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Rezensionen von Ameland:
Lustige Detektivgeschichte zum Mitraten
Rabatz in der Burgruine - Eine Detektivgeschichte zum Mitraten von Miriam Mann
Die Freunde Ecki Eichhörnchen und Hermine Igel könnten unterschiedlicher nicht sein, das beginnt schon beim Schlafrhythmus und hört beim Temperament auch noch nicht auf. Am liebsten erlebt Ecki jeden Tag ein Abenteuer und so stürzt er sich sofort in die Ermittlungen als plötzlich im Innenhof ein herrenloser Koffer steht.
Wir mochten Ecki und Hermine sofort, beide sind auf ihre Art liebenswert. Sie sind aber auch sehr unterschiedlich und das führt zu manch lustiger Szene über die wir lachen konnten. Aber auch alle anderen Waldtiere sind sehr nett und hilfsbereit. Ein Highlight waren aber die Mäusekinder, die nicht nur alle immer mit Mäusekeksen versorgt haben, sondern auch alles dreimal sagen.
Die Geschichte ist kindgerecht, spannend und witzig geschrieben. Einige Wörter, wie z. B. Dudelsack müssen zwischendurch vielleicht erklärt werden. Aufgrund ihrer Länge eignen sich die 15 Kapitel sehr gut zum Vorlesen. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine Rätselfrage, die von den Kindern begeistert gelöst wurde. Die Lösungen zu den Fragen befinden sich genau wie das Rezept für die Mäusekekse und einige Bastelanleitungen hinten im Buch. Für jedes gelesene Kapitel findet man ebenfalls hinten im Buch entsprechende Bilder, die man ausschneiden und in die Illustration am Anfang des Buches einkleben kann. So kann der Lesefortschritt zusätzlich dokumentiert werden. Der Bilderbogen kann auch über einen QR-Code aufgerufen und ausgedruckt werden.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich die durchweg farbigen sowie liebevollen, niedlichen und auch witzigen Illustrationen von Sandy Thissen. Besonders die zum Text passenden Gesichtsausdrücke fand ich super.
Miriam Mann hat mit „Rabatz in der Burgruine“ eine spannende und witzige Detektivgeschichte für Kinder ab ca. 5 Jahre geschrieben, für die ich gerne eine Leseempfehlung gebe.
Perfider Plan
Der zweite Verdächtige von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Jan Staiger wird verdächtigt, in einem Berliner Nachtclub einen Bekannten mit Liquid Ecstasy vergiftet zu haben. Obwohl es genug Indizien und nach einem weiteren Todesfall auch Beweise für seine Schuld gibt, beteuert er seine Unschuld. Strafverteidiger Rocco Eberhardt übernimmt den Fall, ist sich aber nicht sicher, ob er Staiger vertrauen kann.
Man merkt, dass Rocco ein versierter Strafverteidiger ist. Er weiß wo er ansetzen muss, um in den Verhandlungen selbst zu punkten, Anklagepunkte zu widerlegen oder Zweifel zu säen. Hierbei nimmt er auch gerne die Hilfe seines Freundes und Privatdetektives Tobi in Anspruch. Auch das Wissen des Rechtsmediziners Dr. Jarmer zapft er an, wenn der Fall es verlangt.
Dies ist bereits der fünfte Fall aus dieser Reihe, aber ich kannte die Vorgänger nicht. Da der Fall in sich abgeschlossen ist, hatte ich aber keine Probleme in die Story zu finden. Ich fand die Einblicke sowohl in die Justiz als auch in die Rechtmedizin total interessant und spannend. Man merkt hier deutlich den beruflichen Hintergrund der beiden Autoren. Florian Schwiecker war als Strafverteidiger tätig und Michael Tsokos ist Professor für Rechtsmedizin.
Neben dem spannenden Fall sorgen auch die flotte Schreibweise und die kurzen Kapitel dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich bedaure, dass ich die Serie erst jetzt entdeckt habe und werde mir mit Sicherheit auch die Vorgänger noch besorgen.
Eine tierische und lustige Detektivgeschichte
Mäc Mief und die stinkbesonderen Unterhosen von Carola Becker
Als Finns Lieblingsunterhosen von der Wäscheleine verschwunden sind, ist für das schottische Schaf Mäc Mief klar, dass es etwas unternehmen muss. Obwohl das Schaf am liebsten auf seiner Weide steht und in Ruhe saftiges Gras mampft, ist es bereit für seinen Lieblingsmenschen vollen Einsatz zu zeigen.
Aber wer klaut wohl Unterhosen?
