Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ryria:
Der Versuch die Leere zu füllen
Half His Age von Jennette McCurdy
Wer ist Waldo? Die mit der Teenager-Mutter, die aus dem Trailerpark, die mit dem Schreibtalent oder die, die eine geheime Affäre mit ihrem doppelt so alten verheirateten Lehrer anfängt?
Waldo ist all das, aber auch so viel mehr. In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte aus ihrer Sicht.
Wir lernen Auszüge aus ihrer Kindheit kennen, ihre Beziehungen zu Freunden und ihrer Mutter, aber im Fokus steht natürlich die verbotene Beziehung zu ihrem Lehrer.
Zunächst hat mir der Schreibstil echt gut gefallen. Kurze Kapitel mit wechselnden kleinen Szenen halten die Aufmerksamkeit hoch und erleichtern den Lesefluss noch zusätzlich. Waldo hat immer wieder beeindruckend kluge Gedanken und Beobachtungen, die sich in tollen Zitaten widerspiegeln.
Sie drückt sich durch das Schreiben aus, verliert sich aber gleichzeitig auch schnell in eher negativen Formen des Leere Füllens.
Auf der Suche nach einer echten Verbindung und Anerkennung findet sie zu ihrem Lehrer und immer wieder lässt sich gut rauslesen, wie die Erlebnisse ihrer Kindheit ihr Verhalten geprägt haben.
Die Charakterdarstellung von Waldo fand ich dadurch echt gut gelungen, ich konnte zwar nicht mitfühlen, aber ihre Gefühle irgendwie nachvollziehen.
Als Erzählerin hat sie auch eine freche, aber gleichzeitig verletzliche Art, was ich sehr authentisch fand.
Das Thema der Affäre hingegen ist ja eher schwierig und nicht wirklich leicht zu verdauen, gerade wenn man Waldo als Charakter besser kennenlernt.
Man kann nicht mit ihr mitfiebern und hoffen, dass ihr "Auserwählter" sich meldet, weil diese ganze Beziehung einfach so falsch ist.
Auch werden oft recht explizite und teils sehr seltsame Szenen eingebaut, die ich ein wenig überflüssig fand, da sie vermutlich nur den Schockfaktor erhöhen sollten.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf hat mich das Buch aber auf seine ganz eigene Art unterhalten und zum Nachdenken gebracht.
Auf Spurensuche in Erinnerungen
Die Geister von La Spezia von Oliver Plaschka
Jeder kennt Frankenstein, doch wer kennt auch seine Schöpferin Mary Shelley?
In diesem Buch hat der Autor ihre Hintergründe sowie ihre Geschichte mit ihrem Mann Percy ausgiebig recherchiert, um uns einen Einblick in ihr Leben zu liefern, verfeinert mit einer guten Prise des Übernatürlichem.
Nachdem Percy bei einem stürmischen Segelausflug stirbt, beauftragt sein Vater die Ermittlerin Pat mit der Suche nach der Wahrheit - was führte wirklich zu seinem Tod?
Zum Einsatz kommt eine Methode namens Mnemambulie, das Reisen durch Erinnerungen, was ich eine sehr spannende und ungewöhnliche Idee fand.
Generell hat die Kombination mir echt gut gefallen, das Fantastische im Zusammenspiel mit historischen Ereignissen und Charakteren.
Auch die Atmosphäre konnte mich wirklich packen, die Handlungsorte und Situationen wurden schön beschrieben und teilweise fühlte ich mich mitten drin im Geschehen.
Während ich den Schreibstil grundsätzlich daher mochte, hat mich das Tempo und der Aufbau zwischendurch öfters mal verloren.
Normalerweise liebe ich Zeitsprünge in solchen Romanen, hier habe ich jedoch manchmal ein wenig die Übersicht verloren.
Auch bei den Charakteren konnte ich nicht immer alle auf Anhieb wieder richtig zuordnen, was den Lesefluss dann doch etwas verlangsamt hat.
Insgesamt war es dann doch ein wenig anders als erwartet, jedoch trotzdem ein interessanter und ungewöhnlicher Einblick in Shelleys Leben.
Ende, Neubeginn und der Sommer dazwischen
Little Hollywood von Inga Hanka
Wir befinden uns im Sommer von 1999: Leo hat gerade ihr Abi gemacht, nun bleibt ein letzter Sommer zwischen Kindheit und erwachsen werden, ein Sommer um zu entscheiden, wo das Leben sie hinführen soll.
