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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von *RC*:

Kultur-Spagat

Die Sommer von Ronya Othmann

Leyla ist die einzige Tochter eines ezidischen Kurden, der seit 1980 in Deutschland lebt, und einer Deutschen. Die Famile wohnt in einer Reihenhaussiedlung in einem kleinen Ort bei München. Mit drei oder vier Jahren fährt Leyla zum ersten Mal mit ihren Eltern in das Heimatdorf ihres Vaters, um dort zwei Monate des Sommers zu verbringen; es liegt im Norden Syriens nahe der türkischen Grenze.

Eigentlich ist es Kurdistan, ein Land, das sich über vier Staaten erstreckt (Syrien, Türkei, Iran und Irak) - aber offiziell gibt es dieses Land nicht, und zu Hause muss sie feststellen, das kaum jemand mit Kurdistan oder Kurden etwas anfangen kann.
Leyla ist immer hin und her gerissen, seit Kindesbeinen muss sie einen Kulturspagat machen. Ihr Herz schlägt für das geordnete Deutschland, wo man auch für sich alleine sein kann, wo die Türen geschlossen sind, wo Privatsphäre dominiert, wo sie selber Entscheidungen treffen kann. Aber sie fühlt sich auch in dem kleinen kurdischen, einfachen Dorf bei den Großeltern wohl, wo die Großfamilie ein- und ausgeht, wo man auf dem Boden sitzt und Tee trinkt, wo man im Innenhof auf Hochbetten schläft, damit die Schlangen einem nichts anhaben können, auch wenn man nie so richtig alleine / für sich sein kann. Ein ruhiges, unaufgeregtes Leben, das einen irgendwann vergessen lässt, was für ein Wochentag ist. Dieses Sowohl als Auch ist schwer für ihre Identifikationsfindung. Und sie hat niemanden, mit dem sie darüber reden kann!
„Die Sommer“ von Ronya Othmann ist in meinen Augen kein klassischer Roman. Im Buch dreht sich alles um Ronyas Erleben und Fühlen dieser zwei unterschiedlichen Welten.
Die Geschichte ist sehr detailliert geschrieben, so dass man alle Figuren vor Augen hat, von denen oder über die erzählt wird. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Vater von Leyla - Silo - viel über die Geschichte Kurdistans und die der Kurden erzählt hat, so dass man in die Problematik dieser Bevölkerungsgruppe eindringlich eingeführt wird. Erlebnisse aus seiner Kind- und Jugendzeit machen sehr betroffen und haben mich oft mit einem „Das darf doch wohl nicht wahr sein“ zurückgelassen. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Leylas Großmutter, die auch viel durchgemacht hat, die dennoch stets gutmütig und gut gelaunt ist. Durch sie erfährt man Besonderheiten über deren Religion und Bräuche. Die kleine, zierliche, sehnige Frau besitzt eine unwahrscheinliche Größe; sie hat zu Leyla auch ein wahnsinnig liebenswürdiges Verhältnis.

Betroffen von der Vergangenheit wird man aber mit der nächsten (aktuellen) Katastrophe konfrontiert: Der Syrienkrieg mit all seinen Grausamkeiten! Man fühlt nahezu, wie der Krieg im entfernten Syrien der Familie extrem nahe geht; der Vater verfolgt das Geschehen auf sämtlichen kurdischen Kanälen und ist ständig in Kontakt zur Familie.
Ach Leyla - es ist die Zeit, in der sie ihr Abitur macht und zum Studieren nach Leipzig geht - nimmt dieser Krieg mehr und mehr mit, findet keine Ruhe mehr. Sie kann nicht verstehen, wie hier in Deutschland unbekümmert getanzt wird, während in ihrer ‚anderen Heimat‘ so viel Blut vergossen wird. Ein innerer Konflikt, der letztendlich eine Entscheidung von ihr abverlangt…..
Das Buch ist sehr auf aufwühlend - kein leichter Stoff! Es macht einen nachdenklich und sensibilisiert einen, sich mit dem Thema Kurden / Kurdistan auseinanderzusetzen. Gerade dass hier die Thematik anhand einer Familie erzählt hat, schafft Nähe und Authentizität. Ich kann das Buch nur empfehlen, da das Buch nicht nur aktuell ist, sondern auch viel Wissen einfühlsam vermittelt.

