Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Jule:

Mit Tiefsinn

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg

"Mein ziemlich seltsamer Freund Walter" von Sibylle Berg und mit Illustrationen von Julius Thesing ist ein Comicroman, der auf einer tieferen Ebene agiert. Wichtige Themen wie Mobbing werden aufgegriffen und wie schwer es sein kann, anders zu sein.

Mit Lisa wurde eine Protagonistin kreiert, deren Leben alles andere als einfach ist.

Sie hat Eltern zuhause, die sich nicht wirklich um sie kümmern und Freunde hat sie auch nicht. Zumindest nicht bis zu dem Zeitpunkt an dem Walter aus eine Ufo aussteigt und Lisas Leben auf den Kopf stellt. Schnell merkt man, dass Lisa und Walter eine besondere Verbindung zueinander haben und sich ausgleichen. Walter ist ein Außerirdischer, den so schnell nichts aus der Bahn werfen kann und das hilft Lisa sehr.

Durch die einfachen Texte und Formulierungen ist es ein Leichtes, die Message hinter den Worten zu verstehen, die im Zusammenhang mit den Illustrationen noch deutlicher wird. Ich persönlich bin nicht der größte Fan von dem Zeichenstil, finde ihn aber passend für diese Geschichte, die vom Anderssein zeugt. Generell entdeckt man immer wieder kleinere Details, die vielleicht nicht direkt auffallen, was das Ganze noch interessanter macht.

Nichtsdestotrotz gibt es eine Sache die mich ein wenig stört. Das ist der Punkt, dass ziemlich schnell und einfach für alles eine Lösung gefunden wird. Es vermittelt das Bild, dass sich Menschen von Heute auf Morgen anders benehmen und ein komplett anderes Verhalten anderen gegenüber an den Tag legen können. Es wäre schön gewesen, wenn man eine Prozess der Änderung gesehen hätte und nicht einfach nur ein Ergebnis.

Im Grunde überzeugt mich das Gesamtbild trotzdem. Es ist ein Comicroman in den Jung und Alt definitiv mal reinlesen können, denn er zeigt, dass man bei Mobbing nicht einfach wegschauen sollte. Er zeigt, wie wichtig es ist zu sich selbst zu stehen und, dass es nicht schlimm ist, wenn man anders ist als die Anderen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Sachlich

Leute von früher von Kristin Höller

"Leute von Früher" von Kristin Höller ist ein Buch mit einer tollen Idee und großen Kontrasten, die Verlauf des Buches immer deutlicher herausstechen.

Mit Marlene finden wir eine Protagonistin vor, die noch nicht so recht weiß, wo sie in ihrem Leben hin möchte. Sie ist Jemand, der schwer zu beschreiben ist.

Mal wirkt sie kühl und distanziert, dann fängt sie an offener und fröhlicher zu werden, lässt davon aber kurze Zeit später nichts mehr nach außen.
Zu ihr habe ich nie einen Draht entwickeln können. Es blieb immer distanziert und ihr Verhalten hat mich des öfteren auch mal verwirrt.
Sie ist zwar Ende zwanzig, hat allerdings immer wieder den Eindruck vermittelt, als wäre sie viel älter.
Nichtsdestotrotz hat man ihr angemerkt, wie unerfahren sie in manchen Dingen ist, gerade wenn es um das Thema Liebe ging.

Ihre Beziehung zu Janne ist, in diesem Buch, sehr wechselhaft und auch Janne bleibt über viele Strecken eher undurchsichtig.
Auch ihr Geheimnis, das weit in die Vergangenheit reichen soll - laut Klappentext - rückt erst gegen Ende ein wenig in den Fokus. Die damit einhergehende Auflösung fand ich enttäuschend. Irgendwie habe ich einfach mehr erwartet. Genauso wie vom Ende des Buches, dass ebenfalls eher enttäuschend war, da auf einmal alles so schnell ging und vieles offen gelassen wurde.
Schade, denn da hätte man deutlich mehr rausholen können.

Der Schreibstil dagegen passt zu den Protagonisten. Er ist etwas kühl und distanziert, sorgt zwischendurch trotzdem für ein bisschen Nähe.
Er besticht durch simple Dialoge, die ohne viele Details auskommen und kreiert eine bedrückende Atmosphäre, die sich über die gesamte Geschichte legt.
Die einfachen Beschreibungen des Settings ermöglichen es zudem, sich die Insel gut vorstellen zu können.
Ebenfalls harmonieren Cover und Inhalt miteinander. Beides wirkt eher kühl und sachlich.

