Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Murksy:
Klassentreffen
Crime 101 Movie-Tie-in von Don Winslow
Winslow vereint in seiner Kurzgeschichtensammlung Protagonisten aus älteren Büchern auf raffinierte Weise. Er bildet Verknüpfungen, lässt die Personen zusammenarbeiten oder miteinander Poker spielen. Das macht ordentlich Spaß, vor allem, wenn man die Charaktere als Fan kennt. Das ist allerdings das Manko des Buches.
Denn eingefleischte Leser des Autors werden das Buch schon kennen, es wurde bereits unter dem Titel Broken veröffentlicht. Die Neuauflage geht einher mit der Verfilmung Crime 101 eines bekannten Streaminganbieters. Wer also alle Bücher von Winslow bisher kennt, darf auf diese Sammlung verzichten. Alle anderen erwartet ein typisch rasanter Mix aus knallharter Krimiwelt, detailliert beschriebenen Personen und einem teilweise durchscheinenden Humor, den die lakonischen Ikonen des Schriftstellers mit sich bringen. Winslow drückt wie gewohnt aufs Tempo, jeder Satz sitzt und gerade die Feinheiten geben den Geschichten viel Authentizität. Wenn er zum Beispiel leidenschaftlich die Mitglieder einer Jazzaufnahme beschreibt, hört man beinahe den Swing heraus. Das macht es auch so schwer, die Bücher von Winslow zu verfilmen. Denn ein besseres Kopfkino bekommt man bei der Lektüre des Autors kaum geboten. Wunderbar für Krimifans sind auch die Anleihen und Würdigungen solch großer Namen wie Chandler oder Leonard. Krimifans werden das Buch lieben, Fans von Winslow sowieso. Und für Neulinge ist das Buch der ideale Appetitanreger nach mehr meisterhaften Thrillern des Bestsellerautors.
Reise ins Unbekannte
Ein Date mit deinem Gehirn von Damir del Monte
Damir del Monte entführt uns mit seinem Sachbuch auf eine teilweise sehr philosophische Reise ins Gehirn. Das vielleicht komplexeste Gebilde des Universums, noch zu großen Teilen unerforscht und immer wieder aufs Neue faszinierend. So weit es das Thema zulässt erklärt der Wissenschaftler möglichst einfach dass Zusammenwirken der einzelnen Regionen im Gehirn.
Das kommt natürlich nicht ohne Fachbegriffe aus und bleibt oft sehr abstrakt. Die Dimensionen sind aber auch nicht zu fassen. 86 Milliarden Nervenzellen, 1000 Billionen Synapsen, das sind Zahlen, die wir uns nicht vorstellen können. In einem Stück der Großhirnrinde von der Größe einer Bleistiftspitze befinden sich geschätzt 30000 – 60000 Nervenzellen und kilometerlange Leitungen, unfassbar. Das macht begreiflich, wie schwierig die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen und zu erklären ist. Ich hätte mir etwas mehr Einblick in die Forschung gewünscht, also welche Verfahren genau genutzt werden, um zu ermitteln, in welcher Region was gesteuert wird. So muss man als Leser das Angebotene hinnehmen und staunt über das Gesamtkunstwerk Hirn, das so viel mehr ist als nur ein Organ, das Nervenimpulse empfängt, aussendet und verarbeitet. Im Gehirn entstehen Gefühle, Ängste, Erfahrungen werden gespeichert und zu einem ganz eigenen Weltbild verarbeitet. Denn das ist einer der Kernaussagen des Buches, unsere Realität ist eine subjektive. Jeder erlebt seine Welt auf eine eigene Art. Und das unterscheidet uns letztendlich von jeder noch so hoch entwickelten KI. Wir sind geprägt von unseren Erinnerung und Wahrnehmungen, unser Gehirn schreibt daraus unsere eigene Geschichte, gibt uns Emotionen und macht uns einzigartig. Dabei ist das Gehirn kein ausgereifter, fertiger Zellhaufen. Das Gehirn wächst weiter oder verkümmert auch, wenn bestimmte Bereiche nicht gefordert oder überfordert werden. Deshalb ist lebenslanges Lernen so wichtig. Jonglieren, Fremdsprachen oder ein Musikinstrument, wer Zeit investiert, neue Fähigkeiten zu