Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ryria:
Die Freiheit im Himmel
Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider
Dieses Jahr ist Noahs Sommer nicht geprägt von ausgelassenen Spielen am Bach, bunten Kleidern und süßen Erfrischungen, sondern von Verboten, Angst und Unterdrückung.
Ähnlich wie damals im Irak wird auch hier eine streng religiöse totalitäre Herrschaft ausgerufen, das Kalifat. Aus dem Nichts ist plötzlich alles anders: Frauen dürfen nur noch ihre Augen zeigen, alles Westliche wie Handys, Zigaretten oder Fernsehen ist verboten, wer sich widersetzt hat schlimme Konsequenzen zu befürchten.
Wir begleiten Noah in dieser Zeit des Wandels und erleben das Geschehen dadurch aus den Augen eines 14-jährigen Jungens - er kann nicht komplett begreifen, was passiert, aber versteht gleichzeitig auch viel mehr, als manche ihm zutrauen. Er wandelt zwischen Gehorsam und kleinen Rebellionen, ohne die Tragweite seiner Handlungen richtig abschätzen zu können.
Die Schilderungen waren bedrückend, besondern wenn man bedenkt, dass dies von wahren Geschehnissen inspiriert wurde und es theoretisch auch immer wieder passieren kann.
Gleichzeitig hat Noahs Perspektive dafür gesorgt, dass es trotzdem noch irgendwie leicht zu lesen war. Hierbei möchte ich auch besonders den Schreibstil loben, kurze Kapitel und die leicht poetische Sprache haben den Roman zu einem echten Erlebnis gemacht.
Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Verknüpfung von Familie und Gesellschaft. Wir bewegen uns viel auf der zwischenmenschlichen Ebene, während wir gleichzeitig auch die Welt außerhalb der Familie betrachten. Man lernt Menschen kennen, die sich gegen das Kalifat auflehnen, andere die es vollkommen unterstützen und schließlich diejenigen, die sich der Gehirnwäsche beugen.
Dazu erfährt man natürlich auch viel über die Taubenzucht und das Leben der Tauben, die durchgängig eine schöne Metapher darstellen.
Ein toller und wichtiger Roman, der ernste Themen wundervoll vermittelt.
Authentische Charaktere in leicht märchenhafter Geschichte
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Hazel zieht zusammen mit ihrer Familie vor ihrem letzten Schuljahr nach Riverburg, wo ihr Vater einen besseren Job bekommen hat und die Familie sich ihren Traum vom eigenen kleinen Haus erfüllen will. Blöd nur, dass Hazels Schuljahr alles andere als traumhaft beginnt: Der Direktor eröffnet ihr, dass sie die diesjährige Auserwählte ist, die eine sexuelle Beziehung mit ihm eingehen "darf".
Hazel hat verständlicherweise so gar keine Lust darauf, sagt Nein und so kommt der Stein ins Rollen...
Zunächst sollte erwähnt werden, dass ich dieses Buch nicht als super realistische Erzählung des doch so wichtigen Themas aufgefasst habe, sondern vielmehr als Geschichte, die Betroffenen Mut macht. So ist der Anfang durchaus sehr erschreckend und erinnert leider sehr an das, was bei ähnlichen Fällen in der Gesellschaft passiert. Mittelteil und Ende hingegen werden zunehmend märchenhafter, was im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich wirken kann und sich als leichter Stilbruch darstellt. Die Autorin hat generell so einiges im Buch auf die Spitze getrieben, wodurch aber auch wiederum gut deutlich gemacht wird, wie sehr kleine Situationen eskalieren können.
Ich hatte öfters das Gefühl, dass meine Kritikpunkte an der Handlung und dem Schreibstil der Autorin durchaus bewusst waren, sie dies aber gezielt ignoriert hat als Stilmittel, um das Buch zu formen.
Hierzu gehörten das bereits erwähnte leicht übertriebene Geschehen, das teilweise Ignorieren des Grundsatzes "Show, don't tell" und die Fülle an Themen. Statt sich auf Hazel zu fokussieren, werden mehr und mehr Problematiken wie Cancel Culture oder Antisemitismus eingebracht, jedoch oft nur oberflächlich und man fragt sich, ob das jetzt noch sein musste.
