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Rezensionen von Lilli33:

Spannender Psychothriller

DAISY - Und all deine Geheimnisse werden mir gehören von Melanie Raabe

Spannender Psychothriller

Luca Palmer, 34 Jahre alt, arbeitet in einer Berliner Anwaltskanzlei. Dass die Gerechtigkeit nicht immer siegt, sieht sie bei der Arbeit zuhauf. Also hilft sie selbst nach und dringt nachts in die Wohnungen und Häuser von Menschen ein, die trotz ihrer üblen Taten ungestraft davon gekommen sind.

Sie hinterlässt ihnen eine Denkzettel und als ihr Markenzeichen ein Gänseblümchen (engl.: daisy). Doch eines Tages kehrt sich der Spieß um und jemand ist hinter Luca her. Will sich eines ihrer Opfer rächen? Es beginnt ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel.

Von Anfang an ist die Spannung da und bis zum Schluss steigert sie sich immer weiter. Es macht Spaß mitzurätseln, wer Lucas Verfolger ist und ihr das Leben zur Hölle macht. Doch das ist gar nicht so einfach. Genau wie Luca hatte auch ich immer wieder andere Personen im Verdacht. Die Infos zu den einzelnen Figuren sind zunächst so spärlich gestreut, dass man sich bei keiner sicher sein kann. Und es gibt eine ganze Menge Menschen, die etwas gegen Luca haben könnten, es kommen also viele in Betracht. Mit etlichen kleinen überraschenden Wendungen führt die Autorin uns an der Nase herum. Ein bestimmter Kniff verwirrte mich zunächst komplett, erwies sich dann aber doch als logisch. Hier heißt es aufmerksam zu lesen.

Der Schreibstil ist fesselnd und mitreißend. Ich habe das Buch an einem einzigen Tag verschlungen. Besonders die Dialoge zwischen Luca und ihrem 78-jährigen väterlichen Freund Walther fand ich sehr schön. Hier prallen zwei Welten aufeinander und ergänzen sich doch wunderbar.

Die Handlung in der Gegenwart wird unterbrochen von Rückblenden in Lucas Schulzeit siebzehn Jahre zuvor. Je mehr wir über die damaligen Ereignisse erfahren, umso nachvollziehbarer wird Lucas Handeln in der Gegenwart. Man lernt die Protagonistin dabei immer besser kennen.

Mir hat dieser Psychothriller ein paar wirklich unterhaltsame Lesestunden beschert. Ich empfehle das Buch allen Lesenden, die es gerne spannend, aber unblutig mögen.

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Spannend, brutal und leider sehr realitätsnah

Der Clan - Die Straße von Pascal Engman

Spannend, brutal und leider sehr realitätsnah

Sollentuna, ein Vorort von Stockholm, wird von der Großfamilie Mansour beherrscht. Deren Mitglieder verdienen sich mit Drogenhandel und Geldwäsche eine goldene Nase. Mit ihnen legt man sich besser nicht an, denn ihre Rache ist brutal. Zunächst ist die sonstige Kriminalität im Ort sogar geringer als anderswo, da keiner den Mansours in die Quere kommen will.

Deshalb hält sich sogar die Polizei zurück und lässt sie gewähren. Doch mit den Jahren geht es immer heftiger zu auf den Straßen Sollentunas.

Wieder einmal hat Pascal Engman es geschafft, mich komplett zu begeistern. Die Story ist dermaßen fesselnd erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Dabei wirkt die Handlung leider sehr realitätsnah. Man kann sich gut vorstellen, dass es genau so in Wirklichkeit läuft.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen einzelnen Familienmitgliedern der Mansours, dem Polizisten Hjalmar, dem Jugendlichen Josef, dessen alleinerziehende Mutter Fatima sich krumm und bucklig schuftet, und der jungen Antonia aus gutem Hause, die eigentlich ein unbesorgtes Leben führen sollte, sich jedoch mit Mobbing und Stalking auseinandersetzen muss.

Sie alle werden über einige Jahre auf ihrem Lebensweg begleitet. Ihre Pfade kreuzen sich immer wieder und laufen zum Teil parallel. Sehr glaubwürdig wird nachvollzogen, wie junge Leute unverhofft auf die schiefe Bahn geraten können, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen, und wie schwierig es ist, aus dem Teufelskreis wieder herauszukommen.

Am meisten habe ich mit Josef mitgefiebert, den seine Mutter über alles liebt, die ihm aber trotz aller Bemühungen kein angenehmes Leben bieten kann. Auch er liebt seine Mutter und versucht zu helfen - auf seine Art.