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Erzähl doch feine Märchen!

Es war einmal: Meine Märchen von Grimm Sandra

Das hier vorliegende Kinderbilderbuch ist im Ravensburger Verlag in der Reihe ‚Edition Piepmatz‘ erschienen. Auf 30 stabilen Papp-Seiten werden hier bekannte Märchen der Gebrüder Grimm und von Hans Christian Andersen in einer kindgerechten Sprache erzählt. In dem wunderschönen mit farbenfrohen Bildern ausgestatteten Buch finden sich zehn Märchen: Rotkäppchen, Die Prinzessin auf der Erbse, Frau Holle, das hässliche Entlein, Schneewittchen und die sieben Zwerge, der Froschkönig, Hänsel und Gretel, die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen und Aschenputtel.

Auf zwei bis vier Seiten werden die Kernelemente des jeweiligen Märchens herausgepickt und kurz und bündig erzählt. Auch wenn manche Gegebenheiten ausgelassen oder leicht geändert erzählt werden, tut es der Bedeutung des jeweiligen Märchens keinen Abbruch, da die „Moral von der Geschicht’“ zum Ausdruck kommt.
Allein schon der Buchumschlag - Vorder- und Rückseite - zeigt, auf welche Märchen wir uns freuen dürfen: Eine wunderbare Bildkomposition, bei der man bei Betrachtung schon auf die Märchenreise gehen kann. Ebenso sprechen die Bilder zu den einzelnen Märchen schon für sich und sind äußerst herzlich und freundlich gemalt. Sie unterstreichen die Charaktere der Akteure und geben diesen ein Gesicht. So finde ich den salopp und schelmisch am Baum stehenden Wolf bei Rotkäppchen äußerst klasse getroffen. Und Frau Holle sieht mit ihrer riesigen Brille äußerst liebenswert aus. Dem hässlichen Entlein sieht man seine Bedröppeltheit wirklich an. Auch das Knusperhäuschen sieht zum Anbeißen aus….
Gut finde ich auch, dass in den Märchen hell- und dunkelhäutige Menschen gezeigt werden.
Was ich vermisse ist allerdings, dass hinter den jeweiligen Märchen nicht steht, wer sie geschrieben hat. Auch wenn es für zweijährige Kinder nicht wichtig ist, ist es doch nicht unwichtig für die Eltern oder größere Kinder, die dieses fantastische Buch als Erstleser-Buch hernehmen.
Dieses Buch ist ein schönes Vorlesebuch für die Kleinsten, aber auch als Erwachsener hat man durchaus seine Freude, da man wirklich den Kern des jeweiligen Märchens ins Gedächtnis gerufen bekommt.
Ich fände es gut, wenn auch weiteren Märchen die Ehre erteilt werden würde, Platz in einem solch wunderbaren Märchenbilderbuch zu bekommen.
Und…. wenn sie immer wieder Lust drauf haben, dann lesen sie noch heute!

bekannte Märchen kurz und knapp erzählt - für kleine und große Kinder!

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Naturwunder Wald

Lotta entdeckt die Welt: Im Wald von Sandra Grimm

In diesem wunderbaren lehrreichen Bilderbuch begleiten wir Lotta, ihren Opa und Hund Zottel auf einem Spaziergang durch einen heimischen Wald. Auf 16 farbenfrohen Seiten mit kindgerechtem Text wird hier eine schöne kleine Alltags-Abenteuer-Geschichte erzählt. Viele Waldtiere wie Eichhörnchen, Rehe, Igel, Waldmäuse gilt es hier zu entdecken.