erwerben, der fordert sein Gehirn heraus, neue Verknüpfungen zu bilden. Das Gehirn lebt. Das unterscheidet uns von der KI. Diese basiert auf Statistiken und Algorithmen. Das Menschliche fehlt komplett. Und das ist auch die große Gefahr. Ein System, das keine Gefühle, Moral oder Mitleid empfindet, handelt rein zielorientiert ohne Rücksicht auf die weitreichenden Folgen. Wir müssen uns das menschliche Sein bewahren, wir müssen an uns glauben, an unsere Einzigartigkeit, mit all den Träumen, Fantasien, Hoffnungen und Geschichten, die wir uns erzählen. Dann kann es uns gelingen, Mensch zu bleiben und trotzdem den für uns größten Nutzen aus der KI zu ziehen, ohne uns aufzugeben. Das Buch gibt viele Denkanstöße, bietet einen tiefen Einblick in unser Denken und lässt uns hoffen, dass unser Gehirn das bleibt, was es ist: einzigartig.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Luftleerer Flugraum
Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich von Britta Sabbag
Mein Sohn mit seinen knapp 9 Jahren hat das Buch gelesen und war durchschnittlich begeistert. Auch ich muss nach der Lektüre sagen, dass mich die Geschichte eher etwas enttäuscht. Das im Ritterzeitalter angesiedelte, allerdings nicht näher verortete Fantasyjugendbuch, handelt von einem 11 Jährigen, der von seinem Vater verstoßen wird und im Wald auf einen großen Adler trifft.
Daraus entsteht eine mehr oder eher minder spannende Reise mit den Adlerreitern.
Das wirkt alles zusammengebastelt aus anderen Büchern und Geschichten. Das beginnt schon beim englischen Titel. Es gab auch schon andere Bücher mit dem rider im Namen. Ja, englisch klingt vielleicht cooler oder soll verkaufsfördernd sein. Sinn macht es aber keinen. Genauso wenig, sie die englischen Adlernamen. Mein Sohn kann noch kein Englisch, war also etwas ratlos. Auch die Bestimmung, die im Buch erwähnt wird, ist von anderen Reihen bekannt. Ebenso wie die Grundidee vom armen Kind, das erst durch die Freundschaft zu einem wilden oder magischen Tier sein Schicksal meistern kann. Tiefenpsychologie willkommen im Kreis der Verzweifelten.
Zum Thema Reihe muss ich bemängeln, dass auf dem Buch nicht erwähnt wird, dass dies der Band 1 ist. Denn dieser endet recht plötzlich und offen. Erst hinten im Buch wird mit dem Ende des Buches und der Leseprobe des zweiten Teils dieser Fakt klar. Vieles im Buch bleibt ungeklärt, die Figuren, die auftauchen werden nicht erklärt, genauso wie der Hintergrund der verfeindeten Gruppen. Das wirkt alles sehr luftleer und lieblos zusammengewürfelt. Die Grafiken im Buch sind im Gegensatz zum verlockenden Cover schwarz-weiß gehalten und sehr düster durch den hohen Anteil dunkler Flächen. Die kleinen, wahllos im Buch verteilten runden Zeichnungen wiederholen sich, da hätte man entweder weniger nutzen sollen oder mehr verschiedene Motive. Das wirkt eher so, als wollte man die kurze Geschichte strecken, um das dünne Buch zu füllen.
Meinem Sohn ist gleich auf der ersten Seite ein Kraftausdruck aufgefallen. Warum man den in einem Buch für ab 8Jährige nutzen muss, darf zumindest erfragt werden.
Die Geschichte spielt im Mittelalter und ist Fantasy. Da ist ja bekanntlich fast alles erlaubt. Trotzdem will ich richtigstellen, dass die erwähnten Adler niemals zusammen in der freien Natur anzutreffen waren. Außerdem wurde zum Beispiel der Weißkopfseeadler erst 1766 beschrieben, der Kaiseradler 1809. Dass ein armer Bauernsohn im 12. Jahrhundert diese Tiere kennt, ist also unmöglich. Etwas mehr Faktennähe wünscht man sich auch in einem fiktionalen Kinderbuch. Die Rechtschreibung war in Ordnung, man kann erwähnen, dass die eher unübliche Schreibweise zig Hundert gewählt wurde, in der Schule lernen die Kinder zighundert.