Sehr gelungen waren dafür zweifelsohne die Charaktere bzw. die vier Familienmitglieder, aus deren Perspektiven wir die Geschichte verfolgen können. Ihre Gefühle, Handlungen und Reaktionen haben auf mich sehr authentisch gewirkt und man konnte recht gut mitfühlen. Dies gelingt auch vereinzelt bei Nebenfiguren, jedoch bleiben diese generell eher blass. Auch dem Direktor wird keine große Bühne gegeben, was mich überrascht hat, aber wiederum gut zum Ton des Buches passt. Das Wenige, was man von ihm mitkriegt, ist dafür nur leider auch erschreckend realistisch.
Insgesamt eine gut zu lesende Erzählung über ein wichtiges Thema mit kleineren Schwächen.
Schmerzende Worte
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber
Emma ist 30, hat eine Tochter im Grundschulalter, liebende Eltern, eine tolle beste Freundin und einen Mann, der sie ermorden wird.
Dieses Buch tut mit jeder Seite weh und doch ist es so unheimlich wichtig und wundervoll geschrieben.
Emmas Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt, wir verfolgen ihre eigenen Gedanken vor ihrem Tod, aber auch das Leben danach von ihrer besten Freundin, ihrer Tochter und ihren Eltern.
Dazwischen gibt es auch Textabschnitte, die alles nochmal realer wirken lassen, wie ein Sektionsgutachten oder das Transkript des Notrufs, als Maja ihre tote Mutter findet.
Immer wieder habe ich beim Lesen einen Kloß im Hals bekommen, manchmal auch Tränen in die Augen, viele Sätze habe ich mehrmals gelesen oder eine Weile auf mich wirken lassen. Die Charaktere und ihre Gefühle und Gedanken wirken so authenthisch, dass man sich viel zu gut in sie hineinversetzen kann. Die Freundschaft zwischen den Frauen hat mich (trotz Unterschieden) so an meine beste Freundin erinnert, dass ich teilweise auch um Emma mitgetrauert habe und mich gefragt habe, was ich machen würde, wenn meine Freundin so plötzlich stirbt.
Der Schreibstil hat etwas ganz Besonderes, manche Sätze sind ewig lang, aber wirken dennoch nicht übertrieben oder kompliziert, sondern erinnern an einen menschlichen Gedankenfluss.
Dazu werden auch Themen des "Was wäre wenn" oder Paralleluniversen durchdacht, was passend zur Thematik der Trauer war.
Femizide sind leider ein immer noch sehr aktuelles Problem in unserer Gesellschaft, daher finde ich es umso wichtiger, dass darauf aufmerksam gemacht wird und jeder in der Weise hilft, wie es ihm möglich ist. Die Autorin trägt mit diesem Buch ihren Teil dazu bei, nun ist es an uns, auf unsere Lieben und auch auf uns selbst achtzugeben.
Absolute Leseempfehlung alleine für das Thema, aber auch Stil und Inhalt konnten mich sehr überzeugen!
Gelungene Atmosphäre passend zu Dark Academia
Blackspell von Celine Leonora
Jeden Sommer verbringt Eden bei ihrem Vater in seinem etwas heruntergekommenen Anwesen im Wald. Auch mit 18 kehrt sie dorthin zurück, jedoch aus einem eher traurigen Grund: Ihr Vater ist verstorben, sie soll der Testamentsverkündung beiwohnen. Dort wird ihr ein großes Erbe in Aussicht gestellt, jedoch geknüpft an die Bedingung, dass sie ihren Schulabschluss an der nahe gelegenen Wyndhouse Academy absolviert.
Dort erwarten sie Magie, Geheimnisse und Gefahren...
Schon von der ersten Seite an fiel mir die wunderbare, düstere Atmosphäre auf. Man konnte richtig gut eintauchen in die Welt der Academy und dem Wald drumherum, die Beschreibungen haben alles schön verbildlicht, ohne überladen zu wirken. Hierbei lässt die Autorin sich auch Zeit, man lernt in Ruhe alles kennen und wird nicht überfordert. Teilweise führte das zu minimalen Längen, überwiegend im Mittelteil, aber ohne dass es mich übermäßig gestört hätte.
