Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Manuela Meierhofer:
Großartige Erzählkunst
Charly Broms Dilemma von Lukas Linder
Seit seiner Jugend trägt Charly ein Geheimnis mit sich. Tief in ihm vergraben. Durch einen unerwarteten Telefonanruf kommt das Geschehen aus der Vergangenheit wieder an die Oberfläche.
Witzig, spritzig, kurzweilig, interessant, sehr gut erzählt.
Glaubwürdig, tiefgründig, trotzdem locker und leicht.
Große Empfehlung!
Brachiale Naturgewalt
Sturmvögel von Einar Kárason
1959. Der isländische Fischtrawler gerät in ein Unwetter und droht unterzugehen. Die Mannschaft kämpft gegen das Unwetter.
Der Autor beschreibt sehr eindrücklich die Machtlosigkeit gegenüber der Natur. Fasziniert kann ich mir Eis und Kälte in dieser unwirtlichen Gegend sehr gut vorstellen. Ein Buch, das viele Bilder in meinem Kopf entstehen ließ.
Leseempfehlung!
Freundinnen
Wie wir waren von Heike Duken
Es geht um das Leben von Paula und Zett. Zwei Frauen, die seit ihrer Kindheit beste Freundinnen sind. Vordergründig sind diese zwei Hauptprotagonistinnen sehr stereotyp gezeichnet. Da ist auf der einen Seite die schwache Paula, die immer jemanden an ihrer Seite braucht. Ihr gegenüber steht Zett. Stark und unabhängig.
Wobei bei ihrem auffälligen Benehmen jede Psychologin die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde.
Doch nicht alles ist so, wie es zu Beginn scheint.
Wieviel Lügen, Vorwürfe, Unausgesprochenes verkraftet eine Freundschaft? Darf / muss / sollte man der besten Freundin alles anvertrauen?
Locker, flüssig, in kurzen Sätzen geschrieben liest sich das Buch sehr gut. Klare Leseempfehlung!
Skurril
Honey von Victor Lodato
Dieses Buch lässt mich ambivalent zurück. Eine aussagekräftige Bewertung fällt mir schwer.
1) Auf den ersten Seiten hab' ich nur schwer in den Lesefluss gefunden.
2) Dann war ich plötzlich im Leseflow. Die Geschichte sprühte vor unsagbar komischen und skurrilen Situationen. Die Sprache - grandios!
3) Der Mittelteil war dann wieder etwas langatmig.
Die Idee, mit Honey eine unkonventionelle ältere Dame zu erschaffen finde ich gut. Auch wenn mir ihre "famiglia" etwas zu lasch vorkommt ;-)
In der zweiten Hälfte des Buches hat der Wortwitz zwar deutlich nachgelassen, dennoch blieb das Lesevergnügen erhalten. Ein Buch, das mich gut unterhalten konnte.
Und alle so still von Mareike Fallwickl
Fallwickl erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Elin, Nuri und Ruth. Drei Frauen, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Sie geht der (fiktiven) Frage nach was passieren würde, wenn Frauen ihren alltäglichen, unbezahlten Aufgaben nicht mehr nachkommen würden. Chaos? Ja! :-)
Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen.
Die zerbrechliche Zeit von Donatella Di Pietrantonio
Vor rund drei Wochen gelesen weiß ich nicht mehr viel über dieses Buch. Nicht gut, wenn es nach so kurzer Zeit schon nicht mehr richtig präsent ist.
Die Geschichte - tja, nicht uninteressant, aber auch nicht wirklich packend. Amanda bricht ihr Studium ab und kehrt nach Hause zurück. Sie ist antriebslos und verschlossen.
Es braucht lange bis ihre Mutter begreift, was wirklich passiert ist.
Für mich plätschert diese Geschichte ohne Höhen und Tiefen dahin.
Ich mag diese Autorin sehr. Ich mag ihre Art zu schreiben. Aber mit diesem Buch konnte sie mich nicht wirklich abholen.
Auferstehung
Mein drittes Leben von Daniela Krien
Mit dem Tod der Tochter hat das Leben für Linda jeglichen Sinn verloren. Sie zieht sich zurück, lässt niemanden an sich heran.
Daniela Krien beschreibt eindrücklich die Phasen der Trauer.
Tiefgründig, absolut authentisch.
Ein großartiges Buch!
Mutter versus Tochter. Ein ewiges Debakel.
Die Tochter von Kim Hye-jin
Die Mutter versteht ihre Tochter nicht und umgekehrt. Geht's nicht uns allen so?
Die Mutter geht auf in ihrer Arbeit als Pflegerin im Altenheim. Sie lebt gänzlich in einer anderen Welt als ihre Tochter, die von Ehe, Kindern und einem geregelten Leben wenig hält. Ist Annäherung möglich? Will die Mutter ihre Tochter überhaupt verstehen oder ist sie zu tief in den alten Traditionen verankert?
Ein leises, feines Buch das viel Raum für Reflektion lässt.
Wer die nüchterne, emotionslose koreanische Schreibweise mag, dem wird dieses Buch gefallen.
einfach nur großartig
Dunkles Wasser von Charlotte Link
Charlotte Link kann es einfach. Sie fesselt mich mit ihren Büchern von der ersten bis zur letzten Zeile. Dabei schafft sie glaubwürdige Charaktere, spannende Geschichten mit unvorhersehbaren Wendungen. Es gelingt ihr mehrfach mich hinters Licht zu führen, da ich für mich den Täter schon entlarvt hatte ;-).
Besser kann man nicht schreiben! Wenn sie Spannung mögen - LESEN!
Go West!
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony
Aus einer ernsten, mitreißenden Geschichte wird ein wilder Ritt bis in den Westen Amerikas.
Honora, die starke Protagonistin des Romans sucht die Freiheit. Die Freiheit, so zu leben, wie sie es möchte. In Irland, ihrer Heimat, hat ihr nicht nur die Hungersnot zugesetzt, sondern auch das Rotkelchen, das bei ihrer Geburt durch das Zimmer geflogen ist und sie dadurch mit einem piseog - einem Fluch belegte.
Auch ihm hofft sie in Amerika zu entkommen.
Wie gesagt - zu Beginn ein interessantes Buch, das einem die Hungersnot Irlands näherbringt entwickelt sich der Roman gegen Ende hin zu einem waschechten Western mit vielen Klischees.
Interessant und zugleich amüsant zu lesen. Kurzweilig und sehr gut lesbar. Das ideale Buch für ein aufregendes Wochenende!