Alles in allem ist es ein Buch, das mich nicht so recht überzeugen konnte. Besonders beim Ende habe ich einfach etwas anderes erwartet. Mir haben tief gehende Emotionen gefehlt und die Nähe zu den Protagonisten.
Einfach schade, weil ich finde, dass dieses Buch super viel Potenzial hat, das nicht genutzt wurde.
Trotzdem bin ich mir sicher, dass viele Menschen an dieser Geschichte viel Freude haben werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Mord und Geheimnisse

Verborgen von Eva Björg Ægisdóttir

In "Verborgen" von Eva Björg Ægisdóttir kehren wir zurück nach Akranes. Dort begegnen wir alten Bekannten und vielen neuen Gesichtern. Diese werden im Verlauf der Geschichte immer vielschichtiger und sorgen für interessante Wendungen.

Im Grunde ist auch dieser Band so aufgebaut wie seine Vorgänger, nur das die Geschichte eine andere ist.

Man springt zurück in die Vergangenheit, nur um dann wieder in die Gegenwart zu kommen. Man verfolgt die unterschiedlichen Protagonisten und bekommt so tiefere Einblicke in die Handlungen.
Auch in diesem Buch hilft das Personenverzeichnis, besonders zu beginn, sehr.
Es kann überfordernd sein, wenn man mit so vielen Namen überhäuft wird. Durch den Schreibstil und die mit Absätzen gegliederten Kapitel, kann man trotzdem recht schnell erkennen, wer mit wem wie zusammenhängt.
Zudem hat es mir ein bisschen Freude bereitet herauszufinden, wie alle Protagonisten miteinander zusammenhängen.

Allerdings gab es einen Handlungsstrang, der neben der Haupthandlung verlaufen ist, der mir nicht ganz so gut gefallen hat. Diesen nenne ich hier aber nicht, aufgrund von Spoilern.
Des Weiteren gab es, besonders in der Mitte des Buches immer wieder ein paar Längen, die den Schwung rausgenommen haben.

Nichtsdestotrotz hat mir die Reise zurück nach Island sehr gut gefallen und es hat mich immens gefreut Elma und Saevar wieder zu treffen. Die beiden sind mir doch ein Stück weit ans Herz gewachsen.

Eva Björg Ægisdóttir schafft es einfach authentische Protagonisten zu erschaffen und für eine spannende und undurchsichtige Atmosphäre zu sorgen.
Deswegen ist auch dieser Band wieder eine Empfehlung für alle, die gute Krimis mögen, bei denen Wert auf den psychologischen Aspekt gelegt wird.
Es ist aber empfehlenswert die anderen Bände vorher gelesen zu haben. So kennt man viele Protagonisten schon und ist direkt im Geschehen verankert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Kaum Spannung, kein Thriller

Schneesturm von Tríona Walsh

Schneesturm von Triona Walsh ist für mich alles, aber definitiv kein Thriller gewesen. Woran das liegt?

Schon das Cover nimmt dem Buch viel Spannung. Beziehungsweise sind es die Sätze „Sechs Freunde. Einer ist Tot. Einer ist der Mörder.“ Damit ist von Beginn an klar, dass es sich bei einem der Freunde um den Mörder handelt.

Somit scheitern die Versuche im Buch, jemand anderes verdächtig erscheinen zu lassen, kläglich. Würden diese Sätze nicht auf dem Cover stehen, wäre es vielleicht anders gewesen, denn dann hätte man definitiv den ein oder anderen in den Kreis der Verdächtigen aufnehmen können.

Des Weiteren gibt es immer wieder Logikfehler. Logikfehler die es, für mich, in einem Thriller niemals geben darf, denn so wird die Freude am Lesen schnell genommen und darüber kann ich auch nicht einfach hinwegsehen. Dazu kommen dann widersprüchliche Handlungen der Protagonisten, die keinen Sinn ergeben. Einmal beschweren sie sich über die Kälte und im nächsten Moment laufen sie pitschnass durch die Gegend ohne etwas zu merken (nur als kleines Beispiel).