Generell habe ich den Schreibstil als angenehm und sehr flüssig empfunden, ich bin quasi durch die Seiten geflogen.
Auch das Dark Academia Setting wurde gut getroffen, an einigen Stellen hat es mich auch öfters mal an Wednesday erinnert, Fans der Serie kommen hier durchaus auf ihre Kosten.
Passend dazu gibt es mysteriöse Morde mit Überraschungen und natürlich auch etwas Magie.
Ebenfalls positiv erwähnen sollte man auch die Gestaltung des Buches, von Farbschnitt, Playlist, Landkarten und hübschen Illustrationen ist alles vorhanden.
Für den nächsten Band wünsche ich mir jedoch, dass wir noch mehr von den Nebencharakteren erfahren, diese sind mir ein wenig zu kurz gekommen - generell bin ich aber schon sehr gespannt!
Coole Idee, schwieriger Schreibstil
The Blackgate Invitation von Sarah Henning
Ruby und Wren sind Schwestern und erhalten ein verführerisches Angebot: Einen Abend lang auf einer privaten Feier die Enkeltöchter von Mrs Blackgate spielen und dafür 4000 Dollar kassieren. Klingt zu gut um wahr zu sein? Ist es auch, denn der Haken wird schnell klar: Die Gastgeberin wird ermordet und sperrt sie auf dem Anwesen ein, wo sie nun Rätsel lösen müssen.
Noch dazu sind alle anderen Gäste und Familienmitglieder Hexen...
Super interessante Idee, die Kombi aus Magie, Rätseln, Krimi und ein bisschen Romance hat mir echt gut gefallen. Auch die wechselnden Perspektiven zwischen Ruby und Auden waren gut gewählt, generell waren die Beziehungen der Charaktere untereinander ein Pluspunkt des Buches. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht komplett überzeugen, hier hätte ich mir noch etwas mehr Gefühle gewünscht.
Den Einstieg in die Geschichte empfand ich als doch etwas sehr verwirrend: Es gibt viele Charaktere/Familien auf einmal, dazu noch die magischen Elemente. Hier habe ich eine Weile gebraucht, bis ich dann doch mal durchgeblickt habe.
Erschwert wurde dies zusätzlich auch von dem Schreibstil, mit dem ich mich leider so gar nicht anfreunden konnte. Ich weiß nicht, ob es teilweise der Übersetzung geschuldet ist, aber ich fand viele Sätze und Beschreibungen einfach so unnötig kompliziert: Verschachtelungen, künstlich aufgebauschte Beschreibungen, unnatürlich wirkende Dialoge.
Ich musste manche Sätze mehrmals lesen, weil ich immer wieder ins Stocken geraten bin, auch weil gefühlt zwanghaft hochtrabende Formulierungen verwendet wurden. Der Schreibstil hat meinen Geschmack leider gar nicht getroffen und nicht zum Genre gepasst, wodurch es teilweise etwas zäh für mich wurde.
Götter- und Familienbeziehungen
House of the Beast von Michelle Wong
Alma ist das uneheliche Kind eines Mitglieds der Adelsfamilie Avera. Diese dient einem der vier Götter, dem Dread Beast, bekannt für Kampf und Tod. Passend dazu besteht ihre Willkommensfeier in ihrem neuen Zuhause auch daraus, dass ihr erstmal der Arm abgetrennt wird als Opfer für ihren neuen Gott - sie wird zur Erbin der Familie im Austausch für Medizin für ihre schwer kranke Mutter.
Doch auch hier wird ihr Leben alles andere als leicht werden...
Die Gestaltung des Buches ist richtig schön, Farbschnitt, Karten und viele kleine Illustrationen neben dem Text (die Autorin ist Künstlerin) ergänzen das Leseerlebnis. Auch die Welt fand ich richtig interessant, verschiedene Götter, Religionen, Rituale, Machtkämpfe und Einblicke in das Leben der Reichen und Armen. Leider hätte ich mir in dieser Hinsicht noch mehr Details und Einblicke gewünscht, manches kam ein wenig zu kurz, auch weil man sehr an Almas Perspektive gebunden war.
