Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julchentim:
Zwischen Macht, Geheimnissen und Verrat
Dire Bound von Sable Sorensen
Das Buch hat mich von Anfang an sehr schnell reingezogen. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und sorgt dafür, dass man zügig durch die Seiten kommt. Gerade in der zweiten Hälfte entwickelt sich ein starker Lesesog, weil die Handlung immer weiter an Tempo zunimmt.
Inhaltlich bewegt sich die Geschichte klar im Romantasy-Bereich und greift einige bekannte Elemente auf.
Vieles war für mich früh absehbar, besonders bestimmte Entwicklungen rund um die Figuren und ihre Rollen. Das hat mich aber weniger gestört als gedacht, weil die Umsetzung größtenteils stimmig ist und gut funktioniert.
Was mir gut gefallen hat, ist, dass die Handlung über die reine Liebesgeschichte hinausgeht. Es geht auch um Macht, Herkunft, politische Strukturen und ein größeres Mysterium, das sich nach und nach aufbaut. Dadurch entsteht mehr Tiefe und man bekommt das Gefühl, dass im Hintergrund noch deutlich mehr passiert.
Bei den Figuren bin ich etwas zwiegespalten. Die Protagonistin macht eine klare Entwicklung durch und wächst im Laufe der Geschichte in ihre Rolle hinein, auch wenn mir einige Schritte etwas zu schnell gingen. Besonders ihre Sturheit und Entscheidungen haben mich zwischendurch genervt, gleichzeitig sind sie aber auch nachvollziehbar.
Die Dynamik zwischen den Figuren ist unterschiedlich stark ausgearbeitet. Einige Beziehungen entwickeln sich sehr interessant, vor allem dort, wo Vertrauen und Zusammenarbeit im Vordergrund stehen. Andere wirken dagegen phasenweise zu stark von körperlicher Anziehung oder äußeren Umständen geprägt. Gerade im Romance-Anteil waren mir manche Szenen zu häufig und haben eher den Spannungsaufbau unterbrochen, als ihn zu unterstützen.
Ein Punkt, der mir ebenfalls aufgefallen ist, ist das Tempo. Gerade im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse teilweise. Das sorgt zwar für Spannung, lässt aber wenig Raum, um einzelne Entwicklungen wirklich wirken zu lassen. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Zeit gewünscht.
Positiv hervorheben möchte ich die vielen Hinweise und kleinen Details, die im Verlauf der Geschichte gestreut werden. Auch wenn man einiges früh ahnt, ergibt sich am Ende ein rundes Gesamtbild.
Insgesamt hat mich das Buch trotz einiger Schwächen gut unterhalten. Es liest sich schnell, bleibt durchgehend spannend und bietet genug offene Fragen, um neugierig auf die Fortsetzung zu machen. Ich bin aktuell etwas zwiegespalten, weil sich die Geschichte teilweise in eine recht klassische Richtung bewegt, möchte aber trotzdem wissen, wie es weitergeht.
Starke Atmosphäre, aber inhaltlich nicht ganz gepackt
Verrat der Schwäne von A. B. Poranek
Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an Verrat der Schwäne von A. B. Poranek rangegangen, vor allem wegen der Idee mit der düsteren Schwanensee-Version und der queeren Liebesgeschichte. Der Einstieg hat mich auch direkt abgeholt. Die Stimmung ist dicht, fast schon märchenhaft düster, und man merkt, wie viel Mühe in die Atmosphäre geflossen ist.
Besonders gefallen hat mir die Grundidee rund um Odile und ihre Vergangenheit. Ihre innere Zerrissenheit und das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater bringen Tiefe rein. Auch einzelne Beziehungen, etwa zu ihrem Bruder oder neuen Verbündeten, hatten starke Momente.
