Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Wut greifbar gemacht
Und dann? von Heinz Janisch
Auf dem Cover sehen wir die beiden Kinder am Wasser sitzen und angeln. Bei diesem Buch ist es ganz wichtig die allerersten Seiten anzuschauen, denn dort erfahren wir, dass das Mädchen viele Dinge aus dem Wasser angelt, während der Junge erfolglos bleibt und schließlich aufsteht und geht. Auf der nächsten Seite sehen wir sehr groß seinen Kopf und sein Gesicht spiegelt seine Wut und deshalb macht er einen Knoten in den Leuchtturm.
Und dann kommt die Titelfrage, die sich auf jeder Seite weiderholt. „Was dann?“ Dann trinkt er das Meer leer, setzt sich eine furchtbare Maske auf und alle fürchten sich vor ihm. Als alle weg sind, wird es still, er nimmt die Maske ab und ist am Ende froh, dass er wieder neben seiner Freundin sitzen und angeln kann.
Die Wut, die sich immer weiter durch diese „Und dann?“ steigert, kenn wohl die meisten Kinder, wie schön, wenn danach alle wieder gut wird. Das gibt uns die Sicherheit, dass wir auch mal ausflippen dürfen. Der Text ist sehr reduziert, dafür zeigen uns die eindrucksvollen Illustrationen die Gefühle des Jungen sehr intensiv.
Ein aufstrebender Kurort mit seinen Glanz- und Schattenseiten
Die Welt in Meran - Walzerblut von Angela Marina Reinhardt
Im Fasching 1872 reist Helen von Burt, eine Nichte Moltkes, mit ihrer englischen Tante nach Meran. Der aufstrebende Kurort ist für den Adel und die reiche Gesellschaft ein besonderer Anziehungspunkt. Helen soll nach Möglichkeit einen Ehemann bei einem der Faschingsveranstaltungen finden. Doch es ist immer wichtig, dass dabei die Etikette eingehalten werden.
So darf sie als junge ledige Frau nicht alleine im Ort spazieren gehen, allerdings umgeht die hervorragende Reiterin diese Vorschrift und macht sich ganz früh am Morgen zu Pferd auf die Gegend zu erkunden. So trifft sie auf Jean, den adeligen Korsen, den seine Kriegserlebnisse sehr belasten. Dr. Hirsch, ein jüdischer Arzt reist nach Meran, um hier eine Stelle anzutreten. Er ist überzeugt, dass er sich nicht nur um den Köper, sondern auch um die Seele der Erkrankten kümmern muss. Anna eine Bedienstete aus dem feudalen Hotel in den Helen untergekommen ist, erledigt ihre Arbeit sehr vorausschauen, doch dann kommt sie eines Tages nicht mehr zu Dienst.
Am Anfang des Buches ist eine Karte „Meran um 1875“ abgebildet und hinten im Buch gibt es ein Personenverzeichnis. Die 20 Kapitel beginnen immer mit einem Originaltext aus der Zeit. Die wechselnden Orte sind immer mit einer entsprechenden Orts und Datumsangabe versehen, die Personen, die im Fokus stehen wechseln, was die Erzählung auflockert. Da gibt es Helen, die dringend an den Mann gebracht werden soll, Jean, der unter seinen Kriegserlebnissen leidet und ein Geheimnis hat. Anna das kranke Dienstmädchen, ein kleines Kind, dass unter schlimmsten Umständen bei einer Familie untergebracht ist, Frauen, die für einen kargen Lohn ihre Gesundheit opfern und Ärzte, die zum einen die reichen Kurgäste versorgen, die aber auch eine Sprechstunde für die Armen anbieten. Der aufstrebende Kurort Meran wird so lebhaft geschildert, dass ich einfach durch die gut 400 Seiten geflogen bin und auf die Fortsetzung warte.
Ein herrliches Buch über eine n Wolf, der sich entscheiden muss
Mahlzeit! von Larysa Maliush
Der große graue Wolf zieht einen niedlichen weißen Hasen hinter sich her, aber er leckt sich schon die Schnauze und zeigt seine spitzen Zähne. Über dieser Szene steht das Wort „Mahlzeit“, das lässt schlimmes erahnen.
Vor dem gemütlichen Haus mit den vielen Hasen sehen wir das kleine weiße Häschen mit einer Holzmöhre spielen.
Doch dann hüpft es hinter dem Frosch her, der versucht ein Glühwürmchen zu fangen. Szenenwechsel: ein Rudel Wölfe heut den Vollmond an, nur Grauschnauz steht etwas abseits. (Und sitzt da nicht das Glühwürmchen auf seinem Ohr?)
