Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von KimVi:

Spannender Psychothriller!

Silent Victim von Caroline Mitchell

Die neue Stelle, die Alex angeboten bekommt, ist für ihn ein ordentlicher Schritt auf der Karriereleiter. Doch dazu müssen er, seine Frau Emma und Sohn Jamie nach Leeds umziehen. Alex versteht nicht, warum Emma ihr Elternhaus nur ungern verkaufen möchte. Denn der Vater ist tot und die Mutter vor vielen Jahren verschwunden.

Doch Emma hat einen guten Grund, warum sie nicht umziehen möchte. Sie gesteht Alex, dass sie vor Jahren ihren Lehrer erschlagen und auf dem Grundstück vergraben hat. Nun hat sie Angst, dass die neuen Besitzer die Leiche finden könnten. Doch der Leichnam ist verschwunden! Plötzlich fühlt Emma sich verfolgt. Was hat sich damals wirklich zugetragen? Alex weiß schon bald nicht mehr was er glauben soll....

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive geschildert. Dabei wechselt die Sicht zwischen Emma, ihrem Ehemann Alex und dem Lehrer Luke. Es gibt auch einige Zeitsprünge. Doch da sowohl die Wechsel der Perspektiven, als auch die Zeit, zu der sich die Handlung gerade zuträgt, am Anfang der Kapitel gekennzeichnet werden, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Durch die Wechsel der Perspektiven bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der drei Hauptakteure. Dennoch kann man sie nur schwer einschätzen, denn die Autorin versteht es hervorragend, nicht zu viel zu verraten. Man bekommt zwar nach und nach Informationen, dennoch ist man hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll und wem man eigentlich vertrauen kann. Dadurch steigt die bereits früh aufgebaute Spannung stetig an.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Die Anzahl der Charaktere ist recht überschaubar, allerdings wirken alle gut ausgearbeitet und äußerst lebendig. Dadurch kann man sich ganz auf die spannende Handlung einlassen und gerät früh in den Sog der Ereignisse. Auch wenn man, als erfahrener Thriller-Leser, einige Wendungen vorhersehen kann, bleibt die Spannung erhalten, da man sich einfach nicht sicher sein kann, was passiert.

Ich habe mich beim Lesen dieses Psychothrillers ausgesprochen gut unterhalten. Denn ich bin früh in den Sog der Ereignisse geraten und wusste nicht, was ich glauben soll und wem man hier eigentlich vertrauen kann. Diese Ungewissheit hat für mich den besonderen Reiz dieses Thrillers ausgemacht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Gefühlvolle Erzählung

Find mich da, wo Liebe ist von Harris Anstey

Als junge Frau blickte Grace optimistisch in die Zukunft, denn man sagte ihr eine große musikalische Karriere als Cellistin voraus. Doch dann musste sie die Musikhochschule verlassen. Nun hat Grace Hemmungen, vor Publikum zu spielen. Deshalb repariert und baut sie in einem kleinen Ort in Kent Musikinstrumente.

Ihr Leben ist hauptsächlich auf ihre große Liebe David ausgerichtet. Doch David ist verheiratet. Trotzdem hofft Grace darauf, dass er eines Tages seine Frau verlassen wird, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Als die Affäre aufzufliegen droht, kommen die Dinge in Bewegung....

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht der Hautprotagonistin Grace, geschildert. Grace erzählt in einer ruhigen Art, die einen sofort mitten ins Geschehen zieht. Obwohl Grace Davids Geliebte und nicht seine Ehefrau ist, merkt man sofort, dass er der Mittelpunkt ihres Lebens ist und entwickelt im Verlauf der Ereignisse Verständnis dafür, wie es zu dieser Beziehung gekommen ist. Grace wirkt sehr sympathisch und führt so durch die Handlung, dass es kaum zu Längen kommt. Dass es doch mal dazu kommt, dass die Erzählung etwas langatmig wirkt, liegt allerdings daran, dass Grace eine leidenschaftliche Instrumentenbauerin ist. Sie kann eindrucksvoll berichten, wie Musikinstrumente hergestellt werden und welche Besonderheiten man dabei beachten muss. Das alles zeigt nicht nur, dass die Hintergründe gut recherchiert sind, sondern sorgt außerdem dafür, dass Grace noch authentischer wirkt, da man ihr die Kenntnisse und ihre berufliche Leidenschaft abnimmt.

