Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Und wer liest nun vor?
Widdersehen von Leonie Swann
Es geht zurück zu Georg, und das schneller als gedacht. Die Schafe träumten schon von ihrer Heimatheide und waren insgeheim dem Reisen bereits etwas überdrüssig, als Rebecca die Nachricht bekam, die sie alle zurück nach Glennkill bringen sollte. Doch dort angekommen gestaltet sich das Ganze überhaupt nicht wie erwartet.
Georg war natürlich nicht da, dafür aber fremde Schafe, die sogar die Georges Place abgeweidet hatten und ein beißender Zaun hindert die Herde in ihrem Freiheitsdrang. Doch als dann auch noch Rebecca verschwindet, der Metzger ist zurück ist und Finger fliegen, ist rasch klar: die Schafe müssen über alle Berge, vielleicht sogar bis ins Paradies um ihre Schäferin wiederzufinden.
Haltet euch fest, es wird spannend, skurril und urkomisch. Ja, alles zusammen. Einen Krimi aus Schafsicht erzählt zu bekommen und zu sehen, wie Schafe unser menschliches Leben deuten, ist schon sehr speziell. Ich kannte diesen Humor aber bereits aus ‚Glennkill‘, hatte dann jedoch Leonie Swanns Bücher aus den Augen verloren, so dass ich dieses dritte Band ohne die Kenntnis des dazwischen liegenden las. Doch das machte keinerlei Probleme. Ich war schnell wieder drin und konnte nicht anders als mich vom Charme der Schafe, Fastschafe und Neuschafe einwickeln zu lassen. Das Abenteuer ist immens kreativ und großartig und das Verbrechen gewaltiger als gedacht. Doch es gibt auch sehr schöne, nachdenkliche Momente, die besonders ein Schaf betreffen, und einen faszinierenden, unbekannten Mann, der unverhofft zu Schäferfreuden kommt.
Mir hat dieses Buch immens gut gefallen und ich bin wieder neu fasziniert von dieser Serie. Das fehlende Band hab ich bereits bestellt und Kino (Glennkill wurde ja nun sogar verfilmt) steht nun auch ganz oben auf meiner to do Liste. Und das alles verdanke ich ‚Widdersehen‘.
Ein Klassiker neu interpretiert
Stolz und Vorurteil - die Graphic Novel nach Jane Austen von Anna Opel
Eine Klassiker in neuer Gewandung- ich fand es immens spannend das berühmte Werk ‚Stolz und Vorurteil‘ neu zu erleben. Bildlich dargestellt und in Farbe, das hat schon was!
Wer sich aber nun vor antiquierter Sprache fürchtet, den kann ich beruhigen. Die Texte sind kurz, vereinfacht und gut verständlich.
Genau wie die Bebilderung, die für mein Empfinden die Handlung sehr gut und ausführlich wiedergibt und auch Emotionen gut an den Leser weitertransportiert. Trotzdem gibt es leider kleinere Kritikpunkte meinerseits. Anders als das Motiv im Cover sind die innenliegenden Seiten weit weniger klar gedruckt und wirken etwas verwaschen. Vielleicht mag das der gewünschte Stil dieses Buches sein, ich aber musste mich erst an diesen Anblick gewöhnen. Und irgendwie wertet das das Buch in meinen Augen leider etwas ab.
Die Farbgebung aber ist schön, die Personen wirken individuell und die Szenen gut ausgearbeitet, erstaunlich ländlich gehalten und auch Landschaften beinhaltend. Die Übergänge sind verständlich und selbst Ortswechsel können gut nachvollzogen werden.
Alles in allem ist es ein wunderbares Buch sowohl für den Einstieg in die Austen-Welt, als auch eine schöne Art für Kenner diesem Roman nochmals neu zu begegnen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass bereits junge Leser dadurch Gefallen an Klassikern finden könnten.
Die Uhr tickt
Noch fünf Tage von Helena Falke
Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voran setzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung nicht ganz überzeugen. Diese hier ist aber deutlich realistischer. Lis ist Köchin und Angestellte der wohlhabenden Harmans als diese sterben- allesamt, selbst die Kinder.
Und Lis bleibt zurück mit nur noch fünf Tagen Lebenszeit.
