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Rezensionen von gerlisch:

Tödliche Fallen

Invictum von Danielle Trussoni

Nach einem Unfall leidet Mike Brink am Savant-Syndrom, ein Phänomen, dass ihn die schwersten Rätsel in sekundenschnelle lösen lässt. Aufgrund dieser Inselbegabung wird Mike vom japanischen Kaiser eingeladen, das Geheimnis der sagenumwobenen Drachenschatulle zu lösen. Niemand weiß was diese Rätselbox enthält und Mike hat nur eine Nacht Zeit.

Eine gefährliche Schnitzeljagd durch Japan beginnt.
Obwohl ich das erste Rätsel in „Ingenium“ bisher nicht kenne, konnte ich mich gut in das faszinierende Savant-Syndrom und die Synästhesie von Mike Brink hineindenken. Die Schriftstellerin verfügt über einen flüssigen Schreibstil und die Begabung ihre Figuren überzeugend und authentisch darzustellen. Trotzdem hatte ich einige Schwierigkeiten mich auf die Story einzulassen. Nicht nur, weil die für mich schwer lesbaren japanischen Namen den Lesefluss unterbrochen haben, auch einige Ungereimtheiten und ein paar Details die nicht zusammengepasst haben, störten mich im Verlauf der Handlungen.
Interessant und lehrreich sind die Passagen in denen die Geschichte und die Traditionen Japans dem Leser nahegebracht werden.
Ein bisschen Utopie, ein bisschen KI und raffinierte Rätsel machen diesen Thriller sehr abwechslungsreich.

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Traumatische Vergangenheit

Stalker - Er will dein Leben. von Arno Strobel

Der Schauspieler Eric Sanders hat seinen großen Durchbruch mit seiner Rolle im Münchner Tatort. Doch sein Rum bekommt einen faden Beigeschmack als jemand beginnt seine Identität zu übernehmen. Als er die Drohung bekommt „Gestehe den Mord, oder alle, die du liebst werden sterben, muss er sich seiner Vergangenheit stellen.

Was hat er damals getan?
Auf den neuen Psychothriller von Arno Strobel habe ich mich sehr gefreut, nur leider konnte er ich nicht wirklich überzeugen. Zum einen hatte ich mir unter dem Titel eine andere Story vorgestellt, denn gestalkt wurde Eric irgendwie nicht. Zum anderen empfand ich den Schreibstil diesmal irgendwie gestelzt, das kenne ich von Strobel eigentlich nicht. In seinen anderen Werken ist der Plot fesselnder und nervenaufreibender, hier aber fehlte mir der Nervenkitzel.
Der Autor stellt mit dem Identitätsdiebstahl ein aktuelles Thema in den Fokus, welches sehr zum Nachdenken anregt. Die Handlungsabläufe entwickeln ein gutes Tempo und ohne viele Abschweifungen kommt man stetig durch die Story voran. Erschütternd und perfide sind die zu Tage tretenden Geheimnisse, die aus Erics Vergangenheit ans Tageslicht drängen.
Die überraschende Wendung zum Schluss kam plötzlich und unerwartet, konnte mich allerdings nicht überzeugen. Es wirkte auf mich ein bisschen zu gewollt.
Schade, hoffentlich wird der nächste Thriller wieder besser.

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Sehr politisch

Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson

In Malmö wurde bei einem Mordanschlag ein 13jähriger Junge getötet. Die Tat schlägt hohe Wellen, denn die Bandenkriminalität nimmt immer mehr zu im Brennpunktviertel Hermodsdal. Den Fall übernehmen die beiden ungleichen Ermittler Nordh und Karhuu und geraten schnell zwischen die Fronten der Gangkonflikte.

Bei diesem Krimi haben die Autoren sehr authentisch die Perspektivlosigkeit der Langzeitarbeitslosen und die Ausländerfeindlichkeit in Szene gesetzt und so eine düstere Atmosphäre geschaffen. Die Story ist vielschichtig aufgebaut und flüssig erzählt, ein paar mehr Dialoge hätten meinen Lesefluss sicherlich mehr angeregt.

