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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Manuela Meierhofer:

Musikgeschichte

Utopia Avenue von David Mitchell

743 Seiten Hochgenuss... wenn sich jemand für die psychedelische Musikszene der 60er Jahre interessiert. Ich für meinen Teil wusste nicht einmal, dass es diese Musikrichtung tatsächlich gibt.
Die Idee des Buches - vier Musiker, von einem Manager ausgesucht und zu einer Band zusammengestoppelt, die es nach oben schaffen sollten.

Klingt spannend. Ist es aber nur bedingt. In jenen Passagen, in denen es nicht um Musik geht, hat mir das Buch sehr gut gefallen. In anderen Abschnitten haben die vielen musikalischen Ausdrücke meinen Lesefluss extrem gestört. Es ist mir schwer gefallen, da einfach drüberzulesen.
Manche Episoden sind gut erzählt und ich habe sie mit Genuss gelesen. Andere ziehen sich endlos langweilig dahin.
Sprachlich ist das Buch sehr gut geschrieben. Besonders angetan haben es mir die außergewöhnlichen Farbbeschreibungen. Z.B.: "Ihre Augen sind Berliner Blau." "Er trägt einen preußischblauen Mantel mit sonnenuntergangsroten Knöpfen." "Die erbsenpürreegrüne Haustüre."
Fazit: Noch nie habe ich mir bei der Bewertung eines Buches so schwer getan. Ich weiß eigentlich immer sehr schnell, ob mir ein Buch gut gefällt oder nicht. Bei diesem bin ich mir bis heute nicht klar darüber. Klar ist aber, dass eine Reduzierung des Seitenumfanges um mindestens 200 Seiten meinem Lesevergnügen gut getan hätte.

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Familiengeheimnisse

Was ich nie gesagt habe von Abel Susanne

Nach dem fulminanten ersten Gretchen-Teil habe ich mir sehr viel erwartet. Und meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Hervorragend geschrieben hofft, zittert und weint man mit den Protagonisten. Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat. Trotz des lustig-leichten Erzähltons ist es eine vielschichtige Erzählung, die mir viele Probleme der Nachkriegszeit bewusst machen.

UNBEDINGT LESEN!

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Besser als Urlaub!

13° - Tödlicher Sommer von Hanne H. Kvandal

Ein Krimi der sich anfühlt als wäre man auf Spitzbergen auf Urlaub. Die Sonne scheint rund um die Uhr und es hat heiße 15 Grad. Die Autorin schafft es, mir das Gefühl zu vermitteln, dass ich Spitzbergen kenne. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, weiß ich wie ich mich auf dieser Insel verhalten müsste.

Ich brauche keinen Reiseführer mehr ;-)
Hervorragend erzähltes, kurzweiliges Lesevergnügen.
Empfehlung!

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Viel mehr als Kindheitserinnerungen

Hast du uns endlich gefunden von Edgar Selge

Edgar, ein 12jähriger Junge, berichtet aus seinem Leben. Viele verschiedene Episoden zeichnen ein Bild seiner Kindheit.
Ein leises, leicht zu lesendes Buch, das uns die schwierige Position des Jungen in seiner Familie zeigt. Erschütternd! Ein Buch, das nachhaltig berührt.
Unbedingt lesen!

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Vergangenheitsbewältigung

Schmelzwasser von Tschan Patrick

Eine Friseurin, eine Boutiquebesitzerin und eine Buchhändlerin tun sich zusammen, um "dem Bösen", das so kurz nach dem Krieg noch allgegenwärtig ist, den Kampf anzusagen.
Ganz viele Sätze von Patrick Tschan lassen mein Herz übergehen vor Freude. Wie z. B. "Bücher sind wie Kinder.

