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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ryria:

Eine Frau schlägt sich durch

Not your Darling von Katherine Blake

Nur mit ihren Träumen und ein wenig gestohlenem Geld im Gepäck erreicht Loretta 1950 Hollywood. Ihr Ziel: Maskenbildnerin für all die berühmten Stars werden und sich dort ein neues Leben aufbauen.
Während sie zu Beginn des Buches erstmal einen aufgeweckten und frechen Eindruck macht, kommen in der neuen Stadt dann doch auch ihre naiven Seiten zum Vorschein.

Dies hat auf mich ziemlich authentisch gewirkt, Hollywood ist halt doch anders als die Kleinstadt in England.
Je länger sie jedoch dort lebt, desto besser passt sie sich an das Leben an und beweist Hartnäckigkeit und Stärke, was mir gut gefallen hat. Manchmal hat sie mich auch an Midge aus The Marvelous Mrs. Maisel erinnert, sie trickst sich durch, aber nimmt dabei auch öfters mal keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen - also kein komplett "guter" Charakter.
Auch zu den Nebencharakteren hatte ich zu Beginn so gar keine Bindung, diese hat sich dann auch erst mit der Zeit aufgebaut.
Ähnlich wie Loretta sich erst in Hollywood einleben musste, muss sich auch der Leser erstmal ein wenig in das Buch hineinfinden.

Dann liest es sich jedoch super flüssig und schnell, die Sprache ist locker und leicht gehalten, die Kapitel sind schön kurz und auf den Punkt. Anstatt sich ewig in Situationen aufzuhalten, gibt es auch mal kleinere Zeitsprünge, die die Entwicklung verdeutlichen.
An manchen Stellen gingen mir die Szenen allerdings zu schnell, besonders die Entwicklung in manchen Dialogen fand ich teils komisch.
Dafür konnte mich die Geschichte immer wieder auch mal überraschen und es gab einige unerwartete Wendungen.
Die Mischung aus den Sonnen- und Schattenseiten Hollywoods war für mich das Highlight des Romans: Einerseits all die lieben Menschen, die Loretta auf ihrem Weg unterstützen, andererseits die schlechten Personen, die sämtlichen Anstand und Moral für ihr eigenes Vergnügen und ihren Erfolg über Bord werfen.
Die Atmosphäre war meiner Meinung nach gut getroffen, ich hatte viel Spaß dabei, Lorettas Weg in Hollywood zu verfolgen.

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Wichtiges Buch über die dunklen Seiten des Internets

Was wir nicht kommen sahen von Katharina Seck

Das Internet verbindet mittlerweile Menschen aus der ganzen Welt miteinander, man findet Freunde, die tausende Kilometer entfernt wohnen. Problematisch wird es nur, wenn die Anonymität dazu ausgenutzt wird, seine eigenen dunklen Seiten dort auszuleben.
"Was wir nicht kommen sahen" beschäftigt sich auf eindrückliche und zutiefst berührende Art mit eben diesen Schattenseiten und den Konsequenzen, die daraus entstehen können.

Ada ist gerade einmal 18 Jahre alt, aber schon eine recht erfolgreiche Streamerin auf Twitch. Dies lockt nur leider zahlreiche Menschen an, die ihre eigenen Missstände im Leben dadurch kompensieren wollen, indem sie anderen das Leben zur Hölle machen. Der Leser begleitet einerseits Ada auf ihrer Reise in die Abgründe unserer (Internet-)Gesellschaft, andererseits ihre Mutter Jenny auf ihrer Suche nach Antworten nach Adas Suizid. Es entsteht ein geschicktes Spiel mit verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen: Für Ada entwickelt sich das Grauen in diesem Moment, für Jenny ist all dies schon Vergangenheit, die sie nicht mitbekommen hat. Ebenso gibt es immer wieder Kapitel aus der Sicht der "Anonymität", also den Menschen, die sich hinter den Nutzernamen verbergen, die oft ohne Hemmungen Hasskommentare etc. verbreiten. Dies ist teilweise unangenehm zu lesen, aber doch auch sehr wichtig: Warum werden Menschen zu Tätern? Vielleicht kennt man als Leser ja auch solche Personen und kann so möglicherweise auch helfen oder Schlimmeres verhindern.