Trotzdem hat mich die Handlung über weite Strecken nicht wirklich packen können. Vieles zieht sich so sehr, gerade am Anfang passiert wenig, und einige Entwicklungen wirken vorhersehbar. Die versprochene Liebesgeschichte bleibt für mich einfach zu blass und farblos und hätte deutlich mehr Raum gebraucht, um emotional zu wirken.
Der Schreibstil ist stellenweise sehr bildhaft, manchmal aber auch etwas zu verspielt, sodass Dialoge oder Szenen dadurch an Wirkung verlieren. Dazu kommen kleine handwerkliche Schwächen, die mich immer wieder rausgebracht haben.
Am Ende bleibt für mich ein Buch mit richtig guter Atmosphäre und interessanten Ansätzen, das aber beim Plot und bei den Figuren nicht ganz das Niveau hält. 4 Sterne, weil ich die Stimmung wirklich mochte, auch wenn mich die Geschichte nicht komplett überzeugen konnte.
Hotel zwischen Traum und Abgrund
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast zart und persönlich, dann öffnet sie sich Schritt für Schritt in eine viel größere, dunklere Richtung, als von mir erwartet.
Die Hauptfigur wirkt am Anfang verletzlich und suchend. Ihre inneren Bilder und Gedanken haben mich gefesselt, auch wenn ich an manchen Stellen bewusst langsamer gelesen habe. Es ist kein leichtes Buch (!), weil es sich intensiv mit menschlichen Abgründen und historischen Grausamkeiten beschäftigt. Einige Szenen haben mich wirklich beschäftigt und nicht sofort losgelassen.
Was ich sehr gelungen fand, ist die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und realen historischen Ereignissen. Der Übergang fühlt sich mutig an und ist nicht immer bequem. Genau das aber macht die Geschichte so stark. Trotzdem hätte ich mir stellenweise doch etwas mehr Fokus gewünscht, da die Fülle an Themen fast überwältigend sein kann.
Für mich sind es gute vier Sterne. Kein cosy Wohlfühlroman, aber ein Buch, das nachhallt und im Kopf bleibt. Wer Literatur mag, die fordert und auch wehtut, sollte hier zugreifen.
Herzzerreißend schön und kaum zu ertragen
The Poet Empress von Shen Tao
The Poet Empress von Shen Tao hat mich nicht erst am Ende getroffen. Es hat mich von der ersten Seite an zerrieben. Ich dachte, ich wüsste, worauf ich mich einlasse. Dunkle Hofintrigen, ein grausamer Prinz, ein armes Mädchen, das überleben will. Ich lag absolut falsch.
Yin Wei wächst in einem Dorf auf, das kaum genug zum Leben hat.
Sie meldet sich für die Auswahl zur Konkubine des Kronprinzen Guan Terren, ein Mann, der für seine Brutalität bekannt ist. Und was danach folgt, ist schwer auszuhalten. Die Gewalt ist direkt, roh, ohne Beschönigung. Er quält sie, immer wieder.
Das hier ist keine Romantasy, keine Liebesgeschichte! Zwischen Wei und Terren gibt es keine romantische Spannung, keine Sehnsucht, keine körperliche Anziehung. Es geht um Macht, Trauma, Schuld und darum, was aus Menschen wird, wenn man sie immer wieder bricht.
Wei ist eine starke Hauptfigur. Nicht, weil sie kämpft wie eine Kriegerin, sondern weil sie lernt. Sie kann anfangs nicht lesen, weil Mädchen es nicht dürfen. Sie begreift, wie der Hof funktioniert. Sie hört auf, nur zu ertragen, sie handelt und plant. Ihr Wandel ist konsequent und glaubwürdig.
Und Terren? Er ist ein Monster. Er foltert, tötet und verstümmelt. Das Buch macht daraus kein Spiel, trotzdem zeigt Shen Tao, dass er nicht als Tyrann geboren wurde. Seine Vergangenheit ist absolut verheerend und grausam traumatisch. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich ihn verabscheue und gleichzeitig Mitleid empfinde. Das macht die Geschichte so unangenehm intensiv.
