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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von gaby2707:

Witziges aus dem Polizeialltag

Gauner, Gangster, schräge Vögel von Ute Wehrle; Hans Jürgen Kugler

Unterteilt in 10 Kategorien, wie z.B. Streithähne, Katerstimmung, Viechereien, irren ist menschlich oder Retter in der Not, haben Ute Wehrle und Hans Jürgen Kugler 355 ungewöhnliche polizeiliche Fälle gesammelt und für dieses Buch aufgearbeitet.
Ob die Auswahl einer Wurstsorte zum tätlichen Angriff führt, eine Katze als Einbrecher verdächtigt wird, ein 5-jähriger von seinen Fußfesseln befreit wird; eine Kuh vom Gerüst geholt werden muss, ein Waschbär eine neue Bleibe sucht, ein Kioskräuber noch schnell einen Kunden bedient, Kommissar Zufall einen Drogenhandel aufdeckt, ein PKW zum Frühstück in eine Küche kracht oder eine Plastiktüte für eine Taube gehalten wird u.

v.a.
Alle Geschichten sind sehr kurz gehalten; manche entlocken mir ein Schmunzeln, andere ein Kopfschütteln. Es ist schon kurios, zu welchen Einsätzen Polizei und Feuerwehr z.T. gerufen werden, wie Täter sich durch ihre eigene Dummheit selbst überführen oder welche Missverständnisse es manchmal gibt.

„Gauner, Gangster, schräge Vögel“ ist zwar keine tiefgreifende Lektüre, bietet aber für ein paar Stunden gute Unterhaltung aus dem True Crime Sektor.

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Hier ist für Jeden etwas dabei

Meine Auszeiten - Westerwald von Nicole Steffens

In „Meine Auszeiten – Westerwald – durchatmen & Kraft schöpfen“ stellt mir Autorin Nicole Steffens 70 Möglichkeiten vor um abzuschalten und aufzutanken. Nordwestlich davon, im südlichen Siegerland, bin ich aufgewachsen und kenne daher schon einige Ecken dieses Mittelgebirges, das sich über die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen erstreckt.

Trotzdem habe ich hier viele neue Anregungen bekommen.
Unterteilt in 4 große Kapitel – Meine Atempause, Meine Kraftquelle, Mein Tag Urlaub, Meine Frei-Zeit – kann ich auf 168 Seiten mit 70 Bildern unter den verschiedensten Aktivitäten wählen. Allein mir diese Vorschläge anzuschauen und durchzulesen macht schon großen Spaß und bringt mich irgendwie zur Ruhe.
Ich bin gleich beim ersten Vorschlag hängen geblieben, der Zisterzienserabtei Marienstatt. Hier befinden sich in der zweigeschossigen Bibliothek mehr als 110.000 Bücher und Schriften. Auch das kleinste Buch der Welt mit 5 x 5mm, das 7 verschiedene Fassungen des Vaterunser enthält. In Rotenhain kann ich das Bauerndiplom machen; wenn ich den Eisvogelweg ab wandere, komme ich zum Café Elsternest, wo ich mit englischen Spezialitäten verwöhnt werde. Wandern kann ich auch entlang der Schwarzen Nister ab Bad Marienberg; zur Waldkapelle Schloss Molsberg; um den Dreifelder-Weiher in Steinebach an der Wied oder ich wandere in Puderbach mit den Alpakas. In Koblenz, der größten Stadt im Westerwald gibt es gleich mehr Sehenswerte, wie die Altstadt mit dem Florinsgarten, die Buchhandlung Reuffel mit über 25.000 Büchern in ihrem Sortiment und den kleinen Ort und die Festung Ehrenbreitstein. Bei Sabine Hirnich kann ich die Kunst des Blumenbindens erlernen und bei Barbara Gröbl kann ich einen Malkurs besuchen. Witzig und spannend finde ich auch die Beschreibung eines Dunkelkaufhauses in Wetzlar und das Forschungsmuseum MONREPOS in Neuwied.
Ich kann Rad fahren, wandern, Kanu oder mit dem Hausboot fahren, mich mit Blumen und Pflanzen umgeben, Waldbaden, kneippen, malen, töpfern, gut und lecker essen und Vieles mehr. Hier ist wirklich von Allem und für Jeden etwas dabei.

Ein toller Ratgeber für kleine Kurzurlaube oder tageweise Auszeiten für die Seele. Für mich habe ich schon einige Sticker platziert. Es kann also losgehen.