Carola Becker erzählt spannend und mit viel Witz von der aufregenden und abenteuerlichen Suche nach den stinkbesonderen Unterhosen. Mäc Mief erkennt schnell, dass vier Augen mehr sehen als zwei und so kommt seine Freundin, Hütehund Bonnie mit ins Ermittlungsteam. Spuren suchen, verfolgen, Verdächtige beobachten und ggf. zuschlagen. Mäc Mief und Bonnie kennen das Prozedere, ob sie auch erfolgreich sind, verrate ich hier natürlich nicht.
Ich musste zwischendurch einige Mal schmunzeln beziehungsweise laut lachen. Das lag nicht nur an dem witzigen Text, sondern auch an den durchweg farbigen Illustrationen von Ina Krabbe. Besonders gut gefallen hat mir die ausdrucksstarke Mimik von Mäc Mief, aber auch seine Kopfkino-Bilder sind klasse.
Neben Spannung und Humor handelt die Geschichte auch von der Liebe zwischen Kind und Tier. Eine solche Beziehung ist nicht nur etwas Besonderes für beide Lebewesen, sondern auch prägend fürs Leben.
Schicksalhafte Radtour
Irish Kisses - Mein Weg zu dir von Josie Donovan
Carly McCormick möchte am St. Patrick’s Day möglichst weit weg von Dublin sein, denn in den letzten Jahren wurde sie an diesem Tag vom Pech verfolgt. In diesem Jahr bucht sie notgedrungen eine Radreise entlang Irlands atemberaubender Westküste. Diese Tour mit einem attraktiven, aber mürrischen Reiseleiter und Wetterkapriolen ist so gar nicht das, was Carly sich gewünscht hat.
Carly war mir von Beginn an sympathisch, der Reiseleiter Sam hat es mir zu Beginn etwas schwerer gemacht und die Teilnehmer der bunt gewürfelten Truppe habe ich auch nicht alle sofort ins Herz geschlossen. Aber mit jedem weiteren Tag dieser Tour, die so manche Herausforderung bot, lernte ich die Urlauber besser kennen. Nach und nach erkannte ich, dass jeder ein Päckchen aus seiner Vergangenheit zu tragen hatte. Im Nachhinein kann man sagen, dass es keine normale Radtour war, aber inwiefern müsst ihr selber herausfinden.
Der lockere und humorvolle Schreibstil der Autorin sorgt für einen guten Lesefluss. Ihre bildhaften Beschreibungen ließen nicht nur mein Kopfkino anspringen, sondern versetzten mich auch zurück zu meinem eigenen Irlandaufenthalt. Ich kannte von Josie Donovan schon „Irish Love – Vom Glück geküsst“ und habe mich sehr gefreut hier einige Personen aus dem Roman wiederzutreffen.
Ein humorvoller Wohlfühlroman, der aber auch die gesamte Bandbreite der Emotionen beinhaltet und mich manches mal sehr berührt hat. Für mich ein Lesevergnügen, das mir fünf glänzende Sterne wert ist.
26 Buchstaben sind wirklich zu viel, oder?
Zipfelmaus und die grandiose Gartenschule von Uwe Becker
Maulwurf möchte, dass auch die Tiere im Garten von Frau Bienenstich in die Schule gehen können, um lesen und schreiben zu lernen, rechnen muss man mal sehen. Aber es gibt so viel vorher zu organisieren. Wer ist z. B. der Lehrer oder wo soll der Unterricht stattfinden. Nachdem alle Fragen geklärt sind, macht sich Zipfelmaus auf den Weg, um die erste Unterrichtsstunde zu geben.
Aber wo sind denn alle? Nur der kleine Spatz ist da und die anderen haben alle eine Ausrede parat. Ach herje, außer dem A gibt es noch weitere 25 Buchstaben und Ferien gibt’s auch noch nicht. Aber ein Ereignis lässt die Tiere erkennen wie wichtig es ist, lesen und schreiben zu können.
Auf dem hübschen Cover sind schon einige der Protagonisten zu sehen. Bevor es mit der Geschichte losgeht, werden aber alle Tiere in Wort und Bild vorgestellt. Das gefällt uns schon gut, denn so kommen man in der Geschichte nicht durcheinander, denn nicht jeder kennt schon Zipfelmaus und ihre Freunde. Alle Tiere sind sehr nett, na gut vielleicht Spitzmaus nicht so ganz, Spitzmaus ist ein wenig grummelig, aber wir mögen ihn trotzdem.
Uwe Becker hat diese niedliche Geschichte in einem kindgerechten und herzerwärmenden Schreibstil mit einer guten Portion Humor verfasst. Das Thema Schule betreffend kommen mir einige Aussagen doch ziemlich bekannt vor.
Die durchweg farbigen Illustrationen von Ina Krabbe sind sehr detailliert und wunderschön. Sie verstärken den Text noch zusätzlich.
