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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von KimVi:

Ernstes Thema, locker und humorvoll umgesetzt

Wir von der anderen Seite von Decker Anika

Als die Drehbuchautorin Rahel Wald langsam erwacht, kann sie gar nicht einordnen, was los ist und wo sie sich überhaupt befindet. Es ist unfassbar laut, sie kann nicht sprechen und überall sind Schläuche. Ihr kommt der Gedanke, dass sie sich von einer kleinen Operation erholt, doch die Realität sieht anders aus.

Denn Rahel war und ist krank. Und zwar richtig! Sie lag im Koma und schwebte tagelang zwischen Leben und Tod. Doch mit der Rückkehr aus dem Koma, hat Rahel es noch längst nicht geschafft. Denn sie muss sich von der anderen Seite aus wieder ins richtige Leben kämpfen. Einfache Handlungen, wie atmen, essen, stehen und gehen sind keine Selbstverständlichkeit mehr und müssen neu erlernt werden. Es gibt immer wieder Rückschläge. Auch wenn Rahel tief betroffen ist und lernen muss, worauf es im Leben wirklich ankommt, versucht sie, ihre Geschichte mit Biss und einem Augenzwinkern zu erzählen....

Die Geschichte wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Rahel, geschildert. Auch wenn ihr Körper ihr nicht mehr gehorcht und man vom ersten Moment an das Gefühl hat, dass Rahels Leben gerade völlig auf den Kopf gestellt wurde, spürt man, was für ein sympathischer, kämpferischer und humorvoller Mensch sie ist. Man kann sich von Anfang an mit ihr identifizieren und sich deshalb ganz darauf einlassen, gemeinsam mit ihr in den Kampf um die Rückkehr in ein normales Leben zu ziehen.

Der Schreibstil ist äußerst locker und humorvoll. Rahel versteht es, den Leser zu unterhalten. Obwohl das Thema sich normalerweise nicht dazu eignet, es so witzig darzustellen, trifft Rahel genau den richtigen Ton. Man kann gemeinsam mit der sympathischen Erzählerin ganz unterschiedliche Gefühle durchleben. Dabei schmunzeln, lachen, zornig oder fassungslos werden, aber sich auch manchmal verstohlen ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln wischen. Auch wenn Rahel versucht, alles mit Humor zu nehmen, merkt man doch, dass es oft ganz anders in ihr aussieht und dass der Humor wohl nur ein Versuch ist, nicht ganz die vermeintliche Kontrolle zu verlieren. Rahel wirkt lebendig, sodass man sich ganz auf ihre Geschichte einlassen und mit ihr mitfiebern kann.

Ich habe mich bei diesem Roman, der eigentlich ein recht ernstes Thema hat, ausgesprochen gut unterhalten. Denn ich konnte mich ganz auf Rahels Schilderungen einlassen. Ich habe mit ihr gelacht, geweint, bin wütend geworden und musste mir, zugegebenermaßen, dass ein oder andere Tränchen aus den Augen wischen. Dabei ist es der sympathischen Erzählerin außerdem gelungen, mich ganz nebenbei zum Nachdenken anzuregen und deshalb empfehle ich dieses Buch sehr gerne weiter.

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Spannende Ermittlungen

Im Wald der Wölfe von Linus Geschke

Der Journalist Jan Römer genießt seine Urlaubstage in einer einsam gelegenen Hütte im Thüringer Wald. Hier versucht er zu entspannen und neue Kräfte zu tanken. Doch mit der Ruhe ist es schlagartig vorbei, als mitten in der Nacht plötzlich eine blutüberströmte Frau an seine Tür klopft. Sie wirkt gehetzt, behauptet allerdings, lediglich beim Joggen gestolpert zu sein.

Nachdem die Wunden versorgt sind, kommen Jan Römer und die Frau, die sich Hannah nennt, ins Gespräch. Hannah berichtet Jan vom "Wald der Wölfe". In dem Waldstück wurden im Lauf der Jahrzehnte einige Morde begangen und die Opfer mit einem Brandzeichen versehen. Jans Interesse ist sofort geweckt. Am nächsten Morgen ist Hannah spurlos verschwunden.....

