Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Murksy:
Bitterböse Rache
Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester
Als ihr Mann plötzlich und unerwartet stirbt, ist Kate am Boden zerstört. Ihr eigensinniger, unvergleichlicher, sie liebender Partner ist nicht mehr da. Und in die Trauer fällt dann auch noch eine neue Serie, die Teile ihres gemeinsamen Lebens fast wörtlich wiedergibt. Für Kate bricht eine Welt zusammen.
Wer kann das alles gewusst haben? Und hat ihr Mann sie betrogen, hintergangen, jahrelang getäuscht?
Aus dieser Thematik entwickelt sich ein bitterböser Racheroman, der zwei Frauen gegeneinander antreten lässt. Beide Frauen erzählen in den Kapiteln jeweils aus ihrer Sicht. Der Leser kann sich also entscheiden, ob er mehr zu der einen oder anderen Seite tendiert. Oder sich neutral als stiller Beobachter an den Duellen der Frauen ergötzt. Doch hinter der genussvollen voyeuristischen Betrachtung des Spiels, stellt man sich immer mehr die Frage, wieweit ist diese Rache gerechtfertigt. Wo liegt die Grenze? Und bringt die Vergeltung tatsächlich irgendeine Form der Genugtuung? Denn neben den beiden Frauen, die ihre Gründe haben möchten, gibt es auch Opfer, die nichts mit der Hintergrundgeschichte zu tun haben. Die aber trotzdem einen Preis bezahlen müssen. Der Autor erhebt hier bewusst nicht den Zeigefinger, sondern überlässt es dem Leser, sich die Frage der Moral zu stellen. Liebe kennt keine Grenzen, Liebe verbindet, aber an diesem Beispiel lässt sich auch gut verfolgen, dass Liebe auch zu Taten fähig macht, die wir im allgemeinen Kontext als verwerflich betrachten. Das Buch ist gut geschrieben, wenn auch die Personen auf der einen oder anderen Seite etwas ungleichmäßig behandelt werden und Teile der später erzählten Vorgeschichte etwas in die Länge gezogen wirken. Ein unterhaltsamer Roman im Sinne des Rosenkrieges mit offener Sympathievergabe.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI verfasst. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
Lang lebe das Klischee
Final Show von Dirk Schmidt
Eine in die Jahre gekommene Rockband versucht noch einmal die wenigen, aber eisernen Fans auf einer Tour zu begeistern. Lucy stößt zu der Band und soll sich dabei um Social media kümmern. Ein Todesfall während der Tour hält die Band nicht davon ab, weiter durch Osteuropa zu reisen. Dabei werden die Streitigkeiten und das gegenseitige Misstrauen immer mehr zum Zentrum der Geschichte.
Da ich als begeisterter Musikfans schon etliche Publikationen wie Biografien und Sachbücher über das Business gelesen habe, finde ich in der fiktiven Bandgeschichte einiges, was mir sehr bekannt vorkommt. Es wird auch so gut wie kein Klischee ausgelassen. Aber genau das macht an der Mischung aus Bandgeschichte und Krimi so Spaß. Immer wieder ertappt man sich bei dem Gedanken, dass es genau so aussehen muss, das Rockerleben. Treffend sind die Charakterstudien der älteren Musiker, die schon beinahe verzweifelt an ihrem Status als harte Rocker festhalten wollen. Sex, drugs and rock’n’roll. So nach und nach gibt das Buch in Rückblicken immer mehr Details preis und zeigt, dass die Musiklegenden, oder was man eben so nennt, letztendlich doch nur ganz normale Menschen sind, mit Neid, Frust, Hoffnung und Träumen, die sich an ihren Nimbus festklammern, um nicht in der Masse der Gescheiterten unterzugehen.
Ein unterhaltsamer Roman mit wie gesagt allem, was man von einer Musikergeschichte erwartet. Lang lebe der Rock’n’roll und all seine skurrilen Gestalten.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Der Verlust der Unabhängigkeit
Territorium von Sabrina Janesch
Der historische Roman spielt in der Zeit der letzten Königin Hawaiis. Die USA drohen, den Inselstaat zu annektieren. Der Leser begleitet die Königin, deren Deutschlehrerin und eine Journalistin in den politischen Wirren dieser Epoche. Der Leser muss Geduld und Aufmerksamkeit mitbringen, viele Personen, komplizierte Namen und die vielseitigen Interessenskonflikte fordern Konzentration.
