Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Thaliomee:
Ein etwas anderes Gartenbuch
Mord im Nacktschnecken-Milieu von Elke Schwarzer
Damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich um einen Gartenratgeber, der auf witzige Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung hilft, aber auch Sympathien für die kleinen Krabbeltiere weckt. Wobei natürlich nicht immer Insekten die Schuldigen sind, auch Vögel oder Säugetiere geraten hier in den Fokus.
Es gibt viele kleine „Fälle“, am Anfang steht ein Tatort, z.B. beschädigte oder so abgeknipste Rosenknospen. War es ein Käfer oder am Ende sogar die Blaumeise? Vier Verdächtige werden vorgestellt und am Ende wird aufgelöst, dass der Erdbeerblütenstecher es auf die Fruchtknoten der Rose abgesehen hat. Ein kurzes Porträt des Schädlings erklärt uns auch, warum er sie dringend benötigt.
Dieses Buch ist reich bebildert und lässt sich lesen wie ein Roman. Die 20 kurzen Kapitel sind dabei immer gleich aufgebaut und trotzdem teilweise überraschend. Ich habe viele gelernt ohne, dass es langweilig wurde.
Bunt und chaotisch
Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß von Disney; Alex Hirsch; Shane Houghton
Ich kannte Gravity Falls bisher nicht, denke aber das Buch ist auch gut als Einstieg in die Welt geeignet. Schon das Cover ist bunt, chaotisch, mit Glitzer und „Anmerkungen“ versehen.
Innen geht es mit vollgestopften und bunten Seiten weiter. Viele Kinder mögen diesen lockeren Tagebuchstil und werden von den Zwillingen Dipper und Mabel Pines vollkommen abgeholt.
Es werden auch andere Figuren vorgestellt und alles gut eingeführt, man muss also die anderen Bücher der Serie nicht gelesen haben.
Neben Geschichten gibt es Bastelanleitungen, Tipps und kleine Rätsel. Alles sehr kindgerecht, das Buch ist ab 8 Jahren empfohlen und ich denke das passt auch so. Auch etwas ältere Kinder werden hier noch ihren Spaß haben. Es gibt einige Seiten zum Ausfüllen oder sogar Ausschneiden.
Alles in allem ein verrücktes, chaotisches Buch in dem es wirklich viel zu entdecken gibt.
Ein Buch wie ein Film
Verbrenn das Negativ von Josh Winning
Ich beginne mit den Punkten, die ich nicht so gut fand. Zum einen passte der Titel nicht ganz. "Verbrenn das Negativ" bezieht sich im Deutschen eigentlich nur auf ein Foto-Negativ. Gut, mit ein wenig Phantasie kann man die Nullkopie beim Film auch so nennen, obwohl es ein Positiv ist. Im Englischen ist das Wortspiel perfekt, als Lauras Psychiater ihr rät "Verbrenn das Negative, setz das Positive frei.
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Außerdem hat mir das Cover auf Anhieb nicht gefallen. Mittlerweile denke ich, dass es ganz gut zu einem 90er-Jahre Horrorfilm passt. Außerdem ist die Haptik wirklich gut, das versöhnt mich ein wenig.
Aber zum Inhalt: Laura arbeitet für eine Zeitung, ihr Chef ist gleichzeitig ihr Ex-Freund. Und dieser schickt sie nach LA um über eine neue Serie zu berichten. Diese ist ein Remake des Horrorfilms "The Guesthouse". Der Film hat vor allem deshalb Kultstatus erreicht, weil es rund um die Beteiligten einige Todesfälle gab. Ein Lichttechniker stürzte vom Dach, eine Schauspielerin bekam Jahre nach dem Dreh einen Stromschlag usw. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder besondere Seiten, die Internet-Artikel, Forenbeiträge, Interviews oder Auszüge aus dem Drehbuch darstellen.
Zurück zu Laura, sie hat nämlich ein Geheimnis, denn sie hat in diesem Horrorfilm mitgespielt. Natürlich war die damals noch ein Kind, aber es hat ihr Leben geprägt. So sehr, dass sie mit ihrer Familie umgezogen ist und sogar ihren Namen geändert hat. Sie ist sich trotzdem sicher, dass sie nicht zufällig ausgewählt wurde über die Serie zu berichten. Natürlich hat ihr Chef es herausbekommen und auch das ist im Nachhinein wenig mystisch. Diese unaufgeregte Art macht dieses Buch realistisch und dadurch wirklich spannend. Es ist so nah an der Wirklichkeit, dass die unfassbar verrückten Ereignisse mich wirklich schockiert haben und ich mit Laura mitgefiebert habe bis zum Schluss.
