Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julia:
Sieh hin und fürchte dich
Siehst du, wie sie sterben? (Thriller) von Gunnar Schwarz
Es wurde bereits die dritte Leiche einer Frau gefunden und noch immer tappt die Polizei im Dunklen. Obwohl sie sicher sind, dass sie es hier mit demselben Täter zu tun haben, so ist das Motiv nicht ersichtlich. Kriminalkommissar Marc Wittmann bleibt nichts anderes übrig, als seine Ex-Freundin, die Psychologin Frieda Rubens, um Hilfe zu bitten.
Schnell blickt Frieda hinter die Fassaden des Mörders und doch bleibt er immer einen Schritt voraus. Dabei wird die Zeit langsam knapp, denn der Mörder ist näher als man ahnt.
Ich habe diese Reihe mit dem zweiten Band gestartet und wollte daher unbedingt auch den ersten Fall der beiden Ermittler lesen. Durch kleine Details im zweiten Band waren einige Handlungsstränge für mich schon vorhersehbar, nichtsdestotrotz war die Spannung sehr hoch. Gunnar Schwarz überzeugt mich mit seinem Schreibstil, der einen an die Geschichte fesselt. Die grauenhaften Morde werden so bildhaft beschrieben, dass man meint, man hätte die Tatortfotos selbst in der Hand.
Die etwas schwere Beziehung zwischen Marc und Frieda wird super dargestellt und man spürt eine gewisse Spannung zwischen den beiden. Beide Charaktere sind komplett unterschiedlich. Durch ihre gemeinsame Vergangenheit bekommt die Geschichte neben den Mordermittlungen auch noch einige private Momente.
Ich habe das Buch verschlungen und freue mich auch weitere Geschichten des Autors. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.
Ein sich schließender Kreis
Als wir verschwanden von Johanna Wolfmann
Anna wacht allein dem Boot ihres Bruders auf. Von ihren drei Begleitern keine Spur und auch die Erinnerung an die letzten Tage fehlt. Noch dazu funktioniert die ganze Technik nicht mehr. In der Hoffnung Hilfe zu finden, begibt sie sich Richtung Festland. Doch auch hier ist niemand anzutreffen. So beginnt Annas Suche nach anderen Überlebenden und der Antwort auf die Frage nach dem wieso.
Johanna Wolfmann fesselt mit ihrem Schreibstil, der trotz des komplexen Themas flüssig zu lesen ist. Ein sprachlich sehr gelungenes Buch. Eine Geschichte, die sicherlich nicht jeden Leser begeistern kann, aber wenn sie es tut, dann richtig. Dabei werden Themen behandelt, die zu Beginn des Schreibprozesses reine Utopien waren und heute schon Wirklichkeit sind.
Man begleitet Anna auf ihrem Weg und einem inneren Prozess, der sich mit der Vergangenheit und Zukunft beschäftigt. Ein Prozess der einen selbst zum Nachdenken anregt und Themen, denen man im wahren Leben oftmals aus dem Weg geht. Am Ende bleibt die Frage: Hätte man selbst den Weltuntergang überlegt? Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Eine bewegende Lebensgeschichte mit Nachklang
Als wir verschwanden von Johanna Wolfmann
Trigger Warnung: Solltest du von psychischen Problemen, Drogenkonsum oder familiären Problemen leicht getriggert werden, dann ist dieses Buch vermutlich nicht die richtige Lektüre
Marta ist gerade einmal 15 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrer Mutter Joanna und ihrem Bruder Tomek illegal von Polen nach Deutschland emigriert.
Dort lebt sie zunächst in Kiel, bevor sie für das Medizinstudium nach Berlin und danach in die Schweiz zieht. Die ganze Zeit schafft sie es nicht wirklich, eine Nähe zu ihrer Mutter aufzubauen. Als sie nach deren Tod in Joannas Geheimnis eingeweiht wird, sieht sie alles mit anderen Augen und fängt an viele Dinge zu hinterfragen.