Nach "Die Lichtung", "Und am Morgen waren sie tot" und "Das Lied der toten Mädchen" ist dies bereits der vierte Band, in dem sich Jan Römer und seine Kollegin Mütze mit alten, ungelösten Kriminalfällen beschäftigen. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man diesen Teil der Reihe allerdings auch ohne Vorkenntnisse lesen. Zum besseren Verständnis der privaten Nebenhandlungen und der Weiterentwicklung der Charaktere empfiehlt es sich aber, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Bände der Reihe nach zu lesen. Für den aktuellen Fall sind diese Kenntnisse aber nicht notwendig, denn auch als Quereinsteiger kann man dem Geschehen mühelos folgen.

Linus Geschke schafft es vom ersten Moment an, das Interesse am Geschehen zu wecken. Denn man befindet sich sofort in einer unheimlichen und bedrohlichen Situation im dunklen Wald, die man nicht richtig einschätzen kann. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dabei gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die nach und nach dafür sorgen, dass sich die unterschiedlichen Puzzleteile dieses Rätsels an die richtige Stelle bewegen.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Man kann sich sowohl die Charaktere, als auch die Handlungsorte lebhaft vorstellen und sich deshalb ganz auf das rätselhafte Geschehen einlassen. Dabei merkt man, dass der Autor die Hintergründe dieser fiktiven Mordserie hervorragend recherchiert hat, sodass die Handlung glaubhaft und authentisch wirkt. Das Interesse am Fall kann durchgehend gehalten werden. Man rätselt gerne mit und versucht den Drahtzieher und sein Motiv zu enttarnen. Doch das ist gar nicht so einfach, da er sich nicht so leicht in die Karten schauen lässt. Die Spannung steigert sich langsam, aber stetig und gipfelt in einem rasanten Finale, das man so nicht erwarten konnte.

Ich habe mich beim Lesen dieses Krimis ausgesprochen gut unterhalten. Denn ich konnte mit Jan Römer und seinem Team miträtseln und mich dabei ganz auf die Handlung einlassen. Dadurch habe ich das Buch an einem Tag regelrecht verschlungen.

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Spannender Pageturner!

Jagd auf die Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 10) von Chris Carter

Lucien Folter, einer der grausamsten Killer, den das FBI je gejagt und schließlich zur Strecke gebracht hat, ist aus dem Gefängnis entkommen. Robert Hunter weiß, wie gefährlich Lucien ist, denn er kennt ihn genau. Früher waren sie Freunde, doch heute sind sie erbitterte Gegner. Ein perfider Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Lucien will Robert leiden sehen.

...

"Jagd auf die Bestie" ist mittlerweile der zehnte Fall für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man sie normalerweise unabhängig voneinander lesen. Bei diesem Teil der Serie sollte man allerdings wenigstens den sechsten Band "Die stille Bestie" gelesen haben, da der Handlungsstrang um Lucien Folter dort seinen Anfang nimmt und mit dem zehnten Fall fortgesetzt wird.

Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, denn Chris Carter versteht es wieder hervorragend, vom ersten Moment an das Interesse an der Handlung zu wecken und die bereits früh aufgebaute Spannung stetig zu steigern. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da der Autor blutige Tatorte und grausige Morde so intensiv beschreibt, dass man sie lebhaft vor Augen hat.