Wissenschaft bunt verpackt
BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen? von Mai Thi Nguyen-Kim; Marie Meimberg
In diesem Buch möchte Bibibiber einen Damm bauen. Deshalb ruft er alle seine Freunde an und fragt sie, ob sie mitmachen möchten. Aber es gibt ein Problem: Biber sind nachtaktiv. Möwen sind tagaktiv. Fledermäuse dämmerungsaktiv. Und Waschbären halten Winterruhe. Ehrlich gesagt wären diese Informationen eigentlich genug um ein ganzes Kinderbuch zu füllen, aber das ist nur der Auftakt zu der spannenden Frage warum wir eigentlich schlafen müssen.
Die Antwort ist dann auch komplexer als erwartet. Der Text ist gewohnt lässig geschrieben, weshalb ich beim Vorlesen auch einige Male gestolpert bin. Dieses Buch eignet sich gut, wenn man sich gern über das Gelesene unterhält.
Es ist wunderschön und großflächig illustriert, Marie Meimberg hat hier hervorragende Arbeit geleistet.
Ein tolles Buch, dass sich trotz der bunten und kindgerechten Aufmachung nicht mal eben nebenher lesen lässt. Man muss sich darauf einlassen und wird mit einem echten Wissenschaftsbuch für Kinder belohnt, dass modern ist und Spaß macht.
Wissenschaft aus Österreich
Aus! Die Wissenschaft vom Ende von Science Busters
Das Buch ist außen ganz in den Farben der Science Busters gehalten, deshalb fällt es im Regal wohl schnell auf. Ganz besonders zwischen Literatur zu wissenschaftlichen Themen. Die Autoren sind seit vielen Jahren in der Wissenschaftskommunikation unterwegs: als Autoren, auf Bühnen oder im Podcast.
Dieses ist das sechste Buch der Österreicher und es geht um das Ende.
Also das Ende der Menschheit, des Lebens auf der Erde oder des Sonnensystems. Es gibt Kapitel, aber die beginnen nicht immer dann, wenn ich es erwartet habe. Vieles wird später noch einmal aufgegriffen, manchmal wird es sehr lustig und immer wurde ich beim Lesen gut unterhalten. Und habe natürlich auch einiges gelernt. Dabei will dieses Buch nicht belehren, aber es regt an der ein oder anderen Stelle zum Nachdenken an. Absolute Leseempfehlung, die mich eher erstaunt als deprimiert zurückgelassen hat.
Dorfleben mit der Online-Oma
Ihr habt es gut, ihr habt ja mich von Renate Bergmann
Dies ist nicht mein erstes Buch, in dem Renate Bergmann die Hauptrolle spielt. In diesem ist sie allerdings weniger die „Online-Oma“ sondern eher Oma Nate, die sich um ihre Nichten kümmert.
Aber der Reihe nach: Als Renate einen Anruf von Stefan aus Spreeweide bekommt und erfährt, dass seine Schwiegermutter einen Unfall hatte, weiß sie genau was zu tun ist.
Da Stefans Frau sich natürlich ihre Mutter, ihren Vater und das Familienunternehmen kümmern muss ist Renates Stunde gekommen sich nach Spreeweide einzuladen. Praktischerweise besitzt sie dort schon ein kleine Häuschen und kann Stefan und die beiden Kinder tatkräftig im Haushalt unterstützen.
Vor Ort merkt sie schnell, dass Stefan den Haushalt gut im Griff hat und auch die Mädchen nicht viel Betreuung brauchen. Spreeweide und der Nachbarort Spreeheide sind ganz anders als Berlin, jeder kennt jeden und jeder ist mit dem Bürgermeister verwandt. Die reinste Vetternwirtschaft überall im Ort, kein Wunder dass die wichtigen Projekte nicht umgesetzt werden. So wartet Renate jede Woche auf das Bäckerauto – ganz ohne eine Bank auf der man sich ausruhen könnte. Renate sorgt für mächtig Wirbel und findet Mitstreiterinnen, am Ende tritt sie zur Wahl in den Bürgerrat an. Aber ist doch alles ganz anders als gedacht?
Dieser Roman macht Spaß, ein wenig gestört hat mich jedoch, dass der Autor sich immer absichert ja nichts falsches zu schreiben. Er möchte auf der einen Seite mit Klischees spielen und auf der anderen Seite politisch korrekt bleiben. Das gelingt manchmal eher umständlich und am Ende passt doch jeder Charakter in seine Schublade. Ein schönes Buch über das Dorfleben, das man wie alle anderen der Reihe nicht ganz ernst nehmen darf.