Bei ‚Mutters Lüge‘ handelt es sich um einen autobiografischen Roman, der die Geschichte der Autorin erzählt. Auch wenn viele Dinge mit der Vergangenheit der eigenen Mutter zusammenhängen, so befasst sich die Geschichte vorwiegend mit der eigenen Entwicklung von Marta alias Monika Hürlimann. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und man hat das Gefühl die Entwicklung von einem jungen, unsicheren Mädchen hin zu einer starken, unabhängigen Frau direkt miterleben zu können. Durch die Erzählung in der Ich-Perspektive wird eine Nähe zur Protagonistin aufgebaut.
Ich habe zu Beginn ein wenig gebraucht in die Geschichte reinzufinden, da immer wieder Zeitsprünge stattfinden und man plötzlich in einem ganz anderen Geschehen ist als noch einen Absatz zuvor. Mit fortschreiten des Buches hatte ich damit aber keinerlei Probleme mehr. Zudem muss man anmerken, dass eine gesamte Lebensgeschichte auf nicht einmal 400 Seiten zu finden ist, was der Autorin sehr gut gelungen ist. Zu Ende hin konnte ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen, da das Schicksal einen sehr bewegt.
Ich selbst habe keine persönlichen Erfahrungen mit psychischen Problemen, Drogen oder fehlender Nähe meiner Eltern erlebt und hatte dennoch an einigen Stellen der Geschichte einen Kloß im Hals. Trotzt des etwas schwierigen Lebensweges hat sich Monika nicht unterkriegen lassen und ist ihren Weg gegangen. Man erfährt in diesem Buch nicht nur die Geschichte einer Frau, die in ihrem Leben mehr als einmal neu anfangen musste, sondern auch etwas über die polnische Geschichte. Mir war es eine Freude ihre Lebensgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen zu lesen. Daher gibt es von mir auch eine klare Leseempfehlung.
Portal in eine andere Welt
Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier
Quinn ist einer der beliebten Jungs auf seiner Schule, Matilda dagegen so unscheinbar, dass sie fast immer mit ihrer Cousine verwechselt wird, der sie aber auch verdammt ähnlichsieht. Bis Quinn eines Nachts von unheimlichen Wesen verfolgt und in einen Unfall verwickelt wird. Als er im Krankenhaus wieder aufwacht sieht er plötzlich komische Dinge, die er sich nicht erklären kann.
Aber wem soll er sich anvertrauen, ohne dass ihn jemand für verrückt erklärt und direkt einweisen würde? Sein bester Freund Lasse ist auf jeden Fall nicht diese Person, seit dem Unfall verhält der sich nämlich sehr merkwürdig. Vielleicht das Mädchen von gegenüber, mit dem er vor dem Unfall nicht viel mehr zu tun hatten als einigen Hänseleien. Dabei ahnt Quinn nicht, dass gerade Matilda ihm eine große Hilfe sein wird. Ob aufgrund ihrer jahrelangen Verliebtheit oder der Offenheit gegenüber Magie, sie glaubt Quinn und unterstützt ihn bei seinen Reisen in eine magische Welt.
Zunächst einmal möchte ich die tollte Gestaltung des Buches loben. Sowohl der Umschlag als auch das Hardcover selbst sind wunderschön gestaltet. Da ich selbst den Umschlag bei Büchern zum Lesen gerne entferne (aus Angst er könnte kaputt gehen), habe ich mich erst recht gefreut, dass das Buch auch ohne Schutzumschlag supergut aussieht. Die kleinen Verzierungen der Namen am Kapitelanfang sind vor allem im Laufe der Geschichte sehr gut nachvollziehbar und der dunkelblaue Farbschnitt verleiht dem Buch seinen eigenen Zauber.