Wer einfache Literatur sucht, ist hier falsch. Wer aber ein bildgewaltiges Drama mit authentischem Hintergrund zu schätzen weiß, erfährt hier nicht nur viel über die Menschen des scheinbaren Paradieses und über das erzwungene Ende einer unabhängigen Monarchie, sondern erlebt auch die Ränkespiele der Groß- und Kolonialmächte. In Zeiten eines Donald Trump, der ebenfalls andere Länder beansprucht und mehr als fragwürdige geopolitische Entscheidungen trifft, ist dieser Roman so aktuell, wie er nur sein kann. Geschichte wiederholt sich und aus Fehlern scheint die Menschheit nicht zu lernen. Fein zeichnet die Autorin ein Bild einer zerrissenen Gemeinschaft, getrieben von Macht und Gier werden die Einwohner der Insel zum Spielball. Die Sätze der Autorin sind ein Genuss, verschachtelt, tiefgründig und immer ganz nah an den Personen. Man fühlt sich auf diese Insel und in diese Zeit versetzt. Fiktion vermischt sich vorzüglich mit wahren Begebenheiten. Ein großartiger Roman, intelligent, vielschichtig, aber wie gesagt auch fordernd.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Kompaktes Wissen für Fans
Die Schule der magischen Tiere - Das offizielle Lexikon von Margit Auer
Das Lexikon sortiert alphabetisch alle Personen und Tiere der beliebten Buchreihe. So erfährt man kompakt alles Wissenswerte zu den Akteuren. Bei den Tieren gibt es zusätzlich noch ein paar Fakten aus dem wahren Leben. Sogar die Wattwürmer bekommen ihren Eintrag. Für eingefleischte Fans dürfte natürlich nicht allzu viel Neues dabei sein, aber mit dem Lexikon hat man seine Lieblinge auf einen Blick und erfährt sogar etwas über die Autorin, die ebenfalls aufgezählt wird.
Es gibt eine Weltkarte, die auf einen Blick alle Tiere und ihren Ursprung darstellt. Bei der Vogelspinne wird der lateinische Name erwähnt, das hätte man auch gut bei den anderen Tieren machen können, Wissen tut nicht weh. Am Ende des gut gemachten und bunten Buches gibt es noch ein Quiz, um sein Nerd-Wissen zu testen. Somit findet das Ganze einen gelungenen Abschluss und Fans werden gerne darin blättern. Der gewöhnliche Leser der Reihe wird auf das Lexikon wahrscheinlich verzichten können, aber für alle Anhänger der magischen Schule eigentlich ein Muss in der Sammlung.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Evolution der Schimpansen
Die Insel der Schimpansen von John Ironmonger
Eine junge Forscherin bekommt das unglaubliche Angebot auf einer Insel im Victoriasee eine Gruppe wildlebender Schimpansen zu beobachten. Das Ziel der Frau ist es, ihre Theorie, dass die Affen über eine Sprache verfügen, zu belegen. Dazu muss sie sich in die Gruppe einfügen und mit den Tieren leben.
Zunächst funktioniert das gut, das komplexe System der Affenhorde nimmt die Frau an. Doch als eine Investorengruppe die Insel kauft, wird die Insel zu einer tödlichen Bedrohung.