Die Welt wirkt durchdacht. Politische Intrigen, Machtspiele und ein Magiesystem, das eng mit Herrschaft verknüpft ist. Alles greift ineinander. Viele Figuren handeln aus Eigeninteresse, denn jeder kämpft ums Überleben. Das erzeugt eine dichte, oft bedrückende Atmosphäre.
Was mich besonders getroffen hat, war die Sprache. Sie ist bildgewaltig, poetisch, fast schon überwältigend, wunderschön, aber auch fordernd und anstrengend. Das ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Man muss sich Zeit nehmen. Manche Szenen wollte ich weglegen, weil sie mir innerlich wehgetan haben.
Das Ende hat mich emotional komplett erwischt. Ich war wütend, traurig und leer, und genau deshalb gebe ich "nur" vier Sterne. Objektiv betrachtet ist dieses Buch meisterhaft geschrieben, aber subjektiv hat es mich so sehr verletzt, dass ich es nicht einfach nur genießen konnte.
The Poet Empress ist großartig, aber es ist schwere Kost. Wer sich darauf einlässt, sollte wissen, dass dieses Buch Spuren hinterlässt.
Ein Abschluss
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder
Ich habe die Geschichte von Evelyn und Silvia schon sehr gern gelesen. Deshalb war ich neugierig auf Hannah. Und ich war sofort wieder drin.
Der Roman springt zwischen 1945, 1989 und 2023. Das funktioniert erstaunlich gut. Ich mochte vor allem die Gegenwartsebene mit Hannah. Ihre Auseinandersetzung mit dem Vater hat für mich die größte Kraft.
Diese Mischung aus Wut, Neugier und alter Sehnsucht hat mich sehr beschäftigt. Ich konnte Hannah gut verstehen, auch wenn ich sie manchmal gern geschüttelt hätte.
Die Vergangenheit ist stark erzählt, hätte an manchen Stellen für meinen Geschmack noch mehr Tiefe vertragen. Die Szenen im Forsthaus mit der Malerin Wilma und der eigenwilligen Haushälterin haben mich besonders berührt. Das Leben in der frühen DDR, die Enge, die politischen Erwartungen, der Wunsch nach eigener Kunst, das alles wirkt erstaunlich greifbar.
Das verschwundene Bild, das sich durch alle drei Bücher zieht, spielt hier eine leisere Rolle, als ich erwartet hatte. Das fand ich dann doch etwas schade. Trotzdem hat mich die Geschichte gepackt. Ich habe viele Passagen einfach in einem Rutsch gelesen.
Für mich ein stimmiger Abschluss dieser Familiengeschichte, wenn auch nicht ganz so eindringlich wie der erste Band, aber nah dran.
Minnesota mit starkem Ende und viel Leerlauf
Minnesota von Jo Nesbø
Minnesota von Jo Nesbø hat mich zwiegespalten zurückgelassen.
Der Einstieg zieht sich. Ich musste mich durch die ersten Seiten kämpfen und hatte lange das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig in Gang kommt. Die Perspektivwechsel wirkten teils sprunghaft, vor allem in den Abschnitten, die zeitlich anders gelagert sind.
Dieser zusätzliche Erzählstrang hat für mich wenig Mehrwert gebracht und ist mit der Zeit fast verschwunden.
Der Ermittler konnte mich diesmal absolut nicht packen. Er erinnert stark an bekannte Figuren des Autors, bleibt für mich aber blasser und wenig sympathisch. Seine privaten Probleme nehmen viel Raum ein, ohne dass sich daraus eine echte Entwicklung ergibt. Das hat mich eher genervt als berührt.
Positiv ist die eigentliche Krimihandlung. Der Fall ist gut konstruiert, die Idee hinter dem Täter fand ich interessant. Auch das Thema Waffenrecht in den USA spielt eine wichtige Rolle und gibt dem Ganzen einen gesellschaftlichen Rahmen. Das letzte Viertel hat mehr Tempo. Hier zieht die Spannung deutlich an, und die Auflösung ist packend erzählt. Dafür vergebe ich die Sterne, mit ganz viel Gnade.