Alles in allem eine lesbare, aber nicht zwingende Geschichte, die für 8 jährige auch an manchen Stellen vielleicht zu deftig ist. Die lückenhafte Geschichte animiert nicht wirklich, sich den zweiten Band zu kaufen.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Geisterstunde
Middle of the Night von Riley Sager
Zwei Freund zelten im Garten der Eltern. Am nächsten Morgen ist die Zeltwand aufgeschlitzt und ein Junge verschwunden. Die Idylle der Nachbarschaft ist zerstört, der Junge wird nie gefunden. 30 Jahre später kehrt der damals 10 jährige Ethan zurück und will das Verschwinden seines Freundes aufklären.
Denn er fühlt eine Präsenz, sieht Zeichen und glaubt zunehmend, dass sein verschwundener Freund ihm etwas mitteilen will.
Der klug aufgebaute Psychothriller spielt raffiniert mit seinem Protagonisten und den Lesern. Immer wieder neue Entwicklungen halten die Spannung hoch, mit jedem Kapitel werden neue Geheimnisse aufgedeckt und auch neue geboren. Die Suche nach der Wahrheit wird für Ethan auch eine psychologische Reise in seine Vergangenheit, die mehr verbirgt, als er sich vorzustellen vermag. Das Buch spielt auf der Klaviatur der Fragen und Rätsel, verzichtet fast vollständig auf Gewalt und hält trotzdem seine Leserschaft im Bann. Das Geflecht der Beziehungen und Verstrickungen ist geschickt gewoben, Stück für Stück nähert man sich dem Ende ohne es wirklich erahnen zu können. Ein brillant inszenierter Psychokrimi, der von Beginn bis Ende fesselt und unterhält.
Wie gestalte ich einen Comic
Der Comic-Club von Scott McCloud
Ich bin mit Comics aufgewachsen. Natürlich habe ich auch normale Bücher gelesen, aber die Faszination für die gezeichneten Geschichten hatte mich lange im Griff. Mittlerweile ist, im Gegensatz zu vielen anderen Erwachsenen, der Reiz bei mir etwas verschwunden. Vielleicht noch ab und zu ein Heft über die renitenten Gallier, mehr aber auch nicht.
Beim Lesen des Comic-Clubs wurde etwas dieser Faszination wiederbelebt. Obwohl natürlich das Buch eine andere Altersgruppe anspricht. Vor mir hat allerdings mein knapp 9jähriger Sohn das Buch kritisch gelesen. Genau wie mir gefielen im die Zeichnungen und die farbige Gestaltung sehr gut. Das Buch erklärt wunderbar, wie ein Comic entsteht, wie er aufgebaut wird und welche Tricks man einbauen kann, um einen solchen Comic interessant und witzig zu gestalten. Da mein Sohn auch schon eigene kleine Geschichten malt, hat er das sehr aufmerksam verfolgt. Sehr gut hat ihm der Abschnitt gefallen, in dem Gefühle erklärt werden und wie man sie darstellen kann. Nach dieser Lektüre werde ich mir vielleicht unter diesem Gesichtspunkt meine alten Comics noch einmal anschauen. Es sind doch erstaunlich viele Feinheiten, die man vielleicht einfach so überfliegt, die aber im kreativen Schaffen viel Nachdenken und künstlerisches Können verlangen. Was meinem Sohn nicht immer so gut gefallen hat, waren die schwierigen Wörter. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass das Buch aus dem amerikanischen Raum kommt. Die Namen werden natürlich anders gesprochen, als gelesen. Als Beispiel sei der Name Gene genannt. Außerdem wurden Neopronomen wie xiem erwähnt, damit konnte mein Sohn nichts anfangen. Viele andere Begriffe aus dem Comicbereich sind englisch. Die werden zwar mit Masse erklärt, aber Aussprache wird für die meisten jüngeren Leser eher ein Problem darstellen. Es gab also einige Fragen zum Text, die de Lesefluss bremsten.
