Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ryria:
Bevor und danach
Eden von Jan Costin Wagner
2017 erschütterte die Nachricht über den Anschlag beim Ariana Grande Konzert die Welt. In "Eden" greift der Autor dies auf und verfolgt das Leben der Familie eines der fiktiven Opfer. Der Tatort ist hier Stuttgart statt Manchester, die Sängerin hat einen anderen Nachnamen, aber ansonsten ist alles fast gleich zum realen Vorbild - und dadurch keine leichte Kost und umso bedrückender.
Über mehrere Monate hinweg erfährt man das Geschehen kurz vor dem Anschlag und danach aus den Perspektiven der Eltern des Opfers, Sofie selbst, einem Klassenkameraden und auch dem Täter selbst. Die Gliederung fand ich schön übersichtlich und während beispielsweise die Perspektive des Mitschülers zunächst eher überraschend war, hat es doch gut gepasst.
Ob der Täter tatsächlich ähnliche Gedanken hatte ist wohl schwer zu sagen, die Interpretation des Autors kam mir persönlich teilweise schlüssig, teilweise aber auch ein wenig klischeehaft vor.
Gelungen empfand ich hingegen die Abschnitte, die sich Sofie und Freund Tobias widmen. Bei beiden hat man schön rauslesen können, dass sie noch Kinder sind, aber sich gleichzeitig auch langsam auf den Weg zum Erwachsensein machen und dabei manchmal weiser sind als die richtigen Erwachsenen. Umso heftiger war es dann auch zu verfolgen, wie Sofie ihre letzten Momente erlebt.
Generell sehe ich die Stärke des Buches in den Familienbeziehungen und der Trauerbewältigung, hier konnte man die Gefühle durch bewegende Beschreibungen und Metaphern sehr spüren. Von unsinnigen Handlungen über Verdrängung und Schuldzuweisungen, vieles lässt die Familie authentisch erscheinen.
Nicht so ganz überzeugt haben mich hingegen die Nebenthemen: Hier wurde versucht, die Auswirkungen auf die politische Lage darzustellen, jedoch wurde sich auch nicht wirklich darauf fokussiert, sodass es eher immer wieder mal kurz erwähnt wurde, ohne jedoch wirklich Eindruck zu hinterlassen. Von der AfD über Coronaleugner, Rassismus und Verschwörungstheorien wurde hier einiges angesprochen, ohne irgendwo mal mehr in die Tiefe zu gehen.
Veränderungen und Verluste
Shark Heart von Emily Habeck
Die Idee des Romans klingt erstmal hauptsächlich ziemlich skurril: Menschen können sich durch seltene Mutationen nach und nach in verschiedene Tiere wie einen Weißen Hai verwandeln.
Umgesetzt wird dieses Konzept in sprachlich künstlerischer Art mit überraschend emotional berührenden Passagen.
Zunächst sollte gesagt werden, dass der Erzählstil recht ungewöhnlich, dafür jedoch auch sehr interessant ist.
Während die Haupthandlung fortschreitet, gibt es zwischendurch immer wieder kleine Abschnitte mit Rückblenden und Zeitsprüngen. Manche Szenen werden wie ein Drehbuch formuliert, später gibt es auch einige Perspektivenwechsel. Auch wird viel mit Metaphern gearbeitet.
Mir persönlich hat der Stil sehr gut gefallen, jedoch kann ich mir auch vorstellen, dass dieses künstlerisch experimentelle nicht jeden Geschmack trifft.
Inhaltlich fand ich die Geschichte doch sehr ergreifend - es fehlt zwar an der klassischen Spannung, jedoch kann man eine sehr emotionale Geschichte entdecken, wenn man hinter die "Tarnung" blickt. In unserer Welt verwandeln sich Menschen nicht in Tiere, aber die Problematik dahinter betrifft auch uns: Plötzliche Krankheiten oder andere Veränderungen, die alles auf den Kopf stellen können.
Wir sind bei guten und schlechten Momenten dabei, beim Prozess des Begreifens und Akzeptierens, beim Festhalten und Loslassen.
Es entstehen ungewöhnliche Freundschaften, zwischenmenschliche Beziehungen aller Art werden erkundet und hierbei auch gut dargestellt, wie Menschen sich nicht nur äußerlich verändern können.