Wir als Leser dürfen sie in diesem Sommer begleiten, es ist nur eine Momentaufnahme ihres Lebens, was sich auch auf die ganze Erzählung auswirkt.
Statt ihre ganze Geschichte zu verfolgen erhalten wir nur einen kleinen Einblick, statt aufregenden Ereignissen und Spannung setzt die Autorin auf die Atmosphäre und zarte Gefühle.
Die Perspektive ist auf Leo als Ich-Erzählerin beschränkt, durch kluge Beobachtungen und Beschreibungen werden aber auch die Gefühle der Nebencharaktere gut dargestellt. Hiervon gibt es auch nur eine überschauliche Menge, sodass man sich besser auf ihre Beziehungen zu Leo fokussieren kann.
Besonders gut gefallen hat mir die langsame Entwicklung der Liebesgeschichte.
Es wurde sehr authentisch dargestellt, ohne es zu überstürzen oder künstliches Drama. Eine Sache war für mich jedoch ein wenig unnötig bzw. manchmal mochte ich die Aktionen der Charaktere nicht wirklich.
Dafür wurden verschiedene Beziehungen behandelt, zu den Eltern, zum Bruder und auch zu Freunden, was ich gerne gelesen und verfolgt habe.
Generell fand ich den Schreibstil sehr schön, manche Abschnitte habe ich auch doppelt gelesen und die Worte auf mich wirken lassen.
Auch der Nostalgie-Faktor wurde getroffen: Ich war zwar noch wesentlich jünger als die Protagonisten, aber habe sehr vieles aus der damaligen Zeit wiedererkannt und mich in das Lebensgefühl zurückversetzen können.
Dazu wurde die Thematik rund um Kinofilme passend in die Handlung eingebaut, stand aber nicht im Fokus.
Es gab zwischendurch mal manche Abschnitte, die sich ein wenig gezogen haben, insgesamt war es aber ein schönes nostalgisches Leseerlebnis mit einer Coming of Age Story.
Mensch, Königin, Göttin
Kleopatra von Saara El-Arifi
Kleopatras Legende ist wohl den meisten Leuten ein Begriff, zumindest ihren Namen kennt jeder.
Doch wer war eigentlich der Mensch hinter all diesen Geschichten und Mythen?
In diesem Buch erlaubt sich die Autorin eine eigene Interpretation, gestützt auf gut recherchierte historische Fakten, aber auch mit viel Fantasie.
Erzählt wird alles von Kleopatra selbst, sie betrachtet rückblickend ihr Leben nach ihrem Tod und steht dabei quasi im Gespräch mit dem Leser. Diese Perspektive fand ich ungewöhnlich, aber hat mir gut gefallen, da man so ihre Intentionen und Gedanken noch besser nachvollziehen kann und alles im Kontext betrachtet wird.
Auch der Schreibstil war recht angenehm, trotz historischem Hintergrund liest es sich sehr leicht und ein wenig wie ein Fantasy-Roman.
Trotzdem bleibt das alte Ägypten auch nicht auf der Strecke, ganz im Gegenteil, auf jeder Seite finden sich interessante und spannende Details über die damalige Kultur, die Menschen und die Götterwelt.
Gerade wenn man sich dafür interessiert, kann man hier vieles wiedererkennen und auch noch etwas dazulernen.
Ebenso positiv fand ich, dass hier Kleopatra im klaren Fokus steht und nicht ihre Romanzen. Zusätzlich lernt man auch ihre Dienerin und Geschwister noch kennen, jedoch sind die meisten Nebencharaktere eher blass geblieben.
Auch das Tempo war leider etwas unregelmäßig, manche Abschnitte waren echt spannend, andere zogen sich dafür doch sehr.
Insgesamt hatte ich allerdings doch viel Freude daran, Kleopatras Geschichte frei interpretiert neu kennenzulernen.
Rückkehr nach Japan
Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach
Das Buch knüpft direkt an den ersten Band an und so befinden wir uns zusammen mit Lucy wieder auf der japanischen Insel Soshima.
Im Laufe der Geschichte erfahren wir, wie es mit der Kamelienölmanufaktur, ihrer Freundin Lili, ihrer großen Liebe Finn und ihrer Familie in Frankreich weitergeht.