Sie sind ein Fenster, durch das man die Welt anders sehen kann. Vorausgesetzt, man ist offen dafür." Aber ganz oft klingt die Sprache in diesem Buch in meinen Ohren angestaubt und antiquiert. Manchmal sogar hölzern.
Die Geschichte ist wenig aufregend und plätschert so dahin. Und das, obwohl es viele, für die Protagonisten wichtige Umbrüche gibt.
Ein ruhiges Buch mit gewichtigem Inhalt, das mich nachdenklich zurücklässt.

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Eine außergewöhnliche Frau

Frau Merian und die Wunder der Welt von Ruth Kornberger

Maria Merian. Ich muss zugeben, dass ich zuvor noch nie von ihr gehört hatte.
Ende des 17. Jahrhunderts war diese Frau ihren Mitmenschen weit voraus. Sie trennte sich von ihrem Mann und lebte mit ihren beiden Töchtern alleine und auf sich gestellt. Und sie reiste ins ferne Surinam, um dort Insektenforschung zu betreiben.

Ich ziehe den Hut vor ihr! Welch interessantes Leben!
Leider liest sich diese Romanbiografie nur teilweise spannend. Zu oft kam die Autorin vom eigentlichen Thema ab und verzettelte sich in der erfundenen Liebesgeschichte mit einem rätselhaften Mann. Dabei wäre das wirkliche Leben von Frau Merian sicherlich spannender zu lesen gewesen.
Alles in allem eine leichte Sommerlektüre, die in manchen Teilen außerordentlich interessant zu lesen ist.

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Beängstigendes Szenario

Die Nachricht von Doris Knecht

Ruth lebt seit dem plötzlichen Tod ihres Mannes alleine. Alles ist gut, bis sie plötzlich von anonymen Mails bedroht wird.
Doris Knecht schreibt in einer sehr klaren Sprache. Der Roman lässt sich wunderbar leicht lesen. Die Thematik ist beängstigend.
Die Autorin schafft es sehr gut, die Menschen in ihren Romanen lebhaft und glaubwürdig zu beschreiben.

Ich finde mich mitten in der Dorfidylle wieder und denke mir "ja, so ist es, das Leben".
Ich habe die Nachricht sehr gerne gelesen und kann sie uneingeschränkt jedem empfehlen.

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Wie ein lauter Aufschrei

Identitti von Mithu Sanyal

Was braucht es, um sich zugehörig zu fühlen? Dieselbe Herkunft? Dieselbe Hautfarbe? Dieselbe Sprache?
Ist eine hellhäutige, in Europa aufgewachsene Inderin weniger indisch als eine dunkelhäutige, die in Indien aufgewachsen ist?
Dieses Buch wirft viele Fragen auf, gibt viele Denkanstöße. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin für jüngere LeserInnen schreibt.

Sie bedient sich an vielen Ausdrücken, die von meiner Altersklasse nicht verwendet werden.

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beschauliches Landleben

Alte Sorten von Ewald Arenz

Ein ruhiger Roman über zwei Frauen. Die eine schon fast erwachsen, die andere schon fast alt. Beide haben Probleme, mit ihrem Umfeld zurechtzukommen. Liss, die ältere Frau, kann sich sehr gut in die junge, rebellische Sally hineinversetzen. Aber kann sie ihr auch helfen?
Wie gesagt, ein ruhiger Roman, der vom ruhigen, beschaulichen Leben auf dem Land erzählt.

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Großartiges Kopfkino

Tell von Joachim B. Schmidt

Wilhelm Tell - viel wusste ich ja nicht über ihn. Nur, dass sich die Geschichte in der Schweiz ereignete und, dass da irgendetwas mit einem Apfel und Pfeil und Bogen war.
Schmidt erzählt die Geschichte indem er sie von 20 verschiedenen Personen erzählen lässt. Klingt kompliziert - ist es überhaupt nicht.

Ich wurde von der Geschichte regelrecht aufgesogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Fazit: spannend erzählte Geschichte die mir oft ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat, obwohl sehr viele sehr ernste Themen darin zur Sprache gekommen sind.
Absolute Leseempfehlung!

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