Es gibt außerdem immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Diese verknüpfen sich im Verlauf der Handlung mit der Gegenwart und sorgen zum Ende hin für eine überraschende Wendung. Handlungsorte und Protagonisten werden von Grace so lebendig geschildert, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort und Teil der Erzählung zu sein. Dadurch kann man sich sehr gut mit den Charakteren identifizieren. Obwohl es zu Ereignissen kommt, die vorhersehbar wirken, kann man bei dieser Erzählung gut darüber hinwegsehen. Denn es gibt auch Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr gut unterhalten, da ich das Erzähltalent der Hauptprotagonistin genossen habe und mich deshalb ganz auf die Handlung einlassen konnte. Die Gefühle wurden dabei, für meinen Geschmack, glaubhaft transportiert und wirkten nicht zu überzogen. Auch wenn mir die Beschreibungen der Musikinstrumente manchmal zu ausufernd erschienen und die Handlung an diesen Stellen etwas langatmig auf mich wirkte, habe ich diese Beschreibungen als Teil von Grace gesehen, der einfach zu ihrer Person gehört.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Spannendes Katz- und Mausspiel

Die Stille des Todes von Eva Garcia Saenz

In der Kathedrale von Vitoria wird ein ermordetes Paar aufgefunden. Es ist genauso drapiert, wie die Opfer der Mordserie, die die Stadt vor zwanzig Jahren in Atem hielt. Der damalige Täter wurde gefasst und sitzt noch immer im Gefängnis. Nun steht allerdings sein erster Hafturlaub an. Ist damals überhaupt der wirkliche Mörder verurteilt worden oder ist der Mann unschuldig? Inspector Ayala ermittelt und gerät dabei selbst in große Gefahr.

...

"Die Stille des Todes" ist der Auftakt einer Reihe, in der Inspector Unai López de Ayala ermittelt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei der Hauptteil in der Ich-Form, aus der Sicht des Inspectors, geschildert wird. Es gibt allerdings auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die zunächst nicht mit dem aktuellen Geschehen in Verbindung gebracht werden können, sich aber im weiteren Verlauf ins Gesamtbild einflechten.

Es gelingt der Autorin hervorragend, sofort das Interesse an der Handlung zu wecken. Denn der Prolog, in dem Inspector Ayala den Leser ins Geschehen einführt, endet bereits mit einem Paukenschlag. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Denn der Inspector plaudert locker aus dem Nähkästchen. Er versteht es nicht nur Spannung aufzubauen, sondern auch Humor einfließen zu lassen, der dafür sorgt, dass man das Gefühl hat, ihm direkt gegenüber zu sitzen und seinem Bericht zu lauschen. Man stellt schnell fest, dass Ayala geradezu besessen davon ist, die Identität des Täters zu lüften und die Mordserie zu stoppen. Deshalb verfolgt man ein Katz- und Mausspiel, das durchgehende Spannung garantiert und in einem grandiosen Finale gipfelt.

Die Beschreibungen des Baskenlandes sind dabei so gelungen, dass man sich der Handlungsorte stets bewusst ist. Die besondere Atmosphäre schwebt regelrecht zwischen den Zeilen, sodass man das Gefühl hat, selbst durch die Gassen zu streifen und dabei die beschriebenen Orte aufzusuchen. Die Charaktere wirken außerdem sehr lebendig. Man kann sich deshalb mühelos auf die spannende Jagd nach dem Täter einlassen. Doch hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint, denn es kommt zu einigen Überraschungen.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar habe ich mich ausgesprochen gut unterhalten. Denn durch die intensiven Beschreibungen der Handlungsorte und Charaktere, konnte ich mich ganz auf die Handlung einlassen und die spannende Jagd nach dem Täter genießen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Spannender Thriller

Aschegrab von W. J. Krefting

Rachel Buchanan wird ins australische Dorf Hopetoun geschickt, um dort im Fall eines beim Spielen verschwundenen Mädchens zu ermitteln. Der Freund des Mädchens schweigt beharrlich. Was hat er gesehen? Schon bald stellt Rachel fest, dass im Jahr 1996 schon einmal ein Mädchen in Hopetoun verschwand und dass ihr Bruder danach ebenfalls verstummte.