Er möchte gerne selbst und ganz für sich, dafür aber perfekt den Mond ansingen. Doch da hört er einen ganz anderen Ton, „WÄ-HÄÄÄ“ ist da zu hören. Als er die Ursache des Geräusches ausfindig gemacht hat, beginnt sein Dilemma. „Alle, die nach Einbruch der Dunkelheit im Wald gefunden werden, müssen gefressen werden.“ Aber das Häschen ist so winzig und flauschig. Und es trägt einen Zettel seiner Familie dabei, worauf dem, der Knuffel zurückbringt, ein Essen versprochen wird.
Wundervollen humorvolle Illustrationen und eine Geschichte, die zeigt, dass auch ein Wolf nicht immer an die Regeln hält und nicht gleich jeden Hasen frisst.
Zusätzlich noch die Empfehlung meiner Enkelkinder!
Eine kleine Spinne geht ihre eigenen Wege
Selma, du machst das falsch! von Tini Malina
Selma ist eine kleine Spinne, die ihre Netze nicht wie die anderen Spinnen webt, sie erfindet immer wieder andere Muster. Einmal sogar webt sie ein Regentropfen-Muster. Doch Selma hat große Pläne, während die anderen ihr zurufen „Selma, du machst was falsch!“ ahnt sie, dass sie zu Großem geboren ist.
Sie möchte ganz weit oben ihre besonderen Netze anbringen und oben ist für sie ein Hochhaus, dass sie in der Entfernung sieht. Sie macht sich also auf und erklimmt dieses große Gebäude und trifft dort auf eine alte Spinne, die ihr einen Rat gibt „Nur die Spinne, die riskiert, zu weit zu spinnen, kann herausfinden, wie weit sie spinnen kann.“ Und Selma nimmt sich diese aufmunternden Worte zu Herzen und steigt weiter nach oben.
Aus Spinnensicht macht Selma natürlich alles falsch, aber sie ist eine mutige und kreative Spinne, die ihre Wünsche lebt. Dieses Buch macht Mut etwas Ungewöhnliche zu wagen, auch wenn alle anderen es für falsch halten. Denn am Ende können wir sehen, wie Selma „die Schönheit des Mondes in einem ihrer Netze gefangen hat“. Die Zeichnungen sind sehr einfach gehalten und doch zeigen sie uns alles ganz genau. Die Seite wo Selma und der alte Spinnenmann sich gegenüberstehen gefällt mir besonders gut. Ich finde dieses tolle Bilderbuch hat seine Auszeichnungen zu Recht bekommen.
Der Austerfischer ist ein richtiger Superheld
Enno - Ein Austernfischer auf Schatzsuche von Andrea Reitmeyer
Wie schön, dass die Reihe mit Andrea Reitmeyer weitergeht, diesmal lernen wir Enno kennen. Wir sehen ihn mit einem Füller über das Meer fliegen.
Enno ist ein Austernfischer und er sucht mit viel Erfolg nach Schätzen, das sind Dinge, die wir Menschen im Meer und am Strand „verloren“ haben. Das sind alte Fischernetze, die er zu einer Hängematte für Robben umgestaltet, Flaschen, Plastiktüten und Badelatschen, die ein Dach für einen Wasserläufer bilden.
„Enno findet immer eine Lösung“ finden die Strandbewohner. Als Enno dann den Füller entdeckt und schnell herausfindet, dass man ihn zum Malen benutzen kann, malt er tolle Muster auf alles Mögliche. Als er ein interessantes Plakat entdecket, wird er neugierig und bringt sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Als er dann das Plakat lesen kann, erfährt er, wie gefährlich seine Schätze für seine Freunde sind. Er schlägt Alarm, um sie zu retten.
Neben der spannenden und informativen Geschichte gibt es vorne im Buch noch einige Sachinformationen über Austernfischer und hinten im Buch ein ABC mit Meeresbewohnern, mit dem hat Enno auch das Lesen gelernt.
Meine Enkel lieben diese Reihe und freuen sich auf Enno, der selbst lernen muss, wie wichtig es ist, dass unsere Strände und Meer vom Abfall befreit werden. Wunderschöne Bilder und eine Geschichte, die sowohl lehrreich als auch spannend ist.
Kleine, feine Krimis
Ein Hochhaus ist auch nur ein Dorf von Elfi Sinn
Nach der Vorstellung der Personen, die uns in diesem Büchlein begegnen, lernen wir die pensionierte Lehrerin Nora kennen. Sie ist vom Dorf in eine Hochhaus gezogen und tut sich zunächst schwer Bekanntschaften zu schließen. Aber dann macht sie einen Plan vom Haus und in der Bar unten im Haus erfährt sie von ihrer Nachbarin Lilly, die schnell ihre Freundin wird.