Aber auch hier hat man schon gut merken können, dass ihre Welt recht erbarmunglos und dunkel ist. Die dadurch erzeugte Atmosphäre ist gut bei mir angekommen und hat zur Handlung gepasst.
Alma als Protagonistin war in Ordnung, man hat ihre Gefühle durchaus nachvollziehen können, jedoch konnte ich nicht so wirklich eine Verbindung zu ihr aufbauen. Ich mochte aber, dass von Anfang an auch dargestellt wurde, dass sie alles andere als perfekt ist.
Das Tempo der Geschichte war mir ein wenig zu wechselhaft, so geht es stark los, lässt im Mittelteil dann wieder nach und wird ein wenig zäh, um dann am Ende nochmal loszulegen. Insgesamt eine interessante und düstere Fantasygeschichte, die mit verändertem Fokus noch besser hätte sein können.
Der Mensch hinter dem Mythos
Medea von Rosie Hewlett
Griechische Mythen und Göttergeschichten sind wohlbekannt, man weiß was passiert und wie die Erzählung endet. Doch was treibt die Charaktere an, welche Gefühle leiten ihre Handlungen? In diesem Buch wird Medea eine Stimme gegeben und aus ihrer Perspektive erleben wir ihren Mythos nach. Wir erhalten einen kurzen Einblick in ihre Kindheit und knüpfen anschließend an die bekannten Geschichten rund um das Goldene Vlies und Jason an.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch sprachlich wurde es richtig schön erzählt. Immer wieder gab es Sätze mit großer Wortkraft, aber auch gelungene Beschreibungen, die mich in diese Sagenwelt versetzt haben. Hierzu wurde die griechische Mythologie nicht nur im Rahmen des Medea Mythos verwendet, sondern gezielt benutzt, um die Welt lebendig zu machen. Andere Götter, Figuren oder Sagen werden nebenbei erwähnt, sodass Medeas Geschichte nicht frei im Raum steht, sondern sich perfekt in das große Ganze einfügt. Dadurch konnte man Beziehungen besser verstehen und als Leser auch noch das ein oder andere dazulernen.
Was mir auch gut gefallen hat: Medeas Magie wird anhand diverser Beispiele toll erklärt, sie kann nicht einfach so zaubern, sondern es beruht auf einem System, das sie erst beherrschen lernen muss.
Medea selbst wird von der mythischen Figur zu einem Menschen mit Gefühlen. Ihre Entwicklung lässt sich gut verfolgen, ihre Entscheidungen werden nachvollziehbarer. Teilweise hätte ich mir hier bei manchen Entwicklungen jedoch noch etwas mehr Tiefe gewünscht, generell ist es aber durchaus gelungen. Eine schöne Art, die alten Geschichten neu zu erleben!
Entfachtes Feuer
Firewatch von Colin Hadler
Robins bester Freund Aaron ist verschwunden, die einzige Spur führt zu Kian, der zusammen mit Aaron in einem weitläufigen Nationalpark die Firewatch übernommen hat.
Hat er ihn dort ermordet? Um dies herauszufinden beschließt Robin, sich in die Höhle des Löwen (und damit in Kians Arme) zu begeben.
..
In kurzen Kapiteln, wechselnden Perspektiven und Heute/Damals Zeitebenen wird die Geschichte so spannend erzählt, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte und am Stück durchgelesen habe.
Während Robin in der Gegenwart ermittelt, erleben wir hautnah die letzten Wochen und Stunden vor Aarons Verschwinden mit, was geschickt aufgebaut wurde.
Hierbei baut sich das Grauen langsam aber sicher auf, immer wieder gibt es Hinweise darauf, dass etwas so ganz und gar nicht stimmt - doch was eigentlich passiert ist, bleibt bis zum Schluss unklar.
Es kommen mehr und mehr Fragen hinzu, als Leser wird man auf falsche Fährten geführt ohne es zu merken, dazu gibt es gute unerwartete Plottwists.
Manches war rückblickend vielleicht nicht komplett überzeugend, jedoch war ich insgesamt mit der Auflösung und dem Weg dorthin zufrieden.
Lediglich das Ende hätte noch 1-2 Kapitel meiner Meinung nach vertragen können, um alles besser abzurunden.