Die beiden Ermittler sind sehr interessante und vielschichtige Figuren. Jon Nordh hat vor kurzem seine Frau durch einen schrecklichen Autounfall verloren, am Steuer saß sein bester Freund und Partner, da liegt der Verdacht nahe, dass die beiden eine Affäre hatten. Jetzt versucht Nordh sein Leben mit seinen zwei kleinen Kindern wieder in den Griff zu bekommen. Und Svea Karhuu, eine sehr ehrgeizige junge Ermittlerin, die noch an einem misslungenen Undercover-Einsatz zu knabbern hat. Beide hatten am Anfang so ihre Anlaufschwierigkeiten miteinander, aber die Zusammenarbeit hat sich dann prima eingespielt. Ihren ersten Fall fand ich interessant, aber mir war es ein bisschen zu politisch und mir hat die Spannung gefehlt, dies konnte auch der Showdown am Ende leider nicht mehr ausgleichen. Aber aufgrund des fesselnden und wunderbar klaren Schreibstils würde ich dieser neuen Krimi-Serie noch eine Chance geben.

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Cold Case in und um Hamburg

Das Dickicht von Nikolas Kuhl; Stefan Sandrock

Juha Korhonen und Lucas „Lux“ Adisa vom LKA Hamburg übernehmen einen Entführungsfall, der große Ähnlichkeiten zu einem, 20 Jahre zurück liegenden Fall aufweist. Damals konnte der 14jährige Daniel Boysen im Wald, in einer Kiste vergraben, nur noch tot geborgen werden. Der Fall wurde eingestellt, weil der Täter Selbstmord beging, doch warum konnte der damalige Ermittler nicht loslassen und hat weiter ermittelt?
Mit ihrer Idee zusammen einen Krimi zu schreiben haben die beiden Autoren Kuhl und Sandrock uns Krimiliebhabern einen großen Gefallen getan, denn mit ihrem fesselnden Schreibstil und einem interessanten Ermittlerduo ist ihnen eine spannende Cold Case Story gelungen.

Wie bei einem Puzzle setzen Juha und Lux die verschiedenen Hinweise und Details zusammen und stoßen immer wieder auf Lügen und Geheimnisse. Durch lockere Sprüche und norddeutschen Slang wird die düstere Atmosphäre immer wieder aufgelockert. Auch das Private mit Juha’s Stiefvater, dem alternden Rocker Wally wurde sehr gut eingeflochten.
Der Handlungsablauf ist ohne unnötige Ausschweifungen und gerade durch die wechselnden Perspektiven zwischen Juha und Lux baut sich die Story kontinuierlich spannend auf. Viele Spuren führen letztendlich zu einer grausamen Auflösung.
Mich hat dieser Krimi sehr gut unterhalten und ich hoffe auf eine Fortsetzung der Serie mit diesen sympathischen Ermittlern.

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Fesselnder Rhön-Krimi

Glutmoor von Lars Engels

Im besonders heißen August 2022 brennt bereits seit Tagen das Moor, als eines Nachts fast eine ganze Familie in ihrem Haus durch Kopfschüsse geradezu hingerichtet wird. Nur die Tochter Carina überlebt und gerät schnell in den Fokus der Polizeiermittlungen. Doch was haben dieser grausamen Morde mit der Schändung einer Gedenkstätte für Grenztote der ehemaligen DDR zu tun?
Mit diesem zweiten Teil der Rhön-Krimi-Reihe hat der Autor Lars Engels einen komplexen Fall mit einigen vielversprechenden Spuren geschaffen.

Hier findet sich viel Stoff für Spekulationen und der Leser wird in die verschiedensten Richtungen gelenkt. Geht es um Familienstreitigkeiten, eine rechtsradikale Gruppierung, um Rache oder um etwas ganz Anderes?
Sehr gut gefallen haben mir die Ermittlungsansätze von Janosch und seiner Schwiegermutter und Vorgesetzten Diana Quester. Wie auch im ersten Teil "Totes Moor" zeigt Janosch seine eher ruhige, teilweise pessimistische Art, wo hingegen Tarek, sein Kollege im Büro, ein sonniges humorvolles Gemüt hat. Diana ist mir nicht immer sympathisch, aber auch sie wurde, wie alle anderen Charaktere auch, authentisch und lebensecht gezeichnet.
Wunderschön werden die idyllischen Landschaften der Rhön beschrieben, jedoch blitzen immer wieder mal zwischendurch, die Tücken des Moores auf.
Die Spannung ist durchweg vorhanden und gerade zum Schluss überrascht der Autor mit einem genialen Twist. Mir hat der Krimi sehr gut gefallen und ich hoffe auf einen baldigen dritten Fall.

