Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anja:
berührend aber mit teils anstrengender Protagonistin
Das Licht von tausend Sternen von Leonie Lastella
Auf dem College lernt Harper Ashton kennen. Er gefällt ihr, aber eigentlich hat Harper keine Zeit für Dates, weil sie sich zusammen mit ihrer Mutter um ihren autistischen Bruder kümmern muss. Je mehr Ash ihr Herz erobert, desto schwerer fällt es Harper, an ihrem geregelten Alltag festzuhalten.
Leichte Kost ist die Geschichte nicht.
Denn obwohl die Liebesgeschichte durchaus zart und locker beginnt, tragen beide Figuren viel emotionalen Ballast mit sich herum, der immer wieder herausbricht.
Eigentlich hat mir das Buch gefallen. Ich mochte den Mix aus der Liebesgeschichte und der Ernsthaftigkeit, die die Handlung durch beide Familiengeschichten bekommt. Gleichzeitig war ich aber gerade mit Harpers Verhalten nicht immer einverstanden.
Abwechselnd schildern Harper und Ash das Geschehen in der Ich-Perspektive und geben dabei jeweils Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle sowie ihre Vergangenheit und ihre Lebensumstände, die sie einander nicht sofort preisgeben.
Der Erzählstil ist anschaulich und sehr flüssig.
Harpers Alltag dreht sich hauptsächlich um ihren jüngeren Bruder. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie Tageszeiten abgestimmt, wer sich wann um Ben kümmert. Für den autistischen Jungen können kleinste Abweichungen vom gewohnten Alltag zum Problem werden. Und so wird Harpers Wunsch, sich mit Ash zu treffen, schnell zu einem Konflikt, den sie zunächst vor allem mit sich selbst aushandelt. Ihr innerer Kampf zwischen Verantwortungsgefühl und Pflichtbewusstsein sowie dem Wunsch, ihr Leben frei und flexibel zu gestalten, ist durch die Beschreibungen nachvollziehbar und auch verständlich. Doch der Weg, den Harper wählt, fand ich nicht immer richtig. Sie beginnt Dinge zu verschweigen und bringt Bens Abläufe aus einer Laune heraus durcheinander, obwohl die Konsequenzen absehbar sind. So sympathisch sie mir als fürsorgliche Schwester auch war, fand ich ihr mehr und mehr egoistisches Verhalten zunehmend anstrengend. Auch wenn ich sie trotz allem bis zu einem gewissen Grad verstehen konnte. Dennoch hatte ich wenig Mitleid, als die selbstverursachte Situation später mehrfach über ihr zusammenbricht und für jede Menge Drama sorgt.
Besonders die Passagen, in denen Ben vorkommt, habe ich als sehr intensiv und berührend empfunden.
Aber auch Ash hat ein bewegendes Schicksal. Seine schmerzhafte Vergangenheit belastet ihn immer noch schwer, wodurch er teilweise auch etwas überzogen reagiert.
Nicht nachvollziehbar war für mich, warum er sich nach einer ersten kurzen Begegnung sofort auf Harper fixiert. Die Gefühlsentwicklung ging extrem schnell.
Das Ende fand ich total super. Hier hätte ich mir gewünscht, dass es noch ein paar Seiten weitergeht.
Fazit
Zwei Hauptfiguren mit jeder Menge emotionalem Ballast und jede Menge Geheimnisse und Halbwahrheiten sorgen für einiges Drama. Besonders die Passagen über den autistischen Ben fand ich sehr bewegend. Und auch Ashs Schicksal konnte mich berühren. Probleme hatte ich allerdings mehrfach mit dem Verhalten der Figuren, besonders von Harper, deren innerer Konflikt zwar total nachvollziehbar ist, die in meinen Augen aber mehrfach den falschen Weg wählt und sich damit in große, oft unnötige, Schwierigkeiten bringt.
Wichtige Thematik kindgerecht eingebunden
Der magische Blumenladen, Band 11 - Hilfe per Eulenpost von Gina Mayer
Ich hatte bisher kein Buch der Reihe gelesen, war aber neugierig auf den Aspekt der Umweltverschmutzung, der hier thematisiert wird. Dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt – zu allen beteiligten Figuren, sofern sie schon bekannt waren, gibt es kurze Infos. Das Zauberladenkonzept bleibt etwas vage, zum Verständnis reicht es aber trotzdem.
Da ich das Buch als eBook gelesen haben, in dem sich nur einige schwarz/weiß-Grafiken befanden, kann ich zur Aufmachung des Buches wenig sagen.
