt" von Christian Huber handelt von Alina und Bohm. Alina ist Journalistin bei einem bekannten TV-Sender, jedoch geht ihre Karriere eher bergab als bergauf. Bohm ist ein Obdachloser, dem ein Hund zugelaufen ist und der gerne schnitzt. Beide lernen sich zufällig bei einer Reportage kennen, die Alina über Obdachlosigkeit dreht.
Beide kommen sich während des Drehs näher, obwohl das weder von Alina noch von Bohm je die Intention war.
Die Geschichte wird sowohl aus Alinas als auch aus Bohms Perspektive erzählt, was ich als sehr positiv empfinde. So erhält der Leser Einblick in beide Hauptfiguren und kann zu beiden eine gute Verbindung aufbauen.
Christian Huber erzählt sehr feinfühlig und bedächtig. Auch wird das Thema „Obdachlosigkeit“ gut aufgegriffen und von verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Insgesamt erhält der Leser einige Erkenntnisse, die man in sein eigenes Leben einfließen lassen kann.
Die beiden Sprecher:innen des Hörbuchs haben von der Stimme her fantastisch zu den Hauptfiguren gepasst. Beide hatten eine gute Betonung und haben die Emotionen sehr gut mit ihrer Stimme transportieren können.
Anders als erwartet
Giftiger Grund von Thomas Knüwer
Der Roman "Giftiger Grund" von Thomas Knüwer handelt von Joran, Charu und Edda, deren Wege sich ungeplant an einer verlassenen und seit Jahren geschlossenen Tankstelle kreuzen. Joran wurde gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen, Charu filmt und fotografiert Lost Places für ihr Instagram Profil und Edda ist noch ein Kind, das sich allerdings nachts alleine im Schlafanzug bei der Tankstelle aufhält.
Der Kriminalroman wird aus allen drei Perspektiven erzählt, wodurch ich sehr schnell einen Bezug zu den drei Hauptfiguren herstellen konnte. Die Geschichte wird sehr spannend erzählt und hat mich immer neugierig auf das nächste Kapitel gemacht. Vom Klappentext her hatte ich mir allerdings etwas anderes vorgestellt. Ich habe angenommen, es geht darum, dass die drei das Verbrechen, das an der Tankstelle stattgefunden hat, zusammen aktiv aufklären und Spuren suchen. Wie sich herausgestellt hat, wurde das Buch ganz anders aufgebaut, was jedoch kein Kritikpunkt ist. Die gewählte Art und Weise war zwar unerwartet, aber hat mich überzeugt.
Die drei Hauptfiguren wurden gut ausgearbeitet und besitzen eine Persönlichkeit mit ihren Eigenheiten und ihrer Vergangenheit. Während der gesamten Geschichte war für mich alles nachvollziehbar.
Im Hörbuch fand ich es super, dass es unterschiedliche Sprecher*innen gab. Alle haben die Geschichte hervorragend erzählt und die Stimme passte gut zu den Hauptfiguren.
Fazit: Ein sehr interessantes und spannendes Buch über drei Personen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, die dennoch zusammenfinden.
Auf der Suche nach der Wahrheit
Darkly von Marisha Pessl
Das Buch "Darkly" von Marisha Pessl handelt von der 17-jährigen Dia, die sich wie viele andere Jugendliche auf der ganzen Welt auf einen Praktikumsplatz bei der Louisiana Veda Stiftung beworben haben. Nur sieben Jugendliche werden ausgewählt und Dia ist eine von ihnen. Statt in ein schickes Bürogebäude in London werden die sieben auf eine einsame Insel gebracht, auf der sich die ehemalige Spiele-Fabrik von Louisiana Veda befindet.
Auf den ersten paar Seiten hatte ich erst Probleme, mich in die Geschichte einzufinden und einen Draht zur Hauptfigur Dia zu bekommen. Das hat sich aber schnell gelegt und ab dann konnte ich das Buch kaum aus der Hand halten. Der Text ist angenehm und flüssig lesbar und baut Spannung auf. Alle Charaktere sind gut beschrieben und besitzen eine eigene Persönlichkeit - die, die nicht zu den Hauptfiguren zählen natürlich weniger tief als die Charaktere, die mehr im Mittelpunkt der Geschichte stehen.
Fazit: das Cover und die Idee des Buches sind sehr gut gelungen. Wer einen spannenden Roman mit einigen Plot Twists sucht, ist hier genau richtig.
Wohlfühlroman
Fäden des Glücks von Marit Warncke
Der Roman "Fäden des Glücks" von Marit Warncke handelt von Karla, die plötzlich ihren Job als Unternehmensberaterin verloren hat. Das ist zwar ein Schlag ins Gesicht, jedoch kann sie sich endlich die Zeit nehmen, um sich um ihr Erbe zu kümmern: sie möchte das alte Gutshaus ihrer Familie so weit renovieren, dass sie das Haus gut verkaufen kann.
Dort trifft sie auf Rasmus, ihre Jugendliebe, und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Marit Warncke erzählt anschaulich und gefühlvoll die Geschichte von Karla. Ihr Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen, sodass man gut in die Handlung und Figuren abtauchen kann. Mir gefällt, dass es nicht nur ein Liebesroman ist, sondern auch Freundschaft, die Liebe zum Handwerk und die Vergangenheit (das Gutshaus und seine Familie in den 1940ern) beinhaltet und somit Abwechslung bietet. Auch abwechslungsreich finde ich die Kapitel aus Karlas Vergangenheit, die immer wieder zwischendurch eingefügt sind.
Fazit: ein gut zu lesender Wohlfühlroman, der zwar keine allzu unvorhersehbaren Überraschungen bereithält, bei dem man sich entspannen kann und einem warm ums Herz wird.