„Die Straße“ ist ein großartiger Auftakt der neuen Reihe von Pascal Engman. Die Geschichte ist von vornherein auf drei Bände angelegt. Zwar ist am Ende von Band 1 erstmal ein kleiner Abschluss, aber es ist noch so vieles offen, dass ich jetzt schon der Fortsetzung entgegenfiebere.

Die Trilogie:
1. Die Straße
2. Die Regeln (ET voraussichtlich 15. Januar 2027)
3. Der Krieg (ET noch nicht bekannt)

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Solider Kriminalroman

Septembermord von Chris Chibnall

Fleetcombe, Dorset. Das kleine Dorf gerät in Aufruhr, als Jim Tiernan, der Pächter des örtlichen Pubs grausig zur Schau gestellt tot aufgefunden wird. Detective Sergeant Nicola Bridge ist gerade erst aus Liverpool in ihre alte Heimat gewechselt, um es etwas ruhiger angehen zu lassen. Tja, das war wohl nix.

Die aktuellen Ermittlungen verschlingen ihre gesamten körperlichen und geistigen Kräfte. Unterstützt wird sie lediglich von dem Polizei-Quereinsteiger Harry Ward, einem Grünschnabel, der sich allerdings als ehrgeizig und clever erweist und Mel, der sich lieber am Schreibtisch hinter seinem Computer verschanzt als draußen den Spuren nachzugehen.

Mir gefiel es gut, wie Nicola und Harry sich immer besser kennen und schätzen lernen und schließlich nach anfänglichen Reibereien ein richtig gutes Team werden. Die Ermittlungen sind gut beschrieben und nachvollziehbar. Der Fall ist einigermaßen kurios und bald kommt der Verdacht auf, er könnte mit gleichartigen Morden, die vor genau hundert Jahren verübt wurden, zusammenhängen. Die Zahl der Verdächtigen ist groß - fast jede:r im Dorf hätte ein Motiv, denn Jim Tiernan hatte es mit Recht und Moral nicht so genau genommen. Man kann hier wunderbar miträtseln, kombinieren und spekulieren, um am Ende doch überrascht zu werden.

Eigentlich hat Chris Chibnall also alles richtig gemacht. Wir haben es hier mit einem soliden Krimi zu tun, bei dem alles stimmt, aber für 5 Sterne fehlt mir leider das gewisse Etwas, durch das das Buch sich von anderen abhebt.

„Septembermord“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe. Es hat mir immerhin so gut gefallen, dass ich mich auf den 2. Band freue.

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Zurück in die virtuellen Welten

Canvas (Cryptos, Band 2) von Ursula Poznanski

Zurück in die virtuellen Welten

„Canvas“ ist der Nachfolgeband von „Cryptos“. Die Handlung setzt etwa ein Jahr nach den Ereignissen in „Cryptos“ ein, ist aber auch gut ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Wer „Cryptos“ gelesen hat, hat es mit dem Einstieg vielleicht ein wenig leichter.

Aber alles Wichtige wird hier noch einmal kurz erwähnt.

In naher Zukunft. Das natürliche Leben auf der Erde ist durch den Klimawandel nur noch in ausgewählten Regionen möglich. Diese Regionen sind den Bessergestellten, den sogenannten Alphas, vorbehalten. Alle anderen fristen ihr Dasein in speziellen Kapseln, durch die sie virtuelle Welten besuchen können. Jana ist eine Weltendesignerin, die verschiedene Welten entworfen und programmiert hat. Aktuell zeichnet sich eine Ungereimtheit ab: Es verschwinden immer mehr Besucher der virtuellen Welten spurlos. Dann gelingt es auch noch dem Gefangenen Kurt Lauritz zu fliehen, der ein Jahr zuvor das ganze System lahmlegen wollte. Jana setzt alles daran, Lauritz aufzuspüren und ihn daran zu hindern, seinen Plan dieses Mal zu vollenden.

Band 1 hatte mir gut gefallen, und auch Band 2 hat mich nicht enttäuscht. Allerdings habe ich dasselbe zu bemängeln: Die Beschreibung der verschiedenen Welten ist für meinen Geschmack etwas zu ausführlich. Das geht manchmal auf Kosten der Spannung. Und Jana verhält sich zuweilen zu naiv. Das Schlimmste dabei ist, dass sie es sogar selbst bemerkt, aber nichts daraus lernt, sondern denselben Fehler immer wieder macht.

Auch wenn viele Herausforderungen sich fast zu einfach lösen lassen, gibt es auch etliche überraschende Wendungen. Besonders mit einem speziellen Kniff konnte die Autorin mich absolut aufs Glatteis führen.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist wie immer locker und leicht zu lesen, er wirkt lebendig und dynamisch. Ich fand es gut, dass man so nah an Jana durch die Geschichte geführt wird. So kann man sich mit ihr gut identifizieren und miträtseln und mitfiebern.