Generell hat mir der Schreibstil auch sehr gut gefallen, die Gefühle wirken extrem authentisch und viele Beschreibungen und Metaphern sind einfach sehr passend. Vor allem die Charakterisierung von Ada finde ich sehr gelungen, sie ist eine Streamerin/Gamerin frei von diesen Vorurteilen, die man so oft liest. Auch Jennys Erfahrungen als Mutter und die ihres Mannes haben echt auf mich gewirkt, man konnte ihre Verzweiflung, Trauer und Besessenheit wirklich gut spüren.
Die geschilderten Arten des Cybermobbings sowie die Arten von "Menschen im Internet" fand ich auch überzeugend, wenn man viel online unterwegs ist wird man zwangsläufig selbst damit konfrontiert.

Auch wenn man von Beginn an weiß, wie Adas Schicksal aussieht, so war es doch auch spannend herauszufinden, was sie an diesen Punkt geführt hat. Bei Nebencharakteren fragt man sich, was sie verschweigen mögen, bei Adas Erlebnissen fürchtet man sich vor dem nächsten Angriff.
Insgesamt halte ich dieses Buch für echt wichtig: Ich bezweifle zwar, dass die Leser*innen hiervon selber Mobber sind und durch die Lektüre geläutert werden, aber es spendet Betroffenen ein wenig Hoffnung (niemand ist alleine!) und informiert vor allem Eltern nochmal mehr über mögliche Gefahren und das, was wirklich so abgeht.

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Hexenjagd und Frauenpower

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall von Kate J. Armstrong

Bei diesem Buch muss ich zunächst auch auf die Gestaltung eingehen, die wirklich wunderschön ist: Leichte Goldprägung, passender Farbschnitt und detailreiche Verzierungen und kleine Bilder im Text.
Besonders toll finde ich auch die farbigen Karten, vorne von der Stadt Simta, hinten von der Republik Eudea - so konnte man beim Lesen immer direkt nachgucken, wo die Charaktere herkommen oder wo die Handlung gerade spielt.

Dies hat den Einstieg in diese neue fantasievolle Welt sehr erleichtert.

Ebenfalls dazu beigetragen haben die kleinen Textauszüge zwischen den Kapiteln: Briefe, Lieder, Rezepte, Tagebucheinträge und vieles mehr haben die Welt direkt um einiges lebendiger und authentischer wirken lassen. Hierzu gehören auch Mini-Kapitel aus der Sicht von Nebencharakteren, die mir gut gefallen haben.
Davon abgesehen wird die Geschichte jedoch aus den Perspektiven der Nightbirds erzählt, drei Frauen, die mit ihrem Kuss magische Kräfte weitergeben können und dadurch u.a. ins Visier der Kirche geraten.
Diese Art des Erzählstils fand ich gut gewählt, da man so jede der Frauen gut kennenlernen konnte und keine zum Nebencharakter verkommt. Sie alle sind auch recht unterschiedlich, sodass es schnell leicht fällt, sie auseinanderzuhalten.
Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte zu verfolgen fand ich spannend, auch war es schön zu sehen, wie ihre Freundschaft sich entwickelt.

Ebenso gelungen fand ich die Nebencharaktere, von denen es auch eine Vielzahl gab. Hier ist es bunter Mix vorhanden und viele bekommen auch ihre eigene Hintergrundgeschichte und wichtige Rollen in der Geschichte.
Die Welt wurde schön gestaltet, eine Vielzahl von kleinen Details macht sie lebendig. In anderen Regionen der Republik gibt es einen anderen Volksglauben, andere Traditionen, Redensarten, Sprachen - genau wie jedes Viertel der Stadt Simta eine ganz eigene Atmosphäre hat.

Insgesamt hat mir die Welt und die Charaktere hier sehr gut gefallen, jedoch hat die Spannung zwischendurch ab und zu etwas nachgelassen, sodass ich nicht immer das Bedürfnis hatte, unbedingt weiterlesen zu müssen, daher ein Stern Abzug. Trotzdem kann ich es nur empfehlen und bin gespannt auf Band 2.

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Auf der Insel des Schicksals

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten von P. J. Ried

Laelias Zukunft erscheint traumhaft und relativ gesichert: Nach der erfolgreichen Teilnahme bei den Jagdspielen erwartet sie die Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund und der Thron ihres Fürstentums. Blöd nur, dass sie aus unerklärlichen Gründen plötzlich auf der Seite der Gejagten landet und sich alle Pläne in Luft auflösen.