Besonders gelungen finde ich, dass der Handlungsort - der Wald - fotografisch dargestellt ist, die Protagonisten auf diesen realen Hintergrund gezeichnet sind. Ich habe die Protagonisten, Lotta, das aufgeweckte kleine Mädchen mit ihrer knalligen gelben Jacke und dem süßen Lächeln gleich ins Herz geschlossen. Auch Zottel, der Hund, ist ein echt knuffiges Kerlchen. Und der Opa mit seinem Fernglas, der Lotta viel erklärt, ist echt klasse.
Neben der Tatsache, dass der Text gut verständlich geschrieben ist, ist dieser auch in der optischen Darstellung oftmals verspielt dargestellt - passend zur Wortbedeutung: klein (kleine Schrift), groß (große Schrift), hochgestellt, wortmalerisch halt!
Die Bilder laden auch immer ein, selbst Tiere in den Bäumen, auf Stämmen oder so zu suchen.
Nach dem Lesen dieses Buches wird die Lust auf einen Spaziergang durch die Natur bestimmt geweckt. Lottas Tatendrang ist echt ansteckend und animierend!

Das Buch ist im Ravensburger Verlag (Reihe: Mein NaturStart) erschienen und richtet sich an junge Leser ab 18 Monate. Dadurch dass das Buch ein mit abgerundeten Ecken quadratisches Format hat, es sich um dicke, stabile Pappseiten handelt, können auch schon die Kleinsten darin blättern, was zudem auch die Feinmotorik schult.
Ich bin gespannt, wie viele Entdeckungsreisen Lotta noch macht (oder ein anderes Kind).

Für das Buch gebe ich die absolute Leseempfehlung mit 5 Sternen!

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Der Wildkatze auf der Spur

Expedition Natur: WILD! Die Wildkatze von Annett Stütze; Britta Vorbach

Beeindruckendes, lesenswertes, informatives Sachbuch (mit toller Geschichte) über das Leben der in unseren Wäldern lebenden Wildkatze - mit SUPER-Bildern!

Das Buch „Wildkatze“ ist in der Reihe Wild im moses Verlag in Kooperation mit dem BUND entstanden. Schon hier lässt sich erkennen, dass es hier um den Grundgedanken Natur- und Tierschutz geht.

(Junge) Leser sollen auf lockere aber sehr informative Weise heimische, wildlebende Tiere kennenlernen und für dieses Thema sensibilisiert werden. Wo leben Wildkatzen? Was sind typische Merkmale einer Wildkatze? Wie verständigen sich Wildkatzen? Wo lauern Gefahren? Mit welchen Super-Sinnen meistern sie ihren Katzenalltag? Und wie schaut so ein typischer Tag aus? Und, in welchem Verhältnis steht unsere Hauskatze zu den Wildkatzen?
Das sind einige Fragen, auf die das Buch anhand von Text-Blöcken, Stichwort-Kästchen, aussagekräftigen Fotos, Schautafeln und Grafiken Antwort gibt.
Und immer wieder gibt es was zum Staunen, wenn man „Katzenfähigkeiten“ wie Riechen, Hören, Sehen näher betrachtet. Und für besonders Wissbegierige gibt es auch öfters ein hervorgehobenes Kästchen mit „Extrawissen“.
Es handelt sich aber hier nicht nur um ein reines Sachbuch. Den Anfang macht eine wunderbare Geschichte über eine Wildkatzen-Mama, die mit ihren vier Jungen ein neues Versteck suchen muss, um wieder in Sicherheit leben zu können. Durch diese Erzählung bekommt man einen wunderbaren Einblick in den durch Gefahren lauernden Alltag dieser Katzenfamilie: Raubtiere sowie andere Artgenossen, Menschen, Straßen auch andere andere Hindernisse. Die Katzenmama hat alle Pfoten voll zu tun, um die hungrigen Mäuler zu stopfen, sie muss ständig auf der Hut und umsichtig sein und aufpassen, dass keinem Katzenjungen was geschieht. Und dann muss sie ihnen auch das Jagen beibringen, damit sie bald selbständig durch die Wälder streifen können, um sich ein eigenes Revier zu suchen.
Am Ende des knapp 100 Seiten umfassenden Buches finden sich noch informationen, wie man selber tatkräftig Projekte vom BUND unterstützen kann, damit die Lebensräume dieser Wildtiere erhalten oder ausgebaut werden können.

