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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Beavielleser:

Leben in zwei Welten

Halbe Leben von Susanne Gregor

Paulina kommt in das Haus von Klara und Jakob,  um Klaras Mutter nach einem Schlaganfall zu pflegen.  Dazu muss sie Ihre Kinder  bei Ihrer Schwiegermutter in der Slowakei in Obhut geben.

Klara ist eine Karrierefrau,  die nie Zeit für ihre Familie hat.  Die Tochter wurde von Klaras Mutter groß gezogen.

  Die Freundlichkeit mit der Klara und Jakob Paulina begegnen ist oberflächlich.  Sie merken gar nicht,  wie schwer Paulina die Trennung von ihren Kinder fehlt.  Paulina wird immer mehr von der Familie vereinnahmt,  keiner fragt nach ihren Bedürfnissen. 

Mit viel Fingerspitzengefühl schildert Susanne Gregor die Lebensituationen. Paulinas schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber und die schleichende Vereinnahmung von Klara und Jakob.  Auch Klaras Zerrissenheit zwischen Karriere und Familie wird anschaulich beschrieben.  Leise baut sich während der ganzen Geschichte eine Spannung zwischenden Protagonisten auf.

Ein wichtiges Buch , dass den Blick auf die Probleme von ausländischem Pflegepersonal lenkt,  die zwischen zwei Leben pendeln. 

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Verdrängungskünstler

Bis die Sonne scheint von Christian Schünemann

Daniels Eltern sind pleite.  Sein Vater einst ein erfolgreicher Architekt, handelt nun mit Wasserfiltern. Doch der erhoffte Geschäftserfolg bleibt aus. Marlene und Siegfried haben nie gelernt mit Geld umzugehen.  Es gibt keine Rücklagen und selbst als der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht,  tun sie so als wäre die Welt in Ordnung.

  Stattdessen gehen sie in teure Restaurants,  kaufen überteuerte Geschenke und machen Urlaub in Nizza.

Am Besten gefallen haben mir die Rückblicke auf das Leben der Großeltern.  Diese fand ich spannender,  als die Geschehnisse in den 80er Jahren,  die mich mehr aufgeregt, als unterhalten haben.

Mich konnte das Buch nicht so richtig fesseln.  Die Charaktere blieben mir fremd.
Aber es ist auf jeden Fall eine interessante Familiengeschichte, die viele Erinnerungen an die 80er Jahre hervorgeholt hat.

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Dieses Buch hat mich überrascht

Hier draußen von Martina Behm

Ingo und Lara sind von Hamburg aufs Land gezogen, weil es dort so idyllisch ist.  Aber dann hat die Idylle doch ihre Fehler.  Ingo ist zunehmend gestresst durch die lange Fahrt nach Hamburg in sein Startup-Unternehmen. Lara findet nicht so richtig Anschluss und fühlt sich von Ingo mit allem allein gelassen.

Und dann hat Ingo eines Abends einen Unfall mit einer weißen Hirschkuh.  Als er den Jäger ruft, erfährt er, dass eine Legende  sagt, dass derjenige der eine weiße Hirschkuh tötet innerhalb eines Jahres stirbt.

Das Leben in dem kleinen Dorf ist sehr detailiert beschrieben.  Manche Szenen habe ich direkt vor mir gesehen und oft musste ich über die Charaktere schmunzeln.  Die Kapitel sind aus der Sicht der jeweiligen Dorfbewohner geschrieben und man lernt ihr Leben,  ihre Gedanken,  ihre Nöte und Träume kennen.  Schnell wird klar,  dass das Dorfleben einige Ecken und Kanten hat.

Der Roman ist sehr facettenreich, skurril,  witzig und tiefgründig. Ein sehr gelungenes Buch, das mich überrascht hat.

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Gut inszenierte Geschichte

Der Gott des Waldes von Liz Moore

Barbara, die Tochter einer reichen Familie verschwindet aus dem Feriencamp, das zum Besitz dieser Familie gehört. Besonders tragisch ist,  dass  14 Jahre vorher schon ihr Bruder verschwunden ist und nie gefunden wurde.

Die Familie ist alles andere als symphatisch. Bei Peter I und Peter II, Vater und Sohn, geht es vorallem ums Geschäft,  Menschen scheinen nichts zu zählen, ausser sie dienen als Mittel zum Zweck.