Man merkt vom ersten Moment an, dass Lucien Folter ein besonders intelligenter und perfider Killer ist, der gerne mit seinen Opfern und Verfolgern spielt und dabei jeden Schwachpunkt erkennt und für sich nutzt. Um seine Rache an Robert Hunter auszukosten, gibt er Rätsel auf, die den Anschein erwecken sollen, dass Hunter eine Chance hat, das Morden zu verhindern. Gemeinsam mit Robert Hunter, Carlos Garcia und einem gut aufgestellten Ermittlerteam, versucht man die Rätsel zu lösen und die Tricks des Killers zu durchschauen. Der Schreibstil ist flüssig, sehr angenehm lesbar und das Tempo konstant hoch. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag sich kaum vom Gelesenen lösen. Man fiebert förmlich mit und mag manchmal kaum glauben, zu welchen Taten der perfide Killer fähig ist und welche Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten er in die Ausführungen seiner grausamen Aktionen einberechnet. Er scheint unfehlbar. Doch dieses Gefühl hat man bei Robert Hunter auch. Die Spannung, wer dieses Duell gewinnen wird und welchen Preis er dafür zahlen muss, erzeugt ein hohes Tempo, das durchgehend gehalten werden kann.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und das Erscheinen dieses Falls geradezu herbeigesehnt, da der Cliffhanger am Ende des vorherigen Bandes meine Neugier geweckt hatte. Ich wurde auch nicht enttäuscht, da ich früh in den Sog der Handlung geriet, mich kaum noch vom Gelesenen lösen mochte und den Thriller erst aus der Hand legen konnte, als ich am Ende angekommen war.

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Gelungener Familienroman

Aber Töchter sind wir für immer von Christiane Wünsche

Anlässlich einer Familienfeier treffen sich die Schwestern Johanna, Heike und Britta in ihrem Elternhaus am Bahndamm wieder. Lange haben sie sich nicht gesehen. Obwohl sie im gleichen Elternhaus aufwuchsen, sind die Schwestern grundverschieden. Die Erinnerungen an die Eltern, die Kindheit und die bereits früh verstorbene Schwester Hermine sind ebenfalls ganz unterschiedlich.

Außerdem gibt es ein altes Familiengeheimnis, das nach all der Zeit endlich ans Licht drängt. Wie wird die Familie damit umgehen?

Der Einstieg in diesen Familienroman gelingt mühelos. Denn die Autorin versteht es hervorragend, die einzelnen Familienmitglieder in die Handlung einzuführen und sie dabei glaubhaft und äußerst authentisch wirken zu lassen. Man hat von Anfang an das Gefühl, dass es ein Geheimnis gibt oder besser gesagt, dass in dieser Familie viel geschwiegen wird und keiner so recht weiß, was der andere ahnt. Das Interesse an der Familie und ihren Geheimnissen wird sofort geweckt. Man ist gespannt, um was es geht und kann sich entspannt zurücklehnen und die jeweiligen Sichten der einzelnen Mitglieder verfolgen.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die einzelnen Familienmitglieder abwechselnd im Zentrum der Ereignisse stehen. Deshalb lernt man alle genau kennen, kann ihre Handlungen einschätzen und nachvollziehen, warum sie genauso agieren. Dabei bekommt man Einblicke in die Gegenwart und die Vergangenheit. Diese unterschiedlichen Perspektiven verknüpfen sich hervorragend und bilden nach und nach ein stimmiges Ganzes. Die Familienmitglieder wirken so lebendig, dass man mit ihnen mitfühlen und so die Familiendynamik nachvollziehen kann.

Einmal angefangen, mochte ich diesen Roman kaum noch aus der Hand legen. Denn das Schicksal dieser Familie hat mich früh in den Sog der Ereignisse gerissen. Ich konnte mich ganz auf die Charaktere einlassen, habe deshalb gespannt den Verlauf der Handlung beobachtet und das Buch beinahe in einem Rutsch durchgelesen.

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Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet von Claire Douglas

Libby Hall und ihr Mann Jamie brauchen dringend eine Auszeit, denn eine schwierige Zeit liegt hinter ihnen. Deshalb erscheint der Flyer im Briefkasten, in dem ein Ehepaar sein Haus in Cornwall für ein paar Tage zum Tausch anbietet, wie ein Geschenk des Himmels. Die beiden gehen auf das Angebot ein und glauben ihren Augen nicht zu trauen, als sie das Haus erblicken.

Es ist ein wahrer Traum. Eine überaus luxuriöse Unterkunft, die außerdem direkten Zugang zum Strand hat. Doch nach und nach häufen sich merkwürdige Vorkommnisse. Libby fühlt sich beobachtet. Ist das Einbildung oder Realität? Als Libby und Jamie überstürzt in ihre eigene Wohnung zurückkehren, kommt es auch dort immer häufiger zu sonderbaren Ereignissen. Wird Libby von ihrer Vergangenheit eingeholt?