Die Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind nicht zu übersehen. Deshalb beginnt Rachel in der Vergangenheit zu graben. Dabei stößt sie nicht nur auf alte Geheimnisse, sondern gerät selbst in große Gefahr....

Nach "Aschekinder" und "Aschemädchen" ist "Aschegrab" der dritte Band um die englische Austausch-Polizistin Rachel Buchanan. Man kann den aktuellen Ermittlungen aber auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Hauptprotagonistin interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Dabei gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn der Autor schafft es vom ersten Moment an, das Interesse am Fall zu wecken. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man sie sofort vor Augen hat und deshalb ganz ins Geschehen eintauchen kann. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden. Es kommt im Verlauf der Handlung zu einigen Wendungen, die dafür sorgen, dass man dem Ganzen gebannt folgt.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Dieser Thriller war für mich allerdings die erste Begegnung mit Rachel Buchanan. Dennoch hatte ich keine Schwierigkeiten den Einstieg in die Handlung zu finden, obwohl ich vorher keinen Band der Reihe gelesen hatte. Schreibstil, Plot und Spannungsaufbau haben mir sehr gut gefallen, sodass ich mich ganz auf die Handlung einlassen konnte. Allerdings muss ich gestehen, dass die überraschenden Wendungen für mich nicht ganz so überraschend waren. Ich lese ja hauptsächlich Bücher aus dem Spannungsbereich und deshalb habe ich bereits früh geahnt, wer hinter dem Ganzen stecken könnte. Dennoch habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten und vergebe vier von fünf möglichen Sternchen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Faszinierender Reihenauftakt

Das Lichtspielhaus - Zeit der Entscheidung von Heidi Rehn

Die Münchner Familie Donaubauer besitzt mehrere Lichtspielhäuser. Elsa Donaubauer hat für die Ehe mit Karl Wien verlassen und ihre vielversprechende Schauspielkarriere aufgegeben. Doch sie bereut diesen Schritt nicht. Denn genau wie der Rest der Familie Donaubauer lebt sie für die Lichtspielhäuser und die Welt des Films.

Selbst Alfred Hitchcock ist so begeistert von Elsa, dass er ihr eine Hauptrolle anbietet. Eines Tages ändert sich für Elsa alles, denn Karl brennt mit einer Revue-Tänzerin nach Amerika durch. Plötzlich trägt Elsa allein die Verantwortung für ihre beiden Töchter und muss ihre Stellung im Familienunternehmen behaupten.

"Das Lichtspielhaus - Zeit der Entscheidung" ist der Auftakt einer Reihe um die fiktive Münchner Kinobetreiber-Dynastie Donaubauer. Dieser Band umfasst die Jahre 1926 bis 1939. Im Zentrum der Handlung stehen Elsa und ihre Schwiegermutter Zenzi, die starken Donaubauer-Frauen, die sich in der Welt der Lichtspielhäuser behaupten müssen. Dabei müssen sie sich nicht nur mit neuen technischen Möglichkeiten, sondern auch politischen Einflüssen auseinandersetzen.

Ohne langatmiges Vorgeplänkel befindet man sich sofort mitten im Geschehen, denn Elsa wird bereits ganz am Anfang von Karl verlassen und setzt alles daran, ihre Stellung im Unternehmen zu behalten. Der Roman begeistert von der ersten Seite an, da Heidi Rehn es wieder hervorragend versteht, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat und dabei das Gefühl bekommt, selbst ein Teil des Familienunternehmens zu sein. Die Charaktere wirken authentisch, sodass man sich mit ihnen identifizieren kann. Das Schicksal hält einiges für die Familie bereit. Dadurch wirkt die Erzählung nie langweilig oder vorhersehbar.

Die Autorin webt geschichtliche Hintergründe, Filme, Schauspieler und neue Techniken gekonnt in die Handlung ein. Dadurch hat man das Gefühl, dass diese fiktive Geschichte sich tatsächlich so zugetragen haben könnte. Man taucht förmlich in die Vergangenheit ein und mag sich kaum vom Gelesenen lösen. Obwohl das Buch recht umfangreich ist, liest es sich quasi von selbst. Denn der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm lesbar.