Das Setting erinnert auf den ersten Blick natürlich an die Tribute von Panem: Jugendliche treten in einer Art Arena (hier einsame Insel) gegeneinander an, die Teilnahme wird durch Lose geregelt, in der Wildnis erwarten sie gefährliche Tiere und irgendwer ist mit dem ganzen System nicht mehr so wirklich einverstanden.

Darüber hinaus entwickelt sich die Geschichte aber schnell zu etwas ganz eigenem. Die Adeligen sind französisch angehaucht und benehmen sich größtenteils auch so wie diejenigen, die sich bei uns dann damals in der französischen Revolution "verantworten" mussten. Der Haken hier ist jedoch, dass jedes Adelshaus über eine andere Art von magischer Kraft verfügt. Dieses ganze System fand ich toll ausgearbeitet, verschiedene Farben, Blumen und Kräfte verleihen den Adligen eine zusätzliche angeborene Identität und Zugehörigkeit, die im Laufe der Geschichte auch auf die Probe gestellt wird.

Die Handlung wird aus der Perspektive von Laelia erzählt und als Leser ist man genauso ratlos wie sie. So fragt man sich von Anfang an, was bei der Auslosung schief gelaufen ist, doch statt Antworten kommen nur immer mehr Fragen hinzu, was gut Spannung aufbaut - nichts läuft wie geplant, nichts ist so, wie es scheint.
Der Schreibstil ist hierbei angenehm zu lesen, zeitweise konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, aber auch die Kapitellänge erschien mir genau richtig.

Zu meinen Highlights zählten die Beschreibungen, sowohl der Landschaft, der Gesellschaft als auch der Charaktere. Diese kann man sich gut vorstellen, aber auch an Details zu ihren Hintergrundgeschichten wird nicht gespart. Statt einfacher Nebencharaktere erkundet der Leser die Insel zusammen mit authentischen Personen voller Sorgen, Ängsten, Stärken und Hoffnungen.
Auch die "Überlebenstricks" auf der Insel fand ich spannend zu lesen - ich hoffe zwar nie auf einer einsamen Insel zu stranden, aber immerhin hätte ich dann schon ein paar Ideen.
Zuletzt hervorheben möchte ich Laelia selber: Meiner Meinung ist sie ein absolut gelungener Hauptcharakter. Anstatt stur bei ihren Ansichten zu bleiben hinterfragt sie das, was ihr falsch vorkommt und entwickelt sich charakterlich im Verlauf der Handlung weiter.

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Geschichtsstunde mit Schwächen

Die Mitford Schwestern von Marie Benedict

Vor knapp 100 Jahren waren die Mitford Schwestern so etwas wie die It-Girls der heutigen Zeit, allen voran Diana. Mir waren sie bisher noch nicht bekannt, daher fand ich es interessant, sie durch diesen Roman kennenzulernen.
Erzählt wird ihre Geschichte aus den drei Perspektiven der Schwestern Nancy, Diana und Unity - hier wird jeweils der gleiche Tag oder grobe Zeitabschnitt aus jeder Perspektive dargestellt.

Dies war zunächst zwar etwas ungewohnt, jedoch habe ich mich schnell damit angefreundet, vor allem weil es kaum inhaltliche Wiederholungen gab. Auch eröffnete dies die Möglichkeit, kleine und größere Zeitsprünge auszuführen, sodass man die wichtigsten Erlebnisse und Tage präsentiert bekommen hat, anstatt sich ewig "im Alltag" aufzuhalten.
Die kurzen Kapitel haben hierzu gut gepasst und für ein flüssiges Leseerlebnis gesorgt.

Ebenso interessant fand ich die geschichtlichen Hintergründe: Die beschriebenen historischen Ereignisse sind teilweise wirklich so passiert, vieles davon war mir auch noch gar nicht bekannt, beispielsweise die Ausbreitung des Nationalsozialismus in Großbritannien. Bei den Schwestern selber scheint sich die Autorin jedoch auch einige künstlerische Freiheiten erlaubt zu haben.
Ein wenig schade war ebenso, dass im Nachwort zwar viel weiterführende Literatur zu der Familie benannt wird, jedoch keine kurze Zusammenfassung im Sinne von "so ging es weiter" gegeben wird. Anstatt jetzt noch drei weitere Bücher zu lesen, musste Google weiterhelfen für all meine offenen Fragen.