Durch den Prolog, in dem man offensichtlich einen Mord beobachtet, wird das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Danach verläuft der Einstieg in die aktuellen Ereignisse zunächst eher gemächlich, nimmt dann aber, fast ohne dass man es merkt, unheimlich an Fahrt auf. Das Geschehen wird in der Ich-Form, aus der Sicht der Hauptprotagonistin, geschildert. Diese Erzählperspektive macht den besonderen Reiz des Thrillers aus. Libby wirkt zwar von Anfang an sympathisch, sodass man ihren Schilderungen gerne folgt und sich dabei mühelos auf ihre Gedanken und Gefühle einlassen kann, doch die unvoreingenommene Sicht auf die Ereignisse ist so nicht möglich. Kann man Libby und ihren Beobachtungen eigentlich trauen? Die Atmosphäre in der luxuriösen Tauschunterkunft ist dadurch angespannt, man weiß nicht, was man glauben soll und wem man hier eigentlich vertrauen kann. Bildet sich Libby alles ein? Denn Ehemann Jamie scheint das alles deutlich entspannter zu sehen. Die Spannung wird langsam aufgebaut und steigert sich im Verlauf der Handlung stetig. Die angespannte Atmosphäre sorgt dafür, dass man unwillkürlich in den Sog der Ereignisse gerät und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Der Schreibstil ist durchgehend flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt der Autorin nicht nur hervorragend, die angespannte Atmosphäre zwischen den Zeilen schweben zu lassen, sondern auch, Charaktere und Handlungsorte so lebendig zu beschreiben, dass man alles spontan vor Augen hat und sich ganz auf das Gänsehautgefühl einlassen kann. Rückblicke in Libbys Vergangenheit sorgen später dafür, dass man meint, die Zusammenhänge endlich zu erkennen. Doch der Autorin gelingt es hervorragend, Wendungen einzubauen, mit denen man nicht gerechnet hat. In diesem Thriller ist definitiv nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und das setzt sich bis kurz vor Schluss fort.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und dieses Exemplar hat mir ausgesprochen gut gefallen. Denn die angespannte Atmosphäre, die gerade am Anfang ständig zwischen den Zeilen spürbar war, hat bei mir für ein Gänsehaut-Feeling gesorgt, das mich förmlich durch das Buch getrieben hat. Die Wendungen, die in die Handlung eingebaut wurden, wirkten zwar etwas konstruiert, doch sie konnten mich vollkommen überraschen, sodass das Ende auf mich überhaupt nicht vorhersehbar wirkte.

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Humorvoll, locker und doch manchmal ernsthaft

Love to share - Liebe ist die halbe Miete von Beth O'Leary

Die Beziehung zwischen Tiffy und ihrem Lebensgefährten Justin ist mal wieder beendet. Das war sie schon oft, doch bisher konnte Tiffy jedes Mal in der gemeinsamen Wohnung bleiben, bis die beiden sich wieder versöhnt hatten. Doch dieses Mal ist es anders, Justin fordert tatsächlich, dass Tiffy die Wohnung verlässt.

Nun muss sie schnell eine Unterkunft finden. Doch das ist in London gar nicht so einfach, denn mit ihrem niedrigen Gehalt gibt es einfach nichts Passendes. Da Justin immer stärker auf den Auszug drängt, lässt sich Tiffy auf eine ungewöhnliche WG ein. Sie teilt sich eine Einzimmerwohnung mit Leon und nicht nur die Wohnung, sondern auch das Bett. Der Plan ist, dass sich die beiden niemals treffen werden, da Tiffy tagsüber arbeitet und Leon nur nachts. Die Uhrzeiten sind genau festgelegt, in denen sie sich in der Wohnung aufhalten dürfen. Darauf achtet Leons Freundin Kay genau. Doch das Leben und die Liebe halten sich gewöhnlich nicht an Regeln....