Diese Fortsetzung hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1 - natürlich waren die Charaktere diesmal schon etwas vertrauter, aber auch neue Personen konnten von sich überzeugen.
Die Insel wird mit jedem Kapitel lebendiger: Zusammen mit Lucy erkundet man die Natur und abgelegene Ecken, die wirklich schön beschrieben wurden, während man gleichzeitig aber auch immer mehr der Einwohner kennenlernt.
Jeder dort hat seine eigene Geschichte, besondere Stärken und eine eigene Rolle im großen Ganzen. Ich habe die kleinen Erzählungen über die Nebencharaktere genauso gerne verfolgt wie die Hauptgeschichte. Diese sind nicht immer perfekt ausgearbeitet, jedoch hat mich das nicht sonderlich gestört.
Wie schon im ersten Teil mochte ich die Einbindung der japanischen (und französischen) Kultur sehr. Man merkt hier richtig, dass die Autorin viel recherchiert und dafür mit Japanern zusammengearbeitet hat. Die Feinheiten der Kultur, der Sprache und des Zusammenlebens werden authentisch dargestellt und fügen sich perfekt in den Lesefluss ein. Obwohl ich mich bereits gut mit der Thematik auskenne, konnte ich trotzdem auch noch einiges dazulernen.
Auch empfand ich es als positiv, dass nicht immer alles ganz rund läuft und Lucy nicht auf magische Weise einfach so Erfolg hat. Probleme werden durch harte Arbeit und kluge Strategien gelöst, sodass man auch einen schönen Einblick in den Betrieb einer Manufaktur erhält.
Manchmal kommt der Zufall jedoch trotzdem noch zur Hilfe, allerdings hielt es sich hier noch so im Rahmen, dass man drüber hinweglesen kann - vor allem da es ja auch ein Wohlfühlbuch ist.
In diesem Sinne freue ich mich schon sehr auf den nächsten Band!
Gefangen im Leben
Die Dinner Party von Viola Van de Sandt
Franca führt ein angenehmes Leben: Ihr Verlobter ist vermögend, sie planen ihre Hochzeit, sie muss nicht arbeiten gehen, nur für ein paar Gäste der Dinner Party kochen. Doch unter dem schönen Schein brodelt so einiges und ihr schickes Anwesen entpuppt sich mehr und mehr als goldener Käfig...
Dieses Buch ist alles andere als einfach.
Zwischendurch musste ich es immer wieder mal weglegen und das Ende auch erstmal eine Weile sacken lassen.
Dabei ist der Schreibstil teilweise schon fast wie ein Sog, besonders wenn sich die Geschehnisse immer weiter zuspitzen. Zwischendurch gab es für mich jedoch auch vereinzelt mal kleinere Abschnitte, die sich etwas gezogen haben.
Insgesamt ist die Geschichte aber sehr atmosphärisch und geht mit jeder Seite mehr unter die Haut. Die Beschreibungen des Geschehens wirken überwiegend schon fast alltäglich, aber trotzdem hat man die ganze Zeit so ein unangenehmes Gefühl, das Grauen versteckt sich zwischen den Zeilen, ähnlich wie in einem ruhigen Horrorfilm.
Die Autorin schafft es wunderbar, Francas mentale Verfassung durch kleinste Dinge vertieft darzustellen, von Beschreibungen der Küchengeräte hin zu teilweise fast verstörenden Szenen.
Berührende Gedanken und Situationen wechseln sich ab mit unangenehmen Schilderungen, immer besteht viel Raum für eigene Interpretationen.
Wirklich sympathisch war mir dabei keiner der Charaktere so wirklich, nur mit Franca habe ich später doch etwas mitgelitten. Die Charakterisierungen waren jedoch durchaus authentisch und man konnte sich die Personen alle sehr gut vorstellen.
Jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich rum, jeder spielt eine Rolle, und es ist erschreckend und befreiend zugleich zu lesen, wie sich das im Laufe des Abends immer weiter auflöst.
Manche kleineren Überraschungen fand ich gut gelungen, ein größerer Plottwist hat mich sehr überrascht, jedoch im Nachhinein irgendwie nicht so ganz überzeugen können.
Ein Buch voller wichtiger Themen, das einen nachdenklich und ein wenig aufgewühlt zurücklässt.