Trotz meiner kleinen Kritikpunkte hat „Canvas“ mich gut unterhalten, und das Lesen hat viel Spaß gemacht. Die meisten jugendlichen Leser:innen ab ca. 14 Jahren werden ihre Freude daran haben.

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Informativ und alltagstauglich

Richtig essen bei Osteoporose von Samuel Kochenburger; Bettina Matthaei

Informativ und alltagstauglich

Das erste Drittel des Buches beschäftigt sich mit der Theorie rund um die „Volkskrankheit“ Osteoporose. Es wird auf Knochenaufbau und Knochenabbau eingegangen und die jeweiligen Mechanismen und chemischen Stoffen, die daran beteiligt sind, erklärt. So wird klar, dass nicht allein die Zufuhr von Calcium, wie viele vielleicht denken mögen, Abhilfe schaffen kann.

Stattdessen ist es ein komplexes Zusammenspiel vieler Nährstoffe, die im Gleichgewicht gehalten werden müssen, denn ein Zuviel ist oft genauso schädlich wie ein Zuwenig. Und auch Bewegung, Stress und sonstige Einflussfaktoren spielen eine große Rolle. Mit Medikamenten ist einiges zu retten, aber auch schon mit der passenden Ernährung kann man viel bewirken, am besten schon vorbeugend. Die Theorie ist für die Laien gut verständlich aufbereitet und sorgt für manchen Aha-Effekt.

Im Anschluss warten auf den anderen zwei Dritteln des Buches etwa 80 Rezepte darauf, nachgekocht bzw. zubereitet zu werden. Da finden sich Ideen fürs Frühstück, fürs Mittagessen, Desserts, Brote, Brotaufstriche usw., jeweils mit einem ansprechenden Foto bebildert. Die Rezepte sind für 2 Personen berechnet. Sie enthalten Nährwertangaben und Zubereitungszeiten und auch immer wieder Hinweise zu Variationen für Vegetarier/Veganer oder verschiedene Geschmäcker. Die Listen der Zutaten sind übersichtlich; allzu Exotisches ist dankenswerterweise nicht dabei. Alles Nötige sollte man im Supermarkt oder Drogeriemarkt bekommen.

Fazit:
Der Theorieteil bietet viele wichtige Informationen, um die Krankheit Osteoporose zu verstehen. Im Praxisteil warten viele leckere alltagstaugliche Rezepte darauf, regelmäßig in den Speiseplan integriert zu werden.

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Ein Roman so spannend wie ein Thriller

Die Insel der Schimpansen von John Ironmonger

Ein Roman so spannend wie ein Thriller

Die junge Angel aus dem kleinen Fischerdorf St. Piran in Cornwall forscht über Schimpansen, vor allem über deren Kommunikation. Sie ist überzeugt, dass die Tiere eine Art Sprache haben, und die will sie entschlüsseln. Als sie das Angebot erhält, für zwei Jahre auf eine kleine private Insel mitten im Viktoriasee in Tansania zu ziehen und mit der dort heimischen Schimpansengruppe zu leben, muss sie nicht lange überlegen.

Tatsächlich akzeptieren die Schimpansen Angel und es gelingt ihr immer besser, mit ihnen zu kommunizieren. Bis die Insel verkauft wird. Die neuen Besitzer haben ihre ganz eigenen Pläne mit der Insel und den Schimpansen …

Wie schon bei „Der Wal und das Ende der Welt“ konnte mich der in Kenia geborene britische Autor John Ironmonger auch mit seinem neuen Werk komplett begeistern. Die Geschichte ist so warmherzig, wunderschön und gleichzeitig traurig, kritisch und hoffnungsvoll. Ironmonger ergreift hier Partei für die, die sich nicht selbst schützen können und bringt die Lesenden zum Nachdenken.

Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich die Aufteilung in die Handlung mit Angel in Tansania und die Rahmenhandlung mit Jeremy, der in St. Piran Jahre später Angels Erlebnisse mit den Schimpansen und verschiedenen Menschen in Afrika aufschreibt. Hier fand ich es jedoch sehr schön, dass Jeremy die Lesenden immer wieder an seinen Überlegungen zu seiner Schreibarbeit teilhaben lässt. So wird man noch tiefer in die Geschichte hineingezogen.