Dazu gibt es noch allerlei interessante Infos über Weiße Haie, hierbei fand ich die einzelnen Abschnitte der Verwandlung auch gut beschrieben.
Insgesamt ein eher ungewöhnliches und künstlerisches Buch, das hinter seiner Fassade jedoch überraschend emotional ist.
Mehr Fiktion als Sachbuch
Astro-Tims Sternstunden von Tim Ruster
Ich glaube ich bin mit den falschen Erwartungen in dieses Buch gegangen: Während ich eher ein reines Sachbuch erwartet hätte, sind hier doch eher viele Science-Fiction-Elemente verbaut worden.
Dies ist grundsätzlich erstmal nicht schlecht und macht natürlich auch Sinn, wenn man bedenkt, dass Astro Tim hier einen Ausblick auf unsere mögliche Zukunft im All gibt und dadurch natürlich alles ungewiss ist.
Für meinen Geschmack war es dann teilweise jedoch schon etwas zu hypothetisch und ich hätte mir noch mehr Fakten gewünscht.
Gelungen fand ich jedoch die Gliederung: Auf mehreren Stufen von 50 bis 1000 Jahren in der Zukunft wird spekuliert, wie unsere Fortschritte aussehen könnten. Cool war hierbei immer der Rückblick, wo stand die Menschheit vor 50 oder 1000 Jahren in der Vergangenheit? Diese Passagen haben immer schön die Perspektive vermittelt und konnten mit vielen interessanten Fun Facts punkten.
Auch die vielen Bilder haben den Text super ergänzt und manches konnte man sich dadurch erst richtig gut vorstellen.
Die Zukunftsvisionen selbst waren teilweise ganz spannend, an anderen Stellen hat es sich jedoch auch immer wieder mal ein wenig gezogen - kein Buch, das man am Stück lesen sollte. Positiv fand ich hingegen, dass die Zukunft ausgeschmückt wurde und so lebendiger wirkte, es gab immer viele kleine Details oder fiktive Personen. Dadurch wirkte es andererseits dann doch öfters mal wie ein Science-Fiction Roman und weniger wie ein Sachbuch. Hier hätte ich mir noch mehr von den Abschnitten gewünscht, die über Fakten berichten.
Auch bin ich zwiegespalten über den Stil: Der Autor betont im Prolog, dass er einen optimistischen Ausblick auf die Zukunft werfen will, was ich grundsätzlich auch positiv fand, jedoch fand ich manches dann doch schon sehr utopisch und eher unrealistisch.
Außen hui, innen ganz ok
Faebound von Saara El-Arifi
Zunächst muss ich hier echt die absolut geniale Gestaltung der deutschen Ausgabe loben, Cover, Farbschnitt, Einband, hier passt einfach alles.
Auch innen ist eine tolle bunte Weltkarte abgedruckt, die zwischendurch immer wieder ganz nützlich war.
Die Autorin erschafft generell eine spannende Welt: Geschichten über Gottheiten, verschiedene Völker, Magie und Kriege.
Immer wieder werden kleine Details eingebaut, die mehr über diese Welt erzählen und sie so lebendiger erscheinen lassen. Viele Beschreibungen fand ich echt toll gemacht und richtig fantasievoll. Jedoch liegt hierin auch ein kleiner Kritikpunkt, vieles wurde für meinen Geschmack dann doch nicht genug beschrieben. Man erhält kleine Einblicke in die Welt, die auch gut überzeugen, aber vieles wird auch nicht richtig ausgebaut - vielleicht bessert sich das ja im nächsten Band.
Besonders spannend fand ich hierbei die Beschreibung der Magie bzw. ihre Herkunft, das Konzept von Trommeln als Waffen und die vielen LGBTQ+ Elemente. Diese haben im Kontext der Handlung total natürlich und nicht gezwungen gewirkt, auch hat das Setting mit Elfen und Fae hier einen schönen Rahmen dafür geliefert.
Ein wenig befremdlich als deutscher Leser war jedoch die Verwendung der Pronomen they/them - während es im englischen Text nicht auffällt, bin ich hier öfters mal dran hängengeblieben.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Yeeran und ihrer Schwester Lettle. Zwei Perspektiven fand ich grundsätzlich nicht schlecht, besonders wenn die Handlungen etwas auseinandergingen. Ich bin nur leider noch nicht so richtig warm mit beiden Protagonisten geworden, immer wieder mal fand ich ihr Verhalten oder ihre Denkweisen ein wenig nervig oder manchmal auch unsympathisch, auch wenn es sich im Verlauf etwas gebessert hat. Auch hatte die Handlung zwischendurch doch auch ein paar Längen.