Es ist schön wie die Tiere das Problem erkennen, nach einer Lösung suchen und dann gemeinsam handeln. Zudem gefällt mir wie an einem praktischen Beispiel gezeigt wird wie wichtig es ist, dass man lesen und schreiben kann.
Ein ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Geschichte mit der geliebten Zipfelmaus.
Chaotisches Abenteuer
Henriette Huckepack - Ene, mene, Haferbrei, wer schlüpft da aus dem Frühstücksei? von Andrea Lienesch; Sabine Sauter
Tante Martha hat Henriette und ihre Freundin Ferida zum Frühstück eingeladen, denn ihr wurde ein sehr großes Ei per Post geliefert und daraus soll jetzt eine Portion Rührei für alle gemacht werden. Doch daraus wird nichts. Statt einer gemütlichen Frühstücksrunde befinden sich die drei Hexen, samt ihrer Tiere, kurz darauf auf einer turbulenten Fahrt zum Hexeninstitut.
Warum wollt ihr wissen? Na, das kann ich doch hier nicht verraten! Aber schaut euch mal das wunderschöne Cover an, vielleicht könnt ihr es dann erraten.
Wir kennen Tante Martha, Henriette, Ferida und ihre Tiere schon etwas länger, daher war es kein Problem ihnen allen direkt am Anfang wieder zu begegnen. Für Leser, die diese Reihe jetzt erst für sich entdecken, wäre eine Vorstellung der Protagonisten zu Beginn des Buches bestimmt hilfreich.
Genau wie die beiden Junghexen haben wir uns sofort in den kleinen Drachen Iiiek mit seinen großen Kulleraugen und den winzigen Flügelchen verliebt. Der Neuankömmling hat es aber faustdick hinter den Öhrchen und hält die Hexen ganz schön auf Trab. So gestaltet sich die Fahrt zum Hexeninstitut turbulent, chaotisch und abenteuerlich.
Ein spannendes und lustiges Buch aus der Feder von Andrea Lienesch zum Vorlesen, aber aufgrund der großen Schrift und kurzer Kapitel eignet sich die Geschichte auch für etwas versiertere Erstleser. Die zahlreichen, detaillierten und durchweg farbigen Illustrationen ergänzen und verstärken die Geschichte sehr gut.
Uns hat auch das vierte Abenteuer mit Henriette Huckepack sehr gut gefallen und sind schon gespannt, was die Junghexe als nächstes erleben wird.
Erschreckendes Szenario
Brennendes Watt von Fynn Jacob
Als auf Borkum die Leiche des Niederländers Luuk Raand angespült wird, ist das ein Fall für das deutsch-niederländische Ermittlungsteam Iska van Loon und Marten Jaspari. Bald stellt sich heraus, dass der Mord an dem Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, die das LNG-Terminal in Eemshaven schützt viel weitere Kreise zieht als zu Anfang gedacht.
Mir sind Iska und Marten inzwischen ans Herz gewachsen, schließlich begleite ich sie hier bereits zum dritten Mal bei ihren grenzübergreifenden Ermittlungen. Dieser Fall verlangt den beiden alles ab und es wird brenzlich für sie. Die Aufarbeitung und Regelung ihrer privaten Angelegenheiten müssen trotz wichtiger Entscheidungen warten.
Fynn Jacob hat bei diesem Krimi ein erschreckendes Szenario gezeichnet. Sein bildhafter Schreibstil hat mein Kopfkino zu Höchstleistungen angetrieben. Gerade in den heute herrschenden politisch unruhigen Zeiten kann ich nur hoffen, dass seine Fiktion niemals Realität wird.
Mich hat dieser sehr realistisch erscheinende Krimi in Atem gehalten und ich bin etwas traurig, dass das Ermittlerduo nun mindestens eine Auszeit nimmt oder die Zusammenarbeit sogar einstellt.
Wer ist es nur?
Strandkorbbriefe von Marie Merburg
„Strandkorbbriefe“ ist der zweite Teil aus der Nordsee-Reihe von Marie Merburg. Ich kannte den Vorgänger „Nordseesterne“ nicht, hatte aber keine Verständnisprobleme.
Ein anonymer Liebesbrief im Krummhörner Wochenblatt scheint hundertprozentig auf die Polizistin Merle zu passen. Aber ihr fällt partout kein entsprechender Kandidat ein und so begibt sie sich mit dem Redakteur Bastian quer durch Ostfriesland auf die Suche nach dem Verfasser.
Ihr werdet überrascht sein was die beiden dabei alles erleben.