Barbara hatte in dieser Familie keine schöne Kindheit.

Die Familiengeschichte wird aus Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt und in unterschiedlichen Jahren,  was sehr abwechslungsreich und spannend ist.

Die Vermischung von Krimi und Familiendrama wurde sehr gut umgesetzt.  Eine gut inszeniert Geschichte.
Es gibt immer wieder neue Wendungen und die Charaktere sind authentisch.  Mich hat das Buch sehr gut unterhalten.

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Lebenswege

Der große Riss von Cristina Henríquez

Als Anfang des 19. Jahrhunderts der Bau des Panamakanals wieder aufgenommen wird,  machen sich viele auf den Weg um daran mitzuarbeiten.  Die Einen wollen an etwas grossem Teil haben und die Anderen schnell viel Geld verdienen.

Aber was bedeutet dieses große Vorhaben für die Leute,  die dort leben? Alles ändert sich durch das Eingreifen der Amerikaner.

 Die Einheimischen sind machtlos gegen das was passiert.

Die Lebenswege und Geschichten der Protagonisten sind interessant und gut gewählt. Jeder von ihnen ist mehr oder weniger von dem Bau betroffen. Auch der Kampf gegen die auftretenden Krankheiten wird eindringlich geschildert.

Beim Lesen des Klappentextes bin ich davon ausgegangen bin,  dass ich mehr über den Bau des Panamakanals erfahren, aber es geht um die Menschen, die von diesem Bau betroffen sind.
Von daher hat das Buch anfangs meine Erwartungen nicht erfüllt, konnte mich dann aber doch noch überzeugen.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.

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Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau

Die Allee von Florentine Anders

Das Buch erzählt die Geschichte der Famile Heselmannn.  Hermann Heselmannn war ein bekannter Architekt in der DDR.  Seine Frau Isi wollte auch Architektin werden,  wurde dann aber immer wieder schwanger und war damit beschäftigt sich um die Familie zu kümmern,  das Geld zusammen zu halten und ihren Mann zu unterstützen.

  Ihre eigenen Träume sind immer zu kurz gekommen.

Hermann Heselmannn war kein einfacher Charakter.  Er war egoistisch,  manipulativ, jähzornig und betrog seine Frau.  Die Kinder hatten Angst vor ihm und seinen Schlägen.

Von den 8 Kindern erfahren wir wenig,  außer von Isa. Sie versucht ihren eigenen Weg zu gehen,  rebelliert  und widersetzt sich ihrem Vater.  Aber dann kommen  Liebe,  Ehe,  Kinder und sie landet in einer kleinen Wohnung und muss schauen wie sie klar kommt.

Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben und hat mehr den Stil eines Sachbuches.  Für mich hat es sich wie eine Aufzählung der Ereignisse gelesen. Trotzdem kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

Gut gefallen hat mir,  dass ich viel über die Architektur, das Leben und das Arbeiten in der DDR erfahren habe.  Besonders erstaunlich fand ich die prekäre Wohnsituation im Arbeiter- und Bauernstaat.

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Ich möchte das nicht erleben müssen

Ginsterburg von Arno Frank

Ginsterburg ist ein fiktiver Ort.  Die Geschichte spielt in den Jahren 1935, 1940 und 1945. Erzählt wird das Leben der Menschen, wie sie versuchen in der sich ändernden Zeit zurecht zu kommen. 
Die einen finden alles toll,  dann gibt es die, die sich wegducken und natürlich die Gewinner.

 

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, die alle mehr oder weniger miteinander zu tun haben und gut dargestellt sind:

Die Buchhänderlin Merle,  die die Nazi's verachtet. Ihr Sohn Lothar,  der als Pilot in den Krieg geht und einfach glücklich ist fliegen zu dürfen.  Gesine, Lothar's  Verlobte, die eine treue Hitleranhängerin ist.  Eugen, der ein Verhältnis mit Merle hat. Uta die sehr seltsam wird,  seit ihr jüdischer Mann Theo vor den Nazi's geflüchtet ist. Die beiden Geschäftsleute Clemens Jungheinrich und
Otto Gürckel, die an dem Krieg verdienen.  Hansemann, ein Arzt von dem man nicht weiß an welcher Klinik er tätig ist.  Walter, der homosexuell ist.

