Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sina:
Schlamassel im Gruselland
Hornbert ist süß von Robert Scheffner
Kurz vor Halloween ereignet sich etwas seltsames im Gruselland: plötzlich fängt alles an zu glitzern, wird schön und niedlich.
Als Kürbis Rufus dies bemerkt fühlt er sich berufen das Problem zu beheben, schließlich muss im Gruselland alles schaurig bleiben!
Lange muss er nicht suchen, bis der Übeltäter gefunden ist, doch wie kann er dem kleinen Einhorn Hornbert helfen, seinen Schluckauf loszuwerden und das Gruselland wieder in das zu verwandeln, was es vorher war?
Die Geschichte rund um »Hornbert ist süß« von Robert Scheffner, spielt sich auf 32 Seiten ab und ist für Kinder ab 4 Jahren empfohlen.
Die Sprache ist einfach und altersgerecht gehalten, hier und da findet man auch ein paar Reime, welche sich gut in die Geschichte einbringen.
Der Zeichenstil ist comicartig und gefällt mir persönlich gar nicht. Die Geschichte ist unterhaltsam und bietet einen netten Zeitvertreib rund um die Zeit um Halloween. Darüber hinaus wird man das Buch wohl eher nicht zur Hand nehmen, da es schon sehr spezifisch in diese Saison passt.
Eine Message vermittelt die Geschichte leider nicht, weshalb das Buch für meinen Geschmack dann insgesamt auch eher weniger ansprechend ist.
Gemeinsam alles schaffen!
Das Katzenhuhn: Was macht der Fisch auf dem Dach? von Bernhard Hoëcker; Eva von Mühlenfels
»Das Katzenhuhn - Was macht der Fisch auf dem Dach?« geschrieben von Comedian Bernhard Hoëcker und dessen Ehefrau Eva von Mühlenfels, welche als TV-Produzentin und Autorin tätig ist, und illustriert von Dominik Rupp, ist ein Kinderbuch ab 3 Jahren.
Auf 32 Seiten wird hier die Geschichte der Tiere eines Bauernhofs dargestellt, die sich in einen ziemlichen Schlamassel manövriert haben.
Nach einem vermeintlich harmlosen Spiel der beiden Freunde Timme und Max liegt der Karpfen Baldrian, welcher zuvor noch im Teich schwamm plötzlich auf dem Dach des Bauernhauses.
Mit gemeinsamen Kräften und viel Einfallsreichtum gehen die zwei Freunde und die übrigen Tiere des Nordhofs dessen Rettung an.
Die Illustrationen gefallen mir persönlich nicht, sind jedoch kindgerecht gestaltet und auch die Seiten sind schön groß - ideal also für kleinere Kinder.
Dennoch empfinde ich das Buch für Kinder ab 3 Jahren als zu lang und zu textlastig.
Die hier übermittelte Botschaft über Zusammenhalt hingegen gefällt mir sehr gut und die Umsetzung ist meiner Meinung nach toll gelungen.
Zwei Welten
Pi mal Daumen von Alina Bronsky
Nachdem „Pi mal Daumen“ von Alina Bronsky zum „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ 2024 gewählt wurde, war meine Neugier geweckt.
In der Geschichte geht es um Oscar, einen vermutlich hochintelligenten und autistischen Jungen (zumindest letzteres ist meiner Meinung nach offensichtlich, wird jedoch nie wörtlich erwähnt) und der exzentrischen Moni, die sich mit Mitte 50 noch entscheidet zu studieren, obwohl sie aufgrund ihres chaotischen Lebens allerhand Mühe aufbringen muss, beides unter einen Hut zu bekommen.
Gleich zu Anfang der Handlung lernen die zwei Hauptcharaktere sich im Hörsaal ihres Mathematikstudiums kennen und trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede entsteht nach einiger Zeit eine Freundschaft zwischen den beiden.
Die Charaktere sind für meinen Geschmack viel zu klischeehaft. Bronsky hat sich hier lediglich einiger Stereotypen bedient und diesen keine eigenen individuellen Wesenszüge verliehen, was insbesondere die zwei Protagonist*innen flach und eindimensional wirken lässt.