Kerstin Gier nimmt ihre Leser in ihrem neuen Buch wieder mit in eine wundervolle Welt, voller Magie und Geheimnisse. Herlich locker zu lesen wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten Quinn und Matilda erzählt. Zwei Figuren, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die man nur ins Herz schließen kann. Beide überzeugen auf ihre eigene Art und Weise und mit viel frecher Zunge, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Die Autorin regt, wie so oft in ihren Büchern, die Fantasie an und entführt einen in eine fremde Welt. Da es sich hier um den ersten Band einer Trilogie handelt, werden vor allem erst einmal die Grundinformationen vermittelt und ein Einblick in das Leben der Hauptcharaktere und die neue Welt des Saums gegeben. Schmetterlinge im Bauch, magische Fähigkeiten und der Kampf zwischen zwei Welten und mehreren Parteien sind erst der Anfang einer langen und spannenden Geschichte.
Ich habe mich sehr auf das neue Buch von Kerstin Gier gefreut, war ich bereits von der Edelstein-, sowie Silber-Trilogie begeistert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die erfundenen Welten, die in den Büchern geschaffen werden, klingen so zauberhaft, dass man sich wünscht, man könnte selbst dorthin reisen. Das Buch eignet sich für Jugendliche, aber auch für Erwachsene, die vielleicht trotz einiger klischeehaften Entwicklungen von der Geschichte gefesselt werden. Ich habe die Geschichte auf jeden Fall verschlungen. Das Ende des Buches baut dann noch einmal richtig Spannung auf und lässt einige ungeklärte Fragen zurück, die das Warten auf den nächsten Band endlos erscheinen lassen. Alles in allem eine Welt, die man mit Sicherheit nicht so schnell vergisst und von mir eine klare Leseempfehlung. Wer allerdings ein offenes Ende mit vielen Fragen nicht so gerne hat, dem würde ich empfehlen erst auf die Veröffentlichung der nächsten beiden Bänder zu warten.
Die Queen ermittelt oder besser gesagt: lässt ermitteln
Die unhöfliche Tote von S J Bennett
In einem Zeitungsartikel entdeck die Queen ein Bild, das vor Jahren aus ihrer Privatsammlung verschwunden ist. Während sie ihre Privatsekretärin darauf ansetzt herauszufinden, wie das Bild verschwinden konnte findet man im Pool des Palastes zu allem Überdruss auch noch die Leiche einer langjährigen Haushälterin.
Die Queen glaubt kaum daran, dass es sich hierbei wirklich um einen Unfall handelt und geht der Sache selbst auf den Grund. Selbstverständlich kann sie nicht selbst ermitteln, hält im Hintergrund die Fäden aber fest in der Hand. Dabei stoßen sie auf Drohbriefe und eine weitreichendere Verschwörung als geahnt.
Ich selbst habe den ersten Band der Reihe nicht gelesen und würde behaupten, dass mir dadurch ein paar Hintergrundinformationen gefehlt haben. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte in sich geschlossen und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig. Dabei wird die Geschichte immer wieder durch den britischen Humor aufgelockert und mit royalen Details gefüllt.
Der erste Teil des Buches war jedoch ein wenig schleppend zu lesen und die Ermittlungen rund um den Tod der Haushälterin sind eher in den Hintergrund gerückt. Im zweiten Teil ist dann aber einiges an Spannung aufgekommen und die Geschichte hat sich sehr positiv entwickelt. Ich selbst bin ab und an mit den vielen Namen ein wenig durcheinandergekommen, was sich im Laufe der Geschichte aber gebessert hat. (Durch Vorkenntnisse aus dem ersten Band fällt das vermutlich leichter.) Die Auflösung des Falles enttäuscht auf jeden Fall nicht und das Buch sorgt für ein paar angenehme Lesestunden.
Das 'Geschenk' der Unsterblichkeit
Die unhöfliche Tote von S J Bennett
Aurora ist Ärztin und hat ihre Eltern als Kind bei einem Autounfall verloren. Als sie übermüdet von ihrer weit überzogenen Schicht aus dem Krankenhaus nachhause fährt verursacht sie einen Unfall, den sie wie durch ein Wunder ohne große Verletzungen überlebt. Und auch der andere Unfallbeteiligte, Evan, scheint ohne Blessuren davon gekommen zu sein.