Zu den Schwestern selbst: Wirklich warm bin ich mit keiner von ihnen geworden, wobei dies vermutlich auch eher nicht so ein Buch ist, bei dem man mit den Protagonisten mitfiebert. Nancy wird im Klappentext als eine starke Frau dargestellt, die sich zum Wohle des Landes gegen ihre Familie stellt, im Roman kommt dies aber viel zu kurz. Vielmehr ist sie die ganze Zeit mit nichtsnutzigen Männern und ihrem Kinderwunsch beschäftigt als mit dem Widerstand.
Bei Diana das Gleiche, zwar scheint immer wieder mal durch, dass sie eine kluge Strategin ist, aber dann dreht sich ihr Universum doch wieder nur um den fürchterlichen Mosley.
Und Unity ist schlussendlich einfach nur ein absolutes Hitler-Fangirl.
Mir war das Ganze dann doch einen Ticken zu sehr auf die Männer fixiert, über die sich diese "starken Frauen" zu definieren scheinen.

Auch fehlt mir ein wenig das Gleichgewicht im Buch: 2 der 3 Perspektiven sind faschistisch, nur eine ist quasi die Stimme der Vernunft. Wüsste man es nicht besser, könnte man fast meinen, die Schilderungen über Hitler etc. wären irgendwie positiv - Hitler als perfekter Gentleman beispielsweise.
Dies passt zwar zu den Charakteren, aber eine weitere kritische Schwesternperspektive hätte ich als Ausgleich besser gefunden, z.B. die der Schwester Decca, die öfters erwähnt wird und sehr interessant erscheint, dann jedoch viel zu kurz kommt.
Die Idee des Romans insgesamt war gut und ich habe auch einiges aus diesem Buch mitgenommen, jedoch fand ich die Darstellung doch ein wenig zu problematisch und habe mein Erlebnis dann lieber durch externe Quellen ergänzt.

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Fehler der Vergangenheit

Tage mit Milena von Katrin Burseg

Manchmal können zufällige Begnungen das ganze Leben auf den Kopf stellen - so auch bei Annika, die einfach nur in Ruhe ihren Schreibwarenladen führt, bis die junge Luzie dort den Kleber kauft, mit dem sie sich auf der Straße festklebt. Es folgt ein spannender Roadtrip sowie eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Zunächst ist dies ein wichtiges Buch für unsere heutige Zeit, das sich mit akuten Problemen wie der Klimakrise beschäftigt und dem Leser die Aktivisten ein wenig näherbringt. Ich selbst hatte damit bisher noch keine Erfahrung gemacht, mein Wissen beschränkte sich auf Nachrichtenartikel, daher fand ich es interessant, hier mehr Hintergrundinfos zu bekommen: Welche Initiativen, Bewegungen und Gruppen gibt es, die zum Klimaschutz beitragen wollen?
Falls man mit der Thematik jedoch schon vertraut ist, kann es sich eventuell auch etwas wie ein Vortrag anfühlen. Dafür fand ich es positiv, dass es nicht nur als komplett gut dargestellt wurde, sondern auch auf die schwarzen Schafe eingegangen wird, die zu extreme Mittel wählen.

Die Atmosphäre im Buch mochte ich besonders. Diese hat durch schöne Beschreibungen immer die passende Stimmung zu jedem Handlungsort vermitteln können: Die Stille im kleinen Laden, die Aufgeregtheit und Spannung im Camp der Klimaktivisten, die Unruhe auf der Demo etc.
Hamburg fühlte sich so auch anders an als Italien, aber immer hatte ich das Gefühl, selbst mit auf Reisen zu gehen.
Hier gab es auch eine gelunge Mischung aus den Reisen in der Gegenwart quer durch Europa mit den Reisen in die Vergangenheit von Annika.
Statt nur einem kurzen Rückblick erfährt man hier die komplette Geschichte von Anfang an, sodass man eine viel bessere Bindung zu den Charakteren aufbauen und die Zusammenhänge besser verstehen kann.
Da dieser Rückblick teilweise auf wahren historischen Ereignissen basiert, bekommt man hier auch noch etwas Bonuswissen - nur hat dies manchmal leider ein wenig wie eine Geschichtsstunde gewirkt und war nicht ganz natürlich ins Geschehen eingebaut.