Auch dass man die Geschichte nur aus Oscars Perspektive betrachtet ist ein kleiner Minuspunkt. Monis aufreibender Alltag, in welchem sie es irgendwie schafft Familie, Studium und mehrere Jobs gleichzeitig unter einen Hut zu bringen laden doch geradezu dazu ein ihr auch eine eigene Stimme zu geben und das Geschehen aus deren Sicht zu schildern. Gleichzeitig fand ich Monis Entwicklung genauso wie die Geschichte rund um ihre Kindheit und ihren Bruder nicht besonders glaubwürdig.
Insgesamt hatte ich mir bei der Prämisse einer ungewöhnlichen Freundschaft deutlich mehr Tiefgang erhofft. Dennoch ist das Buch durchaus lesenswert, wenn man eine nette kurzweilige Unterhaltung sucht. Der Schreibstil mit den kurzen Kapiteln war fließend und gut lesbar.
Selbsterkenntnis und Wachstum
Die Wunder des Kosmos von Phi Weber
Das Buch »Die Wunder des Kosmos« von Phi Weber besticht durch seine wunderschöne und hochwertige Aufmachung.
Die Autorin, welche in den sozialen Medien schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, kannte ich zuvor nicht, jedoch hat mich das Thema Astrologie schon immer fasziniert und somit mein Interesse an dem Buch sofort geweckt.
Die Gliederung der einzelnen Kapitel ist übersichtlich und gut strukturiert. In der Einleitung erklärt die Autorin das Konzept eines Geburtshoroskops und die einzelnen Merkmale dessen. Dabei wird schnell klar, dass es hier nicht darum geht, welcher Planet in welchem Zeichen, in welchem Haus oder in welchem Aspekt steht, sondern, sich auf die Archetypen und dessen Eigenschaften und wie man an diesen wachsen kann beziehen möchte.
Wer sich selbst schon mal ausführlich mit der Astrologie befasst hat, weiß, was für Ausmaße die Analyse des eigenen Geburtshoroskops annehmen kann.
Dass sich die Autorin hier so spezifisch auf ein bestimmtes Thema festgelegt hat, gefällt mir daher sehr gut. Ich denke, das macht das Buch gerade auch für Einsteiger in die Thematik gut zugänglich.
Im Vordergrund steht hierbei ganz klar die Bewusstseinsentwicklung und inneres Wachstum. Wie jeder einzelne der Archetypen dies erreichen kann, werden individuelle Hilfe- und Fragestellungen geboten.
Alles in allem kann ich das Buch auf jeden Fall jedem Interessierten empfehlen. Selbst Skeptiker sollten mit dessen Hilfe zumindest einige Vorurteile beiseite schieben können. Denn hier wird explizit betont, dass die eigenen Anlagen kein Grund darstellen, eigene “Schwächen” zu rechtfertigen, sondern diese als Grundlage für persönliches Wachstum zu nutzen.
Eine nostalgische Reise
Pokémon Handbuch: Pokémon: Timelines von Phi Weber
Pokémon hat inzwischen absoluten Kult-Status! Egal ob jung oder alt, jeder kennt das von Satoshi Tajiri ins Leben gerufene Imperium und viele sind fasziniert davon.
Egal ob man die Serie geschaut, die Konsolenspiele gezockt oder die Karten gesammelt hat - hier kommt jeder Fan auf seine Kosten.
Wem es inzwischen jedoch zu unübersichtlich über die ganze Geschichte, die vor 25 Jahren mit Protagonist Ash und seinem Pikachu den Anfang nahm, dem kann “Pokémon Timelines” von Katharine Andreou und Glenn Dakin Abhilfe verschaffen.
Auf 208 Seiten in chronologischer Reihenfolge und nach Regionen eingeteilt, bietet dieses Buch eine gute Übersicht über die umfangreiche Welt der Pokémon.
Man wird mitgenommen auf die abenteuerliche Reise von Ash Ketchum auf seinem Weg zum Pokémon-Champ von Kanto bis nach Galar.
Dabei werden nicht nur Ash’s Outfits im Laufe der Zeit unter die Lupe genommen, sondern auch wichtige Charaktere; sowohl Freunde, als auch Rivalen, wichtige Turniere und der Pokédex vorgestellt.
Zwar ist das Buch für Kinder ab 6 Jahren empfohlen, dennoch wird auch jeder Mittdreißiger, der mit dem Hype aufgewachsen ist noch seine Freude daran haben.