Ich habe mich beim Lesen ausgesprochen gut unterhalten, da ich früh in den Sog der Handlung geraten bin und den Glanz der Lichtspielhäuser genossen habe. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass diese fiktive Erzählung sich so zugetragen haben könnte und bin schon ganz gespannt auf den nächsten Teil der Reihe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Eine humorvolle Lektüre, die aber dennoch Tiefgang zu bieten hat

Fünf Sterne für dich von Lucas Charlotte

Konrad Michaelsen folgt in seinem Tagesablauf nicht nur strikten Regeln, sondern versucht außerdem, alles Schlechte zu vermeiden und unbequemen Situationen aus dem Weg zu gehen. Konrad ist alleinerziehend und schreibt im Internet bezahlte Rezensionen nach Kundenwunsch. Deshalb bleibt es nicht aus, dass er auch in seinem Privatleben fleißig Sternchen verteilt und sich passende Formulierungen einfallen lässt.

Beim Elternabend geht Konrad sogar so weit, dass er die Klassenlehrer seiner Tochter bewertet und die Rezensionen in sein Notizbuch einträgt. Die junge Lehrerin wird als unerfahrenes Mäuschen eingestuft und der erfahrenere Kollege gar als Luftpumpe. Leider vergisst Konrad sein Notizbuch im Klassenraum, wo es prompt von der Klassenlehrerin gefunden und gelesen wird. Die ist von seiner Einschätzung natürlich nicht gerade angetan und sinnt auf Rache. Da Konrad der neue Elternvertreter ist, beginnt sie damit, ihn mit mehr oder weniger sinnfreien Aufgaben zu beschäftigen und ihn dadurch ins Rotieren zu bringen...

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd schaut man dabei Konrad und Pia, der jungen Klassenlehrerin, über die Schulter. Dadurch bekommt man einen guten Eindruck von den beiden Hauptprotagonisten und erfährt außerdem, was sie vom jeweils anderen halten. Der Schreibstil ist locker und sehr angenehm lesbar. Man kann sich wunderbar auf die beschriebenen Situationen einlassen und dabei den gelegentlich eingestreuten Humor genießen. Obwohl es einige humorvolle Szenen gibt, werden auch ernste Themen angeschnitten, die ganz nebenbei zum Nachdenken anregen.

Die Protagonisten wirken alle sehr lebendig und aus dem Leben gegriffen. Pia ist zwar eine junge Lehrerin, der noch die Erfahrung fehlt, aber sie ist sehr engagiert und noch nicht im Alltagstrott gefangen. Konrad wirkt, trotz seiner Prinzipien, ebenfalls sehr sympathisch. Man ahnt von Anfang an, dass er in seiner Vergangenheit etwas Schreckliches erlebt hat, das ihm noch immer nachgeht. Aus diesem Grund verschweigt er seiner Tochter Mathilda, was mit ihrer Mutter geschah. Dieses Geheimnis zieht sich beinahe durch das ganze Buch und sorgt dafür, dass man unbedingt erfahren möchte, was Konrad mit sich herumträgt. Der Liebesanteil des Romans liest sich locker und leicht. Er nimmt auch nicht zu viel Raum ein, sondern wirkt wohldosiert. Eine kitschige, überladene und zu vorhersehbare Handlung braucht man hier nicht zu befürchten.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans ausgesprochen gut unterhalten. Die Charaktere wirkten auf mich sehr lebendig, sodass ich mich ganz in die Handlung hineinversetzen und sie genießen konnte. Eine humorvolle Lektüre, die aber dennoch Tiefgang zu bieten hat!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint

The Other Couple - Böses Erwachen von Naughton

Asha schwebt im siebten Himmel, denn sie hat ihren Traummann gefunden und geheiratet. Oliver sieht gut aus, trägt sie auf Händen und ist außerdem in seinem Job so erfolgreich, dass er äußerst vermögend ist. Doch bereits auf der Hochzeitsfeier beschleicht Asha das Gefühl, dass Oliver Geheimnisse vor ihr hat.

