Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Verflucht
Insel der wandernden Flüche - Skys Gabe von Tina Blase
Eine geheimnisvolle Atmosphäre hängt über der schottischen Insel Sidh, als Sky bei ihrem Grossvater Ethan eintrifft. Hier möchte sie sesshaft werden, hier lebt, abgesehen von ihrer unsteten Mutter, ihre einzige weitere Verwandtschaft. Doch mit offenen Armen wird Sky nicht überall begrüßt. Und da ist auch dieser Junge, Rory, der sich ihr gegenüber recht abweisend verhält.
Und Seltsames scheint auf der Insel zu geschehen. Brot verbrennt, Felder auch. Flüche beherrschen die Insel und irgendwie scheint Skys Familie darin verwickelt zu sein. Ethan jedoch gibt nur wenig Preis.
Skys Gefühl die Situation auf der Insel nicht überblicken zu können, hat auch mich als Leser lange Zeit begleitet, was dazu führte, dass ich mich nicht vollständig auf die Handlung einlassen konnte.
Dabei erkenne ich das Potential der Geschichte. Die vielschichtigen Charaktere, die Clanfehde, die Atmosphäre auf der Insel und die drei Arten an Flüchen gefallen mir sehr gut. Nur das Rätseln um die Zusammenhänge dauerte mir zu lang. Erst gegen Ende des Buches, als sich so manches zusammenfügte, wurde auch ich in den Bann der Flüche gezogen.
Frauenschicksale
Nachts erzähle ich dir alles von Anika Landsteiner
Ausgehend vom Stil des Covers habe ich spontan mit einer Geschichte aus vergangenen Zeiten gerechnet. Und tatsächlich thematisiert das Buch das Leben der Mutter. Doch dem nicht genug! Lea hat sich von ihrer Freundin getrennt, loslassen kann sie aber nicht. Um ihre Trauer zu überwinden, reist sie zum Ferienanwesen ihrer Familie.
Hier bekommt sie unvermutet Besuch von einem jungen Mädchens, dessen Schicksal sie nicht nur dem Bruder näher bringt, sondern sie selbst lange beschäftigen wird.
Aktuelles Thema, damals wie heute, ist die von Männern dominierte Welt der Frauen, die Frauen sogar die Selbstbestimmung über ihren Körper abspricht. Weiblichkeit, Sexualität und Schwangerschaft, Bevormundung und Stigmatisierung. Das Buch nimmt hier klar Stellung. Eine tiefgründige Geschichte, emotional und ergreifend. Aber auch eine, die polarisiert und zum Nachdenken aufruft.
Klonkerkabonker
Zippel macht Zirkus von Alex Rühle
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch dessen Illustrator Axel Scheffler. Wir besitzen einige von ihm illustrierte Bücher und sein Stil ist einfach unverkennbar.
Zippel und Quockel kannten wir somit vor der Lektüre dieses Buches nicht. Auch, dass es sich schon um das dritte Band der Reihe handelt habe ich erst im Nachhinein erfahren.
Die Geschichte ist jedoch so eingängig geschrieben, dass man auch ohne Vorkenntnisse der Handlung gut folgen kann. Viele lustige Wortkreationen begleiten die Handlung, was den Kindern unglaublich gut gefiel und auch die Handlung selbst ist toll und abwechslungsreich:
Zippel ist ein recht abenteuerlustiges Schlossgespenst und immer für Blödsinn zu haben, Quockel ist da deutlich ruhiger. Früher zog er mit einem Zirkus durch die Welt, doch zwischenzeitlich wohnt er bei Frau Wilhelm. Als aber ein Brief Quockel erreicht, packen Frau Wilhelm, Nachbarsjunge Paul, Quockel und Zippel die Koffer und fahren gen Italien um den Zirkus vor dem bösen Zauberer Burlesconi zu retten.
Highlight des Buches sind definitiv Zippels lustige Wortkreationen und Reime. Der Zirkus und seine Artisten dagegen blieb mit etwas, was aber am fehlenden Wissen liegen könnte. Auch habe ich mit größeren Illustrationen im Buch gerechnet. Diese beschränken sich oft nur auf ein paar Verzierungen oder wenig detailreiche Bilder. Seitenfüllende Illustrationen, wie in den Bilderbüchern sind es nicht.
Nichts desto trotz gefiel uns die Geschichte unglaublich gut. So gut, dass wir uns nun auch die vorangegangenen Bände holen.
68/72
Wir träumten vom Sommer von Heidi Rehn
Amrei kehrt nach dreijährigem Auslandsaufenthalt nach München zurück. Zuvor schon hatte sie hier studiert, doch während ihrer Abwesenheit hat sich viel in München verändert. Die Olympischen Spiele finden bald statt. Und Amrei wird sie als Hostess hautnah erleben.
Doch die Spiele und das Attentat spielten keine solch bedeutende Rolle im Roman, wie ich es erhofft hatte.
Vielmehr erfährt man vom studentischen Leben in dieser Zeit und auch von politischen Bewegungen und einigen weiteren historischen Begebenheiten. Studentenaufstände, Baader-Meinhof, etc.
Die im Buch beschriebene Zeit kenne ich zwar nur aus Erzählungen, doch wirkt das hier heraufbeschworene Bild Münchens dieser Zeit auf mich sehr authentisch. Erzählt wird die Handlung in einem angenehm flüssigen Stil, doch wiederholen sich Themen öfters. Und auch die beiden Zeitstränge lassen sich nur mühsam auseinanderhalten. Wirklich spannend wurde es für mich erst mit Beginn des Attentats.
Kein Thriller
Die Verborgenen von Linus Geschke
Phrogging ist hierzuland noch nicht sehr bekannt. Und auch ich habe mich nie mit dieser Art des heimlichen Hausbesetzens beschäftigt, so dass ich extrem neugierig auf dieses Buch war. Doch selbst wenn das Gefühl einen unsichtbaren Fremden im Haus zu haben sicher beängstigend ist, insbesondere wenn in der Nachbarschaft ein Mädchen zu Tode kommt, hat mich dieses Hörbuch nicht packen können.
Es ist gut gesprochen, keine Frage! Und die verschiedenen Stimmen bringen die Story auch gut rüber. An den Sprechern lag meine Enttäuschung definitiv nicht, vielmehr daran, dass dieses Buch nicht meinen Ansprüchen an einen Thriller gerecht wird. Besonders die Kapitel, die von dem der Eindringling, mit DU angesprochen, berichten nehmen hier für meinen Geschmack viel der Spannung. Nervenkitzel oder Gänsehaut kamen kaum auf. Titel und Cover sowie die Klassifizierung als Thriller wecken hier definitiv falsche Erwartungen.
Wiedersehen mit Fritz und Anna
Fräulein Anna, Gerichtsmedizin von Petra Aicher
Wer das erste Band nicht kennt wird vielleicht anfangs etwas Probleme haben, denn die, im vorangegangenen Buch thematisierten Hintergründe werden nur spärlich erwähnt, die aber für den Fall auch nicht zwingend von Bedeutung sind.
Eine totes Baby wird in einem Hinterhof aufgefunden. Doch von der Mutter fehlt jede Spur.
Und auch Anna und die Doktoren finden keine unnatürliche Ursache für den Tod des Kindes. Die Zeiten sind schlecht. Der erste Weltkrieg beginnt und mancher Abschied von den Männer hatte vielleicht doch ungewollte Folgen. Alles könnte eine einfache Erklärung haben. Wären da nicht die anonymen Briefe und die Pistole.
Wie gewohnt thematisiert das Buch nicht nur den aktuellen Fall, sondern auch das Leben Annas und Fritz. Durch Dialekt, Witz und Geschick erzeugt die Autorin eine sehr authentisch wirkende Stimmung von Leben dieser Zeit. Doch all das lenkt auch vom Fall der Beiden ab und zieht die Handlung in die Länge. Muss man mögen.
Träume schön
Fräulein Anna, Gerichtsmedizin von Petra Aicher
Als Toto zu Bett geht erzählt ihm seine Mutter vom Mann im Mond. Doch so recht glauben kann er dies nicht. Bis er einschläft und dabei tatsächlich, gemeinsam mit Mini und Meerschweinchen Luna ihm wirklich zum Mond fliegt und den Mann im Mond kennenlernt.
In 10 kurzen Geschichten erzählt dieses Hörbuch von Totos nächtlichen Abenteuern.
Die Länge der Geschichten sind dabei genau richtig um sie vor dem Einschlafen zu hören. Auch die Erzählerstimmen gefallen den Kindern sehr. Sie erzählen angenehm und spannend, schaffen es dabei jedoch keine Aufregung zu erzeugen, so dass durch das Hören das anschließend Einschlafen dennoch gut funktioniert. Auch die, am Ende immer wiederkehrende Sätze am Ende gefallen mir gut. Es wirkt wie ein kleines Ritual um das Einschlafen des Kindes zu erleichtern. Und so schließt jedes Abenteuer mit „der Mann im Mond sagt gute Nacht. Er hat die Sterne ausgemacht. Die Augen fallen zu von ganz allein und du schläfst ein.“
Gestern und Heute
Marschlande von Jarka Kubsova
Um 1580 bedrohte eine Flut das Marschland bei Hamburg. Die beschädigten Deiche und die Not der dortigen Bauern nutzten die Oberen zu ihren Zwecken. Dadurch kommt besonders die zuvor noch als alleinstehende Gutsbesitzerin geduldet Abelke Bleken immer mehr in Bedrängnis. Und dank einer nicht einzuhaltenden Deichpflicht droht ihr die Enteignung ihres Hofes.
Fast 500 Jahre später ist die Geschichte im Abelke Bleken vergessen und verdrängt. Doch als die mit ihrer Familie neu zugezogene Britta Stoever unverhofft vor einem Straßenschild steht, das Abelkes Namen trägt, wird sie neugierig und beginnt zu recherchieren. Dabei gräbt sie nicht nur die berührende Geschichte Abelkes aus, sondern findet auch erstaunliche Parallelen zu ihrem eigenen Leben.
Für mich ein absolutes augenöffnendes Lesehighlight!
In einer sehr fesselnden Sprache erzählt das Buch von heute längst vergessenen Schicksalen. Geschickt verknüpft die Autorin dabei beide Zeitstränge miteinander und zeigt nicht nur das Leben der Frauen um 1580, sondern auch die noch heute bestehenden Auswirkungen der damaligen Vorgänge. Abelkes Schicksal, welches auf wahren Begebenheiten beruht, berührte mich zutiefst und auch Brittas heutige Schwierigkeiten gingen mir nahe. Ihr eigenes Schicksal ist vielen Frauen, die nach Kindern und Haushalt beruflich wieder einsteigen möchten, nicht unbekannt. Dass aber diese Umstände schon lange zurückliegende Wurzeln haben, die noch heute das Frauenbild und Sozialverhalten prägen, ist äußerst interessant. Ich empfehle deshalb das Nachwort des Buches, welches diese Hintergründe erörtert, nicht auszulassen.
Schockierend
Die letzte Nacht von Karin Slaughter
Bisher kannte ich nur einzelne Bände der Autorin und habe diese als Hörbuch gehört. Ich kann nicht gut einschätzen ob es daran lag, dass dies mein erstes gelesenes Buch der Reihe ist, doch es zog sich ganz schön. Ja, die Handlung ist sehr spannend, teilweise auch recht schockierend, die Atmosphäre gedrückt und düster.
Doch die detaillierte Beschreibung mancher Szenen, wie auch die Gerichtsszene ganz zu Beginn laden sich doch recht schleppend, so dass ich mehrmals drauf und dran war das Buch zur Seite zu legen. Letztendlich bin ich zwar froh dies nicht getan zu haben, doch hätte dem Buch etwas mehr Tempo schon gut getan.
Das Buch ist gut unabhängig von den anderen Bänden und ohne Vorkenntnisse zu lesen. Dennoch empfehle ich das Lesen in chronologischer Reihenfolge um Verweise, Anspielungen und Hintergründe besser zu verstehen.
Triggerwarnung: Vergewaltigung, Stalking, Gewalt, Selbstmord
Drei Perlen
Perlenbach,2 Audio-CD, 2 MP3 von Anna-Maria Caspari
Ohne Kenntnis des ersten Bandes nahm mich die Geschichte um die beiden so verschiedenen Jungen und dem für ihre Zeit sehr draufgängerischem Mädchen sofort gefangen. Nicht ganz unschuldig daran waren die interessanten Stimmen des Hörbuchs, die trotz des ruhigen Erzählstils mich fasziniert zuhören ließen.
Die Handlung spielt um die Jahrhundertwende 1900 und erzählt von den Schicksalen und Leben dreier Kinder. Von den unbeschwerten Kindheitstagen, dem gemeinsamen heranwachsen, aber auch von schweren Zeiten. Davon, wie jedes der Kinder, die sich einst nie endende Freundschaft schworen mit ihrem Schicksal kämpfen und die Zeit die Welt und sie selbst verändert.
Es war ein hartes Leben, das sie damals führten. Das merkt man der Geschichte an. Und doch dringt da eine tiefe Verbundenheit der Kinder durch die Zeilen. Ich bin tief beeindruckt, wie diese Menschen ihre so unterschiedlichen Leben meisterten. Sei es Wilhelm, Jacob oder Luise. Mit gelitten und mitgefiebert habe ich mit allen dreien.