Der weibliche Schmerz
Unversehrt. Frauen und Schmerz von Eva Biringer
In ihrem zweiten Sachbuch »Unversehrt. Frauen und Schmerz« widmet sich die Journalistin und Autorin Eva Biringer ganz der Thematik weiblichen Leids.
Die Einleitung beginnt mit der Leidensgeschichte ihrer eigenen Großmutter. Einfühlsam und mit Bedacht geht Biringer auf deren Tagebucheinträge ein, welche Symptome für alle möglichen (fehldiagnostizierten) Erkrankungen protokollieren.
In ihrem umfangreich und sorgfältig aufgearbeitetem Buch führt uns die Autorin klar und deutlich vor Augen, wie tief verankert die Herabwürdigung weiblichen Schmerzes in unserer Gesellschaft ist. Um dies zu belegen, greift sie auch auf wissenschaftliche Studien zurück und analysiert diese gründlich.
Durch eine auf historische und gegenwärtige Fakten gestützte Recherche zeigt sie auf, wie Misogynie und das Patriarchat Frauen schon von Anbeginn der Zeit unterdrückten, nicht ernst nahmen, klein redeten, übersahen oder mundtot machten. Welche gravierende Folgen das ganze hat und wie wir auch heute, genauso wie noch vor hunderten von Jahren, darunter leiden, beleuchtet sie hier in einem feministischen Kontext.
Ein wichtiges und wachrüttelndes Werk, welches durch seine einfach verständliche Sprache einen guten Lesefluss erzeugt. Einzig der Inhalt, welcher einen nicht selten mit Wut oder Traurigkeit zurücklässt, ist schwer verdaulich. Mit zynischen Einschüben in Form von Fußnoten lockert die Autorin das Ganze zwischendurch jedoch wieder auf, ohne dabei das gerade Gelesene ins lächerliche zu ziehen.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es streckenweise etwas wirr wirkt und keinem klar erkennbaren roten Faden folgt.
Dennoch kann ich das Buch jedem ans Herz legen, da es Aufmerksamkeit für ein unfassbar wichtiges Thema schafft!
Cheers mit den alten Schriftsteller*innen!
Trinken wie ein Dichter von Apollo Publishers
Die Aufmachung von „Trinken wie ein Dichter - 99 Drinks mit Jane Austen, Ernest Hemingway & co.“ wirkt mit dem roten Leinencover und dem Motiv einer Hand, welche ein Weinglas über einer Schreibmaschine hält, hochwertig und passend zum Thema gewählt.
Das Konzept des Buches, Cocktailrezepte mit Literatur zu verknüpfen hat mich direkt angesprochen und auch die Umsetzung finde ich gut gelungen.
Die einzelnen Kapitel gliedern die Schriftsteller*innen grob in Epochen ein.
Dabei werden diese mit Foto, Geburts-, sowie Todesjahr und einer kurzen Anekdote vorgestellt.
Die Rezepte sind einfach verständlich gestaltet und mit dezenten Zeichnungen ausgeschmückt.
Ob ich jemals auf die “Katerhilfe” am Ende des Buches zurückgreifen werde, wage ich zu bezweifeln, dennoch finde ich dieses Kapitel unterhaltsam und gut in die Thematik integriert.
Was ich schade finde, ist, dass sich im Buch so einige Rechtschreibfehler eingeschlichen haben, die meiner Meinung nach hätten vermieden werden müssen.
Insgesamt hat mir das Buch jedoch sowohl von seinem einzigartigen Konzept, als auch vom Inhalt gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der die Liebe zu Kulinarik und Literatur in einem Buch vereint haben möchte.
Bizarre Unterwasserwelt
Tiefsee-Monster von Matt Ralphs
„Tiefsee-Monster“ geschrieben von Matt Ralphs, illustriert von Kaley McKean und übersetzt von Stefanie Brägelmann und Annika Klapper ist ein Sachbuch im Großformat für Kinder ab 8 Jahren, welches in Zusammenarbeit mit der University of Cambridge entstanden ist.
Wer schon immer mal wissen wollte, auf welche kuriose Art und Weise sich Fächerflosser fortpflanzen, welcher Meeresbewohner ein Gehirn in Form eines Donuts hat, wer mit seinem diskokugelartigem Aussehen für Party-Stimmung unter Wasser sorgt, wonach der Grönlandhai riecht oder welches Ausscheidungsprodukt man mit Sternenstaub verwechseln könnte, der wird mit diesem schönen Sachbuch auf seine Kosten kommen.