Er verhält sich seltsam distanziert. Asha schiebt das auf den immensen Stress, unter dem Oliver steht und hofft, dass die luxuriösen Flitterwochen, die die beiden in einem Resort in Vietnam verbringen, dafür sorgen, dass die Spannungen zwischen ihnen nachlassen. Doch alles kommt ganz anders als gedacht, denn Asha erwacht in diesen Flitterwochen im Krankenhaus. Oliver ist tot und Asha kann sich an nichts erinnern! Was ist passiert?

Die Geschichte um Asha und Oliver wird in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Dabei betrachtet man abwechselnd die Hochzeitsfeier der beiden, die Flitterwochen in Vietnam und die Ereignisse nach Olivers Tod. Der Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos, denn die Autorin schafft es vom ersten Moment an, eine beklemmende Atmosphäre heraufzubeschwören, die in jedem einzelnen Handlungsstrang spürbar ist. Da die Wechsel der Handlungsstränge oft mit Cliffhangern verbunden sind, gerät man bereits früh in den Sog der Ereignisse, da man unbedingt erfahren möchte, was passiert ist und warum es überhaupt dazu gekommen ist.

Man hat beim Lesen das Gefühl, dass die beiden sich wirklich lieben. Doch dann sorgen Kleinigkeiten dafür, dass man sich nicht sicher ist. Und wenn sich dieses Gefühl einmal eingeschlichen hat, dann ist man hin- und hergerissen. Man weiß nicht, was man glauben soll und wem man hier vertrauen kann. Ist es tatsächlich alles so, wie Asha es schildert oder ist man durch die eingeschränkte Perspektive beeinflusst? Gibt es die Bedrohungen von außerhalb überhaupt oder ist Asha paranoid? Diese Zweifel sorgen dafür, dass man ganz in die beklemmende Atmosphäre und die damit verbundene unterschwellige Spannung eintauchen kann.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Handlungsorte und Charaktere werden so lebendig beschrieben, dass man sich alles mühelos vorstellen kann. Gemeinsam mit Asha macht man sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei kommt es zu einigen Überraschungen, sodass man beinahe bis zum Schluss im Dunkeln tappt und die beklemmende Atmosphäre genießen kann.

Ich habe die bedrohliche Atmosphäre von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Denn dadurch bin ich früh in den Sog der Ereignisse geraten und mochte das Buch erst aus der Hand legen, als ich am Ende angekommen war. Ich habe beim Lesen eigene Überlegungen angestellt, die ich, durch die überraschenden Wendungen, immer wieder über den Haufen werfen musste, um neu anzusetzen. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Spannendes Katz- und Mausspiel der Geheimdienste

Die stille Tochter von Sveen

Im Jahr 2016 findet ein Angler Reste einer Frauenleiche. Handelt es sich um die sterblichen Überreste der vor 34 Jahren spurlos verschwundenen Christel Heinze? Heinze war ehemalige DDR-Bürgerin und KGB-Agentin. Sie war außerdem sehr gut mit Arvid Storholt, einem bekannten Doppel-Agenten, befreundet.

Als dieser kurz nach dem Auffinden der Frauenleiche ermordet wird, beginnt Tommy Bergmann für den norwegischen Geheimdienst zu ermitteln. Bergmann stößt auf ein altes Geheimnis und schon bald weiß er nicht mehr, wem er eigentlich vertrauen kann.

"Die stille Tochter" ist bereits der vierte Band der Reihe um Tommy Bergmann. Da der Fall in sich abgeschlossen ist, kann man dem Geschehen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat. Wenn man allerdings an den beruflichen und privaten Weiterentwicklungen der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Beim Einstieg in diesen Thriller sollte man konzentriert lesen, um die unterschiedlichen Perspektiven, die zeitlichen Wechsel und die Vielzahl der Charaktere, der jeweiligen Handlungsstränge, richtig zuzuordnen und miteinander in Verbindung zu bringen. Im aktuellen Geschehen in der Gegenwart, beobachtet man Tommy Bergmann bei seinen Nachforschungen. Schon bald ahnt man, dass er einem alten Geheimnis auf der Spur ist und dass es auf keinen Fall ans Tageslicht kommen soll. Dabei weiß man schon bald nicht mehr, wem Tommy glauben und vertrauen kann. Diese Ungewissheit sorgt dafür, dass sich die Spannung recht früh einstellt. Diese Perspektive wird regelmäßig durch Rückblicke in die Vergangenheit unterbrochen. In diesen Rückblicken beobachtet man Christel Heinze, der als junge Sportlerin die Flucht aus der DDR gelang. Wenn Christel Heinze vorher geahnt hätte, welche Auswirkungen diese Flucht auf ihr Leben nehmen wird, hätte sie wahrscheinlich länger darüber nachgedacht. Man beobachtet fasziniert, wie sie in die Fänge des KGB gerät und durch ihre in der DDR verbliebene Familie erpressbar wird. Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant und verknüpfen sich im Verlauf der Handlung.