Schimpansen sind die nächsten Verwandten des Menschen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sie eine einigermaßen komplexe Kommunikation beherrschen, die aus Lauten, Gestik und Mimik besteht. Für „echte“ Sprache fehlen die körperlichen Voraussetzungen. Doch können sie etliche Wörter der menschlichen Sprache verstehen lernen. Ich fand es unglaublich rührend, wie Angel sich auf die Schimpansen einlässt und mit dem ein oder anderen Freundschaft schließt. Als die Tiere in Gefahr geraten, tut Angel alles, um sie zu schützen. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf.

Die Story, die recht ruhig beginnt, aber schon von der ersten Seite an zu fesseln vermag, nimmt immer mehr Tempo auf und entwickelt einen wahnsinnigen Sog. Die Spannung steigert sich wie bei einem Thriller. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es war wirklich atemberaubend. Mich hat der Autor definitiv abgeholt und nicht mehr losgelassen.

Ein echtes Highlight!

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Unvorhersehbar und fesselnd

Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus. von Nova Winter

Unvorhersehbar und fesselnd

Smilla ist mit ihrem Mann Jonas in den Schwarzwald gezogen. Es soll ein Neuanfang sein. Als Smilla einen kleinen Jungen aus einem See rettet, ist sie verstört: Sie hat das Gefühl, dass das Kind ihr eigener Sohn ist. Doch das kann nicht sein, denn Smilla möchte keine Kinder und war auch nie schwanger.

Es stellt sich heraus, dass der kleine Moritz der Sohn ihrer neuen Nachbarn ist. Und die verhalten sich irgendwie seltsam …

Nova Winter aka Svenja Diehl vermag es, sich tief in ihre Figuren hineinzuversetzen und ihr Innerstes nach außen zu kehren, sodass wir Lesenden/Hörenden leicht daran teilhaben können. Ich war direkt von Anfang an gefesselt von dieser Story, ihren Protagonist:innen und der gesamten Atmosphäre, die Anna Düe im Hörbuch auch perfekt rüberbringt. „Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus“ ist ein Psychothriller, der einen selbst an eigenen Verstand zweifeln lässt, an dem der Protagonistin Smilla sowieso. Die seltsamen Vorkommnisse, die überall auf Smilla und das Publikum warten, sind zunächst kaum zu erklären. Hat Smilla Halluzinationen aufgrund ihrer Krankheit? Oder spielt hier jemand ein ganz perfides Spiel mit ihr?

Die Handlung ist alles andere als geradlinig. Ständig überrascht die Autorin mit neuen Wendungen, die man nicht kommen sieht und die sämtliche bis dahin aufgestellten Theorien wieder auf den Kopf stellen. Obwohl die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, ist man Smilla doch am nächsten und fühlt und bangt mit ihr mit. Die Spannung ist durchgehend hoch und nimmt zum Ende hin noch einmal enorm zu. Relativ kurze Kapitel und die Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Tempo, das einem kaum Zeit zum Atmen gibt. Ein richtig guter Psychothriller - fast ganz ohne Blut.

Das Hörbuch erschien im Juli 2026 bei Hörbuch Hamburg. Es wird gelesen von Anna Düe und läuft ungekürzt über 7 h 17 min.

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Ein Buch so weird wie das Erwachsenwerden

Das Knistern im All von Stephan Lohse

Ein Buch so weird wie das Erwachsenwerden

Auf einer Klassenfahrt nach Amrum erleidet der fünfzehnjährige Matti einen psychischen Zusammenbruch. Er hat einen Filmriss, sieht eine Antilope und weiß einfach nicht mehr, wie ihm geschieht. Wieder zu Hause, beginnt er eine Therapie, denn seine Krankheit hat eine Nummer, ist also klar benennbar.

Doch wirklich geholfen wird ihm auch in der Psychiatrie nicht - so mein Eindruck.

„Das Knistern im All“ ist mit 167 Seiten ein recht kurzes (Jugend-) Buch aus dem Suhrkamp-Verlag. Klar hätte man alles noch breiter auswälzen können, aber mir gefiel gerade die Kürze, zumal in den einzelnen Sätzen so viel drin steckt. Sie wirken zum Teil abgehackt, zum Teil poetisch, zum Teil weird. Damit drücken sie die Atmosphäre der jeweiligen Handlung perfekt aus.