Die Verständlichkeit der Geschichte war allerdings sehr gut. Auch die sozialen Botschaften, also dass man sich ruhig an etwas heranwagen soll und es nicht so wichtig ist, alles perfekt zu machen, werden gut transportiert. Der Comic ist übersichtlich gestaltet und nicht überladen. Ein weiterer Höhepunkt des Buches ist das Interview mit den Autoren und der Abschnitt im hinteren Teil des Buches, der die verschiedenen Berufe und Schritte zum fertigen Comic zeigt, inklusive der Werkzeuge, sprich Software, die dazu genutzt werden. Ein Glossar rundet das gute Gesamtbild ab.
Rundherum ein Buch, das also nicht nur genau zeigt, wie das Medium Comic entsteht, welche Arbeit dahintersteckt, sondern auch ein Buch, das Kinder dazu ermutigt, sich auszuprobieren, sich etwas zu trauen, ohne Angst davor zu haben, zu scheitern.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.
Lost places, lost people
Giftiger Grund von Thomas Knüwer
Eine junge Frau, die Videos von lost places, verlassenen Orten dreht, ein Häftling, der frisch entlassen versucht, wieder ins normale Leben zurück zu finden und ein Mädchen, das nachts in eine alte Tankstelle flüchtet dies sind die Hauptdarsteller in diesem realistischen, harten Krimi. Die Härte kommt allerdings weniger von der durchaus vorhandenen und gezeigten Gewalt, als vielmehr von der psychologischen Darstellung der Situation.
Diese ist sehr authentisch und glaubhaft darstellt, was auch dazu führt, dass das Buch einige Stellen enthält, die durchaus empfindliche Personen triggern können. Für Freunde der sogenannten Cosy-Crime-Szene ist dieses Buch ganz sicher nichts. Dem Autor gelingt es bedrückend gut, die Verzweiflung der Personen darzustellen, ihre Ängste, Hoffnungen und Verlorenheit in einer Welt, weit ab der bunten Fassade unserer Gesellschaft. Das tut manchmal weh, man will ins Geschehen eingreifen und die Personen retten, auch vor sich selbst. Die Hilflosigkeit der Personen im Buch überträgt sich auf die Leser. Beinahe schmerzhaft verfolgt man die agierenden Figuren, wenn sie das Richtige tun wollen, aber an der Realität scheitern. Der giftige Grund des Covers ist viel mehr, als der ölgetränkte Boden an der alten Tankstelle. Vielmehr ist es die Schattenwelt, die so gerne ignoriert wird. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir leben doch in einer zivilisierten Gesellschaft, oder nicht? Kein einfaches Buch, aber ein fesselndes, das neben aller Trostlosigkeit auch einen Funken Hoffnung versprüht. Man kann sich ändern, man kann zusammen etwas bewirken, nicht alles ist verloren, wie in den lost places. Und es gibt das Gute im Menschen, das vielleicht manchmal erst aus seiner Wohlfühlzone gelockt werden muss.
Das Einzige, das mir persönlich nicht wirklich zugesagt hat, war der Erzählstil, der die jeweilige Hauptperson der einzelnen Kapitel in der Ich-Form agieren lässt. Dieser Kniff, der den Charakter und die Sichtweise der Personen durchaus verstärkt, irritierte mich teilweise im Lesefluss.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Layout geht vor Funktionalität
National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren von
Schaut man den schön aufgemachten Atlas oberflächlich an, liest ein wenig quer und blättert kurz durch, gefällt das Ganze recht gut. Betrachtet man allerdings die Dinge, auf die es bei einem Atlas ankommt, dann zeigen sich die Einschränkungen. Beginnen wir vorne auf dem Cover. dort steht ganz oben das Wort Kids.