Die Sprache ist einfach, bildhaft und leicht verständlich.
Violet fährt mit ihren Freunden Jack und Zack zu ihren Großeltern ans Meer, um dort Urlaub zu machen. Die malerische Badebuch ist allerdings voller Müll. Und kaum haben sie diesen aufgesammelt, sieht es am nächsten Tag schon wieder genauso schlimm aus. So machen sich die Freunde daran, die Ursache der Müllberge herauszufinden.
Ich muss zugeben, dass ich mir den Aspekt der Umweltverschmutzung ein wenig komplexer gewünscht hätte. Die ganze Thematik bleibt sehr einfach gehalten, was sicher kindgerecht ist, aber für ab 8-jährige meiner Ansicht nach etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können.
Dennoch werden bereits mit diesen einfachen Ausführungen die erschreckenden Auswirkungen der Plastikflut für Umwelt und Tiere deutlich und alltäglich umsetzbare Alternativen aufgezeigt.
Eingebunden ist die ganze Problematik in einen kleinen Detektivfall, der sich überraschend anders entwickelt, als es auf den ersten Blick scheint. Die Blumenmagie spielt bei der Auflösung zwar eine wichtige Rolle, nimmt ansonsten aber nur wenig Raum innerhalb der Geschichte ein.
seichte Unterhaltung ohne Überraschungen
Wrong Number, Right Guy von Teagan Hunter
Durch eine verwechselte Telefonnummer kommen Delia und Zach in Kontakt. Sie schreiben sich wochenlang Nachrichten und beginnen zu flirten. Doch sollen sie sich wirklich treffen?
Das Buch liest sich sehr zügig, auch aufgrund der zahlreichen kleinen Chatverläufe, die in den Text eingebunden sind. Gerade im ersten Teil waren es mir aber etwas zu viele Nachrichten, es gibt kaum Szenen mit tatsächlicher Handlung.
Und da die zwei auch oft zusammenhanglose Nichtigkeiten austauschen und einfach rumalbern, ist es dadurch schwer, die Figuren zu greifen zu bekommen.
Wahnsinnig viel passiert auch den Rest des Buches dann nicht mehr. Es wird zwar nicht direkt langweilig, die Überraschungen bleiben allerdings auch aus. Abgesehen von einigem unnötigen Drama kurz vor Schluss plätschert die Geschichte stetig vor sich hin.
Dass die zwei sich, versteckt hinter der Anonymität, näher kommen und sich auch trauen, viele freche Sprüche abzulassen, fand ich durchaus nachvollziehbar. Insgesamt bleibt es aber oberflächliches Geplänkel, dass sicher oft lustig sein sollte, was ich aber selten so empfunden habe (Übersetzungsproblem?). Schlagfertig sind die beiden dann auch im direkten Kontakt, was sie sympathischer macht, sodass ich die Entwicklung vom eher inhaltlosen Austausch mit einem Fremden zur zunehmenden Vertrautheit schon interessant fand.
Aber: der Kerl kauft eine Babyziege, die er dann im Käfig hält. Bitte?! Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es sich hierbei um einen Übersetzungsfehler handelt und eigentlich ein anderes Tier gemeint ist. Und da diese Ziege eine relativ große Rolle in der Geschichte spielt, fiel es mir schwer, die Handlung rund um das Tier ernst zu nehmen…
Fazit
Seichte Unterhaltung ohne Überraschungen. Viele kleine Chatnachrichten dominieren das Buch, wodurch nur wenig Handlung entsteht und es mir schwer fiel, einen Bezug zu den Figuren aufzubauen. Dass dann noch zum Spaß eine Babyziege gekauft wird, die im Käfig gehalten und durch die Gegend gefahren wird, fand ich auch sehr befremdlich. Dennoch fand ich die zufällige Entwicklung von Fremden zu Freunden nicht uninteressant, hätte mir aber einen weniger vorhersehbaren Handlungsverlauf (ohne Ziege) gewünscht.
actionreich und spannend, aber rätselhafter Protagonist
Secret Protector, Band 1 - Tödliches Spiel von Andrew Lane
Bei der Premiere eines neuen Videospiels wird der Bruder der Profi-Gamerin Una entführt. Lukas, der als Kellner vor Ort ist, versucht noch, die Entführer zu verfolgen. Ohne Erfolg.
Ihre Forderung: Una soll bei der Gaming-Weltmeisterschaft verlieren.
Gelingt es Lukas und Una, ihren Bruder zu retten?