★★★★★

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Zu viel Gepäck ist nicht gut

Expedition Natur: WILD! Die Wildkatze von Annett Stütze; Britta Vorbach

Was sich auf den ersten Blick wie eine lustige, turbulente Verwechslungskomödie anhört, entwickelt sich aber rasch zu einer tiefgründigen und zum Nachdenken anregenden Parabel. Die drei Reisenden Gillian (Mutter von 3 Kindern), David (Workaholic) und Michael (sportlich und kunstbegabt) vertauschen in der Hektik der Kofferabholung am Flughafen ihre Koffer, in denen sie für den Aufenthalt wichtige Utensilien haben, die für ihre Zukunft teils von großer Bedeutung sind.

Um rechtzeitig wieder an ihre Sachen zu gelangen, müssen sie sich in einem Gepäckdepot einfinden. Soweit die Geschichte, die sich wie ein lustiger Roman anhört…
Kaum ist der Leser mit den Protagonisten im Gepäckdepot angekommen, findet er sich in einer wunderbaren Parabel wieder. Denn der junge Mann vom Gepäckdienst, der sich ihnen als „Gepäckträger“ vorstellt, ist weitaus mehr als nur jemand, der die richtigen Koffer zurückbringt.
Anliegen des Gepäckträgers ist es nämlich, dass die Reisenden nicht nur den Koffer wieder an sich nehmen, sie sollen sich auch ‚um ihr Gepäck kümmern‘ - ja, KÜMMERN!
Denn in DIESEN Koffern befinden sich nun nicht Klamotten und Utensilien im eigentlichen / engeren Sinne, in DIESEN Koffern befindet sich nun Gepäck im viel weiteren Sinne. Es ist symbolisches Gepäck. Es sind Dinge, die die Protagonisten belasten und ihr Leben erschweren, so dass sie nicht frei aus ihrem Willen heraus leben können.
Und da alle drei (durchs Leben) Reisenden eine individuelle Lebensbiographie haben, bekommt jeder von ihnen einen auf ihn abgestimmten Warteraum zugeteilt. In der Parabel erlebt man nun, wie der Gepäckträger von einem Raum zum anderen geht und abwechselnd mit den Protagonisten ihr Gepäck durchforstet und analysiert. Der Gepäckträger wird zum Seelendoktor und Lebensberater und zeigt jedem Einzelnen, was ihn belastet. Schnell dringt der Leser zu den Charakteren der unterschiedlichen Protagonisten mit ihren Problemen vor und kann sich unschwer in einen, zwei oder gar drei Personen wiedererkennen. Oder er stellt fest, dass es in seinem sozialen Umkreis Menschen gibt, die in einem nervenaufreibenden Hamsterrad laufen und nicht aus der eigenen Haut können, weil sie in einer Routine gefangen sind.
Der Gepäckträger hält ihnen in aller Härte den Spiegel vors Gesicht und wäscht ihnen regelrecht den Kopf; die Wahrheit ist hart für die Drei aber auch wichtig und reinigend, so dass sie am Ende (mehr oder weniger) erleichtert, klaren Blickes vom Gepäckträger Abschied nehmen können.
So lernt jeder seine eigene Lektion, sei es dass man beim Betrachten der Dinge immer eine ‚eingefärbte Brille‘ hat, so dass man nicht richtig ‚objektiv’ sehen kann, oder dass der Spagat zwischen beruflichem Erfolgs-Ehrgeiz und familiären Glück einem an die Nieren geht, oder dass man eher die Erwartungshaltung eines anderen lebt - aber nicht möchte.
Das Buch, die Parabel, ist einfach nur wunderbar. Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen, da sie flüssig geschrieben ist aber gleichzeitig eine unwahrscheinliche Tiefe besitzt. Viele Aus- und Sinnsprüche laden ein, innezuhalten und nachzudenken. Manchmal hatte ich das Gefühl, selbst im Depot dem Gepäckträger gegenüber zu sitzen. Und nach dem Lesen wird einem klar, dass man auch auf sich achten darf / muss.
Mir gefällt außerdem, dass der Leser mit der Parabel - dem Gepäckträger - nicht alleine gelassen wird, denn am Ende der kurzen, dichten Erzählung gibt es noch einen kapitelweisen zugeordneten Fragenkatalog, mit dem man das Gelesene vertiefen und für sich hinterfragen kann.
Absolut lesenswert!
★★★★★