Das weitere Szenario setzt sich hauptsächlich zusammen aus Erinnerungen und Überlegungen Lis’ zu den Hintergründen der Tat und ihrem aktuellen, etwas skurrilen Krankenhausalltag. Lis wirkte dabei auf mich sehr gefasst, fast stoisch und wenig nahbar, manchmal sogar etwas überheblich. Mir fehlte Wärme, Verzweiflung und generell Gefühl. Natürlich reagiert jeder anders auf eine solche Nachricht, doch mit der Zeit verlor ich dann mehr und mehr den Bezug zu dieser Frau und konnte sich mit ihrem früheren Leben nur wenig anfangen. Die Auflösung des Rätsels kam dennoch überraschend, wurde aber für mein Empfinden etwas zu rasch abgehandelt. Generell ist dieses Buch interessant geschrieben und durchaus fesselnd und stimmig, es besitzt aber kaum thrillertypische Merkmale und eine eher flache Spannungskurve. Vermutlich geht das auch gar nicht anders, wenn die Ausgangslage die Protagonistin ans Bett fesselt und der Rest der Handlung dadurch eher im Stillen verlaufen muss. Durch die Vermarktung hatte ich mir aber dennoch etwas anderes versprochen.
Die Zeitangaben und der daraus resultierende Druck war ein schönes Stilmittel, für die Handlung selbst aber kaum relevant. Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voransetzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung nicht ganz überzeugen. Diese hier ist aber deutlich realistischer. Lis ist Köchin und Angestellte der wohlhabenden Harmans als diese sterben- allesamt, selbst die Kinder. Und Lis bleibt zurück mit nur noch fünf Tagen Lebenszeit.
Das weitere Szenario setzt sich hauptsächlich zusammen aus Erinnerungen und Überlegungen Lis’ zu den Hintergründen der Tat und ihrem aktuellen, etwas skurrilen Krankenhausalltag. Lis wirkte dabei auf mich sehr gefasst, fast stoisch und wenig nahbar, manchmal sogar etwas überheblich. Mir fehlte Wärme, Verzweiflung und generell Gefühl. Natürlich reagiert jeder anders auf eine solche Nachricht, doch mit der Zeit verlor ich dann mehr und mehr den Bezug zu dieser Frau und konnte sich mit ihrem früheren Leben nur wenig anfangen. Die Auflösung des Rätsels kam dennoch überraschend, wurde aber für mein Empfinden etwas zu rasch abgehandelt. Generell ist dieses Buch interessant geschrieben und durchaus fesselnd und stimmig, es besitzt aber kaum thrillertypische Merkmale und eine eher flache Spannungskurve.
Durch die Vermarktung hatte ich mir ehrlich gesagt, einfach etwas anderes versprochen. Die Zeitangaben und der daraus resultierende Druck waren jedoch ein schönes Stilmittel und sehr passend zur Ausgangslage.
Liebenswertes Federvieh
Mein Leben mit Hühnern von Arthur Parkinson
Ist das schön, wie Arthur hier von seinem Leben und seinen Hühnern berichtet. Mir ging dabei wirklich das Herz auf, so wunderbar war es davon zu lesen. Dieses Buch ist jedoch weder eine reine Biografie noch ein Ratgeber im klassischen Sinne. Es ist ein vielmehr ein liebevoller Mix aus beiden und wirkt dadurch mehr wie ein persönliches Gespräch, das man mit einem Hühnerexperten führen darf.
Arthur Parkinson‘s Fokus hierbei natürlich auf seiner Hühnerschar. Und er gibt anhand seiner Erzählungen und Sachtexteinwürfen auch enorm viel Wissen in Form von praktischen Tipps und Informationen weiter. Er spricht zugleich aber auch über sich selbst, seine Erfahrungen, vom Landleben, seinem Verwandten, Kollegen und dem eigenen Werdegang. Er steuerte eigens angefertigte Illustrationen bei und auch das ein oder andere beeindruckende Foto befindet sich im Buch. Alles, ob Text, Bild oder Illustration sprüht nur so von Herzblut, zeigt wie liebenswert Hühner sind und reduziert sie nicht auf ihre Legefähigkeit oder sieht sie als emotionsloses Nutztier. Nein, hier sind sie Lebewesen, vielschichtig und toll. Und genau diese respektvolle Sichtweise beeindruckte mich sehr.
Ein Schatz im Bücherregal
Der cool tätowierte Jäger aus der Steinzeit von Silke Vry
Eigentlich sind wir durch ein neueres Band auf Dusty Diggers gestoßen. Aber das hat uns so begeistert und überzeugt, dass wir nun dabei sind uns nach und nach auch die vorangegangenen Bücher zu holen. Die Reihenfolge ist hierbei GsD nicht ausschlaggebend. Jedes Buch für steht für sich und enthält eine eigene abgeschlossene ‚Geschichte‘.