Der Autor ist Zoologe. Das merkt man dem Buch an. Geschickt verarbeitet er wissenschaftliche Erkenntnisse in seinem fiktiven Ökothriller. Inspiriert wurde John Ironmonger unter anderem von Jane Goodall, deren Forschungen mit Schimpansen bahnbrechend waren und sind. Die Kernfrage des Romans ist, ob Schimpansen sprechen können. Dass sie kommunizieren ist klar. Vögel zwitschern, Ameisen nutzen Pheromone und die Walgesänge sorgen immer wieder für Erstaunen. Doch wie sieht es mit einer Sprache aus? Bestimmte Laute oder Gesten, die etwas beschreiben sollen? Neue Forschungen unterstreichen diese Vermutung. Und warum auch nicht? Schimpansen haben trotz großer Unterschiede 98,7 Prozent Übereinstimmung mit unserem Erbgut. Hauptsächlich in der Nutzung der Gene sind die größten Differenzen zu vermerken. Betrachtet man aber das soziale Verhalten, die Nutzung von Werkzeugen, die unterschiedlichen Charaktere, dann sind die Unterschiede doch nicht so groß. Wie das Buch richtig beschreibt, lassen sich solche Fragen zur sprachlichen Kommunikation nur an wilden Tieren erforschen. Zootiere haben einen anderen Lebensraum und -zyklus. Dort tatsächlich Beobachtungen zu machen, die Wildtieren entsprechen, kann nur teilweise funktionieren. Werden durch solche Bücher Tiere vermenschlicht? Ich denke nein. Vielmehr wird der Leser dazu aufgefordert, über den Begriff des Menschseins nachzudenken. Wir sind nicht mehr als hoch entwickelte Menschenaffen. Sprache hat sich auch bei uns erst sehr kurzfristig, in Bezug auf die Evolutionsdauer gemessen, entwickelt. Wenn man sich betrachtet, dass alleine in Afrika zwischen 1000 und 2000 Sprachen vorkommen, erkennt man die Komplexität. Eine isolierte Gruppe, seien es Tiere oder Ureinwohner, haben weniger den Druck eine universelle Sprache zu erlernen. Unsere globalisierte Welt drängt uns dazu, auf wenige allgemeinverständliche Sprachen wie Englisch zurückzugreifen. Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass ein Mensch, der sich in die Gruppe einfügt, einen Faktor hinzufügt, der das Verhältnis in der Gruppe verändert und somit auch das System beeinträchtigt. Der Autor vermenschlicht die Tiere nicht. Vielmehr zeigt er, dass ihre komplexe Sozialstruktur immer noch von Instinkten und einer Hierarchie des Stärkeren geprägt ist. Und er führt uns vor Augen, dass der Mensch in seiner Gier und Allmachtsphantasie als Krönung der Schöpfung, rücksichtslos zerstört. Dass Liebe und Wissen diesen Teufelskreis durchbrechen können, ist die hoffnungsfrohe Botschaft des Romans. Mich hat das Buch bewegt. Ich kenne die Arbeiten von Goodall und anderen Forschern , bin immer wieder fasziniert, welche Geheimnisse diese Menschen der Natur entlocken, um zu einem besseren Verständnis und Miteinander mit ihren gemeinsamen Bewohnern auf dieser Insel namens Erde zu führen. Und ja, ich habe am Ende des Buches geweint. Als schockierenden Abschluss nennt der Autor im Nachwort einige Internetseiten, auf denen man sich über die Trophäenjagd informieren kann. Mir war zum Beispiel neu, dass in Afrika Tiger gezüchtet werden, damit reiche Jäger diese erschießen können. Tiger, die in Afrika nicht heimisch sind. Das größte Raubtier von allen bleibt der Mensch.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Die düstere Welt im Hintergrund
Red Star Down von D. B. John
Man merkt dem Buch auf jeder der vielen Seiten an, dass der Autor sich mit der Materie profund auskennt.
Die Welt der Spione und Agenten, verdeckte Operationen und obskur klingende Pläne werden zu einer weltumspannenden Jagd verknüpft. Die Hauptschauplätze sind Russland, Nordkorea und Amerika.
Aber auch Deutschland spielt eine Rolle. Geschickt verknüpft der Autor reale Vorkommnisse und Orte mit seiner fiktiven, aber sehr authentischen Agentengeschichte. Sei es ein Hockeyspiel mit Putin oder ein Dorf im Schwarzwald, all dies spielte in den Nachrichten eine Rolle und wird hier im abgewandelten Kontext aufgenommen. Das ist äußerst raffiniert und spannend zu lesen. Und wer beim Lesen denkt, dies sei übertrieben ala James Bond, der sollte einfach nachlesen, wie Kim Jong-nam ermordet wurde. Auch dieses Kriminalstück wurde perfekt in die Handlung des Thrillers eingebaut. Das macht das Buch auch so lesenswert, all diese Einblicke in die düstere Welt der Spione und der Machtzentren. Wenn das Buch ins weiße Haus schwenkt, findet man genau den Trump vor, den man sich inmitten seiner buckelnden Entourage vorstellt. In Moskau treffen wir einen Putin, der keine Kritik duldet und gnadenlos bekämpft. Selten kamen mir 700 Seiten so kurzweilig vor. Und man fragt sich immer wieder, in welcher kranken Welt wir eigentlich leben.