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Auf den Spuren der Blutfürstin

Villa Obscura von Melissa C. Hill; Anja Stapor

In einem Herrschaftlichen Haus im Harz, der Villa Obscura, hat die Fotografin Constanze ihr Fotostudio. Zu Halloween lädt sie zu einer Party ein, doch sie selbst taucht nicht auf. Ziemlich früh werden die Gäste gebeten zu gehen. Jedoch für 6 junge Partygäste werden dort festgehalten und für sie beginnt ein lebensgefährlicher Wettlauf mit der Zeit.

Aus verschiedenen Perspektiven lernen wir die sechs Geiseln kennen und erfahren von ihren Problemen. Aber auch ihre Geheimnisse kommen nach und nach ans Tageslicht. Der Handlungsablauf ist ohne unnötige Ausschweifungen oder Längen, die Story baut sich kontinuierlich auf und lässt den Leser dank des fesselndes Schreibstils nicht mehr los.

Durch unerwartete Wendungen hält das Autorinnenduo immer wieder einige spannende Überraschungen parat und auch die düstere Atmosphäre rund um den Harzer Brocken trägt zu dem ein oder anderen Gänsehaut-Moment bei.

Dieser gut durchdachte Thriller lädt zum Miträtseln ein und ist nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene ein wahrer Lesegenuss.

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Bin enttäuscht

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland von Sarah Brooks

Zum ersten Mal nach längerer Pause macht sich der schwer gepanzerte Transsibirien-Express wieder auf den Weg das gefährliche Ödland zwischen Peking und Moskau zu durchqueren. Doch die Zugleute sagen, es ist viel zu früh dafür, denn im Sommere bedroht das Land den Zug und die Reisenden.
Das Cover dieses Buches ist mir sofort ins Auge gesprungen und sowohl den Titel als auch den Klappentext fand ich sehr ansprechend, aber als ich ein Drittel des Buches gelesen hatte, stand für mich fest, dass diese fantasievolle Reise leider nicht meinen Geschmack getroffen hat.

Das geheimnisvolle Ödland war mir in manchen Passagen ein bisschen zu mystisch und verwirrend. Monster aus Flora und Fauna bedrohen den Zug und die Reisenden. Es geschehen merkwürdige Dinge.
Vorn und hinten im Buch findet der Lese eine schöne Zeichnung mit den Aufteilungen der Waggons, denen ich im Verlauf der Geschichte aber nicht so richtig folgen konnte. Keine Frage der Schreibstil ist wirklich toll zu lesen, doch hat mich die Handlung und auch die Darstellung der Figuren nicht wirklich gefesselt. Die unterschiedlichen Charaktere sind interessant, wie z. B. das Zugkind Weiwei, aber die Vorstellung, dass sie im Zug geboren, dort aufgewaschen und ihn nie verlassen haben soll, ist in meinen Augen wohl etwas überzogen.
Schade, ich hatte mir einen spannenden historischen Abenteuerroman vorgestellt, doch hier steht mehr die Fiktion im Vordergrund, was eigentlich auch ok wäre, wenn nicht vieles zu wirr und langatmig wäre.

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Zeeland-Krimi mit historischem Hintergrund

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi von Maarten Vermeer

Nach einem missglückten Einsatz bei der Landespolizei soll Hoofdinspecteur Liv de Vries aus dem Fokus der Journale genommen werden. Auf Wunsch ihres Vorgesetzten fährt sie deshalb nach Zeeland um dort dem Verschwinden seines Bekannten Rob van Loon nachzugehen. Mit Unterstützung ihrer Kollegin Noemi, dem dortigen Polizeichef Ruben und der Rechtsmedizinerin Ann-Remi, stößt Liv schon bald auf Ungereimtheiten.