Wie Stephan Lohse das Leben der Jugendlichen beschreibt, ist so genial getroffen. Ich wurde quasi in meine eigene Pubertät zurückversetzt mit dem kompletten Gefühlschaos, dem man in dieser Zeit unterliegt. Der Zusammenhalt der Freunde und Freundinnen bedeutet so viel und Matti kann sich glücklich schätzen, dass er diese Freund:innen hat, die vorbehaltlos für ihn da sind. Hier wird es dann aber auch etwas unglaubwürdig für mich, denn die Jugendlichen treiben hier Dinge, die extrem abgedreht sind. Und Mattis Eltern sind anscheinend dermaßen reich, dass sie einfach alles bezahlen, ohne mit der Wimper zu zucken. Da hätte ich ein wenig mehr Normalität besser gefunden. Gut ist immerhin, dass Mattis Freund:innen nicht so reich sind, sondern alle möglichen soziale, ethnische, religiöse und sexuelle Hintergründe haben.

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Süße Teenie-Romanze mit Drama

72 Stunden mit dir von Darianne Schramm

Süße Teenie-Romanze mit Drama

Sydney Hoffmann hat von ihrer Großmutter eine besondere Gabe geerbt: Sie sieht einen leuchteten Countdown über den Köpfen todgeweihter Menschen, der 72 Stunden vor dem Tod der jeweiligen Person beginnt. Für Sydney ist es eher ein Fluch, keine Gabe. Sie versucht, die Zahlen zu ignorieren und sich keine Gedanken um die Menschen zu machen.

Bis sie Peter kennenlernt. Peter, der nach und nach ihr Leben auf den Kopf stellt. Peter, der ganz anders mit den Menschen umgeht, die im Gegensatz zu Sydney keine Ahnung von ihrem bevorstehenden Tod haben. Peter, der sich ganz langsam in Sydneys Herz schleicht …

Auch wenn ich nicht direkt zur Zielgruppe (jugendliche ab ca. 14 Jahren) gehöre, hat mir dieses Buch doch richtig gut gefallen. Es ist sehr gefühlvoll und emotional, eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich konnte wunderbar mit Sydney und Peter mitfiebern, ihre Gedanken und Empfindungen waren gut nachvollziehbar, die Liebesgeschichte glaubwürdig. Der Tod wird hier von vielen Seiten beleuchtet und zwar auf eine richtig gute Art, die unter Umständen sogar tröstlich sein kann.

Der Schreibstil ist berührend und jugendlich-flott. Natürlich werden auch einige Klischees bedient, doch das passt hier wunderbar und störte mich daher gar nicht. Die Handlung beginnt langsam, nimmt dann aber immer mehr Fahrt auf und gipfelt in einem dramatischen Höhepunkt. Hier wurde ich komplett überrascht, obwohl alles richtig gut zusammenpasst und man es daher auch hätte erahnen können. Doch durch die ganzen Gefühle ließ ich mich offensichtlich einlullen und auf eine falsche Spur führen. ;-)

Ich habe das Hörbuch gehört, das im August 2026 bei Argon Hörbuch erschien und von Leonie Landa toll eingelesen wurde. Sie schafft es, die Emotionen und Gefühle richtig gut zu den Hörenden zu transportieren und den beiden Protas verschiedene Stimmen zu verleihen. Das Hörbuch ist ungekürzt und läuft über 9 h 18 min.

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Eine Familie am Abgrund

Eine zu viel von Samantha Hayes

Eine Familie am Abgrund

Nach dem Tod ihres Mannes Ray lädt Connie die ganze Familie - ihre drei Töchter sowie deren Ehemänner und Kinder - in ihr Ferienhaus in den Highlands ein. Sie möchte ihnen endlich die Wahrheit sagen. Doch bevor sie dazu kommt, passieren die unglaublichsten Dinge. Jeder in dieser Familie hat sein Geheimnis, und eins nach dem anderen kommt ans Tageslicht …

Erzählt wird aus den Perspektiven fast aller Familienmitglieder, wodurch das Geschehen von verschiedenen Seiten beleuchtet wird.

Connie erinnert sich auch an die Vergangenheit, als der Grundstein zum aktuellen Drama gelegt wurde. Der Schreibstil ist in der Regel gut zu lesen. Die ein oder andere holperige Stelle schreibe ich der Übersetzung zu.

Die Handlung beginnt langsam, um dann immer mehr Fahrt aufzunehmen. Es gibt etliche Personen, die nach und nach eingeführt werden, sodass man sie gut auseinanderhalten kann. Schon früh gibt es Andeutungen und Verdächtigungen, was ich interessant fand, doch wirkliche Spannung kam für mich erst am Schluss auf. Einiges versandet auch wieder ohne großen Effekt.

Samantha Hayes hat eine wilde Geschichte rund um die Familie Hunter zusammengesponnen. An jeder Ecke lauert eine neue Überraschung. Eigentlich liebe ich das, aber hier war es mir schon fast zu viel. Zudem konnte ich der allerletzten Wendung nicht mehr folgen. Da fehlte mir definitiv eine Erklärung.

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