Das damalige Zeitgeschehen wird ohne Effekthascherei erzählt und prägt sich genau dadurch sehr intensiv ein.
Vieles war mir bekannt,  aber ich habe auch Neues erfahren.
Ein sehr wichtiges Buch, gerade zur jetzigen Zeit, in der man Angst vor einer Wiederholung bekommt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen,  auch wenn der ein oder andere Abschnitt seine Längen hatte.

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Liebesgeschichte gepaart mit einem Krimi

Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch

Elijah kommt nach 15 Jahren wieder nach Point Orchards zurück.  Der Traum ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden,  hat leider nicht geklappt.  Mittellos führt er in der Hütte seines verstorbenen Vaters ein einsames, naturverbundenes Leben.  Was er zum Leben braucht,  holt er sich aus dem See und Wald.

Als er damls ging,  hat er auch seine Jugendliebe Nakita, zurück gelassen.  Langsam nähern sich die beiden wieder an, um sich dann ein zweites Mal zu verlieren.

Die Jugendliebe der Beiden,  ihre Trennung und Elijah's Leben nach der Rückkehr werden in Rückblenden erzählt,  die mit der jeweiligen Jahreszahl überschrieben sind. Langsam nähert man sich der Gegenwart (1994),   in der eine Ärztin erhängt an einem See gefunden wird.

Wer gute, flüssig Unterhaltung sucht,  ist bei dieser Liebesgeschichte, gepaart mit einem Krimi, genau richtig.  Auf den letzten 100 Seiten wird es dann richtig spannend.
Mir hätte eine etwas anspruchsvollerer Schreibstil mit mehr Tiefgang besser gefallen,  deshalb nur 3,5 Punkte

Gar nicht gefallen hat mir die übertriebene Werbung von Lesern im Bucheinband,  vorallem da es anscheinend alles Leute sind, die irgendwie mit dem Verlag zu tun haben.

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Konnte mich nicht fesseln

Allein gegen die Lüge von Alex Finlay

Matt verliert fast seine gesamte Familie, als diese in Mexico Urlaub macht.  Als einziger Verwandtet bleibt ihm nun nur noch sein  Bruder Danny, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt.
Die Behörden in Mexico gehen von einem Gasunfall aus, aber es gibt Hinweise auf einen Mord.

Die Rückblicke aus Sicht der Toten lassen schnell erahnen,  dass der Urlaub kein Urlaub war,  sondern es viel mehr darum ging,  einen weiteren Beweis für Dannys Unschuld zu finden.

Interessante Geschichte,  aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt.  Mir war es zum Teil zu langatmig und so richtig spannend war es auch nicht.
Ich konnte die Protagonisten nicht richtig fassen , sie blieben mir fremd. Die vielen Zeit-  und Perspektivwechsel haben es schwierig gemacht der Geschichte folgen zu können.
Mit den Kapiteln der True-CrimeStory konnte ich gar nichts anfangen,  diese waren für mich überflüssig.

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Freundschaft, Liebe und Verrat

Rückkehr nach Budapest von Nikoletta Kiss

Die beiden Cousinen Theresa und Marta verbringen in Ihrer Kindheit viel Zeit zusammen,  wenn Theresas Familie in den Ferien in das ungarische Dorf kommt.
Marta hat es nicht einfach.  Ihr Vater ist Alkoholiker und ihre Mutter verlässt die Familie deshalb.  Als Marta das Leben bei ihrem Vater nicht mehr aushält,  fährt sie zu Theresa nach Ostberlin.

In Ostberlin lernt Marta die Literaturszene kennen und verliebt sich in den rätselhaften Schriftsteller Konstantin, den auch Theresa liebt.

Die beiden Cousinen sind charakterlich sehr unterschiedlich. Während Marta gerne an sich zweifelt und eher zurückhaltend ist,  hat Theresa  großes Selbstbewusstsein,  ignoriert gerne mal die  Bedürfnisse anderer und ist sehr impulsiv.

Ein Buch über eine besondere Beziehung dreier junger Menschen, die sich lieben, verletzen und verraten.  Der hauptsächliche Schauplatz ist Ungarn und Ostberlin ein paar Jahre vor der Wende.  Schriftsteller hatten es damals nicht leicht,  wenn sie nicht systemkonform schrieben.  All dies ist sehr eindrucksvoll beschrieben und man bekommt interessante Einblicke in das Leben in Ungarn und Ostberlin von damals.

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