Eigenwilliges Fellknäuel
Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher
Genau wie Garfield oder ähnliche Bücher lebt auch diese Geschichte von den Eigenheiten der Katzen. Oftmals als Diven betitelt, haben sie ihren eigenen Willen. Wer Katzen hat und kennt, wird in dem Buch viele Wahrheiten wiederfinden. Ansonsten hat man eine lustige Geschichte um einen Kater, der das Geheimnis um eine merkwürdige Bestie lüften will, die die Nachbarschaft in Unruhe versetzt.
Dabei spielt die Autorin natürlich mit allen Klischees, die man so über Katzen kennt. Außerdem werden Informationen über die Katzen so ganz nebenbei vermittelt, wenn es natürlich schwer fällt, die von den überspitzten Vorstellungen, die der Mensch über seine Fellknäuel hat, zu unterscheiden. Die Zeichnungen sind nett, wenn auch sehr comichaft. Mein Sohn hätte farbige Darstellungen natürlich besser gefunden. Rechtschreibfehler wurden keine entdeckt, was bei Kinderbüchern besonders wichtig ist. Was nicht gefällt, ist der Drang zur Serie. Unser bewertender Sohn ist 9 Jahre, das Lesealter ist passend gewählt.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt
Arnold und sein Traum
Querfeldein von Alex Capus
Arnold will an der schweizerischen Grenze seinen Traum verwirklichen: ein Gasthaus. Das kleine Dorf scheint dafür gut geeignet, wenn auch die teilweise eigenwilligen Bewohner ihre ganz persönliche Note in die Geschichte bringen. Das Projekt scheint gut zu funktionieren, Dinge wie die große Weltpolitik oder gar der drohende Krieg scheinen das Dorfleben nicht zu stören.
Doch die Ruhe vor dem Sturm wird nicht ewig halten und eine Reihe von Ereignissen schüttelt Arnold und seine Familie durch.
Mit viel Lokalkolorit und einem ganz speziellen Charme wird die Geschichte erzählt. Neben den kauzigen Bewohnern sorgt ein immer wieder aufblitzender Humor für beste Unterhaltung. Und dabei geht das Buch auch in die Tiefe, die persönlichen Schicksale und die damalige Zeit prägen die Erzählung. Die Menschen wollen einfach nur leben, doch angesichts der Weltlage wird dies zunehmend schwerer. Mit Bauernschläue und festem Willen gelingt es den Figuren den Wirren zu trotzen. Und als Essenz des Ganzen stellt sich wieder einmal heraus, das die Liebe in der Lage ist, größte Hindernisse zu überwinden. Eine wirklich durchgehen hervorragend erzählte Geschichte mit historischem Hintergrund und auch wunderbar in unsere fragilen Zeiten zu übertragen.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Der triste Tod und das triste Leben
Die Auster von Yael Inokai
Die Putzfrau findet eines Tages die Leiche des Geschäftsführers in seinem Haus. Die Hände fehlen. Dass die über 70jährige Putzfrau zunächst anfängt zu putzen, macht sie zwar auch verdächtig, lässt die Polizei aber einigermaßen kalt. Nun beginnt die Putzfrau selber Nachforschungen anzustellen, vor allem als eine Verwandte des Toten auftaucht und der Notar den letzten Willen verkündet, dass die Putzfrau die Beerdigung vorbereiten soll.