Generell sind die Protagonisten eine Sache für sich. Zum Großteil waren sie mir wirklich unsympathisch und eine Protagonistin, die am Ende plötzlich alles kann und alles weiß? Absolut unrealistisch und unpassend. Hätte man gesagt die Protagonisten sind jünger und stehen noch nicht mitten im Leben, okay. Das wäre wesentlich passender gewesen, aber so war es irgendwie nicht rund. Es sind besonders am Ende Dinge passiert, die nicht in die Story gepasst haben und mich dazu gebracht haben mich zu fragen, ob das gerade wirklich passiert.

Nichtsdestotrotz gibt es auch etwas Positives. Die Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht, hat mir wirklich gut gefallen. Sie hat einfach gut zum Setting gepasst und alles etwas dunkler wirken lassen. Man konnte sich bildlich vorstellen, wie es wäre gerade auf der Insel zu sein. Auch der Schreibstil hat dafür gesorgt, dass man recht schnell durch das Buch kommt. Er ist einfach und kommt mit einem sehr simplen Satzbau aus, der an manchen Stellen, vielleicht zu simpel war.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass ich Erwartungen an dieses Buch hatte, die allesamt nicht erfüllt wurden. Für mich war es enttäuschend. Einzig und alleine die Atmosphäre und das Setting, sowie der ein oder andere Nebenprotagonist, haben das Leseerlebnis etwas aufgewertet.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Die erste Liebe

Some Girls do von Jennifer Dugan

"Some Girls do" von Jennifer Dugan ist eine tolle Queere Lovestory über die erste Liebe.

Mit Ruby und Morgan hat Jennifer Dugan zwei Protagonistinnen geschrieben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Ruby mit Schönheitswettbewerben und ihrem Auto beschäftigt ist, läuft Morgan Runde um Runde auf der Tartanbahn der Schule.

Während Morgan zu ihrer Sexualität steht, hat Ruby damit zu kämpfen herauszufinden wer sie wirklich ist. Besonders bei ihr ist eine personelle Entwicklung zu erkennen, die vielen Mädchen Mut machen kann. Sie zeigt, dass es extrem schwer sein kann, zu sich selbst zu stehen, es sich schlussendlich trotzdem lohnt, dazu zu stehen, wer man ist. Die Emotionen und Gefühle der beiden kommen eigentlich auch ganz gut rüber, sind mir allerdings auch etwas fern geblieben. Eine gewisse Distanz konnte nicht überwunden werden, was vielleicht auch an den Handlungen beider liegt. Manchmal waren sie schon etwas überhastet. Dies könnte man allerdings ihrem jungen Alter zu schreiben, und dem was sie durchgemacht haben.

Die Nebenprotagonisten in diesem Buch haben mir ebenfalls gut gefallen. Sie machen das Buch noch ein Stückchen bunter und sorgen für Abwechslung. Sie zeigen, wie wichtig es ist, anderen Menschen Unterstützung zu bieten. Zeigen aber auch, dass man sich von ihnen lösen muss, wenn sie einem nicht gut tun.

Der Schreibstil von Jennifer Dugan passt zu diesem Buch. Er ist einfach zu lesen, es gibt keine komplizierten Formulierungen und in Passagen wirkt er jugendlich. Nichtsdestotrotz gibt es auch dort einen Punkt, der mir nicht so gut gefallen hat. Man ist von einer Szene zur Nächsten gesprungen. Hat man sich gerade in einer Handlung widergefunden, so kam häufig ein abruptes Ende und es ging mit etwas ganz anderem weiter. Zudem wurden manche Handlungsstränge komplett in den Hintergrund gerückt und kamen Phasenweise gar nicht zur Sprache, wie zum Beispiel die Schönheitswettbewerbe oder Morgans Lauf Wettkampf. Dies ist ziemlich schade, da dies die Dinge sind, die Ruby und Morgan zu einem großen Teil ausmachen.

So bleibt mir am Ende zu sagen, dass die Sprunghaftigkeit diesem Buch nicht gutgetan und mir immer wieder die Tiefe gefehlt hat. Trotzdem bleibt es ein Buch, in dem gezeigt wird, dass man zu sich selbst stehen sollte. Auch in den schweren Phasen des Lebens. Because "Some Girls do" say yes to love and to themselves.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Voller Emotionen

Never touch your Boss von Sarah Saxx

Was passiert, wenn man seinen Boss in einem Abstellraum, nach einer Party aus dem Gefühl heraus küsst? Und was ist, wenn der Boss auf einmal die Gefühle zu erwidern scheint?
Sarah Saxx hat mit „Never touch your Boss“ eine tolle Liebesgeschichte geschrieben, die zeigt, dass es sich lohnt zu seinen Gefühlen zu stehen.