Die Geschichte ist interessant und sie ist spannend, aber gerade Lukas bleibt so vage, dass bei mir nach dem Lesen noch einige Fragezeichen bleiben.
Lukas lebt in einem Wohnwagen. Er versucht, nicht aufzufallen und zieht spätestens dann von Ort zu Ort, wenn er zu viel Aufmerksamkeit erregt hat. Er weiß unglaublich viel über Waffen und Technik. Doch Lukas – und auch der personale Erzähler – gibt sehr wenig von sich preis, sodass auch ich mir bis zuletzt kein wirkliches Bild von ihm machen konnte. Nicht mal sein Alter wird eindeutig erwähnt, sodass der Protagonist für mich diese schwer greifbare Person bleibt, die er sein will – was ich beim Lesen aber eher als störend empfunden habe. Woher hat er in seinen jungen Jahren (er dürfte so Anfang 20 sein) all dieses fundierte Wissen und seine kämpferischen Fähigkeiten?
Im Klappentext wird er als „der Secret Protector“ beschrieben, als wäre genau dies sein Job. In der Handlung gerät er aber eigentlich nur zufällig in das Geschehen und trumpft dann mit seinen Fähigkeiten auf. Also, wer oder was ist Lukas und warum tut er, was er tut?
Vielleicht werden die Folgebände etwas Aufschluss geben…
Entführungen, Verfolgungsjagden, diverse Angriffe, Fluchten und Kämpfe – die Handlung ist ereignisreich und actionreich. Dabei empfand ich einige Geschehnisse als übertrieben und unrealistisch dargestellt. Effekthascherei.
Dennoch habe ich das Buch gern gelesen. Das Tempo der Geschichte ist hoch und es gibt viele gefährliche Situationen, sodass die Handlung durchweg spannend ist.
Am Ende ist der Fall recht abrupt abgeschlossen, sodass Lukas im nächsten Band wohl ein neuer „Auftrag“ erwarten wird.
Fazit
Spannend, aber teils übertrieben und unrealistisch dargestellt. Dennoch ist die Geschichte dank des hohen Tempos und zahlreicher gefährlicher Ereignisse spannend. Nur Lukas finde ich wenig greifbar – auch wenn dies seiner Natur entspricht und es vermutlich entsprechend gewollt ist, finde ich es dadurch schwierig, einen Bezug zu ihm aufzubauen und sein Handeln nachzuvollziehen.
leider etwas zäh - 3,5 Sterne
Lips Don't Lie 19.05.2020. Paperback / softback. von Scott Ginger
Riley ist neu in der Gegend. Ihr größter Wunsch ist es, Baskettball zu spielen, doch auf dem örtlichen Platz zeigen ihr die Jungs die kalte Schulter, bis sie zu drastischen Maßnahmen greift.
Tristan ist Mitglied einer berühmt berüchtigten Gang. Dealen und Gewalt stehen an der Tagesordnung und auch mit dem Tod wird er häufig konfrontiert.
Dass er Riley mag, darf er nicht zeigen und versucht sie deshalb zu vertreiben. Sonst könnte es für sie beide gefährlich werden…
Riley ist eine sympathische Protagonistin. Nach dem Verschwinden ihrer Mutter hat sich ihr Leben stark verändert. Sie sorgt sich liebevoll um ihren Vater, kämpft verbissen für ihre Ziele und geht freundlich auf ihre Mitmenschen zu. Dass Tristan etwas in ihr berührt, bringt sie aus dem Konzept, besonders weil er sich oft wie ein Mistkerl verhält.
Der 17-jährige Tristan wurde sozusagen in die Gang hineingeboren. Er kennt kein anderes Leben und hat sich ein Stück weit damit abgefunden – zumal ein Ausstieg nahezu unmöglich ist. Obwohl er oft gezwungen ist, schlimme Dinge zu tun und manches durchaus auch cool findet, zieht er für sich dennoch Grenzen. Er versucht, seine Familie und Freunde zu schützen – und hält dafür oft den eigenen Kopf hin. So versucht er auch, Riley durch seine Unfreundlichkeit auf Abstand zu halten, um die Aufmerksamkeit des Gangführers nicht auf sie zu lenken.
Auch Tristan fand ich im Verlauf sympathisch, da sein ätzendes Verhalten gutgemeinte Gründe hat. Die beginnende Freundschaft mit Riley setzt ein Umdenken in ihm in Gang, doch die Gefahren, die ihn umgeben, kann er nicht einfach hinter sich lassen.