Neben zahlreichen „fun facts“ erfährt man hier auch viele spannende und wissenswerte Fakten über die Bewohner der Tiefsee.
Dazu zählen beispielsweise Jagd-, Fress- und Paarungsverhalten, besondere Eigenschaften (z.B. Biolumineszenz), sowie Größer, Alter oder Gewicht der Tiere.
Die Kapitel sind in die einzelnen Ozean-Schichten - die Zwielichtzone, die Mitternachtszone, das Abyssal und die Gräben - gegliedert und umfassen in diesen, auf Doppelseiten dargestellt, insgesamt 34 Meeresbewohner der Tiefsee.
Die Illustrationen sind wunderschön, farbenfroh und kontrastreich zugleich, sowie mit leuchtenden Neoneffekten versehen.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass man auf den dunklen Hintergründen teilweise eine hellere Schriftfarbe hätte einsetzen können.
Abgesehen davon ist es ein wundervolles und spannendes Buch über die bisher kaum erforschte Tiefsee und ihre Bewohner, das auch erwachsene Leser*innen durch die skurrilen und interessanten Fakten zu fesseln weiß.
Geheimnisvolle Weltreise
Die geheimsten Orte der Welt von Patrick Makin
„Die geheimsten Orte der Welt“ von Patrick Makin und Whooli Chen ist ein faszinierendes Kinderbuch für jung und alt.
Das Buch nimmt die Leser*innen mit auf Entdeckungsreise quer über den Globus, um zwanzig atemberaubende geheime Orte zu erkunden.
Dabei erfährt man viele spannende Fakten zu den Locations, die teilweise nicht zugänglich oder gar verschollen sind, und deren Geschichte.
Viele davon sind dazu recht unbekannt, was das Lesen auch für Erwachsene super spannend macht und den Wissensdurst schürt.
Die Illustrationen haben es mir ganz besonders angetan. Die benutze Farbpalette ist intensiv, sowie sanft zugleich und wirkt dabei sehr harmonisch. Whooli Chen hat einen ganz eigenen prägnanten Zeichenstil, der die Betrachter*innen sofort verzaubert.
Für mich handelt es sich hierbei um ein durch und durch gelungenes Sachbuch für Kinder ab 7 Jahren.
Fantastisches Abenteuer
Verborgene Fabelwesen der Meere von Florian Schäfer
„Verborgene Fabelwesen der Meere - Die zweite sagenhafte Expedition des Konstantin O. Boldt“ geschrieben von Florian Schäfer und illustriert von Elif Siebenpfeiffer ist der zweite Band der Fantasy-Reihe.
Protagonist der Geschichte ist der Mythozoologe Konstantin O. Boldt, welcher bereits im ersten Teil („Fast verschwundene Fabelwesen“) dieser Serie auf eine spannende Expedition gegangen ist.
Nachdem es vermehrt zu Angriffen durch Meereskreaturen auf die Menschen kam, werden einige geeignete Experten rekrutiert, um herauszufinden, weshalb die Aktivität der maritimen Bewohner stetig weiter steigt.
Auf seiner zweiten Erkundungsreise stellt sich Konstantin zusammen mit den anderen Besatzungsmitgliedern der Nautilus unvorstellbaren Abenteuern in den Tiefen des Meeres, wobei sie das ein oder andere mal in brenzlige Situationen geraten.
Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben und enthält neben den Einträgen auch Abbildungen von Briefen, Skizzen, Karten, Zeitungsausschnitten, Notizen etc.
Schäfer gelingt es, die Leser*innen mit seiner grandiosen und authentischen Erzählweise in eine magische Welt um 1865 zu entführen.
Die zahlreichen Dokumenten wirken wie Relikte aus vergangen Zeiten und runden das Gesamtbild zusammen mit den detailreichen Illustrationen von Siebenpfeiffer zu einem atemberaubenden Meisterwerk ab.
Ich habe den ersten Band zuvor nicht gelesen, werde dies jedoch nachholen. Dieses wunderschöne Buch kann ich wirklich jedem ans Herz legen, der sich für Mythologie interessiert. Ich habe selten ein Buch gesehen, in das soviel Aufwand und Arbeit investiert wurde und welches auf jeder weiteren Seite versteht, seine Leser*innen aufs Neue zu begeistern.