Was dann folgt ist ein zum Glück sehr kurzer Roman, der einen Einblick in das Leben der Putzfrau gibt, sie begleitet, während sie Detektiv spielt und nebenbei das Begräbnis vorbereitet. Großartige Weisheiten bietet der stilistisch durchaus gut geschriebene Scheinkrimi allerdings nicht. Dass das Alter keine angenehme Sache ist, dass Einsamkeit nicht schön ist und Berlin die Hauptstadt der Einsamen ist, war mir auch vorher allzu bekannt. Ein berühmtes Kaufhaus in Berlin stand offensichtlich Pate für den Verantwortungsbereich des Toten. Die Auflösung des Mordfalles ist weder allzu dramatisch, noch reizen die offenen Fragen zum Nachdenken. Mich hat der Roman und seine Figuren nicht berührt, ich empfand weder Sympathien noch Mitleid mit den Personen und somit bleibt von diesem Stück Literatur mit angehauchtem Kriminalfall nicht viel in Erinnerung. Keine Perle in der Auster gefunden.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.
Hoffnungslose Utopie
Am Ende des Fortschritts von Kohei Saito
Der Autor hält uns zunächst einmal den Spiegel vor und macht uns klar, dass der Kampf gegen den Klimawandel so gut wie verloren sei. Wir müssen uns anpassen, um zu überleben. Dazu gehört nach seiner Meinung eine radikale Abkehr vom Kapitalismus zu einer Diktatur der Ökologie. Nur dann sei es möglich, die Grundversorgung sicher zu stellen und den Kampf gegen die immer bedrohlicher werdende Umwelt zu gewinnen.
Dazu sieht er vor, das Industrien den Kapitalisten genommen werden und unter Leitung des Proletariats gestellt werden. Zudem müssen radikal umweltschonende Technologien gefördert werden. Der Staat soll hier lenken und mit Hilfe von Produktionsplänen die Verteilung der Ressourcen steuern. Das kling alles sehr utopisch, ist es auch. Natürlich ist der Kapitalismus ungerecht. Wenn nur wenige Menschen über das Vermögen verfügen und die Welt fest im Griff mit Hilfe von Socialmedia und KI haben, sorgt das zwangsläufig für Spannungen. Der unrealistischen Weg, diese Reichen zu entmachten, müsste, so deutet es auch der Autor an, zur Not auch mit Gewalt gegangen werden. Denn eine Entkapitalisierung würde ganz sicher auch bedeuten, dass Regierungen gestürzt werden müssten. Wer glaubt wirklich, dass zum Beispiel eine amerikanische Nation, die letztendlich auf dem Kapitalismus fußt, plötzlich zum Sozialismus wechselt? Das weitaus größere Problem ist allerdings, dass nun einmal Rohstoffe nicht gleich auf der Erde verteilt sind und auch klimatische Bedingungen für unterschiedliche Lebensformen sorgen. Damit das vorgeschlagene System funktioniert, müssten alle Nationen an einem Strang ziehen. Woher nähme zum Beispiel ein rohstoffarmes Land wie Deutschland die Mittel, um sich komplett auf erneuerbare Energien umzustellen oder die geforderten Rechenzentren zu bauen. Die allerdings wiederum einen enormen Energieverbrauch hätten. Der Mensch kann nicht in die Zukunft sehen, Das lässt unser Gehirn nicht zu. Niemand kann sich selbst in der Zukunft vorstellen. Dies ist ein Schutzmechanismus, den unser Gehirn eingebaut hat. Ebenso wie das Gehirn uns eher optimistisch denken lässt, sonst würden wir niemals Fahrrad fahren lernen können, weil wir nach dem ersten Sturz keinen Mut mehr hätten. Unser Gehirn bewertet allerdings Fehlschläge viel geringer als Erfolge, was zum Beispiel die Spielsucht vorantreibt. Und das ist auch das Problem mit dem Klimawandel. Erst wenn wir ganz hautnah und schmerzhaft die Folgen persönlich erleben, werden wir die Gefahr erkennen, aber dann ist es wirklich zu spät. Die Hoffnungslosigkeit, die der Autor im ersten Teil des Buches beschreibt, ist leider Realität. Und für die Utopie eines weltumspannenden Sozialismus, der alle Menschen gleichermaßen versorgt, gilt das Gleiche.