Medizinisch unmöglich, aber noch unmöglicher ist, dass sie laut Evan unsterblich ist.
Doch schnell merkt sie, dass es scheinbar doch möglich ist, und sie versucht alles, um wieder sterblich zu werden. Dabei gerät sie mitten in einen Machtkampf eines jahrtausendalten Systems, bei dem sie zwischen Freund und Feind entscheiden muss. Damit bringt sie aber nicht nur sich in Gefahr.
Die Unsterblichkeit, Fluch oder Segen? Pantarch ist der erste Band der Zwischenwelt-Dilogie und ein spannendes Debüt von Mila Illbach. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und auch wenn ab und an einige Dopplungen in der Situationsbeschreibung vorkommen, so tut dies der Geschichte keinen Abbruch. Sie wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, wobei Evan und Aurora als Protagonisten den meisten Teil einnehmen.
Aurora ist eine taffe junge Frau, die sich mit ihrem Schicksal erst einmal zurechtfinden muss. Evan hingegen hat bereits einiges an Erfahrung als Pantarch, sodass hier zwei sehr unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen. Doch nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebencharaktere sind ein wichtiger Teil der Story und die Autorin lässt uns an deren Schicksalen teilnehmen. Man taucht beim Lesen in eine Welt voller Geheimnisse und Machtintrigen, eine Welt die mitten unter den Sterblichen existiert und doch im Verborgenen zu liegen scheint.
Während des Lesens kommen immer wieder Fragen auf, sodass man das Buch gar nicht zur Seite legen möchte, um Antworten zu erhalten. Vor allem im großen Finale wird noch einmal richtig Spannung aufgebaut und das Ende des Buches rundet die Story sehr gut ab, lässt dennoch genug offene Fragen und Potential für den zweiten Band. Ich freue mich bereits jetzt auf den zweiten Band und darauf, wie es mit den einzelnen Charakteren weitergeht, denn der Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.
Fränkisch freche Ermittlerin
Blinder Zorn und Blaue Zipfel von Birgit Ringlein
Dora Dotterweich hat genug von ihrem Job im Eppelein und beschließt kurzerhand zusammen mit ihrer besten Freundin Mona ein eigenes Lokal zu eröffnen. Schon kurz nach der Eröffnung der Hexenküche liegt eine Kundin tot vor der Tür. Vor lauter Neugier getrieben fängt Dora, sehr zum Leidwesen von Kommissar Janzen, selbst an nach dem Mörder zu suchen.
Dora Dotterweich ist definitiv nicht auf den Mund gefallen und handelt erst bevor sie nachdenkt. Mit viel Witz und Charme bringt Birgit Ringlein die Leser des Öfteren zum Schmunzeln. Wer hier eine spannenden Mordermittlung aus Sicht der Kommissare erwartet ist bei diesem Krimi definitiv an der falschen Stelle, alle anderen werden jedoch nicht enttäuscht.
Das Buch ist im Dialekt geschrieben und zeigt Dora auf eine freche, fränkische Art. Auch ohne Vorwissen der ersten beiden Bänder lässt sich dieses Buch super lesen. Man findet sehr leicht in die Geschichte rein und obwohl diese durch witzige Szenen immer wieder aufgelockert wird, entwickelt sich auch eine gewisse Spannung. Das Ende kam für mich unerwartet, allerdings absolut schlüssig. Die vielen Rezepte eignen sich wunderbar zum Nachkochen und das Buch hat den Titel ‚fränkischer Genusskrimi‘ absolut verdient. Eine super Mischung aus Kochen und Ermittlungsarbeit. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
Spannender Krimi rund um das Thema Hacken
Backdoor von Frank Neugebauer
Im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz soll ein Hackerangriff statt gefunden haben, weshbal das Team um Hauptmann Christoph Braun nun aufklären soll, ob an den Drohungen etwas dran ist. Zusammen mit der IT-Abteilung des Krankenhauses scheinen sie den Tätern bald auf der Spur zu sein. Allerdings scheint mehr dahinter zu stecken, als das Team ahnt.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und mit Rückblicken erzählt. Die Handlungsstränge sind sehr schlüssig und durchaus realistisch. Obwohl sich das Thema rund um IT dreht, habe auch ich als Nicht-ITler der Handlung folgen können. Sicherlich wurden hier einige Stellen vereinfacht dargestellt, aber das Buch sollte ja nicht nur als Nischen-Produkt gedacht sein. Am Ende des Buches findet man ein Glossar, welches die wichtigsten Fachbegriffe rund um das IT-Thema beinhaltet.