Insgesamt solide Unterhaltung, aber für mich eines der schwächeren Bücher des Autors.
Misstrauen im eigenen Zuhause
Das Signal von Ursula Poznanski
Ein neues Buch von Ursula Poznanski, für mich jedes Mal ein absoluter Pflichtkauf. Ich habe wirklich alle ihre Bücher gelesen. Und ich muss gestehen, dieses hier ist für mich bisher das schwächste.
Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Viola wacht im Krankenhaus auf und erfährt, dass sie bei einem Unfall ihr Bein verloren hat.
Ab da kippt ihr ganzes Leben. Zurück im Haus außerhalb von Wien fühlt sie sich nicht wie in Sicherheit, sondern wie unter Beobachtung. Ihr Mann wirkt überfürsorglich, engagiert eine Pflegerin, die mehr kontrolliert als hilft. Also beginnt Viola, selbst zu kontrollieren. Mit kleinen Trackern und viel Misstrauen.
Die Atmosphäre ist dicht, dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, mochte ich sehr. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen, wie so oft bei Poznanski. Trotzdem hat sich vor allem der Mittelteil gezogen. Einige Wendungen waren vorhersehbar, manches wirkte konstruiert.
Was mich aber diesmal wirklich gestört hat, war die Glaubwürdigkeit. In der Situation, in der sich Viola befindet, hätte man andere Unterstützung. Nach einer Amputation gibt es medizinische Begleitung, Reha, Therapeutinnen und Therapeuten, soziale Anlaufstellen. Vieles davon spielt kaum eine Rolle. Auch ihr Verhalten erschien mir stellenweise nicht nachvollziehbar. Ich hätte anders gehandelt.
Viola selbst ist eine interessante Figur, mit Ecken und einer eigenen Vergangenheit. Adam blieb für mich dagegen etwas blass. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, um ihre Beziehung besser zu verstehen.
Trotz meiner Kritik habe ich das Buch gern gelesen. Es hat Spannung, eine beklemmende Stimmung und starke Momente. Aber im Vergleich zu ihren anderen Romanen fehlte mir hier das gewisse Etwas. Deshalb solide "nur" Sterne.
Zwischen Piraten, Magie und verbotenen Gefühlen
Nightweaver von R. M. Gray
Nightweaver hat mich direkt im ersten Kapitel gepackt. Der Einstieg auf einem Piratenschiff ist intensiv und zieht einen sofort in die Geschichte. Genau das liebe ich. Ich wollte Meer, Kämpfe und dieses raue Piratengefühl, und das bekomme ich am Anfang auch.
Danach verlagert sich vieles an Land.
Das hat mich kurz überrascht, weil ich mit mehr Seefahrerleben gerechnet hatte. Trotzdem wurde es nicht langweilig. Die politische Spannung zwischen Menschen und Nightweavern, die Geheimnisse und die vielen Enthüllungen haben mich bei der Stange gehalten. Vor allem im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse. Da konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Aster mochte ich insgesamt sehr. Sie ist 17, impulsiv, stolz, manchmal anstrengend. Aber genau das macht sie glaubwürdig. Ihre enge Bindung zur Familie hat mir besonders gefallen. Das gibt der Geschichte Herz. Die Romance ist langsam aufgebaut, eher zart als dramatisch, und lebt von Blicken, Nähe und inneren Konflikten. Ich war komplett investiert. Und ja, ich stelle mir auch Fragen, in welche Richtung sich das noch entwickelt.
Das Magiesystem mit den Nightweavern fand ich interessant, auch wenn ich an manchen Stellen kurz überlegen musste. Es passiert viel, es gibt viele Namen und Hintergründe. Man muss wirklich aufmerksam lesen. Manche Twists habe ich kommen sehen, andere haben mich kalt erwischt.