Insgesamt ein netter Auftakt mit einer interessanten Welt, jedoch gibt es noch Luft nach oben für den nächsten Band.
Ein Ausflug nach Rom und in die Geschichte einer Frau
Teddy von Emily Dunlay
Im Sommer 1969 ist Teddy Mitte 30, seit wenigen Wochen mit einem Diplomaten verheiratet und gerade erst von Texas nach Rom gezogen. Die Geschichte beginnt quasi mit einer Art Verhör: Man weiß, dass irgendwas passiert ist, hat jedoch keine Ahnung, was genau. Um dies herauszufinden lauscht man Teddy, wie sie ihre Geschichte erzählt.
Doch anstatt sich auf das Wesentliche zu fokussieren, ist es quasi so, als würde man einer Freundin zuhören, die von ihrem Leben berichtet. Relevante Passagen wechseln sich ab mit Anekdoten und Geschehnissen aus ihrer frühen Kindheit und immer wieder fragt man sich, was davon jetzt wichtig ist und wie alles zusammenhängt.
Teddy ist hierbei teilweise durchaus eine unterhaltsame Erzählerin, die auch mit Sarkasmus und Selbstironie punkten kann, an anderer Stelle ziehen sich ihre Berichte jedoch auch mal.
In diesem Sinne kommt nur bedingt Spannung auf, man will zwar wissen, was passiert ist, jedoch steht dies nicht wirklich im Fokus.
Auch fand ich Teddy nicht immer sympathisch, bei einigen ihrer Aktionen und Verhaltensweisen musste ich öfters mal den Kopf schütteln. Ihre Ehe generell wirkte von Anfang an schon fast wie ein Unfall, bei dem man nicht wegschauen kann.
Interessant fand ich jedoch den Ausflug in das damalige Rom, die Atmosphäre wurde immer wieder ganz gut beschrieben und hat gefühlt auch sehr zur Zeit gepasst. Auch die politischen Themen haben öfters mal einen schönen Rahmen für die Handlung geliefert.
Lebenslektionen eines Geists
Ghosted von Rosie Mullender
Die Grundidee der Geschichte hat mir richtig gut gefallen: Als sich ihr Date Andy nicht mehr meldet, denkt sich Emily, dass er sie wohl geghostet hat - nur um dann Monate später festzustellen, dass er stattdessen gestorben ist und jetzt ihre Wohnung als Geist unsicher macht.
Das Ergebnis ist eine schöne Geschichte über echte Beziehungen und Selbstliebe, mit superwitzigen, aber auch emotionalen Momenten.
Protagonistin Emily hat bei mir gemischte Gefühle verursacht: Einerseits fand ich sie oft schrecklich nervig und anstrengend, da sie schon fast zwanghaft versucht, ein perfektes Social Media Leben zu führen. Genau wie ihre coole beste Freundin konnte man da als Leser nur mit den Augen rollen und sich teilweise auch echt über ihr Verhalten aufregen.
Andererseits erfährt man auch einiges über ihr Leben und ihre Geschichte und je mehr man von der "echten" Emily kennenlernt, desto mehr kann man sie auch verstehen und mögen lernen.
Geist Andy hingegen war mein Highlight, ich mochte jede Szene mit ihm: Ob er jetzt als Geist totalen Unfug treibt oder Leute erschreckt, er war immer für einen Lacher gut, und manchmal auch für das ein oder andere Tränchen. Eine unterhaltsame Comedy-Szene konnte so auch mal zu wichtigen Botschaften für unser eigenes Leben führen.
Auch die kleine Detektivgeschichte rund um die Aufklärung seines Todes war ganz gut gemacht, steht meiner Ansicht nach jetzt aber nicht unbedingt im Vordergrund. Manches war auch ein wenig vorhersehbar, jedoch hat dies meinen Lesespaß nicht wirklich verringert.
Magische Elemente in spannender Fantasywelt
The Wind Weaver (Wind Weaver 1) von Julie Johnson
Zunächst muss man hier einfach die wunderschöne Gestaltung loben, inklusive Farbschnitt, mehreren Illustrationen und einer Karte von Anwyvn. Diese Karte ist besonders hilfreich, da die Charaktere doch so einige Orte besuchen und politische Verwicklungen eine Rolle spielen.