Die Atmosphäre dieses Agenten-Thrillers ist schon beinahe typisch für skandinavische Autoren. Denn sie wirkt düster, unheilvoll und etwas schwermütig. Doch diese Atmosphäre passt hervorragend zum Geschehen und erhöht den Reiz dieses Thrillers. Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man sie beim Lesen sofort vor Augen hat und dadurch ganz in das spannende Katz- und Mausspiel der Geheimdienste eintauchen kann. Allerdings sollte man beim Lesen durchgehend konzentriert bleiben, da es sonst passieren kann, dass man den roten Faden verliert.

Ich habe diesen skandinavischen Agenten-Thriller innerhalb eines Tages verschlungen. Denn die düstere und bedrohliche Atmosphäre hat dafür gesorgt, dass ich früh in den Sog der Ereignisse geraten bin. Die Ungewissheit, wer zu den Guten oder Bösen gehört und wem man eigentlich glauben oder vertrauen kann, hat diesen Sog-Effekt bei mir noch unterstützt. Obwohl ich bisher keinen Band der Reihe gelesen habe, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse fehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Spannender Insel-Krimi

Juister Mohn von Elke Bergsma; Anna Johannsen

Hauptkommissar David Büttner hat die Koffer für seinen Urlaub bereits gepackt. Doch dann macht er den Fehler, ans Telefon zu gehen, als seine Sekretärin anruft. Auf Juist wurde ein junges Paar tot aufgefunden. Es hat den Anschein, dass die beiden an einer Überdosis starben. Der Staatsanwalt fordert ausdrücklich David Büttner für diesen Fall an, da es sich bei der toten Frau um seine Nichte handelt.

In Kiel weckt das tote Pärchen das Interesse der Hauptkommissarin Lena Lorenzen, da es vor einigen Monaten in Sankt Peter Ording einen ähnlichen Fall gab, der bisher ungeklärt blieb. Lena Lorenzen nimmt Kontakt zu David Büttner auf und teilt ihm mit, dass sie ebenfalls nach Juist aufbrechen wird, um den Fall mit ihm gemeinsam zu lösen. Büttner ist davon alles andere als begeistert. Zumal sich die Wettersituation auf Juist so drastisch verschlechtert, dass die nächsten Tage nicht daran zu denken ist, die Insel zu verlassen. Büttner und Lorenzen sitzen also gemeinsam auf Juist fest. Schnell wird klar, dass der Täter ebenfalls auf der Insel sein muss. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

"Juister Mohn" ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Autorinnen Elke Bergsma und Anna Johannsen. In diesem Fall treffen zwei Kommissare, die normalerweise in den Krimireihen der jeweiligen Autorin ermitteln, aufeinander. Dass dieser Krimi aus der Feder von zwei Autorinnen stammt, fällt beim Lesen allerdings nicht negativ auf. Der Schreibstil wirkt rund und sehr angenehm lesbar.

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos. Man kann sich die beschriebenen Szenen lebhaft vorstellen und sich deshalb ganz auf die Ermittlungen einlassen. Die Protagonisten wirken ebenfalls sehr authentisch. Da sich die beiden Kommissare noch nie gesehen haben, müssen sie sich nicht nur aneinander gewöhnen, sondern auch noch ohne ihre sonstigen Partner auskommen. Diese Partner unterstützen die Kommissare allerdings telefonisch und tauchen deshalb sporadisch bei den Ermittlungen auf.