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17. Juni 1999 - „Dieser gottverdammte Tag“

Marta schläft von Romy Hausmann

Ich habe von „Liebes Kind“ zwar bislang nur die Leseprobe gelesen, aber da diese mich voll überzeugen konnte, habe ich beim Entdecken des Buches „Marta schläft“ gleich zugeschlagen. Wenigstens hier wollte ich das Lesen nicht auf die lange Bank schieben. Das Cover ist so prägnant und ähnelt dem Stil von „Liebes Kind“, dass mir gleich klar war, dass ich es mit Romy Hausmann zu tun habe.

Ich finde es klasse, wenn man im Cover schon den Autor wiederfinden kann.

Nadja, Mitte 20, arbeitet als 'graue Maus' bei Gero von Hoven in einer Anwaltskanzlei. Es ist schon lange her, dass man sie wegen eines grausamen Verbrechens verurteilt hat. Nachdem sie aus der Haft entlassen wurde erhofft sie sich, wieder ins normale Leben mit Job und Freunden zurückkehren zu können. In der Anwaltskanzlei erhält sie diese Chance. Dort freundet sie sich auch mit ihrer attraktiven Kollegin Laura an. Ihr Leben könnte so schön harmonisch ablaufen, würde sie nicht eines Tages in einen Mord, mit dem sie nichts zu hat, hineingezogen werden. Oder etwa doch?! Und das Fatale ist, dadurch dass Nadja eine unrühmliche Vergangenheit hat ist sie ja prädestiniert als Wiederholungstäterin dazustehen...

Schon die ersten Passagen im Buch, ein nicht abgeschickter undatierter, letzter Brief, haben mich mitgenommen und meine Neugier auf „Mehr“, auf das „Warum“ geweckt: „Mein Engel, ich habe dir Dutzende von Briefen geschrieben und niemals mehr bereut als heute, dass ich keinen davon je abgeschickt habe.“

„Marta schläft“ ist ein interessanter Thriller. Am Anfang springt man nur von Puzzleteil zu Puzzleteil und erfährt immer nur Bruchstücke der Geschichte, die in keinerlei Hinsicht eine erkennbare Chronologie aufweist. Erschwerend kommt hinzu, dass es auch mehrere – drei - Handlungsstränge gibt, die kapitelweise aneinander gestückelt sind.

So wird einerseits die Haupt-Geschichte von Nadja, Laura und Gero van Hoven erzählt. Andererseits gibt es eine Randgeschichte, eine Beziehungsgeschichte von Laura und Paul. Ein weiterer Baustein sind die vielen an den „Engel“ gerichteten Briefe, die einen Einblick in das Leben von Nadja geben.
Das Wirrwarr des Thrillers wird zusätzlich durch verschiedene Zeitebenen verstärkt. Nicht nur, dass einzelne Kapitel in verschiedenen Zeiten spielen – nein, auch innerhalb eines Kapitel fällt man plötzlich in die Vergangenheit zurück und hüpft sodann wieder in die Gegenwart.

Dieses Hin und Her verlangt einem schon eine gewisse Konzentration ab. Mag einer da aus der Geschichte aussteigen – auf mich hat dieses Fragmenthafte einen besonderen Reiz ausgeübt, da ich nach und nach dem Gang der Geschichte auf die Schliche kam – aber auch nur auf Umwegen! Denn, und das ist so irre:. Hat man geglaubt, auf der richtigen Spur zu sein, kam sogleich eine Wendung, die einem wieder keine Ruhe gelassen hat, da das vorher Erschlossene zunichte gemacht wurde. Besonders in der zweiten Hälfte nimmt der Thriller Fahrt auf, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Und wirklich erst am Schluss sieht man das komplette Puzzle vor sich und erkennt, dass eins mit dem anderen zu tun hat.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet und ich konnte sie mir alle gut vorstellen, ohne aber einen besonderen emotionalen Bezug zu irgendeiner Person aufzubauen.

Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass nach dem heftigen Schluss noch ein friedliches zweites Ende angebunden werden musste - „Friede, Freude, Eierkuchen“ - der den Leser guten Mutes aus dem nervenaufreibenden, wendungsreichen Thriller entlässt. Auch stimmt der Thriller nachdenklich, vor allem wenn man am Ende sieht, wie es zu all dem gekommen ist, wie es gekommen ist. Da fragt man sich schon: Wie geht man mit der Wahrheit um?

Das Lesen war für mich, die eigentlich Thriller unerfahren ist, ein wahrer Genuss. Diese Story schafft es, unter die Haut zu gehen, ohne dass sie (extreme) Grausamkeiten beschreiben muss. Ich kann diesen Roman nur empfehlen und bin gespannt, mit was für einen Thriller uns Romy Hausmann als nächstes überrascht.

4 Sterne

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Lebensweisheit der älteren Generation

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich Von einer Begegnung, die alles veränderte von Tessa Randau

„Dieses Buch hat die Kraft, Ihr Leben zu verändern“, steht groß und glänzend hinten auf dem Bucheinband.. Dieser kleine Satz hat meine Neugier geweckt, das Buch zu lesen. Und ich bin in keinster Weise enttäuscht worden. Das kleine Taschen-Buch, das gerade mal 128 Seiten umfasst, steckt voller Lebensweisheit und Alltags-Bewältigungshilfe, dass ich es wärmstens empfehlen kann.

Das Besondere an diesem Büchlein ist, dass die Ratschläge im Rahmen einer kleinen, warmherzigen Geschichte dem Leser nahe gebracht werden. Man liest kein „Du sollst, du musst“ und hat nicht das Gefühl, dass einer belehrend vor einem steht.
In dem Buch geht es um eine junge Frau, die voll im Leben eingebunden / eingespannt ist. Doch es ist anstrengend, den Spagat zwischen Beruf, Familie und eigenen Wünschen zu meistern.
Völlig ausgelaugt zieht sich diese junge Frau eines Tages in den Wald zurück, an einen Ort, an dem sie als Kind immer Ruhe und Frieden gefunden hat. Hier will sie alle zu sich kommen. Doch es gesellt sich ein alte Frau – die wie aus dem Nichts erscheint - zu ihr mit der sie erst zögerlich, dann aber bereitwillig ins Gespräch kommt. Wow, eine alte Frau! Und schon kam ich mir fast vor wie in einem Märchen / in einer Sage, wo alte Leute mit ihrer Weisheit Ratsuchende auf 'rätselhafte' Art und Weise eine große Hilfe bei der Sinnsuche im Leben sind.
Ich konnte mich sehr gut in die junge Frau hinein versetzen, da sie genau die „Probleme“ hat, die viele andere. Wie komme ich in einem „vollgepumpten“ Alltag zurecht, in dem man ständig nur gefordert ist? Was brauche ich wirklich? Wie wichtig sind „Kopf“ und „Bauch“?
Das Buch kann man sicherlich in einem Rutsch lesen. Ich habe mir aber Zeit gelassen, um mich selber auch auf diese „Vier Fragen“, die die alte Dame mit der Protagonistin Schritt für Schritt bei verschiedenen Treffen im Wald erarbeitet. Nachvollziehbar werden die Antworten, die die junge Frau erhält in der Beschreibung der verschiedensten Alltagssituationen, die sehr authentisch und liebenswert erzählt werden.
Dem Buch wird außerdem aufgrund der kleinen, in sanften Farben eingefügten Illustrationen eine feine Leichtigkeit gegeben. Der Schreibstil ist locker und flüssig, man fasst sofort Fuß und wird von der wunderbaren Sprache auf fabelhafte Art mitgenommen.
Das Buch wird sicherlich nicht im Regal verstauben, da ich es bestimmt öfters lesen werden.
Die Geschichte, die auf den Erfahrungen der Autorin basiert, ist motivierend, seinen Weg zu gehen und hilft bestimmt auch, neue Wege einzuschlagen / auszuprobieren.
Und ganz wichtig ist auch: Es hilft, in sich selber reinzuhören und nicht immer zu schauen, was andere denken!