Auch gibt es ganz hinten ein fast verstecktes Glossar, ein netter Bonus, jedoch versteht man die Begriffe auch ohne dessen Hilfe gut.
Ohne viel Zeit zu "verschwenden" geht die Handlung hier direkt los, die von feindlichen Soldaten gefangen genommene Rhya wird vom geheimnisvollen Scythe gerettet. Ihre Vorgeschichte erfährt man zwischendurch immer wieder mal durch ihre Erinnerungen, fand ich gut gelöst, so liegt der Fokus auf der Haupthandlung, aber man bekommt trotzdem noch Kontext dazu.
Beim Erzähltempo bin ich etwas zwiegespalten: Einerseits haben sich manche Abschnitte ein kleines bisschen zu lange für meinen Geschmack gezogen, andererseits mochte ich es auch, dass den Szenen Zeit gegeben wird und diese so direkt viel realistischer gewirkt haben.
Die Charaktere laufen nicht locker von A nach B, sondern suchen nach geeigneten Schlafplätzen, Waschmöglichkeiten, Nahrung und kämpfen mit ihren Wunden - und dazwischen gibts noch spannende Kampfszenen.
Besonders Rhya war mir hier auch sehr sympathisch und ich hab ihre Charakterentwicklung gerne mitverfolgt. Sie ist keineswegs perfekt, aber gibt ihr Bestes, hat viel Mitgefühl und starke Talente wie Bogenschießen und Heilkundenkenntnisse. Ihre Gespräche mit Scythe wurden im Verlauf der Handlung auch immer unterhaltsamer.
Bei den Nebencharakteren sind mir auch so einige schon ans Herz gewachsen und ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen allen im nächsten Band weitergehen wird.
Zu Gast bei (Buch-)Freunden
Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie von Akram El-Bahay
Adam arbeitet als Libronaut: In einem versteckten Buchladen empfängt er Buchreisende, die er als Reiseführer in ihre liebsten Klassiker begleitet. Doch wie man sich vorstellen kann, ist nichts so wie es scheint und die Wahrheit ziemlich gut versteckt.
Das ganze Konzept der Buchreisen fand ich von Anfang an sehr interessant und hat mich direkt in seinen Bann gezogen.
Wie genau funktioniert es, was sind die Bedingungen, welche Personen verfügen über die Kräfte dazu - unzählige Fragen, die teilweise recht schnell beantwortet wurden, teilweise aber noch für den zweiten Band offengeblieben sind.
Das Miträtseln hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, man erkundet zusammen mit Adam nicht nur die Buchwelten, sondern auch die Welt der Libronauten. Ich bin auch jetzt schon gespannt, ob manche meiner Theorien in Band 2 zutreffen werden!
Hier liegt vielleicht aber auch ein kleiner Schwachpunkt dieses Buchs: Es bleibt sehr viel offen mit vielen ungelösten Fragen, sodass es zwar ein gelunger Einstiegsband ist, aber eher schlecht alleine stehen sollte.
Im Laufe der Geschichte besucht man mehrere Buchklassiker, diese Reisen hab ich sehr genossen. Ohne die Titel verraten zu wollen gibt es eine gute, abwechslungsreiche Mischung, die besonders Spaß macht, wenn man die Geschichten selber schon mal gelesen hat oder zumindest grob kennt. Die Atmosphäre der verschiedenen Welten wurde passend eingefangen und man kann sich alles durch die Beschreibungen super vorstellen.
Aber auch die Darstellung unserer Welt wirkt rund und wird mit ein wenig Buchmagie noch verzaubert. Hierbei gibt es immer wieder kreative und auch lustige Details, die für manchen Lacher sorgen und alles noch authentischer erscheinen lassen.
Das Erzähltempo fand ich durchweg gelungen, es bleibt immer spannend und manchmal konnte ich gar nicht aufhören zu lesen.
Zu Hauptcharakter Adam hab ich jedoch noch keine sooo gute Bindung aufbauen können, an manchen Stellen konnte ich sein Verhalten nicht so ganz nachvollziehen. Auch die Libronauten sind noch auf Distanz, aber ich vermute, ihre Motivation und Hintergründe werden im nächsten Teil dann erläutert. Trotzdem gab es zwischendurch auch immer wieder mal schöne Interaktionen zwischen den verschiedenen Charakteren.