Für mich sind es solide vier Sterne. Nicht perfekt im Tempo, aber mit einem starken Ende, viel Gefühl und genug offenen Fragen, damit ich unbedingt Band zwei lesen will.
Eine Königin bekommt ihr Herz zurück
Kleopatra von Saara El-Arifi
Dieses Buch hat mich stärker berührt, als ich erwartet habe. Ich lese seit meiner Kindheit alles, was ich über Ägypten finden kann. Geschichte, Mythen, Fakten. Kleopatra hat mich dabei immer begleitet, aber fast nie von ihrer Persönlichkeit überzeugt. Zu oft blieb sie eine Rolle, ein Bild, eine Zuschreibung.
Diese Erzählung hat das Bild von ihr in meinem Kopf gewandelt.
Saara El-Arifi erzählt Kleopatra von innen heraus. Als Mädchen, als Frau, als Herrscherin. Ich habe ihre Unsicherheit gespürt, ihre Entschlossenheit, ihre Müdigkeit. Macht wirkt hier schwer. Verantwortung fühlt sich real an. Besonders berührt hat mich, wie viel Raum Freundschaft, Familie und Mutterschaft bekommen. Das ist äußerst selten und tut gut.
Der Fakt, dass hier die vierte Wand durchbrochen wird hat mich schnell abgeholt. Ich hatte das Gefühl, sie spricht wirklich mit mir. Nicht perfekt, nicht glatt, sondern ehrlich. Manche Passagen haben wehgetan. Andere waren leise und warm. Ich habe oft pausiert, um Gedanken wirken zu lassen.
Als jemand, der sich seit Jahren mit Ägypten beschäftigt, habe ich vieles wiedererkannt. Und doch habe ich Kleopatra neu gesehen. Nicht als Symbol, sondern als Frau, die in einer harten Welt ihren eigenen Weg sucht. Das Ende kannte ich. Trotzdem hat es mich getroffen.
Für mich ist das eine der stärksten literarischen Annäherungen an Kleopatra, die ich gelesen habe. Persönlich, nah und lange nachhallend.
Düster, packend, überraschend süchtig machend
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Ich hatte ehrlich nicht erwartet, wie sehr mich dieses Buch fesseln würde, denn objektiv sehe ich einige Schwächen, vor allem in der sehr sprunghaften Romance und bei Figurenentscheidungen, die sich teilweise widersprechen und mich zwischendurch den Kopf schütteln ließen. Gerade die Dynamik zwischen den Hauptfiguren wechselt extrem schnell, was sich manchmal unnatürlich anfühlt und emotional wenig Raum zum Atmen lässt.
Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil die Atmosphäre an der magischen Akademie unglaublich gut funktioniert. Killmarth fühlt sich düster, bedrohlich und lebendig an, und die ständige Gefahr während der Prüfungen sorgt dafür, dass man automatisch weiterlesen will, selbst wenn man mit einzelnen Aspekten hadert.
Sophie als Hauptfigur ist widersprüchlich, oft unsicher und gleichzeitig sehr stur, was mich stellenweise genervt hat, sie aber auch erstaunlich menschlich wirken lässt. Ihr Wunsch nach Freiheit steht so stark im Vordergrund, dass man ihre fragwürdigen Entscheidungen zumindest emotional nachvollziehen kann.
Mein klares Highlight waren die Ordeals selbst. Die Prüfungen sind spannend aufgebaut, teilweise brutal und treiben die Handlung konstant voran. Werwölfe, Vampire und das Magiesystem fügen sich gut ein, ohne alles zu erklären, was bei mir eher Neugier als Frust ausgelöst hat.
Am Ende blieb bei mir weniger Begeisterung für Details, dafür umso mehr das Bedürfnis weiterzulesen. Genau dieses Gefühl, obwohl ich die Kritikpunkte klar sehe, rechtfertigt für mich die vier Sterne.