Asher und Blake sind zwei Protagonisten, die sich innerhalb von kürzester Zeit in mein Herz gespielt haben, gerade weil sie so unterschiedlich sind. Auf der einen Seite ist Asher, der offen dazu steht, dass er homosexuell ist und auf der anderen Seite Blake, der von seinen Gefühlen vollkommen überrannt wird und eigentlich auf Frauen steht, bis Asher seine Gefühlswelt durcheinander bringt.
Ihre Gefühle und Emotionen werden so authentisch und realistisch beschrieben, dass man einfach in die Geschichte hineingezogen wird. Ihre Arten sind so unterschiedlich und doch so gleich. Besonders Asher verständnisvolle Art konnte mich immer wieder überzeugen.
Trotzdem hatte ich zwischenzeitlich ein wenig mit seinem Verhalten zu kämpfen, weil es irgendwie nicht so ganz gepasst hat.
Die Nebenprotagonisten mochte ich auch gerne, denn sie haben immer wieder neuen Schwung in die Geschichte gebracht und wurden in den entscheidenden Momenten eingesetzt.
Die Meisten von ihnen kennt man aus den vorherigen Bänden, wenn man sie denn gelesen hat. Ich hatte sie nicht gelesen, und habe es nur ganz selten gespürt. Dieses Buch kann man also auch ohne Vorwissen lesen, denn der Einstieg ist so leicht und durch das Personenverzeichnis, weiß man immer wer genau wer ist.
Dazu kommt der locker leichte Schreibstil, der dafür sorgt, dass man durch die Seiten fliegt und kaum eine Pause einlegen möchte. Gefühle, Emotionen, Momente zum Schmunzeln und ernste Thematiken harmonieren auf einer sehr hohen Ebene miteinander.
Was man daneben allerdings nicht unterschlagen darf, sind die Szenen, in denen es sehr heiß hergeht, denn davon sind definitiv ein paar von ihnen zu finden. An einer Stelle fand ich sie nicht so passend platziert, aber das ist Ansichtssache.

Festzuhalten ist, dass dies definitiv nicht das letzte Buch ist, das ich von Sarah Saxx lesen werde. Es ist eine Empfehlung für alle, die sich nach einem Buch sehnen, das voller Gefühl ist und in dem Männer nicht nur große starke Kerle sein müssen.
Am Ende bleibt mir nur zu sagen, dass Asher und Blake ein tolles Paar sind.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Zurück in Emerald Bay

The waves we catch - Emerald Bay, Band 2 von Lorena Schäfer

In „The waves we catch“ von Lorena Schäfer, reisen wir zurück nach Emerald Bay. Wir begegnen vielen bekannten Gesichtern und dem gleichen wundervollen Setting.
Billie und Nathan bilden in diesem Band das Paar, das im Mittelpunkt steht.

Besonders Nathan mochte ich schon in Band eins sehr gerne und auch in diesem Band hat er mir, mit kleineren Abzügen, gut gefallen.

Seine Gefühle und Emotionen waren nachvollziehbar, seine Handlungen dagegen immer wieder ein bisschen überzogen.
Mit Billie bin ich nie so wirklich warm geworden. Oft ging sie mir auf die Nerven. Sie hat immer wieder ein wenig naiv gewirkt und ihr Handlungen haben mich zwischendurch vergessen lassen, dass sie schon Anfang zwanzig ist und nicht jünger.
Generell habe ich, für mich festgestellt, dass die Protagonisten eher selten ihrem Alter entsprechen gehandelt haben.
Die Gründe dafür lassen sich allerdings in den zahlreichen Rückblicken im Buch finden, die das Verhalten teilweise erklären. Sie sorgen allerdings auch dafür, dass die Haupthandlung vernachlässigt wird und die Vergangenheit der beiden deutlich im Fokus steht. Insgesamt wurde es für mich dadurch ein wenig repetitiv und hat mir die Lust am Lesen genommen. Man hätte genauso gut zwei Bände aus diesem einen machen können. Den ersten, der vor ihrer Trennung spielt und dann einen, in dem sie wieder zusammenkommen.
Insgesamt wurde sich in manchen Sequenzen sehr viel Zeit gelassen, während das Ende ganz plötzlich und unglaublich schnell über die Bühne gebracht wurde. Da hätte ich mir ein wenig Tiefe gewünscht.
Nichtsdestotrotz hat mir der Schreibstil wieder gut gefallen. Durch den einfachen Satzbau und diverse Beschreibungen, konnte ich die Geschichte schnell lesen.
Ebenfalls gefallen haben mir die Nebenprotagonisten wie Isla, die die Geschichte aufgelockert und besser gemacht haben. Sie haben für etwas Abwechslung gesorgt und mit mich mit ihrer Art für sich gewonnen.