Wobei Geschichte hier wortwörtlich genommen werden sollte. Man erfährt nämlich von realen historischen Begebenheiten. Und genau das find ich ungemein spannend! Es ist nämlich so, dass selbst ich oft nicht die Auffindeumstände von diesen historisch relevanten Funden kannte und beim Vorlesen selber auch so fasziniert davon bin, was damals wirklich geschah.
Was Ötzi anbelangt war mir tatsächlich noch vieles fremd und gleichzeitig rauft man sich die Haare, wenn man mit dem heutigen Wissensstand von seiner Bergung liest. Oh, haben wir diskutiert! Und ich fand es toll. Denn all das- die Geschichte, die Infos heutiger Untersuchungsmethoden UND unsere eigenen Gespräche- bringt uns Ötzi viel näher als jeden Lehrbuch es hätte können. Denn ‚Dusty Diggers‘ ist speziell auf Kinder ausgelegt und macht Geschichte so ungemein greifbar, dass man nicht anders kann als sich in den Sog der Archäologie ziehen zu lassen.
Für ältere Kinder sehr toll
Exoplaneten von Wendy Bjazevich
Was an diesem Buch sofort ins Auge springt, ist definitiv seine Aufmachung, die kräftigen Farben, Goldverzierungen auf dem Cover und ein sehr ansprechender Illustrationsstil- wirklich toll. Nicht nur Kinder werden dies lieben. Aber auch inhaltlich hat dieses Buch einiges zu bieten.
Bevor es zu den Exoplaneten geht, werden kurz nochmal Grundlagen der Astronomie zusammengefasst und Forschungsmethoden vorgestellt.
Letztere sind für Kinder ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse aber nur schwer zu verstehen, interessant davon zu lesen ist es dennoch.
Und dann geht’s los, hinein ins Weltall. Nun erfährt man welche Arten von Exoplaneten es gibt, was sie ausmacht und welche Vertreter dieser Klassen man bereits entdeckt hat. Das ist schon sehr beeindruckend. Und die farbliche Darstellung ist dazu noch ein echter Augenschmaus. Was dabei fast untergeht, aber uns richtig gut gefiel, ist die Entfernungsskala am unteren Bildrand, die nochmal verdeutlichte von welchen unbegreiflichen großen Entfernungen wir hier reden. Schaut euch das bitte unbedingt auch an.
Ein tolles und sehr informatives Buch, aber eines, das logisches Denken und einen gewissen Grad an naturwissenschaftlichem Wissen benötigt. Daher empfehle ich es eher für ältere Kinder. Mit 10 Jahren hatte meine Tochter, obwohl am Thema recht interessiert, doch hin und wieder noch etwas Probleme damit.
Erstklassiges Finale
Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen von Theresa Bell
Leute, lest dieses Buch! Aber lest es ohne große Lücke zu den Vorgängerbänden. Oder startet erst ein reread. Es steckt so viel in diesem Band, so viele Querverweise und Andeutungen, die man nur mit dem entsprechenden Vorwissen richtig einordnen kann. Klar, versteht man auch mit Lücken dieses Band, aber die merkt ihr und dann geht es euch so wie mir und ihr ärgert euch darüber.
Die Stimmung ist schon zu Beginn düster und geheimnisvoller denn je. Wie schon in den vorangegangenen Story, liebe ich es wie deutlich sich die Buchmacherkunst in dieser Serie zeigt und essenzieller Bestandteil der Handlung ist. Genau wie die Magie nun größer wird, breitet sich auch der Schauplatz um Flohall nun immer weiter aus und zieht den Leser gekonnt in den Bann. Man erfährt nun auch Hintergründe und Zusammenhänge, die einem zuvor verborgen waren und stößt dabei auf eine Sage, die noch bedeutend für Sepias Geschichte werden wird.
Ich bin schwer begeistert von so viel Ideenreichtum und Erzählkunst, war gefesselt von Beginn an bis zur letzten Seite . Die Spannung stieg kontinuierlich, man rätselte und fieberte unweigerlich mit und war dadurch als Leser sehr im Geschehen involviert. Und das nicht ohne Folgen: ich verlies die Handlung euphorisch und auch etwas wehmütig. Flohall war für mich immer etwas ganz besonderes und der Abschied davon fällt mir nun verständlicherweise ganz leicht.
Für mich ist Sepia eine durchaus anspruchsvolle, aber einzigartige und herausragende Jugendtrilogie, die ich jedem (jungen) Buchliebhaber nur sehr ans Herz legen kann. Ließ und staune selbst!