Ebenso fragwürdig waren die Charaktere und ihre Entscheidungen manchmal für mich: Warum haben Annika oder Luzie jetzt so gehandelt? Über manches hab ich mich ein bisschen aufgeregt, über anderes nur die Motivation hinterfragt. Komplett warm bin ich daher mit keiner der Beiden geworden.
Dafür mochte ich Annikas Mann Hendrik als Nebencharakter sehr. Dieser hat eine gelungene Kommunikation in der Beziehung dargestellt und war generell sehr lieb und sympathisch, solche Charaktere gerne öfters in Romanen!
Auch wenn ich die Handlung im Ganzen mochte, waren mir manche Ereignisse dann doch etwas zu konstruiert - der Zufall hat die Lösung gebracht, und das gleich mehrere Male, hat teilweise ein wenig unrealistisch gewirkt.
Trotzdem bin ich gerne in diese Geschichte eingetaucht, bin mit auf Reisen gegangen und habe noch ein bisschen was gelernt, daher kann ich das Buch durchaus weiterempfehlen.

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Phantastische Monster und wie sie loszuwerden sind

Tage einer Hexe von Genoveva Dimova

Das Leben in Chernograd ist nicht einfach: In einer Stadt ohne wirkliche Farben und in der Tabak beim Schmuggel wichtiger ist als vernünftige Lebensmittel für die Bewohner gibt es ein weiteres kleines Problem - in den ersten 12 Tagen jeden Jahres kommen die Monster heraus zum Spielen und Menschenfleisch essen.

Die Hexe Kosara hat dazu noch einen unangenehmen Stalker, der leider auch der Zar aller Monster ist.
Was recht düster klingt, wird jedoch unerwarteterweise immer wieder aufgelockert durch die sarkastischen und zynischen Kommentare der Bewohner, allen voran Kosara, die immer einen unfreiwillig witzigen Spruch auf Lager hat.
Die daraus entstehende Atmosphäre ist so recht ungewöhnlich und ähnlich wie der Inspektor Asen fragt man sich als Leser immer wieder, welcher Wahnsinn jetzt schon wieder vonstatten geht.

Die Dynamik zwischen Asen und Kosara hat mir gut gefallen, für ein unfreiwilliges Team schlagen sie sich gut. Die Nebencharaktere hingegen sind meiner Meinung nach doch leider teilweise etwas blass geblieben.
Gut beschrieben sind hingegen all die Monster, die sogar noch ausführlich in einer Art Glossar erklärt werden und dadurch einen schönen Einblick in die slawische Mythologie liefern.
Auch interessant fand ich den Kontrast der Städte, Technik und Wissenschaft auf einer Seite der Mauer, Magie und Monster auf der anderen. Hier hätte ich gerne noch mehr über diese Welt gelesen.
Ebenso war die Mischung aus Fantasy und einer Art Krimi eine spannende Kombi, jedoch habe ich einige Stellen als nicht ganz so logisch empfunden.
Insgesamt hatte ich aber viel Freude, in diese Welt einzutauchen und bin schon auf den nächsten Band gespannt.

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Gemütliche Liebesgeschichte mit Spice

Skye In Our Hearts von Elliot Fletcher

Man nehme eine schottische Insel, füge eine berühmte Schauspielerin, einen grumpy Whisky-Brenner, süße Tiere und tolle Freunde hinzu, alles gut verrühren und das Ergebnis ist eine gemütliche Liebesgeschichte ohne großes Drama.
Im Rahmen der Handlung lernt man einiges über das Brennen von Whisky und welche Prozesse dafür notwendig sind, was ich echt interessant fand.

Auch das Inselleben wird zwischendurch dargestellt, jedoch ohne dass hierauf der Fokus lag, da hätte ich gerne noch ein bisschen mehr drüber gelesen.