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Die Vergangenheit drängt ans Licht

Spargel-Geheimnis im Allertal von Bettina Reimann

Während Corona in Deutschland Einzug hält, wandelt der pensionierte Bibliothekar Henry Baumert, 68, aus Amerika nach 60 Jahren in seiner alten Heimat auf touristischen Pfaden auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Seine Mutter Clara, seine Zwillingsschwester Christine und er stammen vom Booms-Hof in Eikeloh.

1960 wurden sie nach Amerika umgesiedelt. Als Baumert schwer verletzt am Rand eines Spargelfeldes gefunden wird, ist die Familie Blume, in deren Gasthof der Amerikaner bis zu seinem Auszug einige Wochen gewohnt hatte, sofort alarmiert und wittert hier einen neuen Fall. Ob sie das Geheimnis, das Henry Baumert aufdecken wollte, aufklären können?

Ich habe schon den ersten Fall der „Cold Case Unit“ bestehend aus der Bloggerin Flora Kamphusen, ihrer Mutter Anna Blume-Kamphusen und ihrem Opa Hauptkommissar i.R. Carsten Blume gelöst. Nun war ich sehr gespannt, zu welchem Fall im Aller-Leine-Tal mich Autorin Bettina Reiman in ihrem neuen Krimi mitnimmt.
Neben dem Kriminalfall, den ich mega spannend und sehr gut ausgearbeitet finde, werde ich hier in eine Zeit zurück versetzt, an die ich mich gar nicht so gerne erinnere: Corona. Ziemlich realitätsnah und sehr ausführlich wird hier immer wieder auf die damit verbundenen Regeln mit Maske tragen usw. eingegangen. Natürlich darf auch ein Corona-Leugner, hier in Person des Vaters Michael Kamphusen, nicht fehlen. Das war mir ein bisserl zu viel.
Ansonsten fand ich den Krimi, der immer wieder zwischen dem 1. März und dem 1. Juni 2020 hin und her springt und auch das Jahr 1960 nicht ausspart, super spannend, sehr interessant und abwechslungsreich.
Natürlich ist auch HK Hartmut Ziegler vom LKA Hannover wieder mit von der Partie. Mir persönlich ist Kommissarin Grit Heinecke, die diese Fall übernimmt, ein bisserl sympathischer. Mit ihr würde ich auch in Zukunft gerne ermitteln.
Gut gefällt mir auch die Skizze vor Beginn der Geschichte auf der die drei wichtigsten Bauernhöfe der Gegend, die hier eine Rolle spielen, aufgezeichnet sind. Da habe ich immer mal wieder rein gespickert, wenn ich wissen wollte, wo ich denn gerade bin.
Der Titel das „Spargelgeheimnis im Allertal“ hat mich etwas irritiert, spielt der Spargel hier doch nur eine untergeordnete Rolle, weil der Amerikaner blutend im Spargelfeld gefunden wurde. Das Geheimnis selbst ist so viel undurchsichtiger und kommt ganz langsam an die Oberfläche. Ich war mal wieder schockiert, was ein Mensch alles für Geld und vor allem sein Ansehen tut.
Auch wenn die Täter hier ungeschoren davon kommen, hat die Cold Case Unit zusammen mit der Polizei wieder ausgesprochen gute Arbeit geleistet und Flora eine tolle Art der „Strafe“ gefunden.

Ein spannender Fall, sympathische und auch eigenwillige Personen in einer idyllischen Landschaft, die Lust macht, sie einmal zu besuchen. Vor allem aber erstklassige Unterhaltung. Ich freue mich heute schon auf den nächsten Fall im Aller-Leine-Tal.

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Allgäuer Verstrickungen

Dirndltod von Mia C. Brunner

Hauptkommissar Florian Forster ist mit seiner Frau Jessica und den Kindern Svenja, Tobias, Elias, Lukas und Johanna von einer Silberhochzeitsfeier auf dem Weg nachhause, als ihr Familienbus auf der Straße gerammt wird. Daraufhin stürzt er einen Abhang hinab und bleibt auf der Fahrerseite liegen. Jessica, die gefahren ist, wird dabei schwer verletzt.