Abwechselnd schildern die beiden das Geschehen in der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühlswelt.
Ich bin ein wenig enttäuscht von der Geschichte, da in meinen Augen mehr Potential vorhanden war, die Story mich letztlich aber einfach nicht so richtig fesseln konnte. Zwar ist das Buch zu keinem Zeitpunk uninteressant, die latent vorhandene Gefährlichkeit der Gang bleibt aber oft so weit im Hintergrund, dass Spannungsmomente ausbleiben. Hier hätte ich mir wohl einfach mehr Ganggeschehen und insgesamt ein höheres Tempo erhofft. Stattdessen werden die Passagen, wie Tristan Aufträge erledigt, oft ausgespart. Nur in wenigen Szenen wird es wirklich aufregend und dramatisch – diese Passagen haben mir unglaublich gut gefallen. Die restliche Zeit plätschert das Geschehen aber leider oft vor sich hin. Dennoch schildert die Handlung eindringlich, wie Perspektivlosigkeit und Verzweiflung das Handeln bestimmen können. Die Stimmung ist entsprechend oft betrübt, hoffnungslos und düster. Auf dieser Ebene hat mir das Buch durchaus gefallen. Riley ist ein Lichtblick in einem von Gewalt und Angst geprägten Viertel. Zwar wird auch sie oft von den Umständen und der Sorge ihrer Mitmenschen eingeschüchtert und beginnt an der Umsetzbarkeit ihrer Träume zu zweifeln, dennoch arbeitet sie beharrlich weiter und verliert auch nicht den Glauben an das Gute um sie herum.
Zwar gibt es durchaus eine Lovestory, aber nicht so dominant, wie ich aufgrund des Klappentextes gehofft und erwartet hätte, und so hinterlässt die Geschichte auch auf emotionaler Ebene nur wenig Spuren, obwohl die Gefühle der Figuren durchaus eine große Rolle spielen. Zwar sind die Gedankengänge der Jugendlichen, ihre Hoffnungen, Zweifel und Ängste nachvollziehbar, wriklich berühren konnte mich das Geschehen aber nur selten.
Fazit
Auf einen interessanten Start folgt leider eine eher ereignislose Story, bis die Spannung und Dramatik kurz vor Schluss explosionsartig zuschlagen. Leider werden diese Ereignisse aber dann auch sehr schnell aufgelöst.
Der Klappentext weckte bei mir bezüglich Liebesgeschichte und Ganggeschehen falsche Erwartungen – beides bleibt eher im Hintergrund, während es viele Einblicke in die beiden Teenager gibt, die sich zahlreiche Gedanken über ihre (ausweglose?) Zukunft oder über einander machen. Intensiv wird aufgezeigt, wie Wohnort und soziales Milieu das Leben bestimmen und verändern können. Wirklich fesseln, berühren oder überraschen konnte mich die Geschichte aber leider nur in wenigen Momenten.
hatte mir mehr von dem Buch versprochen
V is for Virgin von Kelly Oram
Ich liebe Cinder & Ella. Und nachdem V is for Virgin sogar als einer von Brians Filmen im Buch erwähnt wird, war ich total gespannt auf die Story. Leider konnte sie meine (zu hohen?) Erwartungen nicht erfüllen.
Das Thema an sich ist interessant und die Message wichtig: Niemand sollte unter Druck oder aus Zwang Sex haben, wenn er/ sie noch nicht bereit dafür ist.
Die Umsetzung konnte mich nach einem interessanten Start dann aber nicht überzeugen. Das ganze Thema wird so unglaublich aufgebauscht und kommerzialisiert, dass es für mich am Ende irgendwie die Aussage verfehlt. Vals Absichten mögen zwar gut sein, allerdings verrennt sie sich so in ihrem Projekt, dass sie immer weniger Akzeptanz für diejenigen zeigt, die sich bewusst für einen anderen Lebensstil entscheiden.
Zudem fehlt mir in der Story einfach etwas. Hier hat auch der Klappentext falsche Erwartungen geweckt, denn Kyle spielt nur eine sehr kleine Rolle.
Val wird von ihrem Freund verlassen, nachdem sie ihm erklärt, bis zur Hochzeit mit dem Sex warten zu wollen. In der Schule wird sie verspottet, doch sie erklärt sich mutig der kompletten Schülerschaft und verteidigt ihr Vorhaben. Ihr Statement landet im Netz und schlägt dort große Wellen. Val erkennt, dass sich zwischen vielen dummen Kommentaren gleichgesinnte finden: Mädchen und Jungen, die noch nicht bereit sind, warten wollen, oder bereuen, dass sie sich vom ihrem Partner zum Sex haben drängen lassen…
Und so beschließt Val, auch diesen Mädchen und Jungen zu helfen und ihnen Gehör zu verschaffen.
In der Folge wird sie zur Kultfigur. Die Medien reißen sich um sie. Nicht zuletzt, weil auch ein berühmter Rockstar, ehemaliger Schüler ihrer Schule, das Thema aufgreift. Abgesehen von dem ständigen Streit mit Kyle war mir Vals folgender Weg zu glatt. Ihr Projekt wird immer größer, in der Schule ist sie plötzlich superbeliebt… Auch ein Thema das unglaublich aufgebauscht wird und dadurch unnötig Raum einnimmt.
Was mir fehlt, ist Kyle. Am Anfang treffen die zwei aufeinander. Er belächelt sie, für ihre Einstellung. Sie verteidigt ihre Haltung. Sie streiten. Und dann geht Kyle in meinen Augen unter. Und so bleibt auch die Liebesgeschichte, die der Klappentext verspricht, auf der Strecke. Dabei verhält sich Kyle in den wenigen Szenen oft daneben, gleichzeitig wird aber angedeutet, dass er mehr ist, als sein Rockstar-Image vermuten lässt. Erst der Epilog ermöglicht nochmal einen anderen Blick auf ihn und macht neugierig, wie es weitergeht.
Im Gegensatz zu „Cinder & Ella“ habe ich das Gefühl vermisst, die Geschichte konnte mich nicht berühren.
Fazit
Die Geschichte liest sich super zügig und die Message ist wichtig. Dennoch fehlte mir einfach etwas. Die Handlung kommt nicht wirklich in Fahrt, es plätschert oft vor sich hin. Abgesehen von einer Menge Streit bleiben die Gefühle auf der Strecke. Highschool-Rankings nehmen unglaublich viel Raum ein und Val schießt mit ihrem Handeln oft über das Ziel hinaus. Die ganze Geschichte nimmt oft einen unrealistischen Verlauf, sodass die eigentliche Aussage mit der Zeit verloren geht.
witzig, gefühlsgeladen und überraschend
Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss von Falk Alana
Die 18-jährige Studentin Erin ist eine Rachegöttin. Ihre Aufgabe ist es, Männern in Hades Auftrag durch einen Kuss die Seele zu rauben.. Als sie Arden begegnet, beginnt Erin mit ihrem Schicksal zu hadern. Eine Beziehung ist für die zwei nicht möglich, denn ihr Kuss wäre für ihn zu gefährlich…
Die Idee der Geschichte fand ich total spannend: College-Romanze trifft griechische Mythologie.
Dabei ist es allerdings nicht notwendig, sich in der Welt der Götter besonders gut auszukennen. Alles notwendige wird verständlich erklärt. Auch nehmen die mythologischen Verstrickungen nicht zu viel Raum ein bzw. die Ereignisse beschränkt sich auf eine übersichtliche Menge an Namen und Legenden, denen man leicht folgen kann. Am Ende bleiben nur wenige Fragen zu den Götterverstrickungen offen, die hoffentlich im zweiten Band beantwortet werden.
Erin und Arden schildern das Geschehen jeweils aus der Ich-Perspektive und geben Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Der Schreibstil hat mir dabei super gefallen: nah an den Figuren, intensiv in den Gefühlsbeschreibungen und gleichzeitig immer wieder witzig.
Erin ist eine sympathische Protagonistin. Nach einem schweren Schicksalsschlag ist sie als Teenager in den Handel mit Hades hineingeraten. Für den Seelenraub setzt sie sich klare Regeln. Doch je mehr sie herausfindest, desto mehr beginnt sie zu zweifeln. Sie ist innerlich zerrissen, denn ihr Handeln hat Auswirkungen auf verschiedene Personen. Es fällt Erin schwer, sich zu entscheiden, was sie tun soll. Sie schwankt und hadert und dreht sich im Kreis. Sie klammert sich an jeden Strohhalm und agiert dadurch auch mal naiv und übereilt. Dieses Ringen mit sich selbst ist nachvollziehbar geschildert, sodass es mir leicht fiel, mich in Erin hineinzudenken.
Auch Arden war mir direkt sympathisch. Er ist freundlich und hilfsbereicht. Doch während Erins Gründe, sich gegen die Anziehung zu Arden zu wehren, offensichtlich sind, hält auch Arden etwas zurück, sodass ich neugierig darauf war, seine Beweggründe zu erfahren.
Durch die Annährung der zwei Protagonisten und Erins Suche nach einem Ausweg gibt es abwechselnd spannende und gefühlsgeladene Passagen. Auch wenn die Figuren dabei nicht immer so recht vom Fleck kommen, fand ich das Geschehen durchweg interessant.
Zudem habe ich die ganze Zeit mit einem großen Knall gerechnet. Ich habe bereits einige Bücher von Alana Falk gelesen – auf plötzliche Wendungen muss man immer gefasst sein. Mit diesem Handlungsverlauf habe ich aber dennoch absolut nicht gerechnet. Und das Schöne ist: Es fügt sich alles absolut schlüssig zusammen, hat sich mit aber zu keinem Zeitpunkt angedeutet…
Am Ende bleibt noch vieles offen, sodass ich froh bin, dass Band 2 bereits im Sommer scheinen soll.
Fazit
Packende Story mit sympathischen Figuren. Die mythologischen Verstrickungen sind spannend, aber nicht zu kompliziert, sodass man auch ohne Wissen über die griechischen Götter leicht folgen kann. Die inneren Konflikte sind genauso interessant zu verfolgen wie die Suche nach einem Ausweg. Und auch in diesem Roman konnte Alana Falk mich mit einer plötzlichen Wendung total überraschen. Der Schreibstil ist locker, anschaulich und voller Witz und Emotionen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen.
sehr geringer Fantasyanteil…
Priest of Bones von Peter McLean
Der Klappentext hatte mich neugierig auf das Buch gemacht – allerdings weckt dieser etwas falsche Erwartungen. Der übernatürliche Anteil der Geschichte ist nämlich ziemlich gering. Über weite Strecken der Handlung spielt Magie sogar gar keine Rolle.
Stattdessen ist es eher ein Gangster-Krimi in einem historisch-fiktiven Setting voller Lug, Betrug und Intrigen.
Tomas Piety kehrt nach dem Krieg mit seiner Truppe, deren Anführer er während der Kämpfe geworden ist, in seine Heimatstadt zurück. Bevor er der Armee beitreten musste, war er ein berüchtigter Geschäftsmann, dem Gasthäuser, ein Bordell und ein Kasino gehörten. Doch während seiner Abwesenheit hat sich in der Stadt einiges verändert. Fremde haben seine Geschäfte an sich gerissen und Tomas setzt alles daran, sich seinen Besitz zurückzuholen. Kampfbereite Männer, die für einen entsprechenden Lohn ihr Leben riskieren, hat er schließlich im Gepäck… (Und einer davon, der aber gar nicht den ganzen Roman lang anwesend ist, ist magisch begabt. Dieser Aspekt kommt aber erst in den letzten Kapiteln überhaupt zum Tragen.)
Zu Beginn des Buches gibt es einen Stadtplan – hilfreich, da immer wieder Orte, Straßen und Wege beschrieben werden – sowie eine Übersicht über die Figuren – seeehr lang, habe ich mir während des Lesens nicht weiter angeschaut, fand das Figurenkonstrukt trotz vieler Beteiligter auch so durchschaubar – nicht zuletzt, da etliche Fakten mehrfach wiederholt werden.
Tomas ist der Ich-Erzähler der Geschichte und gewährt damit nur einen begrenzten Blick auf die Vorgänge in der Stadt. Während des Krieges hat er die Anführerrolle seiner Gruppe übernommen und sich zum Priester weihen lassen. Dies lässt Tomas aber nicht vor Gewalt und Blutvergießen zurückschrecken. Er hat seine eigenen moralischen Vorstellungen, an die er sich hält – und die ihn in einigen Szenen trotz aller Gewalt tatsächlich sympathisch machen. Dabei behandelt er seine Männer, sofern sie es seiner Meinung nach verdienen, mit Respekt, schreckt aber auch vor harten Strafen in den eigenen Reihen nicht zurück. Wer sich an seinem Eigentum vergriffen hat, muss mit einer blutigen Rache rechnen.
Und so dreht sich die Geschichte darum, wie Tomas nach der Rückkehr versucht, seine Position in der Heimat zurückzuerobern. Es gibt zahlreiche blutige Kämpfe, teilweise detaillierte Beschreibungen von Wunden inklusive. Aber noch mehr gibt es Intrigen, Verschwörungen, Geheimnisse und Lügen.
Dadurch fand ich die Geschichte – trotz falscher Erwartungen – insgesamt recht interessant. In der Stadt passiert immer irgendwas. Jederzeit muss mit einem Angriff gerechnet werden, nur wenige der Entwicklungen habe ich kommen sehen. Und auch vor einem Verrat aus den eigenen Reihen ist Tomas nicht sicher, zumal er sich selbst ebenfalls als Marionette benutzen lassen muss.
Und mit diesem Aspekt hadere ich noch. Tomas ist nicht völlig frei in seinen Taten, muss manche Dinge tun, die er gar nicht will. Allerdings versucht er auch nicht, einen Ausweg zu finden. Er tut, was ihm gesagt wird. Dabei ist mir allerdings der ganze Weltenentwurf von den verschiedenen Völkern und Machthabern nicht ganz deutlich geworden.
Das Ende ist ein Cliffhanger, der vieles offen lässt.
Fazit
Ein Fantasyroman – wie ausgeschrieben – ist das Buch in meinen Augen nicht wirklich, zumindest weckt der Klappentext falsche Erwartungen bezüglich der Fantasyelemente. Der magische Anteil ist im ersten Teil der Geschichte gering, im Mittelteil gar nicht vorhanden und wird erst am Ende des Buches zum wirklichen Thema.
Allerdings fand ich die Geschichte um den Soldaten Tomas, der nach dem Krieg in seine Heimat zurückkehrt, und seine Geschäfte mit Gewalt und Intrigen zurückerobern will, dennoch nicht uninteressant. Es gibt so viele Geheimnisse und Lügen, dass mich einige Wendungen überraschen konnten. Allerdings ist das Buch auch unglaublich brutal und ich konnte das Handeln der Figuren oft nicht nachvollziehen.
nach Startschwierigkeiten spannend und berührend
Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde von May Isabell
Lelani wächst in einem kleinen Dorf auf. An ihrem 18. Geburtstag erwacht ihr Amulett, die einzige Erinnerung an ihre Eltern, zum Leben. Lelani spürt eine Magie, die sie ruft. Um die Rätsel ihrer Herkunft zu lösen, muss sie sich auf eine gefährliche Suche begeben.
Der Einsteig in die Geschichte fiel mir etwas schwerer.
Ich hatte anfangs Probleme, mich in der magischen Welt zurechtzufinden. Tatsächlich sind für mich bis zum Schluss ein paar Fragen zum Weltenentwurf offengeblieben, auf deren Beantwortung ich im zweiten Band hoffe.
Dennoch konnte mich das Buch nach einigen Kapiteln begeistern. Die verschiedenen Fantasywesen sind sehr detailliert und liebevoll ausgearbeitet. Interessante, teils ungewöhnliche oder einfach nur superniedliche Kreaturen kreuzen Lelanis Weg.
Und auch die Charaktere sind interessant und facettenreich.
Im Verlauf werden viele Fragen aufgeworfen. Was hat es mit Lelanis Herkunft auf sich? Die junge Frau ist die überwiegende Ich-Erzählerin der Geschichte und gibt Einblicke in ihre Gefühlswelt. Unterbrochen werden ihre Schilderungen hin und wieder durch den Blick auf eine weitere Person. Diese Passagen geben immer neue Rätsel auf und erzeugen Spannung, da Absichten angedeutet werden, die sich auf Lelanis Weg auswirken könnten.
Die Geschichte hat, nach einem eher ruhigen Beginn, spannende, aufregende und dramatische Momente. Zwischendurch wird es auch sehr emotional. Lelani und ihren Reisegefährten begegnen unerwartete Schwierigkeiten, sodass die Handlung einige Überraschungen bereithält. Je tiefer ich in die fremde Welt eingetaucht bin, desto mehr konnte mich die Geschichte fesseln.
Nur die Art der Liebesgeschichte, welche sich im Verlauf aufbaut, hat mir nicht so gut gefallen, auch weil Lelani hier unnötig schwammig wird. Da ich aber die Charaktere alle mag, war es trotzdem interessant, deren Entwicklungen zu verfolgen.
Am Ende bleibt noch vieles offen.