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So, wie Du bist, bist Du richtig!

Was du nicht alles kannst! von Davina Bell


… Das ist die Botschaft dieses Kinderbuches, das für junge Bücherfreunde ab 2/3 Jahren gedacht ist.
Schon das Cover hebt von anderen Kinderbüchern ab. Während die Darstellung der Kinderköpfe eher aussieht wie Bilder aus den 70er Jahren, ist die Neonfarbgestaltung knallig, mutig, neu. (Auch das Innenleben des Kinderbuches ist so gestaltet.

) Gut finde ich, dass die acht Kinder, die sich auf dem Cover tummeln, unterschiedlichsten Nationalitäten zuzuordnen sind, was gleichzeitig auch die Botschaft vermittelt: In der Vielfalt sind wir einzigartig und besonders.
Auch gewährt das Titelbild einen Überblick auf das, was uns im Buch erwartet und weckt die Neugier, das Buch aufzuschlagen und darin zu schmökern.

In „Was Du nicht alles kannst“ geht es weniger um das Können, was man im ersten Augenblick meint, wie: Rechnen, Lesen, sportliche Leistungen oder so. Nein, es geht vielmehr darum, wie kreativ und fantasievoll Kinder ihren Alltag leben. Aus Kisten werden Boote gebaut, aus Papier werden Flieger gebastelt. Kinder werden zu Hexen, Piraten, Zirkus-Akrobaten und Astronauten, und, und, und. Und ganz wichtig ist auch, dass Kinder in ihren Träumen überall hin können. Mut durch Träume – das ist eine wunderbare Botschaft, die Kinder beim (Vor)Lesen bekommen.

Vermittelt wird das Ganze in kurzen und prägnanten in Reimform gehaltenen Sätzen. Denn – wie sagte schon Pumuckl: „Ui, das reimt sich ja! Und was sich reimt ist gut!“
Das finde ich auch, denn das geht in den Kopf und ist leicht zu merken.

Ein tolles Mutmachbuch, das jedes Kind darin bestärkt, an sich zu glauben und Selbstvertrauen aufzubauen.

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Kater Liam, ein Mäuse-Plagiat und andere Kuriositäten

Kater Liam von Jutta Bauer

Wer Katzen liebt, wird Liam mögen!
Dieses Buch ist eine Hommage an sämtliche Stubentiger. Es bringt uns Menschen auf eine herzliche, und zum Schmunzeln anregende Art und Weise dazu, die Welt aus der Katzenperspektive zu betrachten. Aus der Sicht einer Katze – natürlich von Liam, sind Menschen - “Hochbeiner“ - einfach nur kuriose Zeitgenossen.

Wie kann man sich nur mit Wasser putzen, was bringt diese Wesen dazu mit Spaß, in großes Papier und auf leuchtende Scheiben zu schauen, wenn sie dann gar nichts anderes mehr mitbekommen? Richtige Mäuse sind für sie schrecklich, langweilige Stoffexemplare schon fast das A&O. Liam kann so vieles nicht nachvollziehen, auch warum Menschen sauer werden können, wenn man sie erinnert, dass sie zum Sonnenaufgang aus dem kuscheligen Bett steigen sollen oder warum sie nicht-schmeckende Dinge fressen.
Und was ist mir anderen Tieren wie Hunde, Vögel oder Eichhörnchen? Da will ich nicht zu viel verraten. Aber beim Lesen dieses Büchleins und vor allem auch beim Betrachten der Illustrationen wird einem klar, dass unsere Welt viele Perspektiven verdient.