Hier ermittelt HK Daniel Graf, Kripo Kempten, wegen Fahrerflucht.
Ein paar Wochen vorher verschwand aus einem Bus, der Richtung Oberstdorf einen Unfall hatte, die 15-jährige Lina Bergmair. Ihre Eltern sind sich sicher, dass Florian ihre Tochter finden wird.
HK Forster muss erst mal für einige Wochen auf seinen Kollegen Berthold Willig verzichten. Dafür kommt Kommissarin Sabine Strodl, die nach ihrer Erziehungspause wieder eingegliedert wird, in sein Team zur Kripo Kempten. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach dem verschwundenen Mädl und treffen bei ihren Recherchen immer wieder auf Mitglieder des alteingesessenen Trachtenhauses Laubenberger in Oberstdorf. Als sie einem alten Vermisstenfall aus den 1950er Jahren wieder aufrollen, stoßen sie auf ungeheuerliche Fakten. Wird es ihnen gelingen, die verschwundene Lina noch lebend zu finden?

Ich sag´s ja immer wieder: reden hilft. Aber Florian Forster will mit seiner Frau Jessica nicht über etwas reden, was er zufällig entdeckt hat und was ihn aus der Bahn geworfen hat. Ich hatte schon große Sorge, dass diese Sprachlosigkeit zur Trennung führen könnte. Gut, dass Jessica ihre beste Freundin Paula hat, die immer wieder vermittelnd eingreift. Ich mag es, wenn ich auch bei den privaten Problemen der Ermittler dabei sein kann. Für mich macht sie das immer noch ein bisserl menschlicher und nahbarer.
Dann begegne ich in kursiven Abschnitten immer wieder einer jungen Frau, die in einem dunklen, kalten Raum gefangen gehalten wird. Sie scheint ihr Gedächtnis verloren zu haben. Bei mir erzeugen diese Abschnitte Gänsehaut und ich habe lange keine Ahnung, wie diese Geschichte mit dem Fall, den HK Forster lösen muss, zusammenhängen könnte. Als sich das dann aufklärt, bin ich zutiefst schockiert.
Ich liebe den packenden, spannenden und bildhaften Erzählstil von Mia C. Brunner, die mich damit ganz schnell in die Geschichte hinein zieht. Und der Fall bzw. die Fälle lassen mich nicht mehr los. Es ist mir wieder sehr schwer gefallen, das Buch mal aus der Hand zu legen. Ich wollte einfach ganz schnell wissen, ob sich eine Ahnung, die ich bei meinen eigenen Recherchen hatte, bewahrheitet. Aber klar, ich habe mich mal wieder auf die falsche Spur eingelassen.

Ein spannender Kriminalfall, der bei mir immer wieder Gänsehaut erzeugt hat und bei dem ich nach der Auflösung fast nicht fassen kann, wie hinterhältig, egoistisch und hinterlistig ein Mensch sein kann. Da bin ich immer froh, wenn ich mir klarmache, dass dies nur der Unterhaltung dient. Und die ist der Autorin auch diesmal wieder absolut gelungen.

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Mit Familienhund Camillo im Urlaub

Erst ich ein Stück, dann du - Camillo - ein Hund macht Ferien von Patricia Schröder

Familienhund Camillo ist ganz aufgeregt. Warum hat Frauchen seinen Futter- und den Trinknapf eingepackt? Auch seine Leckerlis sind schon im Auto. Hat er etwas falsch gemacht? Wollen sie ihn loswerden? Ins Tierheim bringen? Als er sich im offenen Kofferraum versteckt, hört er, dass es in die Ferien gehen soll und daher alle so aufgeregt durcheinander rennen.

Was er dort am Meer mit seinen liebsten Spielkameraden Joschi und Jule alles erlebt, das lest ihr in dem von der Stiftung Lesen empfohlen Buch „Camillo, ein Hund macht Ferien“ aus der Reihe „Erst ich ein Stück, dann du“ von Patricia Schröder.

Bisher kannte ich die Reihe „Erst ich ein Stück, dann du“ nicht und bin nun ganz begeistert von der Möglichkeit, ein Buch gemeinsam mit einem Leseanfänger zu lesen.
Die Abschnitte für die Erstleser mit den extra großen Buchstaben haben, wie ich finde, genau die richtige Lange um nicht zu überfordern. Die Geschichte ist kindgerecht mit tollen Dialogen, dazu noch richtig spannend aufgebaut und hat auch mir, der Vorleseoma, viel Spaß gebracht. Die ausdrucksstarken, liebevoll gezeichneten und in den Text eingepassten Bilder von Marina Rachner ergänzen die Geschichte auf wunderbare Weise.
Das dicke Hardcover mit einer stabilen Bindung und leicht verstärkten Seiten ist bestens für Kinderhände geeignet und lässt sich im Bedarfsfall sogar abwaschen.
Bald haben ja die Schulanfänger ihren ersten Schultag. Da eignet sich dieses Buch ganz wunderbar als kleines Geschenk.
Vielleicht begegnen wir Camillo ja auch einmal auf einem Bauernhof oder in den Allgäuer Bergen?