Das Geschehen wird abwechselnd aus der Sicht von Tiffy und Leon geschildert. Man ist sich allerdings stets bewusst, wessen Sicht der Dinge man gerade liest. Das liegt nicht nur daran, dass die Kapitel mit dem Namen des Protagonisten, der gerade erzählt, gekennzeichnet sind, sondern an den unterschiedlichen Stilen. Denn Tiffy und Leon sind grundverschieden. Tiffy ist ziemlich offen, berichtet ausführlich, hat einen ausgefallenen Kleidungsstil und verbreitet gelegentlich Chaos um sich. Leon wirkt dagegen still und eher wortkarg. Und diese Unterschiede spiegeln sich auch in den jeweiligen Kapiteln wider.

Beide Protagonisten sind sehr sympathisch. Deshalb macht es von Anfang an großen Spaß, die beiden zu beobachten. Obwohl sie sich die Wohnung und das Bett teilen, sehen sie sich über Monate nicht. Sie tauschen sich über Post-it's aus. Auch diese zeichnen sich durch den jeweiligen Stil des Verfassers aus. Das lässt sowohl die Charaktere, als auch die Handlung sehr authentisch wirken. Der Schreibstil ist locker und unheimlich leicht zu lesen. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Es gibt unheimlich viele Situationen, in denen man ganz unverhofft schmunzeln muss. Doch die Geschichte überrascht auch durch unerwarteten Tiefgang. Das macht diesen Liebesroman noch lesenswerter. In diesem Genre ahnt man ja meist recht früh, wie alles enden wird. Doch bei dieser Geschichte ist lange Zeit nicht klar, welche Wendungen die Nebenhandlungen nehmen werden und deshalb ist das Ende nicht so vorhersehbar.

Normalerweise mache ich einen weiten Bogen um Liebesromane, da die Geschichten mir meist zu vorhersehbar, rosarot und zuckersüß sind. Bei diesem Exemplar hat mich allerdings der Plot der außergewöhnlichen WG und die Kommunikation über die Post-it's gereizt. Ich wurde auch nicht enttäuscht, da ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten habe. Es gab einige humorvolle Szenen, aber auch welche mit überraschendem Tiefgang. Mir hat dieser lockere, witzige, zuweilen aber auch sehr ernsthafte Liebesroman ausgesprochen gut gefallen, sodass ich ihn gerne weiterempfehle.

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Interessante Fortsetzung, die durch deutlich lebendigere Charaktere überzeugt

Café Engel von Marie Lamballe

Wiesbaden, 1951: Nach dem Ende des Krieges beginnt das Leben sich auch im Café Engel langsam wieder zu normalisieren. Doch leider hat das Café Konkurrenz bekommen. In unmittelbarer Nähe befindet sich nun das deutlich modernere Café König. Hilde Koch erkennt die Gefahr, die von der Konkurrenz ausgeht und drängt die Eltern, auch das Café Engel endlich zu modernisieren.

Doch die wollen davon nichts hören. Hilde erhofft sich für ihre Pläne Unterstützung von ihrem Ehemann. Doch der möchte nicht nur der Handlanger im Café sein, sondern hat eigene Zukunftsträume. Da Hilde davon nichts hält, geraten die beiden in eine Krise. Auch das Liebesglück der beiden Koch-Brüder lässt auf sich warten...

Es handelt sich bei diesem Roman um den zweiten Band der "Café Engel-Saga". Im Zentrum der Handlung steht die Familie Koch, die das Café Engel im Wiesbadener Kurviertel führt. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Da diese immer mit dem Namen des Protagonisten, der gerade im Zentrum der Ereignisse steht und dem entsprechenden Datum gekennzeichnet sind, fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt relativ mühelos. Die Autorin streut kleine Details aus dem ersten Band in die Handlung ein, sodass die Erinnerung an die damaligen Ereignisse und die Akteure schnell wieder lebendig wird. Das Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren und einigen neuen Protagonisten ist wirklich gelungen, denn man fühlt sich im Café Engel sofort wieder heimisch.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen und wieder ganz ins Geschehen eintauchen. Dieses Mal wirken die Charaktere deutlich lebendiger. Im letzten Band hatte man gelegentlich das Gefühl, sie etwas distanziert zu betrachten, doch in diesem Teil der Saga konnte man sich mehr auf sie einlassen und mit ihnen mitfiebern.

