Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Jule:
Es wird wild
If Books Could Kill von Kate Eberle
"If books could kill" von Kate Eberle hält eine Geschichte bereit, die man nicht hervorsehen kann. Wir begleiten Roxie dabei, wie sie in dem neuen Buch ihrer Lieblingsautorin landet. Sie denkt, es wäre wieder eine Liebesgeschichte, doch falsch! Die Handlung entpuppt sich schnell als Thriller und zusammen mit Grant ist sie auf der Flucht vor Mördern.
Der Schreibstil von Kate Eberle ist leicht und flüssig und durch die einfache Wortwahl fliegt man nur so durch die Seiten. Die Dialoge fließen dahin, können aber auch mal etwas holprig sein. Dafür ist die Geschichte nicht überladen mit Beschreibungen, denn diese werden nur an passenden Stellen eingesetzt.
Die Handlung dagegen ist überladen mit wilden Wendungen und unvorhersehbaren Geschehnissen, sodass man sich so fühlt wie Roxie, die eben auch die wildesten Sachen erlebt. Für mich ist es etwas too much und auch wenn es erst unterhaltsam ist, so wird es doch mit der Zeit ein wenig anstrengend.
Charaktertiefe sucht man zum großen Teil leider auch vergeblich. Über die zwei Hauptcharaktere Roxie und Grant erfährt man oft nur Dinge, die man bereits kennt. So bleiben beide leider etwas blass.
Für meinen Geschmack wurde an manchen Stellen einfach etwas zu viel gewollt und weniger wäre hier mehr gewesen. Dennoch ist es ganz nett für zwischendurch, aber bei weitem leider kein Highlight.
Ein wundervolles Buch
The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro
"The Rainshadow Orphans" von Naomi Ishiguro ist ein Buch, das mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte. Wir betreten als Leser*innen die Welt von Rainshadow City und damit auch das zuhause von Toshiko, Jun, Mei und noch vielen weiteren Protagonisten. Die drei Geschwister allerdings führen ihr Leben halb im Untergrund und ihre Wohnung ist versteckt, denn die Lucky Crows und die Kaiserin machen das Leben in Rainshadow City nicht wirklich leicht.
Besonders als die drei den Tod ihrer Tante Reiko zu rächen versuchen, gerät die Welt ein bisschen ins Wanken, die Geschichten vieler Protagonisten vermischen sich und eine Drachenperle sorgt für viel Wirbel.
Durch ihren Schreibstil und den Handlungsaufbau im Buch, kreiert Naomi Ishiguro einen Sog, der so stark ist, dass man das Buch kaum aus den Händen legen möchte. Man merkt, dass sie sich mit japanischer Mythologie auseinandergesetzt hat und deswegen eine ganz besondere Atmosphäre diese Geschichte umgibt. Zu Beginn mag man sich vielleicht fragen, wie die verschiedenen Charaktere miteinander zu tun haben, aber auch das löst sich schnell. So verbindet sich die Handlung der drei Geschwister mit Ken Saito, Theo und dem Sohn der Kaiserin Haru.
Insbesondere die Vielfalt der Charaktere macht dieses Buch noch bunter. So haben Toshiko, Jun und Mei alle ganz unterschiedliche Interessen und Dinge in denen sie gut sind – ihre Liebe zueinander, verbindet sie aber. Genau wie Kater Mochi – der heimliche Star der Geschichte, der immer wieder eine entscheidende Rolle spielen kann.
Ebenso sorgen das Setting und der Weltenbau dafür, dass die Geschichte alles andere als eintönig wird. Man besucht viel Orte und es kann vorkommen, dass es sich si anfühlt, als würde man gerade mit Toshiko auf einer Mission sein oder mit Haru am See sitzen und das Waser betrachten.
Es ist einfach ein wundervolles Buch. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn so manches Wunder lässt sich im Laufe der Geschichte definitiv finden.
An Spannung herrscht ebenfalls kein Mangel. Es gibt kaum eine Stelle, an der Langeweile auftaucht oder die wirklich zäh ist. Ständig stellt man sich neue Fragen oder es kommen neue Probleme auf, die gelöst werden müssen, sodass eine konstante Grundspannung entsteht.
Insgesamt ist dieses Buch eine Empfehlung an alle, die sich in eine neue Welt begeben und viele facettenreiche Charaktere kennenlernen wollen. Eine Geschichte, die perfekt ist für lange Nächte und gemütliche Lesestunden. Eine ganz klare Empfehlung von mir!
Zähe Geschichte
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
In "Home Before Dark" von Eva Björg Ægisdóttir erwartet den Leser eine Geschichte von zwei Schwestern, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Es ist eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und voller Geheimnisse und Lügen zu sein scheint. Es wirkt so, als hätte jeder etwas zu verbergen und sein eigenes dunkles Geheimnis.
Der Schreibstil von Eva Björg Ægisdóttir ist leicht zu lesen, sodass man quasi durch die Seiten fliegt. Einzig die Namen und die Spitznamen der Schwestern haben mich am Anfang etwas verwirrt und aus dem Konzept gebracht. Ansonsten sind ein einfacher Satzbau und ausdrucksstarke Dialoge vorzufinden.
Besonders interessant werden dabei die Kapitel die Marsibil begleiten und bei denen bemerkbar wird, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Sie wirkt immer verwirrter und vergesslicher. Parallel dazu nehmen auch die Kapitel aus der Sicht von Stina an Fahrt auf, denn von Mal zu mal nähert man sich ihrem Verschwinden.
Beide Schwestern lernt man so immer intensiver kennen und auch die Beziehungen innerhalb der Familie, sowie die verschiedenen Freundschaften.
Nichtsdestotrotz zieht sich die Geschichte und nach meinem Empfinden waren die ersten zwei Drittel ziemlich zäh und phasenweise wirklich langweilig, weil mir das Gefühl gegeben wurde, dass man nur auf der Stelle tritt und nicht wirklich etwas passiert, außer, dass Marsibil scheinbar immer mehr Probleme damit hat in der Realität zu bleiben. Es dreht sich viel um den Konsum von Alkohol und um die Familiären Spannungen, die immer deutlicher werden.
Erst gegen Ende nimmt die Handlung an Fahrt auf und wird besser. Allerdings war es ein langer Weg bis zu diesem Punkt. Und so ganz überzeugen konnte mich das Ende auch nicht wirklich. Insgesamt hat alles einfach etwas Wirr gewirkt und mich nicht wirklich überzeugt.
Über Vertrauen und die Liebe
Building Trust von April Dawson
Building Trust von April Dawson ist ein Buch, das viele verschiedene Facetten von einer Lovestory verbindet. Im Fokus steht dabei die Fake Beziehung von Phyn und Adric, die gemeinsam eine Mission verfolgen: Phyn mit Gideon zusammen zu bringen. Im Laufe der Zeit offenbaren sich allerdings die wahren Gefühle der beiden und es wird immer deutlicher, dass vielleicht nicht alles so ist, wie es scheint.
April Dawson überzeugt mit einem Schreibstil der luftig und leicht ist und mit dem das Lesen Freude bereitet. Sie findet eine sehr gute Balance zwischen ernsteren Themen und den humorvollen Seiten der Protagonisten. Dabei sind die Probleme und Herausforderungen insbesondere von Phyn und Adric sehr authentisch geschildert und in manchen findet man sich als Leser auch selbst wieder. Es harmoniert einfach und das macht viel aus.
Das lebendige Setting mit New York hebt das Lebendige dieser Geschichte nur noch mehr heraus und wie die Stadt steht auch das Leben der Protagonisten niemals still.
Arbeit, Familie und die Presse fordern Phyn und Adric manchmal bis auf das Äußerste. Und an diesen Punkten merkt man, wie stark die zwei sind. Phyn mag vielleicht wie eine sehr in sich gekehrte, introvertierte Person wirken, aber für die Menschen, die ihr wichtig sind, setzt sie sich, ohne zu zögern ein. Auch wenn sie viele Dinge im Leben für ihre Mutter macht, so steht sie zumindest im Geheimen auch zu den Dingen, die ihr am liebsten sind.
Adric dagegen ist anders. Er ist Extremsportler und landet im Knast. Er macht, was er will. Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt. Bis sein Bruder ihm in die Quere kommt. Adric wandelt sich und zeigt Gefühle. Er unterstützt Phyn und ist für sie da, macht sie selbstbewusster. Man merkt, dass sich zwischen den beiden etwas entwickelt und die Vergangenheit wieder zum Vorschein kommt.
Zwar ist die Geschichte sehr schnelllebig und rast an manchen Stellen förmlich, so ist es doch spürbar, wie sich Gefühle entwickeln. Manche kleinen Dinge sind allerdings etwas repetitiv und nichts neues, was etwas schade ist. Denn es wird sich gefühlt oft nur auf die gleichen drei Punkt in dem Leben der zwei beschränkt, ohne dass man etwas anderes über sie erfahren oder entdecken kann.
Insgesamt ist Building Trust aber ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat und das ich sehr gerne weiterempfehle. Es bietet Liebe, Emotionen, Gefühle und ein bisschen Drama, davon aber nicht zu viel. Obendrauf gibt es mit New York auch einfach noch ein atemberaubend tolles Setting.
Voller Emotionen und ehrlicher Gefühle
The Night We Met von Abby Jimenez
"The Night We Met" von Abby Jimenez ist ein Buch, welches zeigt, wie stark Gefühle sein können und, dass man auf sich selbst hören soll, wenn es um die Liebe geht. Die Protagonisten Larissa, Chris und Mike hätte ich am liebsten einmal alle ganz fest in den Arm genommen. Ihr Geschichten sind allesamt unterschiedlich und doch verbindet sie alle eine Entscheidung, die Larissa nach einem Konzert getroffen hat.
Hat sie die falsche Wahl getroffen? Möglich. Aber es ist die Wahl gewesen, die sie am Ende alle noch enger zusammengebracht hat und vor Augen führt, dass man zu sich selbst stehen sollte.
Abby Jimenez begeistert neben den Charakteren auch mit Wufferine, dem heimlichen Star des ganzen Buches. Der kleine Hund, der so viel Humor mit in die Geschichte gebracht hat. Denn auch in dieser Geschichte hat Jimenez es geschafft ernste Thematiken mit Humor zu verflechten ohne, dass irgendetwas ins Lächerliche gezogen wird. So war auch dieses Buch eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der man die Protagonisten manchmal gerne angeschrien hätte. Durch den Schreibstil wird es allerdings möglich insbesondere Larissa und Chris besser zu verstehen. Sie kommen authentisch rüber und ihre Emotionen und Gedanken sind einfach nur menschlich.
Ergänzend dazu bleiben einzelne Szenen für längere Zeit im Gedächtnis, da sie prägende Momente sind, obwohl sie vielleicht gar nicht so wirken.
Fest stehet aber, dass dieses Buch kein leichtes ist und zum Nachdenken anregt. Es zeugt von tiefen Gefühlen, Freundschaft, der Liebe und darüber an sich selbst zu glauben und sich nie unterkriegen zu lassen. Abby Jimenez konnte mich mit der Geschichte von Larissa, Mike und Chris mehr als überzeugen. Die ganzen Eastereggs und Details, die in die Geschichte mit eingeflossen sind, haben das Leseerlebnis nur noch besser gemacht!
Sehr bedrückend
Salto von Kurt Prödel
2,5 von 5
"Salto" von Kurt Prödel ist ein Buch, das nah am Leben ist und es definitiv nicht auf die leichte Schulter nimmt. Es ist größtenteils bedrückend und die Leichtigkeit fehlt. Aber gibt es in dem Leben von Marko überhaupt so etwas wie Leichtigkeit?
Marko hat sein Abi abgeschlossen und möchte jetzt Arzt werden – das hat er zumindest seiner Mutter versprochen.
Und damit fängt es an. Die Sorgen, die Zweifel und die Ängste. Marko ist nicht der Selbstsicherste und lässt sich auch gerne mal leicht verunsichern. Auch in Ungarn wird schnell deutlich, dass es alles andere als die richtige Entscheidung von ihm und seinem Vater war, ihn dorthin zu schicken, nur damit er Medizin studieren kann.
Die Beziehung zwischen Marko und seinem Vater ist nicht unbedingt die leichteste, um es mal so zu sagen. Beide leben in stetiger Trauer und irgendwann offenbaren sich weitere Probleme, die die zwei in finanzielle Sorgen stürzt.
Und dann kommt irgendwann auch noch das Leben dazwischen...
Kurt Prödel kann sehr eindringlich schreiben und eine besonders runterziehende und deprimierende Atmosphäre kreieren. Er kommt ohne viel Schnickschnack klar und seine Dialoge sind Dialoge. Nicht mehr und nicht weniger. Sie zeigen nur die Worte der Personen und nichts anderes. Man muss sich darauf einlassen. Mir wurde es zwischendurch aber zu eintönig und besonders die Handlung fand ich zu Beginn etwas repetitiv. Erst das Ende hat es rausgerissen und die Stimmung bei mir gehoben.
Alles in allem ist dieses Buch etwas für Menschen, die mit deprimierender und bedrückender Atmosphäre gut klarkommen und einen etwas anderen Schreibstil lieben.
Mich hat diese Geschichte leider nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.
Düstere Wendungen
The Crane and the Nightjar von Ada Bailey
"The Crane and the Nightjar" von Ada Bailey ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Es überzeugt durch unvorhersehbare Wendungen, eine düstere Atmosphäre und Intrigen, die ihresgleichen suchen. Mit Raspa befindet man sich an einem Ort, an dem man nicht einfach nur Leben kann. Es geht dort ums Überleben.
Jeder kleinste Fehler kann deinen Tod bedeutet, das zeigen Zara und Crane sehr schnell.
Es braucht nicht viel Anlauf, um in die Geschichte zu finden, denn man wird direkt in das Geschehen hineingeworfen und lernt die wichtigsten Protagonisten kennen. Schon auf den ersten Seiten entsteht eine düstere Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Verstärkt wird das ganze durch Kapitel aus den Perspektiven von Zara und Crane, aber auch durch die von anderen Protagonisten, die uns als Leser Wissen vermitteln, das Crane und Zara eben nicht haben.
Der Schreibstil generell ist sehr angenehm und hat mir vor allem die Gefühle und Emotionen von Zara nähergebracht. Doch auch die Beschreibungen der Umgebung, lässt die Geschichte lebendiger wirken und kommt insbesondere bei dem Wettkampf des Königs zu tragen.
Der Wettkampf begünstigt außerdem den Verlauf der Geschichte: Durch ihn entsteht Variation und es kommt kaum zu längen oder langweiligen Passagen.
Es harmoniert in diesem Buch nahezu alles perfekt miteinander und gerade das Ende hat mich fassungslos zurückgelassen, sodass das Warten auf die Fortsetzung schwerfällt. Denn gerade die letzte Erkenntnis in diesem Buch hat es in sich...
"The Crane and the Nightjar" ist eine Empfehlung an alle, die düstere Geschichten, tödliche Wettkämpfe und eine ungleiche Gruppe an Dieben lieben.
Enttäuschend
Tödliches Angebot von Marisa Kashino
Bei dem Buch "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino habe ich einen Psychothriller erwartet und etwas bekommen, das nicht wirklich ein Psychothriller war. Die Geschichte dreht sich um Margo, die für ihr Traumhaus über Leichen gehen würde – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Traumhaus zu bekommen ist allerdings alles andere als einfach, wenn man noch Stress mit dem Partner, einen Babywunsch hat und im Job nah an der Kündigung ist.
Im Laufe der Geschichte, wird immer offensichtlicher, wie krank Margo wirklich ist. Es offenbaren sich starke psychische Störungen und der krankhafte Wunsch, dieses eine Haus zu bekommen, was sie unbedingt will. Die ersten Seiten des Buches waren dementsprechend noch unterhaltsam, aber dann hat sich die Handlung gezogen und es geschieht eine ganze Weile kaum was. Die Protagonisten leben ihr Leben und Margos Probleme drehen sich im Kreis. Dazu gibt es immer wieder Rückblenden, die keinen wirklichen Mehrwert für die Geschichte haben und sie einfach nur in die Länge ziehen.
Dann deckt Margo etwas über einen Protagonisten auf, versucht alles darüber herauszufinden, aber am Ende war auch das unnötig.
Spannung ist bis zu den letzten ungefähr 80 Seiten nicht zu finden und dann geht es Schlag auf Schlag mit allen möglichen Dingen, sodass das Ende irgendwie zu einfach war. Es wurde recht emotionslos über die Bühne gebracht und bietet – wie die gesamte Geschichte – keinen wirklichen Mehrwert.
Margo als Protagonistin ist dabei super interessant gedacht, nur die Umsetzung ist für mich einfach nicht die beste. Man hätte hier so viel mehr rausholen können, wäre der Verlauf der Geschichte verändert worden und vielleicht nicht alles aus der Sicht von Margo geschrieben.
Für mich haben die anderen Protagonisten diese Geschichte erst attraktiver gemacht. Sie haben Farbe in das Leben von Margo gebracht und viele Möglichkeiten offenbart.
Dennoch war das Buch für mich einfach zu sanft und als Psychothriller falsch deklariert. Psycho passt – weil Margo definitiv einer ist – aber Thriller nicht so wirklich, weil das Buch sich dafür zu sehr zieht und phasenweise wirklich langweilig war.
Der Schreibstil konnte dem auch nicht entgegenwirken, auch wenn er wirklich angenehm war und der Humor nuanciert eingesetzt wurde. Ebenfalls haben die Beschreibungen der Szenerie, an den richtigen Stellen, dafür gesorgt, dass man sich das Setting bildlich vor Augen führen konnte.
Schlussendlich hat das aber nicht ausgereicht um dieses Buch – für mich – gut werden zu lassen. Es bietet keinen Mehrwert und hat definitiv zu viel verschenktes Potential. Wäre Margo zwischendurch in der Geschichte schon wirklich crazy gedreht und nicht erst am Ende ein bisschen, dann wäre die Geschichte schon um einiges unterhaltsamer geworden. Ebenfalls hätten die Rückblenden nicht sein müssen, die das Buch – wie erwähnt – unnötig in die Länge gezogen haben.
Von mir ist dieses Buch leider keine Empfehlung, auch, wenn das letzte Angebot wirklich tödlich war.
Bietet gute Unterhaltung
Dire Bound von Sable Sorensen
"Dire Bound" von Sable Sorensen entführt uns in die Welt der Schattenwölfe und in ein System, das für viele Menschen tödlich endet. Geheimnisse, Mord und Intrigen stehen an der Tagesordnung. Umso schwerer ist es für eine normale Bürgerliche, zu einer Wildgebundenen – und damit von einem Schattenwolf auserwählt – zu werden.
Doch Meryn würde alles dafür tun, um ihre Schwester Saela zu retten.
Die Schattenwölfe in diesem Buch sind interessante Wesen, besonders von den Beschreibungen her. Sie sind riesig und verfügen über eine immense Kraft. Besonders spannend wird es dann, wenn sie mit ihrem Reiter anfangen zu kommunizieren und sich den mörderischsten Prüfungen stellen. So wird in diesem Buch etwas recht Abwechslungsreiches aufgebaut, sowie ein unberechenbarer Faktor, denn die Wölfe haben stets ihren eigenen Kopf. Dennoch erinnert die Geschichte phasenweise sehr an „Fourth Wing“, nur, dass es sich hierbei nicht um Drachen handelt. Dies lässt die Geschichte zwar ein bisschen vorhersehbar werden, aber ändert nichts an der Tatsache, dass sie Handlung weiterhin interessant bleibt.
Dafür sorgt auch der Schreibstil: Sable Sorensen schreibt authentisch und eindeutig, sodass keine Missverständnisse auftreten. Sie schreibt direkt was die Charaktere denken und wird dabei auch häufig sehr explizit. Dies kommt auch in den Sexszenen zum Vorschein, die mir persönlich etwas zu oft im Buch vorkommen. So passiert es auch, dass es an manchen Stellen kurz etwas repetitiv wird. Doch die Protagonisten lassen die Geschichte wieder etwas aufleben, durch ihre Vielfältigkeit. So finde ich es super, dass zwei Protagonisten über Gebärdensprache kommunizieren und Tomison durch seine lockere Art immer wieder für einen Lacher sorgt. Meryn als Hauptprotagonisten ist taff und nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie setzt sich für sich ein und lässt sich nur schwer unterkriegen. Bei der Liebe, kommen allerdings ihre verletzlichen Seiten zum Vorschein... So ist der Romanceanteil ebenfalls nicht zu verachten und spielt einen enorm wichtigen Part, was das Vorangehen der Geschichte angeht.
Das Worldbuilding hätte dagegen noch etwas ausführlicher sein können. Man erfährt nur selten etwas über die verschiedenen Gebiete, aus denen die Protagonisten kommen. Die Karte von nocturna am Anfang und am Ende des Buches hilft aber dabei, sich zu orientieren. Ebenfalls ist es gut, eine Rudelübersicht am Ende des Buches zu haben, sowie ganz nett zu wissen, wie die verschiedenen Protagonisten ausgesprochen werden.
Insgesamt bietet "Dire Bound" gute Unterhaltung trotz kleiner Schwächen, und lässt die Realität für ein paar Stunden verschwimmen. Es ist eine Empfehlung für alle, die "Fourth Wing" mochten und eine sehr ähnliche Geschichte suchen.
Bücher fürs Herz
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
"Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand" von Baek Seungyeon ist eine Hommage an das Briefe schreiben. In diesem Buch treffen verschiedene Protagonisten aufeinander, ohne dass sie sich wirklich kennen. Es entstehen Verbindungen, die ohne handgeschriebene Worte niemals möglich gewesen wären.
Man bekommt einen Einblick in die tiefsten Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Durch Briefe entstehen Nahbarkeit und ein ganz besonderes Gefühl.
Der Schreibstil von Baek Seungyeon ist absolut unaufgeregt und vermittelt die Gefühle und Emotionen der Protagonisten auf eine ganz sanfte Weise. Durch diesen Stil entwickelt sich ebenfalls eine Atmosphäre – besonders im Briefladen – die zum Verweilen einlädt. Es fühlt sich zwischenzeitlich so an, als würde sie uns Lesern einen Brief schicken, in dem sie unterschiedliche Leben zusammenführt und zeigt, dass einfache geschriebene Worte unglaublich stark sind.
Mit Hyoyeong wurde zudem eine Protagonistin geschaffen, die mitten im Leben steht, aber absolut nicht weiß wohin mit sich und ihren Gefühlen. Besonders im Fokus: die Beziehung zu ihrer Schwester, die alles andere als einfach ist. Auch wenn nicht jede Szene leicht zu lesen ist und beim Lesen das Herz ein bisschen gebrochen wird, so wird es insbesondere, was die Beziehung der Schwestern angeht, ganz sanft wieder zusammengefügt.
"Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand" ist, eine Empfehlung für alle, die sich nach gemütlichen und unaufgeregten Lesestunden sehnen und ganz tief in die Welt der Briefe eintauchen möchten. Setzt euch hin, genießt dieses Buch und schreibt Briefe. Findet Brieffreunde, wenn es euch möglich ist und denkt daran, dass jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat, mit eigenen Gefühlen und Gedanken.