Fazit
Nach Startschwierigkeiten konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen. Die Handlung wird immer spannender, bietet gefühlvolle Momente und einige Überraschungen. Die Reisegefährten sind sympathisch und es ist interessant, ihren Weg und ihre Entwicklung zu verfolgen. Die Fantasywesen sind fantasievoll und liebevoll ausgearbeitet. Ich bin gespannt, wie die Geschichte im zweiten Band der Dilogie ausgeht.
vielseitig und optisch sehr ansprechend
Ausgestorben - Das Buch der verschwundenen Tiere von Katarzyna Gladysz; Joanna Wajs
Optik
Was zuallererst auffällt: Das Buch ist unglaublich groß – nah dran an unhandlich. Die großen Seiten ermöglichen allerdings auch, dass darauf allerlei Informationen untergebracht sind. Schade ist, dass auf einigen Seiten der Text so eng bis an den Knick heranreicht, dass man die Seiten kräftig aufdrücken muss, um auch die letzten Worte zu lesen.
Die Illustrationen sind durchweg gelungen. Das Buch ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Es gibt viele Seiten mit zweiseitigen Zeichnungen. Auf anderen Seiten sind Bilder und Textpassagen gemischt. Trotz leicht comichafter Darstellung, vor allem in den Gesichtsausdrücken der Tiere, sind sie nicht zu extrem entfremdet, dass die verschiedenen Arten gut zu erkennen sind.
Allerdings sind manche Übersichten vielleicht ein wenig zu kompliziert. So gibt es beispielsweise eine Doppelseite zur Evolution der Landwirbeltiere, deren Aussage sich mir nicht erschließen will.
Beeindruckend hingegen ist eine Seite mit den Tier-Giganten, die im entsprechenden Verhältnis zueinander abgebildet sind und die unvorstellbaren Dimensionen anschaulich machen. Neben einem 35m hohen Dinosaurier wird jeder Mensch zum Zwerg…
Sprache
Schwierig. Es gibt schon sehr viele Fachbegriffe und Fremdwörter. Viele der Tiere haben extrem komplizierte Namen, aber das lässt sich natürlich nicht ändern. Aber auch sonst werden viele Fachbegriffe verwendet, von denen nur manche kurze in einem Nebensatz erklärt werden. Viele andere werden einfach selbstverständlich benutzt. Da Kinder nichts mit Begriffen wie Trias, Pleistozän oder Perm werden anfangen können, wäre ein Zeitstrahl schön gewesen, in dem sich diese Begriffe wiederfinden und die zeitlichen Abläufe ersichtlich werden.
Ansonsten empfinde ich aber viele der kleinen Texte schon als kindgerecht. Schön sind die teils lebensnahen Vergleiche, wenn die Geschwindigkeit eines Dinos mit der von Grundschülern ins Verhältnis gesetzt wird.
Inhalt
In diesem Buch steckt so unglaublich viel drin.
Zwar setzt das Buch chronologisch am Anfang bei den Dinos und co an und endet in der Neuzeit, aber neben den Überblicken über die Tiere, die in den verschiedenen Zeitaltern gelebt haben, gibt es auch noch eine Landkarte mit besonderen Museen, in denen sich verschiedene Fossilien-Funde befinden sowie einen kurzen Überblick über besondere Forscher und Entdecker dieses Bereiches.
Gelungen finde ich, dass sich das Buch nicht auf Dinosaurier und Mammuts – die ausgestorbenen Arten, die einem sofort in den Kopf kommen – beschränkt, sondern auch ein Blick auf die letzten Jahre und Jahrhunderte geworfen wird.
Neben einer Übersicht über die kürzlich ausgestorbenen Rassen gibt es zudem eine Liste mit bedrohten Tierarten.
Zudem wird auf die Umstände des Aussterbens eingegangen. Während es verschiedene Theorien zum Aussterben der Dinosaurier gibt, wird im weiteren Verlauf die Rolle des Menschen immer wieder deutlich gemacht: Wilderei, Zerstörung des Lebensraumes oder das Einschleppen fremder Tierarten, welche den Lebensraum oder die Nahrungsquellen der heimischen Tiere vernichten. Auch Klimawandel und Erderwärmung finden kurz Erwähnung, sodass das Buch auch ein Stück weit für den Umgang mit unserer Umwelt und der Tierwelt sensibilisiert.
Fazit
Sehr gelungen. Viele und vielseitige Informationen überwiegend kindgerecht aufgearbeitet, teils mit etwas zu komplizierten Fachbegriffen (auch wenn deren Verwendung nachvollziehbar notwendig ist) – ein Zeitstrahl hätte hier geholfen.
Die Optik ist sehr ansprechend und besonders die Auflistung der kürzlich „verschwundenen“ Tiere sehr informativ, da das Buch dadurch über das typische Dinosauriererwissen weit hinausgeht und die gegenwärtigen Gefahren für die aktuelle Tierwelt aufgreift.