Ich habe bereits den ersten Band mit großem Interesse gelesen und mich nun über ein Wiedersehen mit der Familie Koch gefreut. Dieser Teil der Saga hat mir besser gefallen als der vorherige, da die Charaktere auf mich lebendiger wirkten und ich mich so leichter auf die Handlung einlassen konnte. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht und freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung.

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Spannend

Café Engel von Marie Lamballe

Lauren ist gerade Mutter von Zwillingen geworden. Sie erholt sich von der recht schwierigen Geburt auf der Entbindungsstation. Nachts steht plötzlich eine Frau an ihrem Bett und will eines ihrer Kinder gegen ein Kind von Lauren eintauschen. Lauren ist entsetzt. Sie kann sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen und einen Notruf absetzen.

Da die geheimnisvolle Frau spurlos verschwunden ist und von keinem gesehen wurde, glaubt Lauren niemand. Der Polizistin Harper kommt die Sache allerdings merkwürdig vor, deshalb stellt sie Nachforschungen an. Lauren ist sich außerdem sicher, dass die Frau wiederkommen und die Kinder tauschen wird....

Bereits auf den ersten Seiten wird das Interesse an der Geschichte geweckt. Denn ein mitreißender Prolog macht neugierig auf die Ereignisse, die nun folgen. Das Geschehen wechselt dabei zwischen zwei Perspektiven, in denen abwechselnd Lauren und die Ermittlerin Harper im Zentrum stehen.

Der Einstieg in diesen Spannungsroman gelingt mühelos. Denn der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Handlungsorte und Protagonisten werden so beschrieben, dass man alles lebhaft vor Augen hat. Man kann sehr gut nachvollziehen, dass Lauren sich mit ihrer Mutterrolle zunächst identifizieren muss und erstmal etwas überfordert wirkt. Als dann noch die geheimnisvolle Frau auftaucht und den Kindertausch vorschlägt, gerät man unwillkürlich in den Sog der Ereignisse. Doch recht bald stellt man sich die Frage, ob diese Frau real ist oder nur in Laurens Einbildung existiert. Man ist hin- und hergerissen, weiß nicht, wem man glauben oder vertrauen soll. Dadurch baut sich nicht nur eine bedrohliche Atmosphäre, sondern auch eine unterschwellige Spannung auf, die dafür sorgt, dass man förmlich durch die Seiten fliegt.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans ausgesprochen gut und spannend unterhalten. Einmal angefangen, mochte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn die bedrohliche Atmosphäre und die unterschwellige Spannung haben mich schnell in den Sog der Ereignisse gerissen.

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Spannender Pageturner!

Küstenstill von Elias Haller

Nach zwanzig Jahren beim BKA, kehrt Hardy Finkel in seine alte Heimat, die Ostseeregion, zurück. Hardy hat kaum Zeit seine Partnerin Greta Silber kennenzulernen, da die beiden bereits am ersten Tag zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche gerufen werden. Als Fotos und kryptische Botschaften bei Instagram auftauchen, wird schnell klar, dass der Täter ein perfides Spiel mit den Ermittlern treibt.

Außerdem wird an Hardys Privatadresse ein Paket mit haarsträubendem Inhalt geliefert. Was hat das alles zu bedeuten? Können die beiden Ermittler dem Täter auf die Schliche kommen?

Der Einstieg in den Thriller gelingt mühelos, denn Elias Haller versteht es wieder hervorragend, früh das Interesse zu wecken und Spannung aufzubauen. Diese bleibt nicht nur durchgehend erhalten, sondern steigert sich im Verlauf der Handlung sogar noch. Der Fall ist nicht so leicht zu durchschauen und gibt immer wieder Rätsel auf. Wenn man meint, dass man bei den eigenen Ermittlungen einen Schritt vorangekommen ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die angestellten Vermutungen überdenken und neu ansetzen muss. Dieser Fall hat es wirklich in sich. Man ist beim Lesen hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten und kann sich im großen Finale sogar noch steigern.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Die Charaktere wirken ebenfalls authentisch. Man kann sich mit ihnen identifizieren und mit ihnen mitfiebern. Berufliche und private Hintergrundinformationen zu den beiden Ermittlern, drängen sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sorgen aber dafür, dass die beiden lebendig wirken und man gerne mehr von ihnen erfahren möchte.

Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und die von Elias Haller lese ich besonders gerne. Bisher habe ich alle Bände der Reihen um Erik Donner und Klara Frost mit Begeisterung verschlungen. Deshalb war ich sehr gespannt auf Hardy Finkel und Greta Silber. Ich wurde auch nicht enttäuscht, denn der Fall hat mich bereits nach kurzer Zeit in seinen Bann gezogen, sodass ich das Buch nur ungern aus der Hand legen mochte. Die Spannung war für mich durchgehend spürbar und die Identität des Killers hat mich wirklich überrascht. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb auch alle fünf Sternchen und würde mich sehr über ein Wiedersehen mit dem sympathischen Ermittler-Duo freuen.

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Faszinierend

Das Labyrinth des Fauns von Cornelia Funke; Guillermo Del Toro

Spanien, 1944: Gemeinsam mit ihrer hochschwangeren Mutter, folgt Ofelia dem Stiefvater und zieht in eine ehemalige Mühle um. Das neue Heim ist von einem dichten Wald umgeben. Hier regiert Ofelias Stiefvater unbarmherzig seine Truppe, denn er hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Rebellen, die im Widerstand aktiv sind und sich im Wald verstecken, zur Strecke zu bringen.

Doch auch im Privatleben agiert der Stiefvater unbarmherzig und grausam. Es scheint so, als ob er kein Herz hätte. Deshalb folgt Ofelia der Fee, die sie in den dichten Wald führt, bereitwillig. Dort trifft sie auf einen geheimnisvollen Faun, der ihr drei Aufgaben stellt. Ofelia gerät immer tiefer in den Bann der märchenhaften Welt. Kann sie dem Faun vertrauen und die Aufgaben erfüllen?

"Das Labyrinth des Fauns" ist die Romanfassung zum Film "Pans Labyrinth" von Guillermo del Toro. An der Handlung des Films wurde von Cornelia Funke nichts verändert, allerdings ergänzen kurze, märchenhafte Episoden, die aus ihrer Feder stammen, das Ganze. Diese Einschübe lassen das Geschehen noch abgerundeter wirken.

Die Umsetzung, aus der Handlung des Films einen Roman zu erschaffen, ist der Autorin hervorragend gelungen. Denn vom ersten Moment an, spürt man eine magische, aber auch düstere Atmosphäre, die dazu einlädt, sich ganz auf das abenteuerliche Geschehen einzulassen. Der dunkle Wald, die Bedrohung durch den brutalen Stiefvater, die sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Mühle zu spüren ist und die Magie, von der man nicht genau sagen kann, ob sie nun harmlos oder etwa auch grausam und gefährlich ist, üben einen geradezu faszinierenden Reiz aus, dem man sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr entziehen kann.

Dabei betrachtet man das Geschehen aus wechselnden Perspektiven. Die Wechsel sind allerdings so gelungen, dass man sich stets bewusst ist, wo die Handlung sich gerade zuträgt und wer im Zentrum steht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Da es stellenweise sehr grausam zugeht, ist diese märchenhafte Geschichte nicht für jüngere Leser geeignet.

Mich konnte die Autorin mit dieser magischen Geschichte von Anfang an begeistern. Die düstere Atmosphäre war für mich durchgehend spürbar und hat dafür gesorgt, dass ich das Buch bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen konnte. Deshalb vergebe ich alle fünf Bewertungssternchen und eine begeisterte Leseempfehlung.

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