Im Fahrstuhl trifft sie auf den 10-jährigen Tom, der sich mit Computern auskennt, der sich aber mit dem Lesen schwertut. So findet Noro schnell einen Weg, wie die beiden sich unterstützen können. Zusammen mit Lilly und zwei älteren Herren versucht Nora eine Diebesbande, die in einigen Wohnungen eingebrochen hatten zu stellen.
Zusammen mit Lilly besucht Nora ein Speed-Dating und erfährt dort von einer Blondine, dass ihr Schwester böse reingelegt wurde. Da macht die Hochhaus-Gang, wie die vier Freunde sich nennen, gleich einen Plan, wie man diesen Betrüger überführen kann. Dazu verwandelt sich der ehemailge Bänker Alfred in eine verführerische Blondine.
Als Nora mit ihrer kleinen Urenkelin am Spielplatz sitzt, wird die von einer Frau um Hilfe gebeten, sie hat einen Mann angezeigt, der sie bestohlen hat. Er wollte sich ihre Wertgegenstände anschauen und nach seinem Besuch fehlte ein wertvolles Stück. Natürlich können Nora und ihre Freunde der Frau helfen.
Bei ihrem Spaziergang durch die Gartenstadt fällen Nora herausgerissene blaue Blumen auf. So erfährt sie von einem Mordfall und kann der Witwe helfen, die der Polizei verdächtig erscheint.
In einem Seniorenheim lernt Nora den Mentor von Alfred kennen, einen sehr attraktiven und aktiven 90jährigen.
In Lillys Bootshaus organisiert Nora mit ihrem neuen Freund ein Krimidinner, doch dann landen sie plötzlich selbst in einem spannenden Fall.
Um Prävention geht es im letzten Kapitel, aber auch um eine ältere Damen, die nicht auf den Trick hereinfällt, sondern zusammen mit der Hochhaus-Gang dem Betrüger eine Falle stellt.
Kleine, feine Geschichten, Cosykrimis mit Seniorenbeteiligung, klar strukturiert und logisch nachvollziehbar, gut zu lesen und mit sympathischen Protagonisten. Wieder eine gelungene Mischung!
Wissenschaftliche Themen erklären
Cosmic Bullshit von Chris Ferrie
„Jugendliche begegnen pseudowissenschaftlichen Behauptungen heute täglich in ihren Feeds. Umso wichtiger ist es, Werkzeuge zur Einordnung an die Hand zu geben, die nicht nur aufklären, sondern auch Spaß machen.“ So lautete der Text, der mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Der Autor ist Quantenphysiker und er fängt mit dem Text wörtlich bei Adam und Eva an, denn das erste Kapitel befasst sich mit den unterschiedlichsten Mythen rund um die Schöpfung.
Dann geht es um die Sterne und was die Astrologie alles in ihnen liest. Weiter geht es mit Aliens und den verschiedensten literarischen und filmischen Werken, in denen sie vorkommen. Ufo-Sichtungen wurden von Wissenschaftlern ernst genommen und entsprechend untersucht. Nicht nur wegen der Kultfilme „Zurück in die Zukunft“ sind Zeitreisen immer wieder ein Thema, dass fasziniert. Selbst In Kinderbüchern wird eine Reise durch Zeit und Raum zum tollen Abenteuer, bei dem die Lesenden in andere Zeiten abtauchen können.
Ich muss leider zugeben so spannend sich die Themen anhören, so sehr habe ich mich durch den Text gekämpft. Über 200 Seiten voller Informationen und ein Humor, der nicht meiner ist. Die Leser*innen des Buches wurden gesiezt, was mich sehr erstaunt hat. Ich weiß auch nicht, warum es immer Wissenschaftlerinnen hieß, während Skeptiker männlich waren.
„Wir machen alle Fehler. Ich habe zum Beispiel eingewilligt, 10.000 Wörter zu schreiben, wodurch ich gezwungen war, totlangweiligen Schrott im Internet zu recherchieren.“ Ist ein Zitat aus dem Buch, das mir zu denken gibt. Dazu kommt der Titelbegriff „Bullshit“ sehr inflationär im Text vor, für mich nicht unbedingt eine wissenschaftliche Aussage.
Zauberhaft gestaltet, voller Fantasie
Ich hab dich ganz genauso lieb von Keira Knightley
Keira Knightley, die ich bisher nur von der Leinwand kannte, hat dieses Buch geschrieben und illustriert. Das Cover mit dem schwarzen Hintergrund zeigt eindrucksvoll, wie schön die Bilder gezeichnet wurden. Es zeigt auch die Verlorenheit der großen Schwester, die uns den Rücken zukehrt.