Bei diesem atmosphärischen Krimi erkennt man sofort die Liebe des Autors zur Landschaft von Zeeland. Detailreiche Beschreibungen lassen beim Lesen sehr schöne Bilder vor Augen entstehen.
Besonders spannend fand ich die immer wieder zwischendurch eingeschobenen Handlungen die uns ins Jahr 1944 zurückgeführt haben. Lange Zeit ist unklar, was diese mit dem aktuellen Fall zu tun haben.
Der aktuelle Fall plätschert allerdings lange Zeit nur vor sich hin. Gestört haben mich die vielen Szenenwiederholungen, dadurch hat mich das Buch irgendwann verloren, da halfen auch die ganzen Verwicklungen und sorgfältig ausgearbeiteten Fährten leider nichts. Schon ziemlich früh haben diverse Hinweise auf den Täter hingewiesen.
Die vom Autor aufgegriffenen unterschiedlichen politischen Themen sind gut recherchiert, hochaktuell und brisant. Obwohl ich nur 3 Sterne vergeben habe, würde ich einen weiteren Fall der Ermittlerinnen lesen, denn der Schreibstil und die Firgurenzeichnung haben mir durchaus gefallen.

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Die Jagd beginnt

Finster von Ivar Leon Menger

Wir befinden uns im Jahr 1986 in einem kleinen Ort im Odenwald. Bei der jährlich stattfindenden Kirmes verschwindet der 13jährige Niklas spurlos. Mittlerweile sind es schon 5 Kinder die in den letzten Jahren verwanden und nie wiederaufgetaucht sind.
Der pensionierte Polizist Hans J. Stahl nimmt die Ermittlungen wieder auf, denn sein uneingelöstes Versprechen, den Täter zu schnappen, lässt ihn nicht los.

Die Thriller von Ivar Leon Menger sind süchtig machend. Nach "Als das Böse kam" und "Angst" ist auch dieses Werk wieder absolut fesselnd. Das Erzähltempo ist flott, ohne mit nebensächlichen Dialogen abzubremsen und trotz einer Vielzahl von Charakteren gleich von Anfang an, hatte ich keine Schwierigkeiten in diesen spannenden Thriller hineinzufinden.
Verankert ist die Story in dem fiktiven Ort Katzenbrunn. Die Atmosphäre der 80er Jahre wurde wunderbar mit bekannten Details wie Raider, Fotos mit Negativen und Ravioli eingefangen. Auch das ständig und überall geraucht wird, fehlt in den Handlungen nicht. Die Bewohner dieses Örtchens haben alle irgendwelche Eigenheiten, die der Geschichte auch teilweise eine humorvolle Seite verleihen, aber auch einige Geheimnisse drängen ans Licht. Geschickt gelegte Spuren lassen viel Raum zum Spekulieren. Ziemlich früh kann man erahnen um wen es sich bei dem Greifer handelt, aber mit der Auflösung am Schluss hätte ich so nicht gerechnet. Daher für mich ein cleveres Rätsel mit brillantem Twist.

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"Dieser verdammte Kim Ribbing"

Signum von John Ajvide Lindqvist

Der Hacker Kim Ribbing, der immer noch unter seinem Kindheitstrauma leidet, kidnappt seinen Peiniger Dr. Martin Rudbeck. Dieser hat Kim unsagbare seelische und körperliche Qualen zugefügt. Während Kim Rudbeck im Keller seines Hauses gefangen hält, recherchiert Julia Malmros für ein neues Buch ihrer Asa-Fors-Reihe, doch dabei kommt sie der rechtsextremen Partei "Wahre Schweden" zu nahe.

Signum ist der zweite Teil aus der Stormland-Trilogie. Nach Refugium ist dieser Thriller zwar nicht ganz so spannend, die Story ist aber unterhaltsam und der Autor überrascht mit einer unerwarteten Handlung.
Die Entwicklung der Charaktere ist sehr verheißungsvoll, gerade in Bezug auf die etwas ungewöhnliche Beziehung zwischen Kim und Julia. Astrid Helander, die im ersten Teil eine große Rolle gespielt hat, ist meiner Meinung zwar ein bisschen überzeichnet, jedoch darf man viele Szenen hier nicht so ernst nehmen. Morbider Humor und ironische Dialoge wechseln sich ab mit brutalen Gewaltszenen. Trotzdem finden viele tiefgründige Themen, wie Ausländerhass, Drogen und Tierwohl ihren Platz, die vielleicht auch im nächsten Band weiterverarbeitet werden.
Das Buch ist eigentlich ziemlich unaufgeregt, es fehlte manchmal die Spannung, trotzdem bin ich sehr auf den abschließenden Teil der Mittsommer-Trilogie gespannt, der voraussichtlich im September 2025 erscheint.

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