Die Altersangabe für das Buch beginnt bei acht Jahren. Wer Kinder im Schulalter hat, den Stoff der Klassen kennt, der wird mir zustimmen, das dieser Atlas eher für weiterführende Klassen und ältere Kinder ist. Das Buch enthält viel Text, einiges an Informationen und vor allem schwierige Wörter, mit denen Grundschüler weder lese technisch noch verstandesmäßig zurechtkommen. Urban, konisch, azimutal, Tools, Decoder usw. Die Liste lässt sich fortsetzen. Auch sind die Seiten mit den kleinen Kästchen und der entsprechend kleinen Schrift anstrengend zu lesen. Diese Überfüllung der Seiten führt auch dazu, dass das Wichtigste zu kurz kommt, nämlich die Karten. Diese sind leider nicht seitenfüllend angelegt und oft über die Seitenmitte gedruckt, damit schwer zu lesen. Natürlich ist es nett, diverse Informationen über Land und Leute zu erfahren. Aber die Auswahl dieser Fakten wirkt teilweise sehr wahllos. Gleiches gilt für die Tiere, die ja such auf Cover beworben werden. Es sind sehr wenige Tiere im Buch zu finden. Sinnvoller und nützlicher wäre es gewesen, je Kontinent vier bis fünf Tiere mit einem kleinen Steckbrief vorzustellen. Bei Afrika findet man zum Beispiel das Bild eines Elefanten, die dazugehörigen Fakten kaum vorhanden. Ja, die Fotos sind toll. Aber genauso wahllos und mehr oder minder uninteressant beschrieben. Das Buch bietet auf der einen Seite zu wenig, will auf der anderen Seite zu viel. Vor allem der einleitende Teil ist vermutlich sogar für viele Erwachsene eine Herausforderung. Das Werk ersetzt also keinen Schulatlas und ist für Kids eine Nummer zu anspruchsvoll. Es wurde mehr Wert auf das Layout, als auf die Funktionalität gelegt. Für einen Atlas zu unübersichtlich, für ein Lexikon zu wenig Informationen. Dass am Ende auf Internetadressen verwiesen wird, ohne diese genau zu benennen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich erwarte und will auch von meinen Kindern nicht, dass sie im Grundschulalter im Netz surfen und nach ergänzenden Informationen suchen. Vielleicht sollten bei der nächsten Ausgabe verstärkt Pädagogen am Buch mitarbeiten. Ich hatte bei den Seiten das Gefühl, dass die Gestalter sich darin überbieten wollten, immer noch mehr reinpacken zu wollen.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Ende ohne Anfang oder Anfang ohne Ende
Schwarzer September von Sandro Veronesi
Ein 12jähriger, frühreifer Junge verbringt wie gewöhnlich seine Ferien am Meer. Doch dieses Mal wird der Urlaub anders verlaufen, als gedacht. Da ist die frische Liebe zu einem hübschen Mädchen nur der Auftakt.
Nun, wie bezeichnet man dieses Buch? Familiengeschichte? Oder eine dieser Coming-of-age Erzählungen.
Irgendwie von allem etwas. Ganz nebenbei wird auch das Jahr 1972 reflektiert, Musik, die gehört wurde, Sportler, die berühmt waren und natürlich die dramatische Olympiade in München. All das erzählt der Autor aus Sicht des Jungen, der versucht, mit all dem klar zu kommen. Mir persönlich wirkte der Junge mit gerade einmal 12 Jahren zu erwachsen. Was mir auch erschwert hat, die Dramatik in der Geschichte ernst zu nehmen. Denn während der ersten Kapitel reizt der Autor immer wieder zum Weiterlesen, indem er ein schreckliches, alles veränderndes Ereignis vorhersagt. Selbstverständlich ist das, was dann passiert für ein Kind dramatisch. Aber irgendwie auch nicht so, dass ich nach Luft schnappend und mit zittrigen Händen das Buch weiterlesen musste. Der Stil ist gut, es macht Spaß in Erinnerungen an die alte Zeit, die tolle Musik zu schwelgen. Trotzdem wirkte das Buch auf mich irgendwie zu offen, ohne mir wirklich eine Erklärung zu liefern, warum ich jetzt die 280 Seiten gelesen habe. Für mich persönlich irgendwie nicht Halbes und nichts Ganzes.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Abhängigkeiten
Liefern von Tomer Gardi
Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Geschichten, die mehr oder weniger direkt zusammenhängen. Dabei führt uns der Autor in verschiedene Regionen dieser Welt. Was die Erzählungen verbindet, sind die sogenannten Rider, also die Menschen, die die Straßen säumen und alles liefern, was der Kunde bestellt.