Eine Liebe für immer
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Eve leidet schon ihr ganzes Leben unter gewaltigen Schuldgefühlen. Als sie von der Magie des White Octopus Hotels hört, die eine zweite Chance verspricht, zögert sie daher nicht lange und bricht in die Schweiz auf - und landet in der Vergangenheit in dem wohl faszinierendsten Hotel aller Zeiten.
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich emotional so mitgenommen hat.
Hier liegt die Magie nicht nur in den wundersamen Gegenständen im Hotel, sondern auf jeder Buchseite und die Worte dieser Rezension können ihm nicht gerecht werden.
Zunächst zum Aufbau: Die Geschichte folgt überwiegend Eves Perspektive, springt zwischendurch aber auch mal zu Max, sodass wir von beiden Hauptcharakteren einen gelungenen Einblick erhalten. Dazu spielt das Geschehen in den unterschiedlichsten Zeiten, aber ich fand es nicht allzu schwer, den Überblick zu behalten.
Es hat großen Spaß gemacht, die einzelnen Puzzleteile und Hinweise zusammenzusetzen, um die Zeitreise und Zusammenhänge zu verstehen - und in dem Moment, in dem man es versteht, trifft die Geschichte wirklich mit Wucht alle Emotionen.
Die Zeitreise von Eve beginnt dabei erst nach einem längeren Einleitungsteil, was ich aber gut so fand, da man sie und ihr Leben so erst richtig kennenlernen kann, bevor man sich in die Hotelwelt stürzt.
Das Hotel war dabei wunderbar fantasievoll, mit vielen skurrilen Details und allerlei Merkwürdigkeiten. Jeder Raum wurde toll beschrieben, man fühlt sich selbst wie mitten drin im Hotelleben.
Auch Eve und Max haben mir richtig gut gefallen, sowohl ihre Interaktionen und langsame Liebesgeschichte, als auch ihre Charakterentwicklung und Hintergründe.
Themen wie Schuld, Trauma, Krieg, Vergebung und komplizierte (Familien-)Beziehungen wurden glaubhaft dargestellt und man konnte gut mitfühlen und teilweise auch mitleiden.
Ich liebe Zeitreisegeschichten, daher konnte mich dieses Buch echt mitreißen - Highlight des bisherigen Jahres!
Spannender Themenmix
We Who Will Die von Stacia Stark
Den Beginn der Geschichte hat man in ähnlicher Form vermutlich schon oft gelesen: Bruder oder Schwester der Protagonistin sind in tödlicher Gefahr, daher opfert sie sich selbst oder geht einen gefährlichen Handel ein, um ihn/sie zu retten.
Protagonistin Arvelle landet hier in einem Wettbewerb voller brutaler Arenakämpfe, die sie gewinnen muss, um anschließend den grausamen Imperator töten zu können.
Irgendwie an ihrer Seite: Zwei Vampire, mit ihren ganz eigenen Motiven und Geheimnissen.
Hier wird das Rad nicht neu erfunden, viele der Tropes und Handlungselemente sind wohlbekannt, allerdings fand ich den Mix dann doch ganz interessant: Ein Setting wie in Gladiator mit Kolosseumskämpfen, aber dazu noch Vampire - und Magie!
Das Magiesystem hat mir hierbei überraschend gut gefallen, es wird immer wieder kurz erklärt bzw. weiter ausgebaut, ohne dabei zu kompliziert zu werden.
Passend dazu gibt es auch noch Götter, Religion und Fantasiekreaturen wie Zentauren und Greife.
Die Kämpfe und Prüfungen waren auch ganz spannend, kamen aber etwas unerwartet und teilweise plötzlich.
Den Schreibstil allgemein fand ich sehr angenehm, was auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass ich das Buch teilweise kaum aus der Hand legen konnte. Man fliegt durch die Seiten und kann dabei herrlich in diese Welt abtauchen und mitfiebern.
Arvelle als Protagonistin war mir ebenfalls sympathisch, sie kämpft nicht nur stark gegen die Herausforderungen der Gegenwart, sondern auch gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.
Dagegen hätte ich mir jedoch ein wenig mehr Tiefe bei einigen Nebencharakteren gewünscht, die interessant wirkten. Generell gab es zeitweise sehr viele Namen und einige davon konnte ich mir absolut nicht merken, hier wäre eine Übersicht nicht schlecht gewesen.