Ein tolles Buch aus einer Reihe, die ich mir merken werde. So macht lesen lernen richtig Spaß.

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Davon hätte ich gerne mehr

Föhr in Flammen von Eva-Maria Silber

Christina Gösling wollte sich mit ihren Eltern Martin und Ingrid im Ferienhaus in der Nähe von Witsum auf Föhr treffen. Sie trifft sie aber nicht an. Stattdessen entdeckt sie Blutspuren und alarmiert die Polizei in Wyk auf der Nordseeinsel. Polizeiobermeisterin Maja Storm und ihr Kollege Thorsten finden aber nicht nur Blutspuren.

5 Personen wurden in der Holzhütte brutal ermordet.
Kriminalhauptkommissar Jan Andretta wollte eigentlich die jetzt beginnenden Sommerferien mit seiner 10-jährigen Nichte Lisa, die seit dem Tod ihrer Mutter bei ihm lebt, zusammen verbringen. Jetzt hat er einen 5-fach Mord an den Hacken und die Gewissensbisse Lisa gegenüber werden immer größer. Außerdem nervt sein Kollege Wolfgang Hartmann, der sich genau wie Jan auf die Position des Leiters des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeidirektion Flensburg beworben hat, die es demnächst zu besetzen gilt. Von Majas Beobachtungsgabe und ihren Analysen angetan holt sie Jan in sein Team. Und gemeinsam mit den Kollegen Tine und Julian machen sie sich auf die Suche nach dem 5-fach Mörder. Erst als es bei einem Brand einen weiteren Toten gibt, fügen sich die Puzzlesteine ganz allmählich zu einem großen Ganzen zusammen.

Ich habe schon einige Bücher von Eva-Maria Silber gelesen und auch mit ihrem neuen Fall für die Kripo Flensburg hat sie mich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Ab der ersten Seite werde ich in einen grausamen Fall hineingezogen, die Spannung steigt kontinuierlich an und hält sich bis zu dem für mich erschreckenden Schluss ganz weit oben. Andererseits lässt mich dieser Schluss hoffen, dass es weitere Fälle geben wird.
Die meisten Menschen, die ich hier kennenlerne, kommen mit den ihnen eigenen, sehr gut ausgearbeiteten Charaktereigenschaften recht sympathisch rüber. Aber es gibt auch einige, die ich von Anfang an nicht mag, was sich gegen Schuss hin bei einer Person doch etwas geändert hat. Ich mag es, wenn ich die Ermittler auch in ihrem privaten Leben begleiten kann. Hier hat es Jan Andretta mit seiner Nichte Lisa nicht immer leicht. Ich finde es toll, wie er sich seiner Verantwortung stellt und Lisa ganz langsam nicht nur bei Vermieterin Meike und bei Maja Storm ein bisserl auftaut. Was sie Jan dann ganz zum Schluss anvertraut, das hat mich total schockiert zurück gelassen.

Ein richtig spannender Fall bei dem ich sehr gut mit ermitteln konnte und mit gebangt habe. Mit Menschen, in die ich mich gut hinein versetzen kann. Mit einem Täter bei dem die Gier und der Hass sein ganzes Denken vernebelt. Und mit einem neuen Ermittlerpaar mit dem ich sehr gerne noch weitere Fälle bearbeiten und sie im Privaten begleiten würde.
Sehr gute Unterhaltung, die meine 5 goldenen Sterne absolut verdient hat.

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Auf der Suche nach dem Selbst

Das Verborgene in mir von Alexis Runa

Gerade noch macht die neu ernannte Direktorin Dela Kleeberg, 38, Zukunftspläne, da erklärt ihr ihr Lebensgefährte Robert, dass er mehr vom Leben will und sich wieder verliebt hat. Dela zieht aus und versucht ihr altes Leben zurück zu bekommen. Aber auch die vielen Dates geben ihr nicht das, was sie sucht.