Mal und April sind sympathische Charaktere und ihre Annäherung war schön zu lesen, jedoch fand ich das Tempo teilweise nicht ganz so stimmig, manches ging in Relation zu vorherigem Verhalten etwas sehr schnell. Dies fiel mir vor allem bei Mal auf, manche inneren (und äußeren) Konflikte wurden dann doch sehr schnell gelöst. Großes Drama sollte man hier nicht erwarten, aber es war auch mal schön, eine harmonische und respektvolle Beziehungsentwicklung zu verfolgen.
Ein wenig Tiefe geht jedoch leider im Austausch gegen viele spicy Szenen verloren, hier hätte ich mir vielleicht doch noch ein paar mehr Gespräche statt Handlungen gewünscht.
Insgesamt eine gute Mischung aus sweet&spicy mit coolem Hintergrundwissen und einem sympathischen Paar.

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Die letzte Hoffnung in einem verzweifelten Kampf

Skyhunter - A Silent Fall von Marie Lu

Skyhunter von Marie Lu entführt den Leser in eine dystopische Welt, in der auf den Ruinen einer alten Zivilisation ein unerbittlicher Krieg um die letzte unabhängige Nation ausgefochten wird.
Das World Building gelingt hierbei ziemlich gut, die Landschaften werden anschaulich beschrieben, die Gesellschaft hat ihre eigenen Machtdynamiken, Hierarchien und Organisationen, die verschiedenen Nationen weisen unterschiedliche Kulturen vor und werden auf einer Weltkarte anschaulich verortet.

Besonders interessant fand ich die Mischung aus eher simplen Waffen und deren Fortschritten wie Doppelschwertern und auf der anderen Seite hochmoderner Wissenschaft und Technik.

Der Rahmen der Geschichte hat mich sehr an Attack on Titan erinnert: Eine kleine Nation schützt sich vor den Angriffen eines feindlichen Landes - diese verwandeln Menschen in gefährliche Monster als Waffe. Zum Schutz vor den Monstern gibt es hohe Mauern und Elitekrieger, auch der Schwachpunkt der Monster ist bei beiden Geschichten am Hals. Einerseits fand ich die Parallelen als AoT-Fan cool, andererseits war es mir teilweise doch schon fast zu ähnlich.

Gut geschrieben fand ich vor allem die Kampfszenen, diese konnte ich mir richtig gut bildlich vorstellen, wie bei einem Actionfilm im Kopf habe ich mitgefiebert.
Dabei blieb auch immer die Sorge um die Charaktere, einige Freunde von Talin lernt man schnell gut kennen und lieben.
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den nächsten Band!

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Zauberhafte Neuerzählung einer chinesischen Legende

A Song to Drown Rivers von Ann Liang

Märchen und Legenden sind oft ganz schön schwarz-weiß: Es gibt die glorreichen Helden und Retter und auf der anderen Seite die Feinde, die Bösen und Gegenspieler der Helden. Doch sind auch diese in Wirklichkeit nicht einfach auch nur Menschen, besonders die historischen Persönlichkeiten?
A Song to Drown Rivers versteht es gekonnt, die Protagonisten einer 1500 Jahre alten Legende zum Leben zu erwecken und ihnen eine Seele zu verleihen.

Xishi als wunderschöne Heldin, die das feindliche Königreich von innen heraus zerstören soll. Ihr Lehrmeister Fanli, der sie zur perfekten Waffe schmiedet. Fuchai, der König, den sie zerstören wollen.
Sie alle entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter und zeigen ihre pure Menschlichkeit, was schön und erfrischend zu lesen war.

Ebenso gelungen war die Darstellung des antiken Chinas. Die Beschreibungen wechseln hier zwischen poetisch-traumhaft und erschreckend-realistisch, sodass ich mir sowohl den Palastluxus als auch das karge Dorfleben zur damaligen Zeit gut vorstellen konnte. Apropos Darstellung, das Buch selbst ist wunderschön gestaltet mit hochwertigem Farbschnitt und sogar goldener Prägung unter dem Schutzumschlag.
Das Erzähltempo fand ich passend, ich hatte weder das Gefühl, dass etwas zu schnell ging, noch dass sich unnötig lange in einem Abschnitt aufgehalten wird.
Zwar überwiegen die ernsten und teilweise auch tragischen Szenen in der Geschichte, jedoch gibt es auch einige liebenswerte Nebencharaktere, die ein wenig Humor hineinbringen.

Insgesamt eine spannende und berührend erzählte Neufassung einer alten Legende mit einer wichtigen Botschaft, die auch über tausend Jahre später noch aktuell ist: Nur die Mächtigen profitieren von Kriegen, für die normale Bevölkerung bleibt nur Leid.

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