Insgesamt muss ich aber festhalten, dass dieser Band, meiner Meinung nach, deutlich schwächer ist, als der Erste.
Die Hauthandlung wird einfach zu oft vernachlässigt und kleine, eher unwichtigere Dinge, rücken in den Vordergrund.
Trotzdem war es schön mal wieder in Emerald Bay gewesen zu sein.

Schlussendlich ist es ein Buch, bei dem ich sage:“Kann man lesen. Muss man aber nicht.“

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Verschenktes Potenzial

Eine neue Liebe (Sunset River 3) von Josefine Weiss

„Sunset River – Eine neue Liebe“ beschließt das Ende der Sunset River Trilogie. Ein letztes Mal begegnen wir Isobel und Michael und hoffen darauf, dass sie endlich ihr Glück finden.

Wie schon in den beiden Teil zuvor hat mir der Schreibstil wieder gut gefallen. Angenehm und locker bringt er einen durch die Geschichte, ohne irgendwelche Schwierigkeiten.

Nur leider hat mir in manchen Situationen ein wenig das Feingefühl gefehlt. Außerdem wurden die wichtigen Situationen in diesem Buch viel zu schnell abgehandelt. An der ein oder anderen Stelle, wären weitere Ausführungen toll gewesen. Gerade das Ende hatte viel mehr Potenzial.

Die Handlung generell war etwas repetitiv, wenn man auf die ersten beiden Teile zurückblickt. Es ist einfach alles nach dem gleichen Schema passiert und besonders Michael ging mir irgendwann dermaßen auf die Nerven, dass ich keine Lust hatte weiterzulesen. Auch Isobel war in manchen Phasen nicht so einfach zu ertragen, aber dennoch angenehmer als Michael.

Die Protagonisten, die diese Geschichte für mich am Leben gehalten haben, waren daher die Nebencharakter. Sie haben die gesamte Geschichte etwas bunter gemacht und Veränderungen gezeigt, die ich mir bei Isobel und Michael gewünscht hätte.

Das Einzige, was neben dem Schreibstil konstant gleich gut geblieben ist, ist das Setting. Sunset River ist und bleibt ein wundervolles kleines Örtchen, das ich selbst gerne besuchen würde. Aber das alleine reicht leider nicht, damit mich ein Buch überzeugen kann. Und hier hat einfach nicht viel zusammengepasst für mich.

Alles in allem ist dieser Teil der Teil, der mir am wenigsten gefallen hat. Die Gefühle konnten mich nicht überzeugen und ich werde die Protagonisten auch nicht vermissen...
Schade eigentlich, denn hier war wesentlich mehr drin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Toxisch

Get you the Moon von Jo Milu

In „Get you the moon“ von Jo Milu geht es um Kehya und Adam. Sie arbeitet in dem Club, in dem er auflegt. Doch was passiert, wenn zwei temperamentvolle Menschen, mit komplett unterschiedlichen Ansichten, in Sachen Liebe, aufeinanderprallen?

Bevor man dieses Buch liest, sollte man die Trigger Warnungen am Ende des Buches Lesen, denn schon im Prolog kommt eine von diesen zum Tragen.

Das als wichtiger Punkt vorweg.