Der Fall hat es wirklich in sich und ist zunächst nicht so leicht zu durchschauen. Denn es ist nichts so, wie es auf der ersten Blick scheint. Man kann beim Lesen also eigene Ermittlungen anstellen und versuchen, dem Täter selbst auf die Schliche zu kommen. Obwohl der Krimi eher ruhig ist, macht es Spaß, dem Ganzen zu folgen. Es gibt einige Verdächtige und Spuren, denen man nur allzu bereitwillig folgt.

Krimis sind ja meine absoluten Favoriten. Dennoch kannte ich die beiden Kommissare vorher nicht, da ich bisher keinen Band der jeweiligen Reihe gelesen habe. Das hat mich allerdings keinen Moment gestört, da ich nicht das Gefühl hatte, hier etwas zu verpassen oder dass mir die Vorgeschichte fehlt. Ich habe mich also völlig unvoreingenommen auf diesen Fall eingelassen und wurde auch nicht enttäuscht. Die Handlung wirkte auf mich durchgehend interessant und es hat mir Spaß gemacht, meine eigenen Ermittlungen anzustellen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Spannende Cold-Case-Ermittlungen

Unbarmherzig von Inge Löhnig

In einem recht idyllischen Dorf werden menschliche Knochen entdeckt, die offensichtlich bereits vor Jahrzehnten verscharrt wurden. Dieser Fund weckt das Interesse von Gina Angelucci, die gerade aus der Elternzeit zurückkehrt und ihren Dienst in der Cold-Case-Abteilung der Münchner Kriminalpolizei wieder antritt.

Zunächst scheint es aussichtslos, die Identität der Toten und die Umstände ihres Todes zu entschlüsseln. Doch Gina Angelucci gibt nicht auf. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs....

"Unbarmherzig" ist nach "Gedenke mein" der zweite Band der Dühnfort-Reihe, in dem Kommissar Konstantin Dünforts Frau, Gina Angelucci, im Zentrum der Handlung steht und die Ermittlungen führt. Auf ein Wiedersehen mit Tino Dühnfort darf man sich aber dennoch freuen, da er natürlich im privaten Handlungsstrang eine große Rolle spielt und sich die beiden über den Fall austauschen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man sie unabhängig voneinander lesen. Dem aktuellen Geschehen kann man auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen, und der Weiterentwicklung der Charaktere, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge.

Der Einstieg in den Krimi gelingt mühelos, denn Inge Löhnig versteht es wieder hervorragend, das Interesse am Fall und seinen Hintergründen zu wecken. In einem kurzen Rückblick in die Vergangenheit beobachtet man, was an dem Tag geschah, an dem die beiden Menschen, deren Knochen im aktuellen Fall gefunden werden, ihr Leben verloren. Dabei wird nicht zu viel verraten, sodass man gemeinsam mit Gina Angelucci auf Spurensuche gehen, und dabei eigene Überlegungen anstellen kann.

Das Rätsel um die beiden Toten ist nicht so leicht zu durchschauen. Inge Löhnig legt Spuren aus, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Allerdings ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und deshalb muss man die eigenen Überlegungen oft überdenken und neu ansetzen. Dadurch bleibt die früh aufgebaute Spannung durchgehend erhalten. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und außerdem gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man mühelos ins Geschehen eintauchen und die Nachforschungen genießen kann.

Die rätselhaften Ermittlungen, die in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurückführen, sorgen allerdings nicht alleine für Spannung. Auch im Privatleben von Gina Angelucci und Tino Dühnfort stellt sich recht früh eine bedrohliche Atmosphäre ein. Eine unbekannte Frau beobachtet Gina, Tino und die kleine Tochter. Die beiden erfahrenen Ermittler haben kein gutes Gefühl dabei. Dieser Handlungsstrang sorgt für zusätzliche Spannung.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe mit großer Begeisterung gelesen und auch bei diesen Ermittlungen wurde ich nicht enttäuscht. Denn der alte Fall war äußerst interessant, die Charaktere lebendig und die aktuellen Ereignisse im privaten Bereich sorgten für zusätzliche Spannung. Ich bin hier voll auf meine Kosten gekommen und habe das Buch beinahe in einem Rutsch verschlungen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi