Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Jule:
Eine fremde Welt
We hunt the Flame von Hafsah Faizal
4,5 von 5
"We hunt the flame" von Hafsah Faizal ist ein Buch, das uns in eine unbekannte und ferne Welt bringt. Nach Arawiya. Einem Land in dem es so magisch und doch so mörderisch zugehen kann. Finalisiert durch Detailreichtum und Kulturen sowie Bräuchen, wird das Setting und die gesamte Geschichte lebendig.
Der Schreibstil ist eben sehr detailreich und zeigt auch die Protagonisten von jeder erdenklichen Seite, sodass die Handlung bzw. die Spannung vielleicht etwas zu kurz kommt, dies aber für mich nichts ausgemacht hat. Ebenfalls befindet sich am Ende des Buches ein Glossar, das umfassend alle arabischen Fremdwörter erklärt. So hilft es besonders zu beginn um alles zu verstehen. Mit der Zeit lassen sich die Bedeutungen der Wörter allerdings gut aus dem Kontext ableiten.
Die Geschichte ist so einfach, und doch so voller Tiefe und Gefühle, die mit der Zeit immer mehr zum Leben erwachen.
So auch die Protagonisten, über die man von Seite zu Seite immer mehr erfährt. Zafira als Jägerin ist die starke weibliche Protagonisten, die man sonst häufig vermisst. Sie gibt nicht einfach auf und würde alles für ihre Familie tun. Im Gegensatz dazu der Prinz des Todes oder einfach Nasir, der auf den ersten Blick ein ganz anderes Bild abgibt als Zafira. Beide zusammen zu erleben ist einfach aufregend. Zu lesen wie sie aufgewachsen sind und was sie erlebt haben, lässt sie lebendiger denn je wirken.
Dennoch hat mir zwischen den wunderbaren Beschreibungen und den vielen tollen Protagonisten etwas die Spannung gefehlt. Hier und da hätte es gerne mal eine Steigerung geben dürfen. So bleibt allerdings auch noch vieles zu klären - in einem zweiten Band, den ich definitiv lesen werde.
Dieses Buch ist definitiv eine Empfehlung für alle, die keine Angst vor Slowburn haben und Schreibstile lieben, die sehr detailreich und bildlich sind.
Luft nach oben
Gegenspieler von Arno Strobel; Ingo Bott
In „Gegenspieler“ von Arno Strobel und Ingo Bott treffen mit Max Bischoff und Anton Pirlo zwei Protagonisten aufeinander, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen. Doch schnell rutschen beide in einen Fall, den sie nur zusammen lösen können. Und so beginnt eine Zusammenarbeit, die manchmal auf etwas unkonventionelle Mittel zurückgreift.
Ich bin mit hohen Erwartungen und großer Vorfreude in die Geschichte gegangen, da ich Max Bischoff schon kannte und auf Pirlo sehr neugierig war. Ich habe auf eine wirklich spannende und abwechslungsreiche Handlung gehofft und diese – leider – über weite Strecken nicht bekommen.
Oft wurde sich, auf zu viele unwichtige Dinge fokussiert, die keinen wirklichen Mehrwert für die Geschichte hatten. Kam mal kurz Spannung auf, so verschwand sie recht schnell, da an einer anderen Stelle weiter gemacht wurde. So bleiben auch nach dem Ende, das mich nicht wirklich überzeugt hat, noch Fragen offen. Man kann nur Vermutungen anstellen und wird nie genaue Gründe erfahren.
Zudem war doch recht deutlich spürbar, dass zwei Autoren zusammengeschrieben haben, da die Schreibstile oft ziemlich auseinander gingen und die einzelnen Protagonisten, wie zum Beispiel Max Bischoff, sich nicht so entfalten konnten, wie man es aus anderen Büchern kennt.
Dennoch war es interessant zu sehen, wie sich die Dynamiken der Protagonisten entwickeln und mehr über sie zu lernen. Bischoff und Pirlo stehen klar im Vordergrund, trotzdem waren es die Nebenprotagonisten, die die Geschichte noch aufgewertet haben.