Regiokrimi mit viel Familiengeschichte
Was am Ufer lauert von Lenz Koppelstätter
Dies ist bereits der zweite Band um die Lokaljournalistin Gianna Pitti, die am Gardasee lebt und versucht ihr Leben zu meistern. Zwischen Espresso und Zeitungsredaktion stolpert sie immer wieder in mysteriöse Todesfälle – so auch dieses Mal. Lange Zeit glaubte Gianna ihr Vater sei tot, weshalb sie auch ein besonders enges Verhältnis zu ihrem exzentrischen Onkel hat.
Ihr Vater ist aber am Leben und bittet seine Tochter um einen Gefallen. Sie soll sich mit einer Informantin treffen. Am Treffpunkt findet Gianna die Informantin tot im Wasser treiben. Die CD, die die unbekannte Frau übergeben sollte, hat sie noch bei sich. Natürlich möchte Gianna das Geheimnis entschlüsseln, das mit ihrer Familie zusammenhängt.
Wie auch im ersten Band von Lenz Koppelstätter geht es hier weniger um die Lösung eines Kriminalfalles sondern mehr um Gianna, ihre teilweise schwierige Familie und die Urlaubsregion am Gardasee. Wenig Spannung, trotzdem hoher Unterhaltungswert.
Regiokrimi mit viel Familiengeschichte
Was der See birgt von Lenz Koppelstätter
Dies ist bereits der zweite Band um die Lokaljournalistin Gianna Pitti, die am Gardasee lebt und versucht ihr Leben zu meistern. Zwischen Espresso und Zeitungsredaktion stolpert sie immer wieder in mysteriöse Todesfälle – so auch dieses Mal. Lange Zeit glaubte Gianna ihr Vater sei tot, weshalb sie auch ein besonders enges Verhältnis zu ihrem exzentrischen Onkel hat.
Ihr Vater ist aber am Leben und bittet seine Tochter um einen Gefallen. Sie soll sich mit einer Informantin treffen. Am Treffpunkt findet Gianna die Informantin tot im Wasser treiben. Die CD, die die unbekannte Frau übergeben sollte, hat sie noch bei sich. Natürlich möchte Gianna das Geheimnis entschlüsseln, das mit ihrer Familie zusammenhängt.
Wie auch im ersten Band von Lenz Koppelstätter geht es hier weniger um die Lösung eines Kriminalfalles sondern mehr um Gianna, ihre teilweise schwierige Familie und die Urlaubsregion am Gardasee. Wenig Spannung, trotzdem hoher Unterhaltungswert.
Spannendes Thema, langweiliger Plot
Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1) Kindersuchdienst von Antonia Blum
Das Hörbuch wird von Uta Simone gelesen, die mit ihrer angenehmen Stimme zum Zuhören einlädt. Es geht um den Kindersuchdienst, der nach dem 2. Weltkrieg hilft Kinder und Eltern wieder zusammen zu führen.
Die Protagonistinnen Annegret und Charlotte sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, während die eine alleinerziehende Mutter in ärmlichen Verhältnissen ist, versteckt die andere sich vor ihrer reichen Familie die sie standesgemäß verheiraten will.
Mich hat dieses Buch vor allem deshalb gereizt, weil es den Kindersuchdienst wirklich gab und auch einige historische Einblicke vermutlich auf Fakten basieren. Die Handlungsstränge sind allerdings so vorhersehbar, dass mich das Buch leider nicht fesseln konnte. Große Überraschungen gab es nicht, die Charaktere sind eher stereotyp und blass. Schade, denn aus dem Thema hätte man noch einiges mehr machen können.
Klassischer Krimi
Campion. Tödliches Erbe von Margery Allingham
Die Autorin ist so viel unbekannter als Agatha Christie, dabei fand ich das Buch wirklich vergleichbar. Das Cover gibt einen Vorgeschmack auf den Inhalt und passt gut zu einem Krimi, der in den 30er-Jahren spielt. Die Familie Gyrth besitzt einen wertvollen Kelch und jeder Sohn durchläuft an seinem 25.
Geburtstag eine geheimnisvolles Ritual. Percival, der Sohn der Familie Gyrth wird bald 25, hat sich aber mit seinem Vater überworfen. Dank Campion kehrt er ins Herrenhaus zurück, dabei kommt es zu einigen komischen Momenten. Denn eigentlich passt Campion hier nicht wirklich her, obwohl er ein brillanter Detektiv ist. Er kombiniert und lässt sich nicht in die Irre führen. Zugegeben ist die Story auch für den Leser recht durchschaubar, dies ändert aber nichts an ihrer Unterhaltsamkeit.
Das Buch lebt vor allem von den Dialogen, die Campion mit den anderen führt und die immer weiter zur Lösung des Rätsels führen.