Insgesamt ein mitreißender Start in die Bücherwelten, der Lust auf die Fortsetzung macht.
Früher war alles besser?
Courting - Be mine through all time von Felicia Kingsley
Rebeccas Zeitreise aus unserer Zeit in das Jahr 1816, London in der Regency-Zeit, ist eine tolle, lockere Lektüre mit viel Humor, schlägt zwischendurch aber auch mal ernste und kritische Töne an.
Der Lesefluss ist sehr angenehm mit kurzen Kapiteln, man will nur noch kurz weiterlesen und ist "plötzlich" 200 Seiten weiter.
Hierbei fand ich es auch super, dass eine Unterteilung nach Tagen stattfindet, ein bisschen wie ein Tagebuch, so konnte man gut den Überblick behalten.
Auch befindet sich ganz hinten eine nützliche Karte, die erst zuerst übersehen hatte.
Der Zeitreise-Aspekt wird kurz "erklärt", jedoch sollte man hieran keine hohen Ansprüche stellen: Vieles ist nicht so ganz logisch und würde vermutlich zu Paradoxen führen, jedoch erhebt das Buch auch keinen Anspruch darauf, ein Science-Fiction Werk zu sein.
Dafür wirkte die Regency-Zeit überwiegend authentisch, die Dialoge und Sprache empfand ich passend, es wurden historische Persönlichkeiten eingebaut und die damalige Gesellschaft ausführlich dargestellt. Vieles wird aus unserer heutigen Perspektive durch Rebeccas Augen betrachtet, von dem Luxus einer Dusche bis hin zu Menschen- und Frauenrechten. Der Mix aus lustigen und ernsten Themen hat mir hierbei gut gefallen.
Generell versprüht das Buch Bridgerton-Vibes, Fans der Bücher/Serie sollten hier auch auf ihre Kosten kommen! Zwischen Nachmittagstee und Bällen gibt es auch noch eine gute Prise Spannung und einige Plottwists inklusive Kriminalfall und anschließender Ermittlungen.
Überwinden der gesellschaftlichen Grenzen
Ganz aus Splittern von Danae Lake
Chrissys Geschichte nimmt den Leser mit in den Teil der Gesellschaft, in dem man eigentlich nicht sein möchte. Dementsprechend ungeschönt wird von Suchterkrankungen, Gewalt, Armut und Straftaten berichtet, was nicht immer leicht verdaulich ist. Gleichzeitig werden aber auch die positiven Aspekte dieses Lebens gezeigt, der Zusammenhalt der Gemeinschaft und familiäre Bande fernab von Blutsverwandtschaften.
Auf der anderen Seite steht die Welt des Elitegymnasiums und der Reichen, doch auch hier ist nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Gesellschaftsschichten und nicht schwarz-weiß geprägte Darstellung haben mir ganz gut gefallen, auch wenn sich zwischendurch natürlich auch manche Klischees nicht ganz vermeiden ließen.
Auch Chrissy selbst war mir schnell sympathisch, sie versucht ihren eigenen Weg zu gehen, sich dabei aber auch selbst treu zu bleiben. Statt die Einladung des Gymnasiums direkt anzunehmen, denkt sie erstmal ausführlich darüber nach, was sie für mich auch nochmal authentischer gemacht hat.
Auch die Nebencharaktere sind mir teilweise ans Herz gewachsen, bei manchen hat es jedoch ein wenig gedauert. Zwischendurch gab es immer wieder mal tolle lustige, chaotische Szenen mit ihnen.
Der Schreibstil hat mir durchweg gut gefallen, immer wieder gibt es kluge Beobachtungen und Metaphern. Dadurch dass die Autorin im gleichen Alter wie die Protagonistin ist, wirkt es auch sehr passend zum Alter. Vielleicht auch gerade deswegen hätte ich jedoch nicht vermutet, dass teilweise doch recht heftige Szenen vorkommen würden, daher möchte ich zukünftige Leser nochmal auf die Triggerwarnungen hinweisen.
Ein paar Kleinigkeiten waren aus meiner Sicht auch etwas unlogisch oder übertrieben, jedoch hat mich das nicht allzu sehr gestört.
Im Großen und Ganzen ein berührendes und schön geschriebenes Debüt!