Diese charmanten „Ansichten eines Felltiers“ sind in einer wunderbar simplen Sprache geschrieben. Einfach, aber einfach schön. Und das macht den Reiz aus! Wunderbar sind auch die liebevoll gezeichneten und abwechslungsreichen Zeichnungen, mal bunt – mal schwarz-weiß, mal aufwendig und detailliert, mal nur skizziert.
Jutta Bauer, Illustratorin und Autorin, ist mit diesem kleinen Buch ein großes Meisterstück gelungen.

Dieses Buch ist ein MUSS für alle Katzenfreunde und hat wirklich 5 Pfoten verdient!
Ich würde es auch glatt (m)einer Katze schenken! Aber nicht mein Exemplar, denn das habe ich ins Herz geschlossen. Miau!

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Universal-Wissen kompakt verpackt

Einfach alles! von Lloyd Christopher

Ein Sachbuch, das viele Fragen beantwortet!
13,8 Milliarden Jahre: Von der Entstehung des Universums bis Heute - auf 352 Seiten!
Es ist alles dabei: Urknall, erstes Leben, Erscheinung des Menschen, Weltreiche, wichtige Entdeckungen und Erfindungen, Kriege und Eroberungen sowie grandiose Bauten; aber auch netten Kuriositäten wird hier Platz eingeräumt.

Das Sachbuch ist chronologisch aufgebaut und besteht aus 15 Kapiteln. Die Kapitelübersicht ist auch farblich nach einzelnen Epochen / Themen differenziert. Auch die Seitenränder folgen diesem Farbschema, so dass man gezielt auf das entsprechende Kapitel zugreifen kann.
Mir gefällt auch, dass jedes einzelne Kapitel eine kleine „Zeitleiste“ enthält, auf dem die wichtigsten Ereignisse des Buchabschnitts aufgeführt werden, so dass man vorab einen zusammengefassten Überblick erhält.

Fakten werden hier in einem leicht zu lesenden Schreibstil vermittelt. Locker-leicht fliegt man durch den Text. Wissen wird spielerisch vermittelt. Die Seiten in diesem Buch sind fantastisch und abwechslungsreich gestaltet.
Hervorgehobene und passende Zitate von Wissenschaftlern und anderen bedeutenden Personen (wie Christoph Kolumbus, Neil Armstrong, Martin Luther King) lockern die Textblöcke auf. Zeichnungen und kleine Grafiken (mit Bildunterschriften) unterstreichen visuell das Gelesene und helfen, Zusammenhänge zu verstehen und zu begreifen. Denn was man zudem noch sieht, bleibt besser im Kopf!

Beim Buch handelt es sich nicht um ein Kinderbuch im engen Sinne, was man aufgrund der vielen bunten Bilder vermuten könnte. Nein, das Buch ist als Enzyklopädie ebenso für Erwachsene bestens geeignet. In meinen Augen ist ein ideales Familienbuch! Dieses Buch sollte aber auch in Schulbüchereien Einzug erhalten.

Kleiner Kritikpunkt: In dieser Auflage sind leider (noch) einige Tipp- / Rechtschreibfehler, die eigentlich vermieden hätten können... . Aber das kann ja in der nächsten Auflage ausgebessert werden.

Ich wünsche allen viel Spaß und Freude beim Lesen dieses genialen Sachbuchs, das Allgemein-Wissen auf eine lockere und unterhaltsame Art und Weise näher bringt und Lust macht - wenn Fragen offen bleiben oder neue aufgeworfen werden – weiterzuforschen. Denn das Buch soll, so Lloyd, „vielmehr ein Tor zu all dem Wissen sein, das in der Welt bereits vorhanden ist“ (S.8).

Und krass: Während wir hier in Ruhe schmökern, rast die Erde wir mit 800 000 Stundenkilometern durch das All!

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