Bisher gab es eine kleine glückliche Familie zu dritt und der Satz „Ich hab dich so lieb wie nichts auf der Welt“ galt einzig für die Tochter.
Doch nun ist das Baby da und der Satz ändert sich in „Ich hab dich ganz genauso lieb.“ Lily nimmt den Platz in Mamas Bett ein und „die Große“ hört, wie Mama der kleinen Schwester das Schlaflied vorsingt. Doch dann beginnt eine Traum in dem Lily, das langweilige Baby weggewünscht wird. Doch als ein Vogel Lily mitnimmt, sagt das Mädchen mit in die Hüften gestemmten Fäusten und bösem Blick „Das ist mein Baby.“ So macht sie sich auf, um die kleine Schwester zu retten.
Danach wird die Handlung sehr fantastisch und die Illustrationen sind hervorragend gezeichnet. Der Text, der sich in großen Abschnitten reimt, ist sehr wortgewaltig und poetisch, aber auch schwierig zu verstehen. Manchmal viel es mir schwer zu folgen.
Ein zauberhaftes Buch über die Eifersucht auf ein Geschwisterchen, zu dem die Liebe aber erwacht, wenn es in Gefahr ist. So ist das häufig unter Geschwistern. Ein liebevolles Ende bei dem die kleine Familie zu viert eng zusammensitzt.
Wie komme ich an eine neue tolle Freundin?
Der unglaubliche Freundinnen-Wunsch-Automat von Katalina Brause
Zwischen „Lesen können“ und „ein Buch selbst lesen“ liegen große Unterschiede, dieses Buch wird speziell zum „Einfach selbst Lesen“ auf dem Cover beworben. Es hat 75 Seiten, große Buchstaben, 17 kurze Kapitel und viele bunte, teilweise großformatige Bilder.
Das erste einseitige Kapitel beschreibt eine Szene, die erst am Schluss des Buches passiert.
Sie baut mit einem kreischenden Zombie und zwei flüchtenden Mädchen auch eine richtig tolle Spannung auf. Dann erfahren wir, wie in Emilys 5c alles begann. Juno, Emilys beste Freundin seit der Windelzeit, fällt auf Auroras Klimper-Wimpern herein und schenkt ihr ihr schönstes Radiergummi. Deshalb spricht Emily den Satz „Es gibt 1000 bessere Freundinnen als dich!“ und sie weiß sofort, dass sie das nicht hätte sagen dürfen. Leidet traut sich Emily nicht ohne eine Freundin den Stinkern vorbei, deshalb grenzt es an eine Wunder, dass sie auf einen „Freundinnen-Wunsch-Automat“ stößt, aber eine Wunschfreudin bekommt man nicht so leicht.
Fabelhaft, wie die Geschichte an Spannung gewinnt und wie wir mit Emily hoffen, dass sie eine Freundin findet. Zum Glück gibt es eine richtig schönes Ende. Wie gesagt, schone Illustrationen und ein Text, voller Humor und Spannung.
Auch wenn Petronella der Oma hilft, läuft es auf der Apfelwiese
Petronella Apfelmus - Hexenschuss und Zaubernuss (Band 13) von Sabine Städing
Petronella Apfelmus winkt uns vom Cover zu. Diesmal muss sie sich mit Mitgliedern der „Kryptozoologischen Gesellschaft“ auseinandersetzten, die auf der Wiese an der Mühle campen.
Professor Raubein und seine Begleiter*innen beschäftigen sich mit magischen Wesen und davon gibt es im Haspelwald eine ganze Menge.
Da müssen Petronella und ihre Apfelmänner schnell alle warnen, damit sie dieser Truppe nicht in die Hände fallen. Leider hat Petronellas Oma Streit mit einer anderen Hexe, die ihr einen Hexenschuss verpasst hat. Deshalb muss ich Petronella mit ihrer Medizin auf den Weg in den Schwarzwald machen. Die daheimgeblieben magischen Wesen und die Zwillinge müssen also schauen, wie sie alleine mit der Situation fertig werden. Sie belauschen die Kryptozoolog*innen und entdecken dabei eine ganze Menge, das sie verwundert.
Das Buch mit dem schönen blauen Lesebändchen, ist diesmal mit über 200 Seiten etwas dicker geraten. Aber die Geschichte, die sich zu einer spannenden Detektivgeschichte entwickelt, ist gut zu lesen und die wunderschönen Illustrationen, die lockern die Seiten zusätzlich auf. Wieder ein unterhaltsames Buch um unsere kleine Apfelhexe.