Die Geschichte von Kehya und Adam ist keine leichte, genauso wie ihre Beziehung. Sie ist absolut toxisch. Dabei werden besonders die schlimmsten Charaktereigenschaften von Adam im Verlaufe des Buches deutlich. Sie sind gut herausgearbeitet und stechen hervor. Es ist allerdings schade, dass es keine Kapitel aus seiner Sicht gibt, denn diese hätten bestimmt einen noch besseren Einblick gegeben. Mit der Tiefe der Protagonisten und den Emotionen und Gefühlen ist es hier generell so eine Sache. Alles ist recht oberflächlich und die schnell wechselnden Szenen, im Zusammenhang mit immer wieder einkehrenden Zeitsprüngen, tragen dazu bei, dass man tiefgehende Gefühle vergeblich sucht.

Überhaupt ist dieses Buch sehr schnelllebig. Durch die sehr kurzen Kapitel und die Sprunghaftigkeit geht es schnell voran. Ruhe ist kaum zu finden. Auch der Schreibstil und die dadurch entstandenen Aneinanderreihungen von kurzen Sätzen, sorgen dafür, dass man beim Lesen das Gefühl hat etwas zu verpassen. Leider haben mich auch viele Fehler (ein Wort im Satz, dass nicht passt; aus Maria wird mal kurz Marie und andere Rechtschreibfehler) aus dem Konzept gebracht, sodass ich manche Abschnitte immer wieder lesen musste, um mir sicher zu sein, dass ich alles richtig verstanden habe.

Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und besonders die Nebenprotagonisten haben mir gefallen. Sie sind so vielfältig wie London und Barcelona und sorgen für Abwechslung. Die beiden Städte als Setting passen deshalb auch super zu Buch. Ebenso ist die Atmosphäre in den Clubs sehr gut eingefangen worden, sodass man ein Bild vor Augen hat, wie es dort zur Sache geht. So ganz definieren, was dafür gesorgt hat, dass ich diese Geschichte doch gerne verfolgt habe, kann ich nicht. Es ist für mich nicht greifbar und einfach ein besonderes Gefühl, das bei mir hervorgekommen ist.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Buch viele Schwächen hat und viel Potenzial ungenutzt blieb. Wer es nicht mag über toxische Beziehungen zu lesen, sollte gar nicht erst dieses Buch in die Hand nehmen. Ansonsten ist es einen Versuch wert.

Ich werde höchstwahrscheinlich auch in den zweiten Band hineinlesen, denn das Ende kann man definitiv nicht so stehen lassen und manchen Protagonisten möchte ich gerne wieder begegnen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule

Sehr viel Vergangenheit

Ein neues Leben (Sunset River 2) von Josefine Weiss

In "Sunset River - Ein neues Leben" kehren wir zurück nach Sunset River zu Isobel und Michael. Nach den Geschehnissen in Band eins gibt es zwischen den beiden viel Gesprächsbedarf. Doch finden sie wieder zusammen?

Wie schon in Band eins ist auch hier der Schreibstil recht angenehm und gut zu lesen.

Ebenfalls kommen die Perspektiv-Wechsel an den richtigen Stellen, sodass man immer einen guten Einblick in die Gefühlswelten der Protagonisten hat. Allerdings sind mir in diesem Buch die Gefühle und Emotionen leider ein wenig zu blass geblieben. Man kann die Protagonisten zum Teil verstehen, aber eben nicht so wie in Band eins und das finde ich schade. Genauso schade finde ich, dass dieser Band doch sehr repetitiv war. Vieles hat sich wiederholt und immer wieder kam die Vergangenheit von Isobel und Michael zu tragen. Kontinuierlich wird erwähnt, was damals passiert ist, sodass ich den ganzen Part mittlerweile auswendig kann. Hier wäre so viel Potenzial für die Charakterentwicklung gewesen, wenn man sich etwas weniger auf die Vergangenheit konzentriert hätte. Natürlich ist sie für Michaels Verhalten verantwortlich, aber irgendwann war es doch too much.

Trotzdem haben mir besonders die Entwicklungen der Nebenprotagonisten gefallen. Sie haben die Geschichte angehoben und für etwas Abwechslung, durch ihre eigenen Handlungen, gesorgt. Ebenfalls gefällt mir Sunset River als Setting immer noch sehr und das Kleinstadtfeeling kommt definitiv, in den meisten Passagen, rüber.

Schlussendlich ist zu sagen, dass mir dieser Band bei weitem nicht so gut gefallen hat wie Band eins. Deshalb hoffe ich im letzten Band auf eine deutliche Steigerung und darauf, dass sich Michael und Isobel endlich auf die Zukunft fokussieren können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Jule