Egal ob Indien, Deutschland oder Israel, überall hetzen die Lieferanten mit Rädern, Rollern oder Motorrädern halsbrecherisch von Adresse zu Adresse, um möglichst zeitnah die gewünschten Güter auszuliefern. Hier zeigt das Buch sehr genau, was das Problem dabei ist. Es sind die Abhängigkeiten. Die Lieferanten sind abhängig von den Kunden und dem Lieferservice. Zusätzlich gibt es noch Personen, die die Lieferanten gegen Provision an die Dienstleister vermitteln. Die Kunden sind abhängig von den Lieferanten, hoffen auf pünktliche und vollständige Zustellung. Und alle sind abhängig vom Mobiltelefon. Das Gerät, das alle überwacht, Bestellungen ermöglicht, Orte anzeigt, Routen ermittelt oder im Notfall Hilfe holt. Das Buch hält hier schonungslos den Spiegel vor. Wie oft bestellen wir aus Bequemlichkeit etwas zu essen? Machen wir uns Gedanken, unter welchen Bedingungen die Lieferanten arbeiten müssen, teilweise mit anderen Identitäten für mehrere Anbieter. Hier greift die nächste Abhängigkeit. Alle wollen und brauchen gute Bewertungen. Eine negative Bewertung zu viel, und der Zusteller ist seinen Job los. Nachschub gibt es genug. Bekommt ein Anbieter zu viele negative Bewertungen, wird weniger bestellt und wieder werden nicht benötigte Zusteller entlassen. Machen wir uns Gedanken, wie es sein kann, dass zum Valentinstag rote Rosen im Winter zu kaufen sind? Unter Zeitdruck werden die Rosen in Afrika gezüchtet und geschnitten, gekühlt nach Deutschland transportiert und von schlecht bezahlten Minijobbern verkauft. So zeigt das Buch sozialkritisch die Tücken des globalen Dorfes auf ohne allerdings eine Lösung aufzuzeigen. Diese Ratlosigkeit spiegelt sich auch in den Geschichten des Buches wieder. Teilweise sind die Enden so offen, dass ich mich teilweise gefragt habe, was ich aus dem Buch mitnehme. Gibt es eine Lösung für diese Liefergesellschaft? Auf der einen Seite die, die es sich leisten können, sich alles liefern zu lassen. Natürlich gibt es auch Menschen, die aus diversen Gründen auf solche Lieferdienste angewiesen sind. Aber würde es etwas bringen, weniger zu bestellen? Eine provokante These ist, dass dann viele Menschen kein Einkommen mehr hätten. Deutlich wird dieser Zwiespalt am Flüchtlingsproblem. Durch solche Jobs wie im Zustellbereich, finanzieren sich viele Menschen ihr Leben und ihre Flucht mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Ob es eine Änderung der Gewohnheiten, der Arbeitsbedingungen und all der anderen Probleme geben wird, bezweifle ich. Dazu ist der Mensch sich selbst am nächsten. So lässt mich das Buch genauso ratlos zurück, wie das eine oder andere Kapitel.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
Durchschnittlicher Krimi
Polarblut - Tödliches Leuchten von Tuva Bro
In Norwegen wird ein Mord verübt. Der beliebte Geschäftsmann wird vor seiner Wohnung erschossen, kurz darauf findet man in einer Hütte eine zweite Leiche, erstochen. Die Polizei, die mit solchen Verbrechen sonst nichts zu tun hat, beginnt mit den Ermittlungen.
Nun, was sich dann weiter entwickelt, ähnelt einer Unmenge von Abendkrimis im Fernsehen oder eben der Massenware in Buchform.
Die Ermittlergruppe wird psychologisch durchleuchtet, jeder hat so seine kleinen Macken und Probleme, alles ganz normal. Familiäre Probleme sind auch hier an der Tagesordnung. Manchmal artet der Krimi eher in ein Psychodrama ab. Die Sportsucht der Leiterin dieser Gruppe wird detailreich, meiner Meinung nach übertrieben ausgeweitet. Etwas weniger wäre mehr gewesen. Der eigentliche Krimi kommt da stellenweise zu kurz. Der Spannungsgehalt ist sehr überschaubar. Es gibt die üblichen falschen Fährten und Verdächtigen. Motive gibt es auch genügend. Irgendwann löst sich dann der Fall in gewohnter Manier auf. Das ganze ist nicht spektakulär, angenehm unblutig und so gut wie triggerfrei. Etwas mehr Spannung und weniger Psychoanalyse hätte dem Buch gut getan. Die Handlung tanzt auf zu vielen Hochzeiten.