Merle zeigt sich im Laufe der Geschichte von unterschiedlichen Seiten. Sie ist eine taffe Polizistin, nach einem Vorfall aber eher ein ängstliches Wrack und sie leidet zudem unter Beziehungsängste. Die Suche ist gleichzeitig eine Reise zu ihrem eigenen Ich. Ihre Handlungen, Ängste und ihre Entwicklung hat die Autorin sehr realistisch und glaubwürdig beschrieben. So konnte ich mir ein gutes Bild von ihr machen, aber auch die anderen Charaktere konnte ich mir sehr gut vorstellen. In meinem Kopfkino bekamen so alle ein eigenes Gesicht. Selbst den kleinen Hund Kalle, der in Stresssituationen ein Bächlein macht hatte ich bildlich vor mir.
Begeistert war ich von der bildhaften Beschreibung der Orte und Landschaft, die mich gedanklich nach Ostfriesland katapultiert haben. Für mich war diese Reise eine Wiederbegegnung mit vielen mir bekannten Orte, da ich gerne in Ostfriesland Urlaub mache.
Obwohl hier einige ernsthafte Themen wie z. B. die Verarbeitung eines Traumas gestreift wurden, war es für mich ein schöner Wohlfühlroman.
Alles auf Anfang
Der Duft von Kuchen und Meer von Anne Barns
Ich liebe diese Art der Romane von Anne Barns. Auch wenn sie sich ähneln, so kann ich trotzdem in die Story eintauchen und es wird kein bisschen langweilig für mich. So war es auch hier. Alles beginnt mit Marens Uroma Hedwig, die der Liebe wegen kurz nach dem 1. Weltkrieg nach Amrum zieht. Und jetzt viele Jahre später soll Maren das Haus geschenkt bekommen.
Wieso wusste sie nichts von ihren Wurzeln auf der Insel?
Die Autorin schreibt gerne über starke Frauen und so ist es auch hier. Wir bekommen kurze Einblicke in bestimmte Lebensabschnitte von Marens Vorfahrinnen, aber hauptsächlich begleiten wir die sympathische Maren, die nicht nur Entscheidungen treffen muss, sondern auch versucht die Vergangenheit der Familie aufzuarbeiten.
Anne Barns kann so anschaulich beschreiben, dass ich mich immer wieder an die Schauplätze versetzt fühlte. Ich sah den weißen Strand und das Glitzern der Sonne auf den Wellen vor meinem inneren Auge, ich fühlte förmlich den Wind in meinen Haaren und schmeckte das Salz auf den Lippen. Als sehr großer Nordseefan trieb all das meine Sehnsucht in ungeahnte Höhen.
Die Kombination von Kuchen und Meer ist unschlagbar und dazu noch eine Prise Romantik sowie ein Familiengeheimnis und schon ist mein Wohlfühlroman perfekt. Die Rezepte am Ende sind dann noch wie die Kirsche auf der Sahne. Ich hätte gerne mehr davon, also von dieser Art Roman von Anne, aber Kuchen nehme ich auch.
Herzerwärmender Sommerroman
Sommerhimmel über dem Möwenhof von Frida Jacobsen
Als der alleinerziehenden Maren in München die Wohnung gekündigt wird, zieht sie mit ihren drei Kindern an die Nordseeküste zu ihrer Mutter und deren Schwester, die auf dem Möwenhof eine Pension betreiben. Der Neuanfang stand unter keinem guten Stern, denn es folgt eine Hiobsbotschaft nach der nächsten und auch in der Liebe scheint Maren das Glück nicht hold.
Ich habe Maren und ihre Familie von Beginn an in mein Herz geschlossen. Die Frauen gehen sowohl unter einander als auch mit den Kindern sehr liebevoll um. Probleme werden optimistisch angegangen, denn aufgeben kommt für die Frauen vom Möwenhof nicht in Frage. Apropos Möwenhof. Da möchte ich meinen nächsten Urlaub verbringen und zwar am liebsten sofort. Frida Jacobsen beschreibt dieses schöne Fleckchen Erde incl. der Ferienwohnungen so detailreich und atmosphärisch schön, dass es mir wie das Paradies auf Erden vorkam.
Beim Lesen merkt man mit wieviel Herzblut Frida Jacobsen dieses Buch geschrieben hat. Trotz einiger Unstimmigkeiten zwischen den Protagonisten strahlt die Geschichte Warmherzigkeit und Liebe aus. Mein Leseglück war perfekt, weil die Autorin ebenfalls Urlaubsstimmung und Nordsee-Flair zu mir transportieren konnte. Einen Haken hat dieser Roman allerdings: meine Sehnsucht nach Nordsee ist noch größer geworden – ich leide an Meerweh.
Meine Erwartungen an diesen Sommerroman wurden mehr als erfüllt und ich werde meine Augen nach weiteren Romanen der Autorin offenhalten.