Wie schon erwähnt waren die Schreibstile unterschiedlich, das heißt aber nicht, dass die Geschichte schlecht zu lesen war, ganz im Gegenteil: Durch einfache Formulierungen und die Perspektivwechsel kam man oft recht schnell voran, oder wäre schnell vorangekommen, wenn die Handlung besser gewesen wäre.
Aber vielleicht lag es auch an der ganzen Steuer und Finanzenthematik, die mich nie ganz gepackt hat. Da gab es ein paar Erklärungen und theoretische Dinge zu viel. Da hätte ich lieber Ermittlungen und überraschende Dinge gesehen.
Schlussendlich herrscht hier definitiv noch Luft nach oben. Manche Passagen haben mich Unterhalten, aber insgesamt fehlte es einfach an Spannung. Auf den letzten 20 Seiten ist gefühlt mehr passiert als im gesamten Buch. Stand jetzt würde ich einem weiteren Band noch eine Chance geben, weil die Ansätze, die hier zu sehen waren, einfach gut sind und eine andere Thematik Bischoff und Pirlo bestimmt mehr schmeichelt.
Ganz okay
Stalker - Er will dein Leben. von Arno Strobel
"Stalker" von Arno Strobel ist ein Thriller, der den Leser auf so manche falsche Fährte zu verlocken sucht. Wir begegnen dem aufstrebenden Schauspieler Eric Sanders, der ein eigentlich recht normales Leben mit seiner Frau und seinem Sohn führt, bis auf einmal alles auf den Kopf gestellt wird.
Es muss gesagt sein, dass ich über die gesamte Geschichte nicht wirklich mit Eric warm wurde und mir insbesondere die Nebenprotagonisten besser gefallen haben, da sie etwas tiefgehender waren und für die ein oder andere Entdeckung sorgten. Dennoch blieb auch zu ihnen immer eine gewisse Distanz bestehen - so blickt man nie aus nächster Nähe auf das Geschehen.
Der Schreibstil dagegen ist wieder super angenehm durch die einfache und leichte Wortwahl. Verständlichkeitsprobleme gibt es keine und auch sonst fliegt man nur so durch die Seiten - auch wenn die Spannung fehlt.
Für mich fand die Geschichte, zu keinem Zeitpunkt, einen wirklichen Spannungshöhepunkt. Es war immer gleichbleibend und auch das Ende war keine Überraschung mehr. Mir hat das gewisse Etwas gefehlt. Die anderen Perspektiven. Der Ansatz der gewählt wurde ist keinesfalls uninteressant, sondern eher interessant und spannend. Nur denke ich, dass man mehr aus dem Ganzen hätte herausholen können, die Geschichte vielfältiger machen.
So ist "Stalker" schlussendlich nur ganz okay gewesen und hat mich nicht wirklich mitgerissen, denn wenn man aufmerksam liest, hat man eine gute Chance, schon früh auf den Täter zu kommen.
Zwischen Hass und Liebe
Thorne Princess von L. J. Shen
Mit Thorne Princess hat L J Shen ein Buch geschrieben, dass mich erst nach ein paar Seiten überzeugen konnte. Mit Hallie und Ransom begegnen wir zwei Protagonisten, an die man sich erst gewöhnen muss, die einem schlussendlich aber doch ans Herz wachsen.
Hallie Thorne ist jemand ganz besonderes, das habe ich nach wenigen Seiten festgestellt.
Ich habe aber auch meine Zeit gebraucht um mit ihr warm zu werden, da sie doch sehr exzentrisch und extrovertiert ist – allerdings lernt man sie mit der Zeit besser kennen und auch ein wenig lieben. Im Gegensatz dazu kam die mürrische Art von Ransom, der von Beginn an etwas an sich hatte, dass ich nicht richtig greifen konnte. Dennoch hat er mich in seinen Bann gezogen und besonders die Dynamik der zwei entwickelt sich immer weiter und es wird immer interessanter, wie man es von L J Shen gewohnt ist.
Auch der Schreibstil passt wieder hervorragend zur Geschichte: emotional, ergreifend, leicht zu lesen, aber vor allem nicht zu viel. Es wurde wieder die perfekte Mischung gefunden, um über zwei Protagonisten zu schreiben, die erst zueinanderfinden müssen. Sich erst hassen und dann doch lieben.
Irgendwie ist es eine besondere Geschichte, mit besonderen Charakteren, die Ecken und Kanten haben und nicht perfekt sind. Zwar habe ich so meine Zeit gebraucht, um richtig in die Geschichte zu finden, aber es hat sich gelohnt. Deshalb ist es auch eine Empfehlung für alle, die nicht perfekte Protagonisten mögen und auch vor Spicy-Szenen nicht zurückschrecken.
Anstrengender Beginn
Intermezzo von Sally Rooney
Zu Beginn von "Intermezzo" wusste ich nicht so recht was mich erwartet – auch weil dies mein erstes Buch von Sally Rooney war. Mit Peter und Ivan begegnen wir zwei Brüdern, die wie Tag und Nacht sind. Und das ist besonders spürbar, wenn beide mal aufeinandertreffen – was eher selten der Fall ist.
Zudem begegnen wir den unterschiedlichsten Nebenprotagonisten, die die Geschichte und Peter sowie Ivan deutlich beeinflussen.
Über die gesamte Geschichte entwickeln sich interessante Dynamiken und man taucht tiefer in die Beziehungen ein. Gerade Ivan und Margaret sorgen für etwas, mit dem man so vielleicht nicht gerechnet hätte, auch wenn sich ihre Beziehung – für mich – besonders zu Beginn etwas zu repetitiv anfühlte. So erging es mir generell auf den ersten, sagen wir mal 200 Seiten. Dort steigt man in die Geschichte ein, findet sich zurecht und wird manchmal vielleicht doch vom Schreibstil aus dem Konzept gebracht.
An sich hatte ich kein Problem mit den fehlenden Satzzeichen bei der Wörtlichen Rede, dafür aber mit den kurzen, manchmal wirklich sehr abgehakten Sätzen, die ich immer wieder lesen musste, damit ich verstehe, was gerade eigentlich gemeint ist. Dennoch schafft Rooney es, die Charaktere wirklich menschlich zu schreiben, und ihnen die genaue Menge an Authentizität zu verpassen. So trifft man – wie schon erwähnt – auf wirklich unterschiedliche Nebenprotagonisten wie Margaret, die mitten im Leben steht, Naomi, die gar nicht so recht weiß, wie das mit dem Leben geht und Sylvia... Ja. Über Sylvia erfährt man doch nicht so viel.
Insgesamt hat mich die Geschichte doch auch zum Nachdenken gebracht, gerade weil die menschlichen Beziehungen so intensiv wurden. Die Emotionen trotz des nüchternen Schreibstils spürbar. Und ich habe das Gefühl, je länger ich über die Geschichte nachdenke, desto spürbarer wird, was eigentlich wirklich in der Geschichte passiert.
Wundervolle Illustrationen
Tiefsee-Monster von Matt Ralphs
4,5 / 5
In "Tiefsee Monster" tauchen wir in die Tiefen des Meeres ein und lernen Meeresbewohner kennen, die manchmal etwas anders sind, als man erwarten würde. Begleitet von wundervollen Illustrationen und Informationen, wird man zu einem kleinen Tiefseeexperten.
Die Illustrationen sind sehr farbenfroh, sodass die Bewohner der Tiefsee durch die Gestaltung mit Neonfarben, sich deutlich von dem immer dunkler werdenden Hintergrund abheben.
So hat man wirklich Freude daran, sich die Illustrationen genauer anzuschauen.
Aber auch die Einleitung in das Buch ist sehr gut gelungen und bietet einen informativen Abstieg in die Tiefe. Dazu gibt es noch eine Doppelseite, die alles Meeresebenen und ihre Bewohner, untereinander und auf einen Blick zeigt – einfach gut gemacht.
Gut gemacht sind auch die Informationstexte: Es gibt immer so um die vier kleinen Texte mit Fakten und Wissenswertem zu jedem Lebewesen. Besonders anschaulich sind die Vergleiche mit Alltagsgegenständen, die dafür sorgen, dass man sich wirklich gut vorstellen kann, wie groß die Meeresbewohner sind. Hier und da hätte man womöglich dennoch einfach verständlichere Wörter verwenden können. Denn zwischendurch stolpert man über den ein oder anderen Begriff, der doch erst erklärt werden muss.
Abgesehen davon macht es einen Riesenspaß, durch die Seiten zu blättern und die Monster der Tiefsee näher kennenzulernen. Es sind definitiv ein paar Überraschungen und skurrile Namen dabei.
Kleinstadt Liebe
The Christmas Fix von Lucy Score
"The Christmas Fix" von Lucy Score ist ein Buch, das besonders durch das cozy Kleinstadt-Setting überzeugt. Doch auch die Protagonisten, Noah und Cat wissen zu begeistern, genau wie die vielen verschiedenen Nebenprotagonisten, die die Geschichte immer ein wenig bunter machen.
Besonders in Erinnerung bleiben definitiv die Wortgefechte, die sich Noah und Cat immer wieder liefern.
Generell ist es schön zu sehen, wie sich ihre Dynamik und Beziehung im Laufe der Geschichte verändert – gemeinsam mit der Kleinstadt Merry, die zu einem wahren Winterwunderland wird.
Der Schreibstil sorgt ebenfalls dafür, dass die gesamte Umgebung vielleicht etwas klischeehaft, aber dennoch authentisch rüberkommt. Auch die Protagonisten und ihre Gefühle werden sehr deutlich dargestellt, sodass man als Leser fast immer weiß, woran man ist.
Doch gibt es eine Sache, die mich gestört hat: Im letzten Drittel ging es mir doch zu sehr um den Spice. Gefühlt lag der Fokus über viele Seiten nur auf der körperlichen Anziehung zwischen Noah und Cat. Es wäre schöner gewesen, hätte sich alles auch auf einer anderen Ebene weiterentwickelt. Man hätte so viele andere tolle Dinge in den Vordergrund rücken können, aber das wurde leider nicht gemacht.
Dies ändert allerdings nicht an der Sache, dass die Geschichte dazu einlädt sich bei kaltem Wetter unter einer Decke einzukuscheln und sich wohlzufühlen. Denn das ist Merry und "The Christmas Fix": Ein absolut gemütlicher Ort zum Wohlfühlen.
Dieser eine Mensch
Okaye Tage von Jenny Mustard
"Okaye Tage" von Jenny Mustard und übersetzt von Lisa Kögeböhn ist eine Geschichte in der es insbesondere um die Beziehung zu diesem einen Menschen geht, den man besonders liebt. Wir treffen auf Sam und Luc, die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten und trotz größter Diskrepanzen immer wieder zueinander finden.
Der Beginn der Geschichte war für mich ein wenig holprig, auch weil ich mit der ganzen Situation erst mal klarkommen musste. Dennoch habe ich dann sehr schnell in den Lesefluss gefunden, was auch am Schreibstil lag: Dieser ist superlocker und leicht geschrieben, bezieht sich häufig auf Umgangssprache und lässt keinerlei Verständnisprobleme aufkommen.
Ebenfalls ist der Aufbau der Geschichte sehr gelungen, besonders im Hinblick auf den Countdown mit den Tagen, der alles greifbarer wirken lässt. Auch das Verweben von Vergangenheit und Gegenwart ist recht gelungen, obwohl ich auch hier sagen muss, dass ich zwischendurch ein paar Probleme damit hatte, weil es so schnell hin und her ging.
Auf jeden Fall bekommt man dadurch auch einen guten Einblick in die Beziehung von Luc und Sam. Man lernt sie kennen, kann in ihre Gefühle eintauchen und die Dynamiken werden bildlicher. Die Nebenprotagonisten vervollständigen das Bild und sorgen für interessante Wendungen.
Alles in allem ist es eine Geschichte, die man gut lesen kann und die zeigt, dass es diesen einen Menschen gibt, von dem man nicht wegkommt, auch wenn man es noch so sehr möchte. Es ist eine Empfehlung für alle, die in das Leben zweier Menschen eintauchen möchten, das alles andere als perfekt läuft und die ein oder andere Hürde bereithält.
Auf das Leben
Die Sache mit Rachel von Caroline O'Donoghue
4,25/5
"Die Sache mit Rachel" von Caroline O’Donoghue und gesprochen von Nora Schulte ist ein Buch, das auf vielen Ebenen agiert und das Leben von Rachel mit all seinen Schattierungen zeigt. Es geht um die Freundschaft, die Liebe, Vertrauen und Fehler. Caroline O’Donoghue zeigt eindrucksvoll, dass es okay ist, wenn das Leben mal nicht so läuft.
Besonders die Charaktere werden mir im Gedächtnis bleiben. Insbesondere Rachel: Sie erlebt so viel und ihre Gefühle werden sehr eindrücklich geschildert. Man erlebt ihr Leben mit ihr und es fühlt sich beinahe so an, als wäre man mit ihr befreundet. Dazu kommen mit Dr. Fred Byrne, ihr Literaturprofessor und James, ihrem besten Freund, zwei Männer in die Geschichte, die dem Ganzen eine gewisse Dramaturgie verleihen, die anders ist, als man vielleicht denkt. Und dann gibt es da ja auch noch den anderen James. James Carey, der nur Carey genannt wird, weil Rachel eben schon einen James in ihrem Leben hat. Mit ihm ergeben sich noch weitere Dynamiken, die weitere Facetten offenbaren.
Zwar benötigte ich so meine Zeit, bis ich richtig in die Geschichte fand, weil sie sich besonders zu Beginn und in der Mitte etwas zog, dennoch konnte mich das Ende voll und ganz abholen. Es ergibt sich einfach ein super Gesamtbild. Gerade auch aus dem Grund, dass mit Nora Schulte eine Sprecherin gewählt wurde, die Rachel von der Stimme her so einfach passend widerspiegelt. Die Emotionen und Gefühle kommen an den richtigen Stellen rüber, aber auch diverse andere Nuancen stechen hervor.
Schlussendlich ist es auch eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, eben weil so viele wichtige Themen, die das Leben betreffen, angesprochen werden. Eine Empfehlung ist es definitiv, denn nicht alle Tage lernt man so viel über das Leben einer jungen Frau in Irland.
Ganz anders als erwartet
Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig
2,5/5
"Die Unmöglichkeit des Lebens" von Matt Haig ist ein Buch, das mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. So begleiten wir Grace nach Ibiza, aufgrund eines Briefes von einer ehemaligen Freundin. Dort ergeben sich viele außergewöhnliche Situationen und Dinge, die nicht unbedingt der Realität entsprechen.
Vom Klappentext her habe ich eine Geschichte erwartet, die über die Probleme des Lebens erzählt, davon, wie man mit Trauer umgehen kann und anfängt, das Leben zu genießen. Und die Geschichte habe ich auch bekommen. Zumindest einigermaßen. Bis sie anfing, in magischen Realismus und teilweise auch Fantasy abzudriften. So hat mich die Geschichte immer weiter verloren, auch weil es irgendwann einfach too much von allem wurde. Der Hang zum Realistischen ging verloren sowie der eigentliche Handlungsstrang.
So kann es passieren, dass man sich im Verlauf der Geschichte von den Protagonisten distanziert und keine Verbindung mehr spürbar ist. An sich sind die Protagonisten interessant - keine Frage - aber so richtig nah kommt man ihnen nicht.
Dazu kommt der Schreibstil: An sich ist er sehr angenehm und gut zu lesen. An sich einfach mal was anderes als das, was man sonst so kennt, eben weil er so ins Poetische driftet. In diesem Buch steht besonders viel zwischen den Zeilen und das wird meist eher bei längerem Nachdenken deutlich. Was der Geschichte zum Großteil gutgetan hat, sind die wirklich kurzen Kapitel, die es ermöglichen, schnell in der Handlung voranzukommen.
Insgesamt ist also ein Buch, das ganz anders als erwartet ist. Es passieren Dinge, mit denen man aufgrund des Klappentextes einfach nicht rechnen kann und die sich durchaus als negative Überraschung entpuppen können. So wird dieses Buch vorerst mein erstes und letztes von Matt Haig bleiben.