Mars, 41, seit 15 Jahren geschieden, will seine graue Beraterwelt so schnell wie möglich gegen die bunte Fotowelt eintauschen und arbeitet auf seine eigene Firma „Papillon“ hin. Er will keine feste Beziehung mehr. One-Night-Stands schon, am liebsten mit einem seiner jungen attraktiven Aktmodells. Aber nur bis nach dem Frühstück. Solange bis er bei einer Party auf Dela trifft...

Ich lese immer wieder mal erotische Bücher, aber selten habe ich mich in einer sinnlichen Geschichte als Zuschauerin so wohl gefühlt.
Jedes neue Kapitel beginnt mit dem Hinweis auf einen Song; die Playlist dazu steht in der hinteren Innenseite des Covers. Ich habe mir die Songs, die ich bis auf einige wenige nicht kannte, angehört und finde sie für die Geschichte sehr gut gewählt.
Dela und Mars erzählen ihre Geschichte jeweils in der Gegenwart, was mich noch näher an ihrem jeweiligen Leben teilhaben lässt. Beide waren mir mit ihren Stärken, Schwächen und vor allem ihrem Auftreten recht schnell sehr sympathisch. In Dela konnte ich mich sehr gut hinein versetzen. Wer schon mal eine solche Trennung erlebt hat, weiß, was ich meine. Die kleinen Nuancen zwischen Mann und Frau kommen hier für mich sehr gut rüber. Wobei ich auch Mars mit seinem Handeln durchaus verstehen kann.
Daneben treffe ich immer wieder auf Alexander und Myrina, die die verschiedensten erotischen Erlebnisse miteinander teilen. Fast wie in einer weiteren sexy Geschichte. Ich habe mich immer wieder gefragt, wann sie evtl. auf Dela und/oder Mars treffen werden. Was es mit den Beiden auf sich hat, das erfahre ich erst ganz am Schluss der Geschichte. Und fand es einfach wunderschön inszeniert.
Immer wieder bekomme ich auch geschmackvolle, sehr ästhetische schwarz-weiß Teilaufnahmen des weiblichen Körpers, wo mir meist erst beim zweiten Hinschauen bewusst wurde, auf was ich da gerade schaue. „Vieles wird erahnt, wenig gezeigt“.
Was mir hier auch ganz besonders gut gefallen hat, ist die kraftvolle erotische und sinnliche Sprache, die niemals unter die Gürtellinie geht, nie vulgär, schamlos oder anstößig wirkt. Ganz im Gegenteil. Ich habe mir die stilvollen Bilder, die mir mein Kopfkino beim Lesen immer wieder geschickt hat, sehr gerne angeschaut.

Eine verführerische Geschichte, die mich sofort für sich eingenommen hat und die ich vor allem auch wegen des sprachlichen Ausdrucks einfach nur bezaubernd schön finde.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die richtig gute Erotik lesen wollen.

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Einblicke in die Psyche von Täter und Ermittlerin

Im Kopf des Bösen - Der Sandmann von Axel Petermann; Petra Mattfeldt

Aufgeschreckt durch das Bellen seiner Golden-Retriever-Hündin Laika bemerkt ein Landwirt in der Hildesheimer Börde ein Auto auf dem Weg neben seinem Winterweizenfeld. Die Hündin lässt sich von nichts abbringen und zieht den Bauern bis ins Feld hinein. Hier liegt ein kleiner Junge mit einem Teddy im Arm.

Es ist insgesamt der siebte Junge, der auf diese Weise gefunden wird. Aber dieser kleine Mann hier lebt noch.
Die ambitionierte Fallanalytikerin Sophie Kaiser von der Kripo Hannover, die durch ihr Asperger-Syndrom eine ganz eigene Sichtweise auf z.B. Zusammenhänge hat, hofft das erste mal auf eine heiße Spur zum „Sandmann“, wie die Presse den Täter nennt. Und sie entdeckt einen Zusammenhang mit einer Reihe von Fällen, die schon viele Jahre zurück liegen.

Von Petra Mattfeldt habe ich schon einige Bücher gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Axel Petermann kenne ich als Profiler aus dem TV. Da diese beiden sich nun zusammengetan und ein Buch geschrieben haben – das musste ich einfach lesen. Dass diesem Fall bzw. den Fällen eine True-Crime-Story zugrunde liegt, macht das ganze für mich noch interessanter.
Schon im Prolog wird meine Neugier geweckt und ich bin ganz schnell mitten drin in den Ermittlungen.
An Fallanalytikerin Sophie Kaiser mit ihrem Asperger-Syndrom musste ich mich erst gewöhnen. Ich habe mich mit ihrer manchmal sehr dominanten, herrischen und fordernden Art anfangs schwer getan. Dabei ist sie eigentlich eine sympathische junge Frau. Nur wenn es um einen Fall geht, muss sich alles nach ihr richten. Und das nervt hier und da. Andererseits war es für mich sehr interessant zu lesen, wie sie an die Fälle heran geht, welche Schlüsse sie aus dem was sie sieht zieht. Oft fallen ihr Kleinigkeiten auf, die andere gar nicht bemerken oder beachten.
KOK Leonhard Michels von der Mordkommission Lübeck, mit dem sie an dem zweiten Fall zusammenarbeitet, hat ebenfalls ein Auge für Details. Vor allem lässt er sich durch Sophie nicht aus der Ruhe bringen, lässt sie machen und zieht dann ebenfalls seine Schlüsse. Zwei sehr unterschiedliches Charaktere, die aber beim ermitteln sehr gut zusammen passen. In der hinteren Buchklappe werden die Beiden kurz vorgestellt, was mir sehr gut gefällt. Ich bekomme dort schon einen kleinen Einblick in ihre Persönlichkeiten.

Der Fall der verschwundenen Jungs hat mich emotional sehr mitgenommen, da ich immer daran denken musste, dass er an einen wahren Kriminalfall angelehnt ist. Aber auch der Mord in Hannover, wo ein Mann seine Frau, die beiden Kinder, seine Schwiegereltern und dann noch sich selbst erschießt, hat mich stark mitgenommen. Ich hatte zwar bald den Verdacht, dass die beiden Fälle irgendwie zusammenhängen könnten. Habe aber noch nicht absehen können, in welche Richtung sich das entwickelt.

Dieser erste Fall des Autorenduos Mattfeldt/Petermann bietet zwei interessante Fälle; der Spannungsbogen hält sich durchgängig sehr hoch; die neuen Ermittler haben ihre Ecken und Kanten und auch mehr oder weniger ein Privatleben; die Ermittlungen leben, was ich richtig gut finde, in der Hauptsache von der operativen Fallanalyse; und ich bekomme immer wieder eindringliche Einblicke in die Psyche des Täters. Beide Fälle konnten schlussendlich aufgeklärt werden und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Ich habe mit gelitten, mit gefiebert, mit ermittelt und kann immer noch nicht glauben, zu was ein Mensch alles fähig ist. Wie er aber auch weiter leidet, wenn er dieser psychischen Gewalt einmal ausgesetzt war.
Ich hoffe sehr, dass es bald einen nächsten Fall gibt, wo es wieder um das Böse im Kopf geht.

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Ein Traum wird wahr...

Wir träumten vom Sommer von Heidi Rehn

… für die 24-jährige Amrei, die 1967 aus der Oberpfalz nach München zu ihrer Großtante Annamirl in die Tumblinger Straße im Schlachthofviertel gezogen ist um hier zu studieren. In die Stadt, die die Olympischen Spiele 1972 austragen wird und daher gerade einer Großbaustelle gleicht. Sie lernt den Kunststudenten David kennen und lieben, bekommt die Studentenunruhen hautnah mit und stößt auf den Polizisten Wastl.

Auch ihn findet sie sehr sympathisch, was immer wieder zu Konflikten führt. Hin und her gerissen zwischen den beiden Männern reist Amrei über Paris und London nach Florenz, wo sie die Nachricht erreicht, dass sie als Nachrückerin bei den Olympischen Spielen als Hostess arbeiten kann. Dass sich dieser Traum erfüllt, damit hatte sie nicht mehr gerechnet.
Was sich daraus alles ergibt, hat Autorin Heidi Rehn sehr gut recherchiert in ihrem neuen Roman „Wir träumten vom Sommer“ verarbeitet.

Ich lese sehr gerne Bücher, die in der Stadt angesiedelt sind in der ich lebe – München. Daher hat mich das Cover mit Olympiaturm und dem Dach des Olympiastadions gleich auf sich aufmerksam gemacht. Da mich der Klappentext und die Leseprobe sofort angesprochen haben, musste ich das Buch einfach lesen.

Ich lerne Amrei in zwei verschiedenen Zeitzonen, einmal ab 1967 nach ihrer Ankunft in München und dann in 1972, als sie wieder zurück ist, kennen. Eine sympathische junge Frau, die ihren Platz noch sucht, während der Geschichte aber immer selbstbewusster wird und sich oftmals zu behaupten weiß.
Ihre Großtante Annamirl, die von ihrer Familie nicht geschätzt wird – warum kann ich mir am Schluss der Geschichte denken – ist eine wunderbare Frau. Für die Zeit sehr liberal und aufgeschlossen, lebt sie allein und freut sich, als Amrei bei ihr einzieht. Auch die anderen Menschen, die ich hier kennenlerne, hat Heidi Rehn der Zeit entsprechend mit den ihnen eigenen Charaktereigenschaften ausgestattet, die meisten sympathisch, ein paar andere weniger, alle für mich gut vorstellbar.
Da ich Mitte der 50er Jahre geboren bin, habe ich von den studentischen Unruhen, die ich aber mehr nach Berlin verortet habe, einiges mitbekommen. Dass es auch hier in München diese Proteste gab, war mir neu. Sehr intensiv habe ich die Berichterstattungen über das Olympia-Attentat damals im TV verfolgt. Beides hat die Autorin in diese Geschichte wunderbar eingebunden, ohne dass der Unterhaltungswert verloren geht. Im Gegenteil – je weiter ich gelesen habe, umso mehr wurde ich in die Geschichte hinein gezogen. Sogar der offene Ausgang passt perfekt zur Geschichte und zu Amrei.
Mir haben auch die Ausführungen von Heidi Rehn zum Schluss sehr gut gefallen und ich denke gerade darüber nach, ob ich nicht an einem ihrer Stadtspaziergänge teilnehmen möchte.

Eine wunderbare Geschichte, die mich zurück gezogen hat in eine Zeit meiner Jugend in eine Stadt, in der ich nun schon seit 43 Jahren lebe. Ich habe die Zeit mit Amrei, Großtante Annamirl, David, Wastl und den anderen Studenten sehr genossen.

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Du bist nicht allein

Fabian und der Gnom von Volker Petters

Das merkt der 11-jährige Fabian erst, als er sich traut, seine Erlebnisse mit seiner Lehrerin und seiner Mutter zu besprechen.
Aber fangen wir vorne an:
Fabian ist ein ruhiger, sympathischer Junge, der die Natur, die Tiere und Fantasy-Computerspiele liebt. In der Schule hat er nicht so viel Glück.

Da wird er fast täglich von drei älteren Jungs geärgert. Er träumt sogar schon von Alex, Marco und Tim, die sich im Traum in grässliche Monster verwandeln und ihn attackieren. Dann trifft er auf den kleinen Gnom Pamboo und - nein, was es mit ihm auf sich hat, das werdet ihr beim Lesen selbst heraus finden.

In seinem Buch hat Autor Volker Petters Themen angesprochen, die schon immer aktuell waren: Außenseiter sein, Angst vor Mitschülern, Mobbing, wenig Selbstwertgefühl, echte Freundschaft, Träume, in denen das alles aufgearbeitet wird und Vertrauen in Menschen, die einem helfen können.

Mir hat diese Traumgeschichte, die manchmal sehr nahe an die Realität grenzt, sehr gut gefallen. Gerade der Wechsel zwischen der Realität und den Träume macht die Geschichte so richtig spannend und ich habe mit Fabian mit gelitten und mit gefiebert. In die sehr facettenreich ausgearbeiteten Charaktere kann ich mich gut hinein versetzen.
Dazu trägt auch der bildhafte Erzählstil bei. Und natürlich die in den Text integrierten und zweimal sogar doppelseitigen Bilder von Simon Sieber, die mich noch mehr in die Geschichte eintauchen lassen und die die Gefühle und Emotionen sowohl von Fabian als auch der Monster deutlich machen.
Die etwas größere Schrift finde ich für die Altersgruppe der 8 – 11-jährigen sehr gut gewählt. Auch meinen Augen tut sie beim vorlesen gut.

Eine fantasievolle Geschichte, mit Denkanstößen, einer guten Portion Humor und Spannung. Wobei mir Fabians Entwicklung sehr gut gefallen hat.
Eine tolle Geschichte, die nicht nur Jungs Mut machen kann.

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