Der Schreibstil von Frank Neugebauer ist sehr angenehm zu lesen und das Ende kam, zumindest für mich, doch ein wenig unerwartet. Sicherlich ist die Handlung für IT-Kenner leichter zu durchschauen als für diejenigen, die sich mit dem Thema eher weniger beschäftigen. Mir hat es an Spannung nicht gefehlt und man merkt, dass sich der Autor mit dem Thema IT und Bundeswehr auskennt. Daher eine klare Leseempfehlung.
Historische Familiengeschichte mit Liebe zum Detail
Unter dem Schnee von Katrin Burseg
Kurz nach Weihnachten 1978 soll Louise von Schwan beerdigt werden, welche die Baumschule der Familie seit fünf Jahrzehnten führte und durch mehrere Krisen brachte. Doch die Beerdigung fällt aufgrund eines Schneesturmes aus und auch in den kommenden Tagen ist nicht daran zu denken, dass Louise unter die Erde gebracht werden kann.
Neben dem Schneesturm, der die Bewohner im Haus einschließt, hat die Familie aber auch noch ganz andere Sorgen. Am Abend trifft ein unangekündigter Gast auf Schloss Schwanenholz ein und behauptet die Tochter der Verstorbenen zu sein. Während sich die einen Sorgen um ihr Erbe machen, kommen bei anderen die Erinnerungen zu schrecklichen Geschehnissen aus dem zweiten Weltkrieg hoch.
Ein sehr interessanter Roman, der einige historische Details enthält und auch auf die Schattenseiten des zweiten Weltkrieges blickt. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und so bildhaft, dass man meint man wäre selbst bei Schneesturm im Schloss eingesperrt. Ein Roman, der eine tragische Familiengeschichte zum Vorschein bringt. Zusammen mit einer warmen Tasse Kakao gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
Auf der Suche nach sich selbst
Auf Basidis Dach von Mona Ameziane
Mona Ameziane kommt 'halb aus Marokko, halb aus Deutschland'. Aufgewachsen ist sie in Deutschland, der Heimat ihrer Mutter, die Ferien verbrachte sie in Marokko. Und doch war sie in keinem der beiden Länder zu 100% Zuhause. Musste sie in Deutschland mit Rassismus kämpfen, so wurde sie in Marokko von Händlern übers Ohr gehauen, da sie eine 'Fremde' war.
Zusammen mit ihrem Vater macht sie sich auf den Weg nach Sober, dem Geburtsort ihrer Großmutter. Sie nimmt uns mit auf eine Reise zu ihren Wurzeln und zu sich selbst. Dabei berichtet sie auf eine herrlich lockere Art von ihren Erfahrungen aus beiden Welten.
Ihre Anekdoten und Geschichten sind weder verallgemeinernd noch beschönigend. Reflektierend erzählt Mona Ameziane, wie sie das Land, die Menschen und die Religion wahrnimmt und benennt hierbei auch Missstände. Dabei ist die Reise das Ziel und die Erkenntnis, dass man mehr als nur eine Heimat haben kann.
Während des Lesens musste ich immer wieder laut lachen, jedoch gab es auch nachdenkliche Momente. Eine Geschichte, die sehr angenehm zu lesen ist und den Leser*innen Marokko, zumindest das Marokko von Mona, näherbringt. Ein Buch, das Fernweh auslöst!