Ist und bleibt genial
OTTO fährt los - Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger
Ich bin immer wieder neu überrascht wieviele Eigenheiten und Sehenswürdigkeiten eines Landes doch in einem Otto-Buch stecken! Wir sind große Fans dieser Reihe und besitzen jedes bisher erschienene Band. Und das kommt nicht von ungefähr!
Auch im Englandbuch erfährt man viel über das Land. Erst wird Otto wie immer abgeholt und lernt seine Ferienfamilie kennen (dieses Mal ist es ein alleinerziehender Papa mit 2 Kindern, Tante und Hund).
Und dann geht es nach dem Packen auch schon los- durch den dunklen Tunnel direkt nach London. Otto findet‘s gruselig und wir toll! Angekommen in England erfahren die Kids aber nicht nur vom Linksverkehr, sondern auch ne lustige Geschichte über die Queen kennen, treffen Sherlock Holmes, sehen Stonehenge… und noch einiges mehr.
Dieses Buch greift auch wieder, wenn auch indirekt, die Geschichte früherer Bände auf (sehr euch dafür mal die Ankunft in England genauer an), was aber nur für Kenner ersichtlich ist und keine Auswirkung auf den Verlauf der Geschichte hat. Solche Kleinigkeiten machen diese Reihe aber sehr besonders und erzeugen ein Gefühl der Vertrautheit. Daher werden auch altbewährte Stilmittel, wie die bildliche Packliste wiederverwendet.
Man merkt aber auch deutlich, wie viel Mühe man sich wieder damit gegeben hat die Infos kindgerecht und spannend zu verpacken. Sogar ein paar englische Vokabeln findet man auf dem hinteren Vorsatzpapier.
Ja, es ist wieder mal ein rundum gelungenes Band. Und wir warten schon sehnsüchtig auf ein Wiedersehen.
‚See you later, Otto-gator!‘
Ringel für Ringel
Die Sternensocke von Christine Schär
Lebendige Socken und Textilien, die in Not sind. Ein Teppich ist unglücklich über seine Flecken und das Kleid Angst, wegen seinem Loch ausgemustert zu werden… Und obwohl Fadi Simonas Lieblingssocke ist, hilft er ohne nachzudenken und verliert dabei Ringel um Ringel.
Diese Geschichte hat Züge vom Bekannten Märchen des Sterntalers und ist wunderschön! Sie zeigt, wie erfüllend ‚Geben‘ sein kann und verbreitet eine tolle weihnachtliche Stimmung.
Erzählt wird die Handlung in kurzen, aber treffenden Sätzen, die gut auf das Alter der Zielgruppe (ab 3 Jahren) abgestimmt ist. Dazu enthält das Buch noch Illustrationen, die so bunt wie sie sind, das Auge magisch anziehen. Fadi haben wir sofort ins Herz geschlossen. Und ich glaube auch, dass mir nun Socken mit etwas anderen Augen sehen. Denn Fadi beweist es: Socken sind toll!
‚Die Sternensocke’ ist ein schönes Buch zum Vorlesen und ein tolles Geschenk noch dazu! -Am besten sogar mit den passenden Socken als Beigabe. Ich glaube, ich geh dann gleich mal stricken…
Eine seltsame Mischung
Flora Brimble und der verlorene Frühling von Marcus Raffel
Die Gestaltung des Buches gibt zugegebenermaßen viel her und spricht auch Kinder sehr an, inhaltlich hatte ich aber etwas zu kämpfen. Dieses Buch hat einige philosophische Tiefen, zugleich aber wirkt der Schreibstil plump und die Handlungen in sich willkürlich. Manche Elemente sind immer wiederkehrend, andere entwickeln sich aus dem nichts heraus.
Und viele Situationen wurden vereinfacht beschrieben und zu rasch gelöst, was den Spannungsbogen deutlich herabsetzte. Ja, dieses Buch ist speziell und diese Art der Erzählung mag msn oder auch nicht. Ich selbst aber hatte zunehmend Schwierigkeiten mich in die Geschichte, in ihre Personen und Welten hineinzuversetzen. Die Intentionen mancher Figuren konnte ich nicht so recht nachvollziehen und vieles wird auch einfach als gegeben angesehen und nicht weiter erklärt. Dabei hätte genau dies viel Klarheit bringen können.
Die Grundstimmung wirkt düster, aber auch etwas märchenhaft entrückt, aber es holte mich einfach nicht ab. Und ich bezweifele auch, dass viele Kinder daran Freude haben werden. Schade