Wer gerne Romantasy liest, wird hier auf jeden Fall auch auf seine Kosten kommen, auch wenn manches etwas bekannt wirkt.
Ein lustiges Theaterstück auf den Bühnen der Welt
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
Dieser Roman hat mich tatsächlich sehr positiv überrascht. Während ich den Stil zu Beginn noch eher ungewöhnlich fand, hat sich meine Lesefreude mit jeder Seite mehr und mehr gesteigert.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Doppelagent Dieter, Dichter Jakob sowie ihrer Bekannten Francesca.
Ihre gemeinsame Reise beginnt in Rom und führt sie bis nach Kasachstan, sodass man so einige tolle Schauplätze kennenlernt.
Diese werden toll beschrieben, nicht zu ausführlich, aber so, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann und sich mitten drin im Geschehen fühlt. Ich hatte öfters auch das Gefühl, der Autor war bereits persönlich an den Orten und konnte sie daher so passend beschreiben.
Auch der damalige Zeitgeist wird gekonnt eingefangen, während man auch noch einiges über diese Zeit lernen kann - eine Geschichtsstunde, die super unterhält statt zu langweilen!
Dies wird vor allem durch den Humor des Buches gewährleistet. Während dieser natürlich wie immer Geschmackssache ist, fand ich ihn überraschend großartig. Extrem skurrile Szenen und Charaktere, dazu immer wieder gelungene Wortwitze, fast wie in einem Comedy-Theaterstück. Immer wieder dachte ich beim Lesen "wir kommt man auf so eine Idee" und musste wirklich schmunzeln.
Auch die Charaktere sind wirklich einmalig und mir schon auch irgendwie ans Herz gewachsen, so verrückt sie auch sind.
Dazu kann man auch ganz gut mitspekulieren und eigene Theorien über sie aufstellen.
Nur hier liegt auch mein großer Kritikpunkt: Am Ende bleiben leider sehr viele Fragen offen. Anscheinend ist eine Fortsetzung geplant, jedoch hätte ich mir ein etwas runderes Ende für dieses Buch gewünscht, zumindest die Beantwortung einiger Kernfragen. Von daher muss ich leider einen Stern abziehen, auch wenn der Rest der Geschichte echt wirklich Spaß gemacht hat und sehr zu empfehlen ist!
Das Spiel des Todes
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Sieben Menschen Anfang 20, ein Partywochenende in einer einsamen Waldhütte, was soll schon schiefgehen? Blöd nur, dass alle ihre ganz eigenen Geheimnisse mitbringen, die nicht immer nur harmlos sind - und dann taucht auch noch ein seltsamer alter Mann auf...
Dieses Buch ist mal wieder ein typisches Opfer seines Klappentextes.
Das was man anhand dessen erwartet, spielt in Wirklichkeit nur eine geringe Rolle und kommt auch erst in der zweiten Hälfte überhaupt vor. Für Psychothriller-Fans kann dies daher durchaus verwirrend sein.
Wenn man sich daran jedoch nicht stört, erwartet einen eine spannende Geschichte über menschliche Abgründe, Moral und Ethik, Manipulation sowie die Beziehungen und Gefühle der jungen Charaktere.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven der Partygäste, jedoch gehen wir auch immer wieder mal in die Vergangenheit zurück und erkunden das letzte halbe Jahr, um so zu verstehen, was die Hintergründe für alles sind.
Dies mag verwirrend klingen, ist allerdings doch recht einfach zu folgen, da Zeitangaben am Kapitelanfang vorhanden sind.
Manche Charaktere sind allerdings doch etwas sehr kurz dabei gekommen, sie waren mehr Beiwerk und hatten kaum Tiefe bzw. hat sich diese auf einen einzigen Aspekt beschränkt, der relevant für die Handlung war. Felix hingegen war ein aus meiner Sicht sehr interessanter Charakter und stand auch ziemlich im Fokus. Ich mochte ihn nicht wirklich, aber das war im Grunde auch nicht das Ziel das Geschichte.
Wenn man sich nicht zu sehr auf den Klappentext versteift und stattdessen anhand immer neuer Puzzlestücke die Geschichte und Gefühle einiger Charaktere zusammensetzen möchte, dann kann ich dieses Buch durchaus empfehlen.