Die Charaktere fand ich auch sehr authentisch, vor allem da sich die Geschichte auf nicht zu viele Personen beschränkt und man diese daher umso besser kennenlernen kann. Im Fokus stehen natürlich Robin, Kian und Aaron, die alle ihre ganz eigenen Fehler und Stärken haben. Ihre Emotionen und Gedanken sind menschlich und man kann gut mitfühlen. Vor allem die aufkeimenden Gefühle für den "Feind" sind hier schön dargestellt und auch als Leser wächst einem Kian immer mehr ans Herz.
Das Experiment Thriller + Romance ist durchaus geglückt!
Was ist wirklich geschehen?
The Business Trip von Jessie Garcia
Zwei Frauen nehmen den selben Flug, wenige Tage später kommt langsam der Verdacht auf, dass sie vielleicht entführt wurden. Doch was ist wirklich passiert und wo sind sie jetzt?
Die Geschichte ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, zuerst lernt man beide Frauen kennen, danach ihr privates und berufliches Umfeld, während man zum Schluss der Wahrheit auf die Spur kommt.
Dies wird in kurzen Kapiteln aus sehr vielen Perspektiven erzählt - gefühlt jeder Nebencharakter bekommt seine eigenen Abschnitte. Während dies zuerst eigentlich ganz interessant war, fand ich es irgendwann eher etwas nervig. Ich hätte lieber die Hälfte der Charaktere als Erzähler gehabt und diese dafür besser kennengelernt - ehrlich gesagt konnte ich mir weder merken, was Nebenfigur Nr. 8 für Kinder hat, noch hat es mich dann interessiert.
Man erlebt die Handlung so zwar aus vielen Perspektiven, dafür halt mit deutlichen Abstrichen bei der Charaktertiefe.
Dazu kommt noch, dass ich manche Perspektiven, besonders die männlichen, auch teilweise nicht gut geschrieben und sehr klischeehaft fand. Viele waren sehr unsympathisch, sollten sie auch sein, aber nicht auf so eine übertriebene karikaturhafte Art.
Positiv fand ich jedoch die Aufteilung des Thrillers und dass die Spannung doch ganz gut gehalten wurde. Ich habe das Buch quasi am Stück weggelesen, besonders die erste Hälfte baut schön Spannung auf. Die zweite Hälfte hingegen habe ich als schwächer empfunden, auch die Auflösung war teilweise etwas vorhersehbar und konstruiert.
Insgesamt hat mich das Buch durchaus gut unterhalten, hätte jedoch mit weniger Perspektiven und stärkeren Charakteren mehr überzeugen können.
Berührender Bücherzauber
Das Jahr voller Bücher und Wunder von Libby Page
Das Konzept dieser Geschichte ist keineswegs neuartig: Tillys verstorbener Mann hat vor seinem Tod Nachrichten an sie vorbereitet, die ihr über ein Jahr hinweg helfen sollen, zurück ins Leben zu finden. Das Besondere diesmal ist jedoch, dass diese Nachrichten mit Büchern verbunden sind.
Die Magie der Bücher durchzieht die ganze Geschichte: So finden sich zu jedem Monatsanfang Buchempfehlungen, in der Handlung selbst wird von Büchern aller Art berichtet und wir suchen Orte auf, die jede Leseratte wohl liebt, wie Büchereien, Buchhandlungen oder gemütliche Leseplätze auf der ganzen Welt.
Eine Liebeserklärung an das Lesen, aber auch an den verstorbenen Mann.
Obwohl ihre Liebesgeschichte zu Beginn des Buches leider wirklich nur noch Geschichte ist, wirkt sie doch auch unheimlich lebendig. In Rückblenden erleben wir die besonderen und alltäglichen Momente mit, in der Gegenwart fühlt es sich manchmal so an, als wäre Joe noch da.
Immer wieder haben mich Momente emotional mitgenommen und berührt, die Beschreibung von Tillys Trauer und dem Weg zurück wirkte recht authentisch auf mich.
Traurige Stellen wechseln sich mit humorvollen Passagen ab, was eine schöne Mischung war.
Insgesamt ein tolles Wohlfühlbuch, das einen aber auch mal zum Weinen bringen kann.











